#21

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 01:07
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #20
Schade, dass Du den link nicht rein gestellt hat.

Vielleicht sind andere Entwicklungen besser als Gradmesser des Zustandes einer Gesellschaft geeignet. So hab ich z.B. ganz weit im Hinterkopf die gestiegene Zahl von Herzinfarkten. Das ist jetzt ganz schnell ins Unreine geschrieben zu später Stunde.

Schau doch mal, ob Du da was findest.

LG von der grenzgaengerin






Ich stelle prinzipiell keine Links ein. Leider kann man ohne es zu ahnen damit auf das "Mäulchen" fallen. Lt. Rechtssprechung kann man eine Abmahnung erhalten, wenn man zu einer Seite verlinkt, die gegen Urheberrecht verstößt. Das ist eine ganz üble Falle und als ehemaliger DDR-Bürger (sprich durch die Willkür der Diktatur) geschädigt, vermeide ich solche Fallen....


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#22

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 01:12
von ddr-bürger (gelöscht)
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Mir fällt nur ein das ich gelesen habe- Herzkreislauf Erkrankungen und psych. Erkrankungen haben den größten Anteil an den Statistiken.

Für heute Abend, genug. Muß erst meinen "Irrtum" verdauen, jedoch "allein ich höre die Worte, doch mir fehlt der Glaube" (Zitat von wem?)


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#23

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 05:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10

Depression kann jeden erfassen, ob arm oder reich.
Ist eine Krankheit.
Bei gewissen Themen sollte der Klassenkampf aussen vor bleiben.



Absolut richtig! Eine Suizidrate als Maßstab für eine gute oder weniger gute Gesellschaftsform zu nehmen empfinde ich als ziemlich daneben. Das könnte man nur dann machen, wenn man die Hintergründe jedes einzelnen Suizids kennt. Und nur dann könnte man Rückschlüsse ziehen.

Das Problem der vermehrten psychosomatischen Krankheiten (Burnout als medial prägnantestes Beispiel) hat weniger mit der Gesellschaftsform zu tun. Es ist einfach die Zeit in der wir leben. Unsere hirninterne Festplatte ist schlicht überfordert. Die einen können das kompensieren und „stecken das weg“. Andere sind überfordert und landen im besten Fall auf der Couch – im schlimmsten Fall vor einem Zug. Klingt hart, es ist aber so.

Unsere Kliniken die sich mit psychosomatischen Krankheiten befassen sind voll. Firmen investieren inzwischen richtig Geld um externe Berater zu engagieren, die den Mitarbeitern einen gesunden Umgang mit der Fülle an Informationen beibringen sollen. Selbst die Regierung steuert nach und vergibt Gutscheine für 80% der Kosten eines externen Coaches. Die Kosten, der psychosomatisch bedingten Krankentage, sind inzwischen extrem hoch.

Kapitalismus = Leistungsgesellschaft, das stimmt so und könnte ein Grund sein. Könnte. Die Leute vor 100 Jahren haben teilweise noch härter und länger gearbeitet und Burnout kannten sie nicht. Woran liegt das? Vor 100 Jahren musste die hirninterne Festplatte eben nicht am Anschlag arbeiten. Heute muss sie das.

Und weil zwischen der DDR und dem Jetzt zwei Jahrzehnte liegen, kann man die Suizidraten nicht vergleichen. Das wären Äpfel und Birnen...


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#24

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 07:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #3
Schlimm dabei,wenn andere noch mitgenommen bzw. in Mitleidenschaft gezogen werden wie Lok-/Zugführer oder unschuldige Verkehrsteilnehmer beim Suizid.Da fehlt mir jedes Verständnis in diesen Punkten!


Das machen eher die wenigsten Suizidanten.


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#25

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 07:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #15

Habe aber mal gehört zu Lebzeiten hat die DDR eine im internationalen Vergleich hohe Suizidrate gehabt. Man nannte es das Mauersyndrom.


Wegen der Mauer haben besonders viele Menschen Suizid begangen? Hola? Wo hast Du denn das gehört? An einem CDU-Stammtisch oder was?


