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#5671 Grenzverlauf am Brocken von andre634 02.09.2009 17:29

Hallo zusammen,

als Neuling in diesem Forum würde ich gern mal eine konkrete Frage zum ehemaligen Grenzverlauf bzw. zu den Grenzsicherungsanlagen rund um den Brocken stellen

Soweit man noch Bilder aus der Zeit 1989/1990 zu sehen bekommt ist festzustellen, dass der GZ I parallel zu den Gleisen der Brockenbahn ab Bahnhof Goetheweg verläuft. Die geografische Grenze verläuft jedoch nach der Karte weit unterhalb des Gipfels. Stand dort auch noch ein Zaun oder befanden sich nach der Brockenmauer keinerlei weitere Hindernisse in Richtung Westen?

Wäre schön wenn mir jemand weiterhelfen könnte


Viele Grüsse
andre634

#5672 RE: Grenzverlauf am Brocken von Dispetscher 18.11.2009 22:18

Hallo bürger!!!!

Sexueller Missbrauch !!! Stimms wie war das möglich?????

Absolut unfassbar

#5673 RE: Grenzverlauf am Brocken von Bürger 18.11.2009 22:23

Keine euserung darüber. Mußt du verstehen.

#5674 RE: Grenzverlauf am Brocken von Dispetscher 18.11.2009 22:28

hallo Bürger !!!

Verstehe ich natürlich.

Werde mich in den nächsten Tagen mal per PN melden.

#5675 RE: Grenzverlauf am Brocken von Dispetscher 21.11.2009 19:53

Hello All!!!

Klick hier:http://www.getrenntaufzeit.de/

gruß

Dis

#5676 RE: Grenzverlauf am Brocken von Sigurd 05.05.2010 17:01

Hallo Zusammen,

da ich in letzer Zeit öfters im Bereich Braunlage, Schierke unterwegs war, interessiert mich folgendes: Bis zu welchem Bereich in Richtung Brocken konnten die DDR Urlauber aus Schierke sich bewegen bzw. Wandern? Gab es an den Stellen die nicht überschritten werden durften Schilder oder Kontrollpunkte? Oder gab es ja nach Passierschein verschiedene Klassen? ( Anwohner, Urlauber usw.) Wurden Urlauber entsprechend Vorher eingewiesen.
Und wo? bzw. von wem? Wie muss ich mir generell einen Urlaub in Schierke in so unmittelbarer Grenznähe vorstellen, da Schierke ja im Grenzgebiet lag?
Also Kontrollen auch im Ort während der Spaziergänge?

Besten Dank,

Sigurd

Sigurd

#5677 RE: Grenzverlauf am Brocken von EK89/1 05.05.2010 17:42

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Hallo Sigurd
Die Urlauber durften die Bockenstraße hoch laufen und zwar bis, ich schätze jetzt mal, ca.200m bis vor die OBERE KREUZUNG. Das heist dort wo die Schienen der Brockenbahn die Straße das zweite mal kreuzten. Da, bis wo die Urlauber durften befand sich nur ein gelbes Schild, mit der Aufschrift: Grenzgebiet Sperrzone Betreten und Befahren nur mit Sondergenemigung gestattet. Das weis ich aber nicht ganz genau kann auch sein das ein etwas anderer Text drauf gestanden hat, wen ja werden mich die anderen Grenzer berichtigen.
Von dem Punkt aus sah man die obere Kreuzung. An der oberen Kreuzung war ein Postenpunkt von uns und wir konnten beobachten wie weit die Urlauber kamen. Eingreifen und die Urlauber zurück weisen brauchten wir so gut wie gar nicht, man hat sich halt dran gehalten, als Urlauber, das dort eben Schluß war.
Wenn die Urlauber von Schierke auf der Brockenstraße nach oben wollten und direkt die Straße genommen haben da mussten sie an der Kompanie vorbei. Dort befand sich ein Schlagbaum und alle die da hoch wollten sollten von dem Posten der Objektwache hatte kontrolliert werden.
Die Urlauber hatten einen Passierschein der in verbindung mit dem PA gültig war.
Dies wurde geprüft und die Urlauber durften weiter.
Wer nach Schierke wollte wurde meines Wissens das erste mal in Drei Annen Hoche kontrolliert, dort befand sich ein Posten der VP.
Auch alle Urlauber die die Brockenstraße wieder runter kamen sollten kontrolliert werden, es gab ja auch noch andere Wege von Schierke aus die dann auf der Brockenstr. mündeten (Alte Bobbahn fällt mir da ein)
Unterwiesen wurden die Urlauber in ihren Quartieren, das weis ich aber nicht so genau da ich ja als Grenzer dort war und nicht als Urlauber.
So das war das, was ich beantworten konnte, es gibt aber hier noch mehr Schierker, so das die anderen Fragen bestimmt auch noch beantwortet werden.

