Tod an der verlängerten Mauer in Bulgarien

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20.06.2009 12:16
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Auszug aus dem Tagesspiegel, Berlin:


Die Grenze an diesem idyllischen Fleckchen in den bulgarischen Rhodopen sieht verlockend harmlos aus. Hier müsste es ein Leichtes sein, hinüber nach Griechenland zu kommen. Das denken Karl-Heinz Engelmann und Siegfried Gammisch, die an jenem Apriltag des Jahres 1966 die Gegend für ihren Fluchtversuch erkunden. Ein tödlicher Irrtum – wenig später sind die beiden 19-Jährigen aus dem sächsischen Schwarzenberg tot. Erschossen von bulgarischen Grenzern.

Der Berliner Politikwissenschaftler Stefan Appelius hat insgesamt 850 Fluchtfälle von DDR-Bürgern an den damaligen Grenzen Bulgariens zu Griechenland, der Türkei und Jugoslawien dokumentiert – gescheiterte, geglückte und tödlich verlaufene . Bei seinen Recherchen kam er zu Erkenntnissen, die ähnlich auch für die damaligen Grenzregimes in anderen „Bruderländern“ der DDR gelten dürften: Dort wurden Einzelpersonen und ganze Familien ausgelöscht, deren genauen Schicksale bis heute oft ungeklärt sind. Und bei seinen Nachforschungen erhärtete sich ein Verdacht, der bereits 1993 von der bulgarischen Oppositionszeitung „Anti“ geäußert worden war: Bulgarische Grenzsoldaten hätten von der DDR-Botschaft für jeden getöteten Fluchtwilligen eine „Kopfprämie“ von 2000 Lewa – das entsprach damals rund 1000 D-Mark – erhalten.

Appelius hat seit 2005 mit ungezählten Zeitzeugen, Familienangehörigen, ehemaligen Grenzern, Politikern gesprochen, in bulgarischen Kliniken und auf Friedhöfen recherchiert. Eine schriftliche Bestätigung dafür, dass es diese Geldzahlungen tatsächlich gegeben hat, liegt ihm nicht vor. Doch allein die Obduktionsberichte, die Angaben über die Verletzungsmuster, die widersprüchlichen Aussagen in den Protokollen der Todesschützen und die Tatsache, dass manche der Opfer nicht einmal ordnungsgemäß beigesetzt, sondern eilig im Grenzgebiet verscharrt wurden, lassen den Schluss zu, dass es „regelrechte Hinrichtungen“ gegeben habe, sagte Appelius dem Tagesspiegel.

Ihm kommt es auf darauf an, möglichst viele Einzelschicksale zu rekonstruieren, die von den DDR-Behörden ganz bewusst verschleiert worden seien. Es geht ihm nicht um billige Zahlenhascherei. Doch mit seinen Recherchen wird Appelius gleichwohl zum Chronisten eines bislang wenig erforschten Kapitels der eingemauerten DDR und ihres „Bruderbundes“ zu anderen sozialistischen Staaten. Insgesamt habe es an den bulgarischen Außengrenzen zwischen 1961 und 1989 mindestens 4500 Fluchtversuche von Ostdeutschen gegeben, sagt Appelius. Davon seien die meisten – etwa 95 Prozent – durch Festnahmen vereitelt worden, rund drei Prozent waren erfolgreich. Etwas mehr als zwei Prozent, also rund 100 Fluchtversuche, hätten tödlich geendet.

Weil der Druck von Angehörigen der getöteten „Grenzverletzer“ auf die DDR-Staatsorgane immer größer wurde, schloss die DDR-Botschaft in Sofia mit dem bulgarischen Generalstaatsanwalt 1975 ein Geheimabkommen ab. Es legte fest, dass die Leichen der im Grenzgebiet getöteten DDR-Bürger künftig in die Heimat zu überführen oder auf einem bulgarischen Friedhof beizusetzen seien. Für Appelius lässt das im Umkehrschluss zu, dass das bis zu diesem Zeitpunkt eben nicht die Regel war, sondern die Leichen am Tatort einfach entsorgt wurden, um Spuren zu verwischen.

Der Wissenschaftler, dessen Interesse für Bulgarien bei einem einjährigen Studienaufenthalt in Sofia geweckt wurde, bedauert, dass die bulgarischen Behörden bei diesem Thema wenig kooperationsbereit sind. An die einschlägigen Akten im Innenministerium ist er bisher noch nicht herangekommen. Vielleicht könnten sie auch Auskunft darüber geben, wo die sterblichen Überreste der beiden 19-Jährigen aus Schwarzenberg geblieben sind. Deren Eltern hatten es bis zu ihrem Tod in den 90er Jahren nicht erfahren. Doch die Schwester von Karl-Heinz Engelmann indes gibt nicht auf.

Gruß, Augenzeuge


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20.06.2009 14:04
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Zitat von Augenzeuge
Und bei seinen Nachforschungen erhärtete sich ein Verdacht, der bereits 1993 von der bulgarischen Oppositionszeitung „Anti“ geäußert worden war: Bulgarische Grenzsoldaten hätten von der DDR-Botschaft für jeden getöteten Fluchtwilligen eine „Kopfprämie“ von 2000 Lewa – das entsprach damals rund 1000 D-Mark – erhalten.


gehoert auf einer meiner DVDs, trifft bei dieser Situation auch zu:

"ein Zeugnis fuer die Banalitaet des Boesen", ein Leben fuer 1000- DM.

Berliner


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15.07.2009 13:36
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In Antwort auf:
Und bei seinen Nachforschungen erhärtete sich ein Verdacht, der bereits 1993 von der bulgarischen Oppositionszeitung „Anti“ geäußert worden war: Bulgarische Grenzsoldaten hätten von der DDR-Botschaft für jeden getöteten Fluchtwilligen eine „Kopfprämie“ von 2000 Lewa – das entsprach damals rund 1000 D-Mark – erhalten.



was ist nach 16 jahren daraus geworden ? was wurde erreicht bzw. ermittelt ?


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03.05.2012 23:24
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#4
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na was soll schon daraus geworden sein...nichts..gar nichts......

in ländern wie bulgarien besteht kaum ein politisches interesse an der aufarbeitung der vergangeneheit oder gar noch an der veröffentlichung von unrecht, das während der kommunistischen periode dort geschehen ist.
prof.appelius ist bis heute nicht sehr viel weiter gekommen in seiner arbeit.

in bulgarien ist übrigens einer der letzten deutschen grenzopfer umgekommen, der bei einem flurchtversuch brutal erschossen worden ist...nach der äußerung des seinerzeitgen obduzenten aus 1,5 bis 2 m entfernung in den hinterkopf......das geschah am 07. juli 1989, als in ungarn das grenzregime sich schon lockerte, da kam der damals 19 jährige abiturient michael weber aus leipzig-mölkau auf die "gloreiche" idee, die flucht nach griechenland von burgarien aus zu versuchen. am fuße des pirin-gebirges erschoss man ihn dann.

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten

wie sage ich immer so schön: es gibt zu allem im leben immer noch eine stiegerung!

wer sich für michaels schicksal interessiert, hier ist das nachzulesen im detail:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57781736.html


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04.05.2012 00:28
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Zitat von rafimo

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten





Immer wieder erstaunlich welches Wissen auf der Welt vorhanden ist. Da rennt ein Flüchtling und am laufen erkennt man das es ein Deutscher ist - den man ja gar nicht erst anrufen muss.

Ganz großes Aua kann ich da nur sagen.

Mike59


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04.05.2012 00:39
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Zitat von Mike59

Zitat von rafimo

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten





Immer wieder erstaunlich welches Wissen auf der Welt vorhanden ist. Da rennt ein Flüchtling und am laufen erkennt man das es ein Deutscher ist - den man ja gar nicht erst anrufen muss.

Ganz großes Aua kann ich da nur sagen.