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#26

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 07:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #21

Ich stelle prinzipiell keine Links ein. Leider kann man ohne es zu ahnen damit auf das "Mäulchen" fallen. Lt. Rechtssprechung kann man eine Abmahnung erhalten, wenn man zu einer Seite verlinkt, die gegen Urheberrecht verstößt. Das ist eine ganz üble Falle und als ehemaliger DDR-Bürger (sprich durch die Willkür der Diktatur) geschädigt, vermeide ich solche Fallen....


Wenn Du das richtig machst, also unter oder ueber dem Link einen Hinweis auf die Herkunft und/oder auf den urheber machst, ist das völlig erlaubt.


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#27

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 07:37
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von g.s.26 im Beitrag #23
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10

Depression kann jeden erfassen, ob arm oder reich.
Ist eine Krankheit.
Bei gewissen Themen sollte der Klassenkampf aussen vor bleiben.



Absolut richtig! Eine Suizidrate als Maßstab für eine gute oder weniger gute Gesellschaftsform zu nehmen empfinde ich als ziemlich daneben. Das könnte man nur dann machen, wenn man die Hintergründe jedes einzelnen Suizids kennt. Und nur dann könnte man Rückschlüsse ziehen.

Das Problem der vermehrten psychosomatischen Krankheiten (Burnout als medial prägnantestes Beispiel) hat weniger mit der Gesellschaftsform zu tun. Es ist einfach die Zeit in der wir leben. Unsere hirninterne Festplatte ist schlicht überfordert. Die einen können das kompensieren und „stecken das weg“. Andere sind überfordert und landen im besten Fall auf der Couch – im schlimmsten Fall vor einem Zug. Klingt hart, es ist aber so.

Unsere Kliniken die sich mit psychosomatischen Krankheiten befassen sind voll. Firmen investieren inzwischen richtig Geld um externe Berater zu engagieren, die den Mitarbeitern einen gesunden Umgang mit der Fülle an Informationen beibringen sollen. Selbst die Regierung steuert nach und vergibt Gutscheine für 80% der Kosten eines externen Coaches. Die Kosten, der psychosomatisch bedingten Krankentage, sind inzwischen extrem hoch.

Kapitalismus = Leistungsgesellschaft, das stimmt so und könnte ein Grund sein. Könnte. Die Leute vor 100 Jahren haben teilweise noch härter und länger gearbeitet und Burnout kannten sie nicht. Woran liegt das? Vor 100 Jahren musste die hirninterne Festplatte eben nicht am Anschlag arbeiten. Heute muss sie das.

Und weil zwischen der DDR und dem Jetzt zwei Jahrzehnte liegen, kann man die Suizidraten nicht vergleichen. Das wären Äpfel und Birnen...



Es liegt sehr wohl an den Umgebungsvariablen und somit auch an der Gesellschaftsform. In der BRD gab es bis 1990 einen recht zivilen sozialen Kapitalismus. Heute gibt es in der vergrößerten BRD einen Turbo-Kapitalismus.
Nun ist es entschiedent, wer bzw. welcher Fall als Suizit betrachtet wird bzw. was von der Umgebung des Suizitanten als Auslöser für eben dessen Suizit betrachtet wird. In meinem Ort beispielsweise gibt es keine Berichterstattung, wenn es ein Suizit war. Allerdings kann man durchaus Sachen erfahren, die nicht in der Tageszeitung stehen. Und da wirds dann doch heftig. Also Suizide gibts hier gehäuft kurz nach der politischen Wende (Arbeitsplatz- und Lebensgrundlageverlust) und gehäufter wieder so ab 2005.

Und hier zitiere ich mich selbst: Eine Ehe geht kaputt, die Lebensgrundlage Arbeitsplatz geht auch Futsch. Es erfolgt ein Suizit. Als Ursache könnte man sowohl Eheprobleme als auch Arbeitsprobleme annehmen. Man koennte natürlich auch die Gesellschaft und ihr System belasten. Und so kann man Statistiken auch verschönern.

Eines ist klar, rein theoretisch hat man heute sehr viele Möglichkeiten, sich als Mensch zu entfalten. Rein praktisch sieht das dann ganz anders aus. Hinter der meist lächelnden Fassade sieht die Welt nämlich anders aus: eiskalt.


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#28

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 08:17
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von EMW im Beitrag #24
Zitat von Vogtländer im Beitrag #3
Schlimm dabei,wenn andere noch mitgenommen bzw. in Mitleidenschaft gezogen werden wie Lok-/Zugführer oder unschuldige Verkehrsteilnehmer beim Suizid.Da fehlt mir jedes Verständnis in diesen Punkten!


Das machen eher die wenigsten Suizidanten.



Das stimmt zwar, nur etwa fünf Prozent
http://link.springer.com/article/10.1007...50050098#page-1
Da viele Personen betroffen sind, berichtet die Presse davon. Und sie sind wegen des "Werther-Effektes" heikel
http://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc...bstmord-werther
http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch...n-12207708.html
Warum die Suizidrate in der DDR so hoch war, wird unter den Forschern diskutiert.
http://public.beuth-hochschule.de/~kred/...zidrate_DDR.pdf
http://www.aerzteblatt.de/archiv/74034/S...rlorenem-Posten
Theo


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#29

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 08:19
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #3
Die Zahlen in meiner Region kenne ich nicht.
Das Leben ist allgemein härter geworden und so mansch einer is so verzweifelt,sei es aus finanzielen,familiären oder gesundheitlichen Gründen,das er keinen anderen Ausweg sieht


Hallo,
stimmt das mit "härter geworden"? Das Thema Arbeitslosigkeit aus abgewickelten VEB- und Kombinatsbetrieben ist doch schon längst durch.
Jetzt gilt dooch weit überwiegend "selbst sich das Leben härter gemacht", ich denke da an die vielen Scheidungen und "arme Alleinerziehenden", ebenos an die Drogen-, Medikamenten- und Alkoholkarrieren, zum Teil erst ermöglicht durch höhere Sozialleistungen.

Scheidungen konnte man sich früher nicht so recht leisten, also Kompromisse betreff Anforderungen an den Partner und dann OHNE Dauerzoff miteinander leben, den Spatz in der Hand statt ........

Ess ist meiner Meinung nach ein WERBEARGUMENT der Scheidungs- und Sozialhilfeberatungsindustrie in eigener Sache daß die Alternative zur Trennung Dauerhölle wäre, der lebensbejahende Kompromiß samt realistischem Runterschrauben von emotionalen Ansprüchen geht auch.



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#30

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 09:29
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #12
Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #11
Ich denke, diese Thematik ist noch immer in einer gewissen lautlosen Grauzone. Wer spricht schon gern darüber?
Aber die Lebensbedingungen, ich unterscheide nicht zwischen Ost und West, haben sich verschärft, der Ton, der Umgang miteinander ist rauher geworen.

Was mir persönlich auffällt, die sogenannten Familiendramen nehmen zu, darüber wird dann ja auch oft berichtet.
Wenn sich Ehepaare, zudem noch mit Kind/ Kindern trennen, wird es oft eng.

Unterhalt ( auch Trennungsunterhalt ) im Regelfall für die Frau, für die Kinder natürlich auch.

Dann gibt es oft Streit um das ( noch nicht abgezahlte ) Haus und den geregelten Umgang mit Kind/ Kindern.

Vielleicht verlieren dann gerade die Männer oft die Nerven. Eine Partnerschaft kann scheitern, aber die Elternschaft bleibt ein ganzes Leben bestehen, man kann sich auch fair trennen und so Suizide verhindern.

Ein letztes Wort dazu, das frühere DDR- Recht kannte gar keinen Unterhalt für den früheren Partner, den Kindeunterhalt gab es wohl.
Okay, die DDR- Frauen waren sehr selbstbewusst und fast alle voll berufstätig.

Hat sich in diesem Fall nicht die Gesetzgebung für Männer im vereinten Deutschland verschlechtert?? ( Stichwort Alimentenkabel, sorry f. d. Ausdruck )

Gute Nacht sagt/schreibt Wossi


rot mark-
das war das Männerschlaraffenland!