#5678 RE: Grenzverlauf am Brocken von S51 05.05.2010 18:31

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Zitat von Sigurd
... Bis zu welchem Bereich in Richtung Brocken konnten die DDR Urlauber aus Schierke sich bewegen bzw. Wandern? Gab es an den Stellen die nicht überschritten werden durften Schilder oder Kontrollpunkte? Oder gab es ja nach Passierschein verschiedene Klassen? ( Anwohner, Urlauber usw.) Wurden Urlauber entsprechend Vorher eingewiesen.
Und wo? bzw. von wem? Wie muss ich mir generell einen Urlaub in Schierke in so unmittelbarer Grenznähe vorstellen, da Schierke ja im Grenzgebiet lag?
Also Kontrollen auch im Ort während der Spaziergänge?
...
Sigurd



Hallo Sigurd,
Richtung Brocken ging es bis zur Kreuzung "Alte Ilsenburger Str." auch rechts neben der Brockenstraße auf den Wanderwegen. Linke Seite war Wandern nur möglich bis auf Höhe Eckerloch und Bahnparrallelweg. Für Einheimische war je nach Stempel im Ausweis auch Wandern um die alte Ilsenburger Str. bis hinunter nach Ilsenburg möglich. Normalerweise durften die Wanderwege nicht verlassen werden. Das war wie heutzutage, nur, dass damals der Naturschutz lediglich einer, der offizielle Grund war. Weiter unten begann der Schutzstreifen an der Haarnadelkurfe und ging von dort Richtung Brocken den Königsberg hinauf und Richtung Elend den Winterberg am Bergfuß entlang. Urlauber hatten so gut wie nie einen Passierschein für den Schutzstreifen. Einheimische nur selten (als Eisenbahner, Forstleute). Der letzte für Urlauber nutzbare Weg war Richtung Winterberg, glaube ich, der "gelbe Weg" und von dort hinunter zum Ort in Richtung Schießstand bzw. Anfängerhang.
Extrem wichtig und öfter eine böse Falle war, dass die Passierscheine nur für den eingetragenen Ort galten. Wer einen Schein für Schierke hatte, konnte nicht einfach nach Elend oder Sorge und umgekehrt.
Kontrollen außerhalb des Ortes führten die Polizei (nur an Kontrollpunkten), die Hinterlandsicherung der GT und dort hauptsächlich wir GAK durch. Im Ort haben wir nicht kontrolliert, dort war hierfür die Polizei zuständig aber da musste schon etwas Besonderes los sein. Ich habe nie eine Polizeikontrolle im Ort Schierke erlebt. Wir GAK und die GT allgemein konnte nur die Gültigkeit der Papiere kontrollieren. Wenn etwas nicht stimmte, musste der/die Betreffende vorläufig festgenommen und der Polizei übergeben werden. Einfache Verstöße kosteten dort meist 10,00 Mark. bei Wiederholungen allerdings war der Urlaub beendet.
Für alle Urlauber (auch jene von NVA, MdI oder MfS) galten die gleichen Regeln. Bei Urlaubern aus Behörden war meines Wissens mit einer Festnahme durch uns GT als VGO (Verletzer Grenzordnung, also kein Grenzverletzer) meist noch ein disziplinarischer Ärger verbunden.
Jeder Urlauber bekam bei Ankunft im Erholungsheim eine Einweisung. Je nach Art des Heimes war das ein schlichter Minizettel (so groß wie die Seite des Personalausweises), wo alles Wichtige draufstand (im Heinrich Heine zum Beispiel) oder eine regelrechte Belehrung.
Die vorläufige Festnahme als VGO war nicht mit einer vorläufigen Festnahme als Grenzverletzer vergleichbar, konnte aber schlimmstenfalls so enden. VGO kamen im Jahr bestimmt 100 vor. Sie endeten mit der Übernahme durch die Polizei und der kostenpflichtigen Verwarnung durch die Polizei. Meist die genannten 10,00 Mark aber wenn jemand "an der Uhr drehte", also so richtig den Ärger rauslies, waren Bußgelder bis um die 1000,00 Mark möglich. Wohl mehr theoretisch.

