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#1

Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 19:11
von Angelo | 12.628 Beiträge | 1496 Punkte
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Die Ereignisse von Japan lassen die Erinnerung an das Reaktorunglück von Tschernobyl vor 25 Jahren wieder aufleben. Damals wurden auch in der DDR Menschen radioaktiv verstrahlt. Ein Großteil von ihnen starb später an Krebs. FAKT hat mit einem Überlebenden aus dem thüringischen Mühlhausen gesprochen.
http://www.mdr.de/fakt/8341914.html
Der Transit-Verkehr zwischen Ost- und Westeuropa hielt auch nach dem Gau in Tschernobyl an. Doch für Lkws aus dem Ost-Block, die mit strahlendem Staub und Dreck verseucht waren, war an der deutsch-deutschen Grenze Schluss. Sie wurden von den westdeutschen Grenzschützern nicht durchgelassen, sondern in die DDR zurückgeschickt. Dort sollten sie zunächst gereinigt werden. Eine dieser Reinigungsstationen war das Verkehrskombinat im thüringischen Mühlhausen. Otto Zöllner und sieben weitere Mitarbeiter sollten die Lastwagen waschen. Das Fatale: Die Männer wurden über die radioaktive Gefahr im Dunkeln gelassen. Sie hatten keine Strahlenanzüge und am ersten Tag auch noch keinen Geigerzähler. Otto Zöllner erinnert sich:

"Ich weiß noch, dass Messungen dabei waren, wo der Geigerzähler bis hinten hin ausgeschlagen hat."
Otto Zöllner, musste nach der Tschernobyl-Katastrophe im früheren Verkehrskombinat Mühlhausen radioaktiv verstrahlte Lkw reinigen

Sieben Kollegen von Otto Zöllner wurden radioaktiv verstrahlt.
Kollegen starben an Krebs

Zöllners Kollegen von der Sondertruppe sind inzwischen alle tot, gestorben an Krebs. Kaum einer von ihnen wurde älter als 60 Jahre. Zöllner selbst ist nicht erkrankt. Aber er klagt an, dass er und seine Kollegen damals nicht ausreichend informiert worden. Außerdem, so sagt er heute, hätte die Nationale Volksarmee die Lkws reinigen können. Sie habe die nötigen Anzüge und die Chemie gehabt. Und Zöllner ist überzeugt, dass seine vorgesetzte Dienststelle genau wusste, was los war.

"Es sollte eben nicht publik werden unter der Bevölkerung. Also wurde es klein gehalten."
Otto Zöllner

Erinnerungen werden geweckt

Wenn Zöllner die aktuellen Berichte über das japanische Atomkraftwerk Fukushima und einen möglichen Gau dort hört, dann kommen die Erinnerungen an die damalige Zeit wieder hoch. Dann, so sagt er, laufe der ganze Film von vor 25 Jahren wieder ab.



Quelle Youtube



Harzwanderer und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 19:55
von glasi | 2.816 Beiträge | 17 Punkte
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das thema hatte wir vor kurzem schon. aber egal. ich hatte damals geschrieben das die ganze aktion in herlershausen eine schande war. für beide seiten. kalter krieg pur , auf kosten von menschenleben.



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#3

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 20:13
von praeceptor507 | 234 Beiträge | 26 Punkte
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Das Thema hatten wir schon mal am 18. März.
Da aber die radioaktive Wolke die DDR umflogen hatte, oder an der Grenze halt machte,
so genau weiss ich das nicht mehr, war die radioaktive Belastung minimal.


Komm'se mal zurück Genosse Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
zuletzt bearbeitet 09.04.2011 20:14 | nach oben springen

#4

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 20:19
von praeceptor507 | 234 Beiträge | 26 Punkte
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Zitat
Sieben Kollegen von Otto Zöllner wurden radioaktiv verstrahlt.



War schon richtig menschenverachtend, was die damals mit den Betroffenen gemach haben!
Ist aber heute in Japan nicht besser. Auch da werden Feuerwehrleute und Arbeiter nicht
über die wirklichen Gefahren informiert. Es wird alles schöngeredet und die Leute regelrecht verarscht!


Komm'se mal zurück Genosse Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#5

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 22:02
von diego (gelöscht)
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Die Japaner konnten für ihren GAU nicht viel, war ja übergeordnete Gewalt.

Die Russen haben IHREN GAU selber gemacht, siehe hier https://www.youtube.com/watch?v=vsiwSU3GLMg

keine Ahnung wie man hier direkt verlinkt, aber wen es interessiert ............., findet es



Grüße

Diego


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#6

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 22:19
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Ja immer wieder das selbe---Die Japaner konnten für ihren GAU nicht viel, war ja übergeordnete Gewalt.---und dazu noch---Die Russen haben IHREN GAU selber gemacht,------und wir braven Deutschen sagen,so was kann bei uns nicht passieren. Nur die Welt merkt nicht, das sie auf einen Pulverfass sitzt--mit ihrer Atompolitik und die Energiebosse haben das sagen und keine Demokratie--so wird ein Schuh drauß. Gruß Rostocker


miethpaul66 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 09.04.2011 22:57
von Granate | 132 Beiträge | 1 Punkte
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mann damals inne ddr wurde gmüse und obst verkaufft was die ossis nicht kannten. traurig aber wahr.



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#8

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 04.12.2017 21:16
von Esede | 60 Beiträge | 247 Punkte
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Zitat von Angelo im Beitrag #1
Die Ereignisse von Japan lassen die Erinnerung an das Reaktorunglück von Tschernobyl vor 25 Jahren wieder aufleben. Damals wurden auch in der DDR Menschen radioaktiv verstrahlt. Ein Großteil von ihnen starb später an Krebs. FAKT hat mit einem Überlebenden aus dem thüringischen Mühlhausen gesprochen.
http://www.mdr.de/fakt/8341914.html
Der Transit-Verkehr zwischen Ost- und Westeuropa hielt auch nach dem Gau in Tschernobyl an. Doch für Lkws aus dem Ost-Block, die mit strahlendem Staub und Dreck verseucht waren, war an der deutsch-deutschen Grenze Schluss. Sie wurden von den westdeutschen Grenzschützern nicht durchgelassen, sondern in die DDR zurückgeschickt. Dort sollten sie zunächst gereinigt werden. Eine dieser Reinigungsstationen war das Verkehrskombinat im thüringischen Mühlhausen. Otto Zöllner und sieben weitere Mitarbeiter sollten die Lastwagen waschen. Das Fatale: Die Männer wurden über die radioaktive Gefahr im Dunkeln gelassen. Sie hatten keine Strahlenanzüge und am ersten Tag auch noch keinen Geigerzähler. Otto Zöllner erinnert sich:

"Ich weiß noch, dass Messungen dabei waren, wo der Geigerzähler bis hinten hin ausgeschlagen hat."
Otto Zöllner, musste nach der Tschernobyl-Katastrophe im früheren Verkehrskombinat Mühlhausen radioaktiv verstrahlte Lkw reinigen

Sieben Kollegen von Otto Zöllner wurden radioaktiv verstrahlt.
Kollegen starben an Krebs

Zöllners Kollegen von der Sondertruppe sind inzwischen alle tot, gestorben an Krebs. Kaum einer von ihnen wurde älter als 60 Jahre. Zöllner selbst ist nicht erkrankt. Aber er klagt an, dass er und seine Kollegen damals nicht ausreichend informiert worden. Außerdem, so sagt er heute, hätte die Nationale Volksarmee die Lkws reinigen können. Sie habe die nötigen Anzüge und die Chemie gehabt. Und Zöllner ist überzeugt, dass seine vorgesetzte Dienststelle genau wusste, was los war.

"Es sollte eben nicht publik werden unter der Bevölkerung. Also wurde es klein gehalten."
Otto Zöllner

Erinnerungen werden geweckt

Wenn Zöllner die aktuellen Berichte über das japanische Atomkraftwerk Fukushima und einen möglichen Gau dort hört, dann kommen die Erinnerungen an die damalige Zeit wieder hoch. Dann, so sagt er, laufe der ganze Film von vor 25 Jahren wieder ab.



Quelle Youtube


Dazu steht in einem Bericht des MfS HA XIX vom 14.5.86

Als Einleitung eine Schuldzuweisung an die BRD Behörden, mit dem Hinweis auf eingeleitete Maßnahmen des MfS zur Schadensabwendung.

Folgend eine kurze Lage, mit dem Hinweis auf das havarierte KKW Tschernobyl und die Zurückweisung von verstrahlten Transportmitteln durch die BRD an den Grenzübergangsstellen.
Es waren feindliche / gegnerische Aktivitäten, die sich vordergründig gegen die Sowjetunion richten.

Zurückgewiesen wurden 260 Lkw, 50 Pkw, 60 Güterwagen.

Daraufhin wurde der Chemische Dienst des MfS mobilisiert und eingesetzt.
Man erkannte schnell die Dimension der Lage und es wurde über den Minister für Verkehrswesen veranlaßt, daß kurzfristig die notwendigen materiellen und personellen Bedingungen geschaffen werden um die verstrahlten Tranportmittel zu " säubern " !

Der Ernst der Lage war dem MfS von Beginn an klar, denn später wurde NVA und GSSD an der Grenze zur VR Polen und CSSR eingesetzt und die verstrahlten Tranportmittel schon an der Ostgrenze abgefangen und dekonterminiert.

Aber in den ersten Stunden wurde geschwiegen und es wurden unwissende ungeschützte Zivilisten verheizt.

Das liest sich dann so:
Im engen Zusammenwirken mit den zentralen und territorialen Leistungsorganen des Verkehrswesens wurden in ausgewählten Kraftverkehrsbetrieben Sofortmaßnahmen zur Säuberung und Entaktivierung durchgesetzt.


Also der Chemische Dienst des MfS hat gemessen, radioaktive Verstrahlung festgestellt, den LKW zum VEB Kraftverkehr geschickt wo er dann von einem ahnungslosen Kraftfahrer gewaschen wurde. Die verseuchte Brühe verschwand dann im Gulli und das Problem war gelöst.

Plan erfüllt.


Esede



Harzwanderer, miethpaul66, IM Kressin und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Tschernobyl und die Folgen in der DDR

in DDR Zeiten 04.12.2017 22:45
von Hanum83 | 8.569 Beiträge | 15011 Punkte
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Jetzt kommt ja bald wieder der Spätgeschädigte mit dem Sack auf dem Buckel.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
miethpaul66 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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