#261

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 21.11.2015 13:56
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Menschliches Bedürfnis

Angesichts der spezifischen Thematik der folgenden Geschichte, würde ich anwesenden Damen nahe legen, eventuell auf das Studieren der Erzählung zu verzichten, falls doch, ich werde mich bemühen Detailschilderungen weitestgehend zu vermeiden.
Also gut, trotz aller anderslautenden löwenthalschen Vermutungen, war auch der gemeine Grenzsoldat ganz einfach ein Mensch mit dementsprechenden menschlichen Bedürfnissen.
Um eines der drückensten soll es hier gehen.
Der Dienst in Wald und Flur bachte es mit sich das man über mehrere Stunden von der Bereitstellung sanitärer Anlagen abgekoppelt war, die Natur aber trotzdem ihr drückendes Recht einforderte.
Bei Eintritt dieses Falles, war man gezwungen sich halt selbst in den Wald zu verdrücken.
Da ich in den letzten Zeilen doch gehäuft den Begriff Druck verwende, kann man die oft zu lesende Äußerung "Wir standen unter Druck" im Zusammenhang mit der Grenzsicherung durchaus nachvollziehen.
Also, mein Mitgenosse hatte sich ins Unterholz verzogen um ganz allein schöne 10 Minuten zu verbringen.
Das war vom Dienstablauf her nicht ganz unproblematisch, eigentlich sollte man sich ja auch unter Kameraden-Genossen an der Grenze nicht aus den Augen lassen, da man aber verständlicherweise bei allen Verrichtungen nun nicht hautnah dabei sein mochte, durfte der Mitkämpfer samst seiner Waffe allein im Wald verschwinden.
In der Hoffnung auf das baldige Wiederauftauchen des Kamnossen verbrachte man die Zeit meist rauchend allein.
Gerade als aus dem Wald ein Geräusch drang das dem des Detonieren eines Tötungsautomaten nicht ganz unähnlich war, setzte noch ein zweites unangenehmes Geräusch ein, nämlich das Brüllen des "Ochsen", ein Signalhorn das die Auslösung des nahen Grenzsignalzaunes verkündete.
Entschuldigung, aber muss jetzt leider das Gefühl in dem Moment brutal auschreiben, "Scheiße!"
Vorschriftsgemäß musste ich sofort Verbindung mit der Führungsstelle aufnehmen und aus der Sprecheinrichtung donnerte der Befehl: "Sofort in x+3 Stellung an Postenpunkt soundso beziehen!"
Ok, x+3 bedeudet im militärischen Sprachgebrauch 3 Minuten was ja ein relativ eng gesteckter Zeitraum ist.
Ich rief also in den Wald "los Jürgen wir müssen!", obwohl, eigentlich musste ja nur der Jürgen.
Besagter Jürgen kam nun in vorbildlicher Pflichterfüllung mit eilig hochgezogener Hose, die anderen Ausrüstungsgegenstände wie Koppel und Tragegestell locker in der Hand haltend aus dem Unterholz gebrochen und schwang sich in den Kübelwagen dessen Motor ich schon mal tuckern ließ.
Nun ging es in wilder Fahrt zum befohlenen Ort.
Da der Jürgen dort in einem anzugsordnungsmäßig recht bedenklichen Zustand am Kollonnenweg stand, hoffte ich das niemand anderes noch vorbei fuhr, nicht das man eventuell noch völlig falsche Schlüsse gezogen hätte.
Aber alles war gut, Jürgen sah nach 5 Minuten wieder wie ein ordentlicher Soldat aus, ausgenommen der gängigen grenztypischen Abstriche, ob er tatsächlich richtig fertig war mit seinem "Geschäft" hab ich ihn aber lieber nicht gefragt.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#262

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 21.11.2015 15:42
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