Mike59




nicht am laufen erkannte man ihn als deutscher sondern am aussehen, denn bulgaren sahen und sehen schon etwas anders aus als deusche. die grenzegebiete in bulgrien sind nur dünn besiedelt (auch damals schon) und fremde fielen da sofort auf. wer also den fehler machte und dummerweise einen ort durchquerte auf dem weg zur grenze, der hatte generell verloren, da in diesen fällen regelmäßig jemand aus dem dort bei der nächsten grenzkompanie anrief und das meldete das da fremde aufgetaucht sind. dann fuhren 2 oder 3 postenpaare los und wenn man der persoen habhaft geworden war, wurde ohne jeden kommantar das feuer eröffnet. für tote ddr-bürger zahlte die ddr nämlich bis zu 2000,- mark.....ist wenig bekannt diese tatsache, scheint aber inzwischen bei den historikern gefestihtes wissen zu sein.

hier ist was zum nachlesen darüber, prof. appelius ist ein anerkannter historiker an der uni in berlin

http://www.appelius.de/fluchtweg_bulgarien.html


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04.05.2012 00:58
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Zitat von rafimo

Zitat von Mike59

Zitat von rafimo

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten





Immer wieder erstaunlich welches Wissen auf der Welt vorhanden ist. Da rennt ein Flüchtling und am laufen erkennt man das es ein Deutscher ist - den man ja gar nicht erst anrufen muss.

Ganz großes Aua kann ich da nur sagen.

Mike59




nicht am laufen erkannte man ihn als deutscher sondern am aussehen, denn bulgaren sahen und sehen schon etwas anders aus als deusche. die grenzegebiete in bulgrien sind nur dünn besiedelt (auch damals schon) und fremde fielen da sofort auf. wer also den fehler machte und dummerweise einen ort durchquerte auf dem weg zur grenze, der hatte generell verloren, da in diesen fällen regelmäßig jemand aus dem dort bei der nächsten grenzkompanie anrief und das meldete das da fremde aufgetaucht sind. dann fuhren 2 oder 3 postenpaare los und wenn man der persoen habhaft geworden war, wurde ohne jeden kommantar das feuer eröffnet. für tote ddr-bürger zahlte die ddr nämlich bis zu 2000,- mark.....ist wenig bekannt diese tatsache, scheint aber inzwischen bei den historikern gefestihtes wissen zu sein.

hier ist was zum nachlesen darüber, prof. appelius ist ein anerkannter historiker an der uni in berlin

http://www.appelius.de/fluchtweg_bulgarien.html




Ich glaube mich zu erinnern das da schon mal was über ein paar Nachforschungen geschrieben wurde. Aber so richtige Beweise gabs wohl nicht.
Das andere sagt mir nun nur, das auf Fremde einfach so geschossen wurde! Und das mit den " ...bis zu 2000,- Mark..." habe ich auch nicht ganz verstanden. Wer war denn da nur 1500,- wert oder ging das nach Gewicht oder wie ist man auf bis zu 2000,- M gekommen?

Ging das nach Kassenlage?

Ich persönlich halte das ganze drum herum für Unglaubwürdig, wobei ich nicht sage das es an der Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland keine deutschen Toten gegeben hat !!

Zitat
dann fuhren 2 oder 3 postenpaare los und wenn man der persoen habhaft geworden war, wurde ohne jeden kommantar das feuer eröffnet.



Im Bezug zu dieser Darstellung fehlt mir einfach die Glaubwürdigkeit!

Gute Nacht Forum

Mike59


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04.05.2012 01:01
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S51

Für einen Historiker ähneln sich die Zeilen im Vergleich zum Spiegel vordem aber sehr...
Er berichtet auch nur dass jemand einem Blatt berichtet hat (von der Geldprämie)... Das ist ein bischen dünn bisher. Die Akteneinsicht in Sofia sollte doch vergangenes Jahr sein, gab es da sonst nichts?

