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#61

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 11:41
von Diskus303 | 490 Beiträge | 37 Punkte
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Hallo,

Zitat von Barbara im Beitrag #28
Hallo liebe Landsleute - und Nicht-Landsleute!

...

DISKUS303
Danke Axel, ja Köln ist schön und Brühl auch, aber ich gestehe, ich habe mein Herz ein bisschen an Berlin verloren :-) Seit ich dort war, hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass auch ich eine „Hauptstadt“ habe...... nachdenken....

...

Barbara

Noch was Praktisches: wieso kann ich Text nicht fett oder farbig markieren und bekomme stattdessen das html-Kürzel?




Rotmark: an dieser Stelle gebe ich (bevor es ernst wird, und weils so schön passt...)zu bedenken (ich lasse da mal - wie Du - die Bläck Fööss für mich sprechen, - äähhm singen):


Grünmark: Um Textstellen mit Mehrfachmerkmalen zu versehen (zB farbig und dick usw.) müssen die Textstellen jedesmal (also nach jeder Aktion) neu markiert und dann mit dem entsprechenden Merkmal versehen werden... zugegeben zB. bei "Word" einfacher


Gruß Axel


zuletzt bearbeitet 04.02.2013 11:42 | nach oben springen

#62

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 14:02
von schulzi | 2.197 Beiträge | 2432 Punkte
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Hallo barbara! möchte kurz ein paar zeilen schreiben um deine frage etwas zu beantworten .es ist die aroganz mit der viele "alt bundis" heute noch auftretten ich merke es anbesten in der familie ,gehe garnicht zu meiner schwester wen ich weis die soester sind da .muss mir nicht zumuten das gelaber wie dumm ich war das ich in der SED war und wieso mein vater als vertriebener bie der polizei für die komunnisten gearbeitet hat.sie begreifen nicht das es unser wille war.oder die alte tante die nicht begreifen wollte das mein vater als "erbe von zwei gütern" in pommern in einer mietwohnung lebt.dazu kam das hochtrabente von west kollegen mit denen ich zusammen arbeitete die der meinung waren wir hätten unseren facharbeiter gefunden oder in der lotterie gewonnen .da sind zwar alles kleingkeiten aber sie prägen einen. den keiner von denen hat sowie du versucht zu ergründen wie es wirklich war in der ddr. vielmehr stellte man sich als oberlehrer hin.doch ich lebe hier und bin zufrieden und wen ich helfen kann das andere uns als ex-ddr bürger verstehen mache ich es gern und frei von jeder ideologie .das war es erst einmal würde mich freuen wieder einmal zu hören frank


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#63

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 16:39
von Barbara (gelöscht)
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Hallo Vierkrug: Danke für das Zitat!
Was hatte der Marx eine schlechte Meinung von den Deutschen!!! Ich habe nochmal nachgesehen, das Buch aus dem du zitierst stammt aus der Mitte des 19. Jhdts.
Wie kam das denn bloß??? „Ekel“-Abstufungen von Nationalismus, was es nicht alles gibt....
Marx war auch ganz schön Kind seiner Zeit glaube ich....
Was beinhalten deiner Meinung nach die Begriffe
„Nation“?
„Nationalität“
„Vaterland“

Herzlichen Gruß
Barbara


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#64

RE: Mein(e) deutsche(n) Frage(n).

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 17:36
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
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Die Marxisten und alle darauf aufbauenden Theorien, wollen die Zerstörung der Nationalstaaten, um auf den Trümmern den sozialistischen Internationalismus aufzubauen. Deswegen wurde die Theorie ins Land gesetzt , das Arbeiter kein Vaterland haben. Die Arbeiter sind international gesehen eine eigene Nation. Soweit die Theorie. Da aber die ausgebeutete westliche Arbeiterklasse nicht so geil auf den Sozialismus war und sich die internationalen Gefühle der ausgebeuteten Proletarier im Westen in Grenzen gehalten haben, war eben die DDR gezwungen, die Mauer zu bauen. Sozialismus geht eben nur international oder mit Mauer.


