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#61

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2012 17:30
von Alfred | 7.907 Beiträge | 3994 Punkte
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Erik,

dies mag sich alles recht nett lesen.

Einiges hat für mich aber einen sehr eigenen Beigeschmack.

Es darf sich aber jeder seine eigene Meinung bilden.



erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#62

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2012 17:47
von erkoe | 301 Beiträge | 2 Punkte
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Ja klar Alfred, ich schildere hier meine rein subjektiven Erlebnisse aus einem sehr schmalen Blickwinkel. Es mag auch sein, dass der zeitliche Abstand eine Rolle spielt, manche diese Zeit anders erlebt haben und ich sicher nicht der professionell schreibenden Zunft angehöre. Eins möchte ich aber festgestellt wissen: Nichts hinzugedichtet!!!

VG Erik


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


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#63

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2012 21:04
von frank | 1.753 Beiträge
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Zitat von erkoe im Beitrag #30
Update 21.07.2012 - Der 7. Oktober 1989

Nachdem ich Klaus und seinem „BS“ abgesagt hatte, latschte ich mir weiter die Hacken auf der Platte ab und wurde immer mehr mit der sich ändernden politischen Situation in der DDR konfrontiert.

Sowohl auf dem Alexanderplatz, als auch am Brandenburger Tor kam es aus Sicht unserer Führung permanent zu 220ern. Viele meiner Kollegen und ich selbst auch trollten sich bei entsprechendem Funkverkehr vom Platze. Der Prozess des Umdenkens ging in der DVP zwar etwas langsamer voran, hatte die Behörde aber zu diesem Zeitpunkt schon erreicht. Dachte ich… bis zum 07.10.1989.

Wieder mal Spätschicht.In der Allee der Kosmonauten bestieg ich wie gewohnt die Linie 18 und stellte sogleich fest: Massig Leute in der Bahn. Wo wollen die denn alle hin? Und was quatschen die für einen Stuss zusammen? Demo, Aufstand, Party, tralala…. Ich hielt mich bedeckt.

Als ich Ecke Hans-Beimler-Str./Mollstr. aus der Tram ausstieg sah ich das Dilemma und auf einen Schlag machten die Diskussionen in der Tram Sinn. Menschen über Menschen. Eingegrenzt (ich vermeide bewusst den Begriff eingekesselt) von mehreren Ketten BePo. Was tun? Ich musste ja irgendwie zur Dienststelle. Da ich nicht gerade der kleinste Zeitgenosse war, grub ich mich durch die aufgewühlten Massen und stand auf einmal vor der ersten BePo-Kette. Alles junge Kerle, genau wie ich. Volle Montur am Körper, Helm, Schild, Knüppel lang. Mir ging tierisch die Muffe. Und ich denke mal, den Kameraden auch. OK, dies hatte ich realisiert und wollte nun gewiss keinen Stress. Ich suchte einen Offizier und dieser lotste mich nach Ansicht meines Dienstausweises durch die Reihen.

Mit etwas Abstand betrachtete ich das „Schauspiel“. Ich muss hier ehrlich gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, was da eigentlich abgegangen ist. Gebrüll auf beiden Seiten, gelegentliche Hiebe mit dem Knüppel, Megafon-Durchsagen und plötzlich eine seltsame Ruhe.

Ich hatte noch ein bisschen Zeit, blieb vor dem PdVP stehen und wurde so Zeuge einer makaberen Aktion: Die erste Kette BePo machte den Demonstranten Platz, indem sie nach links und rechts auseinander ging und sich am Straßenrand wieder aufstellte. Derweil drückte die Menschenmenge in Richtung 2. Kette. Als militärisch Vorgebildeter wusste ich eigentlich, was gleich passieren würde. Und so war‘s dann auch. Die 1. Kette schloss sich wieder und die eingeschlossenen Demonstranten wurden mit dem Knüppel lang bearbeitet. Männer, Frauen und auch Kinder. Ich wandte mich ab, ging um die Ecke, hockte mich auf einen Poller und rauchte erst mal eine. Dann ab in die Dienststelle…

Es wurde vor der Schichteinweisung viel geraucht und wenig gesprochen. Meine Kollegen hatten ja selbige Bilder vor Augen wie ich. Plötzlich stand die Bulldogge im Raum und meinte allen Ernstes, dass draußen die Konterrevolution toben würde. Er versuchte uns auf Linie zu bringen, mit mäßigem Erfolg. Wir waren dazu auserkoren, feindliche Kamerateams im Zentrum Berlins an ihrer Berichterstattung zu hindern. OK dachte ich, wenigstens keine Frauen und Kinder….