In der Nähe unserer GK, wo genau ist mir entfallen, wurde ein Übungsschießen durchgeführt. Alles verlief ganz locker und ging seinen gewohnten Gang.Eine Pause stand an, es war noch ein warmer Herbsttag, wir gruppierten uns auf einer kleinen Waldlichtung um unseren Gruppenführer. Er war Unteroffizier aber wir waren alle auf Kumpelebene. Er war ein ganz lockerer Typ, gehörte aber zur Gruppe der "Schlauberger" und es gefiel ihm, wenn er von allen bewundert wurde. Er hatte noch ein paar überzählige Patronen bzw. Platzpatronen und nun wollte er uns etwas Neues zeigen.
"Habt ihr schon mal gesehen wie Schwarzpulver brennt?" war seine Frage. Wir waren natürlich neugierig und gruppierten uns nun um einen großen Steinbrocken. Nun demontierte unser "Schlauberger" ein oder zwei Patronen und schüttete das Schwarzpulver zu einem kleinen Häufchen auf den Stein. Wir traten nun doch etwas ängstlich zurück, er beruhigte uns jedoch und sagte: "Da passiert gar nichts!". Nun holte er sein Streichhözer raus und versuchte das Pulver anzuzünden. Wir waren schon schadenfroh, denn der Wind blies die Hölzer ständig aus. Wir dachten, das wird nichts. Doch plötzlich zischte eine Stichflamme in die Höhe, wir sprangen zurück und es war glücklicherweise außer dem Schrecken fast nichts passiert. Fast: unser "Schlauberger" hatte sich die Kuppen von Daumen und Zeigefinger leicht verbrannt, die Augenbrauen und eine Haarsträne von ihm waren auch leicht angesengt. Er war doch ganz schön erschrocken, markierte aber den Coolen und bemerkte dann: "War wahrscheinlich doch etwas zu viel Pulver". Wir verkniffen uns etwas die Schadenfreude, denn unser gutes Verhältnis wollten wir nicht zerstören.

Ja und heute sagt man dazu: "Das war unsinniger jugendlicher Leichtsinn!" (Manchmal sagt man aber auch: "Schade, dass der jugendliche Leichtsinn vorbei ist!")

MfG

GKUS64


Hanum83, Klauspeter, Rainer-Maria Rohloff, IM Kressin und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#263

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 00:15
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #258
Bunte Zeitung

Manchmal, oder besser oft, regierte auch einfach die lange Weile beim heroischen Schutz der Errungenschaften des Sozialismus, kein Grenzverletzer weit und breit, zu schleusende Kundschafter waren auch im wohlverdienten Wochenende, also nix los.
Dann fuhr man halt mit dem schönen stoffbespannten Trabant etwas durch die Botanik, hielt mal da und auch mal dort an, rauchte entspannt und beobachte die heimische Vogelwelt, die Zeiger der Uhr erschienen dabei wie angeschweißt.
Manchmal durchbrach aber ein plötzlich unverhofft eintretendes Ereignis auch diesen Anschein der bleiernen Zeit.
Bei der Fahrt entlang dieses ordentlich geharkten 6-Meter-Kontrollstreifens blitze auf einmal ein fast untergepflügtes buntes Presserzeugnis auf.
Sofort war man der Annahme das es sich um ein, schlimmstenfalls sogar moralisch verwerfliches, Machwerk des Feindes handeln könnte.
Das musste natürlich eingehend untersucht werden, aber in freier soldatischer Initiative ohne den Führer, oder besser, den mit der Führung beauftragten Kommandanten zu beunruhigen, der ja auch in der weit entfernten Kommandostelle seinen ruhigen Dienst genoss.
Wir konnten ja in den Weiten dieses Forums auch schon lesen welche Kettenreaktionen z.B. die Meldung einer vom Schnee befreiten Sektflasche hervorrufen konnte.
Einfach die 3 Meter zum zu untersuchenden Objekt zu Fuß zurückzulegen war ja leider unmöglich.
Also wie sollte nun weiter vorgegangen werden.
In einer nahen Baumgruppe wurde ein Ast in der für die Aufgabe geeigneten Länge und Stärke gesucht und mittels Seitengewehr vom Baum abgetrennt und mit einer Spitze versehen.
Diese Arbeit musste gut abgesichert erfolgen da das Bearbeiten von Ästen und ihr Transport in feindwärtige Richtung in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze zu den eigentlich nicht getatteten Tätigkeiten gehörte.
Dann wurde mühsam nach etlichen mißlungenen Versuchen das Presseerzeugnis endlich aufgespießt und geborgen.
Entgegen der ersten "Befürchtung" enpuppte sich das in aufwendiger Arbeit gesicherte bunte Heft nicht als westliche Schund- u. Schmutzliteratur, sondern als ein Teil der allseits beliebten "Armeerundschau".



hmm, Hanum,
war der k6 zu deiner zeit komplett geharkt
oder wurde nur nach dem betreten die spuresicherheit hergestellt,
zb. mit einer harke?

nen k6 konnte ich durchaus spurenfrei betreten, im oberharz,
wenn es trocken war.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#264

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 03:30
von schulzi | 1.766 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #263
Zitat von Hanum83 im Beitrag #258
Bunte Zeitung

Manchmal, oder besser oft, regierte auch einfach die lange Weile beim heroischen Schutz der Errungenschaften des Sozialismus, kein Grenzverletzer weit und breit, zu schleusende Kundschafter waren auch im wohlverdienten Wochenende, also nix los.
Dann fuhr man halt mit dem schönen stoffbespannten Trabant etwas durch die Botanik, hielt mal da und auch mal dort an, rauchte entspannt und beobachte die heimische Vogelwelt, die Zeiger der Uhr erschienen dabei wie angeschweißt.
Manchmal durchbrach aber ein plötzlich unverhofft eintretendes Ereignis auch diesen Anschein der bleiernen Zeit.
Bei der Fahrt entlang dieses ordentlich geharkten 6-Meter-Kontrollstreifens blitze auf einmal ein fast untergepflügtes buntes Presserzeugnis auf.
Sofort war man der Annahme das es sich um ein, schlimmstenfalls sogar moralisch verwerfliches, Machwerk des Feindes handeln könnte.
Das musste natürlich eingehend untersucht werden, aber in freier soldatischer Initiative ohne den Führer, oder besser, den mit der Führung beauftragten Kommandanten zu beunruhigen, der ja auch in der weit entfernten Kommandostelle seinen ruhigen Dienst genoss.
Wir konnten ja in den Weiten dieses Forums auch schon lesen welche Kettenreaktionen z.B. die Meldung einer vom Schnee befreiten Sektflasche hervorrufen konnte.
Einfach die 3 Meter zum zu untersuchenden Objekt zu Fuß zurückzulegen war ja leider unmöglich.
Also wie sollte nun weiter vorgegangen werden.
In einer nahen Baumgruppe wurde ein Ast in der für die Aufgabe geeigneten Länge und Stärke gesucht und mittels Seitengewehr vom Baum abgetrennt und mit einer Spitze versehen.
Diese Arbeit musste gut abgesichert erfolgen da das Bearbeiten von Ästen und ihr Transport in feindwärtige Richtung in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze zu den eigentlich nicht getatteten Tätigkeiten gehörte.
Dann wurde mühsam nach etlichen mißlungenen Versuchen das Presseerzeugnis endlich aufgespießt und geborgen.
Entgegen der ersten "Befürchtung" enpuppte sich das in aufwendiger Arbeit gesicherte bunte Heft nicht als westliche Schund- u. Schmutzliteratur, sondern als ein Teil der allseits beliebten "Armeerundschau".



hmm, Hanum,
war der k6 zu deiner zeit komplett geharkt
oder wurde nur nach dem betreten die spuresicherheit hergestellt,
zb. mit einer harke?

nen k6 konnte ich durchaus spurenfrei betreten, im oberharz,
wenn es trocken war.

gruß vs

und im Winter wen gefroren konnte man sogar drauf Polka tanzen


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#265

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 03:55
von Gelöschtes Mitglied
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Nun das ich nur im Ausbildungsregiment aktiv war ist ja wohl bekannt.
Spurensicherheit auf dem K6. Den gab es auch rund um das Munitionslager des GAR-5 Glöwen.
Winter in Glöwen, Schnee ohne ende.
Da hatte so ein Superhirn in den Schnee "EK xxxxx, ich weis es nicht mehr hineingetrampelt. Bei der Wachablösung hat der neue Wachhabende den
Postenbereich nicht übernommen. Die "Alte Wache" wurde aktiv mit Eimern und Schubkarren um mit Schnee den Schandfleck zu überdecken.
Bärendienst, oder wie nennt man das, ja der Clevere EK.
Micha
(So wurden aus 24 stunden schon mal 27)


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#266

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 04:37
von damals wars | 12.219 Beiträge

Im Grenzdienst ließen wir in so einen Fall mal den LKW der Hunde.... (Ello mit Stollenreifen) einen kleinen "Umweg" über den K 6 nehmen.
Der konnte ja das Lenkrad verrissen haben.
Schon gab es einen Grund zum Harken.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#267

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 09:08
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #263
Zitat von Hanum83 im Beitrag #258
Bunte Zeitung

Manchmal, oder besser oft, regierte auch einfach die lange Weile beim heroischen Schutz der Errungenschaften des Sozialismus, kein Grenzverletzer weit und breit, zu schleusende Kundschafter waren auch im wohlverdienten Wochenende, also nix los.
Dann fuhr man halt mit dem schönen stoffbespannten Trabant etwas durch die Botanik, hielt mal da und auch mal dort an, rauchte entspannt und beobachte die heimische Vogelwelt, die Zeiger der Uhr erschienen dabei wie angeschweißt.
Manchmal durchbrach aber ein plötzlich unverhofft eintretendes Ereignis auch diesen Anschein der bleiernen Zeit.
Bei der Fahrt entlang dieses ordentlich geharkten 6-Meter-Kontrollstreifens blitze auf einmal ein fast untergepflügtes buntes Presserzeugnis auf.
Sofort war man der Annahme das es sich um ein, schlimmstenfalls sogar moralisch verwerfliches, Machwerk des Feindes handeln könnte.
Das musste natürlich eingehend untersucht werden, aber in freier soldatischer Initiative ohne den Führer, oder besser, den mit der Führung beauftragten Kommandanten zu beunruhigen, der ja auch in der weit entfernten Kommandostelle seinen ruhigen Dienst genoss.
Wir konnten ja in den Weiten dieses Forums auch schon lesen welche Kettenreaktionen z.B. die Meldung einer vom Schnee befreiten Sektflasche hervorrufen konnte.
Einfach die 3 Meter zum zu untersuchenden Objekt zu Fuß zurückzulegen war ja leider unmöglich.
Also wie sollte nun weiter vorgegangen werden.
In einer nahen Baumgruppe wurde ein Ast in der für die Aufgabe geeigneten Länge und Stärke gesucht und mittels Seitengewehr vom Baum abgetrennt und mit einer Spitze versehen.
Diese Arbeit musste gut abgesichert erfolgen da das Bearbeiten von Ästen und ihr Transport in feindwärtige Richtung in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze zu den eigentlich nicht getatteten Tätigkeiten gehörte.
Dann wurde mühsam nach etlichen mißlungenen Versuchen das Presseerzeugnis endlich aufgespießt und geborgen.
Entgegen der ersten "Befürchtung" enpuppte sich das in aufwendiger Arbeit gesicherte bunte Heft nicht als westliche Schund- u. Schmutzliteratur, sondern als ein Teil der allseits beliebten "Armeerundschau".



hmm, Hanum,
war der k6 zu deiner zeit komplett geharkt
oder wurde nur nach dem betreten die spuresicherheit hergestellt,
zb. mit einer harke?

nen k6 konnte ich durchaus spurenfrei betreten, im oberharz,
wenn es trocken war.

gruß vs


"geharkt" war er nun sicherlich nicht, geeggt schon und da regelmäßig war es eher schlecht da drauf zu treten, das Ding war ja nun mal dazu gedacht Spuren anzuzeigen, wenns im Harz anders war, keine Ahnung.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
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zuletzt bearbeitet 22.11.2015 09:11 | nach oben springen

#268

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 09:36
von Rainer-Maria Rohloff | 1.383 Beiträge

Mal wieder hin zu den Geschichten.

Die hier nenne ich einmal " Verdammte Traumstiefeletten" von Rainer-Maria Rohloff

Letzte Woche hatte ich einen Traum. Ich träume übrigens oft und wenn, dann immer von vergangenen Schaffenszeiten in meinem vor gut 44 Jahren erlernten Beruf. Einem Beruf übrigens, der mich bis vor ein paar Jahren noch durch Heizhäuser, Rohrkanäle, Kläranlagen, Krankenhäuser, Chemie und Industrieanlagen von klein bis riesengroß, Kohlekraftwerke und andere Stätten schickte, wo Energie entweder erzeugt verteilt oder verbraucht wird.

Dieser Traum war anders, ganz anders. Ich befand mich wieder als junger Kerl von gut 24 Jahren bei den Grenztruppen der DDR, lag in unsrer alten Stube im Stab Nostorf an der Elbgrenze auf dem Doppelstockbett und wollte gerade meine Stiefel ausziehen. Nur das klappte irgendwie nicht. Ich mühte und mühte mich, vergeblich, da meinte eine vertraute Stimme zu mir:

„Genosse Rohloff, hier habe ich ihre neue Uniform“ und ich schaute in die Mitte des Raumes, verdammt da saß doch unser alter Hauptmann des Pionierzuges am Tisch und hielt am Kleiderbügel eine wunderschöne sandfarbene Uniform in die Höhe, eine blendend helle Uniform deren Schuhe in einer Art Pretty Woman Kniestiefelette dieses Kleidungsstück irgendwie bis zum Boden verlängerte.

Ringsherum in der Stube hingen auf einmal Unmengen an Stiefel unterschiedlicher Art an den gut sechs Doppelstockbetten, darunter recht schmaler preußischer Offiziersschaft deren ich als Zwipi (Zwischenpisser, damals Soldat im zweiten Diensthalbjahr)das Glück hatte, welche zu ergattern, dann diese normalen Knobelbecher ala NVA, regelrechte Elbkähne wie die Dinger, die mir damals 25 Kilometer Härtetest zur Tortour, zum jungen Alptraum werden ließen und wieder mühte ich mich verzweifelt, meine Stiefel von den Füssen, von den Waden zu bekommen, es wurde immer verrückter, ich schaffte es einfach nicht.

Der Raum füllte sich plötzlich mit einer Menge Sackis(das war die damalige Bezeichnung für Berufsoffiziere) und alle bewunderten diese wirklich sehr gut geschneiderte Uniform, wollten diese anfassen nur mich auf dem Bett nahm überhaupt keiner wahr bis einer der Männer sich umdrehte und ich erkannte Generaloberst Bär(bitte jetzt nicht festnageln, wenn nötig berichtige ich dies für die „alten Krieger“, fürs NVA-Forum), na jedenfalls der General besuchte uns einmal in N. mit dem Hubschrauber….ich habe da noch ne sehr unschöne persönliche Begegnung mit dem Mann in Erinnerung.

Gefreiter Rohloff immer noch verzweifelt mit den Stiefeln kämpfend fragt jetzt den Genossen General ob er bitteschön mal mit anfassen könnte, ihm einfach nur helfen könnte die Dinger von den Waden zu bekommen nur der schaut irgendwie hochmütig über mich drüber wie…“was erdreistet sich der junge Kerl mich den General zu bitten ihm ausgerechnet bei seinen Stiefeln zu helfen“

Ich schwitzte mittlerweile, denn wahre Zentner von Traumstiefeln hingen an mir, ich bekam doch die Dinger nicht von den schmalen Waden und zugegeben, damals war ich noch ein Hänfling der zwar in der Ruhe des Gefreitenalltages regelrecht …na sagen wir gut durchwachsen wurde aber eben jetzt im Traum die Scheißdinger nicht herunter bekam.

Eine Hand kam irgendwie aus dem Nichts…weckte mich mit sanftem Schütteln, ich musste mich schweißgebadet erstmal orientieren, es war mein Frau, ich liebe das Weib wenn Sie mich aus meinen Alpträumen holt, der Traum war gegessen, Stiefel hatte ich auch nicht mehr an und dazu noch nicht mal ne Schlafanzughose und ich schlief noch die Stunde vor Mitternacht bis mich der Wecker weckte…wie jeden Morgen, vor meiner Tagschicht.

Rainer-Maria

Und einen guten Sonntag allen ins Forum



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#269

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 10:27
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #268

Eine Hand kam irgendwie aus dem Nichts…weckte mich mit sanftem Schütteln, ich musste mich schweißgebadet erstmal orientieren, es war mein Frau, ich liebe das Weib wenn Sie mich aus meinen Alpträumen holt, der Traum war gegessen, Stiefel hatte ich auch nicht mehr an und dazu noch nicht mal ne Schlafanzughose .........



Und nun wird´s richtig spannend,.........dachte ich! Schade!


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#270

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 11:18
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #269
Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #268

Eine Hand kam irgendwie aus dem Nichts…weckte mich mit sanftem Schütteln, ich musste mich schweißgebadet erstmal orientieren, es war mein Frau, ich liebe das Weib wenn Sie mich aus meinen Alpträumen holt, der Traum war gegessen, Stiefel hatte ich auch nicht mehr an und dazu noch nicht mal ne Schlafanzughose .........



Und nun wird´s richtig spannend,.........dachte ich! Schade!



Eben, bitte Fortsetzung, obwohl, nee, lieber nicht


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#271

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 11:46
von mibau83 | 831 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #268

und ich erkannte Generaloberst Bär(bitte jetzt nicht festnageln, wenn nötig berichtige ich dies für die „alten Krieger“, fürs NVA-Forum)



generalmajor bär

http://www.grenzkommando.de/generalitaet-1.html


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#272

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 12:08
von Rainer-Maria Rohloff | 1.383 Beiträge

Meine Frau um das mal weniger erotisch fortzusetzen Männer, Sie schläft nur noch sehr selten mit in unserem Schlafzimmer. Denn, Sie nutzt jetzt das Kinderzimmer unsere Jüngsten(Diese ist vor Jahren entflogen....wie so ein junger Sperling, ins eigene Leben)Auch weil ich ab uns an wohl schnarche, so ihr liebevoller ...."wohl mehr verständnisvoller"Kommentar.

Und Männer, mal ohne Mist, wir müssten unbedingt mal nen Fred eröffnen so "Sexualität im Alter" Denn vor Kurzem hat es mich fast vom Bett gehauen. Ich glaube das nennt man im Doktordeutsch"Gleichgewichtsstörungen durch Abnutzung der Halswirbelsäule" Ich lache jetzt besser nicht, denn das war gefährlich genug, siehe dieses HAAAAAa, was ich sonst immer verwende. Ich bedanke mich trotzdem ganz artig und auf weiterhin gute Geschichten.

Rainer-Maria



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#273

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 23:42
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #267


"geharkt" war er nun sicherlich nicht, geeggt schon und da regelmäßig war es eher schlecht da drauf zu treten, das Ding war ja nun mal dazu gedacht Spuren anzuzeigen, wenns im Harz anders war, keine Ahnung.



Hanum83,
wollen wir nun hoffen, dass der nutzer des www auch etwas weiter liest,
sonst glaubt er ja dieser, deiner aussage und bekommt nen falsches 'bild' vermittelt.

mir ist jedoch klar, weil selbst erlebt, dass es nicht nur steingarten ähnliche k6 gab und sie eher die ausnahme waren.
doch unsrer streifen wurde nur 1x pro jahr gegrubbert oder mit ner zinkenegge abgefahren. ne chemische bearbeitung lies der naturschutz nicht zu.

wie wurde denn bei euch im winter die spurensicherheit gewährleistet?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#274

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 22.11.2015 23:58
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #272

Und Männer, mal ohne Mist, wir müssten unbedingt mal nen Fred eröffnen so "Sexualität im Alter" Denn vor Kurzem hat es mich fast vom Bett gehauen. Ich glaube das nennt man im Doktordeutsch"Gleichgewichtsstörungen durch Abnutzung der Halswirbelsäule" Ich lache jetzt besser nicht, denn das war gefährlich genug, siehe dieses HAAAAAa, was ich sonst immer verwende. Ich bedanke mich trotzdem ganz artig und auf weiterhin gute Geschichten.

Rainer-Maria


Nee lass mal Lebensläufer. Die vier Zeilen haben ausgereciht mein Kopfkino in Beweging zu setzen Und wenn ich den Film beschreiben müsste, würden hier einige vielleicht in eine tiefe Wintrdepression verfallen.

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#275

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 23.11.2015 08:29
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #273
Zitat von Hanum83 im Beitrag #267


"geharkt" war er nun sicherlich nicht, geeggt schon und da regelmäßig war es eher schlecht da drauf zu treten, das Ding war ja nun mal dazu gedacht Spuren anzuzeigen, wenns im Harz anders war, keine Ahnung.



Hanum83,
wollen wir nun hoffen, dass der nutzer des www auch etwas weiter liest,
sonst glaubt er ja dieser, deiner aussage und bekommt nen falsches 'bild' vermittelt.


mir ist jedoch klar, weil selbst erlebt, dass es nicht nur steingarten ähnliche k6 gab und sie eher die ausnahme waren.
doch unsrer streifen wurde nur 1x pro jahr gegrubbert oder mit ner zinkenegge abgefahren. ne chemische bearbeitung lies der naturschutz nicht zu.

wie wurde denn bei euch im winter die spurensicherheit gewährleistet?

gruß vs




Oh man, corintus cacus in Reinkultur.
Zwischen "geharkt" und "geeggt" besteht halt nur der Unterschied der technischen Ausführung, das Resultat ist relativ gleich.
Die Verwendung des Begriffes "geharkt" unterlag, da eine Geschichte, halt der erzählerischen Freiheit, nicht weniger aber auch nicht mehr.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Fritze und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#276

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 23.11.2015 22:59
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #275


Oh man, corintus cacus in Reinkultur.
Zwischen "geharkt" und "geeggt" besteht halt nur der Unterschied der technischen Ausführung, das Resultat ist relativ gleich.
Die Verwendung des Begriffes "geharkt" unterlag, da eine Geschichte, halt der erzählerischen Freiheit, nicht weniger aber auch nicht mehr.




kein problem mit deiner ansicht, Hanum,
doch du hast ja vor einiger zeit dieses thema erstellt
und es war mir nicht bewusst, dass du grenzermärchen lesen wolltest

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#277

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 23.11.2015 23:02
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #276
Zitat von Hanum83 im Beitrag #275


Oh man, corintus cacus in Reinkultur.
Zwischen "geharkt" und "geeggt" besteht halt nur der Unterschied der technischen Ausführung, das Resultat ist relativ gleich.
Die Verwendung des Begriffes "geharkt" unterlag, da eine Geschichte, halt der erzählerischen Freiheit, nicht weniger aber auch nicht mehr.




kein problem mit deiner ansicht, Hanum,
doch du hast ja vor einiger zeit dieses thema erstellt
und es war mir nicht bewusst, dass du grenzermärchen lesen wolltest

gruß vs



Weist du was, eh du nur immer überall sonderbar herumorakelst, erzähl doch einfach auch mal wieder was und falls du darauf keine Lust hast, verzieh dich doch einfach aus dem Thema


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.11.2015 23:04 | nach oben springen

#278

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 23.11.2015 23:55
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #277


Weist du was, eh du nur immer überall sonderbar herumorakelst, erzähl doch einfach auch mal wieder was und falls du darauf keine Lust hast, verzieh dich doch einfach aus dem Thema


Hanum,
sobald du mir hier bestätigst lieber grenzermärchen zu lesen,
bin ich enthaltsam.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#279

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 23.11.2015 23:56
von Hanum83 | 4.815 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #278
Zitat von Hanum83 im Beitrag #277


Weist du was, eh du nur immer überall sonderbar herumorakelst, erzähl doch einfach auch mal wieder was und falls du darauf keine Lust hast, verzieh dich doch einfach aus dem Thema


Hanum,
sobald du mir hier bestätigst lieber grenzermärchen zu lesen,
bin ich enthaltsam.

gruß vs



Mir wärs ehrlich lieber du trollst dich auch so


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 24.11.2015 00:03 | nach oben springen

#280

RE: Erzählt mal wieder was

in Grenztruppen der DDR 24.11.2015 00:01
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #279


Mir wärs ehrlich lieber du verziehst dich auch so


... grenzermärchen sind dir demnach genehmer?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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