#5679 RE: Grenzverlauf am Brocken von S51 05.05.2010 19:08

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Ups, wenn ich meinen eigenen Text jetzt so lese, sieht es aus, als wäre für die Urlauber allgemein schon an der Kreuzung zur Alten Ilsenburger Str. Schluß gewesen. Das stimmt natürlich nicht. Wie EK 89 ganz richtig schreibt, konnten die Urlauber auf der Brockenstraße auch weiter bis kurz vor die obere Kreuzung gehen. An der Stelle, bis zu der man konnte, steht jetzt auf der linken Seite (aus Richtung Schierke gesehen) noch so ein schiefer Rest Barierre.
Man durfte dann jedoch nicht mehr vom Weg abweichen, sonst war "Lage" angesagt. Das wiederum sollte der Urlauber nicht mal so recht merken. Er war nur "abzufangen" und freundlichst auf den rechten Weg zu weisen. Aus Naturschutzgründen natürlich. Er hätte ansonsten womöglich gemerkt, dass er da nur noch hätte durchzulaufen brauchen...

#5680 RE: Grenzverlauf am Brocken von EK89/1 05.05.2010 19:27

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S51
Ich hatte schon an mir gezweifelt, zwecks Obere Kreuzung/Urlauber.
Hatte ich das mit dem was auf dem Schild stand richtig in Erinnerung oder
lautete der Text anders, es gab ja verschiedene Schilder und wir haben
ja meist die Rückseite gesehen.?

#5681 RE: Grenzverlauf am Brocken von S51 05.05.2010 19:53

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Zitat von EK89/1
S51
Ich hatte schon an mir gezweifelt, ...Hatte ich das mit dem was auf dem Schild stand richtig in Erinnerung oder
lautete der Text anders, es gab ja verschiedene Schilder und wir haben
ja meist die Rückseite gesehen.?



Tschuldige, ich weiß es einfach nicht mehr mit letzter Sicherheit. Ich glaube, es war ein ganz normales Schutzstreifenschild mit dem Zusatz, dass die bildliche Darstellung verboten sei. Und natürlich betreten auch.

#5682 RE: Grenzverlauf am Brocken von Zermatt 05.05.2010 20:18

Wer zu einem Urlaub oder Kuraufenthalt ins Grenzgebiet durfte,erhielt gleich die richtgen Hinweise um sich
korrekt im Grenzgebiet zu verhalten. Hier die Hinweise für Schierke/Harz

Werte Gäste !
Sie haben das Vertrauen erhalten, in einem Kurort unmittelbar an der Staatsgrenze zur BRD ihren Urlaub zu verbringen,
und wir erwarten,dass Sie dieses während des Aufenthaltes stets rechtfertigen.An unserer Staatsgrenze abgewandten Seitefinden
Sie die schönsten Wanderwege.Innerhalb der Sperrzone benuztzten Sie bitte die Wanderwege,die mit Schildern der Aufschrift"Schutzstreifen! Betreten und
Befahren verboten" gekennzeichnet sind,nie.Wir möchten Sie darauf hinweisen,das das Betreten des Schutzstreifen eine
hohe Verletzung der Ordnung und Sicherheit darstellt und Sie sich in grosse Gefahr bringen,da unsere Grenzsoldaten
nicht erkennen können,ob es sich um einen Urlauber,der sich verirrt hat,oder um eine versuchtes Grenzverbrechen handelt.
Unsere Soldaten sind befugt,im Interesse des Friedens und zum Schutz der Heimat von der Schusswaffe Gebrauch zu machen.
Beim Betreten des Schutzsteifens haben Sie mit sofortiger Ausweisung aus der Sperrzone zu rechnen.Ihr Urlaub ist
ohne Rückvergütung abzubrechen.Sie können weiterhin mit einem Ordnungsstrafverfahren und Benachrichtigung ihres
Betriebes rechnen
.

#5683 RE: Grenzverlauf am Brocken von Sigurd 06.05.2010 10:08

Vielen Dank für die Infos,

ich habe nicht gedacht, das die Urlauber so weit Richtung Brocken gehen durften. Ich hatte gehört, am Bahnhof Schierke bzw. am bahnparallelweg wäre Schluß gewesen.

Aber zu Schierke habe ich noch eine andere Frage:

Im letzten Jahr habe ich mir einmal die ehemaligen FDBG Heime in Schierke angesehen.
Dabei bin ich im Keller des "Hermann Duncker" Heim auf die Reste eines Funkraum oder ähnlich gestoßen.
Da waren wohl richtig dicke Kabel,Gestellreihen und Reste einer Weitverkehrsanlage mit Aufschriften " nach berlin" oder ähnlich. Außerdem Tische, Stühle, karteikarten
Da ich selber aus diesem technischen Bereich komme. weiß ich, das dieses normalerweise in einem Heim ( Hotel) nix zu suchen hat.
Weiß jemand etwas darüber?

Der Zustand der ehemaligen Heime ist ja symtomatisch für die ehemaloge DDR.
Hat man nach 1989 noch versucht Heime zu retten?
Wie lange waren wohl welche Heime in Betrieb.
Oder ist der Tourismus in Schierke 1989 schlagartig zusammengebrochen.
Natürlich waren wohl die Heime nicht in dem " Weststandart"
Was ich gesehen habe" Nur Waschbecken auf dem Zimmer" im Hermann Dunker Heim
Im Heinrich Heine Haus wohl anders.