Blaumark ganz sicher nicht. es war (aus meiner Sicht)die logische Konsequenz der (rechtlich gesehenen absoluten) Gleichstellung von Mann und Frau in diesem gesellschaftlichem System (da sind wir hier meilenweit entfernt ...,einhergehend mit den verfassungsmäßig garantierten Rechten und Pflichten eines garantierten Arbeitsplatzes.(da sind wir hier meilenweit entfernt)
(Bitte jetzt keine (weiteren) Diskussionen über den geschichtlichen Verlaufweil: eigentlich ist diese Antwortschon sehr OT)

zu den Suiziden: ich denke (erstmal) das viele Aktive in diesem Forum, welche die DDR (mit-) erlebt haben seinerzeit relativ jung waren. Suizide waren da nicht unbedingt das alltägliche Thema (war zumindet bei mir so),
Ich kann mich zB. nur an einen Fall erinnern: der war auch noch in "unserem" Haus (Platte), da hat sich ein Vater einer Mitschülerin - per Kopf in den Backofen- das Leben genommen. Während das (so erinnerlich) für alle Erwachsenen lange ein Diskusionspunkt war( uns wurde wieder mal die Gefährlichkeit und der Umgang von/ mit Stadtgas nahe gebracht) ging für uns Kinder das "normale" Leben schnell weiter
Mit zunehmenen Alter ändern sich dann aber die Sichtweisen über die Dinge. Rein gefühlstechnisch bin ich überzeugt, das die Suizide in der heutigen Zeit und hieseigen Gesellschaftsordnung (deutlich) zugenommen haben.

@Grenzwolf62: die gesellschaftlichen Umstände/ Bedingungen kann man - auch oder gerade bei diesem Thema Suizid keinesfalls mal so eben außen vor lassen...


Gruß Axel
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#31

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 09:37
von Wossi EK 83 1 | 59 Beiträge

Im Rahmen der Diskusion in unserem Forum verweise ich auf den schon erwähnten " Werthereffekt" ( frei nach J.W. von Goethe ).

Wenn ein Suizid erfolgreich verlaufen ist, vielleicht noch an exponierter Stelle ( Brücke...) ist ein gewisser Nachahmungseefekt wissenschaftlich belegt.

Was bei dem/ der geklappt hat, den/ die ich sogar noch kannte, ist vielleicht der letzte Anstoss zur eigenen Tat.

Eine etwas andere Richtung in der Diskussion stosse ich jetzt an. Der Freitod im hohen Alter eine Frage des Geldbeutels???

Diese Frage habe ich mir gestellt, als in den Nachrichten im September 2010 der Tod vom Topmanager v. Brauchitsch Thema war.

Zufällig (?) war auch seine betagte Ehefrau am selben Tag verstorben. Später kam heraus, die Hilfsorganisation " Exit " in der Schweiz hat geholfen, natürlich gegen entsprechende Zahlung. So war es sicher ein gewollter, schmerzfreier und würdevoller Tod in gemütlicher Atmosphäre in der schönen Stadt Zürich.

Mit Hartz 4 kann man sich diesen Tod nicht erkaufen, oder?


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#32

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 09:52
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #31
Im Rahmen der Diskusion in unserem Forum verweise ich auf den schon erwähnten " Werthereffekt" ( frei nach J.W. von Goethe ).

Wenn ein Suizid erfolgreich verlaufen ist, vielleicht noch an exponierter Stelle ( Brücke...) ist ein gewisser Nachahmungseefekt wissenschaftlich belegt.

Was bei dem/ der geklappt hat, den/ die ich sogar noch kannte, ist vielleicht der letzte Anstoss zur eigenen Tat.

Eine etwas andere Richtung in der Diskussion stosse ich jetzt an. Der Freitod im hohen Alter eine Frage des Geldbeutels???

Diese Frage habe ich mir gestellt, als in den Nachrichten im September 2010 der Tod vom Topmanager v. Brauchitsch Thema war.

Zufällig (?) war auch seine betagte Ehefrau am selben Tag verstorben. Später kam heraus, die Hilfsorganisation " Exit " in der Schweiz hat geholfen, natürlich gegen entsprechende Zahlung. So war es sicher ein gewollter, schmerzfreier und würdevoller Tod in gemütlicher Atmosphäre in der schönen Stadt Zürich.

Mit Hartz 4 kann man sich diesen Tod nicht erkaufen, oder?


