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#1 Schießanlagen der GSSD von B Man 05.12.2021 11:17

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Moin

Die Sowjetarmee hat ja die meisten Schießanlagen von der Wehrmacht übernommen.

Einige wurden durch Sprengen der Kugelfänge unbrauchbar gemacht, andere wurden einfach der Natur überlassen oder als Lager Zweckentfremdet, andere hat man weiter genutzt.

Hat einer eine Idee warum die genutzten wirklich fast alle so aussehen ?



Um den Kugelfang sind die alle völlig zerballert. Auch wenn diese Wände davor sind, sind die alle völlig zerschossen.

#2 RE: Schießanlagen der GSSD von berndk5 05.12.2021 13:17

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Man hatte es halt gerne auch mal krachen lassen. Nicht immer nur auf blöde Scheiben ballern. Wenn etwas Munition übrig war (war ja meist so...) und mal kein so strenger Kontrolleur da war, da war halt der Mops munter.
Habe ich selbst als Jugendlicher auf dem Schießplatz der Sowjetarmee neben dem Militärflugplatz in Neuruppin gesehen.
Bin da mit einem Kumpel mit dem Fahrrad hingefahren. Für die mitgebrachte Schlachtewurst durften wir auch mal mit der AK 47 schießen. Das war so im Zeitraum zwischen 1970 und 1973 . Da war auch überhaupt nix abgesperrt, nur ein paar vergammelte Verbotsschilder und ein abgeparkter Soldat der uns aufhalten sollte.
Hunger hatten die aber alle.
Gab aber nur eine Bemme für den Wächter und den Wurstring für den Sergeanten.
Von der GST kannten wir ja schon die MPi KM 69 im Kaliber 22 lang, aber die AK machte schon eine ganz andere Musik. Ich erinnere mich noch gut, dass beim ersten Schuß ein leichtes Singen im Ohr einsetzte und die Schulter etwas geprellt war- dabei hatte ich Jahre später niemals irgendein Problem mit der AK. Das war ja dann ab 1974 sowieso normal und regelmäßig an der Tagesordnung (das Schießen mit der AK 47).

#3 RE: Schießanlagen der GSSD von anjo 05.12.2021 13:37

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Ja, nur mal so zum Spaß schießen, war nicht schlecht. Ich bin ja bis 04.71 dann in Schnellmannshausen gewesen. Dort gab es in Richtung Grenze eine Schlucht die damals offizieller Schießstand gewesen ist. Ich hatte in der Waffenkammer auch 2 oder 3 KK MPis genau weiß ich das nicht mehr, und dafür auch ausreichend Munition. Auch für die AK47 und die Makarow hatte ich Munition. Habe dort öfters vor Überprüfungen mit Leuten geübt die dies nicht so gut konnten. Auch bei den Berufssoldaten gab es welche die mit der Makarow das nicht so richtig konnten. Da habe ich sehr viel anstelle von Sport mit denen geübt. Muss mal schauen da habe ich bestimmt auch einen kurzen 8mm Film davon, da sind aber keine Berufssoldaten drauf . Das Schießen ist da mehr ne Entspannung gewesen. Die Munition musste natürlich "exakt" nachgewiesen werden. Ist natürlich ganz nach "Vorschrift" gemacht worden.
Gruß und schönen Advent

#4 RE: Schießanlagen der GSSD von buschgespenst 05.12.2021 13:42

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Nun müsste man ja auch wissen, was auf so einer Schießanlage für Truppenteile geschossen haben bzw. mit was wurde geschossen?

#5 RE: Schießanlagen der GSSD von B Man 05.12.2021 13:49

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Zitat von berndk5 im Beitrag #2
Habe ich selbst als Jugendlicher auf dem Schießplatz der Sowjetarmee neben dem Militärflugplatz in Neuruppin gesehen


Ahh super

Die hatten da was ganz spezielles

Eine 300 Meter Bahn wo die am Schluss durch eine Art Tunnel geschossen haben.
Habe ich so noch nirgends gesehen.






Das ist die Rückseite, die Vorderseite ist auch ganz zerschossen


Daneben waren noch mehr normale Schießbahnen wie man das so kennt.



#6 RE: Schießanlagen der GSSD von B Man 05.12.2021 13:54

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Zitat von buschgespenst im Beitrag #4
Nun müsste man ja auch wissen, was auf so einer Schießanlage für Truppenteile geschossen haben bzw. mit was wurde geschossen?


Die Sowjetischen sehen alle so aus.
Da macht die Erklärung von Berndk5 schon Sinn.

Das meiste sind Gewehrschießstände.
In Wünsdorf ist einer da hat man aus dem Schützenpanzer mit der Maschinenkanone geschossen.
Je grösser der Booomm desto grösser der Wuuuummmm.

