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#1 Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Rhönräuber 03.01.2010 12:20

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Wiesa. Ein Geschäftsmann wollte das vergessene DDR-Sturmgewehr Wieger im Erzgebirge produzieren. Bei der Suche nach den Konstruktionsunterlagen stellte er fest: Sie sind verschollen.


http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TH...AL/1650447.html


Rhöni

#2 Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von S51 03.01.2010 12:30

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Irgendwo habe ich als Notiz mal gelesen, das eine US-Firma die Wieger in stark vereinfachter Form und wohl auch nicht besonders guter Qualität als Halbautomat herstellt. Möglicherweise wurden die Unterlagen dorthin verscherbelt.

#3 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von CaptnDelta 03.01.2010 14:20

S51,

Das Ding kannste hier bestellen. Wuerde es allerdings nicht empfehlen, die ist nur optisch aehnlich. Das mit den 'geklauten Plaenen' ist anscheinend eine Ente die der 'Investor' in die Welt setzte um sich 'ne gute Story zu sichern. Die gleiche Geschichte lief auch in anderen Zeitungen in Deutschland, zum Beispiel SZ, MAZ und auch die SVZ. Dazu gibts 'nen guten Thread in dem 'anderen Forum'.
O-Ton:

Zitat
Ich halte es auch für Humbug, dass im Erzgebirge ernsthaft "Investoren" darüber nachgedacht haben, die Wieger Produktion wieder aufzunehmen. Wozu? Um die Bundeswehr damit auszustatten? Um die Nachfrage beim deutschen Privatwaffenbesitzer zu befriedigen? Bei den massenhaft Berechtigten im Land wären bestimmt 200 bis 300 Stück verkauft worden. Wau! Für den Export, um die noch offenen Verträge der DDR zu erfüllen?



Was allerdings interessant ist das diese Waffe schon Mitte der 80er Jahre, von Grund auf, als eine AK74 mit dem NATO-Kaliber 5,56 x 45 konzipiert war. Dies war eine Vorgabe des Auftraggebers KoKo, welche diese Waffe moeglichst devisentraechtig (vor allem im Westen) verkaufen wollte.

Also, wenn hier der Rainer-Maria wieder mal das Hohe Lied von der friedliebenden DDR singt, die sich doch so sehr von den westlichen Krupp-Zuendern -an England und Deutschland verkauft- unterscheidet: leider war die DDR -und seine Devisenbeschaffer- um solche Ideen auch nicht verlegen.



-Th

#4 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Berliner 03.01.2010 16:14

ein paar Kommentare von meiner Seite.

Dass die Wieger als "Wunderwaffe" hingestellt wird ist Kokolores. Sie war nicht mal eine Weiterentwicklung der Kalaschnikow eher haben sie nur ein paar unwichtige Details geaendert. Der Kaliber-Wechsel war auch keine Kunst. Im Grunde muessen hier nur ein neuer Lauf und neues Magazin her, sonst nichts (OK, manche schlagen vor das Schloss leicht zu veraenderen...).
Die Wieger war nur eine Sportwaffe wahrscheinlich fuer den amerikanischen Markt (oder NATO-Laender) zwecks Devisenbeschaffung konzipiert. Als nach der Wende die DDR keine Devisen mehr brauchte (weil es sie nicht gab) und weil der Preis in den neuen Bundeslaendern gegenueber den existierenden sozialistischen Laendern, die sich bereits in den Faengen des Mauerzerfalls befanden zu hoch gewesen waeren, lief die Idee in den Sand.
Im Moment sind die meisten AK auf dem Weltmarkt aus existierenden Bestaenden (als Halbautomatik neu aufgebaut, aber mit "originalen" Teilen) und die Waffe wird auch in Rumaenien neu produziert.

Wenn man von einer Weiterentwicklung der AK sprechen moechte, muss man auf die finnische Valmet oder auf die israelische Galil schauen. Das sind echte Weiterentwicklungen, aber sie sind an sich auch schon veraltet.