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#65

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 17:39
von Barbara (gelöscht)
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Jobnomade

Lieber Hartmut, vielen Dank!
So sind wir beiden denn an den „Rändern“ groß geworden.... ich im äußersten westlichen Tal der Ahnungslosen :-))))
Meine Sicht (und ich habe echt lange gebraucht, um das zu merken, wie festgefrohren dieses Bild war - und halte mich eigentlich für nicht ganz dumm), war, dass ihr alle in einem Kerker gelebt habt, Gefangen - bei Wasser und Brot und immer Parolen aufsagen musstet. Ich hatte totales Mitgefühl! Und dass natürlich alle Grenzsoldaten Gehirn-gewaschene Roboter waren. Und dass man eigentlich schon 1 km vor der Grenze vor Schreck stirbt.
Ich übertreibe jetzt bewusst ein wenig, aber beim Nachdenken kam ich auf die Idee, dass dieses Bild möglicherweise eine unmittelbare Verlängerung des Lager- Schreckens der Nazis war. Ich habe - dank meiner Mutter - schon mit 15- 16 die ganze KZ- und Widerstandsliteratur des 3. Reiches lesen müssen (dürfen! sollen!) , das war echt kein Zuckerschlecken und auch ein bisschen viel.
Geborene 55: 10 Jahre nach dem Krieg, das ist nicht viel! Unsere Generation trägt das in sich (egal wie gut die Verarbeitung gelaufen ist) und ich wage zu behaupten, dass unsere Generation gar nicht die Chance zu irgendeiner Objektivität hatte. Das öffnet natürlich Propaganda und Demogagie Tür und Tor. (ich glaube übrigens, dass die gemeinsame Verarbeitung des NS-Regimes noch aussteht – siehe der Thread mit dem entsprechenden Thema).

Es berührt mich sehr, wenn ich hier die Berichte der Soldaten lese, die sich zu Recht gegen die Dämonisierung ihres Standes zur Wehr setzen. Soldaten haben einen Eid geleistet, bekommen einen Sold dafür, dass sie ihren „Job“ machen, überall auf der Welt. Ihre Aufgabe ist nicht, dass politische System, dem sie „dienen“ (!) in Frage zu stellen.
Wie weit sie mit diesem einverstanden sind und damit ihren eigenen Job in Frage stellen müssen (mit oder ohne Konsequenzen) ist zunächst mal eine ganz und gar persönliche Frage. Und ich möchte gerne wissen, wer hier den ersten Stein werfen möchte..... (ich persönlich bin übrigens sehr froh, dass ich nie Soldat werden musste... bin auch vom „Krieg“ nicht überzeugt)
Ich habe deinen Bericht und den von anderen hier gelesen, als ihr das erste mal an der Grenze standet und das liest sich sehr unterschiedlich, mal nachdenklich, mal überzeugt, und manche Beiträge erzählen davon, welche Überforderung diese Situation bei dem ein oder andern gewesen ist.
Das möchte ich hier klar aussprechen: es war eine absolute Sauerei seitens der DDR-Regierung, z. T. der artig junge Menschen in eine solche Situation zu stellen. Dafür reichen m.E. staatsbürgerliche Überzeugung und auch Befehl und Gehorsam nicht aus, das ist auch ein psychologisches Problem. Was denkt du / ihr darüber?
(Das gleiche gilt für alle anderen Länder, die solches auch bis heute tun...)
Man bedenke, heute werden Bundeswehrsoldaten nach 3 Monaten Afghanistan wegen Posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt!!!
Die Ausführungen von „student“ finde ich übrigens hervorragend zu diesem Thema> wenn Haltung, dann klar und konsequent...)
Ich weiß, ich bin jetzt ein bisschen abgeschweift – egal.
Jedenfalls herzlichen Gruß!
Barbara

PS: „Kanten“ ist ja ein interessantes Wort :-)


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 17:49
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Hallo Diskus303!!!!
Du magst die Föös! Ich auch!!! Und ich mag die Kölner (ich bin "Immi") dafür , dass sie so schön sentimental sein können.
Aber die "Kölschen" sind manchmal auch ein bisschen anstrengend mit ihrem Lokalpatriotismus, wenn man zum 1 Mio.sten Mal hört, dass Köln der Mittelpunkt der Welt ist fängt man irgendwann mal an zu gähnen!
Berlin lass ich mir deswegen auch nicht madig machen :-))))

Ich kann fett und Farbe - danke!
Beste Grüße
Barbara


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#67

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:08
von schulzi | 2.197 Beiträge | 2432 Punkte
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nur kurz zu den soldaten die für 3 monate nach afgahnistan gehen es sind freiwillige sie gehen von selbst und es zwingt sie keiner,kenne 5 bis 6 solcher kerlchen wenn man sie fragt warum sie das machen sagen sie wegen der "frontzulage" da würden bis 3000 EURO bekommen. also müssen sie damit rechnen traumatisiert zu werden ich war es nach 18 monaten grenze nicht.ich musste auch nicht damit rechnen das meine mutter wie es in der ddr nationalhymne heist ihren sohn beweinen muss. frank


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#68

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:15
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Schulzi

Lieber Frank, danke für deine Antwort!
ich kann total gut verstehen, dass du von den "Soestern" total abgenervt bist, wäre ich auch.
Ich möchte echt gerne wissen, woher diese Arroganz der Wessis eigentlich stammt? Da mache ich glaube ich mal eines Thema zu auf, hier gibt's ja auch einige Wessis, vielleicht haben die ein paar Ideen dazu.
Also bei manchen ist es glaube ich einfach ein Charakter-Problem, die brauchen immer einen, auf den sie runterätzen können. Dass DDR-Bürgerschaft und gar SED-Mitgliedschaft sich da ausgesprochen gut zu eignen ist klar. Außerdem kann man durch sowas ganz prima von sich selbst ablenken.....
Wenn das dann in der eigenen Familie ist, ist das ja besonders frustrierend. Wie geht denn eigentlich deine Schwester damit um? Die ist doch wahrscheinlich mit einem Wessi verheiratet? Frauen halten glaube ich ja oft eher den Mund...
Grenzenlose Dummheit und Arroganz ist glaube ich übrigens kein deutsches Phänomen sondern international!
Für mich kommt rüber, dass du vom Sozialismus überzeugt warst/bist und damit auch kein Problem hattest für ihn an der Grenze zu stehen. Ich habe mich gefragt, ob das in der NVA diskutiert wurde, dass man im Zweifel auf Landsleute schießen muss und wie man sich als Soldat dabei gefühlt hat. Dazu gibt es hier schon eine ganze Menge Beiträge, das finde ich klasse.

Herzliche Grüße
Barbara


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#69

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:17
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... da haben sich unsere Beiträge gerade überschnitten :-)


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#70

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:28
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Hallo Eisenacher:

habe verstanden. Aber warum war denn jetzt gerade Deutschland lt. Marx von einem solchen "ekelerregenden" Nationalismus befallen - Mitte des 19. Jhts.? Das war doch die Zeit Preußens, der Fürstentümer, man wagt ja kaum, da von einem "Deutschland" zu sprechen. Während andere europäische "National"-Staaten sich getrost seit längerem so nennen konnte und durchaus imperial handelten...
Das wichtige und richtige Hinweise und Öffentlich machen von Marx auf die elendigen Zustände in den frühkapitalistischen Unternehmen hätte ja auch ruhig mal ein bisschen Schimpf und Schande über die Engländer bringen können, ich glaube "die Inkauf-Nahme von Tod durch industrialisierte Arbeitsabläufe" damit haben die angefangen, oder wie siehst du das?
(Es versteht sich, dass ich Millionen km von "nationalistischen" Einstellung entfernt bin und gegen die Engländer habe ich selbstverständlich auch nix, hier geht's um Historisches!)


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#71

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:31
von DoreHolm | 9.332 Beiträge | 8694 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #68
Schulzi

Lieber Frank, danke für deine Antwort!
ich kann total gut verstehen, dass du von den "Soestern" total abgenervt bist, wäre ich auch.
Ich möchte echt gerne wissen, woher diese Arroganz der Wessis eigentlich stammt? Da mache ich glaube ich mal eines Thema zu auf, hier gibt's ja auch einige Wessis, vielleicht haben die ein paar Ideen dazu.
Also bei manchen ist es glaube ich einfach ein Charakter-Problem, die brauchen immer einen, auf den sie runterätzen können. Dass DDR-Bürgerschaft und gar SED-Mitgliedschaft sich da ausgesprochen gut zu eignen ist klar. Außerdem kann man durch sowas ganz prima von sich selbst ablenken.....
Wenn das dann in der eigenen Familie ist, ist das ja besonders frustrierend. Wie geht denn eigentlich deine Schwester damit um? Die ist doch wahrscheinlich mit einem Wessi verheiratet? Frauen halten glaube ich ja oft eher den Mund...
Grenzenlose Dummheit und Arroganz ist glaube ich übrigens kein deutsches Phänomen sondern international!
Für mich kommt rüber, dass du vom Sozialismus überzeugt warst/bist und damit auch kein Problem hattest für ihn an der Grenze zu stehen. Ich habe mich gefragt, ob das in der NVA diskutiert wurde, dass man im Zweifel auf Landsleute schießen muss und wie man sich als Soldat dabei gefühlt hat. Dazu gibt es hier schon eine ganze Menge Beiträge, das finde ich klasse.

Herzliche Grüße
Barbara






Noch in tiefsten DDR-Zeiten, meine Schwestern hatten geheiratet und unsere Verwandten väterlicherseits aus Hamburg waren auch da. Der ältere Sohn war Fallschirmjäger bei der BW vorher. Da kam in der Diskussion auch die Frage an ihn, ob er denn geschossen hätte, wenn es zum Krieg kommen würde, auch wenn ich als Soldat da stand. Seine Antwort war ganz klar. "Ja ". Ich glaube, eine Frage, ob man im Fall des Falles auf den Bruder, Schwager oder anderen nahen Verwandten schießen würde, weil der auf der anderen Seite kämpft, ist nahezu rein hypothetisch. Bewußt dürfte wohl so gut wie kein Soldat in diese Situation kommen, im Gegner auf dem Feld seinen Verwandten erkennen zu können.
Wegen der angesprochenen Aroganz einiger Altbundis habe ich nur wenig schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl ich dienstlich ab 1993 nahezu überall in D bei meinen Kunden und Geschäftspartner rumgekommen bin und für eine Firma in Pirmasens gearbeitet habe. Dusselige Bemerkungen kann ich, glaube ich, an einer Hand abzählen und die konnten mich auch nicht aus der Reserve locken oder zu unüberlegten Reaktionen provozieren.
Ich will Dir mal was erzählen. Ein Kunde von mir (Schuhfabrik) hat wie so viele aus der Leichtindustrie einen Teil der Produktion nach Osteuropa verlagert. In dem Fall nach Zlin/CZ (ehemals Gottwaldow). Er hat eine Tschechin geheiratet und zwei Söhne. Wir unterhielten uns auch über die Schule. Seine Kinder gehen an eine ganz normale tschechische Schule. Sein Argument: "Die haben sowieso das bessere Schulsystem als an einer deutschen Schule". Sag noch was.



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#72

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:31
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"ich musste auch nicht damit rechnen das meine mutter wie es in der ddr nationalhymne heist ihren sohn beweinen muss" - Gott sei Dank!

Meinst du, dass die BW-Soldaten nur wegen der Kohle nach Afghanistan gehen? Also gar nichts mehr mit Verteidigung "ideeler" Werte?


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#73

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:37
von DoreHolm | 9.332 Beiträge | 8694 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #72
"ich musste auch nicht damit rechnen das meine mutter wie es in der ddr nationalhymne heist ihren sohn beweinen muss" - Gott sei Dank!

Meinst du, dass die BW-Soldaten nur wegen der Kohle nach Afghanistan gehen? Also gar nichts mehr mit Verteidigung "ideeler" Werte?


Ich kenne zwar nur einen ehemaligen "Afghanistan-Kämpfer" (der ehem. Verlobte meiner Tochter) und wir unterhielten uns auch darüber. Von Idealismus war da wenig zu spüren. Abenteuer, das Geld, welches einem schon in jüngeren jahren manchen Traum erfüllen half, für den Andere noch ein oder zwei Jahrzehnte sparen müssen, sich als Mann beweisen u.s.w. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es Soldaten gibt, bei denen, etwas für´s Vaterland zu tun, der Hauptgrund war, aber ich denke, die bewegen sich im unteren einstelligen Prozentbereich.



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#74

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:41
von furry | 4.752 Beiträge | 6614 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #72


Meinst du, dass die BW-Soldaten nur wegen der Kohle nach Afghanistan gehen? Also gar nichts mehr mit Verteidigung "ideeler" Werte?

@Barbara, darauf lassen wir mal Heinrich Heine antworten:
Die Deutschen sind Angehörige eines Volkes, in dem keiner so verrückt ist, dass er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#75

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:42
von Barbara (gelöscht)
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Hallo DoreHolm

"wenn es zum Krieg kommen würde, auch wenn ich als Soldat da stand. Seine Antwort war ganz klar. "

Ja klar war seine Antwort "ja" - wenn es denn zum "Krieg" gekommen wäre. Dann hätte ja auch die anonyme Nato gegen den anonymen Warschauer Pakt gekämpft oder nicht?
War die Situation an der Grenze mit "Krieg" gleichzusetzen? Un-ideologisch gesehen?

Sag noch was - Auf jeden Fall :-))))

Wenn ich Recht informiert bin, ist die Prager Universität die erste Europas gewesen, ich bin vom hohen Kultur- und auch Bildungsstand der Tschechen vollkommen überzeugt. (in allem werde ich gegen Pauschalisierungen kämpfen - ich hatte eine gute Schulbildung :-))))


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#76

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:48
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Hi furry

....und das kann man negativ, oder auch positiv sehen - oder meinst du jetzt mich persönlich ??? :-))))))))))))))

Weißt du was sicher etwas ganz besonderes ist an Deutschland? Dass alle unsere "Großen" inkl. Heine - so harsch sie auch über das Vaterland geurteilt haben - sie haben es alle glühend geliebt!!!! Das finde ich total spannend....................


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#77

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 18:52
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DoreHom und Schulzi

jetzt wage ich mal eine ganz abenteuerliche These:

seit der Wende haben "unsere Soldaten" nur noch Geld im Kopf während es vorher "Ideale" zu verteidigen gab. Da verkommt das Militär aber auch ganz schön :-)


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#78

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 19:16
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #70
Hallo Eisenacher:

habe verstanden. Aber warum war denn jetzt gerade Deutschland lt. Marx von einem solchen "ekelerregenden" Nationalismus befallen - Mitte des 19. Jhts.? Das war doch die Zeit Preußens, der Fürstentümer, man wagt ja kaum, da von einem "Deutschland" zu sprechen. Während andere europäische "National"-Staaten sich getrost seit längerem so nennen konnte und durchaus imperial handelten...
Das wichtige und richtige Hinweise und Öffentlich machen von Marx auf die elendigen Zustände in den frühkapitalistischen Unternehmen hätte ja auch ruhig mal ein bisschen Schimpf und Schande über die Engländer bringen können, ich glaube "die Inkauf-Nahme von Tod durch industrialisierte Arbeitsabläufe" damit haben die angefangen, oder wie siehst du das?
(Es versteht sich, dass ich Millionen km von "nationalistischen" Einstellung entfernt bin und gegen die Engländer habe ich selbstverständlich auch nix, hier geht's um Historisches!)





So sattelfest bin ich im Marxismus auch nicht. Auf die Deutschen war er vielleicht sauer, weil sie ihn 1849 ausgewiesen haben. Aus Frankreich wurde er auch ausgewiesen. Die Engländer mochte er vielleicht etwas mehr, die haben ihm ja Asyl gegeben.


zuletzt bearbeitet 04.02.2013 19:17 | nach oben springen

#79

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 19:22
von Eisenacher | 2.069 Beiträge | 6 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #77
DoreHom und Schulzi

jetzt wage ich mal eine ganz abenteuerliche These:

seit der Wende haben "unsere Soldaten" nur noch Geld im Kopf während es vorher "Ideale" zu verteidigen gab. Da verkommt das Militär aber auch ganz schön :-)


Bei 50Euros wird der Soldat mutig, bei 110Euros wird der Soldat tollkühn und bei 1000Euro am Tag gibt es kein Verbrechen, das der Soldat nicht begehen würde.
Karl Marx(Fälschung)


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Meine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 04.02.2013 19:26
von Hackel39 | 3.587 Beiträge | 2713 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #1
Hallo liebe Landsleute,
seit einer geraumen Zeit lese ich mich durch dieses Forum und möchte als allererstes sagen, wie klasse ich es finde.

.......


In Weimar habe ich eine typische Touri-Kutschfahrt gemacht mit einem beeindruckend gebildeten „Kutscher“, der zu allen Epochen der deutschen Geschichte mit herrlichen Anekdoten aufwarten konnte. Wir sind richtig ins Gespräch gekommen und er erzählte mir über die große Enttäuschung der „Ossis“ über die Wende, als die große Abzocke kam, die mentalen Unterschiede, wie arrogant die „Wessis“ seien. (Ich saß da in seiner Kutsche und dachte sehr betroffen: ich bin ja auch ein Wessi...) Er sagte dann lächelnd: „Nicht alle Wessis.“ Ich glaube, ich habe mich nie „deutscher“ gefühlt als in diesem Augenblick. Nationale Identität kannte ich gefühlsmäßig gar nicht. (> spannendes Thema!) In diesem Augenblick - ja! - denn er schlug eine Brücke und das an diesem Ort höchster deutscher Kultur und gleichzeitig dem schlimmsten Abgrund (>Ettersberg) und ich fragte ihn: wenn uns möglicherweise Vieles trennt, ist die Geschichte nicht aber dennoch unsere gemeinsame und zwar die ganze Geschichte?“ - Also die DDR ist auch „meine“ DDR - kann man das so sagen? Sie ist auf eine Art auch Teil meiner Identität? Nachdenken... Wir haben uns jedenfalls sehr herzlich verabschiedet 
Einen neuen Blickwinkel finden, Klischees hinterfragen, Erlebnisse, Erfahrungen zusammentragen, damit wir ein vollständigeres Bild über unsere Geschichte und damit uns selbst erhalten - natürlich im Hinblick auf das „Heute“ und „Morgen“ - und vor allem im Hinblick auf unsere Kinder!
Ich danke diesem Forum dafür und auch allen, die meinen Beitrag lesen und freue mich über Austausch!
Barbara

PS: es gibt ja tolle Fotos hier! Ich werde demnächst auch mal etwas einscannen!



Guten Abend Barbara und willkommen im bestsortierten Forum zur DDR- Aufarbeitung.
Du hast uns ja schon einen Riesenberg an Rohmaterial vor die Füße geschüttet, so daß man gar nicht so recht weiß wo man beginnen könnte darauf einzugehen.
Ich bin jedenfalls beeindruckt, wie detailliert und neugierig Du die Sache angehst und wünsche Dir lehrreiche und unterhaltsame Stunden im Forum.
Deine Ausführungen zur "Abzocke" nach der Wende reduziert sich nicht allein auf die Wessis, die hier in der Nachwendezeit insbesondere auf dem Sektor "Grauer Kapitalmarkt" eingefallen sind, die hätten hier nichts gerissen ohne ihre neuen ostdeutschen Freunde, die mit ihren fragwürdigen Finanzprodukten bei Freunden, Kollegen und Nachbarn haussieren gegangen sind und selbst Eltern und Schwiegereltern für die fetten Provisionen ihre Seelen verkauft hatten.
So gesehen kann man fast schon behaupten, daß die Gesellschaftsordnung an sich die Menschen in ihren wichtigsten Charakterzügen gar nicht so dramatisch geformt hat wie das oft angenommen wird.
Zwar ist die DDR im Herzen meine Heimat geblieben, die ich auf Grund ihres Anliegens, die breitestmögliche Beteiligung an der Vermögensverteilung einerseits und der nahezu 100%igen Mitwirkung der arbeitsfähigen Bevölkerung an der Wertschöpfung andererseits zu erreichen, als eine Riesenchance für die größtmögliche Gerechtigkeit bei der Gestaltung des Gemeinwesens betrachtet habe.
Wir wissen erst am Ende der Zeitrechnung, was diese gekenterte Republik wirklich Wert war, wir im Forum sind nur die Wracktaucher.
Aber immerhin gibt es trotz aller Klagen um die verlorene Heimat auch Ansätze einer gesamtdeutschen Identität, so z.B. kenne ich mich recht gut in Deiner Heimatstadt aus und habe im Bereich des Eisenbahnwesens schon ganz nette Leute kennen lernen dürfen, sei es auf dem Gremberger Güterbahnhof, der Lokservicestelle Köln- Deutzerfeld, bei der HGK in Vochem auch die nächtlichen Stadtwanderungen von unseren Ablöseorten Köln- West oder Köln- Ehrenfeld sind schon so etwas wie ein Ritual, zumal man wegen des Doms eine recht gute Orientierung in Richtung Hauptbahnhof hat.
Nächste Woche geht's wieder zum Simulatortraining zur Hansaring, wie Du siehst, im Alltag ist schon gesamtdeutsche Normalistät eingezogen.
Gruß Hackel.


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