#161

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 13:51
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...




und wo ist der Unterschied ? Was hast du konkret als Facharbeiter davon gehabt, dass der Staat Gewinne aus der Produktion generierte ?
Ich habe zu meinen Lebzeiten in der DDR nichts aber auch gar nichts davon kennengelernt. Ich habe aber bei Kapitalisten gearbeitet, und sie haben mich zwar genauso "ausgebeutet " wie die DDR , aber in etwas milderer Form. Sie haben mir eine ordentliche Menge von dem Gewinn abgegeben ( tatsächlich habe ich jeden Sommer eine Gewinnbeteiligung für das vorangegangene Jahr erhalten ) und ließen mich auch leben.
Insofern war es mir gleichgültig, was sie darüber hinaus an Gewinn behielten.



edit Fähler


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 23.07.2013 13:54 | nach oben springen

#162

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...



das rot markierte hättest du besser nicht geschrieben. Offenbar ist dir entgangen, dass der SED Führung der Begriff Umweltschutz völlig fremd war zu Zeiten , als hier in der Bundesrepublik schon heftig darüber nachgedacht und auch umgesetzt wurde.
Stichwort : Die Dreckschleudern in der Braunkohle ( Kraftwerke ), die Atemluft von Leipzig Merseburg in der Großchemie und in den Gebieten mit Braunkohlekraftwerken, der Silbersee bei der Filmfabrik ORWo usw. Warum hat denn die Stasi intensiv Leute verfolgt, die das dokumentieren wollten ?


.
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#163

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:08
von Marienborn89 | 862 Beiträge

Nochmal bezüglich des Gemeinschaftssinns: Irgendwie muss es sich in der DDR doch auch seltsam angefühlt haben:
Export hochwertiger Produkte in den Westen (Stichwort Quellekatalog) bei gleichzeitiger Unmöglichkeit des Erwerbs dieser Produkte für DDR-Bürger. Einkauf im Intershop nur mit DM.
Mein Vater war in seiner Tätigkeit als Slawist und Studienrat im Rahmen der Fachschaft Russisch 1986 in Leningrad. Im gleichen Hotel wie mein Vater befand sich irgendeine Delegation aus der DDR. Ein, nach der Erzählung meines Vaters, überzeugter SED-Funktionär wollte eine Matrjoschka erwerben, um sie seiner Enkelin(?) mitzubringen. Für ihn im sozialistischen Bruderland ein hoffnungsloses Unterfangen, für meinen Vater als BRD-Bürger überhaupt kein Problem. So eine Ungleichbehandlung ist doch menschenverachtend!


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#164

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:10
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...



Na toll, man versucht den Sozialismus / Kommunismus zu diffamieren...
hat er den irgendwo funktioniert? Ist er irgendwo begeistert von den Massen über Jahre aufgenommen und mit Hände und Füßen verteidigt worden? in der DDR kann es nicht gewesen sein, da sind alle bei erster bester Gelegenheit weggelaufen, so liebten sie den Sozialismus / Kommunismus.
Schreibs mir...


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#165

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:24
von Heckenhaus | 5.127 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #164


Na toll, man versucht den Sozialismus / Kommunismus zu diffamieren...
hat er den irgendwo funktioniert? Ist er irgendwo begeistert von den Massen über Jahre aufgenommen und mit Hände und Füßen verteidigt worden? in der DDR kann es nicht gewesen sein, da sind alle bei erster bester Gelegenheit weggelaufen, so liebten sie den Sozialismus / Kommunismus.
Schreibs mir...


Heute kann man nicht mehr weglaufen, wohin denn ?


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#166

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:26
von Fritze (gelöscht)
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Alle weggelaufen ? Wo ?

Schade ,daß man einigen immer noch nicht begreifbar machen kann,daß es noch keinen Kommunismus gegeben hat !
Wir waren erst in der Vorstufe ,dem Sozialismus ! Und wie so oft in der Geschichte der Menschheit ist es am Egoismus der Menschen gescheitert.

