#41

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 19.03.2014 10:54
von Moskwitschka (gelöscht)
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Diese Meldung von heute passt ganz gut hierein

„Los Angeles Times“ testet Roboterjournalismus

Ein Onlinebericht der „Los Angeles Times“ über das jüngste Erdbeben in Kalifornien ist von einem Computerprogramm verfasst worden. Der Journalist und Programmierer Ken Schwencke hatte für die Zeitung die Software Quakebot entwickelt, die automatisch Eckpunkte aus Mitteilungen der Erdbebenwacht USGS in ein vorgefertigtes Meldungsformular einfügt.

Auch andere Medien experimentieren bereits seit längerem mit automatisch erstellen Meldungen, sogenanntem Roboterjournalismus, meist aber in zahlenlastigen Spezialbereichen wie Sportmeldungen.

Nach dem Erdbeben habe er nur die fertige Meldung prüfen und veröffentlichen müssen, sagte Schwencke dem Onlinedienst Slate. Die Nachricht mit drei Absätzen sei wohl binnen drei Minuten online gewesen.


http://orf.at/stories/2222598/

LG von der Moskwitschka


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#42

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 19.03.2014 21:06
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ja, die Roboter kommen. Lass Dir nur mal mit Google Translate irgendeinen ausländischen Text übersetzen. Das geht augenblicklich, sogar mit chinesisch. Oder im Handy SIRI, das versteht, wenn man sagt, ruf mal Ulrike an. Und die künstliche Intelligenz von heute ist erst der Anfang. So ganz wohl ist mir auch nicht dabei.

Computer haben schon viele einfache Jobs überflüssig gemacht und jetzt geht es immer mehr auch an die besseren. Man gucke sich nur die Banken an.


zuletzt bearbeitet 19.03.2014 21:08 | nach oben springen

#43

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 20.03.2014 10:03
von walli | 17 Beiträge

Um mich mal als etwas jüngere Generation zu Wort zu melden: ich sehe die Sache eher auf 2 Seiten. Einerseits finde ich das Internet mehr als nützlich und muss auch sagen, dass ich es sehr oft nutze und dem auch meinen Job verdanke. Andererseits ist es einfach beängstigend wie man sich in Zeiten von Facebook und Co auseinander gelebt hat. Da werden Freundschaften nur noch virtuell gepflegt usw...
Was Das Internet betrifft und Computer im Allgemeinen sehe ich es nicht so wie ihr. Es werden vielleicht Jobs abgeschafft, aber es entstehen auch neue. Schaut mal hier http://print24.com/de/blog/2014/03/otto-...in-den-webshop/ Da sind sehr viele Leute beschäftigt um die Seite aufzubauen, Produkte, Preise usw. zu aktualisieren usw.


Das Leben bietet uns Brücken, wir müssen sie nur sehen und den Mut haben, sie zu begehen.
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#44

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 20.03.2014 10:38
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #42
Ja, die Roboter kommen. Lass Dir nur mal mit Google Translate irgendeinen ausländischen Text übersetzen. Das geht augenblicklich, sogar mit chinesisch. Oder im Handy SIRI, das versteht, wenn man sagt, ruf mal Ulrike an. Und die künstliche Intelligenz von heute ist erst der Anfang. So ganz wohl ist mir auch nicht dabei.

Computer haben schon viele einfache Jobs überflüssig gemacht und jetzt geht es immer mehr auch an die besseren. Man gucke sich nur die Banken an.


Rot Nur was dabei rauskommt, ist manchmal hanebüchener Unsinn.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#45

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 20.03.2014 11:33
von walli | 17 Beiträge

Das ist wahr. Hier mal einige Beispiele die richtig nach hinten losgegangen sind:http://www.gutefrage.net/frage/welche-lu...-fehler-gibt-es
Ich hab mal eine Mail aus UK bekommen die offensichtlich auch mit dem Translator versucht wurde ins deutsche zu übersetzen. Sicher wollten sie schreiben "Vielen Dank, ich habe das Geschenk bereits erhalten" - raus gekommen ist: "Vielen Dank, das Gift ist bereits in mir"


