#41

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 21:27
von WernerHolt (gelöscht)
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@ChristianAC

es wurde in kolonne gefahren?abgesichert durch feldjäger?


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#42

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 21:34
von ChristianAC | 71 Beiträge

@WernerHolt

Kolonne ja......Feldjäger nein......Kradmelder ja (waren Eigenzuchten ;-) )....die Jungs haben mir Leid getan.

Die waren völlig überfordert.

Ich als letztes Fahrzeug hab den vor mit fahrenden San-Unimog fast geschrottet, da ich .... wie in der Fahrschule gelernt und
immer wieder geübt....dicht aufgefahren bin, damit kein Zivilfahrzeug dazwischen kommt und nicht erwartet hatte, dass es an
der roten Ampel anhält.

Lag aber auch daran, dass die 6 Marsch(reservisten)gruppen aus allen Teilen der Republik kamen, genau wie die zugeteilten
Fahrer und Kradmelder. Man kannte sich nicht und hat zusätzlich einfachste Grundregeln des Kollonefahrens über Bord geworfen.


zuletzt bearbeitet 10.12.2013 21:49 | nach oben springen

#43

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 21:48
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Hallo,

Dank euch vom Bund, für den Einblick.

Wenn ich es mir recht überlege, stammt der von mir geschilderte Eindruck bezüglich der DDR-Armee von westlichen Zivilisten, die Fernsehen guckten oder von Uniformierten an der Grenze kontrolliert wurden.
Diese Zivilisten hielten uns jedenfalls für gefährlicher als wir waren.
Der "Wirkungsgrad" der ideologischen Indoktrination in der DDR wird von westlicher Seite oft überschätzt. Die offiziellen Verlautbarungen waren militanter als die Realität.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Marder und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 21:49
von WernerHolt (gelöscht)
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hat sich wohl ne menge geändert @ChristianAC
zu meiner zeit als mkf (leo) wurden wir grundsätzlich von den feldjägern abgesichert.die jungs haben uns die bahn freigehalten.haben auch oft nachts verlegt ,wo wenig los war.allerdings muss ich auch sagen ,das wir nie große kolonnen mit langem marschband hatten


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#45

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 22:00
von ChristianAC | 71 Beiträge

@Freienhagener

Das war ja auch ne ganz andere Hausnummer.

Das muss man schon auseinander halten.

Als militärischer Feind in dem beschriebenen Zeitraum und den zu der Zeit passierenden Veränderungen. Nein.....da hat man "den Osten"
eigentlich nicht mehr als Feind wahr genommen.

Als Grenztruppen zB. als Busreisende auf der Transitstrecke nach Berlin zur Funkausstellung oder als Anwohner des Grenzgebietes war
das etwas ganz anderes. Da hat man sich die lockere Zunge oder flapsige Bemerkungen gespart, da man keine Lust hatte z.B. aus dem
Bus gezogen und auf einenn längen Plausch zu Kaffee und Kuchen eingeladen zu werden.

Da war der Respekt einfach enorm.


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#46

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 22:01
von Freienhagener | 3.853 Beiträge

Ja, das mit den Zivilisten ist mir erst nach euren Beiträgen klar geworden....


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#47

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 22:16
von WernerHolt (gelöscht)
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was mir zum thema verlegen noch einfällt
@ChristianAC
nur für dich !!!!!! und auch für @Marder
das waren noch zeiten





MkG
HG


ChristianAC, glasi und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.12.2013 22:24 | nach oben springen

#48

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 22:36
von ChristianAC | 71 Beiträge

Hach ja......da kommen Erinnerungen hoch

Unsere eigenen logistischen Planungen haben wir eigentlich auch immer recht gut hinbekommen, wenn auch manchmal
gezwungenermassen

Leider hatte der Kamerad beim Versorgungfeldwebel eine absolut unleserliche Sauklaue. Als er 11 Karton Reiningungsdochte
bestellen sollte, wunderte man sich, warum die Lieferung so lange dauerte.
Klar wurde dies, als die Bundesbahn anrief, dass am Güterbahnhof die 11 Wagons Dochte bereit stehen würde.
Nach Entnahme der eigentlich bestellten 11 Karton weigerte sich die DB leider den Rest wieder ins Depot zu karren.
Also musste entsprechender logistischer Aufwand getrieben werden, um den Mist dann per LKW wieder ins Depot zu bringen.

Wenn wir in unserer Einheit einen östlichen Spion gehabt hätten und als exemplarisch erkannt worden wären,.......ich will es mir gar nicht
ausmalen.