Hier "zitiere" ich mal meinen Vater: Bedingt durch seine schwerste Krankheit (mit absehbarer Todesfolge) hat er sich -ohne unser (3 Söhne) Wissen über die Möglichkeiten eines kontrollierten Freitodes in der Schweiz informiert. Letzten Endes hat er es -auf Grund der moralischen Verpflichtung seiner pflegebedürftigen Frau (unsere Mutter) gegenüber - wohl nicht getan. (Diese Gedanken hat er übrigens verbal nie geäußert, sondern alle mit ins Grab genommen, wir (seine Kinder) habe erst nach seinem Tod durch diverse Nachlassunterlagen davon Kenntnis erlangt)
Mein Vater kam dann als letztendliche Folge seiner Krankheit ins Krankenhaus, was er nicht mehr lebend verlassen hat.
Dies erfolgte sogar mit Ankündigung durch die "behandelnde" Ärztin. Mein Vater war sich dieser Situation wohl sehr bewußt, denn er suchte das Gespräch mit der Ärztin und bat hier (wohl eindinglich)um die erlösende Spritze. Diese wurde -mit Hinweis auf die Rechtslage in Deutschland- verwehrt.
Letztendlich ist mein Vater recht qualvoll (da verhungert und verdurstet, dafür aber mit Morphium ruhiggestellt) gestorben.
Ich muß an dieser Stelle wohl nachsetzen: mein Vater hat sämtliche Lebensverlängernden Maßnahmen per Patientenverfügung abgelehnt.
Auch hier kann man durchaus ein gesellschaftliches Problem sehen: Ich bin der Meinung das es durchaus "gute" Gründe für einen Freitod/ Suizid geben kann. Und eine fortschrittliche Gesellschaftsordnung vergibt sich nichts (meine Meinung) hier adäquat Hilfestellung zu geben: Die Schweiz ist uns da durchaus einige Schritte voraus...)


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 09:56 | nach oben springen

#33

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 09:56
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #11


Vielleicht verlieren dann gerade die Männer oft die Nerven. Eine Partnerschaft kann scheitern, aber die Elternschaft bleibt ein ganzes Leben bestehen, man kann sich auch fair trennen und so Suizide verhindern.

Ein letztes Wort dazu, das frühere DDR- Recht kannte gar keinen Unterhalt für den früheren Partner, den Kindeunterhalt gab es wohl.
Okay, die DDR- Frauen waren sehr selbstbewusst und fast alle voll berufstätig.




Hallo,
ein wichtiger Aspekt: Nach BRD-Scheidungsrechtspraxis hat eine Mutter die Option mit einem neuen Partner sogar finanziell bessergestellt sich das Leben neu einzurichten, im Prinzip ZUSÄTZLICH Kindesunterhalt und bei "wilder Ehe" durchaus 2 Jahre und mehr nachehlichen Unterhalt für sich.

Der "entsorgte" Vater dagegen ist finanziell ausgeblutet, verliert trotz gemeinsamen Sorgerecht defakto jede Erziehungseinwirkung und ist zu arm eine neue Familie zu gründen.

Von daher verdienten die 99,9% der Väter die innerlich weinend aber OHNE Ausrasten oder Alkoholabsturz ihre Last geduldig ertragen mehr als Respekt.

Denkansatz:

JEDEN Unterhalt abschaffen, "sitzengelassende" Mädels müssen dann eben dem "Neuen" auch danach auswählen ob der mit allen Rechten und allen Pflichten Stiefvater sein will.

Drastisch, ohne Mathematiikhilfe und Haushaltsgeld auch für den Buben werde ich als Neuer weder bekocht noch Zutritt in das Schlafzimmer....

Und manche Mutter wir sich überlegen ob der Ehemann wirkllich so schlecht ist und Scheidung richtig wäre....



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#34

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 10:09
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Letztendlich ist mein Vater recht qualvoll (da verhungert und verdurstet, dafür aber mit Morphium ruhiggestellt) gestorben.
Ich muß an dieser Stelle wohl nachsetzen: mein Vater hat sämtliche Lebensverlängernden Maßnahmen per Patientenverfügung abgelehnt.@Diskus303

Sicherlich eine sehr tragische Sache Diskus,aber ich glaube Dir nicht das in einem Deutschen Krankenhaus ein Mensch Verhungert oder Verdurstet.
Sollte Orale Nahrungs oder Flüssigkeitsaufnahme nicht mehr möglich sein,oder wird von Patienten verweigert,so wird eine Sonde gelegt,Nasal,Oral oder durch die Bauchdecke PEG. Morphine sind zur Bekämpfung stärkster Schmerzen,nicht zur Ruhigstellung.