Das Leben bietet uns Brücken, wir müssen sie nur sehen und den Mut haben, sie zu begehen.
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#46

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 20.03.2014 16:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Und wer vermutet im ersten Anblick des Satzes Der Whisky ist gut, aber das Steak ist vergammelt den Mt 26,41.
Na zumindest kann auf den zweiten Blick gesagt werden, das es sich bei der Vorlage wohl kaum um eine Tyndale-Übersetzung gehandelt haben dürfte. Hier mal dieser Spruch zum Vergleich in der dem Orginal am nächsten kommenden Übersetzung:
The Spirit is ready, but the body is weak.
nach Felix C. Ugwonali, An Outline of Religion ... http://books.google.de/books?id=1pQU2P_553UC&pg=PA78

Nun liegt es mir fern, die Heilige Schrift als unglaubwürdig darzustellen. Aber inwieweit es zu Fehlinterpretationen kommen mag, kann man sehen, wenn man Jungfrau und junge Frau synonym betrachtet bei der Übersetzung. Und nun noch eine zwei Anmerkung zu den Online-Übersetzern, es gibt inzwischen für Jedermann die Möglichkeit andere Übersetzungen vorzuschlagen. Und eine gute Kontrolle ist die Rückübersetzung (am besten mit einem zweiten und dritten Programm), wenn das keine allzugroße Grütze bei rauskommt, na dann sind diese Werkzeuge wie Babelfisch und Co. zumindest nützlich. Und da kostenlos auch ein gern genommener Verbreiter von Addware, falls ein Werkzeug auch offline installiert wird. Eine weitere Möglichkeit an (sprachlich teils sogar recht hochwertige) Übersetzungen zu gelangen bietet Wikipedia, auf der linken Seite werden die Sprachen aufgelistet in welcher der Artikel auch verfügbar ist, für diesen Artikel sind es momentan über 60 Sprachen ...
de.wikipedia.org/wiki/Maschinelle_Übersetzung


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 20.03.2014 16:03 | nach oben springen

#47

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 08:43
von walli | 17 Beiträge

Das große Problem von Übersetzungsmaschinen ist sicherlich auch, dass die einzelnen Sätze nicht im Zusammenhang betrachtet werden. Somit ist eine Übersetzung aus dem gesamten Zusammenhang in einem bestimmten Kontext nicht möglich. Im Deutschen gibt es ja viele Wörter die gleich sind aber unterschiedliche Bedeutungen haben z.B. Bank (Parkbank, Kreditinstitut).


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#48

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 09:45
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

Ich habe ein riesiges Geschenk bekommen vom Leben: Ich bin mit verschiedenen Sprachen aufgewachsen und ich musste (wollte) sie in meinem langen Leben immer parallel benutzen. Deshalb muss ich manchmal lachen, wenn ich automatische Übersetzungen lese.

Ich erlaube mir einen etwas schwarzen Gedanken: Es ist unser aller Glück, dass es zwischen Regierungen und Ländern immer noch Dolmetscher gibt... wir wären wohl alle schon längst gegangen von dieser Welt...

Ich habe zufällig den französischen Film (Welcome to the Land of Ch'tis / Bienvenue chez les Ch'tis) auch in deutscher Sprache gesehen. Eine ausgezeichnete Übersetzung. Manchmal ist das sehr schwierig, wie der Film Clockwise zeigt (Brian Stimpson [John Cleese] im Bahnhof : Right! - Left! - Right!)

Übrigens : Ich sollte nur nur den Texten glauben, welche ich selbst erfunden habe. Aber, wenn ich sie nicht mit einer Sonnenbrille und einem unechten Bart geschrieben habe, sollte ich auch mir misstrauen*

Also: I become (not) a schleimi** oder: Kann ich haben eine Apfelstrudel ?

Stringer49

*Kleine Parodie zu Churchill und Joseph Heller's Catch XXII...
**DER SPIEGEL n° 14, 1994 (ein böses Urteil, denn die Deutschen sind besser in anderen Sprachen als wir ...)


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#49

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 10:04
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Medien sind nirgendwo unabhängig.

