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#1

warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.02.2013 22:34
von Gelöschtes Mitglied
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Juli 1984 sind wir zum zweiten Male zu unsere guten Freunden in die DDR verreist. Beim Grenzübergang Schmilka/Elbe aber wurden wir auf barbarischer Art untersucht, das geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: ich und meine Mutter wurden in einer Barrake mit Sicht auf die Elbe eingesperrt, mein Vater musste beim Auto bleiben. Das Auto Modell Dacia 1300 wurde (un)professionell unter Führung eines höherrangigeren Offiziers zerlegt und es ist uns dabei ein grosser Schaden entstanden, laut Protokol ca. 1300 M.: Türverkleidungen aufgerissen, Geschenke zertrümmert, usw. Meine Frage ans Forum: waren solche spontane Untersuchungen üblich? Oder wurden wir etwa auf Hinweis der rumänischen Securitate besonders gefilzt? Wir sind deutschstämmig, mein Vater hat 1983 an das Dresdener Dixielandfestival teilgenommen. Sonst nix besonderes.....


willie hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 11:43
von KARNAK | 1.814 Beiträge | 289 Punkte
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So wie ich die Praxis kenne,ein absolut unübliches Vorgehen.Eine derartige,intensive Zollkontrolle wurde eigentlich nur durchgeführt,wenn man schon über entsprechende Verdachtsmomente verfügte.Weiterhin wurden die Reisenden aufgefordert ihr Fahrzeug vorzuführen,soll heißen,sie mussten Ihr Fahrzeug selbst"auseinander bauen".Wenn sie angaben,sie können das nicht,wurde ein Kfz-Mechaniker dazu angefordert.Also so war es an der Westgrenze.Aber wie gesagt ohne Verdachtsmomente war so eine Kontrolle eigentlich unüblich,zumindest 1984.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."


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#3

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 12:06
von Diele1702 | 1 Beitrag
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An der Grenze in Schlutup wurde ein Bundesbürger mit Tagesvisum bei der Ausreise Kontrolliert. Er wurde wahllos aus der Warteschlange herausgewunken und mit seinem Fahrzeug in eine Halle geleitet. Hier wurde er aufgefordert die Rüchsitzbank seines Autos auszubauen. Auf seinen Vorhalt, das er das nicht kann, wude von DDR Seite ein Kfz .- Mechaniker geholt. Das dauerte natürlich. Nach Ende der Durchsuchungen und dem Zusammenbau seinesFahrzeuges, wurde ihm eine Rechnung für den Einsatz des Mechanikers präsentiert. Die Höhe ist mir nicht bekannt. Der Mann hatte nicht soviel Geld dabei. Nun wurde er aufgefordert sich das Geld zu besorgen. Zu Fuß durfte er nach Schlutup laufen und sich Geld holen. Nachden er das Geld hatte, ging er wieder zurück um sein Auto auszulösen und die Rechnung zu begleichen. Sein Pech war, das die Zeit inzwischen Mitternacht überschritten hatte. Das Tagesvisum war abgelaufen und somit hielt er sich unbefugt in der DDR auf. Die Folge : eine weitere Geldstrafe in DM. Diese durfte er am nächsten Morgen Bezahlen und bekam dann sein Fahrzeug wieder.


zuletzt bearbeitet 02.02.2013 12:08 | nach oben springen

#4

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 13:17
von Mike59 | 9.559 Beiträge | 6376 Punkte
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Zitat von Walter2013 im Beitrag #1
... ..... Beim Grenzübergang Schmilka/Elbe aber wurden wir auf barbarischer Art untersucht, das geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf:... ... .....


Ob das nun barbarisch oder nicht war liegt sicher im Auge des Betrachters.

