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#541

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 07.04.2013 22:22
von Rostocker | 8.773 Beiträge | 5413 Punkte
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Dank @Vierkrug--für den interessanten Reisebericht.


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#542

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.04.2013 09:44
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von jecki09 im Beitrag #540
Ein Tip für die Akkuschrauber:

Einfach den Schrauber - ohne Akku mit einem 2- adrigen Kabel an eine 12 V AutoBatterie klemmen, Wenn das Kabel 3-4 m lang ist, muss die Autobatterie auch nicht so oft umgesetzt werden. Dann kann man arbeiten bis zum Umfallen, und ein Ladegerät für eine Autobatterie hat fast jeder.
Nachteil bei Akkuschrauber mit 18 V. Die laufen dann nicht mehr so schnell.


@jecki09 - danke für diesen Rat, er wurde bereits in Richtung Havanna weitergekabelt !

Vierkrug


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#543

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.04.2013 15:01
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #539
Cuba-Reise

Ich könnte diesen Beitrag auch überschreiben mit dem Titel – "Cuba meine Liebe". Nutze die Zeit bis zu den heutigen Halbfinalnachmittagspielen in der DEL, um ein paar Gedanken aus meiner Sicht aus meiner vor einigen Tagen beendeten Cuba - Reise hier darzulegen. Vorab noch zum Eishockey eine kurze Bemerkung. Liebe Barbara, ich bin kein Fan von den Kölner Haien und den Krefeld Pinguinen – verständlicherweise liegen meine Sympathien bei den Eisbären aus Berlin und so wünsche ich mir keine rheinische Finalrunde.

Zurück zur Reise. Sie vollzog sich wie auch in den letzten Jahren mittels eines Gabelfluges, der zwar zeitlich etwas länger dauert, wie ein Direktflug, aber eine erhebliche Kostenersparnis beinhaltet. Also ging es von Hamburg via Madrid in Richtung Havanna. Landung in den späten Abendstunden auf dem Internationalem Flughafen „Jose Marti“ und nach Begrüßung durch meine cubanischen Freunde ab in Richtung Havanna.
Der Zustand des "Shiguli" meines einen Freundes hat in den letzten Jahren noch mehr gelitten, wie schon bei der letzten Reise bekannt. U.a. fehlte die Türinnerverkleidung nun auch auf der Beifahrerseite, was aber keinen Abbruch tat.
Nach Ankunft in der Wohnung dann noch einmal eine sehr herzlich gehaltene Begrüßungsfeier und die Übergabe der Gastgeschenke meinerseits, die auf Zweckmäßigkeit und Bedürfnisse ausgerichtet waren – wie Akkuschrauber, Blutdruckmessgeräte, Bad- und Duscharmaturen etc., denn es sollte auch ein "Arbeitsurlaub" werden. Man hätte es auch unter dem Begriff aus FDJ-Zeiten deklarieren können "Lager für Arbeit, Freizeit und Erholung".
Bereits die erste Nacht offenbarte mein bekanntes Problem – schlafen bei diesen Temperaturen und dem noch vorhandenem Trubel auf der Straße. Ich kann nicht bei laufenden Klimaanlagen schlafen und so stand ich dann früh auch etwas gerädert auf. Hinzu noch die Nachwirkungen des Fluges.
Meine cubanischen Freunde kenne ich bereits aus den Jahren 1977 / 78 – aus der Zeit der Vorbereitung und Durchführung der XI. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Havanna. Sie waren damals entweder im Kommunistischem Jugendverband bzw. des Studentenverbandes Cubas tätig, bzw. gehörten bereits zu den Schutz- und Sicherheitsorganen Cubas.
Deshalb werde ich auch von dieser Reise keine Fotos beifügen, da diese doch sehr persönlicher Natur sind und meine Freunde zum Teil noch Angehörige der cubanischen Sicherheitsorgane sind. Das heutige Deutschland ist für sie keine DDR, kein Bruderland und aus cubanischer Sicht gesehen, ein enger Verbündeter des „Erzfeindes“ USA.
Die erste Woche des Aufenthaltes trug somit Arbeitscharakter, denn es galt auf dem Dach des Hauses – im spanischem Kolonialstil erbaut – die Wasserspeicheranlagen zu erweitern, eine neue Druckpumpe zu installieren und das "Bad" mit den neuen mitgebrachten Armaturen zu versehen.
Die "Rentnerbrigade" (alle über 60 bzw. 70) machte sich dann nach ausgedehntem Frühstück ( ich hatte beim Bäcker u.a. frische Baguettes geholt) bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Dach ans Werk. Zuerst das Aufstellen und Verankern von 2 zusätzlichen 200 Liter-Fässern und deren Einbindung in das bereits vorhandene Speichersystem. Um die Mittagszeit dann Weiterarbeit nicht möglich, da durch die Temperaturen ( manchmal weit über 30°C ) nicht mehr ertragbar und somit Siesta im Schatten und im Schaukelstuhl mit einer guten Cohiba lanceros und Espresso angesagt.
Ab 16.00 Uhr dann Fortführung der Arbeiten.
Eines hatte ich beim Kauf des Akkuschraubers mal wieder nicht bedacht, das Stromnetz in Cuba. Es hat 110 Volt und keine 220 Volt Wechselspannung. Also musste eine Lösung für die Aufladerei her. Sie gab es in der Straße bei einem Elektroingenieur, der eine kleine Werkstatt betreibt. Er war viele Jahre in der DDR im Mähdrescherwerk Singwitz bei Bautzen tätig und seine Frau, eine ehemalige DDR-Bürgerin spricht noch heute ein unverwechselbares Dresdner Sächsisch. Somit war dieses Problem nicht nur für die nächsten Tage dann auch gelöst. Die "Zwangspausen" wurden dann für Aktivitäten in der Altstadt bzw. zu Einkäufen in den Mercados (Supermärkten / Einkaufszentren) von Havanna genutzt.
Erstaunt war ich über die Angebotspalette in diesen Einkaufstempeln. Es gab fast alles, wie auch in den Angeboten deutscher Supermärkte, zu kaufen. Leider nur für den Teil der Cubaner, der über Devisen verfügt. D.h., die Cubaner, die über US-Dollar und Euro oder ähnlich konvertierbare Währungen verfügen, müssen diese in CUC umtauschen ( 1 CUC = 1 US-Dollar ) und können dann dort einkaufen.
Die Konsumgüter (Kühlschränke, Fernseher etc.) stammen vorwiegend aus China, wie auch viele andere Produkte – Haushaltsgeschirr u.ä..
Die meisten Cubaner decken ihren täglichen Bedarf an Grundnahrungsmittel immer noch über die sogenannte Lebensmittelbezugskarte ab – abhängig von der im Haushalt lebenden Personenanzahl. Diese werden auch mit cubanischem Peso bezahlt, wie auch landwirtschaftliche Produkte, wie Eier, Fleisch, Tomaten, Paprika, die auf den sogenannten "Bauernmärkten" zu erwerben sind.
Während meines Aufenthaltes fand u.a. die Internationale Messe der Agroindustrie und Lebensmittelproduktion statt, an der sich auch zahlreiche cubanische Landwirtschaftsbetriebe beteiligten. Neu bei dieser Veranstaltung war die stärkere Verknüpfung von Tierzucht/-produktion und der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Lebensmittelindustrie. Ebenso gibt es staatliche Förderprogramme um den wachsenden Bedarf über eine höhere Eigenproduktion abzudecken. Kleinbauern werden dabei besonders gefördert. Es ist eine Zunahme an Kleinbauern zu verzeichnen, deren Erfolge noch bescheiden ausfallen. Die jahrelange Monokultur des Zuckerrohranbaues hat ihre Spuren hinterlassen – auch wenn Zuckerrohr immer noch die Grundbasis für die berühmte Rumproduktion, einem wichtigem Exportzweig, bildet. Auch der Tabakanbau im Bereich von Holguin wird in Grenzen gehalten, denn es werden Anbauflächen für Bohnen, Mais, Tomaten, Paprika u.ä. benötigt.
Höhepunkt des Messebesuches war jedoch das Coleo – eine Art Rodeo, bei dem vier Reiter darum kämpfen, vom einem Pferd aus einen Stier beim Schwanz zu packen und ihn zu Boden zu werfen. Erstaunt war ich nur darüber, dass sich zwei meiner Freunde als absolute Kenner dieser Szene enttarnten und als "Zocker" entpuppten.
Die Abende in der ersten Woche waren auch recht ausgefüllt. U.a. mit dem Besuch einer Gala des Cubanischen Nationalballetts, eine der angesehensten Tanzkompanien der Welt, welches heute für höchste technische Standards sowie emotionale Tiefe bekannt ist und mit den Tanzkompanien des Bolschoi bzw. des Kirow-Theaters ohne weiteres mithalten kann. Auch auf den Spuren von Ernest Hemingway gehörte zu den Abendausflügen, u.a. die weltbekannte "El Floridita".
Ansonsten hatten wir unser eigenes Abendprogramm bei Domino und Rum. Erstmals ist es mir in den vielen Jahren gelungen, im Domino den "Dominokönig von Havanna" zu besiegen. Ich hatte eher den Eindruck, dass er mich nach den vielen Jahren der gescheiterten Versuche, auch einmal ein Erfolgserlebnis im Spiel gegen ihn verschaffen wollte.
Während der ersten Tage / Woche haben wir dann auch noch die Fensterläden restauriert und wieder im farblich neuem Glanz erscheinen lassen, wie auch endlich nach Jahren den großen „Empfangsraum“ mit einem freundlichem Weiß versehen. Die schönen alten spanischen Möbel, die viele Jahre ein Schattendasein fristeten, wurden aufgearbeitet, so dass es heute eine Freude ist, diesen Raum der von der Strasse aus, bis in die späten Abendstunden zugänglich und einsehbar ist, wieder als Begegnungsstätte zu nutzen. Meinen personengebundenen Schaukelstuhl habe ich auch mit viel Hingabe aufgearbeitet.