Ich war hin- und hergerissen. Das menschliche Gefühl wich allerdings langsam dem Gefühl der Pflichterfüllung. Beruhigt von dem Gedanken, dass keine Waffen ausgegeben wurden, machte ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg Richtung Platte. Die BePo hatte den gesamten Bereich abgesperrt und wir gelangten über die Keibelstr. zum Alex. Irgendwie gespenstisch. Kein Mensch kam uns entgegen. Was mir erst später auffiel: Wir waren zu fünft. Sonst nur zu zweit. Lösung: Die dienstliche Aufgabe - Kamerateams an ihrer Arbeit hindern. Da wären wir zu zweit wohl überfordert gewesen.

Auf der Platte war nichts los, wie auch. Wir standen rum und hörten aus einiger Entfernung die Sprechchöre der Demonstranten. Das Ziel war klar: Der Palast der Republik. Dort fand zu gleicher Zeit die Festveranstaltung zum Geburtstag der DDR statt. Wir hörten die verschiedenen Kanäle ab und die Parole des Abends war klar: Den "Mob" daran zu hindern, den Palast zu erreichen.

Plötzlich kam über UDO die Nachricht, wir sollten uns im Kreuzungsbereich Greifswalder Str./Am Friedrichshain einfinden. Angeblich drehte dort das ZDF mit dem damaligen Ober-Ost-Hasser Brüssau als Korrespondent. Wir sind natürlich gleich losgestochen und waren ca. 15 min. später vor Ort. Menschen über Menschen, die Straße quoll fast über, allerdings kein Brüssau und auch kein ZDF.

Mit geschultem Auge machten wir aber ein belgisches Kamerateam aus, welches gerade aus den Gebüschen rund um den Märchenbrunnen kroch. Der Kameramann kam als erster hoch und bekam einen Schwinger verpasst. Die Kamera fiel zu Boden und zerbrach. Allerdings reichte das unserem Streifenführer nicht. Was fehlte? Die Kassette. Diese war unter allen Umständen sicherzustellen. Meldung an UDO und wie schon gedacht, die entsprechende Rückmeldung: "Kassette sichern!"

Nun nahm eine Jagd ihren Anfang, für die ich mich heute noch schäme. Und ich weiß bisher nicht, was mich dazu bewogen hatte, dabei mitzumachen. Wahrscheinlich die Gruppendynamik, oder das Pflichtbewusstsein? Der Rest des Kamerateams war mittlerweile stiften gegangen, natürlich mit der Kassette. Wir haben die Typen unweit des Märchenbrunnens gestellt und derart verprügelt, dass sie nur noch nach ihrer Botschaft (Ambassade Belgique) brüllten. Die Kassette war schließlich da und wir rückten ab. Ich weiß genau, wir haben verletzte Menschen zurückgelassen, aber ich weiß nicht, was die Einsatzkräfte der BePo bzw. des MfS hinterher mit ihnen gemacht haben.

Auf dem Rückweg in die Keibelstr. habe ich so gezittert, dass ich mir nicht mal ne Zigarette anbrennen konnte. UDO klopfte uns allen verbal auf die Schulter und es gab wieder mal Kaffee. Die Hälfte der Tasse hab ich verschüttet.

Aber damit war der Abend noch nicht vorbei. Zurück auf die Platte. Mittlerweile hatte sich der "Mob" Stück um Stück nach vorn geschoben und Stand in Höhe Palasthotel. Insgeheim war ich froh, mit 4 Kollegen unterwegs zu sein. Wir hatten die Order, nur zu beobachten. Ins Getümmel stürzten sich andere Dienststellen. Die Genossen habe ich nicht beneidet, da gab's ordentlich auf die Mütze.

