#1

Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 18.07.2013 23:24
von Wossi EK 83 1 | 59 Beiträge

Sicher ein sehr schwieriges Thema, ein dicker Brocken!

Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst hat es sicher in der NVA, bei den GT und auch bei der Bundeswehr gegeben, wird es auch in Zukunft geben!

Durch eine Fernsehreportage " Skat unterm Stacheldraht " ( ausgestrahlt MDR oder RBB vor ca. 2 Jahren ), habe ich erstmalig von einer Degradierung vom Fähnrich zum Soldaten der GT erfahren.

Die ganze Geschichte war für mich sehr ergreifend, fast bizarr, denn im Bereich Plauen kam es im Sommer 1982 quasi zu " Verbrüderungen " zwischen einzelnen Angehörigen der Grenztruppen der DDR und dem BGS. Es wurde gemeinsam erzählt, gelacht, gegessen, getrunken und auch Skat wurde gespielt.
Man tauschte die Kopfbedeckungen aus, ebenso die Bewaffnung und machte Erinnerungsfotos.

Für mich eine der kuriosesten Geschichten im Grenzalltag zwischen 1961 und 1989.

Doch dann flitzten am 10.06.1982 4 Bauarbeiter feindwärts und die Ereignisse überschlugen sich.

Der beteiligte Fähnrich Udo U. gab keinen Schuß ab, doch diese menschliche Handlung fand damals keine Würdigung.
Die Verbrüderungsfotos wurden gefunden, der Fähnrich degradiert, zudem kam er in Militärhaft.

Welche Einschnitte in das Leben verträgt ein Mensch? Was ist aus Udo U. geworden?

Ich persönlich habe nicht an der Grenze gedient, maße mir deshalb auch kein Urteil an.
Binnen Sekunden/ Minuten mussten manchmal ( richtige ) Entscheidungen getroffen werden. Fahneneid oder Gewissen? Fahneneid und Gewissen?

Eigentlich bin ich auch heute noch froh, bei den Landstreitkräften der DDR gedient zu haben. Die Kampfparole " Treffen mit dem ersten Schuß, treffen mit dem ersten Feuerstoß " galt für mich nur bei der Schießausbildung auf Ziele aus Pappe bzw. Metall.

Wossi


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#2

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 18.07.2013 23:48
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Wossi EK 83 1 im Beitrag #1
... Eigentlich bin ich auch heute noch froh, bei den Landstreitkräften der DDR gedient zu haben. Die Kampfparole " Treffen mit dem ersten Schuß, treffen mit dem ersten Feuerstoß " galt für mich nur bei der Schießausbildung auf Ziele aus Pappe bzw. Metall.
...

Hallo Wossi,

nur der Korrektheit halber: Auch bei den Grenztruppen galt dieses Motto nur für die Schießausbildung. Genau genommen war es eine armeeweite Jugendinitiative. Sie wurde also offiziell initiiert und geführt von der FDJ-Organisation in den Streitkräften. Hätte dieses Motto für den Dienst gegolten, wäre es ein Verstoß gegen das Grenzgesetz gewesen. Sorry, das wollte ich kurz dazu angemerkt haben.

Den von Dir geschilderten Fall kenne ich nicht. Ich habe allerdings eine ganze Reihe Degradierungen erlebt. Kameradendiebstahl, Verstoß gegen die sozialistischen Beziehungen, Schädigung des Ansehens der Grenztruppen (im schweren Fall), kapitulantenhaftes Verhalten (E-Gesuch zur faschen Zeit), Nichtausführung von Befehlen (im bereits bestraften Wiederholungsfall), Befehlsverweigerung und Vernachlässigung der Dienstpflichten (mit schweren Folgen oder im bereits bestraften Wiederholungsfall). Aber noch eine andere Sache konnte vorausgehen: Der Ausschluss aus der Partei. In Fällen schwerer Verstöße gegen die Parteidisziplin oder grober "ideologischer Verfehlungen" erfolgte durch die Parteikontrollkommission, bei Offizieren in der Regel die PKK des Grenzkommandos, der Ausschluss aus der Partei. Diesem Ausschluss folgte dann auch die Degradierung und Entlassung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#3

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 18.07.2013 23:52
von icke46 | 2.593 Beiträge

Nun muss ich doch mal als tumber Wessi fragen: Was verstand man unter "Verstoss gegen die sozialistischen Beziehungen"?

Kommt hier etwa wieder der Männerthread vom Lebensläufer ins Spiel?

Warum spukt mir da nun Alexandra Kollontai im Hinterkopf rum?

Gruss

icke



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#4

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 18.07.2013 23:57
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von icke46 im Beitrag #3
Nun muss ich doch mal als tumber Wessi fragen: Was verstand man unter "Verstoss gegen die sozialistischen Beziehungen"?

Kommt hier etwa wieder der Männerthread vom Lebensläufer ins Spiel?

Warum spukt mir da nun Alexandra Kollontai im Hinterkopf rum?

Gruss

icke



Hallo icke,

hier kann Dir geholfen werden RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

LG von der grenzgaengerin


icke46 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 00:01
von icke46 | 2.593 Beiträge

Danke für den Link @grenzgaengerin .

Aber wenn ich mir das so durchlese, kann ich mich mit den Beziehungen von Kollontai doch mehr anfreunden.

Gruss

icke



matloh hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 07:33
von ABV | 4.202 Beiträge

1984 wurde der Spieß der Granatwerferbatterie des Grenzregimentes 38, Oberfeldfwebel S., des mehrfachen Diebstahls von Bargeld aus den Spinden der Soldaten, überführt. Dem folgte das übliche Prozedere: Degradierung zum Soldaten und Entlassung. Die letzten Tage rannte S. in Zivil herum, machte einen auf guten Kumpel, um sich im noch im Nachhinein bei den Soldaten anzubiedern. Er erzählte jedem, dass er das ganze nur abgezogen hätte, um vorzeitig entlassen zu werden. Weil ihm " die ganze Sch... unendlich angekotzt hätte". Wenn wir schon mal beim Thema sind: S. galt unter den Soldaten tatsächlich als ausgesprochener Kotzbrocken. Dem sein Job sichtlich Spaß bereitete. Das Tatmotiv dürfte wohl woanders liegen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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zuletzt bearbeitet 19.07.2013 07:35 | nach oben springen

#7

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 08:31
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Moin,

Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

habe ich ein schönes Beispiel:
In meinem Regiment in Rostock, hatte sich ein Ofw. mit der Frau des Finanzers im Regimentsstab eingelassen. Sowas beruht ja immer auf Gegenseitigkeit, bzw. es gehören immer zwei dazu. Es kam natürlich ans Tageslicht durch einen Zufall.
Großes Brimborium, das Regiment hatte vollzählig auf dem Ex-Platz anzutreten.

Der Politstellvertreter gab den "Richter" , der Delinquent musste vor die Front treten, die o.g. Parole wurde zur Hauptsache erklärt.
Dem zuständigen KC mit dem 1. ZF wurde befohlen den Ofw. die Schulterstücken "zu entfernen", danach kam der Spruch: Soldat x, hiermit werden sie unehrenhaft aus der NVA entlassen. er wurde wie ein Verbrecher abgeführt, hatte seine Uniformen abzugeben und danach das Objekt unter Bewachung sofort zu verlassen.
Es war tagelang Regiments-Gespräch!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#8

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 10:13
von Bugsy | 454 Beiträge

Nach der unehrenhaften Entlassung aus der GT bzw. NVA hatte derjenige dann mit irgendwelchen gesellschaftlichen Nachteilen zu rechnen? Ich frage deshalb, weil in der Schweiz (auch mit einer Pflichtarmee damals) jemand, der unter solchen Umständen entlassen wurde völlig unten durch war. Eine gute Arbeitsstelle konnte man gleich vergessen. Wie war das in der DDR?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 19.07.2013 10:19 | nach oben springen

#9

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 10:28
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo Bugsy,

kommt ganz darauf an, wie man den Begriff "gesellschaftliche Nachteile" auslegen will. Also Vorteile hatte er nur die, die ein Zivilleben nun mal bieten kann. Ansonsten war das Ganze in der Kaderakte aktenkundig. Die andere Wahrheit lautete aber, dass überall Leute gesucht wurden. Da hat man auch mal bei der Kaderakte ein Auge zugedrückt, schließlich war de Besetzung von offenen Stellen auch ein Planziel, das erfüllt werden musste. Dass unmittelbar Steine in den Weg gelegt wurden, ist mir nicht bekannt.

Ein Fall kommt mir noch in den Sinn. Es war zwar keine unehrenhafte Entlassung, aber die Umstände waren schon sehr eigen. Einer meiner Studienkollegen von der Offiziershochschule hatte eine Frau mit viel Westverwandschaft kennengelernt. Er wurde vor die Wahl gestellt, die Frau zu verlassen oder die Grenztruppen. Er entschied sich für die Entpflichtung. Kurz darauf konnte er aber bereits ein Jura-Studium aufnehmen. Solche Beispiele gab es also auch.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#10

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 12:01
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


zuletzt bearbeitet 19.07.2013 12:04 | nach oben springen

#11

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 12:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Dafür brauchte es nicht einmal eine Frau mit Westverwandtschaft, um vor diese Entscheidung gestellt zu werden reichte schon ein zweifelhafter Umgang der Freundin. Die Anbahnung einer festen Beziehung, erst recht einer Ehe, war bei uns ja vorher dem Vorgesetzten zu melden. Erst nach der Überprüfung durch KuSh entschied sich ob man die Verbindung aufrecht erhalten durfte. War die Dame z.B. durch einen kirchlichen oder sonstigen Hintergrund als unpassend eingestuft stand immer die Entscheidung MfS oder Freundin an. Es gab da auch wenige die sich dann für ihre Liebschschaft entschieden, ob diese dann immer lange hielt oder schnell verflog ist mir nicht bekannt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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zuletzt bearbeitet 19.07.2013 12:17 | nach oben springen

#12

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 12:22
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


Das iss ja Cool Grenzwolf,da musste der Dich ja dann als Gefreiter immer Grüßen


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#13

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 12:25
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #12
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


Das iss ja Cool Grenzwolf,da musste der Dich ja dann als Gefreiter immer Grüßen



Nee Pit, der wurde gleich nach der Amtshandlung abtransportiert.


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#14

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 12:51
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #11
...Die Anbahnung einer festen Beziehung, erst recht einer Ehe, war bei uns ja vorher dem Vorgesetzten zu melden. Erst nach der Überprüfung durch KuSh entschied sich ob man die Verbindung aufrecht erhalten durfte. ..


War das so?
Ist ja unglaublich.. ab wann war denn eine Beziehung als "sich anbahnende feste" zu betrachten- nach dem"zweiten mal", oder wann?
Meldung schriftlich auf Vordruck oder reichte mündlich?
Wer war denn so in der Bewertungskommission vertreten?
Wurde deren "moralische Sauberkeit" auch zyklisch überprüft?
Wenn ja, von welcher höhergestellten Instanz?
Wer war also letztlich die oberste Instanz?

Siggi


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#15

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 13:14
von HP6666 | 191 Beiträge

Ich hatte , gerade nach Berlin versetzt ( Okt.82 ) , Silvester eine nette Frau mit Kind kennengelernt . Da sie aber außerhalb Berlins wohnte ( bei KW ) ,
verließ ich jeden Tag , wenn es der Dienst erlaubte , ( unerlaubt )den Standort - und fuhr früh wieder nach Treptow rein . Wenn ein Gefechtsalarm in der Luft lag , blieb ich im Bullenkloster . Nach ca 1,5 Jahren kam einer beim 24-h Dienst (GOvD ) von der V 2000 an . Er wolle mal das Besucherbuch anschauen , fragte mich aber beiläufig , ob ich denn nicht bald mal heiraten wolle . Hab ausweichend geantwortet . War wohl ein Schuß vor den Bug .
Bestraft wurde ich wegen des Verlassens des Standortes nie . Da hatte ich wohl richtig Glück gehabt .

HP6666


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#16

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 19:08
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


Wurde der Vorfall denn nicht mit euch ausgewertet? Was ich nicht verstehe: warum hat man den armen Kerl erst dieser Demütigung unterzogen, um dann doch den " Mantel des Schweigens" über die Angelegenheit zu weren. Da musste ja die berühmte Gerüchteküche regelrecht gebrodelt haben. Logischer wäre doch eine klammheimliche Degradierung im Stab. Inklusive eines klammheimlichen Abtransportes. Hinterher hätte man irgend eine Legende erfunden.

Gruß Uwe


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#17

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 19:22
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.