Na gut. Die Wieger hat aber ihre Spuren hinterlassen. Wer hier in den USA eine AK-Plattform im Kaliber 5,56x45 besitzt, sucht nach den begeehrten "Wieger-Mags", weil die Qualitaet der Magazine sehr hoch war und sie aus Stahl sind. Ueberhaupt fuer uns war DDR-Waffen hoechster Qualitaet.

Viele Gruesse aus den USA,
Berliner

#5 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Mike59 12.04.2010 19:18

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Es gab am 06.04. im MDR darüber einen Bericht.


http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/5869234.html

wer sich die ganze Sendung nicht ziehen möchte, kommt irgendwo nach der Mitte

Mike59

#6 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Mike59 04.09.2020 19:13

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für Interessenten.

https://www.welt.de/geschichte/article21...-Weltmarkt.html

#7 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von DoreHolm 04.09.2020 20:49

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Zitat von Mike59 im Beitrag #6
für Interessenten.

https://www.welt.de/geschichte/article21...-Weltmarkt.html


Habs gelesen, vor allem einige der nachfolgenden Links. Klar ersichtlich, wo die Autoren politisch angesiedelt sind. Alles verbieten, was irgendwie an die DDR erinnert, insbesondere, wenn es sich um Militärisches handelt. Keine Miltary-Märkte mit Jacken, Hosen u. anderen Ausrüstungsgegenständen der NVA/Polizei/KG/MfS, keine Traditionstreffen, keine Militärtechnik-Treffen mit Fahrzeugen der NVA u.s.w. Von wem kamen solche Initiativen: Von CDU und FDP-Leuten. Alles klar. Passt dazu an Forderungen zur Wendezeit, die Jugendweihe zu verbieten und die DDR-Autofahrer zu einer erneuten Führerscheinprüfung zu verdonnern. Alles tilgen, aus den Geschichtsbüchern, aus den Gedächtnissen. Wir haben nicht existiert, wir Grenzer.

#8 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Hohenstücken7072 04.09.2020 21:36

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Habe das Thema nicht gelesen, werde auch nicht(Knarren interessieren mich nicht) aber vielleicht passt auch dies von heute oder gestern dazu:

https://www.mdr.de/thueringen/sued-thuer...wieger-100.html

#9 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Sperrbrecher 05.09.2020 09:51

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Zitat @Dore Holm Beitrag #7:
....-Forderungen zur Wendezeit, die Jugendweihe zu verbieten....
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Jugendweihe war keine Erfindung der DDR.

Anfänge der Jugendweihe in Deutschland
Die Aufklärung hatte nicht nur die Trennung der geistigen Kultur von Religion und Kirche vorbereitet, sondern auch erste institutionelle Vereinigungen (Freimaurer, Druidenorden) ermöglicht, die sich unabhängig von der Amtskirche entwickelten. Die Entstehung freireligiöser Gemeinden und die Abkehr einer Minderheit des Volkes von der Religion und Kirche hatten dazu beigetragen, dass man mit dem sogenannten März-Edikt von 1847 in Preußen aus der Kirche austreten konnte. In ihrem Umfeld entstand am 20. Mai 1852 die erste Jugendweihe in Deutschland. Ihr Gründungsvater war Eduard Baltzer aus Nordhausen. Er prägte nicht nur den Namen Jugendweihe, sondern führte selbst Jugendweihen durch. Baltzer, Pfarrer, Demokrat, Abgeordneter der ersten deutschen Nationalversammlung, die 1848 in der Frankfurter Paulskirche tagte, trat für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Menschlichkeit ein, wollte eine Entfaltung des Menschen frei von kirchlichen Dogmen.

#10 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von DoreHolm 05.09.2020 11:05

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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #9
Zitat @Dore Holm Beitrag #7:
....-Forderungen zur Wendezeit, die Jugendweihe zu verbieten....
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Jugendweihe war keine Erfindung der DDR.