Ich habe an diesem Abend viele gleichaltrige Mädels und Jungens gesehen, auch viele, denen die BePo's im gleichen Alter den Knüppel übergezogen haben. Über das WARUM machte ich mir zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken. Die Bulldogge hatte korrekte politische Arbeit geleistet und für mich ging die Nacht unspektakulär zu Ende.

Für die "Zugeführten" allerdings nicht. Wir kamen zu nachtschlafender Zeit wieder in der Keibelstr. an. Was'n da los?? W50 im Minutentakt?? Welche Dienststelle dafür verantwortlich war, kann ich heute nicht mehr sagen, aber die Geschichte hat mein Gedächtnis überholt. Die Menschen mussten sich im Innenhof aufstellen, ein Uniformierter brüllte sie an und wies ihnen den Weg in Richtung Knast bzw. Keller. Es gab reichlich mit dem Knüppel lang und nach Dienstende hab ich mich erst mal ins gegenüberliegende Parkhaus begeben. Ganz nach oben... Dort bin ich eingeschlafen.

Auch am nächsten Morgen war rege Geschäftigkeit zu verzeichnen. Allerdings im umgekehrten Sinne. Die meisten der "Zugeführten" wurden wieder entlassen. Sie blickten mir in die Augen, ich bin diesem Blick ausgewichen, begab mich in die Dienststelle und fragte den Polit (Bulldogge), was letzte Nacht hier los war. Er meinte lapidar: "Die werden alle abgeurteilt.", schickte mich nach Hause und meinte ganz nebenbei, ich hätte jetzt dienstfrei. Wie so oft lief ich geradeaus und Erwin in die Arme. Ab durch die Hintertür und nach ner Pulle Wodka stellte sich endlich eine Art Tiefschlaf ein.

Am 09.10.1989 stand ich wieder auf der Platte... Und die Geschichte nahm ihren Lauf, meinen noch nicht.

Fortsetzung folgt...



ich weiß über die chaotischen zustände jenes tages aber um den 'roten faden' mal kurz fallen zu lassen , dir ist doch sicher bekannt das ihr in ein bereits gesicherten bereich geschickt werdet ? warum dort ihr ? wozu ? journalisten waren das tagesgeschäft !!!



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#64

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2012 12:32
von erkoe | 301 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Frank,
ein interessanter Aspekt. Du hast Recht, wir hatten eigentlich die Order, auf der Platte die Augen offen zu halten und eventuelle Gruppierungen zu melden. Dies schloss auch Kamerateams und Journalisten ein. Wie gesagt: "Zu melden". Wir waren selbst überrascht, dass man uns nach "außerhalb" beorderte. Gründe wurden nicht genannt. Allerdings möchte ich nicht von einem gesicherten Bereich sprechen. Ecke Beimler/Am Friedrichshain war das totale Chaos und vielleicht gibst du mir soweit Recht, dass auch ihr die Lage nicht mehr unter Kontrolle hattet. Menschen von 3 Seiten auf die Beimlerstr. drauf und das Ganze dann in Richtung Alex. Ich denke mal, wir wurden als "Verstärkung" eingesetzt. Ohne meiner Chronologie über die OFG II vorgreifen zu wollen: Wir hatten lediglich ein anderes Dienstbuch...

VG Erik


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zuletzt bearbeitet 29.07.2012 12:32 | nach oben springen

#65

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2012 12:53
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Zitat von erkoe im Beitrag #28
Er hat mir die Wahrheit gleich noch mitgegeben: Unter dem Deckmantel des BS Palast der Republik/Palasthotel suchte man zivilisierte Genossen, welche in der Lage waren, Kontakte zu Besuchern/Hotelgästen zu knüpfen. Bezüglich des Palastes war auch angedacht, eventuelle „Störer“ auszumachen, zu melden und zu entfernen. Als Anreiz für die Anwerbung diente auch der so genannte Kleidergutschein, eine monatliche Zuwendung für Klamotten (z.B. Anzüge und Krawatten) um seine Legende untermauern zu können.

...

Nachsatz: Nachdem ich wusste, wo ich hinzuschauen hatte, sah ich Klaus noch oft. Im Palast der Republik, wenn wir uns bei Schlechtwetter ein Nickerchen in einem der gemütlichen roten Sesseln gönnten…



Tatsächlich waren im PdR Kräfte des Betriebsschutzes der VPI Mitte in Uniform und Kräfte der BS-Kriminalpolizei der VPI Mitte in Zivil eingesetzt. Deren Wache befand sich im Öffentlichkeitsbereich des Erdgeschoßes, Eingang Platzseite in Richtung Postamt. Offiziell ausgewiesen haben sich die MA der K mit dem Ausweis der regulären OuS-Kräfte.

War mir bisher nicht bekannt, wurde jedoch von einem ehem. Wachoffizier des PdR so bestätigt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.07.2012 17:33 | nach oben springen

#66

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2012 21:03
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glaube darüber hätte man uns informiert ,hoffe ich doch !, aber in dieser ausnahmesituation kann man ja zurückrudern , aber muß nicht !!



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#67

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2012 22:35
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Zitat von erkoe im Beitrag #64
Hallo Frank,
ein interessanter Aspekt. Du hast Recht, wir hatten eigentlich die Order, auf der Platte die Augen offen zu halten und eventuelle Gruppierungen zu melden. Dies schloss auch Kamerateams und Journalisten ein. Wie gesagt: "Zu melden". Wir waren selbst überrascht, dass man uns nach "außerhalb" beorderte. Gründe wurden nicht genannt. Allerdings möchte ich nicht von einem gesicherten Bereich sprechen. Ecke Beimler/Am Friedrichshain war das totale Chaos und vielleicht gibst du mir soweit Recht, dass auch ihr die Lage nicht mehr unter Kontrolle hattet. Menschen von 3 Seiten auf die Beimlerstr. drauf und das Ganze dann in Richtung Alex. Ich denke mal, wir wurden als "Verstärkung" eingesetzt. Ohne meiner Chronologie über die OFG II vorgreifen zu wollen: Wir hatten lediglich ein anderes Dienstbuch...

VG Erik


vorher war's aber schon greifswalder / friedrichs.. oder wer rudert hier zurück ?



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#68

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2012 23:07
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Zitat von frank im Beitrag #67
Zitat von erkoe im Beitrag #64
Hallo Frank,
ein interessanter Aspekt. Du hast Recht, wir hatten eigentlich die Order, auf der Platte die Augen offen zu halten und eventuelle Gruppierungen zu melden. Dies schloss auch Kamerateams und Journalisten ein. Wie gesagt: "Zu melden". Wir waren selbst überrascht, dass man uns nach "außerhalb" beorderte. Gründe wurden nicht genannt. Allerdings möchte ich nicht von einem gesicherten Bereich sprechen. Ecke Beimler/Am Friedrichshain war das totale Chaos und vielleicht gibst du mir soweit Recht, dass auch ihr die Lage nicht mehr unter Kontrolle hattet. Menschen von 3 Seiten auf die Beimlerstr. drauf und das Ganze dann in Richtung Alex. Ich denke mal, wir wurden als "Verstärkung" eingesetzt. Ohne meiner Chronologie über die OFG II vorgreifen zu wollen: Wir hatten lediglich ein anderes Dienstbuch...

VG Erik


vorher war's aber schon greifswalder / friedrichs.. oder wer rudert hier zurück ?


Sei mal bitte nicht so pingelig!
Denn genau da wo die Strasse Am Friedrichshain auf die Kreuzung trifft endete die Beimler Str. und die Greifwalder Str. beginnt. Ist also ein Frage der Annäherung an diese Kreuzung und kein "rudern".
Vom Alex kommend war es die Hans-Beimler-Str., Heute: Otto-Braun-Str.

Gruß
Nostalgiker

PS.: Muß das noch konkretisieren:
Die Kreuzung heißt "Platz am Königstor" auf ihn münden 'Am Friedrichshain', 'Friedensstr.', 'Prenzlauer Berg' und 'Hans Beimler Str.' (Otto Braun Str.) ob der Platz zu DDR Zeiten auch so hieß weiß ich nicht aber im Sprachgebrauch war es 'Königstor' und jeder wußte was wo gemeint war (Voraussetzung er ist Berliner und kennt sich in seinem Kietz inklusive Geschichte ein wenig aus....)