Zitat
Juli 1984

das wäre heute wohl ähnlich. Eine Kontrolle an einem Grenzübergang oder sagen wir an einer Kontrollstelle unterliegen immer zweierlei Maßgaben.
-Die Anordnung zur Kontrolle
-Die Erfahrungen des Kontrollierenden
Erfahrung ist bei einer Kontrolle schon sehr ausschlaggebend - Die Statistik halt. Wenn ich von 10 kontrollierten Bürgern aus dem Balkangebiet um Bukarest einen Treffer habe, dann kontrolliere ich diese intensiver.



zuletzt bearbeitet 02.02.2013 13:18 | nach oben springen

#5

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 17:24
von willie | 662 Beiträge | 215 Punkte
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Zitat von Walter2013 im Beitrag #1
Juli 1984 sind wir zum zweiten Male zu unsere guten Freunden in die DDR verreist. Beim Grenzübergang Schmilka/Elbe aber wurden wir auf barbarischer Art untersucht, das geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: ich und meine Mutter wurden in einer Barrake mit Sicht auf die Elbe eingesperrt, mein Vater musste beim Auto bleiben. Das Auto Modell Dacia 1300 wurde (un)professionell unter Führung eines höherrangigeren Offiziers zerlegt und es ist uns dabei ein grosser Schaden entstanden, laut Protokol ca. 1300 M.: Türverkleidungen aufgerissen, Geschenke zertrümmert, usw. Meine Frage ans Forum: waren solche spontane Untersuchungen üblich? Oder wurden wir etwa auf Hinweis der rumänischen Securitate besonders gefilzt? Wir sind deutschstämmig, mein Vater hat 1983 an das Dresdener Dixielandfestival teilgenommen. Sonst nix besonderes.....


Hi Walter2013,
ich mußte die gleiche "Behandlung" an der GÜSt Wartha über mich und meinen Vater ergehen lassen. Habe ich hier im Forum bereits eingehend geschildert. Guckst Du: BGS-Beamte zu Besuch bei den Verwandten in der DDR
Verfahrensweise wurde hier z.T. angezweifelt. Hab diese Geschichte bis heute nicht vergessen.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
zuletzt bearbeitet 02.02.2013 17:27 | nach oben springen

#6

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 17:43
von KARNAK | 1.814 Beiträge | 289 Punkte
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Zitat von Diele1702 im Beitrag #3
An der Grenze in Schlutup wurde ein Bundesbürger mit Tagesvisum bei der Ausreise Kontrolliert. Er wurde wahllos aus der Warteschlange herausgewunken und mit seinem Fahrzeug in eine Halle geleitet. Hier wurde er aufgefordert die Rüchsitzbank seines Autos auszubauen. Auf seinen Vorhalt, das er das nicht kann, wude von DDR Seite ein Kfz .- Mechaniker geholt. Das dauerte natürlich. Nach Ende der Durchsuchungen und dem Zusammenbau seinesFahrzeuges, wurde ihm eine Rechnung für den Einsatz des Mechanikers präsentiert. Die Höhe ist mir nicht bekannt. Der Mann hatte nicht soviel Geld dabei. Nun wurde er aufgefordert sich das Geld zu besorgen. Zu Fuß durfte er nach Schlutup laufen und sich Geld holen. Nachden er das Geld hatte, ging er wieder zurück um sein Auto auszulösen und die Rechnung zu begleichen. Sein Pech war, das die Zeit inzwischen Mitternacht überschritten hatte. Das Tagesvisum war abgelaufen und somit hielt er sich unbefugt in der DDR auf. Die Folge : eine weitere Geldstrafe in DM. Diese durfte er am nächsten Morgen Bezahlen und bekam dann sein Fahrzeug wieder.

