#41

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 02.08.2013 14:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Na ja mein lieber Theo, nach derzeitiger Rechtsauffassung ist der 146 aber nicht mehr anzuwenden, ich denke der wird auch bei einer der nächsten Änderungen entfallen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#42

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 02.08.2013 14:45
von Marienborn89 | 890 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #41
Na ja mein lieber Theo, nach derzeitiger Rechtsauffassung ist der 146 aber nicht mehr anzuwenden, ich denke der wird auch bei einer der nächsten Änderungen entfallen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel


äh, ich bin doch Marienborn *hust*

Mir ist nicht bekannt, dass es Pläne gibt, Art. 146 zu streichen. Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Da ist in dem Wikipediaartikel auch nicht die Rede von.


Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke;
denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei
zuletzt bearbeitet 02.08.2013 14:46 | nach oben springen

#43

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 02.08.2013 16:32
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Ich neige auch zur Ansicht, dass der Artikel 146 früher oder später verschwindet, denn die Formulierung nach der Änderung vom 29. September 1990 wirkt etwas verstörend und erinnert mich an die Fernsehsendung "Dalli Dalli" von Hans Rosenthal.
http://lexetius.com/GG/146#2
Zugunsten der raschen deutschen Einheit hat man von einer Ausarbeitung einer gesamtdeutschen Verfassung und der Volksabstimmung abgesehen. Volksabstimmungen haben etwas Problematisches: Die Gegner können sie relativ leicht sabotieren, indem sie problematische Punkte herauspicken, hochspielen und erreichen, dass eine "unheilige Allianz" entsteht (zb. malt man im Osten das Gespenst des Sozialabbaus, der Wohungsnot und der Arbeitslosigkeit und im Westen die "immensen Kosten" und die "sozialistische Faulenzermentalität" an die Wand. Und gleichzeitig fordert man einen besseren Vorschlag von der Politik. Der unentschlossene oder verunsicherte Bürger wird sich dann sagen, da stimme ich mal nein, die Politiker sollen noch mal rüber.
Theo


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#44

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 02.08.2013 19:48
von Marienborn89 | 890 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #43
Ich neige auch zur Ansicht, dass der Artikel 146 früher oder später verschwindet, denn die Formulierung nach der Änderung vom 29. September 1990 wirkt etwas verstörend und erinnert mich an die Fernsehsendung "Dalli Dalli" von Hans Rosenthal.
http://lexetius.com/GG/146#2
Zugunsten der raschen deutschen Einheit hat man von einer Ausarbeitung einer gesamtdeutschen Verfassung und der Volksabstimmung abgesehen. Volksabstimmungen haben etwas Problematisches: Die Gegner können sie relativ leicht sabotieren, indem sie problematische Punkte herauspicken, hochspielen und erreichen, dass eine "unheilige Allianz" entsteht (zb. malt man im Osten das Gespenst des Sozialabbaus, der Wohungsnot und der Arbeitslosigkeit und im Westen die "immensen Kosten" und die "sozialistische Faulenzermentalität" an die Wand. Und gleichzeitig fordert man einen besseren Vorschlag von der Politik. Der unentschlossene oder verunsicherte Bürger wird sich dann sagen, da stimme ich mal nein, die Politiker sollen noch mal rüber.
Theo


Ich glaube nicht, dass Art. 146 verschwindet, denn die Streichung wäre verfassungstechnisch recht heikel. Einmal würde die Streichung die demokratische Kultur - und damit das nach außen propagierte Bild der BRD - überhaupt konterkarieren, wenn die Möglichkeit einer Erstellung einer neuen Verfassung nicht bestünde.
Zweitens - und das ist vielleicht noch der wichtigste Grund - ist das GG ja streng juristisch gesehen keine Verfassung, sondern als Provisorium gedacht. Der Art. 146 dient auch der Legitimation eines solchen Provisoriums, da eine Verfassung im eigentlichen Sinn nicht besteht.