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 29.07.2012 23:14 | nach oben springen

#69

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.07.2012 22:22
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #68
Zitat von frank im Beitrag #67
Zitat von erkoe im Beitrag #64
Hallo Frank,
ein interessanter Aspekt. Du hast Recht, wir hatten eigentlich die Order, auf der Platte die Augen offen zu halten und eventuelle Gruppierungen zu melden. Dies schloss auch Kamerateams und Journalisten ein. Wie gesagt: "Zu melden". Wir waren selbst überrascht, dass man uns nach "außerhalb" beorderte. Gründe wurden nicht genannt. Allerdings möchte ich nicht von einem gesicherten Bereich sprechen. Ecke Beimler/Am Friedrichshain war das totale Chaos und vielleicht gibst du mir soweit Recht, dass auch ihr die Lage nicht mehr unter Kontrolle hattet. Menschen von 3 Seiten auf die Beimlerstr. drauf und das Ganze dann in Richtung Alex. Ich denke mal, wir wurden als "Verstärkung" eingesetzt. Ohne meiner Chronologie über die OFG II vorgreifen zu wollen: Wir hatten lediglich ein anderes Dienstbuch...

VG Erik


vorher war's aber schon greifswalder / friedrichs.. oder wer rudert hier zurück ?


Sei mal bitte nicht so pingelig!
Denn genau da wo die Strasse Am Friedrichshain auf die Kreuzung trifft endete die Beimler Str. und die Greifwalder Str. beginnt. Ist also ein Frage der Annäherung an diese Kreuzung und kein "rudern".
Vom Alex kommend war es die Hans-Beimler-Str., Heute: Otto-Braun-Str.

Gruß
Nostalgiker

PS.: Muß das noch konkretisieren:
Die Kreuzung heißt "Platz am Königstor" auf ihn münden 'Am Friedrichshain', 'Friedensstr.', 'Prenzlauer Berg' und 'Hans Beimler Str.' (Otto Braun Str.) ob der Platz zu DDR Zeiten auch so hieß weiß ich nicht aber im Sprachgebrauch war es 'Königstor' und jeder wußte was wo gemeint war (Voraussetzung er ist Berliner und kennt sich in seinem Kietz inklusive Geschichte ein wenig aus....)


bin nicht pinglig , strassennahmen hin oder her , kammerateam aus belgien am märchenbrunnen?würde ich sagen arbeitsauftrag verfehlt !! ist ja auch nicht so interressant wo die leute hinlaufen ? wenn sie dort dennoch drehen wollten war das ja wohl meiner meinung nach , im bezug auf die protokollstrecke , die aufgabe anderer kräfte aus der liebermannstrasse !!!
gruß F.



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#70

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 06.08.2012 00:20
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Hallo @erkoe,
bin aus dem Urlaub zurück und habe gerade mit Begeisterung&Spannung deine Schilderungen aus jener Zeit gelesen.
Sie lassen sich wirklich sehr gut lesen.
Man kann sich förmlich in manche Situation "reinversetzten".
Die Art und Weise deiner Schreibweise spricht mich an,auch mit welchem Ziel dein Weg begann,wie du eigenes Handeln und Befehle für dich selbst hinterfragst,deine ehrlichen Gedanken und Zweifel,etc. darstellst.
Willkommen im Forum,weiter so.

Gruß ek40


erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 06.08.2012 22:19
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Zitat von ek40 im Beitrag #70
Hallo @erkoe,
bin aus dem Urlaub zurück und habe gerade mit Begeisterung&Spannung deine Schilderungen aus jener Zeit gelesen.
Sie lassen sich wirklich sehr gut lesen.
Man kann sich förmlich in manche Situation "reinversetzten".
Die Art und Weise deiner Schreibweise spricht mich an,auch mit welchem Ziel dein Weg begann,wie du eigenes Handeln und Befehle für dich selbst hinterfragst,deine ehrlichen Gedanken und Zweifel,etc. darstellst.
Willkommen im Forum,weiter so.

Gruß ek40


ja , wie man jurnalisten verprügelt und menschen unsanft aus dem lkw zieht ?? 'gute nacht' zivillisation !!!



erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 06.08.2012 22:43
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hallo frank, vielen dank für deinen einwurf, da möchte ich doch gleich antworten. ich war zu diesem zeitpunkt ein ziemlich junger bursche und bei der k berlin noch ziemlich grün hinter den ohren. man könnte es treffend dahingehend beschreiben: mitläufer. aber ich ziehe hier für mich heute eine grenze, die es damals nicht gab. ich hatte weiter oben schon beschrieben, dass die politische entwicklung zu dieser zeit nicht meine war und ich auch kein einsehen hatte. verblendet eben. die sache mit den journalisten hing mir in der denke bestimmt noch einen monat an, in stillen momenten. mehr nicht. ich habe erst viel später begriffen, in welches räderwerk man hineingeraten kann. kurz und knapp: jung und dumm. wenn du ne mußestunde hast, lies dir einfach alles mal in ruhe durch, vielleicht wirds dann deutlicher. die nächste fortsetzung wird dann auch in kürze geliefert...

danke dir und viele grüße
erik


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zuletzt bearbeitet 06.08.2012 23:00 | nach oben springen

#73

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 07.08.2012 00:04
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Update 06.08.2012 - Die Partei, die Partei, die hat immer Recht....

Des Rätsels Lösung war schnell gefunden. Die Bulldogge hatte eine kurzfristige Parteiversammlung für alle 4 (!) Dienstschichten einberufen. Somit war die Platte für alle Konterrevolutionäre und Schwarzhändler freie Zone. :-) Die Dienstfreien, so wie ich, zogen die entsprechende Schnauze, die diensthabenden Kollegen freuten sich über die verlängerte Pause.

Wir trafen uns dann alle in einem Konferenzraum des PdVP und Major F. eröffnete die Veranstaltung. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dem Gestammel des Genossen nicht so recht folgen konnte, da Erwins Cola-Wodka vom Vortage noch seine Spuren in meinem Gehirnskasten hinterließ. Was ich allerdings mitbekam: Die Bulldogge war ziemlich aufgeregt, irgendwie durch den Wind. Das machte mich stutzig und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass dieser sonst so souveräne Mensch allmählich die Fassung verlor.

Grund dafür könnten auch die Äußerungen der Kollegen Kalle und Volker gewesen sein, die unseren Einsatz am 07.10. arg in Frage stellten. Ich hab so manche Parteiversammlung mitgemacht, aber was hier abging, hatte ich noch nicht erlebt. Es gab WIDERSRUCH! Während Genosse F. versuchte, uns auf Kurs zu halten, die Konterrevolution verteufelte, an den 17. Juni 1953 erinnerte, sich auf den Eid der VP berief... Hoppla. Kalle stand auf und fragte, was wohl der Eid der VP mit der Partei zu tun hätte... Die blanke Provokation. Die Dogge schnaufte, trat vom Rednerpult zurück, setzte sich auf seinen Platz und in meinen Augen hatte er in diesem Moment registriert, dass ihm nicht alle Genossen ins letzte Gefecht folgen würden.

Für mich persönlich hatte dieses Treffen eigentlich keine Bewandtnis. Ich befand mich weiterhin auf Kurs, sah allerdings meine akademische Laufbahn in Gefahr und beging in diesem Moment wohl den Fehler meines Lebens. Als der Genosse F. meine Intention bemerkte, nahm er mich in einem unbeobachteten Moment beiseite und erklärte folgendes: "Junge, für deinen Einsatz wird man dir noch dankbar sein...". Ich sagte ihm zwar, dass ich nicht sein Junge sei, aber dies hat er irgendwie nicht mehr registriert. Ich fuhr mit der 18 wie immer nach Hause und machte mir keine Gedanken. Nach einem Tag dienstfrei hatten wir die Platte wieder in der Hand. Komisch, irgendwas war anders. Wir meldeten UDO verschiedene 220er... UDO meinte lapidar: "Dokumentieren! Nicht eingreifen!!!"

Ich konnte mir keinen Reim drauf machen, die älteren "Nachwuchskader" schon. Ich fragte Kalle, was denn hier los sei, er meinte lakonisch: "Das war's jetzt...". Und er behielt Recht.

Als eine der ersten Berliner "K"-Einheiten wurde die OFG II noch vor dem Abtritt Honeckers am 18.10.89 ihrer Aufgaben enthoben und in die wirkliche Fahndung des PdVP integriert. Mit Erfolg. Wir kannten ja jeden Spalt zwischen dem BBT, den Hackeschen Höfen oder der Berliner Mitte und hatten so Manchen auf dem Stuhl, der vielleicht auch in diversen Polizeirufen eine Rolle gespielt hätte.

Ich werde auf die Auflösung noch einmal gesondert eingehen....

Fortsetzung folgt...


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#74

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 07.08.2012 22:15
von Vogtländer (gelöscht)
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Guten Abend!
Will ja nicht ungeduldig sein,aber mich würde schon interressieren,wie es nun aus Sicht von erkoe weiterging und welche Erfahrungen er gesammelt hat beim Umbruch,in der Nachwende- und Übergangszeit zur Wiedervereinigung sowie im vereinten Land.
Schreib mal weiter!


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#75

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.08.2012 06:55
von Merkur | 1.239 Beiträge | 911 Punkte
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Zitat von erkoe im Beitrag #73
Als eine der ersten Berliner "K"-Einheiten wurde die OFG II noch vor dem Abtritt Honeckers am 18.10.89 ihrer Aufgaben enthoben und in die wirkliche Fahndung des PdVP integriert.



Da liegst Du in der zeitlichen Einordnung gut einen Monat daneben. Am 17. November 1989 entschied der Leiter K des PdVP aufgrund der veränderten kriminalpolizeilichen Lageentwicklung die Kräfte der OFG 2 abzuziehen und umzuverteilen.



erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.08.2012 09:19
von erkoe | 301 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Merkur,
man merkt dann doch irgendwo, dass das Zeitgefühl nach über 20 Jahren ein wenig verloren gegangen ist. (wobei, ein Monat ist dann nicht der Rede wert )
Hab vielen Dank für deine Info, ich werd's entsprechend korrigieren.

VG
Erik

Nachtrag: Hast du vielleicht ne Ahnung, wie der stv. Dienststellenleiter (OSL d. K) hieß? Ich überlege ohne Ende, komme aber nicht mehr auf den Namen.


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


zuletzt bearbeitet 08.08.2012 09:21 | nach oben springen

#77

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.08.2012 13:58
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Zitat von erkoe im Beitrag #20
Polizeischule Neustrelitz - Wieder Uniformträger

(Zitat @erkoe Auszug)

Und dann schlug das Schicksal unerbittlich zu. Tino kam völlig zu aus dem Kasino. Die Nordlichter (5. oder 6. Stock) hatten den Sachsen schon auf der Rechnung, stellten die Boxen des Plattenspielers ans Fenster und gaben Vollgas. Tino tanzte vor dem Block und entledigte sich dabei seiner Kleidung. Ich hab's gesehen, raus aus dem Fenster, Tino geschnappt und kurz vor dem Eingang vom OvD gestellt.

Trotz Tino's Intervention am nächsten Tag war der Lehrgang für mich zu Ende. Die Bulldogge kam extra aus Berlin und ich konnte vom Glück reden, dass ich nach meinen Verfehlungen noch Kandidat und K-HWM sein durfte. Das Ganze ca. 3 Wochen vor der Abschlussprüfung.

So latschte ich dann weiter unbewaffnet auf der Platte rum. Bis zum 07.10.1989.

Fortsetzung folgt....




Hallo @erkoe,

ich hätte hier mal ein paar Fragen, weil ich einiges nicht so richtig verstehe bzw. nachvollziehen kann.

- was waren denn "...die Nordlichter..." aus dem 5. oder 6. Stock? Und was bedeutete "...den Sachsen schon auf der Rechnung..."?

Und wieso bist Du mit (vorzeitigem) Lehrgangsverweis geflogen? Weil Du Deinem Kumpel Tino geholfen hast und ihr dummer Weise dem OvD in die Arme gelaufen seit? Eher sehe ich doch bei Deinem Kumpel die Verfehlung, Du wolltest ihm doch nur auf einer Art helfen, das er bei seinem alkoholbedingtem Striptease sich nicht total zum Gespött machte bzw. nicht noch mehr Aufsehen damit erregte. Was ist oder war denn an solch einer Handlung so verwerflivch?


josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#78

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.08.2012 22:34
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Hallo josy,

du musst dir das wie folgt vorstellen: Erdgeschoss die Bezirke Suhl, Erfurt, Halle usw., 1.Stock Berlin, Frankfurt, Potsdam, 2. Stock die Republik nach oben. Im 5. Stock residierten die Genossen der Bezirke Rostock, Neubrandenburg und Schwerin. Darum auch "Nordlichter". Tino konnte eigentlich keiner leiden. Er hatte aber auch einen sch**** Job und sich nicht darum gerissen, unser Lehrgangsältester zu sein. Ich mochte ihn vom ersten Augenblick an (Leipziger Bahnhof) und wir haben so manches Gefecht ausgetragen. Ein kurzes Bespiel: Wir fuhren im Zug von Leipzig nach Neustrelitz, ordentlich Wodka in der Tasche... Tino klaute mir mein Dienstbuch aus dem Anorak, ich hatte mir dann vor Angst in die Hose usw... Wir standen dann am KDL der Polizeischule und er gab mir mit einem Lächeln den Ausweis zurück.

Aber Tino konnte auch anders. Im Laufe der Zeit nahm er seinen Job mehr als ernst. Und um deine Frage zu beantworten: Ich war ja durch 0,3 Promille vorbelastet. Fleppe wech, Kutscher war ich dann auch nicht mehr. Tino strippte, ich holte ihn von der Straße und der OvD machte sich sein eigenes Bild, meldete dies und die Bulldogge kam extra aus Berlin angereist.

Ich war halt ein unbequemer Zeitgenosse. Bezüglich "auf der Rechnung haben...": Wie schon beschrieben, Tino war nicht sehr beliebt. Aber stell dir mal folgendes vor: 250 Kameraden und die bringst du jetzt alle unter einen Hut... Mehr muss ich ja jetzt nicht mehr schreiben, oder?


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josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Resümee einer Jugend...

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 08.08.2012 22:49
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@erkoe, alles klar, nochmals danke für die Antwort.

Kann ich mir schon gut vorstellen, das man bei bestimmten Funktionen und wachsender Zahl der Beteiligten sich nicht überall beliebt macht und insbesondere die primitiven Neider mit der noch besseren hirnlosen Klappe schnell gegen sich hat, dazu gesellt sich dann schnell noch eine zwar etwas geistig höher gestellte Mitläufertruppe, die aber trotzdem vom IQ her eher unterdurchschnittlich mit Gehirnmasse ausstaffiert ist. Keine gute Komposition!

Damals wie Heute gilt dabei auch die Weisheit: Neid ist der Grund allen Übels!

Soll heißen, viele würden bestimmte Funktionen oder Aufgaben gern ausführen, sind aber vom Grundsatz her innerlich dafür gar nicht bereit, auch viel zu feige (einfach den berühmten *rsch nicht in der Hose!) und vom Grundsatz her auch vom IQ, vom Fachwissen usw. her total ungeeignet. Es aber anderen dann nicht gönnen wollen, besonders wenn Diese vielleicht noch Erfolg haben, auch wenn dieser noch so klein ist!

Trotzdem, was er mehr oder minder als Dein Kumpel mit Deinem Dienstbuch gemacht hat..., , ich hätte ihm das erheblich übel genommen. Spaß in Ehren, aber sowas macht man einfach nicht...


josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#80

RE: Resümee einer Jugend...

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Zitat von erkoe im Beitrag #76
Nachtrag: Hast du vielleicht ne Ahnung, wie der stv. Dienststellenleiter (OSL d. K) hieß? Ich überlege ohne Ende, komme aber nicht mehr auf den Namen.


Der Leiter K im PdVP hatte, wie Du sicher weißt, mehrere Stellvertreter. Welchen meinst Du ?



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