Als gelernte DDR-Bürger sollten wir da abgehärtet sein.

Klagen über jetzige Verhältnisse sind m. E. noch immer richtungsbedingt.
D.h. man beklagt sich über die "Gegenseite", blendet aber die eigene aus und glaubt dort sogar die reine Wahrheit zu lesen, nur weil die Äußerungen von anderen Abweichen.

Aber wie gesagt (siehe oben).............

Es stellt sich höchstens die Frage nach dem Grad der Pressefreiheit. Da haben wir und zweifellos verbessert - bei den einzelnen Blättern und auch bei der Breite der erlaubten Meinungen und Einstellungen.
Ideale Zustände wird es nie geben.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 21.03.2014 10:07 | nach oben springen

#50

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 11:03
von Gelöschtes Mitglied
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Dass wir (von wem auch immer veranlasst) gezielt mit Falschmeldungen desinformiert werden, mag ich nicht glauben. Wohl aber, dass uns sehr oft nur Halbwahrheiten serviert werden, die duch das Verschweigen der zweiten Hälfte einen nicht nur leicht manipulativen Charakter haben. Und damit im Ergebnis einer Falschmeldung ziemlich nahe kommen. Davon sind auch die Öffentlich-Rechtlichen betroffen und das ärgert mich maßlos.

Und zum Thema Unabhängigkeit: Wer ist schon wirklich unabhängig und in der Lage, jederzeit frei seine Meinung zu sagen? Beispiel: Der Chef ist ein Vollpfosten, aber die Arbeit gefällt, die Kollegen sind nett und der Verdienst ist OK. Wer würde da schon dem Chef unverblümt seine Meinung sagen? Ich nicht, jedenfalls so lange nicht, wie ich den Job behalten möchte.


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#51

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 12:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Und diese Halbwahrheiten sind deutlich schlimmer wie eine faustdicke Lüge. Diese wäre schnell entlarvt, auch für die thumbe Masse. Aber diese Halb- oder oft auch nur Viertels oder Achtelswahrheiten ... na wie ein nicht nähers Benannter in Bezug auf Propaganda und die Thumbheit der Masse(n) schon mal sagte: "Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden. Dann wird sie geglaubt."
Da möchte ich heute dann eher sagen, beim ersten Mal ist es eine 1/16tel-Wahrheit, dann eine Achtel- und so weiter. Und spätestens nach dem 5. Zitat isses die Wahrheit. So stammt der obige Satz NICHT von Dr. Goebbels, aber das ist heute (in der breiten, thumben Masse) schon gesicherte Wahrheit *nicht_grins*

MAHLZEIT, die Kirchturmuhr bimmelt!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#52

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 12:39
von Gelöschtes Mitglied
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Was mir zusätzlich gewaltig auf den Senkel geht sind die völlig aus dem Zusammenhang gerissenen "1-Satz-Zitate", die teilweise noch nicht mal einen ganzen und vollständigen Satz enthalten. Und die auch gerne und oft zur Stimmungsmache eingesetzt werden.

Hinzu kommt, dass die eigene Recherche aus Kostengründen oft unterbleibt. Das Ergebnis nicht mehr Reportagen, sondern Zitate ohne Quellenangabe, die ein Schreiberling vom anderen abschreibt. Und die auch nur oft genug wiederholt werden müssen, so wie es @94 beschrieben hat, um für bare Münze genommen zu werden.

Und da wir gerade bei Medienschelte und Manipulationen sind, noch ein Punkt, der mich ärgert: Sehr oft werden zufällige Passanten um ihre Meinung zu einem bestimmten politisch aktuellen Thema gebeten. Dass das zufällige Passanten sind, will ich noch glauben. Nicht aber, dass es sich dabei um repräsentative Ausagen handelt. Hier soll offensichtlich versucht werden, einen Beitrag "authentischer" zu gestalten - dass die Redaktion im Hintergrund gezielt die Interviews aussuchen, dürfte ziemlich klar sein. Aber das ist keine Manipulation, nein, wie komme ich bloß auf so was


Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 14:08
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Pitti!

Hier ein etwas älteres, aber dennoch mehr denn je aktuelles Zitat.
Wie heißt es so schön im "Bulletin des Presse- und Informationsdienstes der Bundesregierung" vom 21. 01.1977 :
"Im übrigen ist es ja so , daß in Brüssel genauso wie in Bonn , ... , die Journalisten Gott sei Dank schreiben dürfen , was sie für richtig halten , auch wenn es falsch ist . Sie dürfen sogar etwas schreiben , von dem sie wissen daß es nicht richtig ist . Das soll auch so bleiben."

Professor Herbert Schiller von der California Universität :
Der Meinungspluralismus erweist sich letztlich als eine "..Art Informationsumklammerung ..,
die keine Wahl zuläßt . Man findet kaum unterschiedliche Meinungen zu internationalen und
inneren Ereignissen ." (H.I. Schiller ; "The mind managers" Boston 1973 ,Seite 19)

Wenn ich es nicht besser wüßte , so würde ich sagen : "Das ist doch alles schon einmal da gewesen !!"

Oder sind "gute Konzepte" immer gesellschaftsunabhängig und zeitlos ?"

Schöne Grüße,
Eckhard

Zitat von Pitti53 im Beitrag #36
[
Welche meinst du sind noch seriös?
Früher sah ich solche z.B. als den Spiegel oder Focus...kannste vergessen. Zu bestimmten Themen (z.B. Syrien) steht in beiden fast immer das gleiche..Wie kommt das wohl?
zieht da jemand im Hintergrund die Fäden?


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.03.2014 14:09 | nach oben springen

#54

Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 14:30
von Gelöschtes Mitglied
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Das Märchen vom gutgläubigen Volke und dem „demokratischen“ König


"...und eines nicht all zu fernen Tages, war die Zeit herangekommen, daß der König in einem Teile seines Landes eine Befragung der Menschen durchführen mußte, wie sie mit seinem eingesetzen, dortigen Grafen zufrieden waren.
Er gab seinen Höflingen und Lakaien, sowie den in seinem Königreich sehr, sehr wichtigen Herolden eine reichliche Auswahl von dem sonst so peinlich gehüteten, Gesottenen und Gebratenen, auf daß sie ihn auf seiner Reise ergebenst bejubeln sollten und wohlfeile Dinge über sein Tun laut schreiend und überall schreibend, unter die Leute bringen möchten.

Als er nun denn in das Land eines seiner Grafen kam, so wurden dort gerade die Ergebnisse der Befragung verkündigt und zur allgemeinen Kenntnis gegeben. Als der „demokratische“ König jedoch das Ergebnis vernahm, so zürnte er dem Volke sehr und ward gar bitter böse. "Wie könnt ihr nur so undankbar sein," rief er dem verdutzten Volke zu.

„Alles habe ich mir entsagt und euch gegeben:
Weniger Arbeitsplätze, damit ihr nicht mehr so hart arbeiten sollet, den Alten habe ich die Last des schweren Geldbeutels genommen, einen gar bitter bösen weit entfernten Nachbarn den ihr garnicht kennt, habe ich für euch geschlagen bzw. schlagen lassen, damit er nicht mehr gegen mich und hauptsächlich andere königliche Hoheiten aufbegehrt und etwas Eigenes in seinem Lande wolle, eure Zukunft ist in der strahlendsten Glorie sehr weit entfernt am Horizont zu sehen und ihr dankt es mir, in dem ihr mir und meinem Grafen unangenehme Fragen stellt und mir somit die bedingungslose Gefolgschaft aufkündigt ?
Was glaubt ihr denn zu sein?
Ihr nutzloses, dummes Gesindel. Die "veröffentlichte Meinung"; von den Herolden verkündigt; über unser hochlöblichstes Tun, nun so schmählich zu ignorieren?! "

So tat er`s und ging gar hart mit dem Volke in`s Gericht und beschimpfte es gar übel. Sie sollen doch daran denken, daß es nur Scharlatane sein können, die seiner königlichen Hoheit widerstreben.
Sie seien nicht würdig an der Tafel des Königs zu speisen, der seine Loyalität als „demokratischer König“, schon anderen Herren so wohlfeil angedient hatte. Sprachs und ging wilde Beschimpfungen in den königlichen Bart brummelnd, ins Schloß des Grafen.

Dort resümierte bereits der Graf über die Dummheit und Einfältigkeit des Volkes und daß man darauf ja nichts geben müsse, denn das Schloß gehöre ja noch immer ihm.
In den nächsten Jahren würde es so eine ungehörige Befragung nicht mehr geben, deshalb müsse man sich nicht mehr sorgen.

Und die wenigen Scharlatane, mit ihren pöbelhaften Forderungen, würde man in ein ganz entferntes Zimmer einquartieren, bzw. die anderen Willigen an der Tafel sitzen lassen und sie mit Gesottenem und Gebratenem für sich gefügig machen.
Dies verkündigte er sichtlich zufrieden, unter aufkommendem Jubel der geladenen Herolde, Höflinge und Lakaien.

Als der König das Schloß betrat, so war sein Ärger noch nicht verflogen und so beeilten sich die Höflinge und Lakaien samt derer des Grafen, sich gar eifrigst und ergeben in Bücklingen zu gefallen.

Einer kroch tiefer als der Andere. Das beruhigte das aufgeschäumte Gemüt des Königs doch etwas, so daß er sich dazu herab ließ, eine Rede an das ihm wohlgesonnene, geladene Volk zu beginnen. So pries er dann gar ausschweifend die wohlfeilen Gefälligkeiten der Herolde, der Lakaien und der restlichen versammelten Bücklingsschaft, die ihm so „unabhängig“ zu Diensten sei .

Draußen indes fragten sich einige einfältige Gemüter unter dem Volke:
Warum beschimpft dieser König uns auf das Unhöflichste?
Warum hat er vergessen wessen Brot er ißt?
Weshalb fragt er nicht nach den Grund unseres Unwillen, den wir zum Ausdruck brachten?
Wie kommt er dazu, sich mit den Höflingen und Lakaien über uns so schäbig lustig zu machen?
Warum hat er das Geld aus unserer Hände Arbeit, den fremden Söldnern und deren Herren hingeworfen, um andere Völker zu knechten?
Warum hat er seine Versprechen die er dem Volke gab, nicht erfüllt?
Warum stiehlt er den Alten den Geldbeutel und den Jungen die Sparstrümpfe und stopft damit die Löcher in den Kassen anderer Könige?
Warum bezeichnet er uns als dumm, wenn wir seinen Worten solange nicht mehr glauben, bis er die versprochenen Taten zeigt?

So dachte das beschimpfte Volk und fing an einen Groll gegen solcherlei Dinge zu hegen. Aber als man das in der Lakaienschaft und unter den Herolden vernahm, rief man sofort, die widerspenstigen Fragenden seien Aussätzige und man dürfe sich von ihnen ja nicht anstecken lassen!

Darauf hin ließen die Gutgläubigen des Volkes einen großen Abstand zwischen sich und den Widerspenstigen, so daß sie nur noch das üble Geschrei der Herolde hörten und die Wahrheit der Widerspenstigen und Fragenden nicht mehr vernahmen.

Im Schloß indes, feierte man sich selbst und lachte über die Einfältigen vor den Toren, die sich immer noch in nutzlosen Gesprächen übten.
Aus einem anderen Königreich, das seit Jahren große Geschenke von diesem König erhielt, kam zwischenzeitlich ein Herold und versicherte die Zufriedenheit seines Volkes, über die Umgangsformen des „demokratischen“ Königs mit seinem, diesem Volke.

"Recht so", sagte der Herold des anderen Volkes. "Man darf diesem Volke nicht zubilligen, daß es dumme Fragen stellt. Womöglich kommt es noch auf die Idee die Geschenklieferungen einzustellen.
Das wäre um so schlimmer, als man jetzt noch für lange zurück liegende, zu kleine Geschenke, Nachforderungen zu stellen gedenke", richtete der Herold dem versammelten, „unabhängig“ erleuchteten Publikum aus.