So wie Du das beschreibst ,war das der exakte Ablauf,wenn denn so etwas stattfand.Allerdings zwei Erläuterungen dazu.Bei einer Ausreise aus der DDR,also nicht bei einer Transitreise zwischen der BRD und Westberlin,fand IMMER eine Zollkontrolle statt,also auch eine Kontrolle des PKW.
Und das der PKW wahllos aus der Reihe in eine Garage gewunken wurde,dass mag der Eindruck gewesen sein,war es aber auf keinen Fall.Es muss einen Grund gegeben haben,der diese Aktivitäten ausgelöst hat.Ob dieser Grund gerechtfertigt war oder nur eine Fehleinschätzung ist eine ganz andere Geschichte.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."


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#7

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 17:57
von Mike59 | 9.559 Beiträge | 6376 Punkte
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Zitat von KARNAK im Beitrag #6
Zitat von Diele1702 im Beitrag #3
An der Grenze in Schlutup wurde ein Bundesbürger mit Tagesvisum bei der Ausreise Kontrolliert. Er wurde wahllos aus der Warteschlange herausgewunken und mit seinem Fahrzeug in eine Halle geleitet. Hier wurde er aufgefordert die Rüchsitzbank seines Autos auszubauen. Auf seinen Vorhalt, das er das nicht kann, wude von DDR Seite ein Kfz .- Mechaniker geholt. Das dauerte natürlich. Nach Ende der Durchsuchungen und dem Zusammenbau seinesFahrzeuges, wurde ihm eine Rechnung für den Einsatz des Mechanikers präsentiert. Die Höhe ist mir nicht bekannt. Der Mann hatte nicht soviel Geld dabei. Nun wurde er aufgefordert sich das Geld zu besorgen. Zu Fuß durfte er nach Schlutup laufen und sich Geld holen. Nachden er das Geld hatte, ging er wieder zurück um sein Auto auszulösen und die Rechnung zu begleichen. Sein Pech war, das die Zeit inzwischen Mitternacht überschritten hatte. Das Tagesvisum war abgelaufen und somit hielt er sich unbefugt in der DDR auf. Die Folge : eine weitere Geldstrafe in DM. Diese durfte er am nächsten Morgen Bezahlen und bekam dann sein Fahrzeug wieder.

So wie Du das beschreibst ,war das der exakte Ablauf,wenn denn so etwas stattfand.Allerdings zwei Erläuterungen dazu.Bei einer Ausreise aus der DDR,also nicht bei einer Transitreise zwischen der BRD und Westberlin,fand IMMER eine Zollkontrolle statt,also auch eine Kontrolle des PKW.
Und das der PKW wahllos aus der Reihe in eine Garage gewunken wurde,dass mag der Eindruck gewesen sein,war es aber auf keinen Fall.Es muss einen Grund gegeben haben,der diese Aktivitäten ausgelöst hat.Ob dieser Grund gerechtfertigt war oder nur eine Fehleinschätzung ist eine ganz andere Geschichte.




Das möchte ich mal nicht behaupten.
Heute auch durchaus üblich, das jeder x'te auseinander genommen wird - selbst ohne irgend welche Verdachtsmomente. Ich würde sagen - Pech gehabt.



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#8

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 18:26
von Acki (gelöscht)
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"Warum diese Behandlung?"

vielleicht hatten die Zöllner lange keinen großen Fisch geangelt und der Frust wurde dann natürlich spürbar an ihnen abgelassen?
Wir hatten damals auch sehr viele Westverwandtschaft, aber keinen von denen konnte sich jemals über unfreundliche Grenzer oder Zöllner beschweren.Es gab immer ein freundliches "Guten Tag" und "angenehme Weiterfahrt" mit auf den Weg.


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#9

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 20:28
von Mike59 | 9.559 Beiträge | 6376 Punkte
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Zitat von Mutz im Beitrag #8
"Warum diese Behandlung?"

vielleicht hatten die Zöllner lange keinen großen Fisch geangelt und der Frust wurde dann natürlich spürbar an ihnen abgelassen?
Wir hatten damals auch sehr viele Westverwandtschaft, aber keinen von denen konnte sich jemals über unfreundliche Grenzer oder Zöllner beschweren.Es gab immer ein freundliches "Guten Tag" und "angenehme Weiterfahrt" mit auf den Weg.