Ich bin keineswegs so naiv zu glauben, dass Verfassungstheorie und Verfassungspraxis ein und und dasselbe ist. Vor allem die heutige Politik würde sich hüten, eine neue Verfassung vorzuschlagen. Jedoch sind es gerade diese Probleme, die die Juristen davon abhalten, hier großartig dran zu rütteln - auch wenn das praktisch im politischen Alltag heute keine Rolle spielt.


Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke;
denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei
zuletzt bearbeitet 02.08.2013 19:49 | nach oben springen

#45

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 02.08.2013 19:52
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Marienborn89 im Beitrag #37
Zitat von Feliks D. im Beitrag #35


Eine marxistisch-leninistischen Partei, da steht nicht das dies die SED auf Ewigkeit sein mußte. Zu gegebener Zeit war es zwar so, aber von einem Führungsanspruch der SED lese ich nichts. Sind schon kleine aber feine Unterschiede, heute ist das System an sich ja auch festgeschrieben.



Nun ja, ich sehe das als bloße formulierungstechnische Frage. Nach der Verfassung kann es demnach nur eine marxistisch-leninistische Partei geben, der der Führungsanspruch garantiert wird - ob diese jetzt SED heißt oder nicht!

OT: Das das heutige System auch in gewisser Weise festgeschrieben ist, würde ich auch sagen. Nur kann man mE kaum die Verfassungen der DDR und BRD miteinander vergleichen.





am 16.04. 1948 sagte Walter Ulbricht in einer fünfstündigen Rede an der SED-Parteihochschule ,die SED sei nun die führende Kraft ,und es ist ihre Aufgabe ,mit Hilfe des Staatsapparates die Ziele durch zu setzen,


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#46

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 03.08.2013 12:07
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #9
Ja, liebe Barbara,

dass man bei den beiden Hymnen Texte und Melodien so einfach vertauschen kann, hat für mich einen tieferen Sinn.

Und ich denke, dass bei den Schöpfern der DDR-Nationalhymne, Johannes R. Becher und Hanns Eisler eine Absicht dahinter steckte.
Sie ahnten sicher, dass die Teilung unseres Volkes nicht von Dauer sein wird.
Irgendwo habe ich mal gehört, dass im Potsdamer Abkommen (oder bei der Konferenz von Jalta) festgelegt wurde, dass der Status unserer Besatzungsmächte nach 50 Jahren (also 1995) neu festgelegt/verhandelt werden sollte. Nun ja, wir haben den Zeitplan ein wenig eigenmächtig verkürzt
Aber vielleicht weiss ein ehemaliger Besatzer dazu etwas Fundiertes ?

Die Geschichte der DDR-Hymne ist hier nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Auferstanden_aus_Ruinen

Das "Deutschlandlied", unsere heutige gemeinsame Hymne, ist ja die wesentlich ältere Schöpfung.
Zur Geschichte hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lied_der_Deutschen
http://www.bundesregierung.de/Content/DE...landliedes.html

Herzliche Grüsse von Hartmut

PS:
In Eisenach, auf der Wartburg, hatte doch auch ein bedeutsamer deutscher Dichter und Denker Auszüge aus Heines "Wintermärchen" vor dem "gesamten deutschen Volke" vorgetragen, wie ich las... ?





So war es, lieber Hartmut. Zwar nicht "Das Wintermärchen" aber andere Heine-eigene große Worte wurden eindrucksvoll deklamiert vom "großen Vortragenden", und man vermeinte ergriffen, der große Dichter weilte unter uns, auf der "deutschesten aller deutschen Burgen".

Mit äußerst gut gelaunten herzlichen Grüßen :-)
Barbara


Dass ihr den Zeitplan "ein wenig eigenmächtig verkürzt habt" finde ich persönlich entzückend :-)


.


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#47

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 03.08.2013 12:12
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #29
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wissen die Allwissenden eventuell ob mal ein neuer Text in Arbeit war?



klar doch:

"Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!"

Passt sogar auf die Melodie - probier mal.
Gesungen so ab Spätherbst 1989........

Gruss Hartmut






.... und bitte, wollen wir doch auch mal die stets vernachlässigte 2. Strophe mal dokumentieren:


Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!



:-)))))



.