Die Entwicklung war noch nicht reif ,für das Prinzip des Kommunismus : " Jeder nach seinen Möglichkeiten und jedem nach seinen Bedürfnissen ! "


Bugsy, Küchenbulle 79, Heckenhaus, grenzgänger81 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#167

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:32
von Marienborn89 | 862 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #166


Die Entwicklung war noch nicht reif ,für das Prinzip des Kommunismus



Dass die Reife überhaupt mal kommt, bezweifle ich doch sehr!


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#168

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:32
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Stand die Nachkriegsgeneration 1945 nicht tatsächlich vor einer Weiche, die eine Chance für die Weiterfahrt in den realen Kommunismus hätte sein können ?
Was wäre denn, wenn die Gruppe Ulbricht, die bereits 1944 an der stalinistischen deutschen Nachkriegsordnung bastelte, ein Jahr später auf eine echte, vom neuen Sozialismusbegriff faszinierte Gegenwehr getroffen wäre, die sich bereits aus einer anderen Fraktion von Antifaschisten rekrutierte, sagen wir mal Holocaustüberlebenden, Kirchenfunktionären, befreiten KPD- Häftlingen organisiert hätte ?
Der Neubeginn Deutschlands nach der gescheiterten Demokratie mit Völkermord und Krieg als Folge mußte an den Antifaschismus gekoppelt werden und der leimte viele Intellektuelle moralisch mit den Kommunisten zusammen, da gab es kein Entkommen.
Der Kommunismus hatte den Alleinvertretungsanspruch auf den Anifaschismus durchgesetzt, obwohl es auch in der DDR bedeutende Gruppen mit antinationalsozialistischer Biografie gab, erinnert sei hier nur an die 1958 gegründete "Aktion Sühnezeichen".
Die wiederum konnte nur unter dem Dach der Kirche agieren, deshalb auch der Versuch meines Brückenschlags zum Christentum.
Aber so wie man damals in der DDR leugnete, daß es hier noch Faschisten gab, so leugnet man heute beharrlich, daß man den Finanzkapitalismus ausgeliefert ist aber genau das ist das Material unserer zukünftigen Katastrophen, so wie der Faschismus der 1930er Jahre einst das Material für den Weltkrieg war.
Die Kirche als Institution hätte in der DDR- Zeit ohne weiteres auch Verantwortung übernehmen können, unterließ das aber, z.B. indem sie für Gespräche mit ehrlich interessierten Genossen wie Hackel mal einer war nicht zur Verfügung stand und sich auch sonst schön raushielt, warum auch immer.
Vielleicht hätten die jungen Genossen damals ihren Horizont erweitern können, die Bereitschaft war da- geerntet wurde (bis auf einige wenige Einzelgespräche zwischen Tür und Angel) nur Mißtrauen woraufhin die sich wieder ihrer SED- Kreisleitung zuwandten und ihre kommunistische Überzeugung weiter zementierten.
Der Kommunismus könnte tatsächlich eines Tages wieder aus der Flasche herauskommen, wenn er sein Kommunikationsproblem beseitigt und die unausweichliche Katastrophe dieser inzwischen feudalistisch strukturierten Finanz- und Kartellwirtschaft underes börsennotierten Gemeinwesens unblutig überstanden worden ist.
Momentan wäre es in der Tat besser, wenn wir diese Versicherung nicht brauchen würden, danach sieht es aber nicht mehr aus.



Bugsy und Pitti53 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#169

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #164
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...



Na toll, man versucht den Sozialismus / Kommunismus zu diffamieren...
hat er den irgendwo funktioniert? Ist er irgendwo begeistert von den Massen über Jahre aufgenommen und mit Hände und Füßen verteidigt worden? in der DDR kann es nicht gewesen sein, da sind alle bei erster bester Gelegenheit weggelaufen, so liebten sie den Sozialismus / Kommunismus.
Schreibs mir...

@Rüganer
Zitat Wiki für das Wort diffamieren :Als Diffamierung (von lateinisch: diffamare = Gerüchte verbreiten) bezeichnet man heute allgemein die gezielte Verleumdung Dritter. Dies kann durch die Anwendung von Schimpfwörtern oder durch diverse Unterstellungen geschehen.