Der zweite Teil des Aufenthaltes beinhaltete dann eine kleine Cuba-Rundfahrt mit dem altersmüdem "Shiguli". Stationen waren Mariel, die Insel der Jugend, Trinidad, Santiago de Cuba, Santa Clara. Treibstoff hatten wir genügend dabei und füllte den Gepäckraum. Alles andere Gepäck, einschließlich Tauchausrüstungen ging auf den Dachgepäckträger. Ein unwillkürliches Ausweichmanöver hätte den „Shiguli“ wohl auf Grund dieser Beladung zu umkippen gebracht.
In Mariel (ca. 40 km westlich von Havanna) – einem Sonderentwicklungsgebiet, wird mit brasilianischer Hilfe und Unterstützung im Rahmen eines Joint-Ventures der größte und modernste Containerhafen der Karibik ausgebaut. Mariel wird einigen dadurch bekannt sein, dass Ernest Hemingway seine Enkelin nach diesem Ort benannt haben soll. Ebenso wird Mariel noch dadurch in Einnerung sein, dass von Mariel aus über Tausende von Cubaner 1980 den Versuch unternahmen,in Richtung USA zu flüchten. Viele bezahlten diesen Versuch mit ihrem Leben.
Die Insel der Jugend entpuppt sich immer mehr zu einem klassischem Tauchrevier. Die jahrelangen Schutzmaßnahmen haben sich inzwischen ausgezahlt und es ist endlich wieder Fisch in den Korallenriffen zu sehen – auch der für Taucher immer wieder ersehnte Großfisch. Leider habe ich keinen Walhai bei den Tauchgängen gesehen, auch keinen Manta. Dafür aber riesige Barracudaschwärme, Blaupunktrochen etc.. Auch "Kleinfisch" ist unter Wasser schön anzusehen – zumal bei diesen Sichtweiten.
Trinidad das ist historisches Altcuba. Idyllisch gelegen und mit seiner Ursprünglichkeit immer wieder sehens- und ansehenswert.
Danach in Richtung der eigentlichen Hauptstadt Cubas – Santiago de Cuba. Hier schlägt nicht nur das Herz der Revolution – Sturm auf die Moncada-Kaserne. Hier schlägt das Herz Cubas. Hier ist cubanische Lebensfreude / -art pur. Nicht nur wegen der bekannten Rumdestillen und Zigarrenfabriken. Man hat manchmal den Eindruck, die Menschen bewegen sich im Rumba-Rhythmus.
Ich suchte u.a. im Hafen nach längst vergangenen Erinnerungen und musste feststellen, dass die Werft in Santiago sich ganz schön gemausert hat. Z.Zt. werden dort auf der Grundlage eines ehemaligen Projektes der Neptunwerft Rostock Mehrzweckfrachter für Venezuela gebaut.
Besuch der Moncada ausgelassen, dafür eine kleine Rum-Bar mit Livemusik aufgesucht und den Tag dort ausklingen lassen. Zugleich auch dort meine Reisemitbringsel für meine Kinder in Form von Rum und guten Zigarillos erworben.
Abschließend auf der Rückfahrt nach Havanna noch einen Abstecher nach Santa Clara unternommen und das Che - Memorial besucht. Dort hat auch Tamara Bunke ihre letzte Ruhestätte gefunden und es lagen auch frische Schnittblumen an ihrer Gedenktafel.

Nach dem Rundtrip in Havanna wieder angekommen, hieß es auch schon wieder Zeit zum Abschied nehmen. Denn es waren nur noch Stunden bis zur Abreise.
Traditionell verbrachten wir den letzten Abend auf cubanischer Art im Restaurant des Hotels „Riviera“ unweit des Sitzes der PCC. Ebenfalls im Restaurant anwesende deutsche Touristen wunderten sich, dass an unseren Tisch auch deutsch gesprochen wurde und eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte. Wir hatten den ganzen Abend eine bekannte cubanische Folkloregruppe am Tisch.
Zum Abschluss wurde dann auch unsererseits kräftig "Cuanta Manera" mitgesungen und andächtig der Interpretation von "Hasta Siempre, Comandante" – mein cubanisches Lieblingslied gelauscht.

Abschließendes Resümee.
Ich masse mir kein Urteil über die Politik der PCC auf Cuba an. Es ist ihr Weg, den sie beschreiten. Nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in Europa hatte auch ich meine Bedenken, dass es für Cuba nur eine Frage der Zeit ist. Aber die letzten 20 Jahre haben auch bewiesen - Totgesagte leben länger.
Sie haben auf Grund der Mentalität und Temperaments eine andere Vorstellung vom Leben, wie wir sie in Deutschland und in Europa haben.
Nicht zu unterschätzen ist ihr Nationalstolz und der damit verbundene Patriotismus.
Der Tod von Hugo Chavez war ein schmerzlicher Verlust in den Beziehungen zwischen Venezuela und Cuba. Vor ein paar Jahren habe ich noch gespöttelt, indem ich die Frage stellte, wie wollt ihr euch den künftig nennen – „Venecuba“ oder „Cubavene“. Es gab diesbezügliche Anzeichen.
Die Cubaner haben in den zurückliegenden Jahren sehr viel dazu gelernt – auch aus den Fehlern, die woanders begangen wurden und nicht mehr reparabel waren.
Man sieht gespannt auch auf Cuba dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen am 14. April in Venezuela entgegen.
Die Cubaner haben sich schon lange auf die Zeit nach Hugo Chavez vorbereitet und lassen sich nicht noch einmal bösartig überraschen, wie beim Zusammenbruch der ehemaligen sozialistischen Staatengemeinschaft.
Nicht nur zu Venezuela gibt es enge wirtschaftliche und politische Kontakte, auch zu anderen südamerikanischen Ländern. Wobei die Erdöllieferungen aus Venezuela nicht nur für die energetische Basis der Volkswirtschaft Cubas lebens- und überlebensfähig waren und es noch sind.
Zwischenzeitlich gibt es neben China auch wieder stärkere politische und wirtschaftliche Kontakte zu Russland und auch zum Iran.
Medwedew, wie auch der stellvertretende Präsident des Iran weilten vor einigen Wochen in mehrtägigen Besuchen auf Cuba. Zahlreiche bilaterale Verträge und Abkommen wurden dabei geschlossen.
Und zur Amtseinführung von Franziskus I. weilte auch eine hochrangige Staats- und Regierungsdelegation Cubas in Rom. Mal sehen, ob er auch Cuba besucht und ihm, wie Karol Wojtyła eine Erinnerungstafel am ehemaligem Franziskanerkloster von Havanna gewidmet wird.

Für Cuba heute gilt nach wie vor der Ausspruch von Che Guevara : "Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche."
Ich wünsche meinen cubanischen Freunden und Bekannten dafür alles Gute und freue mich schon auf den nächsten Abstecher zu ihnen.

Vierkrug










Vierkrug!!!!!!!!! Finale Haie Köln: Eisbären Berlin!

Jetzt stecke ich aber in einem Dilemma.
Ist doch Berlin meine Lieblingshauptstadt, kann ich aber andererseits doch lokalpatriotisch nicht komplett zum Verräter werden!

Heute steht auf meinem Kalender:

"Der beste Weg herauszufinden, ob du jemandem vertrauen kannst, ist ihm zu vertrauen."

Und wer hat's gesagt?
Hemmingway - who else!


Später mehr zu deinem wunderschönen Bericht!


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#544

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.04.2013 15:30
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Yep - Traumfinale !!! Mal sehen, ob es eine Wiederholung von 2008 gibt !!! Passt irgendwie auch zum Thema.
Eigentlich sind die Haie auch mal wieder dran - zumal bei diesem Trainer.

Vierkrug


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#545

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.04.2013 15:42
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #544
Yep - Traumfinale !!! Mal sehen, ob es eine Wiederholung von 2008 gibt !!! Passt irgendwie auch zum Thema.
Eigentlich sind die Haie auch mal wieder dran - zumal bei diesem Trainer.

Vierkrug



Ein großer Geist spricht aus dir :-)


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#546

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 09.04.2013 17:57
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #539
Cuba-Reise

Ich könnte diesen Beitrag auch überschreiben mit dem Titel – "Cuba meine Liebe". Nutze die Zeit bis zu den heutigen Halbfinalnachmittagspielen in der DEL, um ein paar Gedanken aus meiner Sicht aus meiner vor einigen Tagen beendeten Cuba - Reise hier darzulegen. Vorab noch zum Eishockey eine kurze Bemerkung. Liebe Barbara, ich bin kein Fan von den Kölner Haien und den Krefeld Pinguinen – verständlicherweise liegen meine Sympathien bei den Eisbären aus Berlin und so wünsche ich mir keine rheinische Finalrunde.

Zurück zur Reise. Sie vollzog sich wie auch in den letzten Jahren mittels eines Gabelfluges, der zwar zeitlich etwas länger dauert, wie ein Direktflug, aber eine erhebliche Kostenersparnis beinhaltet. Also ging es von Hamburg via Madrid in Richtung Havanna. Landung in den späten Abendstunden auf dem Internationalem Flughafen „Jose Marti“ und nach Begrüßung durch meine cubanischen Freunde ab in Richtung Havanna.
Der Zustand des "Shiguli" meines einen Freundes hat in den letzten Jahren noch mehr gelitten, wie schon bei der letzten Reise bekannt. U.a. fehlte die Türinnerverkleidung nun auch auf der Beifahrerseite, was aber keinen Abbruch tat.
Nach Ankunft in der Wohnung dann noch einmal eine sehr herzlich gehaltene Begrüßungsfeier und die Übergabe der Gastgeschenke meinerseits, die auf Zweckmäßigkeit und Bedürfnisse ausgerichtet waren – wie Akkuschrauber, Blutdruckmessgeräte, Bad- und Duscharmaturen etc., denn es sollte auch ein "Arbeitsurlaub" werden. Man hätte es auch unter dem Begriff aus FDJ-Zeiten deklarieren können "Lager für Arbeit, Freizeit und Erholung".
Bereits die erste Nacht offenbarte mein bekanntes Problem – schlafen bei diesen Temperaturen und dem noch vorhandenem Trubel auf der Straße. Ich kann nicht bei laufenden Klimaanlagen schlafen und so stand ich dann früh auch etwas gerädert auf. Hinzu noch die Nachwirkungen des Fluges.
Meine cubanischen Freunde kenne ich bereits aus den Jahren 1977 / 78 – aus der Zeit der Vorbereitung und Durchführung der XI. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Havanna. Sie waren damals entweder im Kommunistischem Jugendverband bzw. des Studentenverbandes Cubas tätig, bzw. gehörten bereits zu den Schutz- und Sicherheitsorganen Cubas.
Deshalb werde ich auch von dieser Reise keine Fotos beifügen, da diese doch sehr persönlicher Natur sind und meine Freunde zum Teil noch Angehörige der cubanischen Sicherheitsorgane sind. Das heutige Deutschland ist für sie keine DDR, kein Bruderland und aus cubanischer Sicht gesehen, ein enger Verbündeter des „Erzfeindes“ USA.
Die erste Woche des Aufenthaltes trug somit Arbeitscharakter, denn es galt auf dem Dach des Hauses – im spanischem Kolonialstil erbaut – die Wasserspeicheranlagen zu erweitern, eine neue Druckpumpe zu installieren und das "Bad" mit den neuen mitgebrachten Armaturen zu versehen.
Die "Rentnerbrigade" (alle über 60 bzw. 70) machte sich dann nach ausgedehntem Frühstück ( ich hatte beim Bäcker u.a. frische Baguettes geholt) bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Dach ans Werk. Zuerst das Aufstellen und Verankern von 2 zusätzlichen 200 Liter-Fässern und deren Einbindung in das bereits vorhandene Speichersystem. Um die Mittagszeit dann Weiterarbeit nicht möglich, da durch die Temperaturen ( manchmal weit über 30°C ) nicht mehr ertragbar und somit Siesta im Schatten und im Schaukelstuhl mit einer guten Cohiba lanceros und Espresso angesagt.
Ab 16.00 Uhr dann Fortführung der Arbeiten.
Eines hatte ich beim Kauf des Akkuschraubers mal wieder nicht bedacht, das Stromnetz in Cuba. Es hat 110 Volt und keine 220 Volt Wechselspannung. Also musste eine Lösung für die Aufladerei her. Sie gab es in der Straße bei einem Elektroingenieur, der eine kleine Werkstatt betreibt. Er war viele Jahre in der DDR im Mähdrescherwerk Singwitz bei Bautzen tätig und seine Frau, eine ehemalige DDR-Bürgerin spricht noch heute ein unverwechselbares Dresdner Sächsisch. Somit war dieses Problem nicht nur für die nächsten Tage dann auch gelöst. Die "Zwangspausen" wurden dann für Aktivitäten in der Altstadt bzw. zu Einkäufen in den Mercados (Supermärkten / Einkaufszentren) von Havanna genutzt.
Erstaunt war ich über die Angebotspalette in diesen Einkaufstempeln. Es gab fast alles, wie auch in den Angeboten deutscher Supermärkte, zu kaufen. Leider nur für den Teil der Cubaner, der über Devisen verfügt. D.h., die Cubaner, die über US-Dollar und Euro oder ähnlich konvertierbare Währungen verfügen, müssen diese in CUC umtauschen ( 1 CUC = 1 US-Dollar ) und können dann dort einkaufen.
Die Konsumgüter (Kühlschränke, Fernseher etc.) stammen vorwiegend aus China, wie auch viele andere Produkte – Haushaltsgeschirr u.ä..
Die meisten Cubaner decken ihren täglichen Bedarf an Grundnahrungsmittel immer noch über die sogenannte Lebensmittelbezugskarte ab – abhängig von der im Haushalt lebenden Personenanzahl. Diese werden auch mit cubanischem Peso bezahlt, wie auch landwirtschaftliche Produkte, wie Eier, Fleisch, Tomaten, Paprika, die auf den sogenannten "Bauernmärkten" zu erwerben sind.
Während meines Aufenthaltes fand u.a. die Internationale Messe der Agroindustrie und Lebensmittelproduktion statt, an der sich auch zahlreiche cubanische Landwirtschaftsbetriebe beteiligten. Neu bei dieser Veranstaltung war die stärkere Verknüpfung von Tierzucht/-produktion und der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Lebensmittelindustrie. Ebenso gibt es staatliche Förderprogramme um den wachsenden Bedarf über eine höhere Eigenproduktion abzudecken. Kleinbauern werden dabei besonders gefördert. Es ist eine Zunahme an Kleinbauern zu verzeichnen, deren Erfolge noch bescheiden ausfallen. Die jahrelange Monokultur des Zuckerrohranbaues hat ihre Spuren hinterlassen – auch wenn Zuckerrohr immer noch die Grundbasis für die berühmte Rumproduktion, einem wichtigem Exportzweig, bildet. Auch der Tabakanbau im Bereich von Holguin wird in Grenzen gehalten, denn es werden Anbauflächen für Bohnen, Mais, Tomaten, Paprika u.ä. benötigt.
Höhepunkt des Messebesuches war jedoch das Coleo – eine Art Rodeo, bei dem vier Reiter darum kämpfen, vom einem Pferd aus einen Stier beim Schwanz zu packen und ihn zu Boden zu werfen. Erstaunt war ich nur darüber, dass sich zwei meiner Freunde als absolute Kenner dieser Szene enttarnten und als "Zocker" entpuppten.
Die Abende in der ersten Woche waren auch recht ausgefüllt. U.a. mit dem Besuch einer Gala des Cubanischen Nationalballetts, eine der angesehensten Tanzkompanien der Welt, welches heute für höchste technische Standards sowie emotionale Tiefe bekannt ist und mit den Tanzkompanien des Bolschoi bzw. des Kirow-Theaters ohne weiteres mithalten kann. Auch auf den Spuren von Ernest Hemingway gehörte zu den Abendausflügen, u.a. die weltbekannte "El Floridita".
Ansonsten hatten wir unser eigenes Abendprogramm bei Domino und Rum. Erstmals ist es mir in den vielen Jahren gelungen, im Domino den "Dominokönig von Havanna" zu besiegen. Ich hatte eher den Eindruck, dass er mich nach den vielen Jahren der gescheiterten Versuche, auch einmal ein Erfolgserlebnis im Spiel gegen ihn verschaffen wollte.
Während der ersten Tage / Woche haben wir dann auch noch die Fensterläden restauriert und wieder im farblich neuem Glanz erscheinen lassen, wie auch endlich nach Jahren den großen „Empfangsraum“ mit einem freundlichem Weiß versehen. Die schönen alten spanischen Möbel, die viele Jahre ein Schattendasein fristeten, wurden aufgearbeitet, so dass es heute eine Freude ist, diesen Raum der von der Strasse aus, bis in die späten Abendstunden zugänglich und einsehbar ist, wieder als Begegnungsstätte zu nutzen. Meinen personengebundenen Schaukelstuhl habe ich auch mit viel Hingabe aufgearbeitet.

