Seite 1 von 2
#1 Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von Schlutup 04.01.2018 20:37

avatar

Mitten in einer der heißesten Phasen des Kalten Krieges flogen zwei junge Piloten der Bundeswehr ihre Jagdbomber 1961 aus Versehen tief ins Gebiet der DDR. Sowjetische Jäger waren bereits gestartet. Die Welt entging vielleicht nur knapp einem Dritten Weltkrieg.

Die Spannung war hoch in diesen Tagen und Wochen 1961. Am 13. August hatte die DDR begonnen, Ost-Berlin mit Sperranlagen vom Westteil der Stadt abzusperren. Die Westdeutschen forderten eine Reaktion der Westalliierten und der Bundesregierung. Die DDR-Spitze und der Große Bruder in Moskau waren sich keineswegs sicher, wie der Klassenfeind reagieren würde.

Es war Zufall, dass in diesen Tagen ein großes Manöver der Nato unter dem Namen „Check Mate“ (Schachmatt) in Teilen West-Europas stattfand, aber dieser Zufall gab ihr die Möglichkeit, Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren.

weiter hier:
https://www.focus.de/wissen/mensch/gesch...id_7319691.html

#2 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von marc 04.01.2018 21:08

avatar

Als Piloten hätten se ja eigentlich ihren Flugzeugkompass lesen können müssen.

Laut Flugplan nach Frankreich Richtung Westen wollen und dann nach Osten fliegen bis Berlin???

War eigentlich westliche Funkstille befohlen?

Nachtigall ick hör dir trapsen!

#3 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von LO-Wahnsinn 05.01.2018 13:05

Ob die Nato dieses Manöver zufällig machte?
Ist die Nato zufällig in Polen, Litauen oder Rumänien?
Also ich glaube da nicht so an Zufälle, Manöver werden mit einer Zielsetzung abgehalten und die Spiogenten des Westens hatten sicher schon vorm 13.8.61 irgendwelche Erkenntnisse.

Abgesehen davon, können Flugfehler passieren, man muss auch den Stand damaliger Technik berücksichtigen.
Dann ist Deutschland schon etwas klein für solche Flugzeuge, da bist gerade oben, einmal richtig die Turbinen beheizt und schon muss man bremsen.
Ich glaube auch nicht das die Russen wegen 2 Irrfliegern einen Krieg angefangen hätten, das Manöver war sicherlich ausreichend aufgeklärt.

#4 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von buschgespenst 05.01.2018 16:10

avatar

Hier die komplette Geschichte aus dem Spiegel von 1962
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45139958.html

Zitat
Die Vorgeschichte: Das Nato - Oberkommando hatte die Luftwaffen auf dem westeuropäischen Halbkontinent übungshalber alarmiert. Das Losungswort hieß "Checkmate" (Schachmatt). Alle Geschwader aus Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark und der Bundesrepublik kurbelten durch die Luft - ein Auftrieb, den die deutschen Nato-Kameraden in Erinnerung an diffizile
Parademanöver der Vergangenheit auch heute noch "Reichsparteitag" nennen.
Das Jagdbomber(Jabo) - Geschwader Lechfeld flog den Dreieckskurs Würzburg-Laon-Memmingen. Es war, so bestätigen Jabo-Piloten in Lagerlechfeld, "das Einfachste von der Welt". Eine Rotte - zwei Maschinen vom Muster F 84 F "Thunderstreak" - des Geschwaders kam dennoch vom Kurs. ab.
Der Radiokompaß des Rottenführers Feldwebel Pfefferkorn zeigte um 40 bis 60 Grad falsch an. Die elektroatmosphärischen Effekte eines Gewitters störten zugleich den elektromagnetischen Kompaß Pfefferkorns wie den des Rottenkameraden Stabsunteroffizier Eberl.
Hinzu kam eine steife Westdrift, deren Geschwindigkeit die Nato-Meteorologen mit 70 nautischen Meilen in der Stunde angegeben hatten, die jedoch mit doppelter Schubkraft, nämlich mit 140 nautischen Meilen pro Stunde, die Maschinen erheblich schneller versetzte als bei den Flugvorbereitungen berücksichtigt worden war.
Pfefferkorns und Eberls Irrflug begann auf der Route Würzburg-Laon (siehe Graphik): Nach der errechneten Flugzeit für diese Distanz haben sich die beiden so weit verflogen, daß sie Lüttich in Belgien für Reims in Frankreich halten.
Wenige Minuten später orten Nato -Radarstationen die Rotte bei Warburg im Südostzipfel Westfalens. Pfefferkorn und Eberl halten Ostkurs, ungefähr in Richtung Königs Wusterhausen südlich Berlin.
Sie palavern miteinander per Sprechfunk von Bord zu Bord - "Wo sind wir? Hast du das Funkfeuer?" - und hören deshalb nicht den Warnruf der Radarsoldaten, auf Gegenkurs zu wechseln.
Erst nördlich der DDR-Kreishauptstadt Leipzig schaltet Pfefferkorn die Notfrequenz ein und sendet den Notruf "Mayday". Der französische Flughafen Tegel in Westberlin meldet sich - Reaktion an Bord: "Was? Berlin?" - und gibt den beiden Irrfliegern die Landeerlaubnis.
Vergebens pirschen derweil insgesamt 42 sowjetische Mig - Jäger hinter der deutschen Jabo- Rotte her. Zwischen 2000 und 12 000 Metern Höhe hängt ein kompakter Wolkenschirm, der den Jägern die Sicht verwehrt. Pfefferkorn und Eberl drücken ihre Maschinen durch die Wolken nach unten durch, um sich zu orientieren, ziehen aber alsbald wieder in den schützenden Dunst hoch und setzen schließlich unversehrt auf der Tegeler Piste auf.



....

#5 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von Thunderhorse 05.01.2018 17:33

avatar

http://www.mgfa.de/html/einsatzunterstue...d6e5817ab757edb

#6 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von marc 05.01.2018 18:55

avatar

Und wie habens denn die Landepiste in Tegel gefunden mit "kaputtem" Kompass und Flug in den Wolken um den "42" Russen-MiG zu entkommen?

#7 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von Rainer-Maria Rohloff 05.01.2018 18:59

Schlutup in #1 mit diesem:

"Mitten in einer der heißesten Phasen des Kalten Krieges flogen zwei junge Piloten der Bundeswehr ihre Jagdbomber 1961 aus Versehen tief ins Gebiet der DDR."
textauszug ende

Ausversehen.....HAAAAAAAAAAAAAAaaaaaaa

Rainer-Maria

#8 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von buschgespenst 05.01.2018 19:06

avatar

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #7
Schlutup in #1 mit diesem:

"Mitten in einer der heißesten Phasen des Kalten Krieges flogen zwei junge Piloten der Bundeswehr ihre Jagdbomber 1961 aus Versehen tief ins Gebiet der DDR."
textauszug ende

Ausversehen.....HAAAAAAAAAAAAAAaaaaaaa

Rainer-Maria


Kannst du den Gegenbeweis anstellen Rainer-Maria? Das könnte helfen den Kommandeur der beiden Piloten zu rehabilitieren, der wurde nämlich abgelöst und viel bei Strauß in Ungnade, übrigens war die Karriere der beiden Piloten auch beendet...

....

#9 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von marc 05.01.2018 19:08

avatar

Sieht eher wie ein Austesten der WP- Fliegerabwehr in der DDR aus, Reaktionszeiten, Kräfteeinsatz und Funk- und Radarfrequenzen.

Mit angestrickter Legende.

#10 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von buschgespenst 05.01.2018 19:16

avatar

Das "Neue Deutschland" hatte natürlich zu der Sache auch eine
Meinung ...
Die Kriegsmaschinen der westdeutschen Luftwaffe - so hatte das SED-Zentralblatt "Neues Deutschland" über die bundesamtliche Deutung des west-östlichen Irrflugs ("Navigationsmöglichkeiten gestört") zweier Bonner Jagdbomber am 14. September nach Berlin-Tegel gehöhnt - müßten "fehlkonstruierte Vehikel" und die Luftwaffenpiloten "bejammernswerte Schwachköpfe" sein.

Nach drei Ermittlungswochen bestätigte die französische Fliegergarnison zu Berlin in einem internen Untersuchungsbericht, daß der Kommentar des Ulbricht-Blattes exakt zur Hälfte stimmt:

Das Peilgerät des einen der beiden Jagdbomber war defekt, mit dem intakten Peilgerät des zweiten wußte dessen Pilot noch nicht umzugehen - obschon die beiden keineswegs einen Schulflug für Anfänger absolvierten, sondern als angeblich frontreife Kriegsflieger aus einem Nato-Manöver zurückkehrten.

Die zwei Jagdbomber des Musters F 84, "Rottenführer" und "Rottenhund", waren von Westen bis auf fünf Flugminuten an die Zonengrenze herangekommen, als das Ortungsinstrument des Rottenführers versagte. Nach Reglement hätte der Rottenhund, der sich bis dahin am Rottenführer orientiert hatte, nun mit seinen Navigationsgeräten die Rotte führen müssen; jedoch, nur der Rottenführer, nicht der Rottenhund, war navigationstechnisch perfekt ausgebildet: Der Pilot der zweiten Maschine kam mit seinem Ortungsgerät nicht zurecht.

Die beiden Flugzeugführer, beide Unteroffiziere, einigten sich schließlich per Sprechfunk von Bord zu Bord, nach Städten, Flüssen, Eisenbahnschienen und Straßen zu navigieren und überdies Funkkontakt zu irgendeiner Bodenstelle zu suchen. Als sie Antwort bekamen, und zwar vom Flughafen Berlin-Tempelhof, heulten sie schon in 6000 Meter Höhe jenseits der Zonengrenze über den Thüringer Wald hinweg mit Kurs Nordost.

Ehe die Funker in Tempelhof recht begriffen hatten, was da heranbrauste, näherten sich die verirrten Luftkrieger, der eine mit Funknavigations-Ausbildung, aber defektem Gerät, der andere mit unversehrten Instrumenten, aber ohne Instrumenten-Training, der DDR-Bezirkshauptstadt Leipzig.

Die Tempelhofer schützten dichten Zivilflugverkehr auf ihrem Platz vor und alarmierten den französischen Flughafen Tegel. Der Rottenführer sendete unaufhörlich den Luftnotruf "Mayday"*. Tegel gab Landeerlaubnis.


[Spiegel 42/1961]

...

#11 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von buschgespenst 05.01.2018 19:21

avatar

Zitat von marc im Beitrag #9
Sieht eher wie ein Austesten der WP- Fliegerabwehr in der DDR aus, Reaktionszeiten, Kräfteeinsatz und Funk- und Radarfrequenzen.

Mit angestrickter Legende.


Dann hat es ja geklappt, also der Test....

Die FuTT der NVA sind gerade eben in das DHS eingeführt worden ...
Am 14. September 1961 landeten zwei westdeutsche F-84 nach Verletzung der Lufthoheit der DDR in Berlin-Tegel. (Nicht erkannt da starker Verkehr in der Luft )

Zitat:

Zu diesen Vorfall hatte unsere Station und ich auch Dienst im DHS. Unsere Aufgabe bestand weitestgehend in der Überwachung der Trasse nach Hannover (Mitteltrasse), die wir ja fast von Hannover bis Berlin im Auffassungsbereich hatten. Die Nordtrasse nach Hamburg nur zum Teil im Bereich Berlin und die Südtrasse München nur sehr begrenzt um Berlin. Der Einflug erfolgte über die Südtrasse gegen 20:30 Uhr. Es war starker Flugverkehr in den Trassen durch eigene Maschinen. Durch diesen Umstand und den geringen Auffassungsbereich im Süden hatten wir die Maschinen nur wenige Umdrehungen auf dem Schirm. Sie wurden daher auch nicht erkannt und angegeben. Als Funkorter hatte man bis zu 20 Zielzeichen und mehr auf dem Schirm, so das nur solche Ziele in Grenznähe und angewiesenen Sektoren abgelesen wurden. Die Auswertung des Vorfalls ergab aber, daß uns keine Verfehlung angelastet werden konnte.
http://www.nva-futt.de/index.html?http:/...fo/pallad1.html

...

#12 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von marc 05.01.2018 19:27

avatar

Dann gab es sicher noch mindestens eine Radarstation für die Überwachung des Südkorridor nach Berlin.

Ein Flieger selbst als Rottenhund der mit 70 Flugstunden seinen Kompass nicht kennt? Irgendwie müssen die Franzosen oder die Alliierte Flugüberwachungszentrale in Berlin die beiden Jets ja nach Tegel runtergesprochen haben

#13 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von 05.01.2018 19:34

Ist nicht auch mal eine MIG über Norddeutschland/Nordsee bis nach Belgien geflogen und dort in ein Haus gestürzt? Muss aber wesentlich später gewesen sein. Kann mich nicht mehr an das Jahr und an Einzelheiten erinnern. Wimre soll der Pilot ohnmächtig gewesen sein.

KS

#14 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von passport 05.01.2018 19:39

avatar

Einfach SuFu nutzen !

4.Juli 1989



passport

#15 RE: Wie zwei Irrflieger beinahe den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätten von Rainer-Maria Rohloff 05.01.2018 19:48

Wenn du das so liest in #14? Man begleitet noch ein Flugzeug vom damaligen Gegner, eben ohne Piloten und schießt es nicht ab....eventuell über dem Meer? Unbegreiflich?

Rainer-Maria

Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz