#1

Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:30
von Wossi EK 83 1 | 59 Beiträge

Über die sogenannte EK- Bewegung und andere militärische Rituale wurde ja schon verschiedentlich berichtet.
Die heutige Schilderung ist eher das " dunkle " Kapitel meiner sonst recht disziplinierten NVA- Zeit von 1980- 1983.

Manchmal hatte man einfach nur Pech bei der Erstellung der wöchentlichen Dienstpläne, der UvD- Dienst von Sonnabend auf Sonntag war eh nicht sonderlich beliebt.

Ende April 1982, gerade war wieder ein Diensthalbjahr nach Hause entlassen worden, die neuen EK's streckten sich zur Sonne und auch die Vize kamen aus der Deckung. Nach der Dienstentlassung hatte natürlich ich den folgenden Wochenenddienst aufgebrummt bekommen. Mir war gleich kar, was in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag ( Sonntag gleich dienstfrei für alle und Frühstück erst um 08. 00 Uhr ) abgehen würde.

Die Frischlinge standen vor der EK- Bude und bettelten." Lieber E lass mich rein, ich bin ein armes Spritzerschwein. Weil ich dich gut leiden kann, schneid ich auch dein Bandmaß an!"
Die Vize, darunter ich, zogen aus einem Skatblatt eine Karte, eine 7 brachte sofort 7 Schläge mit der ausgehängten Spindtür auf den blanken Ars...

Nun ja, in anderen Einheiten wurde der Vizeschlag mit dem Klappspaten ausgeführt, manchmal war er vorher noch mit Schuhcreme präpariert.

Aber so war es damals, so ist noch heute und wohl in allen Armeen.

Später in der Nacht kam dann reichlich Alkohol dazu, der wurde wochenlang " organisiert " und eisern gespart.
Ohne Übertreibung, so 80- 90 % der Kompanie waren gut abgefüllt, die Stimmung und der Gesang zur Gitarre wurde immer schriller.

Das Ende vom ( schrillen ) Lied, in der Morgendämmerung kam dann blitzartig der GOvD zur Kontrolle, den haben viele Sänger der Kompanie gar nicht mehr erkannt.

Es folgten, Beschäftigung für alle im gesamten Regimentsbereich am kompletten Sonntag und vorläufige Ausgangs- und Urlaubssperre.

Für mich persönlich eine Rüge der Parteigruppe und 2 Tage Arrest. Die Bestrafung durch die FDJ- Gruppe (= Freie Deutsche Jugend ) konnte bei der Abstimmung verhindert werden, das hatte ich meinen ( dann wieder nüchternen ) Kameraden zu verdanken.

Wahrlich kein " Ruhmesblatt ", aber passiert. Da war ja in besagter Nacht der Frieden ernsthaft in Gefahr, wenn das die Bundeswehr gewusst ( und ausgenutzt ) hätte.

Das war das " Wort zum Sonntag " von Wossi


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#2

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:33
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Habt ihr auch nebenbei Grenzdienst gemacht?
Das Bandmaß war auch einen Meter lang, also 100 Tage, da kratzten die Tzwipis etwas später an der E-Tür.


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 21:35 | nach oben springen

#3

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:37
von Mike59 | 7.948 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Habt ihr auch nebenbei Grenzdienst gemacht?
Das Bandmaß war auch einen Meter lang, also 100 Tage, da kratzten die Tzwipis etwas später an der E-Tür.

War bei einer anderen TRUPPE.


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#4

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:39
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Mike59 im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Habt ihr auch nebenbei Grenzdienst gemacht?
Das Bandmaß war auch einen Meter lang, also 100 Tage, da kratzten die Tzwipis etwas später an der E-Tür.

War bei einer anderen TRUPPE.


Ok, nicht gesehen, hatten die längere Bandmaße?
Mittlerweile gibt es ja auf dem Baumarkt 3-Metrige
Versteh schon, bei uns gab es nur den E-Schlag von den Heimgängern mit denen du 6 Monate viele Schichten aufgezogen warst und zwar mit der flachen Hand ins Gesicht.


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 21:43 | nach oben springen

#5

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:44
von Mike59 | 7.948 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #4
Zitat von Mike59 im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Habt ihr auch nebenbei Grenzdienst gemacht?
Das Bandmaß war auch einen Meter lang, also 100 Tage, da kratzten die Tzwipis etwas später an der E-Tür.

War bei einer anderen TRUPPE.