Gruß Peter


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#35

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 10:31
von Diskus303 | 485 Beiträge

@PIT59

Zitat von Pit 59 im Beitrag #34
Letztendlich ist mein Vater recht qualvoll (da verhungert und verdurstet, dafür aber mit Morphium ruhiggestellt) gestorben.
Ich muß an dieser Stelle wohl nachsetzen: mein Vater hat sämtliche Lebensverlängernden Maßnahmen per Patientenverfügung abgelehnt.@Diskus303

Sicherlich eine sehr tragische Sache Diskus,aber ich glaube Dir nicht das in einem Deutschen Krankenhaus ein Mensch Verhungert oder Verdurstet.
Sollte Orale Nahrungs oder Flüssigkeitsaufnahme nicht mehr möglich sein,oder wird von Patienten verweigert,so wird eine Sonde gelegt,Nasal,Oral oder durch die Bauchdecke PEG. Morphine sind zur Bekämpfung stärkster Schmerzen,nicht zur Ruhigstellung.

Gruß Peter


Glauben heißt perse "Nicht Wissen" (oder) es kann nicht sein, was nicht sein darf...?
Wichtig Rotmark:
Obwohl Du den entscheidendenSatz mitzitiert hast hast Du Ihn geflissentlich überlesen/ übergangen.
PS. Ich habe 1. aus dem Mund der Ärztin dieses Gespräch wiedergegeben bekommen und
2. am Krankenbett/ Sterbebett Anteil an dem ableben meines Vaters nehmen können.
Und: das Du das hier auch noch anzweifelst ist: NICHT LUSTIG
Ein kleiner Nachtrag: Deine letzter Satz grenzt schon an "perfide" Korintenkakerei: Ein Mensch der sich vor Schmerzen auf seinem Krankenbett/ Sterbebett windet wird natürlich(!)durch die "schmerzbefreiende" Wirkung des Morphiums auch ruhiggestellt...


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 22.07.2013 10:40 | nach oben springen

#36

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 10:35
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #31
Im Rahmen der Diskusion in unserem Forum verweise ich auf den schon erwähnten " Werthereffekt" ( frei nach J.W. von Goethe ).

Mit Hartz 4 kann man sich diesen Tod nicht erkaufen, oder?


Nein. Für die Sterbebegleitung bei "Exit" muss man Schweizer sein. Oder Wohnort in der Schweiz haben. Nach den Freizügigkeitsabkommen erhält man den nur, wenn man Bezüger einer Altersrente ist oder bei einem Schweizerischen Arbeitgeber angestellt ist (wenn auch nur kurz). Die Kosten sind nicht sehr hoch (nur die Spesen der ehrenamtlichen Freitodbegleiter, Arztgebühr und Medikament gehen zulasten der Krankenkasse
http://www.exit.ch/kontakt/werden-sie-mitglied/
Die Konkurrenzorganisation ist da weniger zurückhaltend. Sie bietet ihre Dienstleistung direkt in Deutschland an und verlangt richtig viel
http://www.dignitas.ch/images/stories/pd...deutschland.pdf
Da die Schweiz keine Erbschaftssteuer kennt und reiche Ausländer geringer als Einheimische besteuert, ist sei eine beliebtes Land reicher, ausländischer Pensionäre. Deshalb wird es immer wieder Meldungen geben über reiche Deutsche, die hier Suizid mittels Sterbehilfe begehen.
Theo


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#37

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 11:12
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Und: das Du das hier auch noch anzweifelst ist: NICHT LUSTIG@Diskus303

Hallo Axel

Ich habe den Beruf im Krankenhaus gewählt,auch weil ich wusste das vieles nicht Lustig ist. Ich nehme mir das Recht trotzdem heraus Dinge anzuzweifeln.
Sollte dies in einem Krankenhaus so gewesen sein wie Du es beschreibst,dann kann ich es nicht Nachvollziehen,das soll nicht heissen das Du lügst,Ich zweifele es eben nur an,weil Ich so etwas in 30 Jahren Krankenhaus nicht so kenne.

Gruß Peter


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#38

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 11:17
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn in meiner Patientenverfügung steht, das ich keine Lebenserhaltendenmaßnahmen wünsche, dann gehört doch dazu auch die Ernährung. Sonst wäre es ja eine Zwangsernährung. Wenn ich alles ablehne was mich am Leben erhält, dann dürfte doch eigentlich der Arzt nur schmerzstillende/hemmende Mittel verabreichen und sonst nichts. Oder irre ich da?