Da ja niemand hier Unwahrheiten und Unterstellungen über die DDR verbreitet ( meine Person eingeschlossen) kann man ja von diffamieren nicht sprechen.
Schlechte Nachrichten oder schlechte Tatsachen sind nicht automatisch Diffamierungen, wenn sie real passierten, nur weil sie einem nicht gefallen.
Insofern stimme ich dir 100 % zu Rüganer.


edit fähler ( oh heute ist es warm)


.
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zuletzt bearbeitet 23.07.2013 14:36 | nach oben springen

#170

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:49
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #159

siggi das ist ein Schlüsselsatz, den ich da markierte. Sie haben nicht nur tatsächliche Verbrechen an der Menschheit volbracht, sie haben auch mit der Sprache ein 2.Verbrechen begangen, in dem sie die furchtbaren Taten mit Vokabeln darstellten, die die Toten erschaudern lassen würden, wenn sie noch lebten.
Was heisst denn nicht aus der Nummer herauskommen? Das beste erst gar nicht mitmachen und/oder wenn man merkt, dass man Verbrechern dient, das abbrechen, austreten aus der Partei. Das ist für mich konsequent. Oder wurde man dafür erschossen Ich habe mal gelesen, dass SS Leute, die sich weigerten in den KZ Lagern zu dienen, nachdem sie gesehen hatten, was dort vorgeht, ga rnichts passierte. Sie wurden versetzt, im Krieg natürlich an die Front und das war's




hallo @gert

das stimmt.betraf aber nicht nur die lager ,sondern ganz speziell die einsatzgruppen.es gab dort nämlich nicht unerheblich wenige ss-männer ,denen bei den ganzen massenerschiessungen ,schlecht bzw kotzübel wurde und es mit ihrem gewissen nicht mehr vereinbaren konnten.daher wurden sie versetzt und für solche aufgaben nicht mehr herangezogen.sie wurden deswegen auch nicht bestraft.ich müsste mal raussuchen wo der reichsfhr ss himmler das expliziet sagte.

versteht mich da nicht falsch ,aber das gab es tatsächlich ......

MkG
HG


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.07.2013 14:50 | nach oben springen

#171

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 14:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #168
Stand die Nachkriegsgeneration 1945 nicht tatsächlich vor einer Weiche, die eine Chance für die Weiterfahrt in den realen Kommunismus hätte sein können ?
Was wäre denn, wenn die Gruppe Ulbricht, die bereits 1944 an der stalinistischen deutschen Nachkriegsordnung bastelte, ein Jahr später auf eine echte, vom neuen Sozialismusbegriff faszinierte Gegenwehr getroffen wäre, die sich bereits aus einer anderen Fraktion von Antifaschisten rekrutierte, sagen wir mal Holocaustüberlebenden, Kirchenfunktionären, befreiten KPD- Häftlingen organisiert hätte ?
Der Neubeginn Deutschlands nach der gescheiterten Demokratie mit Völkermord und Krieg als Folge mußte an den Antifaschismus gekoppelt werden und der leimte viele Intellektuelle moralisch mit den Kommunisten zusammen, da gab es kein Entkommen.
Der Kommunismus hatte den Alleinvertretungsanspruch auf den Anifaschismus durchgesetzt, obwohl es auch in der DDR bedeutende Gruppen mit antinationalsozialistischer Biografie gab, erinnert sei hier nur an die 1958 gegründete "Aktion Sühnezeichen".
Die wiederum konnte nur unter dem Dach der Kirche agieren, deshalb auch der Versuch meines Brückenschlags zum Christentum.
Aber so wie man damals in der DDR leugnete, daß es hier noch Faschisten gab, so leugnet man heute beharrlich, daß man den Finanzkapitalismus ausgeliefert ist aber genau das ist das Material unserer zukünftigen Katastrophen, so wie der Faschismus der 1930er Jahre einst das Material für den Weltkrieg war.
Die Kirche als Institution hätte in der DDR- Zeit ohne weiteres auch Verantwortung übernehmen können, unterließ das aber, z.B. indem sie für Gespräche mit ehrlich interessierten Genossen wie Hackel mal einer war nicht zur Verfügung stand und sich auch sonst schön raushielt, warum auch immer.
Vielleicht hätten die jungen Genossen damals ihren Horizont erweitern können, die Bereitschaft war da- geerntet wurde (bis auf einige wenige Einzelgespräche zwischen Tür und Angel) nur Mißtrauen woraufhin die sich wieder ihrer SED- Kreisleitung zuwandten und ihre kommunistische Überzeugung weiter zementierten.
Der Kommunismus könnte tatsächlich eines Tages wieder aus der Flasche herauskommen, wenn er sein Kommunikationsproblem beseitigt und die unausweichliche Katastrophe dieser inzwischen feudalistisch strukturierten Finanz- und Kartellwirtschaft underes börsennotierten Gemeinwesens unblutig überstanden worden ist.
Momentan wäre es in der Tat besser, wenn wir diese Versicherung nicht brauchen würden, danach sieht es aber nicht mehr aus.




Speziallager wie Buchenwald und HSH , das war die Lösung. Ist ja real passiert.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#172

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 15:06
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Marienborn89 im Beitrag #167
Zitat von Fritze im Beitrag #166


Die Entwicklung war noch nicht reif ,für das Prinzip des Kommunismus



Dass die Reife überhaupt mal kommt, bezweifle ich doch sehr!




Das ist wie bei den Pflaumen ,die Ersten sind madig ! Was kann der Baum für die Schädlinge ,welche seine Früchte befallen ?!?


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#173

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 15:06
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #171
Zitat von Hackel39 im Beitrag #168
Stand die Nachkriegsgeneration 1945 nicht tatsächlich vor einer Weiche, die eine Chance für die Weiterfahrt in den realen Kommunismus hätte sein können ?
Was wäre denn, wenn die Gruppe Ulbricht, die bereits 1944 an der stalinistischen deutschen Nachkriegsordnung bastelte, ein Jahr später auf eine echte, vom neuen Sozialismusbegriff faszinierte Gegenwehr getroffen wäre, die sich bereits aus einer anderen Fraktion von Antifaschisten rekrutierte, sagen wir mal Holocaustüberlebenden, Kirchenfunktionären, befreiten KPD- Häftlingen organisiert hätte ?
Der Neubeginn Deutschlands nach der gescheiterten Demokratie mit Völkermord und Krieg als Folge mußte an den Antifaschismus gekoppelt werden und der leimte viele Intellektuelle moralisch mit den Kommunisten zusammen, da gab es kein Entkommen.
Der Kommunismus hatte den Alleinvertretungsanspruch auf den Anifaschismus durchgesetzt, obwohl es auch in der DDR bedeutende Gruppen mit antinationalsozialistischer Biografie gab, erinnert sei hier nur an die 1958 gegründete "Aktion Sühnezeichen".
Die wiederum konnte nur unter dem Dach der Kirche agieren, deshalb auch der Versuch meines Brückenschlags zum Christentum.
Aber so wie man damals in der DDR leugnete, daß es hier noch Faschisten gab, so leugnet man heute beharrlich, daß man den Finanzkapitalismus ausgeliefert ist aber genau das ist das Material unserer zukünftigen Katastrophen, so wie der Faschismus der 1930er Jahre einst das Material für den Weltkrieg war.
Die Kirche als Institution hätte in der DDR- Zeit ohne weiteres auch Verantwortung übernehmen können, unterließ das aber, z.B. indem sie für Gespräche mit ehrlich interessierten Genossen wie Hackel mal einer war nicht zur Verfügung stand und sich auch sonst schön raushielt, warum auch immer.
Vielleicht hätten die jungen Genossen damals ihren Horizont erweitern können, die Bereitschaft war da- geerntet wurde (bis auf einige wenige Einzelgespräche zwischen Tür und Angel) nur Mißtrauen woraufhin die sich wieder ihrer SED- Kreisleitung zuwandten und ihre kommunistische Überzeugung weiter zementierten.
Der Kommunismus könnte tatsächlich eines Tages wieder aus der Flasche herauskommen, wenn er sein Kommunikationsproblem beseitigt und die unausweichliche Katastrophe dieser inzwischen feudalistisch strukturierten Finanz- und Kartellwirtschaft underes börsennotierten Gemeinwesens unblutig überstanden worden ist.
Momentan wäre es in der Tat besser, wenn wir diese Versicherung nicht brauchen würden, danach sieht es aber nicht mehr aus.




Speziallager wie Buchenwald und HSH , das war die Lösung. Ist ja real passiert.




Deshalb war es ja keine echte sondern nur eine sporadische Gegenwehr, ich bedaure es auch, daß es keinen fairen Kampf um das bessere Konzept zwischen den Antifaschisten in der SBZ gab, aber zu viele andere Dinge waren damals noch zu regeln wie z.B. die Reparationszahlungen, der Feind im Westen, der Wiederaufbau, politische Strukturen...das war keine Zeit für Philiosophen.



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#174

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 15:15
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #173


Deshalb war es ja keine echte sondern nur eine sporadische Gegenwehr, ich bedaure es auch, daß es keinen fairen Kampf um das bessere Konzept zwischen den Antifaschisten in der SBZ gab, aber zu viele andere Dinge waren damals noch zu regeln wie z.B. die Reparationszahlungen, der Feind im Westen, der Wiederaufbau, politische Strukturen...das war keine Zeit für Philiosophen.



Stimmt, Zeit für Philosophen war da nicht. Die Exilanten die sich nicht während des Krieges in der SU aufhielten wurden konsequent kaltgestellt.


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#175

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 15:40
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #165
Zitat von Rüganer im Beitrag #164


Na toll, man versucht den Sozialismus / Kommunismus zu diffamieren...
hat er den irgendwo funktioniert? Ist er irgendwo begeistert von den Massen über Jahre aufgenommen und mit Hände und Füßen verteidigt worden? in der DDR kann es nicht gewesen sein, da sind alle bei erster bester Gelegenheit weggelaufen, so liebten sie den Sozialismus / Kommunismus.
Schreibs mir...


Heute kann man nicht mehr weglaufen, wohin denn ?






Weglaufen könnte man schon, wenn einem das gegenwärtige System nicht mehr gefällt, es soll ja noch Gegenden geben, da wird die Vorstufe zum Kommunismus doch noch praktiziert. Man müsste nur die noch vorhandenen Sozialnetze verlassen und sich auf die Reise begeben.
Ja und @ Fritze, wenn schon die Vorstufe dann nicht funktioniert hat, weil die Menschen ja so egoistisch sind, dann soll das angestrebte Endprodukt funktionieren? Irgendwann einmal?
Kannst Du mir dann erklären, warum in China, dem Land von Mao und seiner Bibel, dieses Ziel immer noch nicht erreicht ist, sondern im Gegenteil diese andere Gesellschaftsform immer mehr die Oberhand gewinnt? Warum ist dies selbst in Vietnam, so und warum sind Vietnamesen darüber sogar noch froh? Egoismus? Die Sehnsucht, wenigstens ein bisschen Wohlstand zu erreichen?


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#176

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 15:57
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #161
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #160
Egal ob Feudalismus oder Kapitalismus, ausschlaggebend ist die Form der Aneignung des Mehrproduktes, daraus ergeben sich die gesellschaftlichen Probleme.
Je größer die gesellschaftlichen und sozialen Probleme werden, um se mehr versucht man den Sozialismus / Kommunismus zu difamieren.