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 03.08.2013 13:09
von eisenringtheo | 9.182 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #47





.... und bitte, wollen wir doch auch mal die stets vernachlässigte 2. Strophe mal dokumentieren:


Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!



:-)))))



.






"WWG" eben. Ganz der Epoche von 1840 entsprechend. Kaiser, Könige staatliche Unterdrückung und Theologie sollen ersetzt werden durch Freiheit und Lebensfreude ("Wein, Weib, Gesang") Fallersleben hat die österreichische Kaiserhymne genommen, die Hymne der damaligen Hegemonialmacht im Deutschen Bund, und ihn mit einem freiheitlichen Text versehen, ohne Kaiser, Könige, Adel und Gott.

Theo


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#49

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 03.08.2013 13:17
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #48
Zitat von Barbara im Beitrag #47





.... und bitte, wollen wir doch auch mal die stets vernachlässigte 2. Strophe mal dokumentieren:


Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!



:-)))))



.






"WWG" eben. Ganz der Epoche von 1840 entsprechend. Kaiser, Könige staatliche Unterdrückung und Theologie sollen ersetzt werden durch Freiheit und Lebensfreude ("Wein, Weib, Gesang") Fallersleben hat die österreichische Kaiserhymne genommen, die Hymne der damaligen Hegemonialmacht im Deutschen Bund, und ihn mit einem freiheitlichen Text versehen, ohne Kaiser, Könige, Adel und Gott.

Theo





Und um diesen wichtigen Hinweis zu vervollständigen:

Die erste Zeile der ersten Strophe war nicht Ausdruck eines imperialistischen Bestrebens, sondern der Wunsch nach "nationaler Einheit" in diesem Flickenteppich "Deutsche Bund".
Man könnte sie vielleicht sinngemäß auch so umfornulieren:

"Über alles in der Welt" wünsche ich mir "Deutschland" - nämlich einen geeinten deutschen Nationalstaat.


Die Nazis haben die 1. Strophe in ihrem (imperialistischen) Sinne verbogen, und unmittelbar daran anschließend das Horst Wessel-Lied gesungen.

Strophe 2 und 3 waren bei ihnen so weit ich weiß verboten!


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#50

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 03.08.2013 16:32
von 94 | 10.792 Beiträge

Nö, nicht verboten! Nur nicht gesungen. Sowie auch die DDR-Nationalhymne. Und verbogen wurde an der ersten Strophe mal garnix. Du wervechselt da was, odär. Es gab diese 4. Strophe, auch Trotzstrophe genannt. Zu diesem Text deutschnationalen Ursprungs ist die NSDAP quasi wie die junge Frau zum Kinde gekommen.

Aber heute ist es verboten zum Beispiel einen viel älteren Text auf seine Orginalmelodie zu intonieren.

Einst lebte ich im deutschen Vaterlande
der goldnen Freiheit 18 Jahr dahin

[...]

Hier hüte ich mich jetzt mal aus 86 andern verschiedenen Gründen a) weiterzumanchen oder sogar einen Link zu platzieren.
Ersatzweise kann man aber den Wildschütz Jennerwein nehmen ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#51

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 12:40
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #50
Nö, nicht verboten! Nur nicht gesungen. Sowie auch die DDR-Nationalhymne. Und verbogen wurde an der ersten Strophe mal garnix. Du wervechselt da was, odär. Es gab diese 4. Strophe, auch Trotzstrophe genannt. Zu diesem Text deutschnationalen Ursprungs ist die NSDAP quasi wie die junge Frau zum Kinde gekommen.

Aber heute ist es verboten zum Beispiel einen viel älteren Text auf seine Orginalmelodie zu intonieren.

Einst lebte ich im deutschen Vaterlande
der goldnen Freiheit 18 Jahr dahin

[...]

Hier hüte ich mich jetzt mal aus 86 andern verschiedenen Gründen a) weiterzumanchen oder sogar einen Link zu platzieren.
Ersatzweise kann man aber den Wildschütz Jennerwein nehmen ...