Persönlich mag ich den Harz.
Urlaubsmäßig habe ich den Eindruck das der Harz wieder im Kommen ist. ( oder täusche ich mich da? )
Aber wohl nur als Kurzurlaub.

#5684 RE: Grenzverlauf am Brocken von Sigurd 06.05.2010 10:55

Hallo Zusammen,

noch eine Frage die mir beim Durchlesen aller Texte zum Thema Grenzverlauf Brocken eingefallen ist.
Speziell da ich mich gewundert habe wie weit Urlauber und Einheimische Richtung Brocken gehen konnten.

Wäre es für einen Einheimischen oder jemanden der sich SEHR GUT im Gelände auskennt relativ problem und Gefahrlos möglich gewesen die Sperranlagen Richtung Westen zu überwinden.
Ist das Vorgekommen ohne das etwas bemerkt wurde. ( Dumme Frage vielleicht,wenn nix bemekt wurde )
Wo wäre ein gute Stelle zum Überwinden gewesen?
Und noch ganz speziell:
In Büchern und Romanen wird öfter von Agenten gesprochen die speziell im Harz die Grenze wechselten.
In einem Fernsehbericht über das " Grüne Band" wurde auch ein Tunnel gezeigt der unter den Grenzanlagen durchging.
Ist jemandem etwas darüber bekannt?

Sigurd

#5685 RE: Grenzverlauf am Brocken von Rostocker 06.05.2010 12:16

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Zitat von Sigurd

Hallo Zusammen,

noch eine Frage die mir beim Durchlesen aller Texte zum Thema Grenzverlauf Brocken eingefallen ist.
Speziell da ich mich gewundert habe wie weit Urlauber und Einheimische Richtung Brocken gehen konnten.

Wäre es für einen Einheimischen oder jemanden der sich SEHR GUT im Gelände auskennt relativ problem und Gefahrlos möglich gewesen die Sperranlagen Richtung Westen zu überwinden.
Ist das Vorgekommen ohne das etwas bemerkt wurde. ( Dumme Frage vielleicht,wenn nix bemekt wurde )
Wo wäre ein gute Stelle zum Überwinden gewesen?
Und noch ganz speziell:
In Büchern und Romanen wird öfter von Agenten gesprochen die speziell im Harz die Grenze wechselten.
In einem Fernsehbericht über das " Grüne Band" wurde auch ein Tunnel gezeigt der unter den Grenzanlagen durchging.
Ist jemandem etwas darüber bekannt?


Sigurd


Da frage mal S51,er hat uns den Tunnel gezeigt bei unseren kleinen Treffen im Harz.Gruß Rostocker

#5686 RE: Grenzverlauf am Brocken von terraformer1 06.05.2010 16:19

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Zitat von Sigurd

Hallo Zusammen,

noch eine Frage die mir beim Durchlesen aller Texte zum Thema Grenzverlauf Brocken eingefallen ist.
Speziell da ich mich gewundert habe wie weit Urlauber und Einheimische Richtung Brocken gehen konnten.

Wäre es für einen Einheimischen oder jemanden der sich SEHR GUT im Gelände auskennt relativ problem und Gefahrlos möglich gewesen die Sperranlagen Richtung Westen zu überwinden.
Ist das Vorgekommen ohne das etwas bemerkt wurde. ( Dumme Frage vielleicht,wenn nix bemekt wurde )
Wo wäre ein gute Stelle zum Überwinden gewesen?
Und noch ganz speziell:
In Büchern und Romanen wird öfter von Agenten gesprochen die speziell im Harz die Grenze wechselten.
In einem Fernsehbericht über das " Grüne Band" wurde auch ein Tunnel gezeigt der unter den Grenzanlagen durchging.
Ist jemandem etwas darüber bekannt?

Sigurd



Hallo,

ich habe zwar nicht im Brockenbereich gedient sondern im GR42 südlich Berlins, aber ich bin passionierter Hochharzwanderer und kenne da so ziemlich jeden Stein. Wenn Urlauber wirklich bis 200 Meter vor den zweiten Bahnübergang wandern durften, wäre das für Ortskundige sicher nicht schwer gewesen, bei Nacht und Nebel rüber zu machen. Wenn ich es hier richtig mitbekommen habe, gab es in dem Bereich keinen GSZ sondern nur das vordere Sperrelement in Form des Streckmetallzauns. Es hätte sowohl nördlich des Brockens (Bereich Hirtenstieg) als auch südlich (Bereich neuer Goetheweg) einige gute Fluchtpunkte gegeben.

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