#41

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 20:45
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

[/quote]


Es ist eben nicht das Gleiche,ob ein Kind oder Jugendlicher Zeuge des Scheiterns der Ehe seiner Eltern wird oder ob es angehalten, gezwungen oder aufgefordert wird die eigenen Klassenkameraden zu täuschen oder zu verraten.
Für mich war kaum ein Lehrer und der Schuldirektor schon garnicht ,Personen denen ich hätte vertrauen können.
Ich hatte keinerlei Hilfe aus der Lehrerschaft.Im Nachhinein muß ich sagen, die hatten alle Schiss, da in was reinzugeraten und haben sich lieber weggeduckt.Mit der Stasi wollte doch lieber keiner was zu tun haben. Konnte nur schaden.So wars doch.
Um mich meine regelmäßigen Erklärungen für die Ausreiseverbote aus dem Kreis unterschreiben zu lassen, hatte mich der ABV immer schön am Schulhofausgang abgefangen.


[/quote]

Dann sind wir eben unterschiedlicher Meinung, macht nichts.
Aus der Perspektive damaliger Teenager mit ihren überwiegend noch unklaren Feindbildern können solche Enttäuschungen unabhängig vom Verursacher trotzdem prägend sein.
Wenn ich im Zusammenhang mit Problemen auf Hilfe angewiesen wäre, so wären bei deren Lösungsversuchen auch bei mir kaum Lehrer in Frage gekommen.
Unvergessen auch jene kleine Episode aus meiner Lehrzeit, als ich von der Trapo nach einer Unterwegskontrolle in Nordhausen (fast schon Westen)aus dem Zug geholt wurde, weil ich keine schlüssige Begründung für meinen Ausflug hatte, eben nur jene daß ich diese Stadt mal kennenlernen wollte.
Wenige Tage später sprach mich mein Lehrmeister der BBS an, "was ich wieder für eine Scheiße gebaut hätte" und es erst mal mit einem ungläubigen Blick quittierte ("Das kann der nicht wissen !").
Es konnte aber nur das gewesen sein weil ich eigentlich der Klassenbeste war und keine andere Vermutung hatte.
Trotzdem ließ er die Katze nicht aus dem Sack und mich interessieren Katzen und Pokerspiele auch nicht besonders und es kam zu keiner (!) Aussprache, eine wirklich unmögliche Situation, die ich bis heute nicht zu deuten vermag.
Ich fragte, was er denn meinte woraufhin er nur sagte, ich sei "abgebrüht wie Rotz" und "sollte mal darüber nachdenken".
Ich hatte den beiden Trapos kurz vor dem Ausstieg, nachdem sie mich die halbe Strecke meiner Rückfahrt Richtung Osten begleitet hatten noch an den Kopf geworfen, daß so ein Job nichts für mich wäre woraufhin sich einer auch recht abfällig über 12 langweilige Arbeitsstunden auf der Apfelsinenkiste (Rangierlok 106) eines öden Rangierbahnhofs äußerte.
Das waren Tage, die ich lieber schnell wieder vergessen wollte, aber die Thematik hier wühlt das wieder auf, wobei ich sagen muß, daß auch damals schnell wieder der Alltag einzog in die Lehrjahre, die wohl auch deshalb keine Herrenjahre sein sollten.
Man hätte eigentlich jeden Tag Opfer werden können wenn man etwas weniger abgebrüht oder besonnen wäre wie der Hackel des Jahres 1983/84.
Aber vielleicht war ich der Staatsmacht auch zu langweilig, vielleicht war es nur einfache Polizeiwillkür und hatte mit Staatsschutzanliegen gar nichts zu tun, wenngleich die Anspielung auf die nahe Westgrenze von einem der Genossen kam.



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#42

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 21:20
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #34
Na dann brauchen wir auch nicht mehr auf Deine Fragen und Anfragen antworten. Hat auch etwas für sich.


Warum?
Mein positives Empfinden zum Vorgang das dieser Staat in seiner damals vorhandenen Form, nebst dem in ihm integriertem Ministerium, auf den genannten Entsorgungsort wanderte, ist einfach meine bescheidene persönliche Meinung.
Hat nichts mit hier vertretenen Personen zu tun und was diese gemacht haben.
Möchte ich mal festhalten.


Gert und der koch haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2013 21:21 | nach oben springen

#43

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 21:42
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Was die Stasi damals in den Schulen getrieben hat ist verwerflich und darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Aber wenn jetzt die oeffentlich rechtlichen Sender ( BRD Propagandasender - und der Steuerzahler muss das zu allem Ueberdruss auch noch finanzieren) olle DDR Kamellen aufwaermen dann sicherlich mit Hintergedanken. Vielleicht moechte man von den Verfehlungen einiger Lehrer im heutigen Deutschland und deren Beziehungen zum VS ablenken.....?


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#44

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 22:06
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Wenn ich sowas sehe, krieg ich Plaque!

Davon abgesehen ist die Thematik des Video-Beitrages für mich absolut OT.
Religionsfreiheit sollte man mal versuchen im Heimatland des "Verteilers" als Christ zu leben....also einfach mal
die Fresse halten.....