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 11:19
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #34
Letztendlich ist mein Vater recht qualvoll (da verhungert und verdurstet, dafür aber mit Morphium ruhiggestellt) gestorben.
Ich muß an dieser Stelle wohl nachsetzen: mein Vater hat sämtliche Lebensverlängernden Maßnahmen per Patientenverfügung abgelehnt.@Diskus303

Sicherlich eine sehr tragische Sache Diskus,aber ich glaube Dir nicht das in einem Deutschen Krankenhaus ein Mensch Verhungert oder Verdurstet.
Sollte Orale Nahrungs oder Flüssigkeitsaufnahme nicht mehr möglich sein,oder wird von Patienten verweigert,so wird eine Sonde gelegt,Nasal,Oral oder durch die Bauchdecke PEG. Morphine sind zur Bekämpfung stärkster Schmerzen,nicht zur Ruhigstellung.

Gruß Peter


Ich habe mal mein medizinisches Fachpersonal konsultiert und hier die Antwort:

"Da muss ich Peter wohl Recht geben. Wenn im Rahmen einer Patientenverfügung alle Lebenserhaltenen- und verlängernden Maßnahmen abgelehnt werden, müssen Ärzte dem Wunsch seit 2009 nachkommen. Das oberste Gebot für die behandelnden Ärzte ist jedoch, der Patient darf/ muss Angst- und Schmerzfrei sterben können. Angehörige, müssen meiner Meinung nach in solchen Phasen kompetent beraten und begleitet werden. Der Eindruck, dass die Patienten qualvoll sterben, wird von Angehörigen schnell gewonnen. Deshalb darf hier, von Seiten der Ärzte mehr Aufklärung erwartet werden. Übrigens, auch einige Ärzte und das Pflegepersonal tun sich mit den Wünschen, die innerhalb der Patientenverfügung festgelegt werden, manchmal schwer. Nicht umsonst schießen Ethikkommissionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wie Pilze aus dem Boden.

Es gibt ein paar Veröffentlichungen darüber, was mit dem Geist und dem Körper passiert wenn der Sterbende in die präfinale Phase kommt. Viele Gelehrte behaupten, unser Körper schüttet so viele „Glückshormone“ aus um die sich einstellende Angst zu reduzieren bzw. zu beseitigen. Auch ein Durstgefühl wird nicht mehr wahrgenommen."

Gruß Mike59 unter Mittarbeit meiner ältesten Tochter.


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#40

RE: Suizide in der DDR und heute

in Leben in der DDR 22.07.2013 11:27
von Diskus303 | 485 Beiträge

@PIT 59

Zitat von Pit 59 im Beitrag #37
Und: das Du das hier auch noch anzweifelst ist: NICHT LUSTIG@Diskus303

Hallo Axel

Ich habe den Beruf im Krankenhaus gewählt,auch weil ich wusste das vieles nicht Lustig ist. Ich nehme mir das Recht trotzdem heraus Dinge anzuzweifeln.
Sollte dies in einem Krankenhaus so gewesen sein wie Du es beschreibst,dann kann ich es nicht Nachvollziehen,das soll nicht heissen das Du lügst,Ich zweifele es eben nur an,weil Ich so etwas in 30 Jahren Krankenhaus nicht so kenne.

Gruß Peter


Kannst Du, oder willst Du nicht (lesen, verstehen)?
Es lohnt sich -auch für Dich- das Geschriebene Deiner Mituser ggf. nicht aus dem Kontex zu reißen und alles (im Zusammenhang) zu lesen:
Nochmal: Mein Vater hat eine (rechtskräftige) Patientenverfügung (schriftlich) hinterlassen. Die kann auch Einer der 30 und mehr Jahre im Krankenhaus Dienst getan hat nicht einfach ignorieren, weder vor Ort (im Krankenhaus selbst) noch hier wenn diese Begebenheit als Erzählung/ Zeitzeugnis wiedergegeben wird.
PS.:Übrigens auch wir als Angehörige nicht (es sei denn, man läßt/ ließe Diese Patientenverfügung verschwinden..


Gruß Axel
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