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#31 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Fall 80 01.12.2020 21:32

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Zitat von berndk5 im Beitrag #29
zu #27 kann ich nur sagen, dass ich es genau so verstanden habe und auch unterstreichen will.
Persönlich empfinde ich es rückwirkend aber auch ein wenig beschämend für mich, weil ich es genau so gesehen und trotzdem auch genau so in meiner Kompanie praktiziert habe (siehe auch Beiträge zum Gästebuch der GK Treffurt) .
Man braucht aber auch nur die Auftritte von Jungen Pionieren oder FDJ-lern bei Parteitagen etc. zu betrachten, von denen hin und wieder mal Filmsequenzen auftauchen. Man hat manchmal ein leichtes Schamgefühl beim Betrachten, weiß aber oft genug, dass es genau so damals meistens die absolute Normalität war.


@berndk5

Ein KC hatte da wahrscheinlich keinen großen Gestaltungsspielraum, der durfte ja die große Linie nicht verlassen wegen solchen Banalitäten.

Wenn sich da aber auch Berufssoldaten und GWD richtig ins Geschirr gekniet haben kann es doch nur etwas mit vorauseilendem Gehorsam zu tun gehabt haben. Oder hat da wirklich einer geglaubt, dass mit solchen Aktionen das Ansehen der GT aufpoliert oder gar der Frieden gesichert werden konnte?

Wir hatten einen einzigen in unserem DhJ der stolz auf seinen Dienst und die Uniform verkündet hat.

Mich hätte bestimmt keiner als Gesprächspartner bei Patenklassen oder Patenbetrieben empfohlen.

Uli

#32 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von 01.12.2020 21:45

Dem vorherigen Beitrag kann ich nur beipflichten, so war es halt.
Nicht vergessen sollte man, dass der KC natürlich bei solchen "Besuchen" auch immer etwas "Gutes" für seine Kompanie tat.
Na klar höre ich schon den stöhnenden Aufschrei einiger Volksarmisten und Grenzer- Tatsache ist aber, dass solche Besucher fast immer auch "Geschenke" dabei hatten. Da gab es Ausstattungen für den Klubraum, Geldzuwendungen für die Ausstattung der Kasernen und Anderes. Auch persönliche Einzelgeschenke waren hin und wieder dabei- aber auch dann nur für Soldaten , seltener schon für Uffz. . Ebenso darf nicht verghessen werden, dass für die betroffenen Kompanien meist nicht nur ein Eimer Farbe und ein paar Rollen Tapete mehr als sonst abgefallen sind.
Also ein Bisschen hat es sich schon gelohnt.
Die Alternative sollte man aber genauso direkt benennen:
Es wäre Sackgang in höchster Potenz geworden. Einen Prominenten-Besuch zu versauen hätte nicht nur dem KC Ärger bereitet, der Ärger wäre niemandem in der GK erspart geblieben.
Also war es fast wie immer: Man versucht das Beste aus einer Situation zu machen.

#33 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Ehli 01.12.2020 23:09

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Schreibe auch mal was dazu:
Wir mussten mal wieder die Objektwache übernehmen, die 5.Komp. war auf Übung.
Diese Komp. stellte sonst die Objektwache.
Mir war natürlich aufgefallen, das die Bordsteine gestrichen worden und sonst komische Aktivitäten rund um den Apell- platz statt fanden.
Nun ja ,ich wurde als stellv. Wachhabender eingesetzt.
Mein Wachhabender war gerade mal nicht da, als ein Stabsoffizier kam und sagte :
Lassen sie die Wache raus treten und zum Empfang Aufstellung nehmen. Alles klar, Wache stand rechts und links neben den Tor.
Wer da kam, weiß ich heute nicht mehr, ist auch egal, jedenfalls Meldung gemacht, alles klar, lassen sie wegtreten.
Ich sagte nun: Rühren, Links um, wegtreten nun passierte das, jede Reihe drehte sich in eine andere Richtung.
Peinlich, aber keiner hat es bemerkt.
Ehli

#34 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von GKUS64 02.12.2020 09:59

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Es war während der Grundausbildung in Eisenach (1963/64). Zu Eisenach gehörte auch das Objekt Stockhausen.
Einmal war ich dort zur Objektwache am Schlagbaum eingesetzt.
Ein Kübelwagen näherte sich und er musste am Schlagbaum halten, ich trat an das Fahrzeug ran, um um die entsprechende Kontrolle durchzuführen. Nun wurde ich von einem höheren Offizier (Dienstgrad ist mir entfallen), der auf dem Beifahrer-Sitz saß, angebrüllt: "Kennen sie mich nicht, machen sie sofort den Schlagbaum hoch!" Etwas verdattert folgte ich dem Befehl.
Hinterher wurde mir gesagt, dass ich den und den kennen müsste und sie ohne Kontrolle passieren lassen müsste!

War das wirklich so, oder war das nur eine Marotte in Stockhausen?

#35 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von BRB 02.12.2020 10:39

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Warum hab ich das Alles anders in Erinnerung ?
Es gab keine Besuche von Jungpionieren in der Kompanie. Appell hab ich auch zum 1.12. nie mitgemacht . Kann sein daß ich einmal im Urlaub war.
Zum Dorf wurden Beziehungen entweder in der Kneipe oder persönlich gepflegt.
Das Stück Kuchen und auch mal ne Auszeichnung . Aber diese wurde im Zimmer des Spiess überreicht.
Wahrscheinlich wurde sich nüchtern um die anstehenden Aufgaben gekümmert.
Solange das lief ,wurde man von der Kompanie und der Battallionsführung in Ruhe gelassen.
Einen Knacks habe ich durch die Zeit auch nicht bekommen.
Wenn ich hier manch Gejammer lese kann ich nur sagen ,das ist Gejammer auf hohem Nivau.

#36 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von stabsfunkmeister 02.12.2020 10:57

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Hallo, Guten Morgen, wenn ich mich richtig erinnere, mußte jeder kontrolliert werden, außer Wachvorgesetzte, z.B.
der Kommandeur. Viele bildeten sich ein nicht kontrolliert zu werden. In meiner Zeit in Prora passierte das oft.
Ich hatte auch mal Torposten, da kam ein Wolga, mit Zivilisten angefahren, der Beifahrer zeigte kurz mal seinen
Klappausweis, ich wußte damals natürlich nicht das dies Stasileute waren, obwohl im Wachlokal eine Tafel mit
Dienstausweisen usw. ausgestellt war. Also ich konnte nichts lesen und bat ihn mir den Ausweis noch mal zu
zeigen, er brüllte mich auch an, was mir einfallen würden. Ich machte kehrt, vorher sagte ich sie dürfen nicht
passieren, ging zum Fenster des Wachgebäudes und meldete es dem Wachhabenden. Dem Wachhabenden zeigte er den Ausweis auch nicht. Dann habe ich vom Wachhabenden befohlen bekommen, das Tor zu schließen.
Sie mußten jetzt warten bis der OvD kam, das dauerte natürlich, er saß ja im Stabsgebäude. Das war ein OSL.
Er ging hin kontrollierte sie und befahl mir sie passieren zu lassen.
Nächsten Früh mußte die Wache zur Meldung an den Kommandeur, Oberst Dirwelis, antreten. Da wurde die
Sache als Vorkommnis gemeldet. Ich mußte vortreten und erhielt 2 Tage SU. Das war Prima.
Gruß Frank
PS: Natürlich war der Schlagbaum die ganze Zeit geschlossen

#37 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Andreas2 02.12.2020 11:29

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Zitat von stabsfunkmeister im Beitrag #36
Hallo, Guten Morgen, wenn ich mich richtig erinnere, mußte jeder kontrolliert werden, außer Wachvorgesetzte, z.B. der Kommandeur.

So kenne ich es auch. Auch wenn ich in der Außenstelle des GAR40 in Falkensee zur Gundausbildung war, so mussten wir öfters im Objekt Oranienburg Wache stehen. Ich habe eigentlich gerne Wache geschoben, dann hatte man damit zwei Tage "ausbildungsfrei" . Nur graute es mich immer davor, vorn am Schlagbaum zu stehen, da ich ein sehr schlechtes Gedächtnis für Gesichter hab. Denn man musste dem Regimentskommandeur Meldung zu erstatten, wenn er das Objekt betrat. Das setzte natürlich voraus man erkennt ihn auch. Zum Glück hat das immer geklappt.

Der Regimentskommandeur war der Einzigste den man nicht kontrollierte. Wobei kontrollieren doch eher ein flüchtiger Blick auf den Dienstausweis war, denn gerade Früh wenn alle zum Dienst kamen war schon ganz schön Betrieb am Schlagbaum.

Die beste Wache war übrigens in Sachsenhausen, gleich neben dem KZ. Da gab es noch so eine Außenstelle des GAR40, die aus einer Art Baracken bestand, wo keiner wusste was bzw. ob was drin war. Das schöne da war, das dort nur drei Soldaten abgesetzt wurde für die Wache, auch ohne Uffz. . Man hatte lediglich alle paar Stunden beim OVD im Regiment anzurufen und Meldung zu machen. Nach 24h wurde man wieder abgeholt.

#38 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Hanum83 02.12.2020 11:52

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Ich hab mal einen Anschiß abgefasst weil ich den Meckat nicht kontrolliert habe weil ich ihn erkannt hatte, war wohl so, egal was du da gemacht hast, es war irgendwie falsch.
Aber bei Anbrülle hab ich eh auf Durchgang geschalten und die Piepmätze beobachtet.

#39 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Fred.S. 02.12.2020 14:39

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zu 31
Ich war neben den Parteisekretär auch der Ansprechpartner bei den Besuchen von Schulklassen in unserer Einheit.
In Betrieben bin ich zwar nicht aufgetreten, aber in den Schulen des Kreises Ludwigslust und in den verschiedenen Grenzkompanien. Das Höchste war ein Auftritt im roten Kessel ( vor der Bezirksleitung der SED Neubrandenburg ). Fred

#40 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von Jörg 02.12.2020 15:58

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#36 Ja Stabsfunkmeister , dieses Ritual in Prora . Wie ich im Sommer 78 als US da Wache am Haupttor hatte . Hab ich einmal miterlebt . Wenn der Dirwelis morgens zum Dienst kam , musste alles Raustreten . Der Wachhabene durfte keine Meldung machen . Dan Stellle sich Dirwelis vor der Wache hin . " Wer von euch Unteroffiziersschülern will mir den Meldung machen ? " Genommen hat er dann , wer sich am zögerlichsten meldete . Da ich das aber wusste , hilt ich mich , wie meist daran ,in der goldenen Mitte zu sein . Ich brauchte also keine Meldung stammeln. Kam aber bei diesem riesigem Laden aber nicht oft vor , der Wachdienst am Haupttor in Prora. Ich glaube , der Dirwelis war da aber schon General ! ?

#41 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von stabsfunkmeister 02.12.2020 16:16

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Hallo Jörg,
bei uns hat der Wachhabende noch gemeldet, dann hat der Oberst gefragt "wer will die Wache wegtreten lassen"?.Er hat dann immer einen genommen, der sich nicht gemeldet hat.
Gruß Frank
PS: das war 1970/1971

#42 RE: Hoher Besuch in der Grenzkompanie von 94 04.12.2020 13:36

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Zitat von Jörg im Beitrag #40
Wie ich im Sommer 78 als US [...]
Ich glaube, der Dirwelis war da aber schon General?
Laut seiner Vita am 1. März 1972 zum GM ernannt.

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