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#1 Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Dieter1945 26.02.2010 19:57

Vor vier Jahren habe ich ein Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten erhalten. Hier ein Auszug.

"Ich selber war 1965 - 1968 Grenzer am Dreiländereck Niedersachsen - SH - DDR *. Ich habe schon 1967 viel nachgedacht u. Zweifel bekommen. Die Schilder "Auch drüben ist Deutschland" haben mich sehr beeinflusst. 1968 habe ich die Flucht eines Kameraden nicht verhindert. Das war für mich mein Dienstende. Wie sagt man doch immer, lieber ein Knick in der Karriere, als ein Knick im Rückgrat".




* Elbdeich (Grenzkompanie Horst)

#2 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von 26.02.2010 20:00

Zitat von Dieter1945
Vor vier Jahren habe ich ein Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten erhalten. Hier ein Auszug.
"Ich selber war 1965 - 1968 Grenzer am Dreiländereck Niedersachsen - SH - DDR *. Ich habe schon 1967 viel nachgedacht u. Zweifel bekommen. Die Schilder "Auch drüben ist Deutschland" haben mich sehr beeinflusst. 1968 habe ich die Flucht eines Kameraden nicht verhindert. Das war für mich mein Dienstende. Wie sagt man doch immer, lieber ein Knick in der Karriere, als ein Knick im Rückgrat".
* Elbdeich (Grenzkompanie Horst)

Wie wahr,wie wahr....er hatte jedenfalls Rückgrat.

#3 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Berliner 26.02.2010 20:16

Zitat von Dieter1945
1968 habe ich die Flucht eines Kameraden nicht verhindert. Das war für mich mein Dienstende. Wie sagt man doch immer, lieber ein Knick in der Karriere, als ein Knick im Rückgrat".


Er liess es sich etwas kosten, ein Zeichen der wahren Ueberzeugung.

Danke fuer den Ausschnitt, Dieter.

Berliner

#4 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Augenzeuge 26.02.2010 22:51

Ja, Dieter, vor diesen Leuten und ihrer Handlung kann man nur den Hut ziehen, wohlwissend das sie Nachteile zu erwarten haben, die damals sicher sehr ungewiss waren.
Aber leider gab und gibt es auch andere, die "Rückgrat zeigen" anders definieren.

Dazu ein Video:



https://www.youtube.com/watch?v=z_Dy6B2yNNo

AZ

#5 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von icke46 26.02.2010 23:05

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Zitat von Dieter1945
Vor vier Jahren habe ich ein Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten erhalten. Hier ein Auszug.

"Ich selber war 1965 - 1968 Grenzer am Dreiländereck Niedersachsen - SH - DDR *. Ich habe schon 1967 viel nachgedacht u. Zweifel bekommen. Die Schilder "Auch drüben ist Deutschland" haben mich sehr beeinflusst. 1968 habe ich die Flucht eines Kameraden nicht verhindert. Das war für mich mein Dienstende. Wie sagt man doch immer, lieber ein Knick in der Karriere, als ein Knick im Rückgrat".




* Elbdeich (Grenzkompanie Horst)



Hallo, Dieter,

meinen Respekt hat der Mann. Was mich nur wundert ist der oben heraugehobene Satz. Eigentlich waren diese Schilder doch so aufgestellt, dass sie von DDR-Seite gar nicht zu sehen waren - die waren ja an Grenz-Besucher gerichtet. Von daher verblüfft mich das etwas.

Gruss

icke

#6 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Bergmensch 26.02.2010 23:08

Aber die Aufklärung funktionierte icke.

Es gab ja auch Grenzknicks, wo man das auch von der anderen Seite lesen konnte.

#7 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Berliner 26.02.2010 23:12

Zitat von icke46
Eigentlich waren diese Schilder doch so aufgestellt, dass sie von DDR-Seite gar nicht zu sehen waren


die Schlider zeigten in Richtung Westen? Ich hatte es auch so verstanden, dass sie in Richtung Osten ausgerichtet waren (Propaganda fuer die Grenzer).

Duane

#8 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Augenzeuge 26.02.2010 23:42

Teilweise konnte man damals wohl die Schilder vom Osten lesen:
AZ

http://www.ansichtskarten-center.de/webs...tikel_id=322255

#9 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Rostocker 26.02.2010 23:56

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[quote="Augenzeuge"]Ja, Dieter, vor diesen Leuten und ihrer Handlung kann man nur den Hut ziehen, wohlwissend das sie Nachteile zu erwarten haben, die damals sicher sehr ungewiss waren.
Aber leider gab und gibt es auch andere, die "Rückgrat zeigen" anders definieren.