#7 RE: Schießanlagen der GSSD von DoreHolm 05.12.2021 16:38

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Da müßte doch an der Stelle, von wo aus gefeuert wurde und im Kugelfang noch jede Menge heute recht teurer Metallschrott (Messing, Blei, Stahl) im Boden liegen. Kann mich erinnern, daß es hier in EF, ich glaube, am Petersberg, eine Schießanlage gegeben hat. Dort bin ich als Kind mal rein und habe noch jede Menge Hülsen gefunden. Der Kg-Preis Messingschrott liegt z.Zt. m.W. so bei 2,50 €.
Die Gewinnung wäre wohl vergleichbar mit dem Goldwaschen.

#8 RE: Schießanlagen der GSSD von B Man 05.12.2021 18:48

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Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Da müßte doch an der Stelle, von wo aus gefeuert wurde und im Kugelfang noch jede Menge heute recht teurer Metallschrott (Messing, Blei, Stahl) im Boden liegen


Auf die Idee sind natürlich auch schon andere gekommen

Trotzdem findet man immer wieder sowas:


Ich kenne eine Ecke da liegt der ganze Boden voll mit Gewehrhülsen und diesen grösseren Kalibern

Ich wüsste allerdings nicht wo man so etwas los wird.
Da sind ja manchmal auch noch scharfe dabei.
Wenn man Schrott abgibt muss man ja jetzt seinen Ausweis vorlegen.

#9 RE: Schießanlagen der GSSD von berndk5 07.12.2021 00:03

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Hallo Leute,
aus meiner Sicht sollte man das Alles nicht überbewerten- wie man so sagt, es waren andere Zeiten!
Besonders deutlich wird das für mich im Beitrag #3 von @anjo . Ich höre schon förmlich den Aufschrei des "Volkes von ehemaligen Besserwissenden" dass das ja niemals hätte so sein können, was der anjo da zum Schießen in der Schlucht vom Heldratal, weniger als 3 Km Luftlinie von der Westgrenze in Richtung Heldra vermeldet hat!
Pustekuchen, kann ich da nur sagen, weil der anjo Recht hat.
Na klar war ich erst von 1981 - 1983 als KC in der 5.GK/II.GB/GR-1 in Schnellmannshausen, na klar wa da nix mehr mit KK-Schießen im Schutzstreifen!
Diese Uhr war längst abgelaufen ! Aber ich kenne genau diese Berichte von den BU, von den Grenzaufklärern, dass man es noch kurz vor meiner Zeit dort genau so gemacht hat. Warum sollte man es also anzweifeln.

Zu #4 von @buschgespenst kann ich nix sagen, wer soll das heute noch belegen können, welche Truppenteile da, konkret was (welche Übungen, welche Waffen) geschossen haben? das wird wohl ohne Zufälle, immer ein Geheimnis bleiben.
Zu den im #5 gezeigten Bildern bin ich sehr überrascht, es sieht wirklich exakt so aus, wie ich Neuruppin in Erinnerung habe.
Allerdings ist mir aus der Historie (1956 in NP Geboren) bekannt, dass diese Schießplatzanlagen in den 1930ér Jahren von der Wehrmacht gebaut worden sind, die in und um Neurupopin und Altruppin massivste Truppenkonzentrationen zur Aufstellung und Ausbildung von Verbänden und Truppenteilen unterhalten hatte. Gleichwohl war der Militärflugplatz in der NS-Zeit zu wirklich neuer Blüte auch als Ausbildungsstützpunkt entwickelt worden.
Ein Argument möchte ich nicht vorenthalten. Die Sowjetarmee war,was Ausbildungseinrichtungen (also auch Schieß-Gelegenheiten) angeht, nicht so sehr auf preussische Traditionen/Regeln abgefahren- man hat einfach genutzt, was da war. Keinerlei Investitionen. Kugelfang, ? = der Sandhaufen der da war! Sicherheit? wenn unbedingt unvermeidbar, wurde ein Muschik abgestellt. Ende Gelände.
In Mühlhausen habe ich mal an einem scharfen Pistolenschießen in einer russischen Aufklärerkaserne teilgenommen, dass auf dem Dachboden der Kaserne mitten in einem Wohngebiet stattfand. Für mich damals der blanke Horror und eigentlich unvorstellbar mit den als Offizier gelehrt bekommenen Sicherheitsvorschriften.
Zu den Bildern mit dem sehr langen Schußßkorridor in #5 vermute ich, dass Maschinenwaffen der Flugzeuge vom Flugplatz hier vor derm Einbau in die Flugzeige noch mal erprobt wurden. Auch der Test von Panzerwaffen (als Einsteckläufe mit Gewehrpatronen) ist denkbar. So mal 9 mm MG, oder auch bis 20 mm könnte ich mir vorstellen.
Dem würde die deutsche Gründlichkeit der Überdachungen und teil-vertunnelung entsprechen, um Schußbahn-Abweichungen zu kompensieren.
Die sowjet-Armee hatte doch so etwas nicht interessiert. Sollte es wirklich gefährlich sein können, hat man einfach den Sperrkreis erhöht- oder auch nicht.
Ich erinnere mich, dass auch mal Panzergranaten (Übungsmunition) vom Panzerschießplatz auf dem Kindel bei Eisenach im einem Kindergartengelände in der Gemeinde Behringen zu DDR-Zeit eingeschlagen sind. Es gab zwar keine Verletzten, aber jede Menge Aufregung (die unter den Teppich kam).
Also bitte immer alle Schilderungen den jeweiligen Zeitepochen zuordnen etwas relativ betrachten.

#10 RE: Schießanlagen der GSSD von Klauwida 07.12.2021 15:41

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Zitat von berndk5 im Beitrag #2
Habe ich selbst als Jugendlicher auf dem Schießplatz der Sowjetarmee neben dem Militärflugplatz in Neuruppin gesehen.
Bin da mit einem Kumpel mit dem Fahrrad hingefahren. Für die mitgebrachte Schlachtewurst durften wir auch mal mit der AK 47 schießen. Das war so im Zeitraum zwischen 1970 und 1973 . Da war auch überhaupt nix abgesperrt, nur ein paar vergammelte Verbotsschilder und ein abgeparkter Soldat der uns aufhalten sollte.

Wir waren von der EOS mal zum Freundschaftsbesuch bei der GSSD (1988) im Olympischen Dorf. Da gab es dann auch AK und Pistole schießen auf dem TÜP Dallgow. Zwei große grüne Holzkisten mit AK und Makarow Munition. Der Offizier griff mit seinen großen Pranken in die Kisten und packte die Munition auf den Deckel der Kiste. Ein Soldat half uns dann dabei die Magazine zu befüllen und dann wurde geschossen ( vorher wurde kurz gezeigt wie das geht). Geschossen wurde auf Pappscheiben und Holzkisten, ob da irgend etwas "abgesichert" wurde keine Ahnung.
Bei der NVA später dann das Kontrastprogramm, jeder weiß was ich meine.

Klauwida

#11 RE: Schießanlagen der GSSD von buschgespenst 07.12.2021 15:48

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GSSD – Schießplatz Gägelow
Veröffentlicht am 13. Dezember 2020

Ein kleiner und sehr versteckter Lost Place. Von der Straße aus sieht man nicht viel mehr als ein Stück rote Backsteinmauer, die irgendwie deplatziert im Grünen steht. Oft bin ich hier vorbei gefahren, ohne je auf den Gedanken zu kommen, das hier ein surrealer Ort mit geheimnisvollen Bauten die Zeiten überdauert hat.
https://lostplacewunderland.wordpress.co...splatz-gagelow/

#12 RE: Schießanlagen der GSSD von Fall 80 07.12.2021 17:51

Früher hat man das mit der Sicherheit auch in Deutschland nicht so eng gesehen.

Bei uns in der Umgebung hatte fast jeder Ort eine Stelle im Wald als Schießplatz für Kleinkaliber.

Mich wundert nur, dass damals wenig passiert ist, obwohl ja fast jeder Bauer einen Tesching hatte.

Uli

#13 RE: Schießanlagen der GSSD von B Man 07.12.2021 20:52

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Zitat von berndk5 im Beitrag #9
Ein Argument möchte ich nicht vorenthalten. Die Sowjetarmee war,was Ausbildungseinrichtungen (also auch Schieß-Gelegenheiten) angeht, nicht so sehr auf preussische Traditionen/Regeln abgefahren- man hat einfach genutzt, was da war. Keinerlei Investitionen.


Wie schon geschrieben hat man die meisten Anlagen von der Wehrmacht so wie sie waren übernommen.

Für modernere Sachen hat man auch in Eigenleistung Spezial Schießstände gebaut.
Die sahen dann eben auch russisch aus
Die waren aber wahrscheinlich nicht für normale Wehrpflichtige.
In Perleberg war eine Anlage da konnte man aus einem Haus in verschiedenen Ebenen auf bewegliche Ziele schiessen.

In Wünsdorf gab es einen Schiessclub für Offiziere.
Das war für Sportschützen mit Pistole und Gewehr und schon recht ordentlich gebaut.
Natürlich mit Banja.


Zitat von Klauwida im Beitrag #10
Bei der NVA später dann das Kontrastprogramm, jeder weiß was ich meine.


Das war bei der BW genauso.

Als Schütze war man mehr mit melden wie mit schiessen beschäftigt.
Ausserdem kam man sich immer etwas ferngesteuert vor, jeder Handgriff wurde befohlen:
6 Schuss Einzelfeuer Feuer frei

#14 RE: Schießanlagen der GSSD von stabsfunkmeister 07.12.2021 21:21

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Hallo,
ich habe mich schon mal hier geäußert, weil ich damals öfter in Nohra zum Schießen war.Die Bedingungen da kenne ich gut. Das war für uns gewöhnungsbedürftig, weil bei den damaligen Freunde andere Bedingungen geherrscht haben.Wir waren ja gewöhnt, dass alles nach den Vorschriften geht.
Gruß Frank

#15 RE: Schießanlagen der GSSD von Fall 80 07.12.2021 22:01

Welches Nohra meinst Du denn?

Uli

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