Dieses fing sogleich zu applaudieren an und begann lauthals darüber nach zu denken, wie man dem Volke diese Notwendigkeit alsbald als dringend überfällig und für das eigene Wohlbefinden wichtig und unerläßlich, schmackhaft machen müße!

Und wenn es nicht gleich folgen will, so müsse man dem Volke eben so lange sagen, daß seine Vorfahren sämtlichst Verbrecher waren und sie ja nicht vergessen sollen, sich richtig doll zu schämen. Am besten prophylaktisch für alles und jedes. Und vor allem materiell wirksam! Dann würde es schon den Kopf einziehen und recht folgsam sein !

Und so vergingen die Abende auf dem Schloß in trauter Einigkeit der Lakaien und der Obrigkeit. Und wenn das Volk gar zu laut murren würde, so würde man die Herolde mit ein paar kleinen Brocken vom Tafeltisch unters Volk senden, um ihm dann lautstark zu sagen, was das Volk eigentlich wollen würde. Es wüßte das wohl nur noch nicht!

Und die paar bösen Widerspenstigen, die sich immer noch nicht unterdrücken lassen wollen und trotzdem die Taten der Ausnutzer des Volkes zur Rede stellten, denen würde man allerlei Lügen andichten, ihre Umgebung gegen sie mit üblen Beschuldigungen aufbringen, um sie dann alsbald aus der königlichen Öffentlichkeit zu entfernen .

Und wenn ein kluger Teil des Volkes dann plötzlich merken würde, daß der König und seine Lakaien wieder einmal gelogen haben, so wäre es schon von vielen vergessen worden und die Widerspenstigen könnten nichts mehr erwidern, da sie ja schon als Aussätzige verrufen waren !

Der Graf jedoch sagte allen Herolden, auch dem des anderen Königreiches und den sonstigen Bücklingen, daß er auch in Zukunft bei anderen Befragungen in seinem Königreich, einen Dreck auf des Volkes Meinung geben würde .
Nur sollten die Herolde ihr Möglichstes tun, um den Gutgläubigen im Volke dieses nicht so deutlich darzubieten.

Und die Widerspenstigen sollten sie unbedingt weiter als Aussätzige zu verleumden! Dann würde sich niemand mit ihnen abgeben und die königliche Tafel wäre weiter so ungestört!
Selbiges wurde eiligst von den Anwesenden Lakaien, Herolden und Bücklingen bejubelt.

Und man schmatzte zusammen weiter an der üppigen Tafel und belachte im Schloß lauthals das einfältige Volk da draußen."


(©) Eckhard

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #1
....Versucht man es heute wieder ?


zuletzt bearbeitet 21.03.2014 17:47 | nach oben springen

#55

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 14:32
von schnatterinchen (gelöscht)
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Immer weniger Leute lesen Zeitung, die Menschen zappen im Fernsehn weg wenn es zu langatmig wird.
Journalisten schlagen sich als so genannte Freelancer durch. Da wundert es nicht , das es immer weniger gut recherchierte Beiträge gibt.
Da wird dann eben einfach abgeschrieben und die Meinung übernommen und schon schwadroniert man von den Fäden die im Hintergrund gezogen werden.


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#56

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 14:48
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Dandelion!

Zu DDR Zeiten durfte man zum Chef sagen, daß er ein fachlicher Depp ist.
Und man kam hinter Gittern, wenn man Honecker als Depp bezeichnete.

Heute kann man "das Merkel" und Co. überall als das bezeichnen, was sie sind.
Es interessiert keinen Medienvertreter. Denn DER will ja seinem Chef nicht sagen, daß deren Zeitung Mist schreibt, weil er dann ganz schnell am virtuellen Hungertuche nagen würde.

Und glauben kann jeder was er mag. Nur darf er am Ende nicht sagen: Das habe ich ja nicht gewußt.

Schöne Grüße,
Eckhard




Zitat von Dandelion im Beitrag #50
Dass wir (von wem auch immer veranlasst) gezielt mit Falschmeldungen desinformiert werden, mag ich nicht glauben. ....


zuletzt bearbeitet 22.03.2014 10:30 | nach oben springen

#57

RE: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 16:14
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Grenzwolf!

Naja, gerade diese Medien (hier oben NDR-Info) sind im "Ernstfall" die gefährlichsten Desinformationsverbreiter.
Das haben ich zu Zeiten der Vorbereitung und Durchführung des Irakkrieges, des Afghanistankrieges und auch heute in der Ukraineberichterstattung sehen müssen.
Lalla Sender müsen sich nicht den Anstrich von seriöser Info geben. Die Konsumenten dort bemerkten nicht einmal daß dort zwischen der Lalla mal Nachrichten sind, oder zappen zur nächsten Lalla-Quelle.

Diese "Informationssender" jedoch sprechen gezielt Informationssuchende an. Und potenzieren somit die Desinformation enorm!
Denn das Wichtigste an einer Information ist, wie deren Realitätsnähe impliziert wird!
Das Image der Nachrichtenquelle ist entscheidet, für deren scheinbare Glaubwürdigkeit und deren Verbreitung.
Das beste Beispiel sind die Adolftagebücher!

Und DAS aussagekräftigste Beispiel von staatstragender Lügenverbreitung ist der "Sebnitzfall". Man kannte schon die 50 Mörder, die auf dem ertrunkenen Kind der geistesgestörten Dame herumgehüpft sind, bevor ein Kriminalbeamter überhaupt aus seinem Büro kommen konnte!
(im Netz finde ich kein passenderes "Bild"-Bild)

Egal um welchen Inhalt es geht, aber GENAU SO wird die Medienlandschaft eingesetzt, wenn es laufen soll wie geplant!


Schöne Grüße,
Eckhard


Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #12
..... DLF oder MDR-Info ....
Dort werden zu Themen auch gute Hintergrundinfos gegeben.


zuletzt bearbeitet 22.03.2014 10:36 | nach oben springen

#58

Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 17:06
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Mal was Grundsätzliches:

Was mich immer stört, sind Redereien von "der tumben Masse" oder dergleichen.
Das impliziert, daß der Redner sich als Teil einer geistigen Elite wähnt.

Im selben Kreis hören wir dann, daß in der DDR bis zuletzt geglaubt wurde und man bezweifelt sogar, daß Andere in der Lage waren, sich beizeiten von den damaligen Vorgaben zu lösen.

Das paßt nicht zusammen.

Ist schon jemand einem gläubigen Bildzeitungsleser begegnet?
Tatsächlich scheint die Mehrheit dem Blatt kritisch gegenüberzustehen.

Mißtrauen und Distanz allenthalben, zu den Medien und der Politik.

Sicherlich lest auch ihr die vielen Leserbriefe in anderen Tageszeitungen und registriert die Wortmeldungen (per Telefon oder Chat) der Bürger in Fernsehdiskussionen.
Da hört man nicht weniger kritische und ganz verschiedene Stimmen wie hier.

Dabei gibt es durchaus positive Seiten:
Gerade Politikmagazine recherchieren und thematisieren Mißstände in unserer Republik. Da wird sogar "nachgehakt".
Daß diese Journalisten nicht selten behindert werden oder ihre brisante Enthüllungen keine Änderungen bewirken und sie trotzdem weitermachen, ehrt sie eher.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 21.03.2014 17:45 | nach oben springen

#59

Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 17:28
von ABV | 4.202 Beiträge

Es gibt bei uns einige Zeitungen, die ich für sehr glaubwürdig halte. Ich bin zum Beispiel seit 1990 regelmäßiger Spiegel-Leser. Für mich ein meist sehr sachliches, informatives Blatt!
Was mich aber immer wieder erschüttert, wie in manchen Gazetten durch Übertreibungen und falschen Darstellungen, immer wieder Tatsachen verdreht werden. Oder Verbrecher zu Helden stilisiert werden.
Einen Fall kann ich aus eigenem Erleben beisteuern:
Während meiner Dienstzeit in der Polizeiwache Strausberg bekam ich des Öfteren mit einem gewissen Sven A. zu tun. A. galt in seinem Heimatort Rüdersdorf als brutaler und gefürchteter Schläger. Der, vor allem unter Alkohol oder Drogeneinfluss, enorme Körperkräfte entwickelte.
Um das Jahr 2000 kam es in Rüdersdorf und Umgebung zu einer Serie brutaler Überfälle auf Tankstellen und Verkaufsstellen. Als einer der Haupttäter konnte besagter Sven A. schon bald von der Kriminalpolizei ermittelt werden. Im weiteren Verlauf wurde A. zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Bereits kurz nach dem Haftantritt kam es zu einer folgenschweren Panne. Im selben Trakt gab es noch einen Sven A. Der hatte seine Haftstrafe jedoch abgesessen und sollte entlassen werden. Durch eine unglaubliche Trottelei eines JVA-Bediensteten, wurde jedoch dem falsche Sven A. die Gefängnistore geöffnet. Der Kerl erwies sich als schlau genug, den JVA-Beamten nicht auf den Irrtum hinzuweisen. Als dieser den Fehler bemerkte, war A. längst untergetaucht.
Natürlich stürzten sich die Medien anschließend auf den mehr als peinlichen Vorfall! Wer so dämlich ist, muss auch mit dem Spott leben.
Aber das eine gewisse " Vier-Buchstaben-Postille" aus dem brutalen Verbrecher Sven A., " einen sympathischen jungen Mann machte", ihn sogar als " Robin Hood von Brandenburg" , dem die Bevölkerung die Daumen drückte, titulierte, war dann für mich doch "starker Tobak".
Damals hatte ich mir gewünscht, dass der Schreiberling einmal dem echten Sven A. gegenübersteht. Am besten noch, wenn dieser einmal mehr " stoned bis unter die Haarwurzeln ist." Ob er ihn dann immer noch sympathisch findet? Oder mit Robin Hood vergleicht? Wohl kaum!

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Heckenhaus, LO-Wahnsinn und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.03.2014 17:45 | nach oben springen

#60

Re: Wie glaubwürdig und unabhängig sind unsere Medien ?

in Themen vom Tage 21.03.2014 17:33
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #58
Mal was Grundsätzliches:

Was mich immer stört, sind Redereien von "der tumben Masse" oder dergleichen.
Das impliziert, daß der Redner sich als Teil einer geistigen Elite wähnt.



Das halte ich für Quatsch, man muß sich nicht zur "geistigen Elite", ebenfalls eine Modewort-Kreation, zählen, um nicht zur
tumben Masse ( dumm, einfältig, töricht, http://de.wiktionary.org/wiki/tumb), zu zählen. Zur tumben Masse zähle ich all diejenigen,
die nach vielen Jahren nicht den Namen der Kanzlerin wissen, die Hartz IV-TV für Dokumentarsendungen halten, und auch die-
jenigen, die alltäglich ohne ihre Bild nicht überleben können, es fehlt die billige Bilder-Zeitung, der Muntermacher der Nation,
Sport, Klatsch und Tratsch, Werbung und ein klein wenig Information, oft noch fehlerhaft.
(Ich habe vor Jahren bei einem Kollegen im Bus in seine Bild geschaut, daher meine Kenntnisse)
Über Qualität muß man nicht streiten, da hat nun mal jeder seine eigene Einstellung. Ich kaufte sie nicht. Eher mal die Morgenpost oder die TAZ.

Ich gehe aber mal davon aus, das die wenigsten Bild-Leser sich in ihrer Freizeit in Foren rumtreiben, zumindest nicht in solchen, die eventuell noch
Anspruch an eine gewisse Intelligenz erfordern. Über Gartenblumen und Sternenkunde kann fast jeder lamentieren, substanzhaltige Politik-Diskussion
ist lediglich mit Bild-Informationen nicht möglich.
Das impliziert nicht, zur sogenannten geistigen Elite zu zählen, sondern lediglich, das man sich auch und sogar in der Freizeit Gedanken macht.
Gedanken um das Leben, um Politik, um die Zukunft. Und nicht nur mit Kurzinformationen und Feierabendbier vor dem TV liegt und sich "Köln xyz" oder
"wo gibts den schönsten..." reinzieht.
Das TV hat ab und an mehr zu bieten, vorzugsweise in den Dritten sowie in-plus,-neo usw.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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