#1 FBI zerschlägt russischen Spionagering von Angelo 29.06.2010 12:35

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Der Fall wirkt wie ein Thriller aus dem Kalten Krieg: Jahrzehntelang sollen zehn Männer und Frauen in russischem Auftrag amerikanische Politiker mit modernster Technik ausspioniert haben. US-Ermittler waren den mutmaßlichen Agenten auf der Spur - jetzt schlugen sie zu.New York - Die Kleinstadt Montclair in New Jersey liegt etwa 30 Kilometer von New York entfernt, ein grünes Städtchen mit vielen Parks, rund 40.000 Menschen leben hier. In einem Holzhaus mit braunen Fensterläden wohnten Cynthia und Richard, ein ganz normales Ehepaar - vermeintlich.

hier weiter lesen
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,703433,00.html

#2 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Mike59 29.06.2010 17:06

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Na mit kaltem Krieg hat das ja nicht viel gemein. Weiß doch schon seit Jahren jeder, dass jeder, jeden in die geheimen Karten schaut. Russland und China haben da offensichtlich schwer Nachgeholt. Offen spricht man da schon seit Jahren auch von der Unverschämtheit der Verbündeten. USA und UK ganz vorne weg und unsere lieben Freunde aus Frankreich haben ja bekanntlich gar keine Skrupel. Der Verfassungsschutzbericht 2009 verliert darüber nicht ein Wort - das finde ich noch viel erstaunlicher. Hier sind allerdings die Parallelen zum Kalten Krieg erkennbar. Der Feind steht wieder im Osten.

Mike59

#3 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von X-X-X 29.06.2010 17:40

Hoechst uebertrieben. Die mutmasslichen "Spione" sind eben keine. Der Begriff Spion wird von den Medien einfach so herumgeschmissen, da sie nichts von diesem Geschehen verstehen. Die 11 Angeklagten stehen zwar vor Gericht, werden aber nicht der Spionage verdaechtigt. In den USA ist eine Taetigkeit als 'Agent' (nicht im Sinne einer nachrichtendienstlichen Taetigkeit) einer fremden Regierung erst dann gesetzwidrig, wenn die US-Staatsanwaltschaft darueber nicht schriftlich informiert wurde. Der Bruder des ex-Praesidenten Jimmy Carter geriet auch deswegen in Schwierigkeiten, da er fuer die Lybier damals Einfluss gewinnen sollte. Bei ihm ging es um Geschaeftsabkommen fuer seine Familienfarm als Gegenleistung. Die Russen werden HOECHSTENS 5 jahre absitzen muessen, wenn ueberhaupt. Es geht hierbei nicht um Spionage. Der Geld-Mann wurde vor kurzem auf Zypern erfasst, wurde aber gleich danach entlassen (da er anscheinend genug Geld bei sich hatte....).
Ich glaube nicht, dass der feind im Osten steht. Seit der Zerstoerung des Ostblocks besteht kein Gleichgewicht mehr. Wenn kein Gleichgewicht besteht geraet irgendwo alles ins Wanken. Das sehen wir heute. Neue, noch schlimmere Machtverhaeltnisse sind nun enstanden, die die ehem. Sowjetmacht als Bedrohung bescheiden erscheinen laesst. Mit der SU konnte man noch handeln; mit der Taliban und Al-Qaeda kann man das nicht.

Gruss aus dem 'goldenen Land'

Jens

#4 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Weichmolch 29.06.2010 23:06

@ Kid,

wer, wenn nicht Du, kann diese Vorgänge besser beurteilen.
Ich bitte Dich, uns in dieser Angelegenheit regelmäßig den Sachstand zu übermitteln.

Grüße über den Atlantik

Der Weichmolch

#5 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von seaman 30.06.2010 03:01

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Zitat von Angelo
In einem Holzhaus mit braunen Fensterläden wohnten Cynthia und Richard, ein ganz normales Ehepaar - vermeintlich.



So ist das immer Angelo,
nicht 007 ist gefragt, sondern fleißige Menschen die zwei Berufe haben,andere Identitäten annahmen/nehmen und eine normale Vita vorleben ....
Zwei Berufe zu haben,bedeutet auch doppelte Arbeitszeit und in dieser Branche eine verdammt gefährliche Zweifachbelastung über Jahrzehnte durchzustehen.
Da ist die für "Otto Normalverbraucher"angegebene Farbe der Fensterläden unerheblich.

seaman

#6 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Feliks D. 01.07.2010 07:24

Ich halte die ganze Meldung für übertrieben und würde nicht von einem professionellen Spionagering sprechen wollen.

Alle 11 Verdächtigen standen miteinander im Kontakt und wußten voneinander

Das ist für mich schon einmal der entscheidene Punkt, solch eine Gruppe würde nie untereinander im direkten Kontakt stehen. Ein Kundschafter im OG hat im Normalfall lediglich Verbindungen zu einer Kontaktperson. Schon allein um bei einer möglichen Dekonspiration, wie in diesem Fall geschehen, nicht die gesamte Gruppe zu gefährden. Dies war ein Einsatzgrundsatz und ich denke dies war, bzw. ist auch bei den Freunden so.

Enttarnt wurden sie, nachdem sie 10 Jahre observiert wurden und sich einem FBI Agenten zu erkennen gaben der sich als russischer Regierungsbeamter ausgab

Die 10 Jahre unter Observation sind noch einleuchtend, schließlich versucht man eine feindliche Quelle eher zu neutralisieren bzw. mit falschen Informationen zu füttern oder gar zu Überwerben bevor man sie auffliegen läßt. Warum dies jedoch genau jetzt passierte paßt wieder nicht ins Bild der momentanen beiderseitigen besseren Zusammenarbeit. Weiterhin würde ein Kundschafter sich auch nicht irgendjemand offenbaren der sich ihm gegenüber als was auch immer und egal mit welchen Dokumenten ausgibt, sondern lediglich seiner ihm bekannten Kontaktperson. Diese würde er auch über diese Kontaktaufnahme informieren, schon um seiner eigenen Sicherheit willen.

Bisher erolgte keine Enttarnung von US-Agenten durch Russland

Im Normalfall würde auf die Dekonspiration eigener Kundschafter ziemlich zeitnah die Enttarnung entsprechender feindlicher Quellen folgen. Erstens um auszugleichen und zum Imagegewinn, zweitens um ein Faustpfand für eventuelle Verhandlungen und Austausche zu haben.

Da beim СВР keine Anfänger arbeiten kann ich mir auf die ganze Geschichte nicht so recht einen Reim bilden. Ich hoffe hier auf @Merkur, der sicher noch einige interessante Aspekte mehr zu diesem Thema beitragen kann.

#7 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von josy95 01.07.2010 08:40

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Zitat von Feliks D.


(Zitat Feliks D. Auszug)

Ich halte die ganze Meldung für übertrieben und würde nicht von einem professionellen Spionagering sprechen wollen.


Bisher erolgte keine Enttarnung von US-Agenten durch Russland

Im Normalfall würde auf die Dekonspiration eigener Kundschafter ziemlich zeitnah die Enttarnung entsprechender feindlicher Quellen folgen. Erstens um auszugleichen und zum Imagegewinn, zweitens um ein Faustpfand für eventuelle Verhandlungen und Austausche zu haben.

Da beim СВР keine Anfänger arbeiten kann ich mir auf die ganze Geschichte nicht so recht einen Reim bilden. Ich hoffe hier auf @Merkur, der sicher noch einige interessante Aspekte mehr zu diesem Thema beitragen kann.





Das sehe ich ähnlich! Für mich ein inzeniertes Komödientheater. Mein Eindruck ist eher der, das es hier nur um Wirtschaftsspionage und ggfls. noch mafiose Strukturen zur Beschaffung von (viel) Geld geht.

josy95

#8 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von seaman 01.07.2010 09:16

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Zitat von Feliks D.
Ich halte die ganze Meldung für übertrieben und würde nicht von einem professionellen Spionagering sprechen wollen.

Alle 11 Verdächtigen standen miteinander im Kontakt und wußten voneinander

Das ist für mich schon einmal der entscheidene Punkt, solch eine Gruppe würde nie untereinander im direkten Kontakt stehen. Ein Kundschafter im OG hat im Normalfall lediglich Verbindungen zu einer Kontaktperson. Schon allein um bei einer möglichen Dekonspiration, wie in diesem Fall geschehen, nicht die gesamte Gruppe zu gefährden. Dies war ein Einsatzgrundsatz und ich denke dies war, bzw. ist auch bei den Freunden so.



Weiterhin würde ein Kundschafter sich auch nicht irgendjemand offenbaren der sich ihm gegenüber als was auch immer und egal mit welchen Dokumenten ausgibt, sondern lediglich seiner ihm bekannten Kontaktperson. Diese würde er auch über diese Kontaktaufnahme informieren, schon um seiner eigenen Sicherheit willen.





Es ist in der Natur der Sache -Spionage-,dass sich die Medien auf diese Story stürzen und alle herkömmlichen Klischees,von dem eigenen "Supercoup"bis zur liebestollen Anna für die Laienleserschar bedienen.Etwas Verunsicherung bei unentdeckten Quellen zu erzeugen ist dabei gewünschter Nebeneffekt.

Es mutet heutzutage schon ungewöhnlich an 11 Topleute zu fassen,die untereinander im direkten Kontakt stehen/standen.Das verstösst gegen alle Regeln der Konspiration.

