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#16 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von S51 26.04.2009 11:09

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Es scheint bei GT kein immer überall gültiges Schema gegeben zu haben.
Ich war UaZ von 1982 bis 1985. Nach der Ausbildung/Uffz-schule auf einem Extra-Lehrgang in Glöwen war ich zwei Monate als normaler Gruppenführer in Ilsenburg und wurde ab dann als GAK in Schierke eingesetzt. Das war unmittelbar im Zuge der Neustruktuierung der Kompaniesicherung. Wir waren ein kompletter GAK-Zug. ZF war ein Leutnant Vo.... aber dann hatte es sich schon erledigt mit den strukturmäßigen Dienstgraden. Etwa die Hälfte von uns waren Berufsunteroffiziere. Diese waren schon vorher als GAK im Abschnitt eingesetzt und von ihnen haben einige später als Fähnriche aufgekohlt. Ich gehörte zu einer Gruppe von fünf UaZ verschiedener Dienstalter. Knapp die Hälfte von uns UaZ hat später aufgekohlt. Unsere Unterbringung war jedenfalls bis Herbst 85 etwas improvisiert. Die Berufssoldaten waren zu zweit untergebracht, wir UaZ hatten eine zehn-Mann Bude, die vorher den Fahrern der Kompanie gehörte. Das scheint sich später geändert zu haben.
Alle hatten wir die Dienststellung als Stabsoberfähnrich, nicht aber die entsprechenden Dienstgrade.
Bei allen gehörte die Doppelbewaffnung (MPi und Pistole) zur Standartausrüstung. Etwas mehr als die Hälfte von uns hatten einen Diensthund. Die anderen ein Krad (MZ TS oder auch schon ETZ 250 aber auch Moped S51 Enduro). Im Winter fuhren wir einen Motorschlitten Buran (noch mit Originalmotor). Einige, wie ich, hatten zeitweise beides, Krad und Hund. Die Hunde hatten wir nur im Hinterland dabei. Niemals als Dokuposten und auch nicht feindwärts auf dem vorgelagerten Gebiet. Einfach, um jede Gefahr von Zwischenfällen auszuschließen (und auch, weil die Dienstzeit zu lang war).
Die Dienstzeiten betrugen nur theoretisch 7 Stunden. In der Realität wurden daraus eigentlich im Hinterland immer 9 bis 12 Stunden plus Nachbereitung. "Feindwärts" waren es i.R. 8 Stunden plus Nachbereitung. Zu besonderen Lagen war alles Makulatur, was Dienstplanung hieß. Manchmal wurde die tägliche Dienstzeit gesplittet. Zum Beispiel ab 03:00 Uhr bis 08:00 Uhr USM-Kontrolle und ab 19:00 Uhr das Gleiche noch mal. Mit dem Innendienst hatten wir UaZ-GAK (die BU mussten ab und an OvD machen) nichts zu tun. Ich gebe zu, Spaß gemacht hat es trotzdem oder gerade deswegen.
Dienstberichte, Filme, eventuelle Fundstücke wurden beim Offizier Aufklärung im Bataillon abgegeben. FüSt, OvD und ZF erhielten zusätzlich mündliche Meldung (falls was Besonderes anlag, ansonsten lediglich "keine Vorkommnisse). Im Kompaniealltag erhielten wir die Befehle über GF, ZF, OvD, KC (in umgekehrter Rangfolge natürlich). Befehle zur Aufklärung kamen vom Offizier Aufklärung über den Zugführer. Bei mündlichen Raporten war immer auch die 2000 dabei. Da wurden aber bestimmte Aufklärungspunkte ausgespart (Namen bei BGS, BAOR, Details bei Truppenzugehörigkeit, Zeiten für besondere Lagen).
Alle GAK waren bergbestätigt und gingen feindwärts. Aber nicht alle im gleichen Zeitraum (als im Frühjahr 84 bei uns die Flüchtlinge durchbrachen, kam ich etwa ein viertel Jahr nicht mehr nach vorne). Gründe wurden nie genannt aber man war ja nicht blöd...

#17 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von 26.04.2009 11:37

In Antwort auf:
Nach der Ausbildung/Uffz-schule auf einem Extra-Lehrgang in Glöwen war ich zwei Monate als normaler Gruppenführer in Ilsenburg und wurde ab dann als GAK in Schierke eingesetzt.


Hallo S51,
in welcher Ilsenburger Kompanie warst Du denn da, in den 2 Monaten ?

Gruß
Suentaler

#18 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von S51 26.04.2009 12:14

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Das müsste die 2. GK gewesen sein. Direkt an der Straße nach Stapelburg. Dort galt noch Bataillonssicherung. Nach der Umstruktuierung wurde diese Kompanie aus der direkten Grenzsicherung herausgelöst (so hieß es damals).