Der zweite Teil des Aufenthaltes beinhaltete dann eine kleine Cuba-Rundfahrt mit dem altersmüdem "Shiguli". Stationen waren Mariel, die Insel der Jugend, Trinidad, Santiago de Cuba, Santa Clara. Treibstoff hatten wir genügend dabei und füllte den Gepäckraum. Alles andere Gepäck, einschließlich Tauchausrüstungen ging auf den Dachgepäckträger. Ein unwillkürliches Ausweichmanöver hätte den „Shiguli“ wohl auf Grund dieser Beladung zu umkippen gebracht.
In Mariel (ca. 40 km westlich von Havanna) – einem Sonderentwicklungsgebiet, wird mit brasilianischer Hilfe und Unterstützung im Rahmen eines Joint-Ventures der größte und modernste Containerhafen der Karibik ausgebaut. Mariel wird einigen dadurch bekannt sein, dass Ernest Hemingway seine Enkelin nach diesem Ort benannt haben soll. Ebenso wird Mariel noch dadurch in Einnerung sein, dass von Mariel aus über Tausende von Cubaner 1980 den Versuch unternahmen,in Richtung USA zu flüchten. Viele bezahlten diesen Versuch mit ihrem Leben.
Die Insel der Jugend entpuppt sich immer mehr zu einem klassischem Tauchrevier. Die jahrelangen Schutzmaßnahmen haben sich inzwischen ausgezahlt und es ist endlich wieder Fisch in den Korallenriffen zu sehen – auch der für Taucher immer wieder ersehnte Großfisch. Leider habe ich keinen Walhai bei den Tauchgängen gesehen, auch keinen Manta. Dafür aber riesige Barracudaschwärme, Blaupunktrochen etc.. Auch "Kleinfisch" ist unter Wasser schön anzusehen – zumal bei diesen Sichtweiten.
Trinidad das ist historisches Altcuba. Idyllisch gelegen und mit seiner Ursprünglichkeit immer wieder sehens- und ansehenswert.
Danach in Richtung der eigentlichen Hauptstadt Cubas – Santiago de Cuba. Hier schlägt nicht nur das Herz der Revolution – Sturm auf die Moncada-Kaserne. Hier schlägt das Herz Cubas. Hier ist cubanische Lebensfreude / -art pur. Nicht nur wegen der bekannten Rumdestillen und Zigarrenfabriken. Man hat manchmal den Eindruck, die Menschen bewegen sich im Rumba-Rhythmus.
Ich suchte u.a. im Hafen nach längst vergangenen Erinnerungen und musste feststellen, dass die Werft in Santiago sich ganz schön gemausert hat. Z.Zt. werden dort auf der Grundlage eines ehemaligen Projektes der Neptunwerft Rostock Mehrzweckfrachter für Venezuela gebaut.
Besuch der Moncada ausgelassen, dafür eine kleine Rum-Bar mit Livemusik aufgesucht und den Tag dort ausklingen lassen. Zugleich auch dort meine Reisemitbringsel für meine Kinder in Form von Rum und guten Zigarillos erworben.
Abschließend auf der Rückfahrt nach Havanna noch einen Abstecher nach Santa Clara unternommen und das Che - Memorial besucht. Dort hat auch Tamara Bunke ihre letzte Ruhestätte gefunden und es lagen auch frische Schnittblumen an ihrer Gedenktafel.

Nach dem Rundtrip in Havanna wieder angekommen, hieß es auch schon wieder Zeit zum Abschied nehmen. Denn es waren nur noch Stunden bis zur Abreise.
Traditionell verbrachten wir den letzten Abend auf cubanischer Art im Restaurant des Hotels „Riviera“ unweit des Sitzes der PCC. Ebenfalls im Restaurant anwesende deutsche Touristen wunderten sich, dass an unseren Tisch auch deutsch gesprochen wurde und eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte. Wir hatten den ganzen Abend eine bekannte cubanische Folkloregruppe am Tisch.
Zum Abschluss wurde dann auch unsererseits kräftig "Cuanta Manera" mitgesungen und andächtig der Interpretation von "Hasta Siempre, Comandante" – mein cubanisches Lieblingslied gelauscht.

Abschließendes Resümee.
Ich masse mir kein Urteil über die Politik der PCC auf Cuba an. Es ist ihr Weg, den sie beschreiten. Nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in Europa hatte auch ich meine Bedenken, dass es für Cuba nur eine Frage der Zeit ist. Aber die letzten 20 Jahre haben auch bewiesen - Totgesagte leben länger.
Sie haben auf Grund der Mentalität und Temperaments eine andere Vorstellung vom Leben, wie wir sie in Deutschland und in Europa haben.
Nicht zu unterschätzen ist ihr Nationalstolz und der damit verbundene Patriotismus.
Der Tod von Hugo Chavez war ein schmerzlicher Verlust in den Beziehungen zwischen Venezuela und Cuba. Vor ein paar Jahren habe ich noch gespöttelt, indem ich die Frage stellte, wie wollt ihr euch den künftig nennen – „Venecuba“ oder „Cubavene“. Es gab diesbezügliche Anzeichen.
Die Cubaner haben in den zurückliegenden Jahren sehr viel dazu gelernt – auch aus den Fehlern, die woanders begangen wurden und nicht mehr reparabel waren.
Man sieht gespannt auch auf Cuba dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen am 14. April in Venezuela entgegen.
Die Cubaner haben sich schon lange auf die Zeit nach Hugo Chavez vorbereitet und lassen sich nicht noch einmal bösartig überraschen, wie beim Zusammenbruch der ehemaligen sozialistischen Staatengemeinschaft.
Nicht nur zu Venezuela gibt es enge wirtschaftliche und politische Kontakte, auch zu anderen südamerikanischen Ländern. Wobei die Erdöllieferungen aus Venezuela nicht nur für die energetische Basis der Volkswirtschaft Cubas lebens- und überlebensfähig waren und es noch sind.
Zwischenzeitlich gibt es neben China auch wieder stärkere politische und wirtschaftliche Kontakte zu Russland und auch zum Iran.
Medwedew, wie auch der stellvertretende Präsident des Iran weilten vor einigen Wochen in mehrtägigen Besuchen auf Cuba. Zahlreiche bilaterale Verträge und Abkommen wurden dabei geschlossen.
Und zur Amtseinführung von Franziskus I. weilte auch eine hochrangige Staats- und Regierungsdelegation Cubas in Rom. Mal sehen, ob er auch Cuba besucht und ihm, wie Karol Wojtyła eine Erinnerungstafel am ehemaligem Franziskanerkloster von Havanna gewidmet wird.

Für Cuba heute gilt nach wie vor der Ausspruch von Che Guevara : "Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche."
Ich wünsche meinen cubanischen Freunden und Bekannten dafür alles Gute und freue mich schon auf den nächsten Abstecher zu ihnen.

Vierkrug







Hach ja! Der "Entwurf ins Ungewisse", aber nur der kann ja auch "das Gute" erschaffen...

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche." Che


Ich möchte hier unbedingt noch ein Zitat besteuern was 94 mal viel weiter oben gebracht hat und was ich immer schon nochmal gerne unterbringen wollte - weil es so toll ist -jetzt passt's:

Die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden, aber Zukünfte können erfunden werden.( Denes Gábor)


Sehr vielschichtig hast du erzählt Vierkrug, man bekommt so einen guten Eindruck in das sinnenfreudige karibische Leben.

Ist Havanna (das ich nicht kenne, ich war nie auf Cuba) also immer noch von so morbider Schönheit, wie man es von Fotos her kennt.....
Und hat Santiago eigentlich so einen komplett anderen Charakter, ist es "Schwarz" im Gegensatz zum "Weißen" Havanna? Spürt man das heute noch?

Wie du beschreibst hat sich Vieles getan, und das hört sich zum Teil richtig nach Aufbruch an. Die Fehler korrigieren, die zum Untergang der europäischen sozialistischen Länder geführt haben, ja, das wär's doch!

Ich möchte ein Beispiel geben.
eine Freundin von mir, die Journalsitin ist und eher politisch "links" steht, hat ziemlich viel die Welt bereist und war öfter auf Cuba, und ist "kritisch" hingerissen!

Sie wollte vor einigen Jahren einen cubanischen Schriftsteller interviewen (den Namen liefere ich noch nach, bin gerade so Wiki-müde), der den Preis des Deutschen Buchhandels bekommen hatte, ein sicher lokalpatriotischer und bestimmt sozialistischer Mann und bedeutender Schriftsteller, der auch uns etwas zu sagen hat.
Er durfte sie nicht zum Interview in ihrem Hotel aufsuchen, was auch aus technischen Gründen viel einfacher gewesen wäre und sie wollte ihn auch einfach dort zuum Essen einladen.

Für ihn demütigend und von der Führung einfach dumm, finde ich. Sie sollen sie doch vorzeigen ihre klugen Leute, auch in den "dekadenten" Hotels, der ganzen Welt und stolz auf sie sein, auch und gerade wenn sie sich kritisch äußern, als eine von vielen Stimmen! - Hat sich in der Hinsicht was getan? Wie ist dein Eindruck?

Wirtschaftlich scheint ja einiges im Gang zu sein, wie du schreibst und ich teile deine guten Wünsche für das cubanische Volk, und wer weiß ob sie uns nicht wirklich eines Tages allen vormachen wie es geht!!!

Ich bin natürlich total neidisch, wenn du von Hemmingways Wirkstätten schreibst und auf deinen "persönlichen" Schaukelstuhl auch :-)

Und auf das TAUCHEN!!!!!!
(Ich habe mal einen Versuch gemacht und sie haben vergessen mir den Bleigürtel umzulegen bei ansonsten voller Montour, du weißt was das bedeutet......
Aber vielleicht starte ich nnochmal einen versuch :-)

Aber Vierkrug, dass "ältere Herren" in Gluthitze auf Dächern rumklettern - muss das denn wirklich sein....................

Ich danke dir sehr für den schönen Bericht :-))))))


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#547

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 09.04.2013 18:40
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Ich werde den morgigen Tag nutzen, um auf Deine Fragen zu antworten. Heute steht Familie im Vordergrund - Sohn und Freundin weilen bei mir zu Besuch.

To later
Vierkrug


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#548

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 09.04.2013 22:38
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #547
Ich werde den morgigen Tag nutzen, um auf Deine Fragen zu antworten. Heute steht Familie im Vordergrund - Sohn und Freundin weilen bei mir zu Besuch.

To later
Vierkrug




und wahrscheinlich gibt es wieder NORDSEEKRABBEN :-((((((





… das hat mich jetzt nicht in Ruhe gelassen:

Leonardo Padura, heißt der oben benannte Schriftsteller und bedient sich der Mittel des Kriminalroms mit gesellschaftskritischem Hintergrund. (So wie Chandler den Kapitalismus, so Padura offensichtlich das sozialistische Cuba.)

Aber schau mal Vierkrug, das ist ein Zitat aus dem unten stehenden Link:

Seit Beginn der Achtzigerjahre gibt es eine gewisse Nachgiebigkeit in der kubanischen Kulturpolitik, aber doch immer innerhalb bestimmter Grenzen. Verstärken Sie dementsprechend ihre Kritik nicht, weil Sie nicht können?
Weil ich nicht will. Ich glaube nicht, dass eine Gesamtkritik des Gebäudes nötig ist, denn dieses Gebäude hat Säulen, die ein wichtiges gesellschaftliches Projekt über lange Zeit aufrecht erhalten haben. Ich habe an einer Universität von höchstem Niveau studiert und dafür musste ich nicht einen Centavo bezahlen. Das öffentliche Gesundheitssystem in Kuba gehört zu den besten und es ist kostenlos. Es hat also keinen Sinn, dass ich versuche ein Gebäude zum Einstürzen zu bringen, damit ich nachher auf der Straße stehe.

DAS ist beeindruckender als jede Ideologiedebatte. Und MEHR als allen Unkenrufen zum Trotz!
Ein kritischer Autor, der sein Land liebt und der sozialistische Errungenschaften nicht nur anerkennt sondern sich identifiziert!!!
Das klingt aber verdammt gut!

http://www.unionsverlag.com/info/link.as...onardo%20Padura


Bin gespannt was du zu erzählen hast.....




Also Padura kommt jetzt auch auf meinen Leseliste, ich kommen allerdings langsam echt nicht mehr hinterher...:-)


Warum die in dem Link eine Schriftgröße für Ameisen benutzen, ist mir echt ein Rätsel….


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#549

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.04.2013 10:45
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Zitat von Barbara im Beitrag #548


Leonardo Padura, heißt der oben benannte Schriftsteller und bedient sich der Mittel des Kriminalroms mit gesellschaftskritischem Hintergrund. (So wie Chandler den Kapitalismus, so Padura offensichtlich das sozialistische Cuba.)

Aber schau mal Vierkrug, das ist ein Zitat aus dem unten stehenden Link:

Seit Beginn der Achtzigerjahre gibt es eine gewisse Nachgiebigkeit in der kubanischen Kulturpolitik, aber doch immer innerhalb bestimmter Grenzen. Verstärken Sie dementsprechend ihre Kritik nicht, weil Sie nicht können?
Weil ich nicht will. Ich glaube nicht, dass eine Gesamtkritik des Gebäudes nötig ist, denn dieses Gebäude hat Säulen, die ein wichtiges gesellschaftliches Projekt über lange Zeit aufrecht erhalten haben. Ich habe an einer Universität von höchstem Niveau studiert und dafür musste ich nicht einen Centavo bezahlen. Das öffentliche Gesundheitssystem in Kuba gehört zu den besten und es ist kostenlos. Es hat also keinen Sinn, dass ich versuche ein Gebäude zum Einstürzen zu bringen, damit ich nachher auf der Straße stehe.

DAS ist beeindruckender als jede Ideologiedebatte. Und MEHR als allen Unkenrufen zum Trotz!
Ein kritischer Autor, der sein Land liebt und der sozialistische Errungenschaften nicht nur anerkennt sondern sich identifiziert!!!
Das klingt aber verdammt gut!


Mein Sohn nebst Freundin sind für ein paar Tage in Richtung Kopenhagen und Göteborg aufgebrochen - sie liebt Kopenhagen. Und Nordseekrabben gibt es morgen in Husum, wenn es zum Markt geht.

Die Position von Leonardo Padura ist eigentlich auch kennzeichnend für die Grundhaltung der Mehrheit der Cubaner.
Ich will aber auch nicht verheimlichen, dass es auch gegensätzliche Meinungen und Haltungen in der Bevölkerung zur Politik der PCC gibt, die sich auch in "oppositionelle" Gruppierungen zusammen gefunden haben.
Nur sind diese Gruppierungen in ihren Zielsetzungen zu unterschiedlich und besitzen auch keine Massenbasis. Sie sind auch von der Mitgliederzahl her überschaubar. Auch gibt es auf Grund der Unterschiedlichkeit der Ziele kein Miteinander bzw. abgestimmtes Handeln.
Ernst zu nehmen ist die Gruppe, die sich gegen den Führungsanspruch und die Führungsrolle der PCC in der cubanischen Gesellschaft formiert hat. Aber sie ist verschwindend klein.
Weitaus aggressiver sind die Positionen und Handlungen der Gruppe, die von den Miami-Cubanern finanziell und materiell unterstützt wird - auch durch den Fledermaus-Clan (Bacardi) und den USA. Das ist Konterrevolution pur und sie wollen ein Restauration der Zeiten von Batista und Cuba als das vorgelagerte Freudenhaus der USA in der Karibik. Dabei schrecken solche Protagonisten, wie Luis Posada, ein international bekannter Terrorist (Orlando Bosch gehörte bis 2011 auch in diese Kategorie) nicht davor zurück, mit ihren Sabotage - und Diversionsakten auch billigend das Leben von zahlreichen Cubanern in Kauf zu nehmen.

Muß jetzt erst einmal den PC herunterfahren - neue Updates aktivieren. Werde danach auf die Fragen im anderem Beitrag eingehen.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 10.04.2013 12:32 | nach oben springen

#550

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.04.2013 10:49
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mit dem Besuch einer Gala des Cubanischen Nationalballetts, eine der angesehensten Tanzkompanien der Welt, @Vierkrug

Da waren die wohl noch Komplett ? Ich habe erst kürzlich gelesen das sich ein Teil davon nach einem Gastspiel abgesetzt hat.



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#551

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.04.2013 11:02
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #550
mit dem Besuch einer Gala des Cubanischen Nationalballetts, eine der angesehensten Tanzkompanien der Welt, @Vierkrug

Da waren die wohl noch Komplett ? Ich habe erst kürzlich gelesen das sich ein Teil davon nach einem Gastspiel abgesetzt hat.


Das wird man wohl auch künftig nicht verhindern können - wie auch bei den Sportlern u.a.. Auch bei uns haben sich Künstler bei Gastspielen aus dem Staub gemacht.
Das Ensemble ist groß genug und auch reichhaltig mit Talenten bestückt, die ohne weiteres diese Lücken schließen werden. So werden andere Mitglieder des Ensemble zur Primaballerina bzw. zum Meistertänzer entwickelt. In der Qualität war auch kein Abbruch erkennbar bzw. ersichtlich.

Vierkrug


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#552

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.04.2013 12:30
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Zitat von Barbara im Beitrag #546


Hach ja! Der "Entwurf ins Ungewisse", aber nur der kann ja auch "das Gute" erschaffen...

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche." Che


Ich möchte hier unbedingt noch ein Zitat besteuern was 94 mal viel weiter oben gebracht hat und was ich immer schon nochmal gerne unterbringen wollte - weil es so toll ist -jetzt passt's:

Die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden, aber Zukünfte können erfunden werden.( Denes Gábor)

Hola, Du erweist Dich ja als Cuba-Insiderin !!!

Ist Havanna (das ich nicht kenne, ich war nie auf Cuba) also immer noch von so morbider Schönheit, wie man es von Fotos her kennt.....
Und hat Santiago eigentlich so einen komplett anderen Charakter, ist es "Schwarz" im Gegensatz zum "Weißen" Havanna? Spürt man das heute noch?

Havanna besitzt immer noch seine morbide Schönheit und ist nicht nur von der See her betrachtet, das weiße Havanna. Es ist mit Hilfe der UNESCO in der Altstadt von Havanna (Weltkulturerbe) schon Vieles rekonstruiert und renoviert worden. Aber noch nicht an allen Stellen. Die Ursachen sind auch hier vielschichtig. Man hat anfänglich, wie auch in der DDR der Erhaltung der vorhandenen "Altbausubstanz" zu wenig oder gar keine Bedeutung beigemessen. Die Folgen sieht man nicht nur an den Häuserzeilen am Malecon. Es gibt diesbezüglich noch sehr viel zu tun. Hinzu kommt, dass das Klima, die aggressive Seeluft auch schon an rekonstruierten bzw. renovierten Gebäuden wieder Spuren hinterläßt, die auch wieder beseitigt werden müssen. Ein sogenannter Teufelskreis.
In einigen Strassenzügen kämpft man vor allem darum, zumindest die historischen Fassaden zu erhalten und dahinter neu zu erbauen. Hier gibt es auch Unterstützung durch internationale Investoren, die dann später diese Objekte nutzen.
Weitaus schwieriger ist die Werterhaltung bei den Gebäuden, die sich im Privatbesitz befinden - und das ist in der Regel die überwiegende Mehrheit der Gebäude. Hier fehlen nicht nur materielle und finanzielle Mittel - hier zeigt sich auch oft Mañana, Mañana.
Mit der Öffnung des privatwirtschaftlichen Sektors haben auch Cubaner die Initiative ergriffen, einen Teil dieser Bausustanz in sogenannte Casa Particular (private Pensionen und Fremdenunterkünfte) auszubauen bzw. umzuwandeln - und das teilweise in sehr ansprechender Form.
Aber es gibt noch genügend Baustellen, nicht nur in Havanna.
Havanna als "weiße Stadt" verstehe ich auch so, dass hier vordergründig die spanischstämmige Bevölkerungsgruppe zweifelsohne in allen Bereichen des Lebens die Dominanz besitzt. Ausgeklammert dabei ist "Chinatown", dass von den Vietnamesen bewirtschaftet wird.

Santiago de Cuba - 1515 von Diego Velázquez gegründet und nicht nur durch das vorgelagerte Castillo de San Pedro de la Roca - auch unter dem Namen Castillo del Morro bekannt, ist und bleibt die heimliche Hauptstadt. Ja sie ist überwiegend durch die schwarze Bevölkerungsgruppe geprägt, deren Vorfahren westafrikanische Sklaven waren, die von Haiti herüberkamen. Die Küche ist sehr kreolisch und schmeckt vorzüglich.
Santiago auch bekannt, dass hier die Familie Bacardi ihr heutiges Rumimperium aufbaute.
Auch wird Santiago die Wiege der cubanischen Revolution genannt, denn hier fand der Sturm auf die Moncada-Kaserne am 26.Juli 1953 statt. In Santiago verkündete Fidel Castro am 1. Januar 1959 den Sieg der cubanischen Revolution.



eine Freundin von mir, die Journalsitin ist und eher politisch "links" steht, hat ziemlich viel die Welt bereist und war öfter auf Cuba, und ist "kritisch" hingerissen!

Das kann ich nachvollziehen, denn auch ich bin kritisch hingerissen. Maße mir aber keine Bewertung und Beurteilung des Weges der PCC an, denn das ist ihr Weg und sie wissen was sie tun - auch wenn hin und wieder ihnen einige Stockfehler passieren, die aber reparabel waren und es auch noch sind.
Sie haben sich nach dem Sieg der Revolution auch nicht vor der Übermacht Sowjetunion und der KPdSU aus lauter Ehrfurcht und Demut in den Sand geworfen und gekuscht. Sie waren Rebellen und waren auch bis zum Zusammenbruch der Übermacht ihr gegenüber rebellisch. Beginnend im Verhältnis von Che gegenüber Anastas Mikojan und von Fidel gegenüber allen sowjetischen Führern die er zwischenzeitlich nicht nur politisch überlebt hat.
Auch Medwedew hat das bei seinem Besuch in Cuba zu spüren bekommen. Sie lassen sich nichts diktieren und vorschreiben - sie sind sehr lernfähig und begehen Fehler anderer nicht ein zweites Mal.
Die Cubaner sind nicht nachtragend - aber sie haben auch einige Dinge nicht vergessen. Und für ihren Stolz sind sie ohnehin bekannt.


Wirtschaftlich scheint ja einiges im Gang zu sein,

Das stimmt und man kann im Interesse des cubanischen Volkes nur hoffen, dass sich im deren Ergebnis auch ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessern werden.
Schäden wurden von Außen genug angerichtet. Auch von uns (ehemalige DDR). Ich nehme nur das Beispiel des vollkommen überdimensionierten Zementwerkes in Cienfuegos - ein Energiefresser, der noch nie seine konzipierte Leistung voll ausfahren konnte, da man dafür Unmengen von Erdöl benötigen würde, das woanders dringender gebraucht wird.
Man muß auch berücksichtigen, dass Cuba eine Insel im wahrstem Sinne des Wortes ist und auf äußere Versorgungen angewiesen ist. Diese Waren und Güter müssen erst einmal finanziell erwirtschaftet werden. Die dafür erforderlichen Devisen werden vordergründig über den zunehmenden Tourismus erwirtschaftet, aber auch über immaterielle Leistungen, wie die Hilfeleistungen im Auftrage der UNO auf Haiti und anderswo. Der Ausbau von Mariel dient u.a. auch der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Gegenwärtig findet im gesamten Land auch die Auseinandersetzung hinsichtlich der Arbeitsdisziplin statt. Hier werden z.Zt. noch gewaltige Produktivitätsreserven verschenkt. Dabei wird es nicht kampagnenhaft gemacht, wie wir es kennen mit der "Bassow-Methode" und anderen sowjetischen Neuerungen.


Ich bin natürlich total neidisch, wenn du von Hemmingways Wirkstätten schreibst und auf deinen "persönlichen" Schaukelstuhl auch :-)

Mußt Du nicht sein. Vielleicht ergibt sich auch für Dich die Möglichkeit, auf diesen Spuren zu wandeln.

Und auf das TAUCHEN!!!!!!
(Ich habe mal einen Versuch gemacht und sie haben vergessen mir den Bleigürtel umzulegen bei ansonsten voller Montour, du weißt was das bedeutet......

Aller Anfang ist schwer, beim Tauchen besonders. Ich kann mir Deine vergeblichen Abtauchversuche so richtig bildlich vorstellen.
Ich hatte bei meinem erstem Tauchgang jetzt auf Cuba 2 Kilo Blei zuviel am Gurt - hatte mich auf Grund der Wassertemperaturen für einen 3 mm - Shorty entschieden, aber das Blei für einen 5mm-Vollanzug gewählt. Unter Wasser benötigte aber ein anderer Taucher noch Blei, um sich besser austarieren zu können. Er hat es von mir bekommen. Er bedankte sich nach dem Tauchgang mit dem unter Tauchern üblichen Ritual 1 Kilo Blei = 1 Zigarette und ein Dekobier/-schnaps.


Aber Vierkrug, dass "ältere Herren" in Gluthitze auf Dächern rumklettern - muss das denn wirklich sein....................

Das mußte sein, um ohne Stromzufuhr die Warnwasserbereitstellung zum Waschen und Duschen stabiler und ausreichender zu gestalten. Jetzt werden 800 Liter Wasser in 4 x 200 Literfässern durch die Sonneneinstrahlung erwärmt. Zugleich eine sehr ökologische Lösung, wenn man davon absieht, dass die Wassermengen hinaufgepumpt werden müssen. Aber der dazu notwendige Stromverbrauch ist weitaus niedrger, als der zur Wassererwärmung.



Ich kann die Zukunft auch nicht vorhersagen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt .

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 10.04.2013 17:26 | nach oben springen

#553

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.04.2013 12:07
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #552
Zitat von Barbara im Beitrag #546


Hach ja! Der "Entwurf ins Ungewisse", aber nur der kann ja auch "das Gute" erschaffen...

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche." Che


Ich möchte hier unbedingt noch ein Zitat besteuern was 94 mal viel weiter oben gebracht hat und was ich immer schon nochmal gerne unterbringen wollte - weil es so toll ist -jetzt passt's:

Die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden, aber Zukünfte können erfunden werden.( Denes Gábor)

Hola, Du erweist Dich ja als Cuba-Insiderin !!!

Ist Havanna (das ich nicht kenne, ich war nie auf Cuba) also immer noch von so morbider Schönheit, wie man es von Fotos her kennt.....
Und hat Santiago eigentlich so einen komplett anderen Charakter, ist es "Schwarz" im Gegensatz zum "Weißen" Havanna? Spürt man das heute noch?

Havanna besitzt immer noch seine morbide Schönheit und ist nicht nur von der See her betrachtet, das weiße Havanna. Es ist mit Hilfe der UNESCO in der Altstadt von Havanna (Weltkulturerbe) schon Vieles rekonstruiert und renoviert worden. Aber noch nicht an allen Stellen. Die Ursachen sind auch hier vielschichtig. Man hat anfänglich, wie auch in der DDR der Erhaltung der vorhandenen "Altbausubstanz" zu wenig oder gar keine Bedeutung beigemessen. Die Folgen sieht man nicht nur an den Häuserzeilen am Malecon. Es gibt diesbezüglich noch sehr viel zu tun. Hinzu kommt, dass das Klima, die aggressive Seeluft auch schon an rekonstruierten bzw. renovierten Gebäuden wieder Spuren hinterläßt, die auch wieder beseitigt werden müssen. Ein sogenannter Teufelskreis.
In einigen Strassenzügen kämpft man vor allem darum, zumindest die historischen Fassaden zu erhalten und dahinter neu zu erbauen. Hier gibt es auch Unterstützung durch internationale Investoren, die dann später diese Objekte nutzen.
Weitaus schwieriger ist die Werterhaltung bei den Gebäuden, die sich im Privatbesitz befinden - und das ist in der Regel die überwiegende Mehrheit der Gebäude. Hier fehlen nicht nur materielle und finanzielle Mittel - hier zeigt sich auch oft Mañana, Mañana.
Mit der Öffnung des privatwirtschaftlichen Sektors haben auch Cubaner die Initiative ergriffen, einen Teil dieser Bausustanz in sogenannte Casa Particular (private Pensionen und Fremdenunterkünfte) auszubauen bzw. umzuwandeln - und das teilweise in sehr ansprechender Form.
Aber es gibt noch genügend Baustellen, nicht nur in Havanna.
Havanna als "weiße Stadt" verstehe ich auch so, dass hier vordergründig die spanischstämmige Bevölkerungsgruppe zweifelsohne in allen Bereichen des Lebens die Dominanz besitzt. Ausgeklammert dabei ist "Chinatown", dass von den Vietnamesen bewirtschaftet wird.

Santiago de Cuba - 1515 von Diego Velázquez gegründet und nicht nur durch das vorgelagerte Castillo de San Pedro de la Roca - auch unter dem Namen Castillo del Morro bekannt, ist und bleibt die heimliche Hauptstadt. Ja sie ist überwiegend durch die schwarze Bevölkerungsgruppe geprägt, deren Vorfahren westafrikanische Sklaven waren, die von Haiti herüberkamen. Die Küche ist sehr kreolisch und schmeckt vorzüglich.
Santiago auch bekannt, dass hier die Familie Bacardi ihr heutiges Rumimperium aufbaute.
Auch wird Santiago die Wiege der cubanischen Revolution genannt, denn hier fand der Sturm auf die Moncada-Kaserne am 26.Juli 1953 statt. In Santiago verkündete Fidel Castro am 1. Januar 1959 den Sieg der cubanischen Revolution.



eine Freundin von mir, die Journalsitin ist und eher politisch "links" steht, hat ziemlich viel die Welt bereist und war öfter auf Cuba, und ist "kritisch" hingerissen!

Das kann ich nachvollziehen, denn auch ich bin kritisch hingerissen. Maße mir aber keine Bewertung und Beurteilung des Weges der PCC an, denn das ist ihr Weg und sie wissen was sie tun - auch wenn hin und wieder ihnen einige Stockfehler passieren, die aber reparabel waren und es auch noch sind.
Sie haben sich nach dem Sieg der Revolution auch nicht vor der Übermacht Sowjetunion und der KPdSU aus lauter Ehrfurcht und Demut in den Sand geworfen und gekuscht. Sie waren Rebellen und waren auch bis zum Zusammenbruch der Übermacht ihr gegenüber rebellisch. Beginnend im Verhältnis von Che gegenüber Anastas Mikojan und von Fidel gegenüber allen sowjetischen Führern die er zwischenzeitlich nicht nur politisch überlebt hat.
Auch Medwedew hat das bei seinem Besuch in Cuba zu spüren bekommen. Sie lassen sich nichts diktieren und vorschreiben - sie sind sehr lernfähig und begehen Fehler anderer nicht ein zweites Mal.
Die Cubaner sind nicht nachtragend - aber sie haben auch einige Dinge nicht vergessen. Und für ihren Stolz sind sie ohnehin bekannt.


Wirtschaftlich scheint ja einiges im Gang zu sein,

Das stimmt und man kann im Interesse des cubanischen Volkes nur hoffen, dass sich im deren Ergebnis auch ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessern werden.
Schäden wurden von Außen genug angerichtet. Auch von uns (ehemalige DDR). Ich nehme nur das Beispiel des vollkommen überdimensionierten Zementwerkes in Cienfuegos - ein Energiefresser, der noch nie seine konzipierte Leistung voll ausfahren konnte, da man dafür Unmengen von Erdöl benötigen würde, das woanders dringender gebraucht wird.
Man muß auch berücksichtigen, dass Cuba eine Insel im wahrstem Sinne des Wortes ist und auf äußere Versorgungen angewiesen ist. Diese Waren und Güter müssen erst einmal finanziell erwirtschaftet werden. Die dafür erforderlichen Devisen werden vordergründig über den zunehmenden Tourismus erwirtschaftet, aber auch über immaterielle Leistungen, wie die Hilfeleistungen im Auftrage der UNO auf Haiti und anderswo. Der Ausbau von Mariel dient u.a. auch der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Gegenwärtig findet im gesamten Land auch die Auseinandersetzung hinsichtlich der Arbeitsdisziplin statt. Hier werden z.Zt. noch gewaltige Produktivitätsreserven verschenkt. Dabei wird es nicht kampagnenhaft gemacht, wie wir es kennen mit der "Bassow-Methode" und anderen sowjetischen Neuerungen.


Ich bin natürlich total neidisch, wenn du von Hemmingways Wirkstätten schreibst und auf deinen "persönlichen" Schaukelstuhl auch :-)

Mußt Du nicht sein. Vielleicht ergibt sich auch für Dich die Möglichkeit, auf diesen Spuren zu wandeln.

Und auf das TAUCHEN!!!!!!
(Ich habe mal einen Versuch gemacht und sie haben vergessen mir den Bleigürtel umzulegen bei ansonsten voller Montour, du weißt was das bedeutet......

Aller Anfang ist schwer, beim Tauchen besonders. Ich kann mir Deine vergeblichen Abtauchversuche so richtig bildlich vorstellen.
Ich hatte bei meinem erstem Tauchgang jetzt auf Cuba 2 Kilo Blei zuviel am Gurt - hatte mich auf Grund der Wassertemperaturen für einen 3 mm - Shorty entschieden, aber das Blei für einen 5mm-Vollanzug gewählt. Unter Wasser benötigte aber ein anderer Taucher noch Blei, um sich besser austarieren zu können. Er hat es von mir bekommen. Er bedankte sich nach dem Tauchgang mit dem unter Tauchern üblichen Ritual 1 Kilo Blei = 1 Zigarette und ein Dekobier/-schnaps.


Aber Vierkrug, dass "ältere Herren" in Gluthitze auf Dächern rumklettern - muss das denn wirklich sein....................

Das mußte sein, um ohne Stromzufuhr die Warnwasserbereitstellung zum Waschen und Duschen stabiler und ausreichender zu gestalten. Jetzt werden 800 Liter Wasser in 4 x 200 Literfässern durch die Sonneneinstrahlung erwärmt. Zugleich eine sehr ökologische Lösung, wenn man davon absieht, dass die Wassermengen hinaufgepumpt werden müssen. Aber der dazu notwendige Stromverbrauch ist weitaus niedrger, als der zur Wassererwärmung.



Ich kann die Zukunft auch nicht vorhersagen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt .

Vierkrug






Danke Vierkrug.
Ich glaube, dass Cuba wirklich unsere Aufmerksamkeit verdient, wegen allem.
Wir sollten auch immer wieder die konstruktiv-kritischen Stimmen hören, die Befürchtung, dass Kritik notwendigerweise system-destabilisierend ist, ist aus meiner Sicht Schnee von gestern - konstruktive Kritik wohlgemerkt - ber diese in aller Offenheit!


(wegen Bleigürtel: ich hatte keinen "Schwerpunkt mehr", was für ein ekliges Gefühl.....)


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#554

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.04.2013 17:56
von Barbara (gelöscht)
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Passend zu Vierkrugs Reisebericht habe ich gerade zufällig gefunden:


Cuba - Viva la vida!

http://videos.arte.tv/de/videos/cuba-viva-la-vida--7425298.html

Man beachte den Arte-Programmtext dazu:

Kuba hat laut seinen Gesundheitsbehörden eine bemerkenswerte Spitzenstellung: Es ist das Land, in dem es anteilig die meisten 100-Jährigen gibt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung sind es fünf Mal soviele wie in Japan, das lange Spitzenreiter war. Vor Jahren wurde ermittelt, was den betagten Kubanern gemeinsam sein soll, nämlich der Konsum von Kaffee, Zigarren und sexuelle Aktivität bis ins hohe Alter. Ist das "Laster" etwa das Rezept für ein langes, erfülltes Leben?

Die Dokumentation "Cuba - Viva la vida" begibt sich in Kuba auf die Suche nach dem Rezept für ein langes Leben: Aufschluss geben unter anderem tanzbegeisterte betagte Damen in Seniorentreffs, spielwütige Rentnerbands, ein 80-jähriger Automechaniker, ein 89-jähriger Kokosbauer, eine 97-jährige Schriftstellerin, eine 97-jährige Sängerin und die mit 127 Jahren vermutlich älteste Frau der Welt. Eines zumindest haben sie alle gemeinsam: Die unbedingte Lust am Leben!



Wer heute noch richtig gute Laune bekommen will, möge sich das bitte ansehen! :-))))


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#555

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 12.04.2013 12:27
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Danke für das tolle Video, meine persönliche Ansicht ist, wenn ein einfacher Lebensstandard in einem Land vorhanden ist, das Konsumdenken nicht existiert, die Nahrung noch Nahrung ist, der Mensch unabhängig vom Alter integriert und geachtet wird, kann er ein langes, angenehmes Leben erwarten.... In unserer jetzigen Gesellschaft dürfte das ein Problem sein - extremes Konsumdenken, Nahrung, die den Begriff Nahrung nicht mehr verdient, eine Pharmaindustrie die in der Lage ist, die Politik zu bestimmen usw.
Vielleicht verstehst du was ich meine,
Grüße aus Schwerin
E.Siemon


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#556

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 13.04.2013 14:47
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Ich freu mich, dass dir das Video gefallen hat und danke für deine Rückmeldung!
Man möchte glatt nach Cuba ins Seniorenheim nicht? :-)
Du hast Recht, durch diesen Turbokonsum werden letztlich die falschen Bedürfnsse befriedigt und auch immer wieder geweckt.
Das was wir alle eigentlich brauchen, nämlich Aufmerksamkeit, Zuneigung, menschliche Wärme kann man nicht kaufen.
Aber ich glaube, dafür können wir auch selbst sorgen, aufmerksamer durch's Leben gehen, mal Innehalten, Nachbarschaft und Freundschaften stärken, vieles liegt an uns selbst!
Unser Staat bietet uns doch eine Menge Möglichkeiten, es selbst anders zu machen.
Ich möchte hier mal ein Lob zum Beispiel auf unsere Seniorenheime loswerden bzw. deren Mitarbeiter:
meine Mutter war das letzte Lebensjahr in einem solchen und so gut versorgt und umhegt und gepflegt von den Mitarbeitern dort. Die Räume waren gemütlich, zum Teil mit den Liebslingsstücken der Bewohner gestaltet, es gab sehr viel körperliche Nähe für die Bewohner, liebevolle Ansprache, es wurden über die normale Versorgung hinaus Wünsche erfüllt (meine Mutter war ein sehr eigener Mensch und hatte viele Sonderwünsche :-))) Ich bin sehr gerne dort gewesen, habe mitgemacht, mir die Lebensgeschichten der alten Menschen angehört, Waffeln gebacken, gebastelt und so noch eine gute Zeit mit meiner Mutter leben dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar!
Den Mitarbeitern, die eine solch enorm wichtige gesellschaftliche Arbeit leisten ein ganz großes Lob!
Die müssten mindestens das dreifache an Gehalt bezahlt bekommen - und haben nie gemeckert.

Ein bisschen würde ich uns Deutschen etwas von dieser karibischen oder mediterranen Menatlität wünschen, die soviel mehr Musik und Leichtigkeit in ihrem Alltag haben. Wo es selbstverständlich, dass man bei jeder sich bietenden Gelegenheit tanzt. Das fällt uns ein bisschen schwer. und man wird sofort komisch angesehen, wenn man "aus der Rolle" fällt. Das sage ich aus eigener Erfahrung.....

Darf ich dich noch fragen ob "Boaspik" etwas zu essen ist?


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#557

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 13.04.2013 17:44
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Nein, "boaspik" ist nichts zum essen...so hieß früher mal mein Hund und ich habe diesen Namen übernommen :-)
Ich bin öfter in der Ukraine - meine Partnerin lebt dort- und ich fühle mich dort wohler, als hier in Deutschland, gut, das Leben ist einfach und nicht immer einfach, wenn man nicht gerade zur "Mafia" gehört (ist ironisch gemeint). Es gibt dort noch ein Miteinander, war auch bei dem jetzigen Winter gut zu spüren. Wir haben schon gelegentlich in der Metro getantzt, wäre hier nicht vorstellbar.. So ähnlich haben wir in der DDR auch gelebt, aus meiner Sicht war die Diktatur des Proletariats demokratischer, als die Diktatur des Kapitals... oh, da werden viele anderer Meinung sein, ich sehe es aber so.
Wünsche noch ein schönes Wochenende,
E.Siemon


Arnstädter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#558

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.04.2013 15:46
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von boaspik im Beitrag #557
Nein, "boaspik" ist nichts zum essen...so hieß früher mal mein Hund und ich habe diesen Namen übernommen :-)
Ich bin öfter in der Ukraine - meine Partnerin lebt dort- und ich fühle mich dort wohler, als hier in Deutschland, gut, das Leben ist einfach und nicht immer einfach, wenn man nicht gerade zur "Mafia" gehört (ist ironisch gemeint). Es gibt dort noch ein Miteinander, war auch bei dem jetzigen Winter gut zu spüren. Wir haben schon gelegentlich in der Metro getantzt, wäre hier nicht vorstellbar.. So ähnlich haben wir in der DDR auch gelebt, aus meiner Sicht war die Diktatur des Proletariats demokratischer, als die Diktatur des Kapitals... oh, da werden viele anderer Meinung sein, ich sehe es aber so.
Wünsche noch ein schönes Wochenende,
E.Siemon



Ich meinte wegen des -aspik :-)
Schön ist was du von der Ukraine erzählst und ich kann dich sehr gut verstehen. Und deine "Meinung" auch!
Habt ihr in der Metro = U-Bahn getanzt?? Ich habe neulich nachts mit ein paar Straßenmusikern Musik gemacht, und es wurde - getanzt :-) Das Leben ist schön und man soll es genießen.
Einen schönen Sonntag dir!
Barbara


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#559

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 14.04.2013 17:28
von boaspik | 19 Beiträge
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Hallo Barbara,
es war eine Metro-Station, wo Leute Musik machten, einige tanzten und wir, als wir dazu kamen auch, dort hat man mehr Möglichkeiten zum tanzen, auch ein Altersunterschied spielt keine Rolle. Wenn ich dort Arbeit finde (ist dort auch sehr schwierig, fast wie in Deutschland) ziehe ich dort hin. Es ist ein schönes Land und wir fahren öfter auf die Krim - ist im Juli/August wieder geplant, zum Teil mit Rucksack und Zelt.
Ich habe vor einiger Zeit eine Seite eingerichtet "www.helfen-mit-bilder.de" vielleicht kennst du Leute, die daran Interesse haben um das zu nutzen...
Grüße aus Schwerin,
Eberhard


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#560

RE: mañanaMeine „deutsche(n) Frage(n)“

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 15.04.2013 11:46
von Barbara (gelöscht)
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Hallo Eberhard,

danke für den Hinweis auf deine Seite. Das ist ja eine interessante Sache, die du da vorhast. Ich drücke dir alle Daumen dafür. Hast den Link ja hier schonmal hier gepostet, und vielleicht fällt dem ein oder anderen Fori etwas ein dazu. Vielleicht ist ja auch eine Idee, dass du eigene Fotos auf deiner Seite hochlädst? Zum Beispiel aus der Ukraine? Von der Krim? Was würdest du denn eigentlich unterstützen wollen? Lokale Projekte in der Ukraine?
Auf jeden Fall finde ich sehr toll, dass du dir solche Gedanken machst.

Nochmal wegen tanzen:
ich glaube, das ist ein bisschen "deutsch". Unsere Mentalität ist eher gehemmt. Und wenn man "älter" wird "darf" man angeblich bestimmte Sachen nicht mehr - mir ist das schon lange sooo egal.

Hier mal ein schöner Spruch dazu:

Sei, wer du bist und sag, was du fühlst! Denn die, die das stört, zählen nicht - und die, die zählen, stört es nicht! (Theodro Seuss Geisel)

In diesem Sinne - herzlicher Gruß!
Barbara


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