Sieh mal an! Das war wohl wirklich ein tiefer Absturz. Das überrascht mich aber deshalb, weil so was bei der britischen Armee unmöglich ist, auch heute noch. Da kann man höchstens jeweils um eine Rangstufe degradiert werden. Früher und im Kriegsfalle konnte ein Offizier "cashiered“ werden (ich weiß das deutsche Wort dafür nicht), dabei wird ihm den Rang aberkannt und er fliegt sofort hochkantig raus, wird also gar nicht degradiert. Aber der letzte Fall ereignete sich glaube ich während des Ersten Weltkrieges.

Aber in Zusammenhang damit: Rein theoretisch gesehen, könnte sagen wir mal ein General der NVA oder GT so zum einfachen Soldaten degradiert werden? Oder gab es rangmäßig eine Art "Obergrenze“, vielleicht bei Major oder so?

MsG


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#18

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 19:30
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Ich kann mich noch Erinnern,da haben ein paar Vollpfosten einem Unterleutnant die Schulterstücke abgeschnitten ,es gab ein Heiden Theater .
Militär Staatsanwalt,das ganze Programm ,grosse Auswertung,
Es war am Ende meiner Dienstzeit,gesehen habe ich sie am Tag der Entlassung nicht.


zuletzt bearbeitet 19.07.2013 20:48 | nach oben springen

#19

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 20:00
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.


das widerspricht so ziemlich allen Vorschrifften und Gepflogenheiten diesbezüglich! Einen Offizier bestrafte man höchstens im Kreise der Offiziere! Das ist wohl in den meisten Armeen der Welt so! Ich kann mir kaum vorstellen das dies in der DDR nur in der VM so gehandhabt wurde!
Eine versammelte Grenzkompanie ist so ziemlich der schlechteste Ort den Kompaniechef "Abzuschießen"! Wenn man einen Major zu Soldaten degradiert so wäre die kleinste Instanz wohl das Regiment! Diesbezüglich würde mich auch interessieren was da im Herbst 83 in besagter Kompanie passiert ist!

SCORN


Winch hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.07.2013 20:03 | nach oben springen

#20

RE: Degradierung/ Unehrenhafte Entlassung aus dem Dienst

in Grenztruppen der DDR 19.07.2013 20:41
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #17
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Hat jemand detailliertes Wissen, eventuell aus alten Unterlagen, die Vorgänge im Herbst 83 in der 7.GK 2.GB. GR 24 betreffend?
Dort wurde der ehemalige Kompaniechef vor versammelter Mannschaft, inklusive meiner Wenigkeit, vom Major zum Soldaten degradiert.

Sieh mal an! Das war wohl wirklich ein tiefer Absturz. Das überrascht mich aber deshalb, weil so was bei der britischen Armee unmöglich ist, auch heute noch. Da kann man höchstens jeweils um eine Rangstufe degradiert werden. Früher und im Kriegsfalle konnte ein Offizier "cashiered“ werden (ich weiß das deutsche Wort dafür nicht), dabei wird ihm den Rang aberkannt und er fliegt sofort hochkantig raus, wird also gar nicht degradiert. Aber der letzte Fall ereignete sich glaube ich während des Ersten Weltkrieges.

Aber in Zusammenhang damit: Rein theoretisch gesehen, könnte sagen wir mal ein General der NVA oder GT so zum einfachen Soldaten degradiert werden? Oder gab es rangmäßig eine Art "Obergrenze“, vielleicht bei Major oder so?

MsG


Hallo Bugsy!
Das war wohl so etwas wie eine deutsche Tradition. Der diensthabende Offizier der "Wolfsschanze", welcher seinerzeit versäumte Hitler wegen einer gemeldeten Rückzugsoperation von Rommel, zu wecken, wurde wegen dieses " Vergehens" zunächst zum Tode verurteilt. Und nach Fürsprache seines Vorgesetzten, zum Soldaten degradiert. Bevor der Ex-Major entlassen wurde, musste er noch ein paar Wochen als einfacher Kanonier dienen. Ich kenne das auch so: die unehrenhafte Entlassung aus dem aktiven Dienst, ging immer mit der Degradierung zum niedrigsten Rang herab, einher.
So etwas geschah aber, wie Scorn ebenfalls schreibt, niemals im Beisein einfacher Soldaten.

Gruß Uwe


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