#41

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 09.07.2013 22:53
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #39
USA:
http://www.wartburgusa.com/

Theo

Da gibts einen Sammler in USA, der recht regelmässig nach Eiseanch kommt.


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#42

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 08:14
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe Gohrbi mit...

"...also meine Miete betrug 114,50MDN incl NK.....
...wo aber wir zwei Vollarbeiter auf 1600 MDN kommen sollten in den 70ern mußt du mir erklären....
Ich habe mit 80 MDN den Wehrdienst angefangen, später knapp 500 MDN gehabt,
meine Frau im Schichtdienst lag unter 500 MDN...also tolles sparen."

80 Mark der DDR bei der NVA...und das in den 70ern...wo hast du denn gedient Mann? Also meine Frau war Chemielaborantin mit im Schnitt 600 Netto, meine Wenigkeit auf dem Bau mit 800 Netto incl. aller Zuschläge. Ich kann das nur so texten Gohrbi, es können sich ja gerne noch Andere mit Berufsrichtung und Verdienst einbringen?

Lebensläufer

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#43

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 08:18
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Marienborn89 im Beitrag #1
Ich habe ein paar Fragen bezüglich der Autobestellung und allgemein rund ums Auto. Ich habe bereits die Suchfunktion genutzt, im sehr langen "Autos in der DDR" Thread aber auf die Schnelle nichts gefunden.

Wo musste die Bestellung aufgegeben werden? Was beeinflusste die Wartezeit? Wie war das mit verschiedenen Marken (Trabant, Wartburg)? Wie kam man an Import-Autos aus dem RGW-Raum?

Bei Schäden: Wie war die Ersatzteilversorgung? Wie waren KFZ-Betriebe organisiert?


Ich hatte mit 18 einen Skoda 120 l (oder so ähnlich) bestellt, avisiertes Lieferdatum wäre 1993, Gott sei Dank war es kein verbindlicher Vertrag.
Angsichts der Schiebereien und des Geschachers um Ersatzteile und dem ganzen Streß drumherum beschloß ich irgendwann im Laufe der Zeit, diese Bestellung ab sofort als Optionsschein in der Planwirtschaft zu betrachten, heute könnte man es auch als spekulativen Leerkauf betrachten.
Mein Entschluß, dieses Anrecht auf den Besitz eines Pkw später mal in Geld zu verwandeln, erst recht mit der Perspektive auf eine stetige, sichere und enorme Wertsteigerung ohne steuerliche Relevanz wäre auch nach heutigen Prämissen aus der Perspektive des Freifahrers bei der DR die bessere Wahl gewesen.
Allerdings hätte ich den gleichen Streß als ambitionierter Häuslebauer in der DDR (das war mein Alternativmodell zum Autoinvestment) bezüglich der Materialbeschaffung auch bekommen, nur hätte ich das Schmiergeld für die BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft...Baumarkt) damit schon gehabt ab 1993 und das war das höherwertige Anliegen- Wohnen im Grünen statt Protzen im Skoda.



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#44

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 09:23
von Fraggel | 69 Beiträge

Also ich habe 1984 mich für einen Skoda angemeldet und hab dann doch tatsächlich 1991 eine Meldung von einem Skodaautohaus in Strausberg bekommen. " Ihr bestellte Skoda , kann jetzt geliefert werden. Geben sie Uns Modell und ausstattungswünsche an."
Toll nicht andere haben 10 bis 12 jahre gewartet und bei mir klappte es schon nach 7 Jahren


"Noch schlauer als der Fähnrich ist nur der Oberfähnrich" - Oberfähnrich Dygallo , "die 9. Kompanie"


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#45

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 09:38
von icke46 | 2.593 Beiträge

it

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #42
Siehe Gohrbi mit...

"...also meine Miete betrug 114,50MDN incl NK.....
...wo aber wir zwei Vollarbeiter auf 1600 MDN kommen sollten in den 70ern mußt du mir erklären....
Ich habe mit 80 MDN den Wehrdienst angefangen, später knapp 500 MDN gehabt,
meine Frau im Schichtdienst lag unter 500 MDN...also tolles sparen."

80 Mark der DDR bei der NVA...und das in den 70ern...wo hast du denn gedient Mann? Also meine Frau war Chemielaborantin mit im Schnitt 600 Netto, meine Wenigkeit auf dem Bau mit 800 Netto incl. aller Zuschläge. Ich kann das nur so texten Gohrbi, es können sich ja gerne noch Andere mit Berufsrichtung und Verdienst einbringen?

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


Laut http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm
betrug der Sold bis 1974 für Soldaten 80 MDN, Gefreite 90 MDN, Stabsgefreite 100 MDN; ab 1974 120 MDN - 150 MDN - 160 MDN, und dann noch ab 1984 150 MDN - 180 MDN - 190 MDN.

Gruss

icke



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#46

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 09:44
von Kurt | 933 Beiträge

Grundsätzlich muß man sagen, daß die Bestellzeiten für gängige Fahrzeuge (aus eigener Produktion und dem RGW) in den achtziger Jahren ziemlich lang waren. In den sechziger und siebziger Jahren wartete man drei bis vier Jahre auf Skoda 1000 MB oder Dacia 1300.
Warum war das so? Weil ab Ende der siebziger Jahre wirklich alle in der Familie ein Auto bestellten. Die Oma, vorsorglich für ihren Enkel, der Enkel, wenn er 18 Jahre alt wurde, bestellte auch gleich usw.
Dabei war nicht bei allen Bestellern die Kaufkraft gegeben. Wenn nur diejenigen Leute bestellt hätten, welche das Geld und den Bedarf für das Auto hatten, wäre es nie zu solchen Auswüchsen gekommen. Die staatlichen Organe bekamen es nicht hin, das Thema in vernünftige Bahnen zu lenken, leider.


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#47

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 09:45
von Stuelpner | 170 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #45
it
Zitat von Lebensläufer im Beitrag #42
Siehe Gohrbi mit...

"...also meine Miete betrug 114,50MDN incl NK.....
...wo aber wir zwei Vollarbeiter auf 1600 MDN kommen sollten in den 70ern mußt du mir erklären....
Ich habe mit 80 MDN den Wehrdienst angefangen, später knapp 500 MDN gehabt,
meine Frau im Schichtdienst lag unter 500 MDN...also tolles sparen."

80 Mark der DDR bei der NVA...und das in den 70ern...wo hast du denn gedient Mann? Also meine Frau war Chemielaborantin mit im Schnitt 600 Netto, meine Wenigkeit auf dem Bau mit 800 Netto incl. aller Zuschläge. Ich kann das nur so texten Gohrbi, es können sich ja gerne noch Andere mit Berufsrichtung und Verdienst einbringen?

Lebensläufer

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Laut http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm
betrug der Sold bis 1974 für Soldaten 80 MDN, Gefreite 90 MDN, Stabsgefreite 100 MDN; ab 1974 120 MDN - 150 MDN - 160 MDN, und dann noch ab 1984 150 MDN - 180 MDN - 190 MDN.

Gruss

icke




Mark der Deutschen Notenbank (MDN) gab es bis zum 31.12.1967, danach Mark der DDR (M).

Gruß Stuelpner


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#48

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 11:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #46
Grundsätzlich muß man sagen, daß die Bestellzeiten für gängige Fahrzeuge (aus eigener Produktion und dem RGW) in den achtziger Jahren ziemlich lang waren. In den sechziger und siebziger Jahren wartete man drei bis vier Jahre auf Skoda 1000 MB oder Dacia 1300.
Warum war das so? Weil ab Ende der siebziger Jahre wirklich alle in der Familie ein Auto bestellten. Die Oma, vorsorglich für ihren Enkel, der Enkel, wenn er 18 Jahre alt wurde, bestellte auch gleich usw.
Dabei war nicht bei allen Bestellern die Kaufkraft gegeben. Wenn nur diejenigen Leute bestellt hätten, welche das Geld und den Bedarf für das Auto hatten, wäre es nie zu solchen Auswüchsen gekommen. Die staatlichen Organe bekamen es nicht hin, das Thema in vernünftige Bahnen zu lenken, leider.


Aber die Fahrzeuge sind doch trotzdem am Markt angekommen bei den realen Nachfragern, wenn auch über Umwege und inclusive der extremen Aufschläge des Zweitmarktes.
Recht hast Du mit Blick auf die staatlichen Organe, wenn man da konsequent dazwischen gehauen hätte, so hätte es auch auf anderen Sektoren diese Mangelwirtschaft niemals gegeben und mit der Perspektive auf eine Strafe hätte auch ich den Leerkauf der Skodabestellung nicht durchgezogen.
Aber wie hätte das technisch realisiert werden sollen ?
Vielleicht den Zweitmarkt kultivieren/ verstaatlichen, weg vom spekulativen Autohandel, dem praktischen Verbot privater Autoverkäufe ?
Persönlich habe ich zu keiner Zeit einen privaten Pkw besessen und auch nie wirklich vermißt allerdings paßt alles nicht bei jedem so gut zusammen wie z.B., daß ich seit meiner Bahnlehre vor 31 Jahren nie mehr ein Ticket kaufen mußte und in einem Ort wohne, indem die Idylle des Dorflebens mit den Annehmlichkeiten der Stadt nahezu perfekt zusammen trifft und das war eigentlich auch zu DDR- Zeiten schon der Fall.
Diese Option, nie auf einen Pkw angewiesen zu sein, macht übrigens gut 30 % meiner internen Bewertungsgrundlage pro DDR aus, im Gegensatz dazu haben viele DDR- Wähler an den Urnen des Frühjahrs 1990 wohl erst mal ans neue Auto gedacht....



Marienborn89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#49

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 11:17
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #48
(...)
Persönlich habe ich zu keiner Zeit einen privaten Pkw besessen und auch nie wirklich vermißt allerdings paßt alles nicht bei jedem so gut zusammen wie z.B., daß ich seit meiner Bahnlehre vor 31 Jahren nie mehr ein Ticket kaufen mußte und in einem Ort wohne, indem die Idylle des Dorflebens mit den Annehmlichkeiten der Stadt nahezu perfekt zusammen trifft und das war eigentlich auch zu DDR- Zeiten schon der Fall.
Diese Option, nie auf einen Pkw angewiesen zu sein, macht übrigens gut 30 % meiner internen Bewertungsgrundlage pro DDR aus, im Gegensatz dazu haben viele DDR- Wähler an den Urnen des Frühjahrs 1990 wohl erst mal ans neue Auto gedacht....


Mitarbeiter im fahrenden Dienst sind doch eigentlich auf einen Pkw angewiesen. Wie kommt man frühmorgens zum Depot? Oder wieder nach Hause?
Theo


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#50

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 11:24
von Hapedi | 1.884 Beiträge

ooooooooo



zuletzt bearbeitet 10.07.2013 11:28 | nach oben springen

#51

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 11:39
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #49
Zitat von Hackel39 im Beitrag #48
(...)
Persönlich habe ich zu keiner Zeit einen privaten Pkw besessen und auch nie wirklich vermißt allerdings paßt alles nicht bei jedem so gut zusammen wie z.B., daß ich seit meiner Bahnlehre vor 31 Jahren nie mehr ein Ticket kaufen mußte und in einem Ort wohne, indem die Idylle des Dorflebens mit den Annehmlichkeiten der Stadt nahezu perfekt zusammen trifft und das war eigentlich auch zu DDR- Zeiten schon der Fall.
Diese Option, nie auf einen Pkw angewiesen zu sein, macht übrigens gut 30 % meiner internen Bewertungsgrundlage pro DDR aus, im Gegensatz dazu haben viele DDR- Wähler an den Urnen des Frühjahrs 1990 wohl erst mal ans neue Auto gedacht....


Mitarbeiter im fahrenden Dienst sind doch eigentlich auf einen Pkw angewiesen. Wie kommt man frühmorgens zum Depot? Oder wieder nach Hause?
Theo



Zu DDR Zeiten war das Depot in 3 min per Fahrrad erreichbar, heute wird vom Hotelzimmer aus das Taxi gerufen oder der ÖPNV genutzt.
Verschiedene Eisenbahnunternehmen verlangen von ihren Personal die Verfügbarkeit eines Pkw, meine Firma fährt jedoch durchweg Langlauf, also von A nach B, von B nach C...D usw., so daß ein Auto vollkommen überflüssig wird.
Die private Anreise an meine 600 km entfernte Arbeitsstätten Aachen, Köln, Basel usw. erfolgt per Zug, da unsere Unterbringung in verkehrstechnisch 100%ig erschlossenen Regionen erfolgt und mein Dorf, wie gesagt seit 128 Jahren schon einen Bahnhof hat.
Jenes Dorf hat von A wie Aldi bis Z wie Zahnarzt alles, was man in der Zivilisation braucht und das war auch zu DDR- Zeiten schon so, auf ALDI könnte ich ganz nebenbei auch verzichten, wenn das Depot dafür wieder in 3 min per Fahrrad erreichbar wäre...
Übrigens ist es für mich der höherwertige Freiheitsbegriff, wenn man die Freiheit hätte, beruflich sich den Autoverzicht leisten zu können an Stelle chromglänzender, klimatisierter, pfeilschneller Gefährte, die einen Tag für Tag tiefer in den ohnehin schon dramatischen Abhängigkeitsstrudel (Stichwort Benzinkartell, Werkstattbeschiß, Ordnungsamtwillkür, Parkplatzterror...) hineinziehen, Prestige hin oder her für mein privates Glück sind die neuen Autos kein Zugewinn der Wirtschaftsordnung im Nachwendedeutschlands.
PS.: Frühmorgens ist gut Theo, ich habe 700 verschiedene Dienstanfangs- und Endzeiten, so viele Minuten wie ein Tag hat...



zuletzt bearbeitet 10.07.2013 11:40 | nach oben springen

#52

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 12:57
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@Hackel 39
Da bist du ja zu beneiden, wegen des Arbeitsweges, meine ich.
Es gibt Kollegen bei mir, die täglich 30 km (einfache Entfernung) mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.
Diese sind natürlich U40 aber trotzdem, würde mich schon der Gedanke daran nach Dienstschluss diese Strecke zu absolvieren, abschrecken.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#53

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 14:30
von Hapedi | 1.884 Beiträge

hier unsere bestellung . ich selbst war da nicht dabei deswegen die bestellung auf den namen meiner frau. anschliesend sind wir aber gemeinsam zur polizei gegangen und haben uns für den führerschein angemeldet .

Angefügte Bilder:


Marienborn89 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 14:35
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #52
@Hackel 39
Da bist du ja zu beneiden, wegen des Arbeitsweges, meine ich.
Es gibt Kollegen bei mir, die täglich 30 km (einfache Entfernung) mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.
Diese sind natürlich U40 aber trotzdem, würde mich schon der Gedanke daran nach Dienstschluss diese Strecke zu absolvieren, abschrecken.


Um Himmels Willen, Rudi.
Mein Arbeitsweg beträgt heute zwischen 150 und 700 km (Magdeburg/ Basel) wobei ich die Bahncard 100 nur deshalb vom Chef bekomme, weil sie sich bereits für die Reisewege (Gastfahrten zwischen den Güterzügen) innerhalb der Arbeitszeit rentiert, da bereits hier die notwendigen Kilometer erreicht werden, man kann es in etwa damit vergleichen, daß man mit dem Dienstwagen den Wochenendeinkauf mit einladen kann, mithin ein Mitnahmeeffekt,für den ich meiner Firma trotzdem dankbar bin.
Die Dreiminutenfahrt mit dem Velo zur Arbeitsstelle ist eine der vielen schönen Erinnerungen an den Arbeitsalltag in der DDR, der inzwischen eine enorme nachträgliche Aufwertung erfahren hat, und nicht nur wegen der luxoriösen Möglichkeit, kein Auto eigens für die Arbeit besitzen zu müssen.
Vielleicht überwog ja bereits zu DDR- Zeiten schon die Prestigeträchtigkeit solcher Anschaffungen, warum sonst bezahlt jemand zehn Jahreslöhne für einen neuen 2107er Lada ?
Jener Rangierer, der bei den Überstunden immer vorn war und trockene Brötchen zum Kaffee aß, sollte diese Entscheidung keine 1-2 Jahre später bitter bereuen, mein Mitleid hielt sich allerdings in Grenzen, er war schließlich auch zehn Jahre in der POS, genau wie ich.



RudiEK89 und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 21:24
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #46
Grundsätzlich muß man sagen, daß die Bestellzeiten für gängige Fahrzeuge (aus eigener Produktion und dem RGW) in den achtziger Jahren ziemlich lang waren. In den sechziger und siebziger Jahren wartete man drei bis vier Jahre auf Skoda 1000 MB oder Dacia 1300.
Warum war das so? Weil ab Ende der siebziger Jahre wirklich alle in der Familie ein Auto bestellten. Die Oma, vorsorglich für ihren Enkel, der Enkel, wenn er 18 Jahre alt wurde, bestellte auch gleich usw.
Dabei war nicht bei allen Bestellern die Kaufkraft gegeben. Wenn nur diejenigen Leute bestellt hätten, welche das Geld und den Bedarf für das Auto hatten, wäre es nie zu solchen Auswüchsen gekommen. Die staatlichen Organe bekamen es nicht hin, das Thema in vernünftige Bahnen zu lenken, leider.



Datt iss ne Logik...Klueckwunsch....hasste mal ne Produktionszahl zur Hand...so p anno

Gruessli BO


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#56

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 23:00
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Obwohl, den Mangel an frei verkäuflichen Autos in der DDR kann man auch als eine fürsorgliche Maßnahme des Staates betrachten, hätte sich jeder gleich einen 2-Takter zulegen können wären wir vermutlich alle erstickt


zuletzt bearbeitet 10.07.2013 23:00 | nach oben springen

#57

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 23:07
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Die Theorie hat nur den Fehler, das wir ja nu nich alle nen 2-Takter hatten.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#58

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 10.07.2013 23:10
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Mehr Autos hätten höhere Investitionen in die Strassen erfordert. Teureres Benzin oder mehr Geld aus der allgemeinen Staatskasse. Weder das eine noch das andere hatte wohl hohe Priorität in der Planung.
Theo


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#59

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 11.07.2013 00:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #57
Die Theorie hat nur den Fehler, das wir ja nu nich alle nen 2-Takter hatten.


Jaja, ihr Lada-Snobs


zuletzt bearbeitet 11.07.2013 00:43 | nach oben springen

#60

RE: Auto-Bestellung

in Leben in der DDR 11.07.2013 06:45
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #58
Mehr Autos hätten höhere Investitionen in die Strassen erfordert. Teureres Benzin oder mehr Geld aus der allgemeinen Staatskasse. Weder das eine noch das andere hatte wohl hohe Priorität in der Planung.
Theo

Das ist der Punkt, so gesehen war die DDR- Regierung grüner als alle grünen Fundis Europas zusammen.
Die Bahnen waren nun mal da, die Busse fuhren die Kumpels zum Tagebau und holten sie wieder ab, die Kids hatten die Schule im Ort und mußten auch zu ihren Hobbies nicht von den gestreßten Eltern sonstwo hin zur Bespaßung gekarrt werden, die Preise waren überall gleich und die mobilen Kunden mußten nicht wie eine blöde Schafherde überall hingetrieben werden, wo es vermeintlich noch 3 % billiger war.
Auch konnte ohne Auto nicht so viel geklaut werden im Kombinat, unvergessen war eine Episode aus dem Lokbahnhof in Querfurt, wo jedes Jahr im Juli/ August die Kohle für die Schuppenheizung geliefert wurde, so auch im Sommer 1990.
Jeder hatte inzwischen einen Pkw und jeder war zum Klauen geboren und so war der Haufen, der sonst immer bis zum Frühjahre reichte, bereits Mitte Dezember weg und es mußte neu bestellt werden.
Inzwischen spielte auch Geld eine Rolle und so war es auch ganz schnell vorbei mit der Stationierung von örtlichen Personal dort, eine Schuppenheizung brauchte man so nicht mehr, aus und vorbei was ohne diese perfekte Vorlage der Reichsbahner vielleicht noch ein paar Jahre länger gehalten hätte.
So gesehen hat die Not in der DDR erstens viele Leben gerettet, die Nachwendestatistik der Verkehrstoten in Ostdeutschland war der blanke Horror, und zweitens Ressourcen geschont, die in vernünftigere Projekte als die Forcierung des Individualverkehrs flossen, z.B. in ein dichtes Streckennetz der Eisenbahn und ortsgebundene Daseinsvorsorge, z.B. betriebseigene Sportstätten, Kindergärten und Berufsschulen.
Die Staatsmacht hatte eben das große Ganze im Blick und nicht die Quartalszahlen von VW und Porsche.



Lebensläufer, Gohrbi und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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