Nein, aber ich habe mich möglicherweise nicht präzise genug ausgedrückt. Dann versuche ich es nochmal:

"Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt" drückte im Entstehungszeitraum des Textes den Wunsch nach einem einheitlichen deutschen Nationalstaat aus, den es damals noch nicht gab.

Die Nazis "verbogen" diesen ursprünglichen Sinn bei gleichem Wortlaut in eine imperialistische und chauvinistische Deutschtümelei mit Weltherrschaftsanspruch und das in einem bereits bestehenden deutschen Nationalstaat, genannt "Deutsches Reich".


Lt. Web-Seite der Bundesregierung (siehe Link von Hartmut weiter oben) zum Thema "Deutsche Nationalhymne" war "unter den Nazis" das Absingen der 2. und 3. Strophe verboten. (Aus Nazi-Sicht auch verständlich, denn z.B. "Recht und Freiheit" gehörte ja nun nicht unbedingt zu ihrem politischen Programm). Gesungen wurde die 1. Strophe und daran anschließend das Horst-Wessel-Lied.

Besser?

.



.


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.08.2013 12:42 | nach oben springen

#52

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 13:31
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo miteinander,

eine Frage in die Runde:
(da wir gerade über "verbotene" Strophen des Deutschlandliedes sprechen )

Wie wird denn das heute (bei uns, in der Bundesrepublik) mit den Zeilen aus der 1. Strophe gehandhabt ?

"Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt – "

Das ist ja auch nicht mehr ganz zeitgemäss - an der Memel wird ja nun wirklich kein deutsch mehr gesprochen, die Stadt Memel heisst heute Klaipeda.
An der Etsch zwar schon noch und manche Verherrlichung alter Zeiten dortzulande ist dem Deutschen (Ausländer) manch mal schon peinlich... aber, nun ja, die meisten Südtiroler fühlen sich halt nicht als Italiener, was soll man da machen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 06.08.2013 13:32 | nach oben springen

#53

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 13:36
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #47
Zitat von Jobnomade im Beitrag #29
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #28
Wissen die Allwissenden eventuell ob mal ein neuer Text in Arbeit war?



klar doch:

"Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!"

Passt sogar auf die Melodie - probier mal.
Gesungen so ab Spätherbst 1989........

Gruss Hartmut






.... und bitte, wollen wir doch auch mal die stets vernachlässigte 2. Strophe mal dokumentieren:


Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!



:-)))))



.






dazu sag ich besser nichts, liebe Barbara

Herzlichen Gruss von Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#54

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 13:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara
Besser?


Na zumindest besser, wie Dich mit dem andern B-User rumzukabbeln. Nur verboten heißt, es gibt eine gesetzliche Grundlage. Denn sonst wäre ja auch der Text der DDR-Hymne oder der Sputnik verboten gewesen. Und wenn ich jetzt eine donnergäulige rote Socke wäre, würde ich spitz fragen, 'Du kannst doch jetzt sicher das RGBl. mit dem entsprechenden Gesetzestext hier beisteuern?!' ... Mach ich aber nicht *freundlich_angrins*
Was ich aber mache, ich stelle mal aus einer Website mal bissel Content hier rein ...