Dazu ein Video:



https://www.youtube.com/watch?v=z_Dy6B2yNNo

AZ[/quote--------------------------------------------------------------------------------------
Ein wunderbares Video,was zeigt wie weit die Menschheit noch auseinander lebt,auf diesen Planeten. Und das der Begriff--Demokratie---noch nicht mal am Horizont zu sehen ist.

#10 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von tdk03 27.02.2010 01:00

Hallo,
Hallo,
ich bin mit 18 Jahren und ein paar Tagen zum GWD eingezogen worden (nicht Grenze). Gleich nach der Wende habe ich mich gefragt: Hättest Du geschossen an der Grenze?“ Zu meinem Erschrecken könnte ich diese Frage nicht sofort hundertprozentig verneinen – wahrscheinlich meine gute (politische) DDR Schulbildung.
Deshalb haben diese Leute meine Hochachtung, die ihre Überzeugung hatten und auch dazu standen.
Grüße Thomas

#11 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Mongibella 27.02.2010 07:26

AZ, sehr schönes Video....

groetjes

Mara

#12 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Rainer-Maria-Rohloff 27.02.2010 22:07

Zu diesem herlichen Video von Jörg/ Augenzeuge, da fallen mir nur die Zeugen Jehova ein, die jeden Monat vor meiner Haustüre stehen und sie glauben doch so stoisch an das Gute im Menschen.
Da denke ich immer so bei mir: Wie kann man nur so naiv sein und so viel Gutmenschentum geht doch auf keine Kuhhaut?
Nun unterhalte ich mich für mein Leben gerne mit ihnen, gerade, weil sie so freundlich und aufgeschlossen sind,und/aber insgeheim denke ich wieder so bei mir: Wenn sie wüssten, wie du innerlich tickst, sie würden im kommenden Monat nicht mehr klingeln.
Meine Antwort auf das Video: Ändert das System, ändert es in einen besseren Sozialismus.

R-M-R

#13 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von icke46 27.02.2010 22:20

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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Zu diesem herlichen Video von Jörg/ Augenzeuge, da fallen mir nur die Zeugen Jehova ein, die jeden Monat vor meiner Haustüre stehen und sie glauben doch so stoisch an das Gute im Menschen.
Da denke ich immer so bei mir: Wie kann man nur so naiv sein und so viel Gutmenschentum geht doch auf keine Kuhhaut?
Nun unterhalte ich mich für mein Leben gerne mit ihnen, gerade, weil sie so freundlich und aufgeschlossen sind,und/aber insgeheim denke ich wieder so bei mir: Wenn sie wüssten, wie du innerlich tickst, sie würden im kommenden Monat nicht mehr klingeln.

R-M-R



Hallo, RMR,

lass Dir sagen, wenn sie wüssten, wie Du innerlich tickst, wie Du das oben so gut beschrieben hast, würden sie nicht mehr jeden Monat klingeln, sondern jede Woche. Ist durchaus ernst gemeint, ich kenne die Organsisation seit 40 Jahren durch Hausbesuche bei meiner Mutter. Und muss auch sagen, dass weder meine Mutter noch ich uns belästigt gefühlt haben - nur gewundert haben wir uns, wie man so einen tiefen Glauben haben kann. Muss aber auch nüchtern betrachtet sagen - wenn man einen solchen Glauben hätte, wäre das Leben in vieler Hinsicht einfacher.

Gruss

icke

#14 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Ratze 27.02.2010 22:26

Grenze am Dreiländereck ist mal wieder unsere Grenzsäule 283!!!! Gab es die in den 60er auch schon???

MfG Ratze

#15 RE: Brief von einem ehemaligen Grenzsoldaten von Rainer-Maria-Rohloff 27.02.2010 22:48

Ich verstehe das schon, was du damit sagen willst, icke, aber selbst die Sozialisten der DDR waren ihnen nicht die richtige Richtung.
Wir hatten das Thema schon einmal hier,so bei den Bausoldaten und selbst das haben sie abgelehnt und sind lieber in den Knast und ich war der Meinung, sie müssten sich schon dem jeweiligen System...anpassen, das wäre der falsche Ausdruck, sie müssten sich einbringen, aber das scheint nicht ihr Ding zu sein.
Also brauchten sie sich auch nicht zu wundern, das sie unter Adolf Hitler und auch danach keinen leichten Stand hatten.
Aber vielleicht könnte man das Thema " Zeugen Jehova" irgend woanders angliedern/ anhängen.

R-M-R

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