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#61

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 16:39
von Ecki | 408 Beiträge | 13 Punkte
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #30
Machen wir mal ein Gedankenexperiment. Wir beide, Gert, Du und ich, begegneten uns 1985 - also spät genug für mich, dass Knirschen im Gebälk zu hören, aber noch vor Glasnost und Perestroika. Wir schwatzen und Du fragst plötzlich: "Was meinst Du, Regnerischer? Was ist besser für ein Volk: Keine Ausbeutung oder keine Demokratie?" Ich hätte Dich dann erst mal ungläubig angesehen und dann zurückgefragt: "Was soll denn die Frage? Ist doch klar! Lieber keine Ausbeutung." Im nachfolgenden Vortrag hätte ich Dir auseinandergesetzt, dass die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen der Schlüssel für Unterdrückung, Armut, Hunger, Obdachlosigkeit, Gewalt und Krieg ist. Es muss, hätte ich mich hineingesteigert, als legitim angesehen werden, im Kampf gegen die Ausbeutung und Unterdrückung mitsamt ihren Begleiterscheinungen auch Einschränkungen in der Demokratie zu akzeptieren. Dann hätte ich, im Versuch listig zu sein, darauf verwiesen, dass der demokratische Zentralismus in der DDR durchaus eine legitime Form der Demokratie darstellt und wäre der Meinung gewesen, Dich argumentativ vollkommen aus dem Felde geschlagen zu haben mit Deiner doofen Frage.

In diesem Moment hättest Du also die volle Wucht eines Teils meiner Grundüberzeugungen, wie es damals hieß, meines Glaubens, wie ich es heute formulieren würde, abbekommen. Und das hält einen ab, zur Bundeswehr zu gehen? Noch nicht ganz. Das fehlende Puzzelstück ist die Tatsache, dass ich mich nie wirklich als einen Soldaten eines (im Sinne des Zahlworts eins) Volkes begriffen hatte. Ich war Soldat eines Systems - des real existierenden Sozialismus, was für mich neben dem Schutz des eigenen Landes auch die Verteidigung aller anderen Bruderstaaten selbstverständlich einschloss. Aus dieser Tatsache folgerte ich, dass auch die Soldaten der anderen Seite letztlich Soldaten eines Systems seien. Und zwar eines Systems in dem Ausbeutung und Unterdrückung akzeptiert werden.

Dem Land hätte ich vielleicht dienen können. Dem System nicht. Das war für mich der springende Punkt
Mein lieber Rainman2,

ganz große klasse, ich kann mich da richtig einfühlen.

Bei mir war es so, dass ich auch nicht ganz abgeneigt war, etwas "mit Politik" zu studieren. Mein Vater sagte aber (um 1970): "Junge, mach' das nicht. Vielleicht kommt's mal andersrum." Und ich hatte auf meinen Vater gehört.

Gott sei Dank!

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#62

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 18:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #54
versteh ich nicht, bin ich zu doof?


Spassmodus an:

Nein du bist nicht zu doof !!!
Auch das Orakel von Delphi sprach oftmals in Rätseln, immer dann, wenn die Pythia infolge zu starker berauschender Dämpfe nicht nur in Trance verfiel. Einige Mittelchen sollen ja heute ähnliche Zustände auslösen.

Spassmodus aus.

Vierkrug


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#63

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 19:03
von Lebensläufer (gelöscht)
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Na gut Vierkrug und GKU, ich lass mich mal locken, ergänze den Text von heute früh...heute Abend mal ganz ohne starke sächsische Koffeindünste.Nur für Euch Zwei. Mach ich doch gerne.

"Am zuwenigen Alkohol kann es aber nicht gelegen haben,das viele Offiziere der NVA (auch der stolzen Grenztruppe) zur Wendezeit einfach die Kurve nicht bekommen haben, denn den gabs doch auch noch nach der Wende zu kaufen?"

Jetzt begriffen? Na, ich denke doch.

Lebensläufer und bitte, bitte jetzt nicht...den gesoffen wurde nicht nur bei der NVA.


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#64

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 20:02
von Gelöschtes Mitglied
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@Lebensläufer, es können auch andere User zwischen den Zeilen lesen und versteckte Informationen richtig deuten.

Gruß und noch einen schönen Montagabend
Vierkrug


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#65

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 20:26
von Lebensläufer (gelöscht)
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Dann kann ich jetzt beruhigt ins Bett gehen Vierkrug...vorschlafen.

Lebensläufer nur noch schnell nen Kümmel, ne warte bessserrr zwei, jetzt sindsss schooon dreenu ener geht noccch...verdammmische viiier


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#66

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 21:15
von werner | 1.591 Beiträge | 5 Punkte
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Zitat von glasi im Beitrag #47
Hallo Werner. Im ersten Absatz steht. Die Arbeiter und Bauernregierung gegen denn feind zu schützen. Arbeiter und Bauernregierung?Also die SED. Sie hatte doch 40 Jahre denn aleinigen Machtanspruch. Oder?


Naja @glasi. Da verkürzt Du aber:

Auch wenn es aus heutiger Sicht eher theoretisch ist: Arbeiter- und Bauernregierung bedeutet nicht automatisch SED. Denn außer der SED gab es ja noch andere wählbare Parteien, die ja auch entsprechend den Stimmen, die sie erhielten, mit in der Regierung saßen. Die Sitzeverteilung ist mir allerdings nicht geläufig, wird sich vermutlich über die Jahre auch immer ein wenig geändert haben. Die SED hatte in meiner Erinnerung wohl regelmäßig die absolute Mehrheit bei den Wahlen und damit wohl auch die wegbestimmende Stimmzahl, bei 2Mio Mitgliedern wäre alles andere auch verwunderlich.