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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04.05.2012 01:10
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...es ist nahezu unfassbar....aber appelius hat monatelang quellen in bulgarien ausgewertet......es gibt dort auch eine behörde ähnlich der deutschen stasi-unterlagenbehörde....aber die weden vom innenministerium (das bislang für die akten verantwortlich war) nicht ausreichend "gefüttert", d.h. man hält die akten teilweise zurück.

die genauen beträge die als kopfgeld bezahlt wurden seitens der ddr-regierung sind nicht bekannt, das schwankte wohl mit den jahren....alsozuerst war es weniger was sich dann steigerte...

und deswegen hat man dann in bulagrien in der ageschiedenheit des grenzgebietes gerne direkt drauf los geballert....wenn man erkannte, da rennen fremde in der verbotszone rum..

appelius kam übrigens auf diese problematik rein zufällig, als er im deutschen außenministerium alte akten zu ganz anderen sachverhalten einsah......also den bundesdeutschen behörden war die prblematik durchaus bekannt, aus politischen gründe hat man es jedoch vorgezogen, das lieber nicht an die öffentlichkeit zu bringen.

wenn dich das thema verlänerter eiserner vorhang interessiert, da gibts noch weitere "tolle" weil unglaublich sachen zu berichten


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04.05.2012 01:13
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#10
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Zitat von S51
Für einen Historiker ähneln sich die Zeilen im Vergleich zum Spiegel vordem aber sehr...
Er berichtet auch nur dass jemand einem Blatt berichtet hat (von der Geldprämie)... Das ist ein bischen dünn bisher. Die Akteneinsicht in Sofia sollte doch vergangenes Jahr sein, gab es da sonst nichts?



der spiegel hat einen von appelius veröfffentliches statement aufgegriffen und daraus teilweise wörtlich zitiert, wohl mit genehmigun von prof.appelius

die in sofia vorhandenen akten sind gesichtet worden und zum gegenstand der bisherigen berichterstattung gemacht worden. weiter hat sich aber bis heute da wohl nichts getan, ich werde mich aber in den nächsten tagen mit prof.appelius in verbindung setzten, dann erfahre ich näheres


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04.05.2012 06:46 (zuletzt bearbeitet: 04.05.2012 06:59)
avatar  Alfred
#11
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Zitat von rafimo
na was soll schon daraus geworden sein...nichts..gar nichts......

in ländern wie bulgarien besteht kaum ein politisches interesse an der aufarbeitung der vergangeneheit oder gar noch an der veröffentlichung von unrecht, das während der kommunistischen periode dort geschehen ist.
prof.appelius ist bis heute nicht sehr viel weiter gekommen in seiner arbeit.

in bulgarien ist übrigens einer der letzten deutschen grenzopfer umgekommen, der bei einem flurchtversuch brutal erschossen worden ist...nach der äußerung des seinerzeitgen obduzenten aus 1,5 bis 2 m entfernung in den hinterkopf......das geschah am 07. juli 1989, als in ungarn das grenzregime sich schon lockerte, da kam der damals 19 jährige abiturient michael weber aus leipzig-mölkau auf die "gloreiche" idee, die flucht nach griechenland von burgarien aus zu versuchen. am fuße des pirin-gebirges erschoss man ihn dann.

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten

wie sage ich immer so schön: es gibt zu allem im leben immer noch eine stiegerung!

wer sich für michaels schicksal interessiert, hier ist das nachzulesen im detail:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57781736.html





Hallo,

wenn nach dem Bericht 7.000 bis 8.000 Personen die Flucht über Bulgarien u.a soz. Länder gelang ( dann müsste man ja noch die Versuche mit einbeziehen ) und es dabei - in Bulgarien - 18 Tote gab, kommen Sätze wie "man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen" schon ein wenig seltsam an.

Wäre dies so wie beschreiben gewesen, würde man wohl von ganz anderen Zahlen sprechen müssen.


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04.05.2012 07:31
avatar  werner
#12
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Wurden denn in Bulgarien Verfahren gegen die Grenzer eröffnet?