Ich bin mir sicher, das ist nicht das Ende der Entwicklung. Entweder es wird eine Gesellschaft geben (in Richtung Sozialismus) oder die Menschheit wird in dieser Form untergehen. Dieser Raubbau an Ressourcen und an der menschlichen Arbeitskraft wird das Problem schon regeln...




und wo ist der Unterschied ? Was hast du konkret als Facharbeiter davon gehabt, dass der Staat Gewinne aus der Produktion generierte ?
Ich habe zu meinen Lebzeiten in der DDR nichts aber auch gar nichts davon kennengelernt. Ich habe aber bei Kapitalisten gearbeitet, und sie haben mich zwar genauso "ausgebeutet " wie die DDR , aber in etwas milderer Form. Sie haben mir eine ordentliche Menge von dem Gewinn abgegeben ( tatsächlich habe ich jeden Sommer eine Gewinnbeteiligung für das vorangegangene Jahr erhalten ) und ließen mich auch leben.Insofern war es mir gleichgültig, was sie darüber hinaus an Gewinn behielten.



edit Fähler


Och damit gab es kein Problem,nur nannte sich das nicht Gewinnbeteiligung bei uns auf Werft--sondern Jahresendprämie.


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#177

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 16:15
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Mal ein paar Bemerkungen zu einigen hier zuletzt gelesenen Sachen:
aus einer Gert- Antwort:

Zitat
und/oder wenn man merkt, dass man Verbrechern dient, das abbrechen, austreten aus der Partei. Das ist für mich konsequent. Oder wurde man dafür erschossen



ich hatte ja schon über den Selbsterhaltungstrieb geschrieben- wahrscheinlich (und menschlich verständlich für mich) haben die meisten derart betroffenen resigniert und sich angepasst. "Lass laufen das Ding" (und so lief es ja auch- schön den Berg runter).
Ist überhaupt jemals einer aus der SED von sich aus "ausgetreten"- sah das Statut das überhaupt vor?

..zur "sozialen Marktwirtschaft":

Auch die hat mMn nie existiert / funktioniert. Diese Phase war Teil des "Kampfes der Systeme" und funktionierte auch nur durch ERP- Programm, Marshall- Plan, Kohlepfennig, Gastarbeiter und und und...
Die beiden enthaltenen Begriffe schließen einander aus..


.. "noch kein Kommunismus sondern Übergangsphase / Vorstufe..."

Das ist für mich Symbol für das schlimmste, was mir und wahrscheinlich den meisten meiner Generation das Leben in der DDR "angetan" hat:
Das gedankliche Durchdringen der Probleme bis zu den eigentlichen Wurzeln wurde systematisch durch vorkauen und widerkäuen fertiger Parolen und "Argumenten", zitieren der "Klassiker des ML" in jeder Lebenssituation totgeredet!
Offiziell haben wir alles "dialektisch" vom "Klassenstandpunkt, dem festen und unerschütterlichen" natürlich, aus betrachtet.
Aber eigentlich wurde das eigene, kritische Denken systematisch abgeschafft.

Wenn doch mal eine Diskussion etwas weiter ging, wurde eben flugs gefragt, ob "man für den Frieden sei"- und wer nicht für uns ist ist gegen uns..
Bei jedem Misstand hieß es, das seien nur "vorübergehende Schwierigkeiten", wir befinden uns in einer "Übergangsphase", das ist vom "Klassenfeind", der "Konterrevolution" gesteuert und und und..

Wer dann keine anderen Einflüsse hatte, aus denen auch mal eine andere Sicht erkennbar war, hatte schlechte Karten (Ich hatte solche Einflüsse nicht.)
Der hat irgendwann diesen Mist geglaubt- oder (noch schlimmer) er hat so getan, als ob er es glaubt.
Und irgendwann hatten wir ein Volk von Ja- Sagern, Mitmachern, so "als ob- Tuern" und eigentlich nur mit dem "Arsch an die Wand- Wollenden"

So, dann machen wir mal weiter auf dem Weg zum Kommunismus..

Siggi


Damals87 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#178

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 16:32
von Kimble | 397 Beiträge

@Rostocker
Die Jahresendprämie war auch sauer verdient und mehr als gerechtfertigt. Die Arbeit auf der Helling war ein Knochenjob.
Darum wurden damals Schweißer, Durchleuchter, Stahlschiffbauer und Rohrleitungsbauer immer händeringend gesucht.