Die weitere Geschichte des Deutschlandlieds

Spiegelbild des ruhelosen Reiches

Das Deutschlandlied wurde zu einem Spiegelbild des »ruhelosen Reiches«. Als Deutschland im Jahr 1871 die nationale Einheit erreicht hatte, wurde das »Lied der Deutschen« nicht zur Nationalhymne. Der deutsche Kaiser Wilhelm I. und sein Reichskanzler Bismarck bestimmten dazu die Herrscherhymne »Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands!« Erstmals offiziell wieder angestimmt wurde das Lied im Jahr 1890, als Helgoland gegen Sansibar getauscht wurde und von da an wieder zum Deutschen Reich gehörte. Die nächsten Anlässe, in denen das Lied angestimmt wurde, waren nicht im Sinne seines Dichters. In der Schlacht von Langemarck zu Beginn des Ersten Weltkriegs sangen dieses Lied nationalistische Studenten, als sie am 11.11. 1914 zu Tausenden im gegnerischen Maschinengewehrfeuer starben. Das Lied der Deutschen war zur militärischen Opferhymne geworden. Auch Hitler gibt diese Deutung des Deutschlandlieds im Ersten Weltkrieg in seinem Buch »Mein Kampf« wieder und zeigt damit bereits die unheilvolle Richtung an, welche die Rezeption des Deutschlandlieds in den folgenden 30 Jahren nahm. Zunächst jedoch wurde es am 11.08. 1922 von Reichspräsident Ebert offiziell zur Nationalhymne der Weimarer Republik proklamiert. Es sollte, ganz im Sinne der ursprünglichen Intention seines Dichters, das einigende Band um die deutsche Nation in schwierigen Zeiten symbolisieren. Unter den Nationalsozialisten verkam es dann endgültig zum Ausdruck verbrecherischer Expansion. Die erste Strophe wurde als Präludium dem Horst-Wessel-Lied vorangestellt, die zweite und erst recht die dritte Strophe mit ihrer starken Betonung des demokratischen Gedankens wurden von den Nationalsozialisten faktisch ignoriert.


1952 wieder zur Nationalhymne bestimmt

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der jungen Bundesrepublik schon bald zu einer Debatte über die Nationalhymne, da bereits am 29.09. 1949 ein interfraktioneller Antrag im Bundestag gestellt wurde, das Deutschlandlied wieder zur deutschen Nationalhymne zu machen. Zu diesem Beschluss kam es nicht, stattdessen zu einer Diskussion quer durch die Parteien. Während sich die Vorsitzenden von CDU und SPD, Adenauer und Schumacher, für das Deutschlandlied aussprachen, äußerte der liberale Bundespräsident Theodor Heuss große Bedenken. Er gab eine »Hymne an Deutschland« in Auftrag, die sich aber nicht durchsetzen konnte. In einem Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Adenauer und Bundespräsident Heuss wurde dann am 29.04. und am 02.05. 1952 das Deutschlandlied als Nationalhymne festgelegt. Adenauer hatte darum gebeten, dieses Lied zur Nationalhymne zu bestimmen, wobei bei staatlichen Veranstaltungen nur die dritte Strophe gesungen werden sollte. Dieser Bitte war der Bundespräsident nachgekommen. Nach der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 gab es einen ähnlichen Briefwechsel vom 19.08. und 23.08. 1991 zwischen dem damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker und Bundeskanzler Kohl, der das Deutschlandlied als deutsche Nationalhymne bestätigte. Beide Briefwechsel finden sich im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27.08. 1991.

© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Quelle: http://www.derweg.org/deutschland/gesamt/nationalhymne.html

Und nun kann sich ein Jeder, der dem Link aus #9 Folge leistete, sich ja selbstständig
a) eine Meinung nach der Seriösität der Aussagen von Internetzpräsenzen im allgemeinen,
b) über die der Bundesregierung im besonderen und
c) über die Bedeutung eines Verbotes im konkreten Falle machen.

P.S. @Jobnomade, sie wird auch zu offizellen Anläßen gespielt ... http://www.youtube.com/watch?v=zdVJNBH1z5M
Wie ist eigentlich der Status der 4. Strophe nach §86a?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 06.08.2013 13:44 | nach oben springen

#55

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 13:43
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #52
Hallo miteinander,

eine Frage in die Runde:
(da wir gerade über "verbotene" Strophen des Deutschlandliedes sprechen )

Wie wird denn das heute (bei uns, in der Bundesrepublik) mit den Zeilen aus der 1. Strophe gehandhabt ?

"Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt – "

Das ist ja auch nicht mehr ganz zeitgemäss - an der Memel wird ja nun wirklich kein deutsch mehr gesprochen, die Stadt Memel heisst heute Klaipeda.
An der Etsch zwar schon noch und manche Verherrlichung alter Zeiten dortzulande ist dem Deutschen (Ausländer) manch mal schon peinlich... aber, nun ja, die meisten Südtiroler fühlen sich halt nicht als Italiener, was soll man da machen.

Gruss Hartmut




Wenn ich deiner Frage noch hinzufügen darf Hartmut:


"Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt – "


damit sollte, so wie ich es verstanden habe, im ursprünglichen Sinn des "Liedes der Deutschen" nicht in erster Linie ein territorialer Anspruch ausgedrückt werden, sondern die Abgrenzung eines Kulturraumes.

Die beiden ersten Strophen sind soweit ich weiß, nicht verboten, aber überhaupt nicht mehr nicht mehr zeitgemäß, da hast du völlig Recht. Abgesehen davon, singe ich die Nationalhymne sowieso nur auf Forumstreffen :-) in meinem alltäglichen Leben spielt sie eigentlich keine Rolle.

-------------------

Ich habe nochmal aus Wiki eine Karte des Deutschen Bundes hinzugefügt, vielleicht kann man versuchen, die Sinnhaftigkeit der Hymne anhand der "kartografisch" nachzuvollziehen.





Eigentlich ist Deutschland durch seine Historie in noch einem ganz anderen Sinne "multi-kulturell", als wie wir das Wort heute benutzen.

.


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#56

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 13:50
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #54

Zitat von Barbara
Besser?

Na zumindest besser, wie Dich mit dem andern B-User rumzukabbeln. Nur verboten heißt, es gibt eine gesetzliche Grundlage. Denn sonst wäre ja auch der Text der DDR-Hymne oder der Sputnik verboten gewesen. Und wenn ich jetzt eine donnergäulige rote Socke wäre, würde ich spitz fragen, 'Du kannst doch jetzt sicher das RGBl. mit dem entsprechenden Gesetzestext hier beisteuern?!' ... Mach ich aber nicht *freundlich_angrins*
Was ich aber mache, ich stelle mal aus einer Website mal bissel Content hier rein ...


Die weitere Geschichte des Deutschlandlieds

Spiegelbild des ruhelosen Reiches

Das Deutschlandlied wurde zu einem Spiegelbild des »ruhelosen Reiches«. Als Deutschland im Jahr 1871 die nationale Einheit erreicht hatte, wurde das »Lied der Deutschen« nicht zur Nationalhymne. Der deutsche Kaiser Wilhelm I. und sein Reichskanzler Bismarck bestimmten dazu die Herrscherhymne »Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands!« Erstmals offiziell wieder angestimmt wurde das Lied im Jahr 1890, als Helgoland gegen Sansibar getauscht wurde und von da an wieder zum Deutschen Reich gehörte. Die nächsten Anlässe, in denen das Lied angestimmt wurde, waren nicht im Sinne seines Dichters. In der Schlacht von Langemarck zu Beginn des Ersten Weltkriegs sangen dieses Lied nationalistische Studenten, als sie am 11.11. 1914 zu Tausenden im gegnerischen Maschinengewehrfeuer starben. Das Lied der Deutschen war zur militärischen Opferhymne geworden. Auch Hitler gibt diese Deutung des Deutschlandlieds im Ersten Weltkrieg in seinem Buch »Mein Kampf« wieder und zeigt damit bereits die unheilvolle Richtung an, welche die Rezeption des Deutschlandlieds in den folgenden 30 Jahren nahm. Zunächst jedoch wurde es am 11.08. 1922 von Reichspräsident Ebert offiziell zur Nationalhymne der Weimarer Republik proklamiert. Es sollte, ganz im Sinne der ursprünglichen Intention seines Dichters, das einigende Band um die deutsche Nation in schwierigen Zeiten symbolisieren. Unter den Nationalsozialisten verkam es dann endgültig zum Ausdruck verbrecherischer Expansion. Die erste Strophe wurde als Präludium dem Horst-Wessel-Lied vorangestellt, die zweite und erst recht die dritte Strophe mit ihrer starken Betonung des demokratischen Gedankens wurden von den Nationalsozialisten faktisch ignoriert.


