Geheimsache Mauer vorab gestern auf Arte

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02.08.2011 17:58
#31
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toll,daß du dich hier mal wieder meldest,mal nur so als Anfrage, spielt ihr dieses Jahr noch mal auf Rügen oder Umgebung?
gruß mannomann


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02.08.2011 19:48
avatar  exgakl
#32
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kiek an der Regenmann... schön Dich mal wieder zu lesen .... olles Haus

VG exgakl


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02.08.2011 20:05
avatar  icke46
#33
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Ich schliesse mich den Freudenbekundungen an - schön, zu sehen, dass rainman2 wieder unter uns weilt - und sich hoffentlich auch wieder ein bisschen häufiger zu Wort meldet.

Und @theo: Du hast mit Deinen Ausführungen hinsichtlich Persönlichkeitsschutz sicher recht. Nur ist rainman2 eigentlich immer offen mit seiner Vergangenheit umgegangen - was ihn für mich so ungemein sympathisch macht. Ansonsten kann ich nur den Worten von @rostocker zustimmen - ich habe rainman2 zwar nur in Schierke getroffen, aber in der kurzen Zeit habe ich ihn als kompetenten Zeitzeugen schätzen gelernt.

Gruss

icke


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02.08.2011 20:22
#34
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Nicht schlecht gestaunt habe ich darüber, daß auch Wilfried T. sich für ein Interview zur Verfügung stellte.

Und jo, schön das Du wieder mal hier bist, Rainman.

Gruß
Stefan


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02.08.2011 20:41 (zuletzt bearbeitet: 03.08.2011 10:18)
avatar  GZB1
#35
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Schade, dass im Film nicht ausführlicher auf das Thema Grenze 2000 eingegangen wurde.

Aber das ganze Thema Grenze/Mauer ist bei Fakten und im Politischen wie eine Matroschka.
Man weiß nie, was sich unter der nächsten Hülle verbirgt und wieviele es noch gibt.

Schön, dass Rainman mal wieder was von sich hören lassen hat.


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03.08.2011 01:18
#36
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Hallo zusammen,

so, nun habe ich das Filmchen auch in Gänze betachten können. Ich kann im Moment noch nichts schlussendliches darüber sagen. Da muss ich erst mal in Ruhe drüber nachdenken und noch ein paar Gespräche führen. Der Film spannt einen weiten Bogen über eine lange Zeit und das bei diesem komplexen Thema. Ich habe insofern ein wenig gestaunt, wieso man soviel Zeit in Spielfilmsequenzen investiert. Die Rolle der Kinderweihnachtsfeier ist mir da zum Beispiel nicht so recht aufgegangen, aber wie gesagt, ich muss da nochmal in Ruhe gedanklich drüber.

Ich selbst erscheine eher als der "Hardliner des Regimes". Während bei anderen Zeitzeugen der Genzerseite noch Distanziertheit zu spüren ist oder offen rüberkommt, Lege ich die Sicht der Zeit direkt dar. Die ersten Kritiken dazu lauteten: "Mitleidlos", "ohne Reue", "wie der Depp, der noch der alten Zeit hinterher hängt". Ich werde mich über diese Kritiken nicht streiten, dazu sind mir offen geäußerte Meinungen viel zu wichtig. Ich möchte aber einen Gedanken dazu offen loswerden. Ich war dort als Zeitzeuge geladen. Ich habe mich im Vorfeld und während des Gesprächs entschieden, als Zeitzeuge zu sprechen. Es ging mir dabei um meine Sicht zur Zeit, da ich in Uniform war. Diese Rolle wurde im Beitag sichtbar. Insofern bin ich dort richtig wiedergegeben worden. Ich bin auf weitere Reaktionen und Kritiken gespannt.

Danke für den Zuspruch hier. Ich lass mich bald wieder hier lesen und lese selbst wieder häufiger mit.

Allet Jute und viel Spaß.
Bis neulich!
ciao Raiman


at Mannomann14: Nee leider ist zurzeit nüscht geplant. Die Leute vom eWerk Sassnitz wollten dieses Jahr zwar ws mit uns machen, aber sie habenn sich bisher nicht gemeldet. Und ich bin im Moment zuu schlaff, noch ein Projekt aufzumachen. Tja, die Insel muss leider noch warten, aber das wird schon mal wieder ...
Tschüss!


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03.08.2011 07:41
#37
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Ok, da muss ich auch mal wieder ein paar Zeilen schreiben:

Ich -als 'Jüngerer' - fand die Reportage hochinteressant, gerade weil sie so einen weiten Bogen spannt. Z.B. der Zusammenhang zwischen Strauß- Krediten und der Tatsache, dass ich dann1986 keine Minen mehr gesehen habe, ging mir erst so richtig auf.
Auch kam die Geschichte für mich sehr gut recherchiert 'rüber -eben sogar bis zur Weihnachtsfeier im "Abschiebekinderheim".

Es gäbe noch viel zu sagen, vor allem aber -und das ist der Hauptgrund meines Posts nach so langer Zeit- danke, Rainman2, für die klaren und offenen Worte mit Rückgrat.
So war es damals, so hatte ich das -auch als einfacherer, 19jähriger Soldat- auch gesehen.
Wie wir heute darüber denken (wobei ich das bei dir natürlich nicht weiß, da ich dich nicht persönlich kenne) - dafür ist schon kein Platz mehr in solchem Film.

Grüße
Tino


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03.08.2011 08:08
#38
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Zitat von GZB1
Schade, dass im Film nicht ausführlicher auf das Thema Grenze 2000 eingegangen wurde.

Aber das ganze Thema Grenze/Mauer ist bei Fakten und im politischen wie eine Matroschka.
Man weiß nie, was sich unter der nächsten Hülle verbirgt und wieviele es noch gibt.

Schön, dass Rainman mal wieder was von sich hören lassen hat.







Warum sollte man, diese Zeit lag noch paar Jährchen in der Zukunft,
mich haben schon die wenigen Bilder gruseln lassen.


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03.08.2011 10:14 (zuletzt bearbeitet: 03.08.2011 10:16)
avatar  GZB1
#39
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@Harsberg, zumindest sollte nicht mehr geschossen werden!

@HHausen88
dies war kein "Abschiebekinderheim", sondern die betreffenden Kinder waren nur für 1 - 2 Tage dort, wie die Leiterin auch berichtet hat.


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03.08.2011 22:25
avatar  Sonne
#40
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gesehen in der ARD

starker Film
wenn auch etwas sehr gestrickt-aber so hätte es auch laufen könen ?
Wer weiß schon -wie hätte man reagiert- wenn einem an der Grenze das passiert wäre ???????????????????
obwohl man sagt-ich hätte nie geschossen!!!!!!!!!!!!!!!!
Gott sei Dank gab es keine Versuchung-herrlich


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04.08.2011 00:30
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#41
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( gelöscht )

Zitat
Wer weiß schon -wie hätte man reagiert- wenn einem an der Grenze das passiert wäre ???????????????????



es gab hier in einem Filmbeitrag die Äusserung "die letzte Instanz ist das Gewissen"

zumindest für mich persönlich, ein zutreffender Satz...


Lebow


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04.08.2011 13:20
#42
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Zitat von Lebowski

Zitat
Wer weiß schon -wie hätte man reagiert- wenn einem an der Grenze das passiert wäre ???????????????????


es gab hier in einem Filmbeitrag die Äusserung "die letzte Instanz ist das Gewissen"
...




Hallo Lebow,

aber sind wir darauf vorbereitet, in einer Stresssituation das Gewissen als Instanz zu befragen? Wie oft setzt bei vielen erst hinterher das Gewissen ein? Sind unsere Werte so stark, dass sie äußeren Einflussfaktoren (der Angst, dem Gehorsam, dem Wunsch das zu tun, was von einem erwartet wird usw.) standhalten? Ich bin zur Zeit bei der Lektüre des Buches "Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben". Ich finde die soziologischen Untersuchungen und Thesen der Autoren zu den Referenzrahmen sehr erhellend. Somit empfehle ich diese Lektüre jedem, der sich mit den Fragen des Tötens oder der Tötungsbereitschaft auseinandersetzen will ("Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" von SönkeNeitzel und Harald Welzer).

In der Dokumentation "Geheimsache Mauer" äußert sich ein Schütze selbst. Die begleitende Spielfilmsequenz legt nahe, er habe auf Befehl des Postenführers gehandelt, eine durchaus reale Möglichkeit. Ich hatte mich in dem Interview auch zu einem möglichen Szenarium geäußert, in dem ein Soldat vom "ich will nicht schießen" über den Warnschuss bis hin zum tödlichen Schuss kommen konnte. Das Material wurde nicht in der Filmdokumentation verwendet. Aber in der Internetdokumentation ist es enthalten.

Link: http://www.geheimsache-mauer.de/
Menü: "Alle Inhalte" --> "Videos"
Interview: "Das war Manipulation"

Diese und auch die anderen Interviews dort lege ich allen nochmal ans Herz. Tut mir leid, dass ich sie nicht direkt verlinken kann und so auf Reisen ist es gerade schlecht mit Up- und Download.

ciao Rainman2


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04.08.2011 18:47 (zuletzt bearbeitet: 04.08.2011 18:52)
avatar  S51
#43
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S51

Zitat von Rainman2

Zitat von Lebowski
[quote]...einem Filmbeitrag die Äusserung "die letzte Instanz ist das Gewissen"
...



Hallo Lebow,

aber sind wir darauf vorbereitet, in einer Stresssituation das Gewissen als Instanz zu befragen? Wie oft setzt bei vielen erst hinterher das Gewissen ein? Sind unsere Werte so stark, dass sie äußeren Einflussfaktoren (der Angst, dem Gehorsam, dem Wunsch das zu tun, was von einem erwartet wird usw.) standhalten? ...




Denke, du hast recht. Das ginge nur im Film, wo es nach Drehbuch läuft.
In der Wirklichkeit ist die Anspannung beim ersten Mal (die Allermeisten hatten ja nur dieses eine Mal...) so stark, dass alles nur nach Schema F (wie Festnahme) abläuft. Entscheidend war dabei, was man vorher in der Ausbildung geübt hat. Bestenfalls noch und nöcher, schlimmstenfalls nur vom Hörensagen. Da fehlt noch alle Routine, weshalb man ganz automatisch das tut, was geübt wurde.
Gewissen, Nachdenken, ich nenne es mal das "große Flattern", das kommt alles erst, wenn es "vorbei" ist. So oder so. Weshalb ich über so manche moralische Entrüstung heutzutage wie früher auch nur traurig lächeln kann. Gerade denen ginge es gegebenenfalls kaum besser.
Je weniger einer geübt hatte, je weniger darüber nachgedacht wurde um so größer und schlimmer war hinterher dann das Ergebnis. Insofern hatte ich Glück. Vor meiner ersten "richtigen" Festnahme kamen dutzende von VGO, da war alles nicht mehr so schlimm. Vor dem ersten Mal "schieße ich jetzt oder nicht..." kamen bereits Festnahmen. Da war man bereits soweit, nicht nur über den Flüchtenden und die Entfernung nachzudenken sondern auch die Umstände.
Die allermeisten Genossen hatten so etwas nicht.
Das war seinerzeit ein Grund für mich, unbedingt nach den drei Jahren zu gehen. Immer "Schwein" haben geht nicht. Ich hatte es sehr oft und irgendwann wäre es sicher mal schief gelaufen.


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05.08.2011 07:38 (zuletzt bearbeitet: 05.08.2011 08:22)
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#44
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Hallo Rainman2,

ich schrieb:

"zumindest für mich persönlich, ein zutreffender Satz..."


ich meine damit das ich persönlich nicht in der Lage gewesen wäre gezielt auf wehrlose Menschen zu schießen. Die Frage ob ich von der Schusswaffe gebrauch machen würde hätte ich verneint. Meine damalige Einstellung zum System, welche mir auch das ein oder andere Problem einbrachte, untermauert dies. Gezwungen konnte ja keiner werden oder?

Zitat
Ich finde die soziologischen Untersuchungen und Thesen der Autoren zu den Referenzrahmen sehr erhellend. Somit empfehle ich diese Lektüre jedem, der sich mit den Fragen des Tötens oder der Tötungsbereitschaft auseinandersetzen will ("Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" von SönkeNeitzel und Harald Welzer).



Nur war der Kampf an der Grenze, mit wenigen Ausnahmen, ein sehr ungleicher, der Grenzverletzer eher wehrloses Opfer, kein Gegner.

nur kenne ich dieses Buch nicht, werde mir aber bei Gelegenheit diese Lektüre besorgen und lesen. Du hast mich da ein wenig neugierig gemacht.
Momentan sehe ich nur den Titel, ...vom Kämpfen, Töten und Sterben. Ich bin gespannt ob es etwas zu erfahren gibt, was die Tötungsbereitschaft von Soldaten an der Grenze erklärt.

Bitte diesen Satz nicht falsch verstehen...


Lebow


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05.08.2011 14:08 (zuletzt bearbeitet: 05.08.2011 14:11)
#45
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Hallo Lebow!

Danke für die Ergänzung. Ich habe meine damaligen Konflikte immer mir selbst oder konkreten Leuten in subalternen Strukturen zugeschrieben, war somit ein "gelernter" DDR-Bürger. Damit war ich bereit, der Linie "von oben" zu folgen und habe auch Argumente leicht aufgenommen, die Grenzverletzer eben nicht als wehrlose Zivilisten darstellten. Mit grundsätzlichen Zweifeln und fundamentaler Kritik am System, hätte ich das dann auch nicht mehr so leichten Herzens akzeptiert. Aber so weit war ich damals noch nicht. Aus heutiger Sicht kann ich Dich gut verstehen.

Eine Ergänzung noch zu der Buchempfehlung: Es geht in diesem Buch um die Analyse von Abhörprotokollen die in englischen und amerikanischen Kriegsgefangenenlagern entstanden. Dort wurden deutsche Kriegsgefangene in den Jahren 1940-1945 abgehört. Es geht also nicht um die Grenztruppen in dem Buch. Für mich ist interessant, dass die Analyse der Rahmenbedingungen (Referenzrahmen) erstaunlich universell ist und mit meinen Erfahrungen bei den Grenztruppen in Übereinstimmung zu bringen ist. Im Klappentext heißt es, dass diese Arbeit "... das Wissen um die Mentalität der Soldaten auf eine völlig neue Grundlage stellt." Dem kann ich nach dem ersten Teil der Lektüre nur zustimmen. Also: Es geht nicht um Geschichte, sondern um grundlegende soziologische Fragen. Das wollte ich noch ergänzt haben, um keine falschen Erwartungen zu wecken.

Ciao Rainman2


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