Und weil ich auf der selben Werft war, weiß ich auch, daß man immer von der Gnade der Parteisekretäre abhängig war,
wenn es um Prämien, und Karriere ging. Das ging so weit, daß man Arbeitsunfälle von parteinahen Mitarbeitern verursacht,
einfach anderen in die Schuhe geschoben hat, nur um seinesgleichen zu schützen.

Dagegen liebe ich die Arbeit in einer gut geführten, durchschnittlichen kapitalistischen Bude.
Dort weiß ich, daß ordentliche Arbeit verlangt wird, und es dafür eine Gegenleistung gibt. Klare Verhältnisse.

Heute habe ich das Eigentum an Produktionsmitteln für mich allerbestens geregelt.
Trotzdem fühle ich mich keinesfalls als Ausbeuter oder Kapitalistenschwein.
---


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.07.2013 17:01 | nach oben springen

#179

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 16:45
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #157

Da wird das Problem angesprochen, soziale Marktwirtschaft. Solange den Brüdern und Schwestern in der Zone heile Welt vorgegaukelt werden mußte, der Westen als das einzig Wahre dargestellt wurde, hat sie halbwegs funktioniert. War auch gut für die Leute, unbestritten,damals.
Jetzt ist kein Zuschauer mehr da hinter der Mauer, für solche Schauspielereien, und was passiert ?
Jeder hat da so seine Erfahrungen, in die eine oder die andere Richtung.



Eine gewagte These, könnte es sein, es war wirklich so etwas wie heile Welt damals im Westen ?
Und der ganze Zirkus mit den vollen Regalen und Schaufenstern wurde nur veranstaltet um den Osten zu ärgern ?
Ich glaub es einfach nicht. Da hat einfach nur die soziale Marktwirtschaft noch prächtig funktioniert.

Wenn damals in der DDR das private Unternehmertum aus ideologischen Gründen abgewürgt wurde,
kommt eben nichts gescheites dabei rum. An der Stelle hat die tolle Lehre vom M/L sichtbar total versagt.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#180

RE: Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

in DDR Zeiten 23.07.2013 16:55
von Heckenhaus | 5.127 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #179
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #157

Da wird das Problem angesprochen, soziale Marktwirtschaft. Solange den Brüdern und Schwestern in der Zone heile Welt vorgegaukelt werden mußte, der Westen als das einzig Wahre dargestellt wurde, hat sie halbwegs funktioniert. War auch gut für die Leute, unbestritten,damals.
Jetzt ist kein Zuschauer mehr da hinter der Mauer, für solche Schauspielereien, und was passiert ?
Jeder hat da so seine Erfahrungen, in die eine oder die andere Richtung.



Eine gewagte These, könnte es sein, es war wirklich so etwas wie heile Welt damals im Westen ?
Und der ganze Zirkus mit den vollen Regalen und Schaufenstern wurde nur veranstaltet um den Osten zu ärgern ?
Ich glaub es einfach nicht. Da hat einfach nur die soziale Marktwirtschaft noch prächtig funktioniert.

Wenn damals in der DDR das private Unternehmertum aus ideologischen Gründen abgewürgt wurde,
kommt eben nichts gescheites dabei rum. An der Stelle hat die tolle Lehre vom M/L sichtbar total versagt.



Ich schrieb : "Sie hat halbwegs funktioniert". Allein volle Regale und Schaufenster machen niemanden satt, aber alle warens zufrieden, bis zur
"Wieder"-Vereinigung. Hängt sicher mit der ach so positiven globalen Entwicklung zusammen, es wird alles alternativlos globalisiert.
Es gab eine "heile Welt" im Westen, aber die fiel in den 80-ern bereits langsam in sich zusammen. Doch da stand die DDR bereits auf der Kippe,
wenn auch noch im Verborgenen .
Ich konnte das gut beobachten, habe bis -84 in Berlin gewohnt und war dann ab -86 viermal aus familiären Gründen "drüben".
.


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„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
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Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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