Und Machtanspruch und Realität können auch schon mal auseinandergehen. Im übrigen sehe ich das so, dass nicht die SED den Machtanspruch hatte, sondern einige in der SED ihren persönlichen Machtanspruch. Es sind immer Menschen, die agieren, keine Partei an sich.
Solche Leute finden sich heute auch nach wie vor, haben auch ihr Sendungsbewusstsein und ihren persönlichen Machtanspruch

Die SED hat sich als bewusster und organiserter Vortrupp der Arbeiterklasse verstanden und daraus ihre führende Rolle in der Arbeiterklasse abgeleitet. Die Menschen, die man der Arbeiterklasse zuordnete, bildeten nunmal die Mehrheit der Bevölkerung, insofern und anhand der Mitgliederzahl (immerhin waren es wohl runde 2Mio!) repräsentierte die SED wohl einen - ich sage mal - nicht unbedeutenden Teil der Bevölkerung.

Das nur mal als Gedanke dazu. Aber das Thema Wahlrecht in der DDR ist nicht Inhalt dieses Threads.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#67

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 22:16
von DoreHolm | 8.073 Beiträge | 1347 Punkte
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Zitat von werner im Beitrag #66
Zitat von glasi im Beitrag #47
Hallo Werner. Im ersten Absatz steht. Die Arbeiter und Bauernregierung gegen denn feind zu schützen. Arbeiter und Bauernregierung?Also die SED. Sie hatte doch 40 Jahre denn aleinigen Machtanspruch. Oder?


Naja @glasi. Da verkürzt Du aber:

Auch wenn es aus heutiger Sicht eher theoretisch ist: Arbeiter- und Bauernregierung bedeutet nicht automatisch SED. Denn außer der SED gab es ja noch andere wählbare Parteien, die ja auch entsprechend den Stimmen, die sie erhielten, mit in der Regierung saßen. Die Sitzeverteilung ist mir allerdings nicht geläufig, wird sich vermutlich über die Jahre auch immer ein wenig geändert haben. Die SED hatte in meiner Erinnerung wohl regelmäßig die absolute Mehrheit bei den Wahlen und damit wohl auch die wegbestimmende Stimmzahl, bei 2Mio Mitgliedern wäre alles andere auch verwunderlich.

Und Machtanspruch und Realität können auch schon mal auseinandergehen. Im übrigen sehe ich das so, dass nicht die SED den Machtanspruch hatte, sondern einige in der SED ihren persönlichen Machtanspruch. Es sind immer Menschen, die agieren, keine Partei an sich.
Solche Leute finden sich heute auch nach wie vor, haben auch ihr Sendungsbewusstsein und ihren persönlichen Machtanspruch

Die SED hat sich als bewusster und organiserter Vortrupp der Arbeiterklasse verstanden und daraus ihre führende Rolle in der Arbeiterklasse abgeleitet. Die Menschen, die man der Arbeiterklasse zuordnete, bildeten nunmal die Mehrheit der Bevölkerung, insofern und anhand der Mitgliederzahl (immerhin waren es wohl runde 2Mio!) repräsentierte die SED wohl einen - ich sage mal - nicht unbedeutenden Teil der Bevölkerung.

Das nur mal als Gedanke dazu. Aber das Thema Wahlrecht in der DDR ist nicht Inhalt dieses Threads.



grün: Hatte schon mal gesucht, aber nichts gefunden. Gibt es dieses Thema Wahlen in der DDR eigentlich ?



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#68

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 25.02.2013 22:37
von werner | 1.591 Beiträge | 5 Punkte
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Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#69

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 10:20
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Ich lese hier von Existenzängsten und Perspektivlosigkeit ehemaliger Berufssoldaten im Jahr 89/90 und ich kann das gut nachvollziehen.
Ihre früher ausgeübten oder erlernten zivilen Berufe, die Abschlüsse, waren nicht mehr viel wert, zu lange her....
Hätte das Umdenken und Umsteuern nicht schon viel eher einsetzen sollen ?
Brauchte die DDR-Staats- und Parteiführung überhaupt einen so mächtigen Sicherheitsapparat ?
Hat es ihre Macht gerettet ? Eindeutig nein - es hat das Ende nur etwas verzögert.

Ich erinnere mich an eine Losung der Demonstanten im Herbst 89: "Stasi in die Produktion".
Gemeint war damit, dass die umfangreichen Ressourcen, die die DDR-Führung für den "Schutz der Errungenschaften des Sozialismus" im überdimensionalen Verteidigungs- und Überwachungsapparat gebunden hat, viel nützlicher im produzierenden Bereich hätten sein können.
Klar, im Herbst 89 war es schon ein wenig spät, mit diesen Umdenken und Umsteuern anzufangen..
Vielen Berufssoldaten wäre auf diese Weise die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung erspart geblieben - und unser Land hätte vielleicht noch eine kleine Chance gehabt, den notwendigen Wandel aus eigener Kraft zu schaffen.
Und wenn vielleicht doch nicht: ein paar mehr Menschen wären auf die Bedingungen der Marktwirtschaft besser vorbereitet gewesen.

Nur mal so meine Gedanken, nachträglich.
Ja, zu spät, ich weiss...


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 26.02.2013 10:21 | nach oben springen

#70

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 10:40
von DoreHolm | 8.073 Beiträge | 1347 Punkte
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Ich lese hier von Existenzängsten und Perspektivlosigkeit ehemaliger Berufssoldaten im Jahr 89/90 und ich kann das gut nachvollziehen.
Ihre früher ausgeübten oder erlernten zivilen Berufe, die Abschlüsse, waren nicht mehr viel wert, zu lange her....
Hätte das Umdenken und Umsteuern nicht schon viel eher einsetzen sollen ?
Brauchte die DDR-Staats- und Parteiführung überhaupt einen so mächtigen Sicherheitsapparat ?
Hat es ihre Macht gerettet ? Eindeutig nein - es hat das Ende nur etwas verzögert.