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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04.05.2012 10:12
avatar  Mike59
#13
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Also wenn ich das richtig mitbekomme, wird hier nur etwas vom "hören und sagen" bekanntes (also Gerüchte) als die Quelle allen Wissens angegeben. Wenn dann alle nur die eine Quelle zitieren und sich darauf berufen nimmt der Wahrheitsgehalt nicht zu. Die Information wird zur Blase.

Da kann man ein

Zitat
prof. appelius ist ein anerkannter historiker an der uni in berlin

sein so viel man will, es ändert nichts am Fakt.

Mike59

P.S.
Nebenbei möchte ich anmerken, das der Schreibstil von @ refimo mir irgendwie bekannt vor kommt und wenn du ein Buch schreiben möchtest, dann such dir unbedingt einen guten Lektor. Ist nur ein freundlicher Tip.


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04.05.2012 10:34
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#14
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( gelöscht )

Zitat von rafimo
na was soll schon daraus geworden sein...nichts..gar nichts......

in ländern wie bulgarien besteht kaum ein politisches interesse an der aufarbeitung der vergangeneheit oder gar noch an der veröffentlichung von unrecht, das während der kommunistischen periode dort geschehen ist.
prof.appelius ist bis heute nicht sehr viel weiter gekommen in seiner arbeit.

in bulgarien ist übrigens einer der letzten deutschen grenzopfer umgekommen, der bei einem flurchtversuch brutal erschossen worden ist...nach der äußerung des seinerzeitgen obduzenten aus 1,5 bis 2 m entfernung in den hinterkopf......das geschah am 07. juli 1989, als in ungarn das grenzregime sich schon lockerte, da kam der damals 19 jährige abiturient michael weber aus leipzig-mölkau auf die "gloreiche" idee, die flucht nach griechenland von burgarien aus zu versuchen. am fuße des pirin-gebirges erschoss man ihn dann.

man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen.....das ging zumeist ohne jeden anruf und erst recht ohne warnschuß ab.....man schoß direkt "auf fleisch" wie sie es nannten

wie sage ich immer so schön: es gibt zu allem im leben immer noch eine stiegerung!

wer sich für michaels schicksal interessiert, hier ist das nachzulesen im detail:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57781736.html



Hallo rafimo,

Wer mit dem Sachverstand eines Flachlandtirolers, fernab offizieler Straßen und Wege (mal abgesehen, ob diese überhaupt noch in der Nähe sind) versucht die Rhodopen oder das Pirin- Gebirge zu überwinden, handelt doch ziemlich leichtsinnig.
Ich gehe mal davon aus, daß die Statistiken stimmen und mindestens 100 fluchtwillige DDR- Bürger beim Versuch Bulgarien südwärts zu verlassen um's Leben gekommen sind. Aber nichts verrät die Statistik darüber wie. Wenn ich meine Kräfte überschätze und beim kraxeln durch das Hochgebirge zu Schaden komme, kann ich nicht bulgarische Behörden dafür verantwortlich machen. Wer im Dickicht grüner Wälder sich verirrt und Niemanden nach dem Weg fragen kann, für den wird es nicht ein mal ein Grabkreuz geben.

Gruß Hartmut!


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04.05.2012 11:15
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".....und es dabei - in Bulgarien - 18 Tote gab, kommen Sätze wie "man war in bulgarien generell nicht so kleinlich mit dem töten von deutschen flüchtlingen" schon ein wenig seltsam an. Wäre dies so wie beschreiben gewesen, würde man wohl von ganz anderen Zahlen sprechen müssen."


Na um die Menge der Toten geht es ja nun auch nicht.....sondern um die art und weise des dortigen grenzregimes des umganges der im Schutzstreifen angetroffenen personen.

wenn man nachts als posten im grenzgebiet auf zwei am boden liegende und schlafende personen trifft, dann ist es doch sicher bemerkenswert, wenn die beiden posten dann einfach das feuer auf die schlafenden leute eröffnen.....mir würde da ein fall von 10.000 gelungenen fluchten genügen um mich zu der aussgae hinreissen zu lassen, dass man da nicht ganz so kleinlich war bei der art und weise der anwendung der schußwaffe....


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