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#45

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 22:14
von connies9 | 78 Beiträge

@Gert
Es gibt ein Buch zum Thema: Klaus Behnke/Jürgen Wolf (Hrsg.): Stasi auf dem Schulhof. Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch das Ministerium für Staatssicherheit. Europäische Verlagsanstalt, 305 S., 19,90 Euro

Ist hier beschrieben: http://www.tlz.de/web/zgt/suche/detail/-...rden-1750544908



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#46

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 22:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von KID im Beitrag #28
@Gert Das war nicht nur in der DDR so. Als Nicht-Deutscher moechte ich Dich auf die NS-Zeit auch aufmerksam machen. Das interessiert Dich wohl nicht. Selbst der Papst Benedikt war bei der HJ, und wurde ebenso indoktriniert. Helmut Kohl war Flakhelfer, und Kurt Waldheim wohl bei der SS. Diese Menschen hatten auch im spaeteren Leben gezeigt, wie diese Indoktrination Fuss fast.

"Wer gegen den Wolf spricht, muss auch fuer ihn sprechen."

Jens




@Jens du hast mein volle Sympathie, allein schon weil mein jüngster Sohn den gleichen Vornamen trägt wie du. Ja, Nazizeit ich habe sie life erlebt, wenn auch nur ein Jahr
Meine Eltern haben aber in der Zeit gelebt und ich habe viel mit ihnen nach dem Krieg darüber gesprochen. Es gab eine Indoktrination, und zwar massiv im Sinne der Nazis. Ich erlebte in der Nachkriegszeit das Gleiche, aber natürlich nicht im nationalsozialistischen Sinne, sondern im sozialistischen Sinne!
Der Thread geht aber in eine andere Richtung. Anhand einer Filmdoku habe ich die Frage gestellt, ist es möglich, dass sich ein Geheimdienst schon an den Schulen des Landes herumtreibt, Schulakten von Minderjährigen ohne jede gesetzliche Grundlage anfordert und bekommt, Schüler als Spitzel anwirbt, Schüler zu moralisch fragwürdigen und ungesetzlichen Handlungen animiert und auch zwingt. Wie ist so etwas möglich? Darum geht es in dem Thread. Die politische Indoktrination war ja schon Standardprogramm an den Schulen, diese Rolle haben die Lehrer übernommen, dazu brauchte es keine Stasi


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#47

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 31.07.2013 22:51
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #35
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #33
Da kann man es nun nachträglich drehen und wenden wie man mag, 1989 wurden diese Truppenteile verdient auf den Abfallhaufen der Geschichte entsorgt und das war auf jeden Fall überaus gut so.


Dafür werden die Kinder heute nach sozialer Herkunft sortiert, wer Geld hat, dem steht jede Schule offen, unabhängig davon, wie es mit der Intelligenz aussieht.
Wer kein Geld hat, kommt sehr selten in höhere Bildungsgrade, trotz Intelligenz.

.



was schreibst du für ein dummes Zeug zusammen, das ist einfach nicht wahr ? Ich habe 2 Söhne, die haben das Gymnasium besucht ohne dass ich 1 Mark dafür bezahlen musste , lediglich die Currywurst damit sie satt wurden. Das war aber ohnehin meine Aufgabe als Vater.
Der eine hat an der Universität Physik und Informatik studiert und das mit einem guten Abschlussdiplom gekrönt. Da waren die einzigen Kosten die Semestergebühren von , ich glaube 200 DM, dafür konnte er noch im gesamten Verkehrsverbund Rhein/Ruhr alle Bahnen benutzen.
Der andere hat sich im IT praktisch hochgearbeitet, hat Seminare von Top IT Unternehmen besucht und ist heute ein sehr gefragter Experte bei einem großen Chemieunternehmen in in einer rheinischen Stadt.
Wenn ich und meine Frau geringere Einkommen gehabt hätten, hätten die Jungs Bafög erhalten ud die gleichen Studien machen können.
Wenn du also behauptest, das ist nur Leuten mit Geld vorbehalten, so ist da einfach eine Lüge. Da meine Frau aber Lehrerin ist und durch diese Tätigkeit auch Einblick in die " Unterschichten" hatte, kann ich dir sagen , die wollen in den meisten Fällen ihre Kinder gar nicht fördern. Meine Frau hat so manchem massiv zugeredet, ihre Kinder auf höhere Schulen zu schicken, sie wollen es nicht. Vermutlich sind sie mit der Pulle Bier am Hals und RTL II zufrieden. Das ist die Realität. Du musst mal das ND aus der Hand legen und eine anständige Zeitung lesen, dann bist du auch informiert.


edit fähler


.
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zuletzt bearbeitet 31.07.2013 22:56 | nach oben springen

#48

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 00:00
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #46
@Jens du hast mein volle Sympathie, allein schon weil mein jüngster Sohn den gleichen Vornamen trägt wie du. Ja, Nazizeit ich habe sie life erlebt, wenn auch nur ein Jahr
Meine Eltern haben aber in der Zeit gelebt und ich habe viel mit ihnen nach dem Krieg darüber gesprochen. Es gab eine Indoktrination, und zwar massiv im Sinne der Nazis. Ich erlebte in der Nachkriegszeit das Gleiche, aber natürlich nicht im nationalsozialistischen Sinne, sondern im sozialistischen Sinne!
Der Thread geht aber in eine andere Richtung. Anhand einer Filmdoku habe ich die Frage gestellt, ist es möglich, dass sich ein Geheimdienst schon an den Schulen des Landes herumtreibt, Schulakten von Minderjährigen ohne jede gesetzliche Grundlage anfordert und bekommt, Schüler als Spitzel anwirbt, Schüler zu moralisch fragwürdigen und ungesetzlichen Handlungen animiert und auch zwingt. Wie ist so etwas möglich? Darum geht es in dem Thread. Die politische Indoktrination war ja schon Standardprogramm an den Schulen, diese Rolle haben die Lehrer übernommen, dazu brauchte es keine Stasi