Anfänge der Jugendweihe in Deutschland
Die Aufklärung hatte nicht nur die Trennung der geistigen Kultur von Religion und Kirche vorbereitet, sondern auch erste institutionelle Vereinigungen (Freimaurer, Druidenorden) ermöglicht, die sich unabhängig von der Amtskirche entwickelten. Die Entstehung freireligiöser Gemeinden und die Abkehr einer Minderheit des Volkes von der Religion und Kirche hatten dazu beigetragen, dass man mit dem sogenannten März-Edikt von 1847 in Preußen aus der Kirche austreten konnte. In ihrem Umfeld entstand am 20. Mai 1852 die erste Jugendweihe in Deutschland. Ihr Gründungsvater war Eduard Baltzer aus Nordhausen. Er prägte nicht nur den Namen Jugendweihe, sondern führte selbst Jugendweihen durch. Baltzer, Pfarrer, Demokrat, Abgeordneter der ersten deutschen Nationalversammlung, die 1848 in der Frankfurter Paulskirche tagte, trat für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Menschlichkeit ein, wollte eine Entfaltung des Menschen frei von kirchlichen Dogmen.




Richtig, aber das interessierte doch diese CDU/CSU-Politiker nicht, die die Gelegenheit, endlich einen großen Teil des Volkes gegen alles zu wissen, was irgendwie nach Sozialismus riecht, wahrnehmen wollten um reinen Tisch zu machen. Diese Gelegenheit wird nach Ernüchterung nicht so bald wiederkommen, das war ihnen klar.
Verbot der jugendweihe war nur eines der Ziele, die die Erzkonservativen hatten.

#11 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Hanum83 05.09.2020 11:35

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Was, die Jugendweihe ist verboten?
Ist mir als Erzkonservativer aber neu.

#12 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von DoreHolm 05.09.2020 12:24

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Zitat von Hanum83 im Beitrag #11
Was, die Jugendweihe ist verboten?
Ist mir als Erzkonservativer aber neu.


Ne ne, die konnten das nicht durchsetzen.

#13 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von Freienhagener 05.09.2020 17:22

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Jeder kann machen, was er will.

Aber Sinn hat solch eine Feier, egal ob atheistisch oder kirchlich, m. E. nur mit einem weltanschaulichen Hintergrund.

Früher war wenigstens "die Aufnahme in die Welt der Erwachsenen" gegeben, weil die meisten mit 14 die Schule beendeten.
Das ist bekanntlich schon seit DDR-Zeiten kaum noch der Fall.
D.h. es ändert sich zu dem Zeitpunkt der Feier nichts für die Kinder (als Negativbeispiel hatten etliche nur den ersten Alkoholrausch ihres Lebens).

Manche Atheisten meinen auch heute noch, sie brauchten solch eine Ersatzfeier für alte kirchliche Traditionen.
Bei meinem Ältesten habe ich das nach 1990 noch mitgemacht. Es fehlte trotz "Sonntagsreden" eine geistige Basis. Am wenigsten interessiert waren die Kinder. Wenn, dann an den Geschenken.

Wir haben unserem Jüngsten vorgeschlagen, auf das Brimborium zu verzichten und nur ein Geschenk zu nehmen. Er war sofort einverstanden.
Der kleine Trick zeigt, worum des den Kindern nur noch geht.

#14 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von 94 07.09.2020 13:13

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Eine usamerikanisches Unternehmen (1) vermarktet einen vermeintlichen Nachbau.
Allerdings dürfte es sich bei der Vorlage eher um eine rumänischen MPi (2) handeln?

1) www.guncritic.com/product/io-inc-stg2000/
2) www.smallarmsreview.com/display.article.cfm?idarticles=1382

PS. siehe auch angehänte 'Kurzinfo' des WD BT ...

#15 RE: Die kalte Spur zu einer heißen DDR-Waffe von marc 07.09.2020 14:23

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Stimmt, anhand der Prägung auf Bild 1 bei 2) deutlich zu erkennen.

Rumänische Teile und kopierte/ nachgebaute Wieger-Teile irgendwie zusammengefriemelt.
Ich denk mal, auch die Bearbeitungsqualität der Teile der Original-Wieger war deutlich besser.

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