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#1 Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Giannimann 26.08.2009 00:50

Hallo alle

Waren sich die BGS und die Grenzsoldaten spinnefeind?

Nach der Grenze konnte ja die Grenzsoldaten und BGS sich ja die Hand schütteln.

Gab es mal Versuche oder Gegebenheiten wo sich die vom BGS und die Grenzsoldaten so nah waren das sie sich die Hand schüttelten zum Grüßen?

Oder das sie miteinander redeten?

Schöne Grüße

Johannes

#2 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Rostocker 26.08.2009 01:05

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Zitat von Giannimann
Hallo alle

Waren sich die BGS und die Grenzsoldaten spinnefeind?

Nach der Grenze konnte ja die Grenzsoldaten und BGS sich ja die Hand schütteln.

Gab es mal Versuche oder Gegebenheiten wo sich die vom BGS und die Grenzsoldaten so nah waren das sie sich die Hand schüttelten zum Grüßen?

Oder das sie miteinander redeten?

Schöne Grüße

ein Johannes

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Wie soll man es sagen--BGS únd ´Grenzsoldaten der DDR waren sich immer sehr nahe.Die anderen hatten Grußverbot und den anderen ging es in der Normalität über.Klar gingen manchmal beide Seiten so dicht nebenbei her.das man sich die ´Hand reichen konnte aber man tat es nicht.Und warum--weil es ein Verbot dafür gab.

#3 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Rostocker 26.08.2009 01:22

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Zitat von Giannimann
Hallo alle

Waren sich die BGS und die Grenzsoldaten spinnefeind?



Schöne Grüße

Johannes

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Glaub ich nicht das sie sich Spinnefeind waren.Eher würde ich sagen--sie haben einen Staat gedient.Und so war es immer,die Kleinen sind für eine Idelogie der Mächtigen in den Krieg gezogen und haben sich die Köpfe eingehauen.Besser wäre es --man haut den Mächtigen den Kopf ein bleibt die Opferzahl gering.Aber so ist es halt mal--auch Nachdenken fordert Opfer und wenn es Alzheimer ist.

#4 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Musiker12 26.08.2009 01:37

Zitat von Rostocker
Zitat von Giannimann
Hallo alle

Waren sich die BGS und die Grenzsoldaten spinnefeind?



Schöne Grüße

Johannes

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Glaub ich nicht das sie sich Spinnefeind waren.Eher würde ich sagen--sie haben einen Staat gedient.Und so war es immer,die Kleinen sind für eine Idelogie der Mächtigen in den Krieg gezogen und haben sich die Köpfe eingehauen.Besser wäre es --man haut den Mächtigen den Kopf ein bleibt die Opferzahl gering.Aber so ist es halt mal--auch Nachdenken fordert Opfer und wenn es Alzheimer ist.



#5 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Mike59 26.08.2009 12:19

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Glaub ich nicht das sie sich Spinnefeind waren.Eher würde ich sagen--sie haben einen Staat gedient.Und so war es immer,die Kleinen sind für eine Idelogie der Mächtigen in den Krieg gezogen und haben sich die Köpfe eingehauen.Besser wäre es --man haut den Mächtigen den Kopf ein bleibt die Opferzahl gering.Aber so ist es halt mal--auch Nachdenken fordert Opfer und wenn es Alzheimer ist.[/quote]

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Hallo Musiker,
Ich würde mal sagen, da herrschte auf beiden Seiten vorsichtige Distanz und Respekt (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel).
Das Verhältniss hat sich erst längere Zeit nach der Wiedervereinigung richtig entspannt. Das liegt aber auch in den zwischenmenschlichen Besonderheiten. Die einen können miteinander die anderen eben nicht.
Wenn ich allerdings die Bilder nach und während der Grenzöffnung vor meinem Augen sehe, erinnere ich mich sehr deutlich, dass sich besonders die höheren Dienstchargen beider Seiten sehr schnell brüderlich in den Armen lagen. Da war ein gewissen Mißtrauen beim einfachen Grenzer/BGSler noch nicht überwunden, da schleppten Offiziere von uns schon Farbfernseher in den Osten, die nur durch das Begrüßungsgeld einer Großfamilie hätten finanziert werden können.
Das fand und finde ich auch heute noch nicht ganz koscher.

Gruß Mike59

#6 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Oss`n 26.08.2009 13:01

Zitat von Mike59
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Glaub ich nicht das sie sich Spinnefeind waren.Eher würde ich sagen--sie haben einen Staat gedient.Und so war es immer,die Kleinen sind für eine Idelogie der Mächtigen in den Krieg gezogen und haben sich die Köpfe eingehauen.Besser wäre es --man haut den Mächtigen den Kopf ein bleibt die Opferzahl gering.Aber so ist es halt mal--auch Nachdenken fordert Opfer und wenn es Alzheimer ist.


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Hallo Musiker,
Ich würde mal sagen, da herrschte auf beiden Seiten vorsichtige Distanz und Respekt (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel).
Das Verhältniss hat sich erst längere Zeit nach der Wiedervereinigung richtig entspannt. Das liegt aber auch in den zwischenmenschlichen Besonderheiten. Die einen können miteinander die anderen eben nicht.
Wenn ich allerdings die Bilder nach und während der Grenzöffnung vor meinem Augen sehe, erinnere ich mich sehr deutlich, dass sich besonders die höheren Dienstchargen beider Seiten sehr schnell brüderlich in den Armen lagen. Da war ein gewissen Mißtrauen beim einfachen Grenzer/BGSler noch nicht überwunden, da schleppten Offiziere von uns schon Farbfernseher in den Osten, die nur durch das Begrüßungsgeld einer Großfamilie hätten finanziert werden können.
Das fand und finde ich auch heute noch nicht ganz koscher.

Gruß Mike59[/quote]


100% Mike !
Nur mit dem richtigen "Hals" konnte man die "Wende" sehr schnell begreifen und zum Teil ganz guten Nutzen daraus ziehen.
Ich gebe dir vollkommen Recht.
Als Soldat hast du da gestanden und hast gedacht - boooooohhhhhh die Grenze ist auf, das giebt es doch nicht.
Ander, ich sage mal "Dienstgruppen" haben sich gesagt - die Mauer fällt, mach als erster das beste draus.

Eine kleine Episode mal am Rande:
Als wir uns dieses Jahr zu einem kleinen Treffen in unserem ehem. Grenzabschnitt getroffen haben, wurde uns vom Wirt einer Kneipe erzählt, das unser ehem. KC - seinerzeits Major, sich sofort nach der Wende mit einem Imbiswagen an die "B80" gestellt hat und dort Würstchen und Schnitzel verkauft hat (unter anderem)
Führungen für Interessierte der dann ehem. Grenze etc.etc.
Ganz sicher nicht aus der Armut herraus.
Der Wirt sagte uns auch, das dann mal einer einen "dummen" Spruch an den Wagen geschrieben hätte..... .
"Schnitzel vom Spitzel"
Kann jetzt vielleicht nicht jeder drüber lachen - wir haben uns vor lachen nicht mehr einbekommen.
Aber das nur so nebenbei.

Verrückte Welt halt !

Tschüß sagt mal der Oss`n

#7 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Mike59 26.08.2009 13:27

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@ Oss'n

Ja war schon eigenartig.
Mal was anderes gab es bei euch nach der Grenzöffnung auch den Witz.

"Es gibt im ganzen Kreis bei der BHG (bäuerliche Handelsgenossenschaft) keine Spaten mehr zu kaufen!
Frage: Warum?
Antwort: Jeder gräbt jetzt seine Westverwandtschaft aus!"



Mike59

#8 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Oss`n 26.08.2009 13:46

@ Mike,
Ne, den kannte ich noch nicht .
Kann es sein, das der schon bei sehr vielen zu getroffen hat ??

Bis später dann mal sagt der Oss`n

#9 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von LEGO 26.08.2009 15:49

Ich möchte kurz meinen Eindruck aus meiner Grenzzeit 1974 - 1982 loswerden:

Wir hatten eigentlich so gut wie keinen Kontakt. Grüße oder Gesprächsangebote, die wir machten, wurden wie schon geschrieben, in der Regel nicht beantwortet.
Gelegentlich bekam man ein Maßband gezeigt.

Da die Distanz ja in der Regel auch immer einige -zig Meter war, war der Kollege auf der anderen Seite nicht viel mehr als ein kurzer Vermerk im Streifenbericht. Leider!

#10 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Alpha4550 26.08.2009 19:50

Hallo zusammen,

ich bin fest überzeugt, dass eine Feindschaft zwischen DDR-Grenztruppe und Zoll/BGS nicht bestanden hat.Ich habe sehr häufig während meiner Grenzstreifen als Zollbeamter die Maßbänder der Wehrpflichtigen zu sehen bekommen.Ich fühlte mich dann immer an meinen eigenen Grundwehrdienst erinnert.Außerdem haben Angehörige der GÜSt Marienborn vom Wachturm aus gelegentlich gewunken.Sie haben aber immer darauf geachtet, dass ihre eigenen Kameraden es nicht sahen.Unmittelbar nach Mauerfall war sehr schnell ein lockeres Verhältnis zur DDR Grenztruppe entstanden.Ich bin selbst nach Mauerfall mehrfach in die DDR eingereist.Die Grenzkontollen auf DDR Seite habe ich als relativ locker empfunden. Nein - von einer bestandenen Feindschaft zwischen DDR Grenztruppe und Zoll/BGS kann man nicht sprechen.

Gruß an alle

Alpha4550

#11 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von LEGO 26.08.2009 20:18

Zitat von Alpha4550
Nein - von einer bestandenen Feindschaft zwischen DDR Grenztruppe und Zoll/BGS kann man nicht sprechen.