Ich erinnere mich an eine Losung der Demonstanten im Herbst 89: "Stasi in die Produktion".
Gemeint war damit, dass die umfangreichen Ressourcen, die die DDR-Führung für den "Schutz der Errungenschaften des Sozialismus" im überdimensionalen Verteidigungs- und Überwachungsapparat gebunden hat, viel nützlicher im produzierenden Bereich hätten sein können.
Klar, im Herbst 89 war es schon ein wenig spät, mit diesen Umdenken und Umsteuern anzufangen..
Vielen Berufssoldaten wäre auf diese Weise die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung erspart geblieben - und unser Land hätte vielleicht noch eine kleine Chance gehabt, den notwendigen Wandel aus eigener Kraft zu schaffen.
Und wenn vielleicht doch nicht: ein paar mehr Menschen wären auf die Bedingungen der Marktwirtschaft besser vorbereitet gewesen.

Nur mal so meine Gedanken, nachträglich.
Ja, zu spät, ich weiss...


Gruss Hartmut



rot: Gut, aber als dann die ehemaligen MfS-Mitarbeiter in der Produktion waren, dort eine gute Arbeit gemacht und dadurch auch gutes Geld verdient haben, wegen ihrer Leistungen und Fähigkeiten dann wonöglich noch auf der Karriereleiter etwas geklettert sind, dann war es diesen Rufern auch wieder nicht recht. Einer von ihnen in unserer Firma ist Lagerist und dem Alkoholverfallen, ein anderer ein bei unseren Kunden anerkannter Fachmann als Anwendungstechnike, hat einen neutralen Firmenwagen und reist in dieser Funktion in ganz Europa herum. Ich hatte es schon mal woanders geschrieben: Ein Bekannter von mir, Grafiker, der nach der Wende kein Bein mehr fest auf den Bodengebracht hat, bei dem sind immer noch die Kommunisten schuld, daß es ihm so geht wie es ihm jetzt geht.



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#71

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 10:51
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Ich lese hier von Existenzängsten und Perspektivlosigkeit ehemaliger Berufssoldaten im Jahr 89/90 und ich kann das gut nachvollziehen.
Ihre früher ausgeübten oder erlernten zivilen Berufe, die Abschlüsse, waren nicht mehr viel wert, zu lange her....
Hätte das Umdenken und Umsteuern nicht schon viel eher einsetzen sollen ?
Brauchte die DDR-Staats- und Parteiführung überhaupt einen so mächtigen Sicherheitsapparat ?
Hat es ihre Macht gerettet ? Eindeutig nein - es hat das Ende nur etwas verzögert.

Ich erinnere mich an eine Losung der Demonstanten im Herbst 89: "Stasi in die Produktion".
Gemeint war damit, dass die umfangreichen Ressourcen, die die DDR-Führung für den "Schutz der Errungenschaften des Sozialismus" im überdimensionalen Verteidigungs- und Überwachungsapparat gebunden hat, viel nützlicher im produzierenden Bereich hätten sein können.
Klar, im Herbst 89 war es schon ein wenig spät, mit diesen Umdenken und Umsteuern anzufangen..
Vielen Berufssoldaten wäre auf diese Weise die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung erspart geblieben - und unser Land hätte vielleicht noch eine kleine Chance gehabt, den notwendigen Wandel aus eigener Kraft zu schaffen.
Und wenn vielleicht doch nicht: ein paar mehr Menschen wären auf die Bedingungen der Marktwirtschaft besser vorbereitet gewesen.

Nur mal so meine Gedanken, nachträglich.
Ja, zu spät, ich weiss...


Gruss Hartmut



rot: Gut, aber als dann die ehemaligen MfS-Mitarbeiter in der Produktion waren, dort eine gute Arbeit gemacht und dadurch auch gutes Geld verdient haben, wegen ihrer Leistungen und Fähigkeiten dann wonöglich noch auf der Karriereleiter etwas geklettert sind, dann war es diesen Rufern auch wieder nicht recht. Einer von ihnen in unserer Firma ist Lagerist und dem Alkoholverfallen, ein anderer ein bei unseren Kunden anerkannter Fachmann als Anwendungstechnike, hat einen neutralen Firmenwagen und reist in dieser Funktion in ganz Europa herum. Ich hatte es schon mal woanders geschrieben: Ein Bekannter von mir, Grafiker, der nach der Wende kein Bein mehr fest auf den Bodengebracht hat, bei dem sind immer noch die Kommunisten schuld, daß es ihm so geht wie es ihm jetzt geht.



Ach, DoreHolm.....................

ich schreib doch nicht, dass alle Rufer dieser Parolen sämtliche Konsequenzen bis ins letzte Detail durchblickt haben.
Ich schreibe lediglich, dass das Ganze ein Gedanke in die richtige Richtung war.
Ja, dass es nicht jeder "gepackt" hätte, ist mir auch klar. Und dass bei denen, die versagt haben, in der Regel "andere" schuld sind, ist doch auch nichts Neues.....
Sieh mal - Du hast doch, für Dich betrachtet, in Deiner Biografie unter den neuen kapitalistischen Bedingungen, auch noch ein Kapitel Erfolgsgeschichte schreiben können. War das ein Verdienst der "anderen" oder Dein eigener Fleiss ?
Siehste.......