Ging um eine Einreise über den Grenzübergang Schmilka- oder?



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#10

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 20:37
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Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Zitat von Mutz im Beitrag #8
"Warum diese Behandlung?"

vielleicht hatten die Zöllner lange keinen großen Fisch geangelt und der Frust wurde dann natürlich spürbar an ihnen abgelassen?
Wir hatten damals auch sehr viele Westverwandtschaft, aber keinen von denen konnte sich jemals über unfreundliche Grenzer oder Zöllner beschweren.Es gab immer ein freundliches "Guten Tag" und "angenehme Weiterfahrt" mit auf den Weg.


Ging um eine Einreise über den Grenzübergang Schmilka- oder?


ist doch Wurscht ist überall dasselbe gewesen!


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#11

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 20:43
von Mholzmichel | 381 Beiträge | 3 Punkte
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Zur falschen Zeit am falschen Ort


EK 81/2
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#12

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 20:48
von Wanderer zwischen 2 Welten (gelöscht)
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Sowas als barbarisch zu bezeichnen ist vielleicht die falsche Wortwahl. Ich wuerde so ein Vorgehen eher als Willkuermassnahme bezeichnen.


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#13

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 20:56
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Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Zitat von Mutz im Beitrag #8
"Warum diese Behandlung?"

vielleicht hatten die Zöllner lange keinen großen Fisch geangelt und der Frust wurde dann natürlich spürbar an ihnen abgelassen?
Wir hatten damals auch sehr viele Westverwandtschaft, aber keinen von denen konnte sich jemals über unfreundliche Grenzer oder Zöllner beschweren.Es gab immer ein freundliches "Guten Tag" und "angenehme Weiterfahrt" mit auf den Weg.


Ging um eine Einreise über den Grenzübergang Schmilka- oder?


Ja.
Kein Wesi, keine Auffäligkeiten. Vor 1990, also materiell uninteressiert, Mike :) Für die DDR reine Touristen, damals war Dackeln durch die Ostblockstaaten sehr populär.
Mich würde aber interessieren ob Stasi in Spiel hätte sein können, in solche Fälle als Handlanger der rumänischen Securitate?


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#14

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 21:08
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #12
Sowas als barbarisch zu bezeichnen ist vielleicht die falsche Wortwahl. Ich wuerde so ein Vorgehen eher als Willkuermassnahme bezeichnen.


Ja, als ich das Thema eröffnet habe, war mein Blut vielleicht etwas hochgekocht, sorry. Fakt ist aber dass das für uns (auch!) ein schlimme Episode war, sowas ist uns davor und danach nicht wieder passiert. Die Türissolierung aufzureisen, in den Motor mit kommisch geformten Linsen und Taschenlampen einzudringen, das war was. Den ganzen Fahrzeuginhalt auf den Boden, unter den Augen der vorbeifahrenden. Und ich und meine Mutter wurden eingesperrt, hinter Gittern!! Von einem höheren Offizier, hei boah, der war sowas für perfekt gebügelt, seine Uniform hat mich sehr beeindruckt.


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#15

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 21:21
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Zitat von Walter2013 im Beitrag #14
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #12
Sowas als barbarisch zu bezeichnen ist vielleicht die falsche Wortwahl. Ich wuerde so ein Vorgehen eher als Willkuermassnahme bezeichnen.


Ja, als ich das Thema eröffnet habe, war mein Blut vielleicht etwas hochgekocht, sorry. Fakt ist aber dass das für uns (auch!) ein schlimme Episode war, sowas ist uns davor und danach nicht wieder passiert. Die Türissolierung aufzureisen, in den Motor mit kommisch geformten Linsen und Taschenlampen einzudringen, das war was. Den ganzen Fahrzeuginhalt auf den Boden, unter den Augen der vorbeifahrenden. Und ich und meine Mutter wurden eingesperrt, hinter Gittern!! Von einem höheren Offizier, hei boah, der war sowas für perfekt gebügelt, seine Uniform hat mich sehr beeindruckt.


Ja am besten beruhigen ueber viel was damals geschah. Wer wann und wo einer dahinterstecke, was bringt es einem, wenn man es heute wuesste. Aergerlich sicher, aber nicht mehr zu aendern. Aber endlich mal ein ganz anderes Thema hier.

Es wurde gefilzt sicher, wie ueberall. Ich selbst habe es nie erlebt. Friedrichsstrasse, Heinrich-Heine Uebergang, oder mit dem Fahrzeug durch Marienborn oder Staaken. Bei den spaeteren Grenzuebertritten von einer Front zur anderen, wurde ich in keinster Weise kontrolliert. Wenn ich einfach mal Lust hatte nach Leipzig oder Dresden zu fahren, fuhr ich eben mit dem Pass, den ich gerade in der Tasche hatte. Und spaeter war es vorgeben wo ich zu sein hatte bei bestimmten Grenzgaengen. Mir ist aber voellig klar, dass das nicht normal war und wie gut es mir ging im Gegensatz zu anderen Reisenden. Weder die Mauer, noch die Systemgrenze existierten fuer mich - auch wenn ich den Zorn meiner westlichen Mitbuerger mir zuziehe - hoechstens als anti-faschistischen Schutzwall. Mein Nachbar aber erzaehlte mir heute gerade, dass er vor 2 Wochen bei der US Immigration eine Stunde festgehalten wurde in Atlanta, aufgrund eines Verdachts, es war sein erste Reise in die USA und er wurde nicht aufgeklaert hinterher.

Ich moechte aber zu ruppigen Methoden an der Grenze sagen, es gibt solche Vorgehensweisen heute noch in der gleichen Form, Grenzuebertritte nach Kanada und auch nach Mexiko oder in die USA sind nicht besonders ‘herzig’ und nicht nur bei Verdacht geht es zunaechst ins Internet, welches das ehemalige schwarze Buch ersetzt hat mit unangenehmer Genauigkeit fuer alle Passbesitzer.
Um etwas Vermutetes zu finden oder auch nur zu schikanieren, geht es dann mit Beamten und Hunde manuell weiter. Also kein deutsch-deutsches Problem. Wenn ich an polnische und an die russischen Kameraden im Transitverkehr denke, dann schwillt mir auch der Kamm. Da gehts nicht mehr um eine Flasche Stolitchnaya. Hier tun sich die Polen hervor, besonders auch in den Moskau-Zuegen, die nurTransit durch Polen fahren, wird versucht, Kosten fuer Mehrgepaeck und andere Kleinigkeiten aufzuerlegen unter Drohungen, selbst erlebt Anfang der 90iger.

Aber auch bei meiner letztjaehrigen Fahrt in mein Geburtsland wurde ich von der Faehre kommend in Dover an die Seite geordert. Aussteigen, von vier Beamten begleitet und dann ging eine gruendliche Kontrolle des gesamten Fahrzeugs und des Fahrzeug-Inhaltes vor sich, wobei jede einzelne Tasche, jeder Lippenstift und auch der Geigenkasten sich einer Pruefung unterziehen musste, mitsamt der gepolsterten Tueren und der Fahrzeugpapiere. Haette ja eine AK dabei sein koennen. Ohne Angaben von Gruenden geschah das, waehrend andere nicht einmal halten mussten.
Besonders die US Immigration laesst sich gerne Fragen beantworten, bei denen die Nackenhaare zu Berge stehen. Da kann es ganz schnell passieren, dass man abgeholt und in spezielle Raeume gebracht wird, wo man stundenlangen Verhoeren ausgesetzt ist. Das passierte mir sogar mit meinem US Ehemann. Wir haben zu der Zeit nicht gewusst, dass aufgrund meines US Antrags, ich nicht das Land haette ohne Genehmigung verlassen duerfen. Die FBI entschuldigte sich spaeter, aber das Verhalten der Immigrationsbeamten mit denen wir zu tun hatten war unter aller Sau. Auch mein Mann, ein dekorierter Veteran wurde an die Wand gestellt und fotografiert, ich sowieso. Wir wurden sechs Stunden festgehalten.
Bewegtes Leben in und um nicht nur ehemalige deutsche, und heutige Grenzen.


zuletzt bearbeitet 02.02.2013 21:39 | nach oben springen

#16

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 21:22
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von Walter2013


......Handlanger der rumänischen Securitate?



interessant ! Was hast den DU mit der Securitate zu schaffen gehabt ?

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#17

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 21:32
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In Baracken wart ihr eingesperrt?von Schmilka aus die erste oder die zweite Baracke?@Walter2013


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#18

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 22:23
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Privatreisende PKW-Touristen aus Rumänien warên 1984 in der DDR die absolute Ausnahme. Es gab überhaupt sehr wenig Touristen aus Rumänien zu dieser Zeit. Das kann schon der alleinige Grund für eine Tiefenkontrolle gewesen sein. Es waren eigentlich nur die Auserwählten der systemhörigen Ceauşescuanhänger, die überhaupt in den Genuß einer Auslandsreise kamen. Benzin gab es ja auch gerade mal 15Liter im Monat auf Karten.(außer Bukarest und Constanta (60l) Vielleicht hatte der Zolloffizier auch mal eine Privatreise nach Rumänien vorher unternommen und unangenehme Bekanntschaft mit den korrupten rumänischen Sicherheitsbehörden gemacht. Da war ja Willkür und Abkassieren das tägliche Geschäft. In Rumänien da konnte man echt von Angst und Schrecken durch die Securitate sprechen. Da waren die DDR-Stasis echte Waisenknaben gegen.
Die Kontrolle in Schmilka war sicher unangenehm und aus deiner Sicht eine Schikane, aber mich wundert , das dich das so verwundert. Zu diesen Zeiten waren doch solche Tiefenkontrollen und die schikanöse Behandlung von Reisenden, zwischen den damaligen sozialistischen Ländern nun wirklich nichts Besonderes. Gerade die Rumänen waren ja da auch nicht gerade zimperlich mit ihren Methoden. An der UdSSR-rumänischen Grenze standen z.B. zu dieser Zeit im Niemandsland an der Grenze schon 3Tage dutzende polnische PKWs, da Ceauşescu auf plötzliche Idee kam , einen Pflichtkauf von Benzintalons gegen Dollar zu verlangen. Wer keine Dollar hatte, durfte nicht nach Rumänien einreisen, aber die SU hat die Polen auch nicht zurück gelassen.


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#19

RE: warum diese Behandlung?

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Zitat von passport im Beitrag #16
von Walter2013


......Handlanger der rumänischen Securitate?



interessant ! Was hast den DU mit der Securitate zu schaffen gehabt ?

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Ich gar nix, war damals 16. Bitte nicht die Gesprächsrichtung ändern, ich möchte nur mir selbst was zu klären. Es gibt 3 Möglichkeiten:
- Zufall, zum falschen Zeitpunkt zum falschen Ort
- Stasi wegen Dixie Dresden 1983, kenne aber keinen Grund dazu
- Securitatea romana, lokale Spielchen


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#20

RE: warum diese Behandlung?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 02.02.2013 22:37
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #17
In Baracken wart ihr eingesperrt?von Schmilka aus die erste oder die zweite Baracke?@Walter2013

Ah keine Ahnung, vielleicht eine erste. Sie hatte eine Vorraum, dann ab in einen Raum mit Gitter zur Elbe, der Fluss war sehr Nahe.


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