Gruß an alle

Alpha4550


Eine Feindschaft hat sicher nicht bestanden, man sollte aber nicht außer acht lassen, dass wir da ja alle mehr oder weniger schwer bewaffnet an der Grenze lang spaziert sind.
Es gab halt einen gewissen Respekt dem anderen gegenüber, der u.a. eben auch in der Waffe begründet lag.
Ich hatte das Glück an der Grenze nie meine Waffe benutzen zu müssen; es gab zum Glück nie eine entsprechende Situation.
Aber wenn es eine gegeben hätte, gegen wen hätte ich wohl die Waffe vermutlich gerichtet? Ratet mal!

Gruß LEGO

#12 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Ernest 26.08.2009 23:45

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Zitat von LEGO
[Es gab halt einen gewissen Respekt dem anderen gegenüber, der u.a. eben auch in der Waffe begründet lag.
Gruß LEGO

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Hallo LEGO,

so hatte ich das damals eigentlich nie gesehen. Da man tag-täglich mit Waffe rausging, verlor sie bei mir in der Hinsicht auch an Bedeutung. Sie war im Grunde für mich nichts anderes, als mein Dienstfernglas, was ich mir umhing oder der Regenmantel, der am Koppel hing. Beim BGS oder Zoll gehörte das eben auch dazu und man sah nichts Bedrohliches darin. Es war halt die übliche Ausrüstung. BGS-Leute und Zöllner sah ich als eine Art Kollegen.............ich auf meine Seite, sie auf ihrer Seite. Zumal ich auch die Gewissheit hatte, das sie wußten, daß ich nicht freiwillig meinen Dienst durchführte, sondern als Wehrpflichtiger da auch nur "hingesteckt" wurde.

Ich schrieb ja schon einmal in einem Thread, von den Leuten des BGS wurde man im Grunde weniger oder seltener angesprochen. Das verlief eigentlich immer wortlos. Stand man sich einmal gegenüber und schaute sich mit dem Fernglas "in die Augen", hatte ich schon ab und zu ein kleines Winkerchen mit dem Finger versucht, Was dann auch mit einem Lächeln oder ebenso abgetarnten Zurückwinken quittiert wurde.
Von den Zöllnern ( die man alle kannte) wurde man ja meist begrüßt. Mit dem Antworten war es natürlich so eine Sache. Meist hat man nur gelächelt und ist weitergegangen. Zum anderen kam es auch immer darauf an, mit wem man gerade draußen war. Ich hatte ein einziges mal von mir aus "Guten Tag" gesagt, da hatte ich allen Mut zusammengenommen............und was war ??????..........kam keine Antwort. Da war ich irgendwie baff.

Aber wie gesagt, rein von meiner inneren Einstellung, hatte ich immer ein offenes Verhältnis zu den "Kollegen" auf der anderen Seite. Weil ich eben auch wußte, sie stehen einem nicht feindlich gesinnt gegenüber.

Gruß
Herbert

#13 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von LEGO 26.08.2009 23:51

Hallo Herbert,

alles richtig, was Du so schreibst.

Aber warst Du und Deine Kollegen nicht diejenigen, die die "arme DDR-Bevölkerung" von einem Seitenwechsel notfalls mit Waffengewalt abhalten sollten/wollten?

Ich gestehe, dass ich die DDR-Grenzer (auch wenns Wehrpflichtige waren) doch schon so einschätzen musste.

Ich will mich aber hier gerne belehren lassen.

Gruß LEGO

#14 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von Ernest 27.08.2009 00:05

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Zitat von LEGO
Hallo Herbert,

alles richtig, was Du so schreibst.

Aber warst Du und Deine Kollegen nicht diejenigen, die die "arme DDR-Bevölkerung" von einem Seitenwechsel notfalls mit Waffengewalt abhalten sollten/wollten?

Ich gestehe, dass ich die DDR-Grenzer (auch wenns Wehrpflichtige waren) doch schon so einschätzen musste.

Ich will mich aber hier gerne belehren lassen.

Gruß LEGO


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Hallo LEGO

So gesehen hast du natürlich recht. Ich bin auch nur von meiner persönlichen Einstellung ausgegangen, so wie ich es damals empfunden hatte.
Das vor mir keiner Angst haben brauchte, wußte natürlich keiner. Es konnte ja niemand in meinen Kopf schauen.
Naja und heutzutage ist eh alles egal....ist Vergangenheit.

Gruß
Herbert

#15 RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten von LEGO 27.08.2009 00:29

Hallo Ernest,

ist soweit schon klar.

Ich hab doch auch nur meine Empfindungen ausgedrückt.
Ich hatte vor den DDR-Grenzern auch keine Angst.

Es gab da in meinen Augen nur die Befürchtung eines plötzlichen Lagewechels. Und was wäre dann passiert?

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