Lieber Gert, ich kann zwar deine Antipathie gegen die DDR zwar verstehen, aber nicht teilen. Ich habe aber festgestellt (generell), dass Leute mit deiner negativen Einstellung (die dir allemal zusteht, wohlgemerkt) auch dazu neigen, ähnliche Verhaltensweisen bei so genannten „freundlichen" Nationen außer Acht zu lassen.

Bist du dir zum Beispiel dessen Gewahr, dass öffentliche Schulen in den US, die Namen aller Studenten an das US Kriegsministerium weiter reichen müssen, sonst kriegen sie keine weiteren Förderungsmittel? Dass solche Schulen sich nicht weigern können, Rekrutierer der US Army das Abhalten von "Recruiting Days" zu erlauben? Die berühmte "Gehirnwäsche" war und ist nicht auf den Ostblock beschränkt.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#49

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 07:46
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #47
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #35
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #33
Da kann man es nun nachträglich drehen und wenden wie man mag, 1989 wurden diese Truppenteile verdient auf den Abfallhaufen der Geschichte entsorgt und das war auf jeden Fall überaus gut so.


Dafür werden die Kinder heute nach sozialer Herkunft sortiert, wer Geld hat, dem steht jede Schule offen, unabhängig davon, wie es mit der Intelligenz aussieht.
Wer kein Geld hat, kommt sehr selten in höhere Bildungsgrade, trotz Intelligenz.

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was schreibst du für ein dummes Zeug zusammen, das ist einfach nicht wahr ? Ich habe 2 Söhne, die haben das Gymnasium besucht ohne dass ich 1 Mark dafür bezahlen musste , lediglich die Currywurst damit sie satt wurden. Das war aber ohnehin meine Aufgabe als Vater.
Der eine hat an der Universität Physik und Informatik studiert und das mit einem guten Abschlussdiplom gekrönt. Da waren die einzigen Kosten die Semestergebühren von , ich glaube 200 DM, dafür konnte er noch im gesamten Verkehrsverbund Rhein/Ruhr alle Bahnen benutzen.
Der andere hat sich im IT praktisch hochgearbeitet, hat Seminare von Top IT Unternehmen besucht und ist heute ein sehr gefragter Experte bei einem großen Chemieunternehmen in in einer rheinischen Stadt.
Wenn ich und meine Frau geringere Einkommen gehabt hätten, hätten die Jungs Bafög erhalten ud die gleichen Studien machen können.
Wenn du also behauptest, das ist nur Leuten mit Geld vorbehalten, so ist da einfach eine Lüge. Da meine Frau aber Lehrerin ist und durch diese Tätigkeit auch Einblick in die " Unterschichten" hatte, kann ich dir sagen , die wollen in den meisten Fällen ihre Kinder gar nicht fördern. Meine Frau hat so manchem massiv zugeredet, ihre Kinder auf höhere Schulen zu schicken, sie wollen es nicht. Vermutlich sind sie mit der II zufrieden. Das ist die Realität. Du musst mal das ND aus der Hand legen und eine anständige Zeitung lesen, dann bist du auch informiert.


edit fähler



Wenn deine Kinder das erlebt haben, Glückwunsch, meine auch. Aber das ist Jahre her, wie du schreibst, bei dir zur DM-Zeit, bei mir DDR-Mark-Zeit.
Du bist ein ganz Überzeugter dieses Systems, das ist unschwer festzustellen. Dann lügen demzufolge alle Medien der BRD, denn genau dort werden
die von mir angesprochenen Verhältnisse dargestellt. Und zwar in den Öffentlich-rechtlichen ! Nicht im Hartz IV-TV !
Deine unverschämten Bemerkungen

Zitat
wollen in den meisten Fällen ihre Kinder gar nicht fördern

, oder

Zitat
Pulle Bier am Hals und RTL


sowie

Zitat
Du musst mal das ND aus der Hand legen und eine anständige Zeitung lesen

möchte ich dich bitten, zukünftig zu unterlassen.
Vielleicht trifft das im Übermaß in der Schule deiner Frau zu, aber bitte nicht pauschalisieren. Womit ich nicht behaupte, das es auch solche Fälle gibt, in denen eine bessere Bildung für nicht notwendig erachtet wird.
Beschäftige dich mal mit dem "Teilhabe"-Paket für Kinder der Frau V.d.Leyen, was extra entworfen und eingeführt wurde, weil es Benachteiligung
beseitigen soll. Also gab/gibt es sie ! Lesen !!

Du scheinst Personen mit anderer Meinung und Lebenserfahrung gern als beschränkt wahrnehmungsfähig darstellen zu wollen, ich glaube eher, du solltest dich mal mit beiden Seiten der Medaille beschäftigen.
Und eins noch : Wenn du Probleme mit anderen Meinungen hast, begegne diesen mit Anstand, auch wenn es schwer fällt.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#50

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 08:03
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #41

Dann sind wir eben unterschiedlicher Meinung, macht nichts.
Aus der Perspektive damaliger Teenager mit ihren überwiegend noch unklaren Feindbildern können solche Enttäuschungen unabhängig vom Verursacher trotzdem prägend sein.
Wenn ich im Zusammenhang mit Problemen auf Hilfe angewiesen wäre, so wären bei deren Lösungsversuchen auch bei mir kaum Lehrer in Frage gekommen.
Unvergessen auch jene kleine Episode aus meiner Lehrzeit, als ich von der Trapo nach einer Unterwegskontrolle in Nordhausen (fast schon Westen)aus dem Zug geholt wurde, weil ich keine schlüssige Begründung für meinen Ausflug hatte, eben nur jene daß ich diese Stadt mal kennenlernen wollte.
Wenige Tage später sprach mich mein Lehrmeister der BBS an, "was ich wieder für eine Scheiße gebaut hätte" und es erst mal mit einem ungläubigen Blick quittierte ("Das kann der nicht wissen !").
Es konnte aber nur das gewesen sein weil ich eigentlich der Klassenbeste war und keine andere Vermutung hatte.
Trotzdem ließ er die Katze nicht aus dem Sack und mich interessieren Katzen und Pokerspiele auch nicht besonders und es kam zu keiner (!) Aussprache, eine wirklich unmögliche Situation, die ich bis heute nicht zu deuten vermag.
Ich fragte, was er denn meinte woraufhin er nur sagte, ich sei "abgebrüht wie Rotz" und "sollte mal darüber nachdenken".
Ich hatte den beiden Trapos kurz vor dem Ausstieg, nachdem sie mich die halbe Strecke meiner Rückfahrt Richtung Osten begleitet hatten noch an den Kopf geworfen, daß so ein Job nichts für mich wäre woraufhin sich einer auch recht abfällig über 12 langweilige Arbeitsstunden auf der Apfelsinenkiste (Rangierlok 106) eines öden Rangierbahnhofs äußerte.
Das waren Tage, die ich lieber schnell wieder vergessen wollte, aber die Thematik hier wühlt das wieder auf, wobei ich sagen muß, daß auch damals schnell wieder der Alltag einzog in die Lehrjahre, die wohl auch deshalb keine Herrenjahre sein sollten.
Man hätte eigentlich jeden Tag Opfer werden können wenn man etwas weniger abgebrüht oder besonnen wäre wie der Hackel des Jahres 1983/84.
Aber vielleicht war ich der Staatsmacht auch zu langweilig, vielleicht war es nur einfache Polizeiwillkür und hatte mit Staatsschutzanliegen gar nichts zu tun, wenngleich die Anspielung auf die nahe Westgrenze von einem der Genossen kam.


Um was gehts nochmal?
Ein Schüler soll mit Hilfe von Lügen und Täuschungen und Verstellung seine Klassenkameraden verraten.Das ist dir schon kar , oder?
Findest du das in Ordnung oder Normal?
Dein Erstaunen über das Wissen deines Lehrmeisters kenne ich auch.Nur war bei mir nach dem zweiten oder dritten Mal der Überraschungseffekt dahin und ich habe mich über nichts mehr gewundert.
In deiner Geschichte mit der Trapo konntest du ja mal bissel anschnüffeln was die DDR noch so parat.


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#51

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 08:34
von Gert | 12.354 Beiträge

@Heckenhaus

die Formulierung, dass du dummes Zeug schreibst nehme ich zurück und entschuldige mich.
Ich reagiere nun mal allergisch auf solche Behauptungen die ich für falsch halte. Ich habe in der DDR der 50er Jahr den politischen Rassismus eines Herrn Ulbricht kennengelernt. Mir wurden alle Bildungswege verbaut nur weil ich die falschen Eltern hatte ( selbstständiger Handwerksmeister )
Ich konnte zwar später durch meine Flucht aus diesem Staat meinen Bildungsstand verbessern, aber aufholen konnte ich das nicht mehr.
Das ist der Hintergrund .


.
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Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.08.2013 11:58 | nach oben springen

#52

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 09:35
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #50
[quote=Hackel39|p278301]
]
Um was gehts nochmal?
Ein Schüler soll mit Hilfe von Lügen und Täuschungen und Verstellung seine Klassenkameraden verraten.Das ist dir schon kar , oder?
Findest du das in Ordnung oder Normal?
Dein Erstaunen über das Wissen deines Lehrmeisters kenne ich auch.Nur war bei mir nach dem zweiten oder dritten Mal der Überraschungseffekt dahin und ich habe mich über nichts mehr gewundert.
In deiner Geschichte mit der Trapo konntest du ja mal bissel anschnüffeln was die DDR noch so parat.



Also mir ging es im Beitrag darum, daß das Gravitationsfeld der DDR nicht ausschließlich von der Stasi bestimmt wurde.
Auch wenn es zunächst nicht zum Thema passend erscheint, so gehört dieser Aspekt doch dazu.
Ich hatte zu keiner Zeit meines Lebens in der DDR wissentlich Kontakt mit der Stasi, nicht als FDJ- Sekretär in der Schule und im Bahnbetriebswerk, nicht als Jugentouristreisender nach Hamburg und auch nicht als Trapo- Opfer im Bummelzug Richtung Westen.
Eine Akte gibt es nicht aber ich hatte im Nachhinein erfahren, daß ich regelmäßig mit IM's zu tun hatte, deshalb möge jeder DDR- Bürger ohne Akte trotzdem die Steine im Glashaus besser liegen lassen.
Warum trotz dieser Schlüsselerlebnisse bis zuletzt kein Bruch mit dem Staat folgte, lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere.
Entscheidend sollte die kollektive Intelligenz sein, darauf hoffte ich bis zum Schluß und angesichts des Reparaturstaus unserer Anstrichdemokratie formieren sich solche Kollektive immer wieder neu mit unbekanntem Ausgang.



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#53

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 10:36
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #48
Zitat von Gert im Beitrag #46
@Jens du hast mein volle Sympathie, allein schon weil mein jüngster Sohn den gleichen Vornamen trägt wie du. Ja, Nazizeit ich habe sie life erlebt, wenn auch nur ein Jahr
Meine Eltern haben aber in der Zeit gelebt und ich habe viel mit ihnen nach dem Krieg darüber gesprochen. Es gab eine Indoktrination, und zwar massiv im Sinne der Nazis. Ich erlebte in der Nachkriegszeit das Gleiche, aber natürlich nicht im nationalsozialistischen Sinne, sondern im sozialistischen Sinne!
Der Thread geht aber in eine andere Richtung. Anhand einer Filmdoku habe ich die Frage gestellt, ist es möglich, dass sich ein Geheimdienst schon an den Schulen des Landes herumtreibt, Schulakten von Minderjährigen ohne jede gesetzliche Grundlage anfordert und bekommt, Schüler als Spitzel anwirbt, Schüler zu moralisch fragwürdigen und ungesetzlichen Handlungen animiert und auch zwingt. Wie ist so etwas möglich? Darum geht es in dem Thread. Die politische Indoktrination war ja schon Standardprogramm an den Schulen, diese Rolle haben die Lehrer übernommen, dazu brauchte es keine Stasi


Lieber Gert, ich kann zwar deine Antipathie gegen die DDR zwar verstehen, aber nicht teilen. Ich habe aber festgestellt (generell), dass Leute mit deiner negativen Einstellung (die dir allemal zusteht, wohlgemerkt) auch dazu neigen, ähnliche Verhaltensweisen bei so genannten „freundlichen" Nationen außer Acht zu lassen.

Bist du dir zum Beispiel dessen Gewahr, dass öffentliche Schulen in den US, die Namen aller Studenten an das US Kriegsministerium weiter reichen müssen, sonst kriegen sie keine weiteren Förderungsmittel? Dass solche Schulen sich nicht weigern können, Rekrutierer der US Army das Abhalten von "Recruiting Days" zu erlauben? Die berühmte "Gehirnwäsche" war und ist nicht auf den Ostblock beschränkt.

MsG


der @Bugsy, immer die unpassendesten Vergleiche parat.
Die Recruiting Days die du hier als Beispiel anführst haben an DDR Schulen permanent stattgefunden, nämlich einmal im so genannten Wehrkundeunterricht und dann
die regelmäßigen Gespräche mit den männlichen Schülern sich zu einem längeren Armeedienst zu verpflichten.
Bei uns wurden die Eltern eingeladen um sich von einem Offizier vom WKK sagen zu lassen wie sie ihre Söhne davon überzeugen sollten länger als 18Monate zu dienen.
Der fragte dann jeden Schüler und die Eltern nach den Gründen für einen ablehnende Entscheidung.Das war ein Geeier damals.
Na und diejenigen die auf EOS wollten hatten sie ja eh am Haken.


Kimble, Gert und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 11:05
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #52
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #50
[quote=Hackel39|p278301]
]
Um was gehts nochmal?
Ein Schüler soll mit Hilfe von Lügen und Täuschungen und Verstellung seine Klassenkameraden verraten.Das ist dir schon kar , oder?
Findest du das in Ordnung oder Normal?
Dein Erstaunen über das Wissen deines Lehrmeisters kenne ich auch.Nur war bei mir nach dem zweiten oder dritten Mal der Überraschungseffekt dahin und ich habe mich über nichts mehr gewundert.
In deiner Geschichte mit der Trapo konntest du ja mal bissel anschnüffeln was die DDR noch so parat.



Also mir ging es im Beitrag darum, daß das Gravitationsfeld der DDR nicht ausschließlich von der Stasi bestimmt wurde.
Auch wenn es zunächst nicht zum Thema passend erscheint, so gehört dieser Aspekt doch dazu.
Ich hatte zu keiner Zeit meines Lebens in der DDR wissentlich Kontakt mit der Stasi, nicht als FDJ- Sekretär in der Schule und im Bahnbetriebswerk, nicht als Jugentouristreisender nach Hamburg und auch nicht als Trapo- Opfer im Bummelzug Richtung Westen.
Eine Akte gibt es nicht aber ich hatte im Nachhinein erfahren, daß ich regelmäßig mit IM's zu tun hatte, deshalb möge jeder DDR- Bürger ohne Akte trotzdem die Steine im Glashaus besser liegen lassen.
Warum trotz dieser Schlüsselerlebnisse bis zuletzt kein Bruch mit dem Staat folgte, lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere.
Entscheidend sollte die kollektive Intelligenz sein, darauf hoffte ich bis zum Schluß und angesichts des Reparaturstaus unserer Anstrichdemokratie formieren sich solche Kollektive immer wieder neu mit unbekanntem Ausgang.





"....lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere."


... und alle anderen auch? Jeder einzelne Mensch? Der Mensch ist so ein komplexes Wesen, so Vieles spielt eine Rolle dabei, was wir sind, wie wir denken und fühlen, was und ob wir verstehen, wie wir interpretieren.....
Eine winzige kleine Stellschraube verändern, und schon ist alles anders.
Es gibt keine Objektivität innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Alles ist subjektiv. Das ist meine Überzeugung.

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werner und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 12:23
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #51
@Heckenhaus

die Formulierung, dass du dummes Zeug schreibst nehme ich zurück und entschuldige mich.
Ich reagiere nun mal allergisch auf solche Behauptungen die ich für falsch halte...........




Angenommen, @ Gert
Die Erfahrungen sind eben verschieden, trotz nicht allzu großem Altersunterschied und dank unterschiedlicher Biografien.
Ich entstamme einer Handwerkerfamilie, nur zur Selbständigkeit führte bei Vatern kein Weg hin kurz nach den Gründungsfeierlichkeiten
der DDR.
Und als es dann -61 eng wurde, blieben wir der Großmütter wegen im Osten. So hat sich trotz gleicher Medien, die uns zumindest über den
Äther zugänglich waren, unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben entwickelt, dazu braucht es keines ND und keiner SED.

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„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 01.08.2013 12:24 | nach oben springen

#56

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 14:41
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #54
Zitat von Hackel39 im Beitrag #52
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #50
[quote=Hackel39|p278301]
]
Um was gehts nochmal?
Ein Schüler soll mit Hilfe von Lügen und Täuschungen und Verstellung seine Klassenkameraden verraten.Das ist dir schon kar , oder?
Findest du das in Ordnung oder Normal?
Dein Erstaunen über das Wissen deines Lehrmeisters kenne ich auch.Nur war bei mir nach dem zweiten oder dritten Mal der Überraschungseffekt dahin und ich habe mich über nichts mehr gewundert.
In deiner Geschichte mit der Trapo konntest du ja mal bissel anschnüffeln was die DDR noch so parat.



Also mir ging es im Beitrag darum, daß das Gravitationsfeld der DDR nicht ausschließlich von der Stasi bestimmt wurde.
Auch wenn es zunächst nicht zum Thema passend erscheint, so gehört dieser Aspekt doch dazu.
Ich hatte zu keiner Zeit meines Lebens in der DDR wissentlich Kontakt mit der Stasi, nicht als FDJ- Sekretär in der Schule und im Bahnbetriebswerk, nicht als Jugentouristreisender nach Hamburg und auch nicht als Trapo- Opfer im Bummelzug Richtung Westen.
Eine Akte gibt es nicht aber ich hatte im Nachhinein erfahren, daß ich regelmäßig mit IM's zu tun hatte, deshalb möge jeder DDR- Bürger ohne Akte trotzdem die Steine im Glashaus besser liegen lassen.
Warum trotz dieser Schlüsselerlebnisse bis zuletzt kein Bruch mit dem Staat folgte, lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere.
Entscheidend sollte die kollektive Intelligenz sein, darauf hoffte ich bis zum Schluß und angesichts des Reparaturstaus unserer Anstrichdemokratie formieren sich solche Kollektive immer wieder neu mit unbekanntem Ausgang.





"....lag an der Definition des subjektiven Faktors und zwar dahingehend, daß nicht nur die Philosophen die Welt unterschiedlich interpretiert haben, sondern wohl auch die Lehrmeister, Parteisekretäre und Stasioffiziere."


... und alle anderen auch? Jeder einzelne Mensch? Der Mensch ist so ein komplexes Wesen, so Vieles spielt eine Rolle dabei, was wir sind, wie wir denken und fühlen, was und ob wir verstehen, wie wir interpretieren.....
Eine winzige kleine Stellschraube verändern, und schon ist alles anders.
Es gibt keine Objektivität innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Alles ist subjektiv. Das ist meine Überzeugung.

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Dem stehen aber gerade in jungen Jahren elementare Grundbedürfnisse entgegen, die da wären

Schutz und Sicherheit

Geborgenheit

Zugehörigkeit

Anerkennung / Wertschätzung

Sehnsucht nach Entfaltung

körperlich Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlaf, Sexualität, ...)

wobei sich im Laufe des Lebens die Wichtung ändert.
Ich picke hier mal die Zugehörigkeit heraus, die gerade im Jugendalter eine entscheidende Bedeutung hat und im Herdentrieb seinen Abschluß findet, mithin eine gefährliche Rückentwicklung ins Tierreich, denn nichts falsches wird dadurch richtig, daß es alle falsch machen, das haben wir im Dritten Reich oder dem Neuen Markt gesehen (Internetblase- Börse).
Die Eingriffe der Stasi in das Schul- und Ausbildungswesen könnten mit der Unberechenbarkeit einer solchen Herde begründet sein, denn nur wenige besitzen das Vermögen bei Zweifeln aus eben dieser Herde auszubrechen, da gibt es nur wenige Chancen, z.B. eine hohe Anerkennung im Kollektiv oder sehr gute Lernerfolge, heute ist das eher die finanzielle Freiheit oder universelles Können gepaart mit den notwendigen Beziehungen aber eine große Masse der Bevölkerung wichtet die Zugehörigkeit höher als die eigene Vernunft oder warum sonst prügeln sich Bayern- Fans mit Borussen ?
Warum sonst meinen alle, daß der Staat o.k. ist, weil irgendwo Milliarden gehortet werden, denen gigantische Schulden gegenüber stehen, aber das nur nebenbei.
Meine Episode mit der Trapo hatte ich damals so verarbeitet zu hoffen, mit solchen Leuten nie wieder etwas zu tun zu bekommen und nicht so zu werden wie die.
Dafür verzichtete ich ab 1984 allerdings auf die Freiheit, nach Nordhausen/ DDR zu reisen, schlimm genug aber für die höherwertigen Ziele in meinem Leben schluckte ich diese Kröte eben, es sollten noch hunderte folgen.
Unabhängig davon freue ich mich, daß Du liebe Barbara wieder dem Forum zugehörig bist.



Jobnomade und Peter42 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 18:01
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich habe die vielen Beiträge in diesem thread nicht gelesen, weil ich mich auf meine Erinnerungen und Wahrnehmungen konzentrieren wollte.

Wenn man als Schüler nach Wiesenburg gekommen ist, spürte man sofort den Hauch von Tradition und Geschichte. Wahrscheinlich noch verstärkt durch das Schloss an sich, das eine 800-jährige Geschichte aufwies.

Im Erdgeschoß in dem ersten Stock befanden sich überwiegend Schul- und Klassenräume, Gemeinschaftsräume, die Küche mit dem Speisesaal. Am beeindruckendsten war die Aula, die sich im Hauptgebäude befand mit dem direkten Zugang zur Terrasse des Schlosses und dem großen Schlosspark. Im Dachgeschoss befanden sich die Internatsräume. Außer für die Neuen der 9. Klasse. Der Schlosshof war unser Schulhof.

Und da sind wir beim Thema. Das Schul – und Internatsleben war fest strukturiert. Vom Wecken um 6 Uhr bis zur Nachtruhe um 22 Uhr. In der Regel hatten wir 6 Stunden Unterricht und der Nachmittag war den Hausaufgaben und dem Selbststudium, das breiten Raum einnahm, gewidmet. Chor, Sport – AG's fanden in den Abendstunden statt. Daneben gab es zahlreiche Ernteeinsätze in den benachbarten LPG's , Arbeitseinsätze um z.B. immer wieder den westlichen Schlosshang zu befestigen usw.. Vom Küchendienst und Brötchenholdienst für die Schule ganz zu schweigen. Natürlich kam auch die Zivilverteidung nicht zu kurz. Richtig ruhig und entspannt war es eigentlich nur Sonntags im Schloss.

Man hat ziemlich schnell begriffen, wenn man diesen Rhythmus nicht annimmt ist man auf verlorenem Posten. Man musste von Anfang an auch Rücksicht nehmen. Die Internatszimmer waren spartanisch ausgestattet – mit Metalldoppelstockbetten, Spinden und normalen Tischen und entsprechend der Zimmerstärke mit Stühlen. Der neue Jahrgang hatte die Zimmer im Schlossflügel, in dem sich auch das Zimmer des Direktors und der Heimleiterin befand. Wahrscheinlich kein Zufall. Es waren auch die größten Zimmer mit einer Belegung von 6 Schülerinnen. Schon alleine das hat diszipliniert. Mit jedem neuen Schuljahr wurden die Zimmer gewechselt und damit auch der Schlossflügel und die Zimmer, die mit jedem Jahr kleiner wurden. Wenn man Glück hatte, hat man sich für das Abitur im Zweier – Zimmer vorbreiten können.

Das entscheidende war das Lehrer- und Heimerzieherkollektiv. Und das war der springende Punkt. Das Austausch muss sehr intensiv gewesen sein, so dass jeder der Mitarbeiter immer informiert war. Der eine Lehrer hat es ernst genommen, der andere meinte nur augenzwinkernd, dass es kein Wunder sei, wenn man mal durchgehangen hat. Und spielte darauf an, dass man ja erst kurz vor Toresschluss wieder im Schloss war. Was ich damit sagen will, es bedurfte keines MfS um die Kontrolle zu haben.

Das das MfS aber im direkten Kontakt zu unserm Schulleiter stehen musste, haben wir unmittelbar erlebt. Im September oder Oktober 1972 bezogen 4 oder 5 Herren die Krankenzimmer im Schloss, die sich neben dem Direktoren und Heimleiterzimmer befanden. Sie sind natürlich aufgefallen und nach 2 Tagen kam die Heimleiterin zu uns und klärte uns auf. Die Herren seien vom Ministerium für Staatssicherheit und seien an der Aufklärung einer Vergewaltigung und Mord im näheren Umkreis beteiligt. Im Dorf wiederum ging das Gerücht um, dass nach einem fahnenflüchtigen sowjetischen Soldaten gesucht wird. War schon alles eigenartig. Doch man war jung und nahm es als Information hin und gut war. Jedenfalls gab es keine nennenswerte Aufregung. Auffällig war nur, wie vertraut unser Schulleiter mit diesen Herren umging. Das konnten aber nur wir dummen Neunklässler erleben, die in eben diesem Flügel ihre Zimmer hatten.

