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#31 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von furry 21.09.2018 11:22

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Danke, @berndk5 , für die Auskunft. Als Nichtgrenzer bezog ich mich nur auf ältere Berichte hier.
Selbst konnte ich mir auch keinen Reim auf diese Angaben machen, aber nichts ist unmöglich.

#32 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von 21.09.2018 11:25

Auf #15 von @berlin3321 und 17 von @Blitz_Blank_Kalle muss ich später noch genauer eingehen, weil ich die Beiträge sehr wichtig finde.
Na klar gehört alles hierher- es ist nicht nur Grenzerthema.......

#33 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von GKUS64 21.09.2018 12:05

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[quote="berndk5"|p685282]Hallo ihre treuen Leser, ich kann zwar in der Kürze nicht auf jeden Beitrag eingehen, aber besonders was @GKUS64 und @Kontrollstreife geschrieben haben ist unbedingt zu kommentieren.
Es zeigt sich ganz deutlich, die unterschiedliche Sichtweise, aus der mehrere Personen (oder 2 Personengruppen wie Soldat/Offizier) die gleiche Situation bewerten.
Das ist ganz natürlich, und es sollte vorurteilsfrei auch durch jeden Leser als relative Bewertung betrachtet werden.
quote]

Danke für deinen Beitrag, meine Frage hast du aber noch nicht beantwortet, bestimmt auch problematisch bei den unterschiedlichen Sichtweisen.

MfG

GKUS64

#34 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von 94 21.09.2018 12:12

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Was mich bissel wundert, bis jetzt wurde hier nur vom Wissen über Gegner jenseits der Staatsgrenze berichtet.

#35 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von bolzo 21.09.2018 12:18

Zitat von sentry im Beitrag #4
Für den KC kann ich nicht sprechen, aber wir mit der Aufklärung jenseits der Linie befassten Soldaten wussten eine Menge über unsere Gegenüber. Über das GSK Nord wusste ich jedenfalls mehr als über die Strukturen der GT damals. Lüneburg, Uelzen, Gifhorn, Braunschweig, Goslar, Duderstadt...die Standorte der GSA's, ebenso die Ausbildungsabteilungen in Walsrode und Bodenteich waren in Fleisch und Blut, natürlich auch der Rest, die dazugehörigen gelben taktischen Kennzeichen, Bewaffnung, Technik, Hubschrauber, Dienstgrade, die Systematik der Kfz-Kennzeichen usw. usf. Der Kram wurde während der Schichten da vorne gelernt, im Wesentlichen von den Postenführern vermittelt und natürlich abgefragt. Bei den anderen bewaffneten Organen, die regelmäßig oder gelegentlich auftauchten, war es abgestuft weniger, aber immer noch genug, um die wesentlichen Informationen herauszukriegen, ggf. mit Hilfe umfangreicher Dokumentationen, die uns zugänglich waren. Das ging bis zu Dienstvorschriften und Fotoalben.
Jedes Fahrzeug, das irgendwie "amtlich" unterwegs war, konnten wir zumindest einer Struktur oder gar einer Einheit zuordnen, egal ob BGS, GSE, Zoll, Zollwertgruppe, Alliierte, Bundeswehr...
Kennzeichen wie BG 16-591 oder K-1600 haben wir so oft gemeldet, dass wir schon gar nicht mehr das DF hochnahmen und ich sie bis heute nicht vergessen habe.
Auf jeden Fall wussten wir alles, was der Job, den man uns auftrug verlangte. Wer Interesse hatte, konnte auch deutlich mehr wissen. Ich glaube, ich hätte ohne Mühe das komplette Arsenal der Westalliierten der damaligen Zeit identifizieren können. Durch die vielen Transporte nach Westberlin habe ich viel davon in Marienborn auch tatsächlich zu Gesicht bekommen.


Hast du dich einmal gefragt, warum es dir so leicht gefallen ist die "Geheimnisse" deines Gegenübers so leicht zu ergründen? Vielleicht genügt dafür nur ein Wort - Offenheit, eine offene und freiheitliche Gesellschaftsform.
Die wirklichen Geheimnisse haben weder die westlichen, noch die östlichen Sicherheitskräfte auf dem Tablett präsentiert. Du und deine Kameraden haben auch nur das erfahren was offensichtlich war. Warum sollte man mit dem leicht erkennbaren hinter dem Berg halten.
Der Funkverkehr vom Zoll wurde, so ein Bekannter, ziemlich offen abgewickelt.
Ein Zoll- oder BGS-Beamter hat sich z. B. nie abgewandt wenn NVA-Soldaten fotografiert haben.
Es wurden auch keine Tarnkennzeichen verwendet. Deshalb erstaunt mich die Angabe über K-1600. K steht bekanntlich für Köln. Dort wo ich Zeuge an der Grenze war herschte das Kennzeichen für BS (Braunschweig) und HE (Helmstedt) vor.
bolzo

#36 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von bolzo 21.09.2018 12:22

Nur zur Information für pitti u. a. Die auf westlicher Seite liegende Station war die Grenzkontrollstelle (GreKo) Helmstedt.

#37 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von GKUS64 21.09.2018 12:23

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Zitat von 94 im Beitrag #34
Was mich bissel wundert, bis jetzt wurde hier nur vom Wissen über Gegner jenseits der Staatsgrenze berichtet.


Warum durchbrichst du dieses Schweigen nicht???

#38 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von 94 21.09.2018 12:29

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Sollte ich? Ach da lasse ich mal andern den Vortritt ...

#39 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von GKUS64 21.09.2018 12:30

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Zitat von 94 im Beitrag #38
Sollte ich? Ach da lasse ich mal andern den Vortritt ...


Höflich oder feige?

#40 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von bolzo 21.09.2018 12:31

Zu # 15: Ich war einige Jahre Soldat bei einem Versorgungsbataillon - dem VersBtl 26, und zwar bei der 3. Kp = leichte InstKp. Über deine geschilderten Belehrungen über die Panzertypen des WP kann ich nur staunen.
Wir wurden ausgebildet und eingewiesen über die Typen der bei der BW verwendeten Fahrzeuge. Wir sollten diese Fahrzeuge nämlich reparieren und nicht abschießen.
Unser Instandsetzungsspektrum waren alle Rad und Kettenfahrzeuge der BW.
Ich musste das mal zur Richtigstellung schreiben.
bolzo

#41 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von GKUS64 21.09.2018 12:35

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Zitat von bolzo im Beitrag #40
Zu # 15: Ich war einige Jahre Soldat bei einem Versorgungsbataillon - dem VersBtl 26, und zwar bei der 3. Kp = leichte InstKp. Über deine geschilderten Belehrungen über die Panzertypen des WP kann ich nur staunen.
Wir wurden ausgebildet und eingewiesen über die Typen der bei der BW verwendeten Fahrzeuge. Wir sollten diese Fahrzeuge nämlich reparieren und nicht abschießen.
Unser Instandsetzungsspektrum waren alle Rad und Kettenfahrzeuge der BW.
Ich musste das mal zur Richtigstellung schreiben.
bolzo


Das ist ja für mich eine sehr interessante Aussage. Wann sollte das geschehen? Ich vermute nach dem Sieg des Sozialismus, oder?

#42 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von 94 21.09.2018 12:37

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Höflich, na aber immer! Hmm ... und feige? Nö, habe ja schon öfters in den Forumstiefen geschrieben das ich ja fast jede Schicht als KGSi, zumindest die mit Lage wie ein 213er gedacht habe. Frei nach dem Motto Um einen Dieb zu fangen brauchts einen Dieb.
Die Bemerkung war eher so als Denkanstoß gedacht. Doch was mich nun wirklich mal interessiert, wieviel bekam die Kompanieleitung über einen Festgenommenen und seinen Hintergrund mit(-geteilt)?

#43 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von 21.09.2018 12:38

Jetzt muss ich doch erst noch mal auf #26 + #33 eingehen.
Hallo @GKUS64 , es ist leicht hier eine solche Frage zu stellen - ist es eigentlich eine Frage, oder ist es nicht gar eher eine Situationsbeschreibung ?

Das soll jetzt kein Ausweichen oder billige Polemik sein, ich möchte Deine Frage schon beantworten- sie hat es verdient. Aber ? Kann man das überhaupt- woher soll gerade ich, Jahrgang 1956, die Weisheit für eine Antwort hernehmen. Ich kann mich nur auf meine Meinung stützen, die sich in den Jahrzehnten geprägt hat- es ist immer einseitig aus meiner Sicht, was ich hier darlege.

Auch noch mal auf #41 als Deine Antwort zu #40 , da mußt Du den Beitrag wohl noch mal nachlesen... Der @bolzo war Instandsetzer !!! - nicht bei den Kaputtmachern .

Zurück zu Deiner ursprünglichen Frage, die sicherlich sehr viele Menschen bewegt und umtreibt.

Klare Antwort ! Es ist gewachsen, jeden Tag nach dem 8.Mai 1945 ein Stück , bis 1989 das Fass übergelaufen ist.
Nicht nur Vieles, ich sage : fast Alles spielte da `rein !

Die DDR gab es noch nicht , aber den Machtkampf der Sojetunion mit den anderen Alliierten um Hoheitsansprüche und Einflußsphären . Wir wissen nun einmal, dass (salopp gesagt, nicht abwertend gemeint) der Ostblock wirtschaftlich nicht husten konnte . Atomare Frage Hiroshima etc. und das folgende Wettrüsten um jeden Preis machten das Leben im "Soz." nicht attraktiver.

Der Bildung der BRD musste die der DDR nachgeschoben werden, eine Marionettenregierung von Moskaus Gnaden musste ran. Bundeswehr und NATO, analog dann NVA und WV .

Man kann hier, um das wirklich verstehen zu wollen, nur die annähernd realistisch aufklärenden Möäglichkeiten im Netz nutzen.
Nur die wenigen aus unserer älteren Mitgliedsrunde, aus den ersten Stunden von KVP, GP und DGP wissen mit dem Wort STALINKULT und "Stalinistische Säuberung" etwas anzufangen. Das hat es auch Anfang der 1950èr Jahre gegeben. Da konnte man schon auch als DDR-Bürger ganz schnell mal in einem Keller in Moskau sein, um kurz darauf nach kurzem Prozess erschossen zu werden- wenn man Glück hatte gab es nur Zwangsarbeit bei der Wismut oder einem GuLag in Sibirien oder sonst wo. Das war nicht alltäglich, ist aber viel zu oft vorgekommen.
Es waren in OST und WEST doch völlig unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten für eine neue , junge Demokratie.
Getrieben von der panischen Angst des Verlustes an Macht oder Einfluß auf die Völker im Machtbereich der UdSSR (WV) konnte man bei der Strafe des eigenen Untergangs Demokratie nur soweit zulassen, wie sie dem Einfluß und der Lenkung aus Moskau hörig war.
Drohte ein Ausscheren auch nur im Verdacht, wurden ohne Pardon sofortige Gegenmaßnahmen ergriffen.
Diese These kann sich jeder selbst mit Fakten aus der Geschichte belegen.

Daher wurde auch wieder eine sehr alte Worthülse zum Dogma:
"Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. Wer gegen uns ist, der ist unser Feind ! Unsere Feinde bekämpfen wir mit allen Mitteln ! "

Aus dieser Sicht heraus würde ich die Situation in der DDR allgemeingültig auch für viele und lange Zeiträume erklären. Welche Möglichkeiten gab es für den DDR-Bürger ?
-er konnte dafür sein, und sich einbringen
-er konnte es zur Kenntnis nehmen, sein Zeug machen, nicht auffallen und das Beste aus jeder Situation machen und:
-er konnte Widerstand leisten. Dabei war es egal ob das passiv erfolgte, oder durch aktive Aktionen aller Art. Sowohl verbal, als auch als Akteur.
In jedem Fall der dritten Variante war es für ihn und seine Angehörigen nicht dem Wohlbefinden förderlich, um es harmlos auszudrücken.

Getreu dem Prinzip: Wehret den Anfängen, wurden nach Möglichkeit sofort Exempel stauiert- es sollte sich ja nicht ausbreiten. Beispiele kann und wird jeder selber finden. der es möchte.

Womit wir wieder bei der eigentlichen Frage sind, der Wirksamkeit der Agitation und Propaganda.
Aus meiner Sicht ist das nicht so leicht zu beantworten mit schwarz und weiß, ja oder Nein.
Wenn schon allein die Gewißheit von Otto Normal und Lieschen Müller dazu, was mit den Feinden des Sozialismus (in der DDR) passiert, dazu geführt hat dass man sich lieber ruhig und unauffällig verhalten hat, so muss mann doch zugeben/anerkennen, dass ein Teilziel dieser Propaganda erreicht wurde.

Bei den Grenzern an der Linie war es meiner Meinung eine Mischung aus Unsicherheit vor dem Unbekannten in der BRD und aus Angst vor den Folgen für einen selbst oder den liebsten Angehörigen in der DDR.

Ich bin mir nicht sicher GKUS , ob ich Deine Frage ausreichend beantwortet habe- es hat aber garantiert viele Leser interessiert.

#44 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von GKUS64 21.09.2018 12:38

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Entschuldige @bolzo meinen Beitrag, hatte dummerweise gedacht du wärst ein Ossi.

#45 RE: Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner? von Blitz_Blank_Kalle 21.09.2018 13:26

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Zitat von bolzo im Beitrag #40
Über deine geschilderten Belehrungen über die Panzertypen des WP kann ich nur staunen.
Wir wurden ausgebildet und eingewiesen über die Typen der bei der BW verwendeten Fahrzeuge. Wir sollten diese Fahrzeuge nämlich reparieren und nicht abschießen.


Ich war 1991 bei der BW-Luftwaffe, wohlgemerkt schon nach der Wiedervereinigung, allerdings noch mit Roter Armee in Ostdeutschland. Uns haben sie fliegende Maschinen verschiedener Armeen (in der Luft/ am Himmel) auf Fotos (?) gezeigt. War glaube ich auch nur einmal und keine Sau hat sich das gemerkt. Gehörte allerdings zur AGA. Na gut, AirForce halt. Wird ja eh nicht so richtig für vollgenommen bei der BW .

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