Ok, nicht gesehen, hatten die längere Bandmaße?
Mittlerweile gibt es ja auf dem Baumarkt 3-Metrige
Versteh schon, bei uns gab es den Vize-Schlag von den Heimgängern mit denen du 6 Monate viele Schichten aufgezogen warst und zwar mit der flachen Hand ins Gesicht.


Das mit der Länge glaube ich eher nicht *gr* - war nur wegen der Frage nach dem Grenzdienst.


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#6

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 21:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Mike59 im Beitrag #5
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #4
Zitat von Mike59 im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Habt ihr auch nebenbei Grenzdienst gemacht?
Das Bandmaß war auch einen Meter lang, also 100 Tage, da kratzten die Tzwipis etwas später an der E-Tür.

War bei einer anderen TRUPPE.


Ok, nicht gesehen, hatten die längere Bandmaße?
Mittlerweile gibt es ja auf dem Baumarkt 3-Metrige
Versteh schon, bei uns gab es den Vize-Schlag von den Heimgängern mit denen du 6 Monate viele Schichten aufgezogen warst und zwar mit der flachen Hand ins Gesicht.


Das mit der Länge glaube ich eher nicht *gr* - war nur wegen der Frage nach dem Grenzdienst.


Andere Truppen andere Sitten


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#7

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 20.07.2013 22:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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So ganz ins Nirvana haben wir uns eigentlich nie (im Objekt) mit schöngeistigen Getränken befördert, bis auf ein paar Ausnahmen die viel Durst hatten.
Mal ein Bierchen wenn die Klumpen ins Private entfleucht waren, oder einen gespritzen Kaffee oder Mumpitz.
Irgendwie hatten die Vorsieber schon den gemeinen Grenzsoldaten gut ausgewählt, halt der Pflichterfüllung bewusst
Schön auf den Dienstplan gucken und dann eigenständig raus, auch wenn alle Vorgesetzten nachts den Schlaf der Gerechten schliefen, einschließlich dem OvD der ein Feldwebel war und dich vergattern sollte, der schnarchte am lautesten in seiner Buchte
Da alle so schön ruhten und auch keiner gestört werden durfte oder sollte, standen die Nachtdienstwaffen schön im Spind, vom Waffenuffz der auch müde war so gegen 18 Uhr ausgegeben, inklusive vollen Magazinen die schön über dem Koppelhalter an der Spindtür baumelten, eigentlich eine heiße Kiste, ging wohl nur bei den GT.
Wohlgemerkt, war nicht diese Sicherung wo alle in Truppe vom Hof rollten, nachts gingen so 3 bis 4 Posten raus und eventuell die A-Gruppe bei Alarm.
Gut, wenn du einen Waffenkammer-Spind hattest, hast du ihn wenigstens zugeschlossen wenn du aus der Stube raus bist, bissel Ordnung muss ja sein


zuletzt bearbeitet 20.07.2013 22:41 | nach oben springen

#8

RE: Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft grob vernachlässigt ( = 2 Tage Arrest )

in Grenztruppen der DDR 21.07.2013 16:49
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo,
also bei uns wurde schon so einiges weggepichelt....(manchmal)
Nicht sooo oft, aber wenn, dann fast bis zum Verlust der Muttersprache.
Ich hatte einen guten Freund, der ziemlich zeitgleich seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe begann und sich für 10 Jahre verpflichtet hatte. Der war in Drewitz-Süd/ Jäntschwalde-Ost bei einem Jagdgeschwader stationiert. Und dort - der gute Zufall wollte es - eingesetzt im Material-/ Ersatzteil-/ Werkzeuglager.
Von dort bekam ich dann - mit gewisser Regelmäßigkeit - meinen Alkohol mitgebracht ( fast 100%-en Ethanol). Dazu muß man (vielleicht) wissen, das die Scheiben der Jagdflugzeuge mit reinem Alkohol (in großen Höhen) eisfrei gehalten wurden/ werden (?). Das Zeug lag dort in seinem Lager in 200 l (?) -Fässern unvergällt vor, und wartete nur darauf mit einer kleinen Schwengelpumpe abgezapft zu werden .
Naja und der Rest ist ja dann selbsterklärend: am Anfang mit viel Cola getrunken verschob sich im weiteren Verlauf des Abends die Mischung zu ungunsten der Cola.

Meine Grenzdienstzeit: November 1978 bis November 1979, Batallionssicherung, stationiert in Rotheul (Kreis Sonneberg)


Gruß Axel
Wossi EK 83 1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.07.2013 16:51 | nach oben springen


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