Gruss Hartmut


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zuletzt bearbeitet 26.02.2013 10:52 | nach oben springen

#72

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 11:01
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #71
Zitat von DoreHolm im Beitrag #70
Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Ich lese hier von Existenzängsten und Perspektivlosigkeit ehemaliger Berufssoldaten im Jahr 89/90 und ich kann das gut nachvollziehen.
Ihre früher ausgeübten oder erlernten zivilen Berufe, die Abschlüsse, waren nicht mehr viel wert, zu lange her....
Hätte das Umdenken und Umsteuern nicht schon viel eher einsetzen sollen ?
Brauchte die DDR-Staats- und Parteiführung überhaupt einen so mächtigen Sicherheitsapparat ?
Hat es ihre Macht gerettet ? Eindeutig nein - es hat das Ende nur etwas verzögert.

Ich erinnere mich an eine Losung der Demonstanten im Herbst 89: "Stasi in die Produktion".
Gemeint war damit, dass die umfangreichen Ressourcen, die die DDR-Führung für den "Schutz der Errungenschaften des Sozialismus" im überdimensionalen Verteidigungs- und Überwachungsapparat gebunden hat, viel nützlicher im produzierenden Bereich hätten sein können.
Klar, im Herbst 89 war es schon ein wenig spät, mit diesen Umdenken und Umsteuern anzufangen..
Vielen Berufssoldaten wäre auf diese Weise die Perspektivlosigkeit und Verzweiflung erspart geblieben - und unser Land hätte vielleicht noch eine kleine Chance gehabt, den notwendigen Wandel aus eigener Kraft zu schaffen.
Und wenn vielleicht doch nicht: ein paar mehr Menschen wären auf die Bedingungen der Marktwirtschaft besser vorbereitet gewesen.

Nur mal so meine Gedanken, nachträglich.
Ja, zu spät, ich weiss...


Gruss Hartmut



rot: Gut, aber als dann die ehemaligen MfS-Mitarbeiter in der Produktion waren, dort eine gute Arbeit gemacht und dadurch auch gutes Geld verdient haben, wegen ihrer Leistungen und Fähigkeiten dann wonöglich noch auf der Karriereleiter etwas geklettert sind, dann war es diesen Rufern auch wieder nicht recht. Einer von ihnen in unserer Firma ist Lagerist und dem Alkoholverfallen, ein anderer ein bei unseren Kunden anerkannter Fachmann als Anwendungstechnike, hat einen neutralen Firmenwagen und reist in dieser Funktion in ganz Europa herum. Ich hatte es schon mal woanders geschrieben: Ein Bekannter von mir, Grafiker, der nach der Wende kein Bein mehr fest auf den Bodengebracht hat, bei dem sind immer noch die Kommunisten schuld, daß es ihm so geht wie es ihm jetzt geht.



Ach, DoreHolm.....................

ich schreib doch nicht, dass alle Rufer dieser Parolen sämtliche Konsequenzen bis ins letzte Detail durchblickt haben.
Ich schreibe lediglich, dass das Ganze ein Gedanke in die richtige Richtung war.
Ja, dass es nicht jeder "gepackt" hätte, ist mir auch klar. Und dass bei denen, die versagt haben, in der Regel "andere" schuld sind, ist doch auch nichts Neues.....
Sieh mal - Du hast doch, für Dich betrachtet, in Deiner Biografie unter den neuen kapitalistischen Bedingungen, auch noch ein Kapitel Erfolgsgeschichte schreiben können. War das ein Verdienst der "anderen" oder Dein eigener Fleiss ?
Siehste......
.

Gruss Hartmut



grün: Stimmt natürlich so, weil ich das Glück hatte, zur Wende mit den richtigen Fachkenntnissen in der richtigen Abteilung in der richtigen Firma gearbeitet zu haben. Mit heutigem Rückblick hätte ich wohl auch noch in der West-Tochter unseres Konzerns, für die ich dann ab 93 gearbeitet habe, noch einiges mehr bewegen können. Damals mangelndes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Überschätzung der Fähigkeiten meiner West-Kollegen war es zumeist, was mich daran gehindert hat. Als ich das erkannte, war es schon etwas spät dafür, denn die Jahre bis zum Ruhestand wurden einstellig.



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#73

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 11:55
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Zitat von werner im Beitrag #66
Zitat von glasi im Beitrag #47
Hallo Werner. Im ersten Absatz steht. Die Arbeiter und Bauernregierung gegen denn feind zu schützen. Arbeiter und Bauernregierung?Also die SED. Sie hatte doch 40 Jahre denn aleinigen Machtanspruch. Oder?


Naja @glasi. Da verkürzt Du aber:

Auch wenn es aus heutiger Sicht eher theoretisch ist: Arbeiter- und Bauernregierung bedeutet nicht automatisch SED. Denn außer der SED gab es ja noch andere wählbare Parteien, die ja auch entsprechend den Stimmen, die sie erhielten, mit in der Regierung saßen. Die Sitzeverteilung ist mir allerdings nicht geläufig, wird sich vermutlich über die Jahre auch immer ein wenig geändert haben. Die SED hatte in meiner Erinnerung wohl regelmäßig die absolute Mehrheit bei den Wahlen und damit wohl auch die wegbestimmende Stimmzahl, bei 2Mio Mitgliedern wäre alles andere auch verwunderlich.

Und Machtanspruch und Realität können auch schon mal auseinandergehen. Im übrigen sehe ich das so, dass nicht die SED den Machtanspruch hatte, sondern einige in der SED ihren persönlichen Machtanspruch. Es sind immer Menschen, die agieren, keine Partei an sich.
Solche Leute finden sich heute auch nach wie vor, haben auch ihr Sendungsbewusstsein und ihren persönlichen Machtanspruch

Die SED hat sich als bewusster und organiserter Vortrupp der Arbeiterklasse verstanden und daraus ihre führende Rolle in der Arbeiterklasse abgeleitet. Die Menschen, die man der Arbeiterklasse zuordnete, bildeten nunmal die Mehrheit der Bevölkerung, insofern und anhand der Mitgliederzahl (immerhin waren es wohl runde 2Mio!) repräsentierte die SED wohl einen - ich sage mal - nicht unbedeutenden Teil der Bevölkerung.

Das nur mal als Gedanke dazu. Aber das Thema Wahlrecht in der DDR ist nicht Inhalt dieses Threads.


OT
Ich gehe diese Einschätzung vollumfänglich mit. Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Ursachenanalyse und tausche mich auch mit ehemalige Protagonisten diesbezüglich aus.
Diese Entwicklung war ab abesehbar und ich vergleiche sie immer wieder mit den Metaphern im Roman von George Orwell "Farm der Tiere" (Originaltitel "Animal Farm") - erschienen 1945 !!! Hier noch einmal in Kurzform eine Inhaltsangabe
____________________________________________________________________________________________________________________

Der Schauplatz der Handlung ist die Farm von Bauer Jones in England. Dieser ist oft betrunken und behandelt die Tiere sehr schlecht, füttert sie wenig und lässt sie hart arbeiten zusammen mit seinen Knechten. So kommt es eines Abends dazu, dass das alte und kluge Schwein ” Old Major” kurz bevor es stirbt eine Vision hat. In dieser leben alle Tiere der Farm gleichgestellt miteinander und sind von der Schreckensherrschaft durch den Bauern befreit.
Nach dessen Tod vergeht einige Zeit und alles scheint beim alten zu bleiben. Bis eines Tages, wo die drei Schweine Napoleon, Schneeball und Schwatzwutz eine Theorie ausarbeiten, nach welcher alle Tiere der Farm nach bestimmten Regeln in einer Gemeinschaft friedlich zusammenleben und sich durch ihre gemeinschaftliche Arbeit ernähren. Diese nennen sie “Animalismus”.
Als eines Tages der betrunkene Bauer wiederholt vergisst, die Tiere zu füttern und diese an enormen Hunger leiden, bricht dann die Revolution aus. Alle Tiere tuen sich zusammen und vertreiben die Bauern von der Farm, wo sie nun nach dem vorher begründeten Animalismus zusammen leben.
Zunächst klappt dieses gut, da alle zusammenarbeiten und die Erträge gerecht aufgeteilt werden, doch die Schweine, welche das Modell ausgearbeitet haben, beginnen immer mehr für sich zu beanspruchen.
Nach einem Streit zwischen dem Schwein Napoleon und den anderen beiden, übernimmt dieser die Herrschaft über die Farm. Dieses gelingt ihm, da er die ganze Zeit über Kampfhunde großgezogen hat, die nur auf ihn hören. Mit diesen sichert er sich die Gewaltherrschaft und vertreibt die anderen Schweine.
So ändert dieser die Regeln ab und beansprucht das Beste, wie beispielsweise einen Schlafplatz im Bett des Bauern, für sich. Die anderen Tiere werden durch seine Propaganda und die Kampfhunde unterdrückt.
Unter Napoleons Herrschaft geht es allen Tieren schlechter als vorher. Sie müssen härter arbeiten und bekommen weniger Nahrung. Zudem bricht der Anführer immer mehr seine eigenen Regeln und geht Handelsbeziehungen zu den Menschen ein und trinkt Alkohol ( Alles Dinge die nach dem Animalismus verboten waren). Er geht sogar soweit, dass er ein Pferd, was sich durch die harte Arbeit verletzte hat, zum Schlachten verkauft anstatt es zum Arzt bringen zu lassen. Selbst ernennt er sich zum Präsidenten der Farm.
So pendelt sich das Leben auf der Farm ein. Die nachkommenden Generationen von Tieren kann sich kaum mehr an die Revolution erinnern. Alle sind stolz auf der einzigen Farm in England zu leben, welche nur durch Tiere in einer gleichen Gemeinschaft regiert wird, auch wenn es ihnen eigentlich viel schlechter geht.
Doch eines Tages laufen die Schweine plötzlich alle auf zwei Beinen und tragen Kleidung, was den Sieben Geboten des Animalismus zu widersprechen scheint. Aber auf der Scheune steht plötzlich nur mehr ein einziges Gebot:

"Alle Tiere sind gleich, Aber manche sind gleicher.“

Kurz darauf trifft eine Abordnung der umliegenden menschlichen Farmer ein, und stolz präsentieren die Schweine, wie prächtig die Farm der Tiere doch läuft und wie gut die Tiere doch leben. Die Menschen, allen voran Mr. Pilkington, sind tief beeindruckt. Bei einem abendlichen Festessen sprechen sich Menschen und Schweine für eine gute Zusammenarbeit aus und lassen sich gegenseitig hochleben. Doch als bei einem freundschaftlichen Kartenspiel sowohl Napoleon als auch Mr. Pilkington gleichzeitig ein Pik-Ass ausspielen, kommt es zum Streit zwischen den beiden Parteien. Die anderen Tiere, welche die befremdliche Situation durch ein Fenster von draußen betrachten, können nicht mehr unterscheiden, wer Mensch und wer Schwein ist.

Am Schluß dulden die Tiere nicht mehr Napoleon und seine Helfershelfer und kehren wieder zum altem System zurück - sie begeben sich in die Obhut eines anderen Bauern.

Kommt euch das nicht bekannt vor ???

Die Intention von Orwell lässt sich dabei so zusammenfassen: Auch wenn der Marxismus an sich ein funktionierendes und gleiches Zusammenleben darstellt, wird die Macht dabei automatisch von den Menschen an der Spitze missbraucht und das System entwickelt sich zu einer Alleinherrschaft. Auch wenn sich der Sozialismus als funktionierende Gesellschaft erweisen mag, so ist diese aufgrund der machtgierigen Menschen nicht umsetzbar und entwickelt sich zum Gegenteil.

Vierkrug

PS: Sorry, dafür das es etwas lang geworden ist !!! Ich habe als Quelle auch andere Inhaltsangaben genutzt - also nicht allein auf meinem Mist gewachsen.


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#74

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 12:34
von S51 | 3.781 Beiträge | 234 Punkte
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #73
...Ich gehe diese Einschätzung vollumfänglich mit. Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Ursachenanalyse und tausche mich auch mit ehemalige Protagonisten diesbezüglich aus.
Diese Entwicklung war ab abesehbar und ich vergleiche sie immer wieder mit den Metaphern im Roman von George Orwell "Farm der Tiere" (Originaltitel "Animal Farm") - erschienen 1945 !!! Hier noch einmal in Kurzform eine Inhaltsangabe

....____________________________________________________________________________________________________________________
Kommt euch das nicht bekannt vor ???

Die Intention von Orwell lässt sich dabei so zusammenfassen: Auch wenn der Marxismus an sich ein funktionierendes und gleiches Zusammenleben darstellt, wird die Macht dabei automatisch von den Menschen an der Spitze missbraucht und das System entwickelt sich zu einer Alleinherrschaft. Auch wenn sich der Sozialismus als funktionierende Gesellschaft erweisen mag, so ist diese aufgrund der machtgierigen Menschen nicht umsetzbar und entwickelt sich zum Gegenteil.

Vierkrug

PS: Sorry, dafür das es etwas lang geworden ist !!! Ich habe als Quelle auch andere Inhaltsangaben genutzt - also nicht allein auf meinem Mist gewachsen.


Ja, weil jedoch der Mensch ein denkendes Wesen ist, denkt er sich und seine Umgebung zum besseren Menschen erziehen zu können. Dumm für jene, die sich nicht erziehen lassen wollen. Für diese Menschen werden die Saiten dann immer härter gespannt. Härter, als es Lebensfäden sein können, wo es "nötig" ist.
Leider wahr und 1945 wäre diese Schlußfolgerung diesseits noch ziemlich lebensgefährlich gewesen. Jenseits aber auch zumindest gesellschaftlich gefährlich denn auch das Leben unter dem Bauern hatte seine Schattenseiten. Hackebeilchen und politische Korrektheit inbegriffen.
Es gab und gibt immer Gemeinsamkeiten. Hüben wie drüben.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 12:41
von DoreHolm | 8.073 Beiträge | 1347 Punkte
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #73
Zitat von werner im Beitrag #66
Zitat von glasi im Beitrag #47
Hallo Werner. Im ersten Absatz steht. Die Arbeiter und Bauernregierung gegen denn feind zu schützen. Arbeiter und Bauernregierung?Also die SED. Sie hatte doch 40 Jahre denn aleinigen Machtanspruch. Oder?


Naja @glasi. Da verkürzt Du aber:

Auch wenn es aus heutiger Sicht eher theoretisch ist: Arbeiter- und Bauernregierung bedeutet nicht automatisch SED. Denn außer der SED gab es ja noch andere wählbare Parteien, die ja auch entsprechend den Stimmen, die sie erhielten, mit in der Regierung saßen. Die Sitzeverteilung ist mir allerdings nicht geläufig, wird sich vermutlich über die Jahre auch immer ein wenig geändert haben. Die SED hatte in meiner Erinnerung wohl regelmäßig die absolute Mehrheit bei den Wahlen und damit wohl auch die wegbestimmende Stimmzahl, bei 2Mio Mitgliedern wäre alles andere auch verwunderlich.

Und Machtanspruch und Realität können auch schon mal auseinandergehen. Im übrigen sehe ich das so, dass nicht die SED den Machtanspruch hatte, sondern einige in der SED ihren persönlichen Machtanspruch. Es sind immer Menschen, die agieren, keine Partei an sich.
Solche Leute finden sich heute auch nach wie vor, haben auch ihr Sendungsbewusstsein und ihren persönlichen Machtanspruch

Die SED hat sich als bewusster und organiserter Vortrupp der Arbeiterklasse verstanden und daraus ihre führende Rolle in der Arbeiterklasse abgeleitet. Die Menschen, die man der Arbeiterklasse zuordnete, bildeten nunmal die Mehrheit der Bevölkerung, insofern und anhand der Mitgliederzahl (immerhin waren es wohl runde 2Mio!) repräsentierte die SED wohl einen - ich sage mal - nicht unbedeutenden Teil der Bevölkerung.

Das nur mal als Gedanke dazu. Aber das Thema Wahlrecht in der DDR ist nicht Inhalt dieses Threads.


OT
Ich gehe diese Einschätzung vollumfänglich mit. Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Ursachenanalyse und tausche mich auch mit ehemalige Protagonisten diesbezüglich aus.
Diese Entwicklung war ab abesehbar und ich vergleiche sie immer wieder mit den Metaphern im Roman von George Orwell "Farm der Tiere" (Originaltitel "Animal Farm") - erschienen 1945 !!! Hier noch einmal in Kurzform eine Inhaltsangabe
____________________________________________________________________________________________________________________

Der Schauplatz der Handlung ist die Farm von Bauer Jones in England. Dieser ist oft betrunken und behandelt die Tiere sehr schlecht, füttert sie wenig und lässt sie hart arbeiten zusammen mit seinen Knechten. So kommt es eines Abends dazu, dass das alte und kluge Schwein ” Old Major” kurz bevor es stirbt eine Vision hat. In dieser leben alle Tiere der Farm gleichgestellt miteinander und sind von der Schreckensherrschaft durch den Bauern befreit.
Nach dessen Tod vergeht einige Zeit und alles scheint beim alten zu bleiben. Bis eines Tages, wo die drei Schweine Napoleon, Schneeball und Schwatzwutz eine Theorie ausarbeiten, nach welcher alle Tiere der Farm nach bestimmten Regeln in einer Gemeinschaft friedlich zusammenleben und sich durch ihre gemeinschaftliche Arbeit ernähren. Diese nennen sie “Animalismus”.
Als eines Tages der betrunkene Bauer wiederholt vergisst, die Tiere zu füttern und diese an enormen Hunger leiden, bricht dann die Revolution aus. Alle Tiere tuen sich zusammen und vertreiben die Bauern von der Farm, wo sie nun nach dem vorher begründeten Animalismus zusammen leben.
Zunächst klappt dieses gut, da alle zusammenarbeiten und die Erträge gerecht aufgeteilt werden, doch die Schweine, welche das Modell ausgearbeitet haben, beginnen immer mehr für sich zu beanspruchen.
Nach einem Streit zwischen dem Schwein Napoleon und den anderen beiden, übernimmt dieser die Herrschaft über die Farm. Dieses gelingt ihm, da er die ganze Zeit über Kampfhunde großgezogen hat, die nur auf ihn hören. Mit diesen sichert er sich die Gewaltherrschaft und vertreibt die anderen Schweine.
So ändert dieser die Regeln ab und beansprucht das Beste, wie beispielsweise einen Schlafplatz im Bett des Bauern, für sich. Die anderen Tiere werden durch seine Propaganda und die Kampfhunde unterdrückt.
Unter Napoleons Herrschaft geht es allen Tieren schlechter als vorher. Sie müssen härter arbeiten und bekommen weniger Nahrung. Zudem bricht der Anführer immer mehr seine eigenen Regeln und geht Handelsbeziehungen zu den Menschen ein und trinkt Alkohol ( Alles Dinge die nach dem Animalismus verboten waren). Er geht sogar soweit, dass er ein Pferd, was sich durch die harte Arbeit verletzte hat, zum Schlachten verkauft anstatt es zum Arzt bringen zu lassen. Selbst ernennt er sich zum Präsidenten der Farm.
So pendelt sich das Leben auf der Farm ein. Die nachkommenden Generationen von Tieren kann sich kaum mehr an die Revolution erinnern. Alle sind stolz auf der einzigen Farm in England zu leben, welche nur durch Tiere in einer gleichen Gemeinschaft regiert wird, auch wenn es ihnen eigentlich viel schlechter geht.
Doch eines Tages laufen die Schweine plötzlich alle auf zwei Beinen und tragen Kleidung, was den Sieben Geboten des Animalismus zu widersprechen scheint. Aber auf der Scheune steht plötzlich nur mehr ein einziges Gebot:

"Alle Tiere sind gleich, Aber manche sind gleicher.“

Kurz darauf trifft eine Abordnung der umliegenden menschlichen Farmer ein, und stolz präsentieren die Schweine, wie prächtig die Farm der Tiere doch läuft und wie gut die Tiere doch leben. Die Menschen, allen voran Mr. Pilkington, sind tief beeindruckt. Bei einem abendlichen Festessen sprechen sich Menschen und Schweine für eine gute Zusammenarbeit aus und lassen sich gegenseitig hochleben. Doch als bei einem freundschaftlichen Kartenspiel sowohl Napoleon als auch Mr. Pilkington gleichzeitig ein Pik-Ass ausspielen, kommt es zum Streit zwischen den beiden Parteien. Die anderen Tiere, welche die befremdliche Situation durch ein Fenster von draußen betrachten, können nicht mehr unterscheiden, wer Mensch und wer Schwein ist.

Am Schluß dulden die Tiere nicht mehr Napoleon und seine Helfershelfer und kehren wieder zum altem System zurück - sie begeben sich in die Obhut eines anderen Bauern.

Kommt euch das nicht bekannt vor ???

Die Intention von Orwell lässt sich dabei so zusammenfassen: Auch wenn der Marxismus an sich ein funktionierendes und gleiches Zusammenleben darstellt, wird die Macht dabei automatisch von den Menschen an der Spitze missbraucht und das System entwickelt sich zu einer Alleinherrschaft. Auch wenn sich der Sozialismus als funktionierende Gesellschaft erweisen mag, so ist diese aufgrund der machtgierigen Menschen nicht umsetzbar und entwickelt sich zum Gegenteil.

Vierkrug

PS: Sorry, dafür das es etwas lang geworden ist !!! Ich habe als Quelle auch andere Inhaltsangaben genutzt - also nicht allein auf meinem Mist gewachsen.


rot: Ja, über die Ursachen für so eine Entwicklung, daß aus einer zunächste höchst lobenswerten Absicht sich dann zum Schuß sowas entwickelt, hatte wir hier schon mehrfach diskutiert. Es sind die archaischen Eigenschaften aller eine gewisse Stufe der Evolution erreichten Lebewesen eines Planeten, deren Entwicklung bzw. Änderung nicht Schritt gehalten hat mit den gesellschaftlichen Veränderungen. Der "Neue Mensch", mit dem eine wie oben angestrebte Gemeinschaft möglich wäre, muß erst noch geboren, sich entwickelt oder geschaffen werden. Auch das geistige Potential der Massen müßte so hoch sein, daß es Anfängend des Egoismus, verbunden mit Machtentfaltung und Machtmißbrauch, einen Riegel vorschiebt.



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#76

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 12:56
von S51 | 3.781 Beiträge | 234 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #75
.... Der "Neue Mensch", mit dem eine wie oben angestrebte Gemeinschaft möglich wäre, muß erst noch geboren, sich entwickelt oder geschaffen werden. Auch das geistige Potential der Massen müßte so hoch sein, daß es Anfängend des Egoismus, verbunden mit Machtentfaltung und Machtmißbrauch, einen Riegel vorschiebt.


Und genau das ist es, was nicht geklappt hat und nie klappen wird.
Bestimmte Eigenschaften wie Egoismus, Futterneid, Eifersucht hat uns die Evolution als wichtig für die Durchsetzung des eigenen Anspruches auf Leben vorgegeben. Die bleiben uns. Dem Einen mehr, dem anderen weniger aber allen immer. Man kann es nicht aberziehen und selbst kontrollieren halt nur begrenzt. Die Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie darauf aufbaut. Alles andere geht letzten Endes nur mit Gewalt gegen die Mehrheit und dies immer nur begrenzte Zeit.

Wir haben damals an den besseren Menschen geglaubt wie andere eben an andere Götter. Und wie in eigentlich allen Religionen auch kam Gewalt in´s Spiel, wollte jemand an unseren Göttern kratzen. Wie in anderen Religionen auch kann beileibe nicht jeder davon lassen selbst wenn sie sich als Irrtum herausstellt. Dann glaubt man eben, nur besonders geprüft oder "versucht" zu sein und irgendwie wird es schon trotzdem "richtig" sein. Manchmal ist so ein Glaube auch alles, was jemand als Lebensziel hat. Dann ist es besonders bitter.

Nur, ist es heute, hier anders? Wirklich?


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#77

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 14:47
von ddr-bürger (gelöscht)
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@s51

mit den Eigenschaften hast du recht. Nur mit dem Kontrollieren das ist das Problem. Wenn eine Minderheit sich über ein bestimmtes Maß an der Arbeit der Mehrheit bereichert, wird es irgendwann krachen....
Damals hat mich der Spruch "Diktatur des Proletariates" abgeschreckt, heute seltsamer Weise nicht mehr. Demokratie ist ein Trugbild, selbst im antiken Griechenland herrschte die Oligarchie.
Da sind sie wieder unsere drei Probleme:
- Demokratie
- gesell. Freiheit
- pers. Freiheit

Solange es Geschichte gibt werden diese Begriffe mißbraucht, wenn auch von beiden Seiten...., nur was ist das kleinere Übel?

Ergänzung:
Den Bogen zum Thema - nicht nur für NVA Offiziere ist eine Welt unter gegangen, eigentlich betrifft das Thema alle die sich stark mit dem soz. system identifiziert haben.


zuletzt bearbeitet 26.02.2013 14:49 | nach oben springen

#78

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 14:58
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 4 Punkte
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„Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen.“ Karl Marx


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#79

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 21:27
von werner | 1.591 Beiträge | 5 Punkte
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@eisenacher,

der Satz gehört ja in einen bestimmten Kontext. Marx war - in den Texten, mit denen ich micht beschäftigt habe- ganz sicher ohne den Fatalismus, den man hinter diesem in die Luft geschossenen Satz vermuten könnte. Vielleicht kannst Du den umgebenden Text auch angeben oder wenigstens die Quelle, also das zugehörige Buch, den Brief angeben, damit man sich mal damit auseinandersetzen kann. Besten Dank.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#80

RE: Langjährig gedienter NVA-Offizier am 02.10.1990 - und dann ?

in Das Ende der DDR 26.02.2013 21:39
von werner | 1.591 Beiträge | 5 Punkte
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Zitat von S51 im Beitrag #76
Zitat von DoreHolm im Beitrag #75
.... Der "Neue Mensch", mit dem eine wie oben angestrebte Gemeinschaft möglich wäre, muß erst noch geboren, sich entwickelt oder geschaffen werden. Auch das geistige Potential der Massen müßte so hoch sein, daß es Anfängend des Egoismus, verbunden mit Machtentfaltung und Machtmißbrauch, einen Riegel vorschiebt.


Und genau das ist es, was nicht geklappt hat und nie klappen wird.
Bestimmte Eigenschaften wie Egoismus, Futterneid, Eifersucht hat uns die Evolution als wichtig für die Durchsetzung des eigenen Anspruches auf Leben vorgegeben. Die bleiben uns. Dem Einen mehr, dem anderen weniger aber allen immer. Man kann es nicht aberziehen und selbst kontrollieren halt nur begrenzt. Die Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sie darauf aufbaut. Alles andere geht letzten Endes nur mit Gewalt gegen die Mehrheit und dies immer nur begrenzte Zeit.

Wir haben damals an den besseren Menschen geglaubt wie andere eben an andere Götter. Und wie in eigentlich allen Religionen auch kam Gewalt in´s Spiel, wollte jemand an unseren Göttern kratzen. Wie in anderen Religionen auch kann beileibe nicht jeder davon lassen selbst wenn sie sich als Irrtum herausstellt. Dann glaubt man eben, nur besonders geprüft oder "versucht" zu sein und irgendwie wird es schon trotzdem "richtig" sein. Manchmal ist so ein Glaube auch alles, was jemand als Lebensziel hat. Dann ist es besonders bitter.

Nur, ist es heute, hier anders? Wirklich?


Weil ich auch manchmal faul bin, der Frage haben wir uns auch schon hier genähert: Meine „deutsche(n) Frage(n)“ (9)


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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