Als Kundschafter im OG konnte man allerdings schon mit ein paar Leuten mehr hochgehen.Im Regelfall hatte man neben seinem Mitarbeiter(je nach Aufgabenstellung) noch andere Kontakte.Hierbei meine ich konkret die eventuell bearbeitete menschliche Quelle,die Kuriere und auch die FOs die sich im OG bewegten.Bei illegalen Residenten flog auch meist der Ehepartner/Lebensgefährte mit auf.
Unbekannte Kontaktpersonen kamen auch vor(selten),waren aber immer genau auf Echtheit zu checken.

seaman

#9 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von GilbertWolzow 01.07.2010 15:17

jetzt wird es langsam albern ---> http://portal.gmx.net/de/themen/digitale...f-Facebook.html

#10 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Gert 01.07.2010 15:32

Zitat von GilbertWolzow
jetzt wird es langsam albern ---> http://portal.gmx.net/de/themen/digitale...f-Facebook.html



Das sehe ich auch so, so wie das ganze "business" albern und vor allem überfüssig ist. Ich hab darüber gelesen, dass die meisten Staatsmänner diese Informationen, die durch Spionage erlangt wurden, überhaupt nicht oder nur begrenzt nutzen. Das krasseste Beispiel in der Geschichte war die Information des sowjetischen Spions in Japan, Richard Sorge, der Stalin den genauen Angriffstermin der deutschen Wehrmacht am 22.Juni 1941 verriet. Was machte Stalin ? Er ordnete das als Falschmeldung ein und ignorierte die wichtige Info. Das hat bestimmt einer nicht zu ermittelnden Anzahl russischer Menschen das Leben gekostet. Daran kann man den Wert der Schlapphüte ermessen.

Viele Grüße vom Rhein

___________________________________________________________________________________________________

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

#11 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Feliks D. 01.07.2010 19:41

Zitat von Gert


Das sehe ich auch so, so wie das ganze "business" albern und vor allem überfüssig ist. Ich hab darüber gelesen, dass die meisten Staatsmänner diese Informationen, die durch Spionage erlangt wurden, überhaupt nicht oder nur begrenzt nutzen. Das krasseste Beispiel in der Geschichte war die Information des sowjetischen Spions in Japan, Richard Sorge, der Stalin den genauen Angriffstermin der deutschen Wehrmacht am 22.Juni 1941 verriet. Was machte Stalin ? Er ordnete das als Falschmeldung ein und ignorierte die wichtige Info. Das hat bestimmt einer nicht zu ermittelnden Anzahl russischer Menschen das Leben gekostet. Daran kann man den Wert der Schlapphüte ermessen.



Ziemlich pauschale Aussage, die innerhalb von Sekunden zu falsifizieren ist.

Eben jener Dr. Sorge verriet nämlich auch die Information, dass Japan die Sowjetunion nicht wie befürchtet im Osten angreifen wird. Dadurch konnten die sibirischen Truppen in die Schlacht um Moskau geschickt werden und somit bereits zu diesem Zeitpunkt der Krieg entschieden und Nazideutschland gestoppt werden.

Daran kann man den Wert der Schlapphüte auch ermessen.

#12 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Merkur 03.07.2010 11:44

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Zitat von Feliks D.
Eben jener Dr. Sorge verriet nämlich auch die Information, dass Japan die Sowjetunion nicht wie befürchtet im Osten angreifen wird. Dadurch konnten die sibirischen Truppen in die Schlacht um Moskau geschickt werden und somit bereits zu diesem Zeitpunkt der Krieg entschieden und Nazideutschland gestoppt werden.




Feliks,

Du hast den Wert des Dr. Richard Sorge auf den Punkt gebracht. Ich habe mich mit Richard Sorge intensiv beschäftigt, vor allem über die offiziell erschienene Literatur hinaus. Wenn man sich zu Sorge ein realistisches Bild schaffen will, sollte man vor allem entsprechendes Archivmaterial aus dem Bestand des faschistischen Reichsaußenministeriums, des Reichsführers SS und der sowjetischen Aufklärung heranziehen.
Leider hat die Sowjetunion zum Thema Sorge lange geschwiegen. Das gilt aber auch für eine Reihe anderer Kundschafter wie Ruth Werner oder Klaus Fuchs.
Erst in den 60er Jahren begann man sich in der Sowjetunion dem Thema Sorge zu widmen. Es kam zu einer Übereinkunft zwischen der Leitung des KGB und der Leitung der GRU über die Durchführung einer vollständigen Analyse aller in den Archiven vorhandenen Dokumente, die das Leben und die Aufklärungstätigkeit Sorges (und seiner Gruppe) betrafen.
Ein interessantes Thema und vor allem kann man den Wert und die Opferbereitschaft der Frauen und Männer um Richard Sorge nicht hoch genug würdigen.

#13 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von Merkur 03.07.2010 12:08

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Zitat von Feliks D.
Ich hoffe hier auf @Merkur, der sicher noch einige interessante Aspekte mehr zu diesem Thema beitragen kann.




Bisher kann ich nichts dazu sagen, da ich mich mit diesem konkreten Fall nicht wirklich beschäftigt habe.
Es würde mich nur wundern, wenn die jetzige russische Aufklärung ihre Quellen so dilettantisch führen würde. In Jasenewo verfügt man über jahrelange Erfahrungen, wie es erfolgreich gemacht wird.

#14 RE: FBI zerschlägt russischen Spionagering von X-X-X 03.07.2010 17:03

Ablenkung....von der Wirtschafrskrise, Oelverseuchung, und...und ...und

Jens

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