Der Laden war über alle Masse unkoordiniert.

Trotzdem war es eine schöne Zeit.


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#49

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 22:48
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Was stand bei der BW eigentlich auf Sabotage?


zuletzt bearbeitet 10.12.2013 22:59 | nach oben springen

#50

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 23:23
von ChristianAC | 71 Beiträge

@GZB1

Gute Frage. Bei uns wäre das Problem gewesen, dass man Sabotage erstmal vom Alltag hätte trennen müssen.
Die Frage ist auch, ob es Sabotage ist, wenn man sich sklavisch......ohne weiter nachzudenken.....an die ZDvs (Zentrale Dienstvorschriften)
hielt.

Meine Lieblings ZDv war die Wach-ZDv. Man wurde schon mal sehr kritisch beäugt wenn man sich in seiner Freizeit ZDv's zum Lesen
ausgeliehen hat.

Interessant an der Wache ist, dass man sich plötzlich etwas ausserhalb der normalen Befehlshierachie bewegt. Man war also als Schütze-Arsch,
bzw. später Gefreiter-Arsch plötzlich in einem sehr sehr eng definierten Bereich "Vorgesetzter" z.B. eines Oberst-Leutnant.
Wenn man dann als Torposten noch wusste, dass auf einen Fahrbefehl eigentlich das grosse und nicht das kleine Dienstsiegel gehörte, dann
hatte man schon mal eine nützliche "Waffe" in der Hand, die man nutzen konnte, wann man am Tor schräg angemacht wurde.
Das grosse Dienstsiegel musste immer im Safe aufbewahrt werden und war für den täglichen Umgang viel zu unpraktisch. Deshalb wurde
eigentlich IMMER das kleine Dienstsiegel benutzt. Ich habe in meiner Dienstzeit eigentlich NIE einen Fahrbefehl mit grossem Dienstsiegel zu
sehen bekommen. Aber Vorschrift ist nun mal Vorschrift und der Fahrbefehl mit dem kleinen Dienstsiegel nun mal streng genommen ungültig.

Während der Wintex-Übung kam also besagter Oberst-Leutnant mit seinem Fahrer...

"Ich bring den Chorbefehl....ich bring den Chorbefehl....ich muss hier durch"

Das mag ja sein.....konnte aber gerade auch im Rahmen der Übung auch ein Test der Wache sein, ob sie sich korrekt verhält.

Also Fahrbefehl und Dienstausweise zeigen lassen.....übliches Prozedere.....als Oberst-Leutnant war er ja nun noch kein General, der mit
Bild in der Wache hing, den man hätte kennen müssen.

Fahrbefehl gabs zu sehen, Dienstausweis nur vom Fahrer.....der Herr Oberst-Leutnant hielt es nicht für nötig....denn er war ja wichtig.
Trotz mehrfacher Nachfrage kein Dienstausweis des Herren.

Daraufhin erstmal die erlaubte Diskussion um das Siegel auf dem Fahrbefehl gestartet. Die Weissglut auf der Rückbank find langsam an sich
zu steigern. Der Herr wurde leidlich ungehalten. Dienstausweis gabs aber immer noch nicht zu sehen.

Also Torposten ist es durchaus auch erlaubt sich Stichprobenhaft die vollständige Ausstattung eines BW-Fahrzeuges zeigen zu lassen.
Ich fasste den Beschluss, dass dies Fahrzeug meine heutige Stichprobe sein würde.

Alles in einem ruhigen ......sachlichen aber bestimmten Ton, den besager Herr immer mehr vermissen lies.

Im Vergleich zu einer intensiven Stichprobe ist übrigens eine Fahrzeugüberprüfung beim TÜV der reinste Kindergeburtstag.

Die gesamte Prozedur hat sich über 45 Minuten hingezogen.

Da sämtliche anderen Papiere des Fahrzeugs....des Fahrers usw. OK waren und sich auch besagter Herr irgendwann bequemte seinen
Dienstausweis zu zeigen, habe ich die beiden dann ziehen lassen. Nicht ohne noch mal genüsslich auf die Ungültigkeit des Fahrbefehls
hinzuweisen.

Beim Verlassen der Kaserne, wo ich immer noch Torpostendienst hatte, war er wesentlich umgänglicher.


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#51

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 23:49
von Gelöschtes Mitglied
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@ChristianAC

Also Torposten ist es durchaus auch erlaubt sich Stichprobenhaft die vollständige Ausstattung eines BW-Fahrzeuges zeigen zu lassen.
Ich fasste den Beschluss, dass dies Fahrzeug meine heutige Stichprobe sein würde.