#19 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von Rainman2 26.04.2009 12:17

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Hallo S51,

danke für die Erinnerung an den schönen alten Begriff "aufgekohlt". Für die Besucher, die nichts damit anfangen können: Wenn man seine Dienstzeit verlängerte (z.B. vom Berufsunteroffizier 10 Jahre auf Fähnrich 15 Jahre), dann legte man auf den "Haufen seiner Tage" noch mehr Tage drauf, wie bei einem Kohlanhaufen. Man kohlte auf.

Ciao Rainman

#20 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von 26.04.2009 12:31

In Antwort auf:
.....Direkt an der Straße nach Stapelburg....


Achso, ich dachte schon, Du wärst in meiner Kompanie gewesen.
Die GK an der Str. nach Stapelburg war dann zu meiner Zeit die 12.GK + Stab vom III.GB.

Gruß
Suentaler

#21 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von grenzgänger86 26.04.2009 13:03

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Hallo S51,
genau wie Du es berichtest war es auch noch als ich in Schierke war,Du als GAK weißt es ja aus erster Hand.Der ZF der Gak war dann schon Oltn. der Name fing auch mit V... war bestimmt der selbe.Ich war auch ein paar mal mit einem GAK auf dem VH,das war ein kleiner Dicker mit Namen K...und mal mit nem GAK mit MZ zur Personenkontrolle am Schierker Bahnhof.

04/86-04/87 in Schierke

#22 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von S51 26.04.2009 13:30

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Die drei Bildern könnten vom BGS-Kollegen J... sein. Das linke Foto ist am dreieckigen Pfahl aufgenommen. Das Bild in der Mitte kann ich nicht zuordnen. Das rechte Bild ist am Wurmberg entstanden. Der GAK rechts (aus westlicher Blickrichtung) bin möglicherweise ich.

#23 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von grenzgänger86 26.04.2009 15:07

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Hallo S51,
ich kann Dir nicht zustimmen,denn am Dreieckigem Pfahl standen meines Wissens keine "Straßenlampen",wie man sie hier im Hintergrund sieht.Im Abschnitt in Schierke standen doch große viereckige Strahlermasten,einer stand am Goethebahnhof.Das andere Foto ist aber auf jeden Fall vom Wurmberg,auf Höhe vom Schanzenauslauf.

04/86-04/87 in Schierke

#24 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von S51 26.04.2009 15:10

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Ja, stimmt. Du hast recht

#25 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von EK89/1 27.04.2009 22:28

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Hallo S51
Da du dich ja so gut errinnern kannst habe ich mal ne Frage.
Kann es sein das vor dem PP Schanze, feindwärts ein kleiner Betonbunker zur Fotoduckomentation war? oder täuschen mich meine grauen Zellen.
Du müstest doch da auch den Verbindungsoffizer der, ich glaube von den Britten, kennen "JOHNS"

#26 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von S51 29.04.2009 06:04

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Ja, es gab dort eine "gedeckte Stellung". Aus irgendwelchen Gründen aber war der Fußboden ständig naß (Nein, Wasser!). Es mußte schon recht trockenes Wetter herrschen, um das Ding benutzen zu können.
Mit "Johns" hatte ich wenig zu tun. Nur ein- oder zweimal. Der Verbindungsoffizier zu meiner Zeit war als "Strong" in den Datenblättern eingetragen. Die Namen kann man relativ unbesorgt verwenden. Es waren in keinem Fall jene, die in den Papieren dieser Kollegen standen.

#27 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von EK89/1 29.04.2009 18:43

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Ja stimmt STRONG, der Decknahme sagt mir auch noch was. Was man doch so alles im Hinterstübchen abgespeichert hat und auf einmal wieder da ist.
Stand bei euch schon der NATO-Turm gegenüber von der Füst?

#28 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von grenzgänger86 30.04.2009 10:00

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Hallo.zusammen,
auch zu meiner Zeit hieß der auch schon "Strong",der Natoturm stand da auch schon da.Im winter 86/87 sah der aus wie eine riesige Eisrolle und bei Wind brachen immer mit nem lauten Knall die Eiszapfen von den Paropolspiegeln ab.Eigentlich genau wie am Sendemast auf dem Brocken nur der war ja noch etliche meter höhergelegen.

04/86-04/87 in Schierke

#29 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von EK89/1 02.05.2009 21:28

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Hallo
Kann mir jemand sagen wann der Natoturm gebaut wurde????????????????????????????????

#30 RE: DDR Grenzaufklärer bei der Arbeit an der Innerdeutschen Grenze von Zermatt 03.05.2009 10:14

Morgen EK

Der Turm wurde 1972 vom US Geheimdienst gebaut. Er hatte eine höhe von 82m

Am 22.8.1994 war er Geschichte.

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