Seite 2 von 9
#16 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Lutze 16.08.2015 13:48

avatar

Ein Wochenende frei im Monat,18 Stunden Dienst auch noch,
das sind ja uralt-kapitalistische Verhältnisse
Lutze

#17 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von KARNAK 16.08.2015 13:55

avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #16
Ein Wochenende frei im Monat,18 Stunden Dienst auch noch,
das sind ja uralt-kapitalistische Verhältnisse
Lutze

JA mein Lieber, wenn auch die 18 Stunden nicht jeden Tag stattfanden, nur Weihnachten und Ostern und Pfingsten und Himmelfahrt und am 17. Juni natürlich, wir waren so richtig am Arsch, gehörten zu den "Wenigerprivilegierten" unter den "Privilegierten", deswegen wollte da auch auch keiner hin, nannte man unseren Verein unter der Hand die "Galeere".

#18 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Stringer49 16.08.2015 14:45

avatar

Zitat von KARNAK im Beitrag #15

Du siehst das einfach viel zu tiefgründig, wissenschaftlich, AUCH den Zeichen der Zeit geschuldet. Die Sache ist eigentlich ganz einfach und viel "harmloser". Wir hatten den Auftrag den grenzüberschreitenden Verkehr zu realisieren, der ist uns in der Wahnsinnsmasse über den Kopf gewachsen, die Unterstützung von "oben", was Personal anging, war eher bescheiden, wir hatten nach 18 Stunden Dienst und einem Wochenende im Monat einfach die Schnauze voll, wir wollten einfach nach Hause. Wenn man es sich vielleicht auch nicht vorstellen kann, auch MfS-Dödel hatten Familie und Freunde und ein Bedürfnis nach Freizeit.


Daran hege ich keinen Zweifel. @94 hat ein gutes Motto: Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!
Dödel = Dummkopf ? Ich sehe es nicht so.

Zitat von KARNAK im Beitrag #15

Die restlichen Vorstellungen die Du von dieser Welt und einer angeblichen Angst vor dem großen unbekannten "Zampano" da oben hast sind und waren einfach nur Zinober.:



Auch «Zampano» musste ich erst suchen... Gut, das war die Revanche für «artificiel»

Ich dachte an ein System, installiert durch eine Politik und getragen von einer Ideologie, welche jede Abweichung argwöhnisch betrachtete - sonst hätte es die anderen Zweige des MfS nicht geben sollen, oder ? Und einige dieser anderen Zweige, von denen vor allem die Insider Kenntnis haben, wollten die nicht auch wissen, was ihre Kollegen dachten und taten ? Die Frage Wer ist wer ?, wurde sie nicht von Minister Mielke häufig gestellt (ich denke an die Zeit nach dem Übertritt - für das MfS Verrat - von Herrn Stiller ?

Ich weiss so nicht, ob das wirklich «Zinober» ist. Ich denke, eine bestimme Gesellschaftswelt hat eine eigene Dynamik.

So wirst Du sagen, dass ich keine Ruhe gebe. Nun gut, aber fragen ist besser als behaupten und nicht zuhören wollen.

Stringer19

#19 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von KARNAK 16.08.2015 15:06

avatar

Sicher hat jeder Geheimdienst das Bedürfnis seine Reihen sauber zu halten,dass liegt in der Natur der Sache. Ob nun in dieser DDR und in diesem MfS dieses Prinzip Orwell dominant war wie man heute sagt und meint zu wissen,keine Ahnung. Ich habe es jedenfalls nie so empfunden,vielleicht auch nicht bemerkt oder ich war viel zu unwichtig,alles ist sicher letztlich möglich. Jedenfalls aus den Erfahrungen die ich in dieser Zeit gemacht habe halte ich manche Vorstellung in dieser Hinsicht für überzogen.

#20 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von damals wars 16.08.2015 15:27

Ich glaube, wenn einem der 5. hintereinander mit ungeputzten Zähnen oder mit einer Fahne angehaucht hat, und dann vielleicht noch auf nüchternem Magen, wäre ich auch etwas einsilbig bzw. verliere die https://de.wikipedia.org/wiki/Contenance.

#21 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von LO-Wahnsinn 16.08.2015 15:59

avatar

Ich würde auch sagen, das Ganze wird heute viel zu kompliziert gesehen.
Wie Karnak schon sagte, der Zeitgeist will es so, der Zeitgeist will aus dem oft rein menschlichen Prozeder (Beamter) ein ideologisches machen, weil die DDR nach heutiger gewollter Sicht, ganz Pfui war.
Natürlich gabs eine gewisse Ideologie, Karnak hat das schon schön beschrieben, er beschrieb aber auch, heute würde man dazu Beamter sagen und ich sehe das auch so.

Ich werde nicht meine erste Fahrt mit dem Lkw von Bayern nach Österreich vergessen, 1990 war das, eine Hochburg der Einsilbigkeit.

Ich will jetzt die Beamten nicht alle schlecht machen, es gibt aber gewisse Dinge, die sich wohl zwangsläufig ergeben in so einer Dienststellung.
Nicht bei jedem brechen sie aus, allerdings schon bei vielen und dieses Verhalten ist International.

Turtle schnitt es an, seine Erlebnisse in Hamburg.
Ich kann aus meinem Beruf her sagen, dass Einsilbigkeit von Kontrollbeamten recht wenig mit Ideologie zutun hat, sondern ich würde das eher als Schutzwall sehen, manchmal auch schlechte Laune, also rein menschliche Ursachen.
Ideologie, Dienstvorschriften usw. spielen hier sicher nur einen ganz kleine Rolle.

Mit der Einsilbigkeit baut man gegenüber dem, den man zu kontrollieren hat, eine Barriere auf.
Diese schützt vor Verwicklungen in Diskussionen, vor Schmeichlern (die vielleicht etwas schmuggeln), Verkehrsteilnehmern die versuchen einen Polizisten einzuwickeln wenn sie etwas ausgefressen haben usw., denn jeder Mensch ist ja unterschiedlich für Worte empfänglich.
Den einen kann man einwickeln und verbal manipulieren, den anderen kann man erzählen was man will, der sich auch auf Gespräche einlässt, sich aber nie die Butter vom Brot nehmen lässt, den man Schwarz nicht für Weiss verkaufen kann.
Ich weiss auch wovon ich hier rede, denn ich bin ein Meister der verbalen Manipulation und versuche auch meine Vorteile herauszuarbeiten.
Bei einer Grenzkontrolle heisst das für mich, schnellere Abfertigung, verhindern von Sacktritt wie z.B. X-Ray (Röntgen) oder ewiges durchsuchen meiner Kabine.
Nicht weil ich etwas zu verbergen habe, aber es macht schon einen Unterschied, ob man in 30 Minuten abgefertigt ist, oder ob man regelrecht auseinandergenommen wird, wie es mir auch schon mehrmals passiert ist.

Natürlich kann solche Einsilbigkeit befremdlich sein, besonders wenn man als Tourist max. einmal im Jahr eine richtige Grenze passiert.
Die Grenzen, die es im Westen zwischen den Staaten gab, waren ja in etwa genauso, wie heute die Grenzen innerhalb der EU zwischen Staaten die nicht im Schengen Raum sind.
Passkontrolle, das wars, hier und da mal tiefer geschaut, reine Stichproben.

Eine Grenze zu einen Drittland -die DDR war ja für die BRD Drittland, selbst zu einem Drittland wie die Türkei welches sogar in der NATO ist, ist immer etwas anderes.
Leider vergessen das viele -manche auch absichtlich- , dass diese Grenze eine Drittland- UND Systemgrenze war und diese niemals mit Grenzen innerhalb des westlichen Bündnisses vergleichbar ist.

Das ist heute noch genauso, ich passiere die Grenzen regelmässig, Freitag erst Türkei-Griechenland.
Bei diesen Grenzübertritten erlebe ich regelmässig Einsilbigkeit und da ich diese Grenzen, sowie die Grenzkontrolleure mittlerweile etwas kenne, also ihre Arbeitsweise, so weiss ich schon wann Sackstand angesagt ist und wann nicht, je welche Schicht da ist.

Ich kenne zwar die Abfertigung in der DDR nicht, aber wenn ich alles Filmmaterial heranziehe, dann sehe ich genau nichts anderes als wenn ich heute in ein Drittland reise, bzw. vorallem, wenn ich aus Drittländern zurück in die EU komme und das als EU Bürger.

Also meine Meinung ist diese, wer all zuviel negativ über die Kontrollen an der DDR Grenze spricht, von Dauerschikanen (für manche ist ja bereits die Kofferraumkontrolle eine Schikane) spricht, von Einsilbigeit nur an der DDR Grenze, der ist im Leben nie wirklich viel mit dem Auto verreist, zumindest aber wurden dabei kaum/keine Drittländer bereist.

#22 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von StabsfeldKoenig 16.08.2015 17:10

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #21
Ich würde auch sagen, das Ganze wird heute viel zu kompliziert gesehen.
Wie Karnak schon sagte, der Zeitgeist will es so, der Zeitgeist will aus dem oft rein menschlichen Prozeder (Beamter) ein ideologisches machen, weil die DDR nach heutiger gewollter Sicht, ganz Pfui war.
Natürlich gabs eine gewisse Ideologie, Karnak hat das schon schön beschrieben, er beschrieb aber auch, heute würde man dazu Beamter sagen und ich sehe das auch so.

Ich werde nicht meine erste Fahrt mit dem Lkw von Bayern nach Österreich vergessen, 1990 war das, eine Hochburg der Einsilbigkeit.

Ich will jetzt die Beamten nicht alle schlecht machen, es gibt aber gewisse Dinge, die sich wohl zwangsläufig ergeben in so einer Dienststellung.
Nicht bei jedem brechen sie aus, allerdings schon bei vielen und dieses Verhalten ist International.

Turtle schnitt es an, seine Erlebnisse in Hamburg.
Ich kann aus meinem Beruf her sagen, dass Einsilbigkeit von Kontrollbeamten recht wenig mit Ideologie zutun hat, sondern ich würde das eher als Schutzwall sehen, manchmal auch schlechte Laune, also rein menschliche Ursachen.
Ideologie, Dienstvorschriften usw. spielen hier sicher nur einen ganz kleine Rolle.

Mit der Einsilbigkeit baut man gegenüber dem, den man zu kontrollieren hat, eine Barriere auf.
Diese schützt vor Verwicklungen in Diskussionen, vor Schmeichlern (die vielleicht etwas schmuggeln), Verkehrsteilnehmern die versuchen einen Polizisten einzuwickeln wenn sie etwas ausgefressen haben usw., denn jeder Mensch ist ja unterschiedlich für Worte empfänglich.
Den einen kann man einwickeln und verbal manipulieren, den anderen kann man erzählen was man will, der sich auch auf Gespräche einlässt, sich aber nie die Butter vom Brot nehmen lässt, den man Schwarz nicht für Weiss verkaufen kann.
Ich weiss auch wovon ich hier rede, denn ich bin ein Meister der verbalen Manipulation und versuche auch meine Vorteile herauszuarbeiten.
Bei einer Grenzkontrolle heisst das für mich, schnellere Abfertigung, verhindern von Sacktritt wie z.B. X-Ray (Röntgen) oder ewiges durchsuchen meiner Kabine.
Nicht weil ich etwas zu verbergen habe, aber es macht schon einen Unterschied, ob man in 30 Minuten abgefertigt ist, oder ob man regelrecht auseinandergenommen wird, wie es mir auch schon mehrmals passiert ist.

Natürlich kann solche Einsilbigkeit befremdlich sein, besonders wenn man als Tourist max. einmal im Jahr eine richtige Grenze passiert.
Die Grenzen, die es im Westen zwischen den Staaten gab, waren ja in etwa genauso, wie heute die Grenzen innerhalb der EU zwischen Staaten die nicht im Schengen Raum sind.
Passkontrolle, das wars, hier und da mal tiefer geschaut, reine Stichproben.

Eine Grenze zu einen Drittland -die DDR war ja für die BRD Drittland, selbst zu einem Drittland wie die Türkei welches sogar in der NATO ist, ist immer etwas anderes.
Leider vergessen das viele -manche auch absichtlich- , dass diese Grenze eine Drittland- UND Systemgrenze war und diese niemals mit Grenzen innerhalb des westlichen Bündnisses vergleichbar ist.

Das ist heute noch genauso, ich passiere die Grenzen regelmässig, Freitag erst Türkei-Griechenland.
Bei diesen Grenzübertritten erlebe ich regelmässig Einsilbigkeit und da ich diese Grenzen, sowie die Grenzkontrolleure mittlerweile etwas kenne, also ihre Arbeitsweise, so weiss ich schon wann Sackstand angesagt ist und wann nicht, je welche Schicht da ist.

Ich kenne zwar die Abfertigung in der DDR nicht, aber wenn ich alles Filmmaterial heranziehe, dann sehe ich genau nichts anderes als wenn ich heute in ein Drittland reise, bzw. vorallem, wenn ich aus Drittländern zurück in die EU komme und das als EU Bürger.

Also meine Meinung ist diese, wer all zuviel negativ über die Kontrollen an der DDR Grenze spricht, von Dauerschikanen (für manche ist ja bereits die Kofferraumkontrolle eine Schikane) spricht, von Einsilbigeit nur an der DDR Grenze, der ist im Leben nie wirklich viel mit dem Auto verreist, zumindest aber wurden dabei kaum/keine Drittländer bereist.




Jede "Massenabfertigung" erfolgt relativ einsilbig. Ob die Fahrkartenkontrolle in einem vollen ICE, im ÖPNV, an der Kasse eines Supermarktes oder ähnlichen Gelegenheiten. Die Sicherheitskontrolle an Flughäfen verläuft heute auch nicht anders, als die Grenzkontrollen in der DDR.

#23 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von DoreHolm 16.08.2015 17:26

avatar

Das das Empfinden bei Grenzkontrollen auch eine Frage der Erfahrung zu sein scheint, hatte ich in den 90ern erlebt, als ich einen neuen Kollegen (aus Rhld.-Pfalz) etwa zwei Monate lang eingearbeitet habe, indem ich ihn auf meine Touren mitnahm. Der schien überhaupt nichts gewöhnt zu sein. Er fuhr mit seinem Firmen-PKW. Was war er von die Socken, als wir über die Grenze nach Polen sind. Da war noch eine richtige Kontrolle. Zwar auch nur Ausweis zeigen, Zeck der Fahrt und dann "Gute Fahrt". Mich hatte man mal lediglich gefragt, was in den Kannen hinten im lederaum ist (Kleber für Testzwecke beim Kunden). Das war ihm aber schon zu viel.
Jetzt kommt mal etwas OT. In Berlin hätte es beinahe knallen können. Vor Kreuzungen auf der Schönhauser Allee machen die Fahrspuren wegen der beginnenden Linksabbiegerspur einen Schlenker. Fuhr der doch stur geradeaus, hatte damit also die Spur gewechselt ohne es anzuzeigen. Ich sagte ihm das und er war richtig erbost darüber, wie man das im Osten so machen kann. Im Westen gäbe es sowas nicht. Der Mann war schon 40 und hatte so wenig Erfahrung. Wohnt der bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen, dachte ich mir. Und das bei einem Westdeutschen.

#24 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Moskwitschka 16.08.2015 17:32

avatar

Beim Lesen ging mir folgendes durch den Kopf:

An den Grenzübergangstellen trafen überwiegend Deutsche aufeinander, die die geleiche Sprache sprachen, die sich wenn im Dialekt unterschied. Und trotzdem blieb man einsilbig. Wenn ich an der Grenze auf Franzosen, Ungarn oder Polen treffe, dann erklärt sich mir die Einsilbigkeit schon allen durch die Sprachbarriere. Aber an der deutsch - deutschen Grenze?