Alles in einem ruhigen ......sachlichen aber bestimmten Ton, den besager Herr immer mehr vermissen lies.

Im Vergleich zu einer intensiven Stichprobe ist übrigens eine Fahrzeugüberprüfung beim TÜV der reinste Kindergeburtstag.

Die gesamte Prozedur hat sich über 45 Minuten hingezogen.


Hallo ChristianAC,
in den vielen Jahren, die ich erst als Torposten, später als Wachhabender und noch später als OvWa und OvD im Wachlokal gedient habe ist mir ein solches von Dir geschildertes Szenario nicht vorgekommen.
Als Torposten hattest Du neben vielen anderen Aufträgen unter anderem den speziellen Auftrag der Personen- und Kfz Kontrolle. Hierbei handelt es sich um die Überprüfung der Identität von Personen, die in die Kaserne hinein oder hinaus wollen. Bei der Kontrolle der Kfz war der Auftrag die Berechtigung des Kfz-Einsatzes anhand des Einsatz-Fahrbefehls zu prüfen.
Die ZDv 10/6 Wachdienst in der Bundeswehr hat auch zu Deiner Zeit keine Ziffer besessen, die es Dir als Torposten gestattet hätte, eine Kfz Kontrolle in der von Dir geschilderten Weise vorzunehmen. Ganz eindeutig nicht mehr im Kompetenzbereich des Postens. Auch der Wachhabende hätte eine solche Kontrolle nicht durchführen dürfen. Selbst der OvWa hätte sich die Finger verbrannt (welcher Grund soll eine solche Kontrolle legitimieren?). Als Posten hättest Du den Fahrauftrag und den TrAusw des MKF sowie der restlichen Kfz Besatzung prüfen dürfen, keinesfalls aber Bordausrüstung und Bordausstattung. Sowas fiel z.B. bedingt in den Aufgabenbereich der Feldjäger.
Mit dem Beginn des Wachdienstes bist Du nach vorhergehender Wachbelehrung durch den OvWa vergattert worden. Damit warst Du aus dem bisherigen Unterstellungsverhältnis herausgelöst und gemäß Vorgesetzenverordnung (VVO) in das Vorgesetztenverhältnis des Wachsoldaten überstellt. Führ dir diese VVO ruhig noch einmal vor Augen, auch da gab es Grenzen.
mfG U.


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 23:54
von ChristianAC | 71 Beiträge

Mag sein.

Nur fand die gesamte Prozedur unter den Augen des OvWa statt, wie mir dieser......ein paar Tage später.....wir hatten zufällig
wieder gemeinsam Wache......bestätigte.

Er hat die Show genossen.


zuletzt bearbeitet 10.12.2013 23:55 | nach oben springen

#53

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 10.12.2013 23:59
von Gelöschtes Mitglied
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@ChristianAC:

"Leider hatte der Kamerad beim Versorgungfeldwebel eine absolut unleserliche Sauklaue. Als er 11 Karton Reiningungsdochte
bestellen sollte, wunderte man sich, warum die Lieferung so lange dauerte.
Klar wurde dies, als die Bundesbahn anrief, dass am Güterbahnhof die 11 Wagons Dochte bereit stehen würde.
Nach Entnahme der eigentlich bestellten 11 Karton weigerte sich die DB leider den Rest wieder ins Depot zu karren.

Also musste entsprechender logistischer Aufwand getrieben werden, um den Mist dann per LKW wieder ins Depot zu bringen.

Wenn wir in unserer Einheit einen östlichen Spion gehabt hätten und als exemplarisch erkannt worden wären,.......ich will es mir gar nicht
ausmalen.

Der Laden war über alle Masse unkoordiniert."



Hast ein wenig Frust beim Bund gehabt ?

mfG U.


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#54

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 00:08
von Gelöschtes Mitglied
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@ChristianAC:

"Entschieden haben das dann Spiess und Versorgungsfeldwebel."


Haben denn der KpFw und der VersFw auch ihre "Klamotten" abgegeben oder wie sind die für diese eigenwillige Entscheidung disziplinar "behandelt" worden ?

mfG U.


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#55

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 00:12
von ChristianAC | 71 Beiträge

Nö....Frust keineswegs.

Da ich der Tankwagen-Einheit zugeteilt wurde, die chronisch unterbesetzt war, hab ich vom normalen Alltag, der zu Frust hätte führen können
nur sehr sehr wenig mitbekommen.
Wir hatten täglich unseren Auftrag und direkt zu Dienstbegin weg und meist gerade mal so zu Dienstschluss wieder da. Auch der Trip nach
Nimwegen, der ursprünglich für 5 Tage geplant und sehr kurzfristig auf 13 Tage erweitert wurde, war eine willkommene Abwechslung.
Ich bin sehr gerne erst einen normalen 10t-LKW, später einen Tankwagen gefahren.
Gerne hätte ich auch den MANgl gefahren, aber das war mit leider während der BW-Zeit nicht vergönnt. Das kam erst später.
Genauso gebe ich der BW die "Schuld", dass sich nun in Unimog U1750L und ein Volvo TGB 1111 / C303 in meinem Fuhrpark befindet, die
ich immer gerne wieder artgerecht im Gelände halte. Vom Volvo BV202 reden wir lieber gar nicht.


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#56

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 00:20
von ChristianAC | 71 Beiträge

Zitat von Grauer im Beitrag #54
@ChristianAC:

"Entschieden haben das dann Spiess und Versorgungsfeldwebel."


Haben denn der KpFw und der VersFw auch ihre "Klamotten" abgegeben oder wie sind die für diese eigenwillige Entscheidung disziplinar "behandelt" worden ?

mfG U.





Nein.....wurden sie nicht, denn es war in diesem Augenbick einfach eine praktische und sinnvolle Entscheidung da dieser W18er Jahrgang, den
es 1989 ja nur ein Quartal gab, zu einem logistischen Chaos führte.

Dadurch, dass ich vor der Änderung zur Behandlung des Dienstausgleiches, die irgendwann 1989 kam, schon den Bescheid durch hatte, dass
ich meinen gesamten Urlaub, Aufsparen des Dienstausgleiches und noch eine Woche Sonderurlaub zum rechtzeitigen Aufnahme des Studiums
durch hatte, war ich in Summe über 3 Monate vor Dienstende schon durch die Tür. Ich bin nur Ende 1989 noch mal zur medizinischen
Untersuchung aufgetaucht.
Warum sollte man also sinnlos ein Bett und einen Spind sinnlos blockieren, wo man beides händeringend gebrauchen konnte.
Wäre dieser besagte W18er-Jahrgang nicht gewesen, so hätte man das sicherlich nicht so gehandhabt.

Mvh

Christian


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#57

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeiten

in DDR Zeiten 11.12.2013 05:04
von SCORN | 1.453 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #39


hi @Scorn,
darf ich mal fragen was für boote das waren?habe noch nie gehört ,geschweige gesehen wie ein leo auf einem landungsboot kommt, bzw aussieht......
dankehast du da vllt nen bild?
MkG
HG



hi WernerHolt,
es waren Labo's des Typs Barbe. In den Tiefen des Forums hatte ich dieses Foto schon mal eingestellt:
http://files.homepagemodules.de/b150225/f57t2543p62980n1.jpg

das ganze wurde hier:--> Seegrenze schon mal abgehandelt


zuletzt bearbeitet 11.12.2013 05:17 | nach oben springen

#58

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 10:05
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von Grauer im Beitrag #51

Hallo ChristianAC,
in den vielen Jahren, die ich erst als Torposten, später als Wachhabender und noch später als OvWa und OvD im Wachlokal gedient habe ist mir ein solches von Dir geschildertes Szenario nicht vorgekommen.
Als Torposten hattest Du neben vielen anderen Aufträgen unter anderem den speziellen Auftrag der Personen- und Kfz Kontrolle. Hierbei handelt es sich um die Überprüfung der Identität von Personen, die in die Kaserne hinein oder hinaus wollen. Bei der Kontrolle der Kfz war der Auftrag die Berechtigung des Kfz-Einsatzes anhand des Einsatz-Fahrbefehls zu prüfen.
Die ZDv 10/6 Wachdienst in der Bundeswehr hat auch zu Deiner Zeit keine Ziffer besessen, die es Dir als Torposten gestattet hätte, eine Kfz Kontrolle in der von Dir geschilderten Weise vorzunehmen. Ganz eindeutig nicht mehr im Kompetenzbereich des Postens. Auch der Wachhabende hätte eine solche Kontrolle nicht durchführen dürfen. Selbst der OvWa hätte sich die Finger verbrannt (welcher Grund soll eine solche Kontrolle legitimieren?). Als Posten hättest Du den Fahrauftrag und den TrAusw des MKF sowie der restlichen Kfz Besatzung prüfen dürfen, keinesfalls aber Bordausrüstung und Bordausstattung. Sowas fiel z.B. bedingt in den Aufgabenbereich der Feldjäger.
Mit dem Beginn des Wachdienstes bist Du nach vorhergehender Wachbelehrung durch den OvWa vergattert worden. Damit warst Du aus dem bisherigen Unterstellungsverhältnis herausgelöst und gemäß Vorgesetzenverordnung (VVO) in das Vorgesetztenverhältnis des Wachsoldaten überstellt. Führ dir diese VVO ruhig noch einmal vor Augen, auch da gab es Grenzen.
mfG U.


@Grauer

das kann ich so bestätigen.mir fällt dazu auch noch eine episode ein ,die das untermauert.in neustadt/hessen bei der StKp Pz Brig 14 kann ich mich an eine wache als stellv wachhabender erinnern ,die exemplarisch dafür ist.dazu muss man wissen ,das am standort neustadt neben dem stab und stkp ,auch noch fernmelder,ari,logistiker UND feldjäger stationiert waren.die herren feldjäger erachteten es meistens am tor für unnötig ihre dienstausweise und fahrbefehle vorzuzeigen.manchmal kamen sie damit durch,manchmal nicht.nun zu der wache. es war gegen ca 22 uhr ,der wachhabende saß hinten, in einem nebenraum des wachlokals und futterte seine bestellte pizza.ich als stellv saß vorne zusammen mit dem torposten.OvWa hatte extra noch gesagt :"lasst euch von den feldheinis die ausweise zeigen ,die kriegen hier keine extrawürste".....es dauerte auch nicht lange ,da stand vor dem verschlossenen tor ein mb vito der feldjäger und begehrte einlass.ich ermahnte den torposten noch "lass dir die ausweise zeigen" und er ging hinaus zum tor.nun spielte sich folgende szene ab:
torposten:"guten abend herr ofw ,ihre ausweise bitte!!!"
feldjäger:"gefreiter ,erkennen sie uns den nicht?wir sind feldjäger.bei euren kameraden brauchen wir das auch nie".....
torposten: "tut mir leid, ohne ausweis kann ich sie nicht reinlassen."
feldjäger(ziehmlich ungehalten): "ich will sofort den wachhabenden sprechen."
torposten sah mich an und ich wusste sofort was die herren wollten, ich also zusammen mit dem wachhabenden raus ,(der auch ziehmlich ungehalten darüber war das er seine pizza nicht in ruhe essen durfte.)
es entbrannte eine hitzige debatte .....mir reichte es dann und ich sagte : "entweder sie zeigen jetzt ihre dienstausweise oder wir klären das ganze mit dem OvWA"rummmmms
sie bestanden auf den OvWa.....der kam dann auch ,machte beide rund wie einen buslenker und beide zeigten dann zähneknirschend ihre ausweise.....

das war aber noch nicht das ende......
2 wochen später gerieten wir zwischen neustadt und schwarzenborn,nähe schwalmstadt , in eine kontrolle der feldjäger.was soll ich euch sagen?es waren genau die beiden herren!!!!
ich dachte so: "schöne scheiße,jetzt werden sie uns auseindernehmen."so kam es dann auch.die beiden grinsten sichtlich erfreut und machten sich ans werk.gefunden haben sie nix.alles i.O .sichtlich geknickt vom "nicht-erfolg" meinte dann der ofw noch so :"zeigen sie mir mal die warnweste" ,aber auch die hatten wir dabei.dann wurde noch eine "gute weiterfahrt" gewünscht und wir durften von dannen.

die geschichte muss wohl die runde gemacht haben und seitdem haben auch die herren feldjäger ihre ausweise freiwillig an der wache vorgezeigt
MkG
HG


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2013 10:13 | nach oben springen

#59

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 10:42
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo HG,
tja, gleiches Recht für Alle.
Über Retourkutschen musste man sich nicht wundern, ist ja auch nur zu menschlich.
Aber wie in einigen vorhergehenden Beiträgen geschilderte Exzesse sehe ich eher im Mär....land.
Sicher sind die Buchstaben von ZDv´s, in diesem Fall der 10/6, nicht immer 1:1 umgesetzt worden, aber gerade der Bereich Wache war schon sehr sensibel. Als Stichwort möge "Wachvergehen" genügen.

mfG U.


GZB1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeitenese

in DDR Zeiten 11.12.2013 11:02
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

hallo WernerHolt, da sieht man mal, daß die beiden Deutschen Armeen von der Organisation von Manövern, Transport-planung usw. garnicht so verschieden waren....sehr interessante Doku! Danke fürs Einstellen!

gruß hundemuchtel 88 0,5


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