Im nach hinein fragt man sich natürlich, warum das MfS sich ausgerechnet das Schloss als Standort ausgesucht hat, um ihre Ermittlungen zu führen. Zumal sich in unmittelbarer Nähe ein Objekt der Kampfgruppen befand, das bestimmt besser ausgestattet war und von dem man hätte unauffälliger agieren können. Je mehr ich in den letzten Tagen darüber nachdenke, dürfte das aber auch nur ein verstärkter Objektschutz gewesen sein.

Auch wenn man sich der besonderen Kontrolle durch die Heimerzieher bewusst war, so hatte ich nie das Gefühl, dass unter den Schülern es jemanden gab, der im besonderen Auftrag gehandelt hat. Es gab zwar mal die eine oder andere „Petze“ aber das hat die Betreffende nur einmal gemacht. Man konnte dadurch schnell zum Außenseiter werden.

Denn bei aller Kontrolle im Internat, ist auch so einiges durchgegangen. Zum Beispiel die ersten BRAVO haben wir im Schloss gelesen. Ohne disziplinarischen Folgen. Westfernsehen war tabu, aber beim Radio war die Senderwahl kein Problem. Am meisten wundert mich, dass meine Freundschaft zu einem Hamburger nie aufgeflogen ist, von der mindestens 3 andere aus meiner Klasse wussten, weil sie dabei waren, als ich ihn kennen lernte. Spätestens die Heimleiterin hätte mich ansprechen müssen, wenn ich mal wieder Post aus Hamburg bekam. Aber selbst das hatte scheinbar keine Bedeutung.

Ich drehe es seit Tagen hin und her. Die Stasi auf dem Schulhof? IM's im Lehrerzimmer kann ich mir eher vorstellen. Und da komme ich auf die Doku zurück. Dieser Direktor in Wickersdorf liegt mir immer noch im Magen. Er kannte die Schülerin, ihre Stärken und Schwächen, hat zig Beurteilungen während ihrer Wickersdorfer Schulzeit geschrieben, gelesen und unterschrieben, die in die Schülerakte gewandert sind und dann gibt er sie gegen Quittung ohne mit der Wimper zu zucken heraus?

LG von der grenzgaengerin

EDIT ohne mit der Wimper zu zucken


Heckenhaus, Jobnomade und Peter42 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.08.2013 19:10 | nach oben springen

#58

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 19:57
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Ich zieh mir gerade die Doku rein. Da ergab sich gleich die erste Frage, als es um die Schülerakte ging. Da heißt es, jeder Schüler musste regelmäßig "Selbsteinschätzungen" schreiben. Hab gleich mal die mir Zugewiesende gefragt, die meinte nur: "Quatsch!". Mal eine Frage an die älteren User: War das vielleicht in den früheren Jahren, also 50/60/70er so usus? Oder gab es sowas nicht?


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#59

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:11
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #58
Ich zieh mir gerade die Doku rein. Da ergab sich gleich die erste Frage, als es um die Schülerakte ging. Da heißt es, jeder Schüler musste regelmäßig "Selbsteinschätzungen" schreiben. Hab gleich mal die mir Zugewiesende gefragt, die meinte nur: "Quatsch!". Mal eine Frage an die älteren User: War das vielleicht in den früheren Jahren, also 50/60/70er so usus? Oder gab es sowas nicht?


Ich kann mich eine Selbsteinschätzung erinnern. Und zwar war das in der 12. Klasse in Vorbereitung auf das Abitur. Es war aber eher eine Art Zielbeschreibung wo man am Ende des Schuljahres stehen wollte. Wo man selbst noch Potential sah, um seine Leistungen zu verbessern.

Ob diese Selbsteinschätzung in die Schülerakte gewandert ist, weiß ich nicht.

LG von der grenzgaengerin


Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: MfS überwacht, wirbt und manipulierte Kinder und Jugendliche

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2013 20:16
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #59
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #58
Ich zieh mir gerade die Doku rein. Da ergab sich gleich die erste Frage, als es um die Schülerakte ging. Da heißt es, jeder Schüler musste regelmäßig "Selbsteinschätzungen" schreiben. Hab gleich mal die mir Zugewiesende gefragt, die meinte nur: "Quatsch!". Mal eine Frage an die älteren User: War das vielleicht in den früheren Jahren, also 50/60/70er so usus? Oder gab es sowas nicht?


Ich kann mich eine Selbsteinschätzung erinnern. Und zwar war das in der 12. Klasse in Vorbereitung auf das Abitur. Es war aber eher eine Art Zielbeschreibung wo man am Ende des Schuljahres stehen wollte. Wo man selbst noch Potential sah, um seine Leistungen zu verbessern.

Ob diese Selbsteinschätzung in die Schülerakte gewandert ist, weiß ich nicht.

LG von der grenzgaengerin


Gab es das vielleicht nur an der EOS?


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