1952 wieder zur Nationalhymne bestimmt

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der jungen Bundesrepublik schon bald zu einer Debatte über die Nationalhymne, da bereits am 29.09. 1949 ein interfraktioneller Antrag im Bundestag gestellt wurde, das Deutschlandlied wieder zur deutschen Nationalhymne zu machen. Zu diesem Beschluss kam es nicht, stattdessen zu einer Diskussion quer durch die Parteien. Während sich die Vorsitzenden von CDU und SPD, Adenauer und Schumacher, für das Deutschlandlied aussprachen, äußerte der liberale Bundespräsident Theodor Heuss große Bedenken. Er gab eine »Hymne an Deutschland« in Auftrag, die sich aber nicht durchsetzen konnte. In einem Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Adenauer und Bundespräsident Heuss wurde dann am 29.04. und am 02.05. 1952 das Deutschlandlied als Nationalhymne festgelegt. Adenauer hatte darum gebeten, dieses Lied zur Nationalhymne zu bestimmen, wobei bei staatlichen Veranstaltungen nur die dritte Strophe gesungen werden sollte. Dieser Bitte war der Bundespräsident nachgekommen. Nach der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 gab es einen ähnlichen Briefwechsel vom 19.08. und 23.08. 1991 zwischen dem damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker und Bundeskanzler Kohl, der das Deutschlandlied als deutsche Nationalhymne bestätigte. Beide Briefwechsel finden sich im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27.08. 1991.

© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Quelle: http://www.derweg.org/deutschland/gesamt/nationalhymne.html

Und nun kann sich ein Jeder, der dem Link aus #9 Folge leistete, sich ja selbstständig
a) eine Meinung nach der Seriösität der Aussagen von Internetzpräsenzen im allgemeinen,
b) über die der Bundesregierung im besonderen und
c) über die Bedeutung eines Verbotes im konkreten Falle machen.

P.S. @Jobnomade, sie wird auch zu offizellen Anläßen gespielt ... http://www.youtube.com/watch?v=zdVJNBH1z5M
Wie ist eigentlich der Status der 4. Strophe nach §86a?






Meinst du jetzt allen Ernstes, ich soll den Nazi-Gesetzestext bzgl. des Verbotes der 2. und 3. Strophe der Nationalhymne suchen ????
Die haben ihre Verbote auch ganz ohne Gesetze durchgezogen, wenn wir uns erinnern wollen.

Die DDR-Hymne und den Sputnik gab es doch zu der Zeit noch gar nicht.

Kann es sein, das wir gerade ein fröhliches Aneinander-Vorbeireden praktizieren?


.


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#57

RE: Wiedervereinigung in der DDR Verfassung?

in Das Ende der DDR 06.08.2013 14:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Welchen Teil genau von Mach ich aber nicht *freundlich_angrins* ham'er diesmal nixverstähn.

Also nochemal, dann soll's aber gut sein. Zumindest an der Stelle, auf welche Du bei der Bundesregierung-Website hinweißt, steht Dumfug. Deswegen darf auch die rethorisch-ironisch Auforderung die entsprechenden Reichsgesetzblätter beizusteuern wohl als Seitenhieb auf den Einen oder Anderen gedeutet werden. Das Forum besteht ja (zumindest aus Sicht fast Aller außer Dir) nicht nur für genau eine Nutzerin und ihre Privatbefindlichkeiten. Insofern mag ich kein Aneinandervorbeireden erkennen, eher eine aus was für Gründen auch immer eingeschränkte Empathie. Doch weiter im Text ...
Wenn laut Aussage bundesregierung.de die beiden Strophen verboten waren, na dann war genauso (und das ist jetzt ein Vergleich *wink*) ..., ..., ..., usw. verboten, natürlich alles zu seiner Zeit. Und (nicht nur, aber die auch) die Nazis haben doch für jeden Furz einen Wisch verfaßt. Nur deshalb war eine völkerrechtliche Singularität wie die Nürnberger Prozesse doch überhaupt erst möglich.
Upps, ich schweife schon wieder ab, na wie schon weiter oben geschrieben ... dann soll's aber gut sein.
Erschwerend hinzu kommt in solchen technokratischen Systemen oft der Vorauseilende Gehorsam.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 06.08.2013 14:22 | nach oben springen



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