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#1

Vorstellung Zeitzeugen

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.12.2011 07:11
von Tarnsat (gelöscht)
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Ich war damals genau in der Wendezeit in der letzten Baukompanie der DDR, die noch Spatenuniform trug und habe den Zerfall der NVA und heimlich heulende Offiziere gesehen, deren Welt zusammenbrach und alles live miterlebt.

Ich war gleichzeitig auch innerhalb von nur 12 Stunden (per Alarm) in der ersten Baukompanie gelandet, die in einer Nacht- und Nebelaktion bei Minusgraden auf dem LKW stundenlang durch die Gegend gekarrt wurde und dann ins Gesundheitswesen ohne Vorgesetzte zur Schnellausbildung geschickt wurde, um den Pflegenotstand in Ostberlin zu beheben, der durch die Grenznähe entstanden ist. Ich habe die "Menschenkäfige der DDR" und "nakte Patienten auf dem Gang wegen fehlender Wäsche" mit eigenen Augen gesehen. Es gab sie wirklich - es war kein Mythos! Man sagte uns dies sei notwenig weil es soetwas wie Gummizellen nicht gibt und sie sich sonst selbst umbringen würden. Nur so könne man sie am Leben erhalten. Wir waren total geschockt.

Es gab viel gutes und viel schlechtes in der DDR - beides war wahr und man darf das eine nicht vom anderen durch Subtraktion einfach verschwinden lassen!


Unser Postenbereich war "Berlin" nicht "Ostberlin", ergo bin ich mit Wehrdienstausweis und DDR-Perso über die Grenze in den Ausgang - Vorgesetze gabs nicht. Naürlich haben die mich Friedrichstrasse rausgefischt, aber ich habe gesagt "Ich habe morgen früh um 6Uhr Schicht und will noch was sehen vom Kudamm, andere auf Heimaturlaub dürfen auch rüber, also fahr ich mit der S-Bahn die Stadt ansehen und bin so gegen 22:00Uhr wieder Friedrichtstrasse".

Entsetzte Gesichter, ich aber total ruhig und gefasst und glaubwürdig und ich meinte es auch ernst und man hat mit es mit auch geglaubt. ich war auch pünklich zum Dienst wieder da und nach 20 Stempeln im Pass hat es keinen mehr interessiert.

Wenn es hart auf hart gegangen wäre, denn hätte ich nach Schwedt gemusst, aber wegen Pflegenotstand hat man mich gehen lassen. Ich habe eine gute Stunde gebraucht diese 20 Minuten Grenzkontrolle im Hinterzimmer zu verarbeiten. Wow

Ich habe während des Dienstes auch ehrliche NVA-Offiziere erlebt, die eine deutlich höhere Moral vertreten haben als so mancher "Widerstandsmensch" und "Wutbürger" und ich habe den absoluten Systemabschaum erlebt, die sich auch heute noch als "Helden der Wende" feiern lassen.

Ich kann viel zur Aufklärung falscher Mythen beitragen und habe viel Wissen aus erster Hand aus dieser Zeit.

Ich denke eine Aufarbeitung der DDR ist möglich, aber sie ist derzeit nicht gewollt.


zuletzt bearbeitet 19.12.2011 07:38 | nach oben springen

#2

RE: Vorstellung Zeitzeugen

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 19.12.2011 11:26
von Pit 59 | 12.456 Beiträge | 11906 Punkte
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Sei mal gegrüßt Tarnsat.Ich bin ein bischen geschockt von Deinen ersten Sätzen.Du bist Sicher das Du vom November 1989 redest,mit Pflegenotstand und nackten Leuten auf den Fluren.Ich will das gar nicht Glauben.

Gruß aus Thüringen



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#3

RE: Vorstellung Zeitzeugen

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.03.2012 21:10
von DoreHolm | 9.310 Beiträge | 8563 Punkte
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Zitat von Tarnsat
Ich war damals genau in der Wendezeit in der letzten Baukompanie der DDR, die noch Spatenuniform trug und habe den Zerfall der NVA und heimlich heulende Offiziere gesehen, deren Welt zusammenbrach und alles live miterlebt.

Ich war gleichzeitig auch innerhalb von nur 12 Stunden (per Alarm) in der ersten Baukompanie gelandet, die in einer Nacht- und Nebelaktion bei Minusgraden auf dem LKW stundenlang durch die Gegend gekarrt wurde und dann ins Gesundheitswesen ohne Vorgesetzte zur Schnellausbildung geschickt wurde, um den Pflegenotstand in Ostberlin zu beheben, der durch die Grenznähe entstanden ist. Ich habe die "Menschenkäfige der DDR" und "nakte Patienten auf dem Gang wegen fehlender Wäsche" mit eigenen Augen gesehen. Es gab sie wirklich - es war kein Mythos! Man sagte uns dies sei notwenig weil es soetwas wie Gummizellen nicht gibt und sie sich sonst selbst umbringen würden. Nur so könne man sie am Leben erhalten. Wir waren total geschockt.

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Entsetzte Gesichter, ich aber total ruhig und gefasst und glaubwürdig und ich meinte es auch ernst und man hat mit es mit auch geglaubt. ich war auch pünklich zum Dienst wieder da und nach 20 Stempeln im Pass hat es keinen mehr interessiert.

Wenn es hart auf hart gegangen wäre, denn hätte ich nach Schwedt gemusst, aber wegen Pflegenotstand hat man mich gehen lassen. Ich habe eine gute Stunde gebraucht diese 20 Minuten Grenzkontrolle im Hinterzimmer zu verarbeiten. Wow

Ich habe während des Dienstes auch ehrliche NVA-Offiziere erlebt, die eine deutlich höhere Moral vertreten haben als so mancher "Widerstandsmensch" und "Wutbürger" und ich habe den absoluten Systemabschaum erlebt, die sich auch heute noch als "Helden der Wende" feiern lassen.

Ich kann viel zur Aufklärung falscher Mythen beitragen und habe viel Wissen aus erster Hand aus dieser Zeit.

Ich denke eine Aufarbeitung der DDR ist möglich, aber sie ist derzeit nicht gewollt.



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#4

RE: Vorstellung Zeitzeugen

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.03.2012 21:11
von DoreHolm | 9.310 Beiträge | 8563 Punkte
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Ups, da ist wohl was mit dem Zitieren schiefgelaufen. Meinte die letzten beiden Sätze: Wie wahr !, So ist es.



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