Zum anderen, berichten viele Zeitzeugen, dass nach dem Mauerfall auch die Einsilbigkeit bei der Grenzabfertigung verschwunden war

LG von der Moskwitschka

#25 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von passport 16.08.2015 20:24

avatar

Ich weiß nicht warum nun immer DDR-Kontrolleure für bestimmte negative Sachen herhalten müssen. Habe zB. von Januar 1990 bis zum Einstellen der Kontrolltätigkeit mit BRD - Grenzkontrollkräften zusammen gearbeitet. Das war an der grünen Grenze einer dieser neuen aufgerissenen Grenzübergänge. Die Abfertigungshütten standen ca. 50m auseinander. Der GSE oder ZGD Beamte machte auch nur das was jeder andere Kontrollkraft machte. 1. Fahrzeug anhalten, 2. Tagesgruß entrichten, 3. Papiere abfordern, 4. Kontrolle Dokumente und Personen und 5. bei Nichtbeanstandung Weiterfahrt. Ansonsten, bei Kontrollfeststellungen wurde das Fahrzeug aus dem Verkehrsstrom herausgelöst zur weiteren Überprüfung. Interessant war für mich das der GSE auch den PKW durchsuchen durfte. Bei uns undenkbar, war ja Aufgabe des Zolls. Da wurden durch die Westbeamten mit den Reisenden auch keine privaten Gespräche geführt. Selbstverständlich wurden Fragen der Reisenden beantwortet. Im Prinzip nichts anderes wie bei unserer Kontrolltätigkeit. Der einzige Unterschied, der Westbeamte brauchte nicht jedes Fahrzeug zu kontrollieren. Mal davon abgesehen das unsere Abfertigungstechnologie vor dem 09.11.89 doch sehr komplizierter war.
ZB. schrieb die OTA vor WIE die Abfertigung zu erfolgen hatte. Die PKO sagte aus mit WAS der Reisende abgefertigt wurde.
Hier ein Beispiel : Der Passkontrolleur hatte 10 sec Zeit um eine Person zu identifizieren. Oder das im vertragsgebundenen Transit BRD - WB 100 Fahrzeuge pro Spur mindestens abgefertigt werden mussten. Dh. das theoretisch pro Minute 1,6 Autos laut OTA-Vorgabe durch den I-K kontrolliert werden musste. Ganz davon abgesehen das diese Vorgaben durch die Passkontrolle unterboten wurden und eine höhere Abfertigungsfrequenz erreicht wurde. Da blieb nun mal wenig Zeit für Kaffekränzchen oder einen netten Plausch mit den Reisenden
Das war alles ein bisschen komplizierter wie sich das heute Klein-Fritzchen oder Lieschen Müller vorstellt. Denn auf diesen Normen oder auch Zeitvorgaben wurden die Anzahl der Abfertigungsspuren samt der zu einsetzenden MA errechnet. Davon hingen auch unsere Arbeitsstunden auf der Güst ab.


passport

#26 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Stringer49 16.08.2015 21:48

avatar

Guten Abend, passport,

Danke für die interessante Beschreibung der, darf ich sagen: Arbeits-Normen ? In der Tat, das Kontroll-Regime, so ergab sich übrigens auch Unterlagen anderer sozialistischer Länder war von einem hohen Streben nach Perfektion markiert.

Auch an alle anderen ein Dankeschön, welche sich die Zeit nahmen hier zu schreiben. Es ist immer so, ich wiederhole mich, dass Militärs & waffentragende Beamte Befehle exekutieren, ob sie den Sinn dieser nun vernünftigerweise in frage stellen, weil sie ihren Sektor zu gut kennen, oder weil sie einfach nur ihrem Eid gehorchen. Es ist gewiss sehr einfach, das Thema des Ungehorsams zu debattieren, vor allem wenn niemand mehr in dem damaligen Kontext eine Entscheidung nehmen muss für sich ...

Aber das sind Gedanken, die dazu gehören.

Stringer49

#27 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von passport 16.08.2015 21:59

avatar

Zitat von Stringer49 im Beitrag #26
Guten Abend, passport,

Danke für die interessante Beschreibung der, darf ich sagen: Arbeits-Normen ? In der Tat, das Kontroll-Regime, so ergab sich übrigens auch Unterlagen anderer sozialistischer Länder war von einem hohen Streben nach Perfektion markiert.

Auch an alle anderen ein Dankeschön, welche sich die Zeit nahmen hier zu schreiben. Es ist immer so, ich wiederhole mich, dass Militärs & waffentragende Beamte Befehle exekutieren, ob sie den Sinn dieser nun vernünftigerweise in frage stellen, weil sie ihren Sektor zu gut kennen, oder weil sie einfach nur ihrem Eid gehorchen. Es ist gewiss sehr einfach, das Thema des Ungehorsams zu debattieren, vor allem wenn niemand mehr in dem damaligen Kontext eine Entscheidung nehmen muss für sich ...

Aber das sind Gedanken, die dazu gehören.

Stringer49


@Stringer49

Naja, die OTA sagte noch aus als nur Normen. Dazu gehörte die Arbeitshandlung (Reihenfolge und Anwendung der Kontroll - und Sicherungstechnik) oder die Arbeitswege (vorgeschriebene Kontroll - und Abfertigungswege).


passport

#28 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Harzwanderer 16.08.2015 22:02

Die PKE waren alle Angehörige des MfS, getarnt mit einer Uniform der Grenztruppen, und sicher keine "Beamten". Beamte im west-deutschen Sinne gab es in der DDR überhaupt nicht.

Das Stasi-Gelöbnis (Ausschnitt)

Zitat
WIR GELOBEN,

auf der Grundlage und in konsequenter Durchsetzung der Beschluesse
unserer Partei und Regierung,

angesichts der verschaerften Klassenauseinandersetzung zwischen
Sozialismus und Imperialismus,

mit hoher politischer Reife, standhaft und kompromisslos den Feind
zu bekaempfen,

seine verbrecherischen Plaene, Absichten und Massnahmen rechtzeitig
zu erkunden und zu vereiteln,

dem Feind keine Chance fuer seine gegen Frieden, Demokratie und
Sozialismus gerichteten Machenschaften zu lassen.



(komplett)
http://www.bytecruncher.de/witze/polddrgl.html

#29 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von Stringer49 16.08.2015 22:10

avatar

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #28
Die PKE waren alle Angehörige des MfS, getarnt mit einer Uniform der Grenztruppen, und sicher keine "Beamten". Beamte im west-deutschen Sinne gab es in der DDR überhaupt nicht.


Guten Abend, @Harzwanderer,

oh, durch unsere deutschen Partner habe ich schon die rechtlichen Feinheiten des Staatsdienstes in den verschiedenen deutschen Staaten erfahren; jedoch war mir gelegen, siehe #5, eine wohl gemeinsame Sprache im Forum zu finden.

Stringer49

#30 RE: Einsilbigkeit - Unhöflichkeit ? Kontrolleure an der innerdeutschen Grenze von passport 16.08.2015 22:16

avatar

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #28
Die PKE waren alle Angehörige des MfS, getarnt mit einer Uniform der Grenztruppen, und sicher keine "Beamten". Beamte im west-deutschen Sinne gab es in der DDR überhaupt nicht.



Es gab nun mal keine Passkontrolleuruniform extra für uns. Dann muss man auch historisch sehen das viele Zöllner und Grenzer zur Passkontrolle wechselten. Und die Zolluniform war bereits vergeben. Da werden nicht nur geheimdienstliche Argumente für die Grenztruppenuniform gesprochen haben sondern auch ökonomische.


passport

Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz