Der Duft der DDR

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12.06.2012 09:19 (zuletzt bearbeitet: 12.06.2012 09:19)
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#136
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Der Karbidstaub war gut gegen sauren Regen.
Auch die Kalkfahne aus Karsdorf.

Fürs Atmen war es nicht so gut.

Und durch den Dreck enstand bei entsprechenden Wetterlagen ein dichter Nebel, so das die Polizei Fackel an den Kreuzungen an den Straßen legte.
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Die Schilderung von Gert zur Umweltsituation bei dem Chemiewerk kam mir bekannt vor.
Beim Austausch mit den westdeutschen Ingenieuren schilderten sie ähnliches.
Es hieß dann "Raten sie mal, warum wir so gut Bescheid wissen? Bei uns war die Situation früher genauso. "

Eindringlich war auch die Schilderung der Umweltsituation in Duisburg im Buch "Ganz unten" .


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12.06.2012 09:38
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#137
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Zitat von Gert
... oder sind da auch mal neue Chemieanlagen gebaut worden ?





Hallo Gert,
natürlich wurde auch nach 1916 noch in die Anlagen investiert.
Nach der totalen Zerstörung durch 18.000 Bomben wurde das Werk recht schnell wieder aufgebaut. Nach Abzug der Amerikaner gab es fast nichts mehr in Leuna - nach Abzug der Russen nichts!!! Trotzdem lief die Produktion wieder schnell an.
Wie immer hat aber der Mangel an fast allem die Entwicklung behindert. Die meisten Syntheseverfahren haben auf der Braunkohle basiert. Die gab es ja in ausreichender Menge, wenn auch in bescheidener Qualität.
Unter dem Strich waren die Produkte, welche Leuna produzierte, nicht schlecht, aber viel zu teuer in der Herstellung. Mit ungeheurem Energie- und Personalaufwand wurde auf veralteten Anlagen das Beste herausgeholt. Neue Anlagen wurde in Leuna auch errichtet - wenn der Erich mal wieder Geld freigegeben hat.
Das mit den Finanzen war es auch so eine Sache. In unserer Firma wurde auf hochwertigen Tablettiermaschinen der Firmen Fette (Hamburg)und Kilian (Köln) produziert. Die D-Mark reichte aber nur für die Pressen. Die Werkzeuge und Presskurven haben wir dann 1:1 nachgebaut und selber produziert. Scheiß auf Patente und Schutzrechte !!!
Unsere Chemiker und Verfahrensingenieure waren wissenschaftlich auf Topniveau, konnten es aber nicht umsetzen.
Wir Techniker habe versucht den Leuten ihre Wunschanlage hinzusetzen und mussten oft die 2b-Lösung realisieren. Kein Geld und kein Material. Manchmal muss ich schmunzel, was wir so alles veranstaltet haben (mussten). Ich bin wegen 5 Membranen für eine Pumpe nach Salzwedel (mit Dienstauftrag wegen der bösen TraPo und der noch böseren Grenzer) gefahren und habe dort persönlich diese Teile abgeholt. Auf dem Heimweg hat mich dann ein russischer Offizier mit Wodka gut abgefüllt und ich habe um ein Haar meine wertvolle Fracht im Zug vergessen.
Ja die DDR-Industrie war schon merkwürdig. Welcher Westler kann von sich behaupten, mit 4m langen Schürhaken im Aschekeller eines Heizkraftwerkes die noch glühende Asche gezogen zu haben oder wer hat mit der Spitzhake die Restbraunkohle aus den Kohlewaggons (bei minus 10°C) gepickert? Das musste man als junger Dipl.-Ing. ohne zu Murren.


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12.06.2012 09:39
#138
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Hin und wieder hatte man auch mit einem sog. "Leuna-Diamanten" im Auge zu tun. Das war nichts anderes als Kohlendreck aus irgendeinem Schornstein.


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12.06.2012 09:56
#139
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Zitat von GeMi
Ja die DDR-Industrie war schon merkwürdig. Welcher Westler kann von sich behaupten, mit 4m langen Schürhaken im Aschekeller eines Heizkraftwerkes die noch glühende Asche gezogen zu haben oder wer hat mit der Spitzhake die Restbraunkohle aus den Kohlewaggons (bei minus 10°C) gepickert? Das musste man als junger Dipl.-Ing. ohne zu Murren.



Solche Aktionen setzten bei mir schon in der Lehrzeit ein
Es gibt wirklich nichts schöneres als bei Minusgraden und Wind die gefrorene Kohle aus den Waggons zu kratzen......

Etwas "gemütlichere" Arbeiten gab es später, da war ab und an sozialistische Hilfe in der Produktion angesagt.......
Leiterplatten bestücken z. Bsp. .......

Der "Duft der DDR" ist mir vor Jahren in Tschechien wieder in die Nase gestiegen.
Ich war in einem Ort in dem die Wohnungen hauptsächlich mit Braunkohlebrikett geheizt wurden.
Sehr eigentümlicher Geruch den ich fast schon vergessen hatte.

Gruß
Nostalgiker


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12.06.2012 10:26
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#140
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Zitat von DoreHolm
Hin und wieder hatte man auch mit einem sog. "Leuna-Diamanten" im Auge zu tun. Das war nichts anderes als Kohlendreck aus irgendeinem Schornstein.



Hallo,

diese "Diamanten" habe ich eimerweise zusammengekehrt. Beim Fegen an der Straßenbordkante fielen auf 10m ca. 10l an.
Schön war es im Winter. Tagsüber fiel Schnee, nachts die Asche, dann wieder Schnee, dann wieder die Asche - so hatte man einen schönen "Fürst Pückler-Schnee". Das Eis war übrigens lecker.
Auf unserer Kunsteisbahn (leider ohne Halle) konnte man manchmal eher Rollschuh laufen. Also wurde die Dreckschicht abgehobelt, dann gewischt und los ging es unter Flutlicht. Gibt es etwas Schöneres als Freiluft-Eishockey?
Leider hat die DDR-Obrigkeit den Eishockey plattgemacht. Ein Haufen Spieler und nur eine Medaille?- das geht so nicht. Also Schluß mit Hockey, Eishockey, Rollsport ...


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12.06.2012 10:34
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#141
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Zitat von 94

Zitat von damals wars
Während meiner Wehrdienstzeit in Potsdam Babelsberg wurden die sowjetischen Busse gegen tschechische ausgetauscht.


Dürften Škoda 14Tr gewesen sein, hier ein schönes Fundstück dazu aus der Röhre ... http://youtu.be/ZmUlFxEWww0

P.S. @Gert, über diesen Deinen AG haste Dich auch schonmal weniger 'euphorisch' geäußert
... Plaste und Elaste aus...Ostdeutsche zeigen kein Interesse an DDR Kritik




@94 was ich da über die Umweltaktivitäten sagte , da zu stehe ich auch heute noch, ist doch kein Gegensatz.


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12.06.2012 10:58
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#142
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Zitat von GeMi

Zitat von Gert
... oder sind da auch mal neue Chemieanlagen gebaut worden ?





Hallo Gert,
natürlich wurde auch nach 1916 noch in die Anlagen investiert.
Nach der totalen Zerstörung durch 18.000 Bomben wurde das Werk recht schnell wieder aufgebaut. Nach Abzug der Amerikaner gab es fast nichts mehr in Leuna - nach Abzug der Russen nichts!!! Trotzdem lief die Produktion wieder schnell an.
Wie immer hat aber der Mangel an fast allem die Entwicklung behindert. Die meisten Syntheseverfahren haben auf der Braunkohle basiert. Die gab es ja in ausreichender Menge, wenn auch in bescheidener Qualität.
Unter dem Strich waren die Produkte, welche Leuna produzierte, nicht schlecht, aber viel zu teuer in der Herstellung. Mit ungeheurem Energie- und Personalaufwand wurde auf veralteten Anlagen das Beste herausgeholt. Neue Anlagen wurde in Leuna auch errichtet - wenn der Erich mal wieder Geld freigegeben hat.
Das mit den Finanzen war es auch so eine Sache. In unserer Firma wurde auf hochwertigen Tablettiermaschinen der Firmen Fette (Hamburg)und Kilian (Köln) produziert. Die D-Mark reichte aber nur für die Pressen. Die Werkzeuge und Presskurven haben wir dann 1:1 nachgebaut und selber produziert. Scheiß auf Patente und Schutzrechte !!!
Unsere Chemiker und Verfahrensingenieure waren wissenschaftlich auf Topniveau, konnten es aber nicht umsetzen.
Wir Techniker habe versucht den Leuten ihre Wunschanlage hinzusetzen und mussten oft die 2b-Lösung realisieren. Kein Geld und kein Material. Manchmal muss ich schmunzel, was wir so alles veranstaltet haben (mussten). Ich bin wegen 5 Membranen für eine Pumpe nach Salzwedel (mit Dienstauftrag wegen der bösen TraPo und der noch böseren Grenzer) gefahren und habe dort persönlich diese Teile abgeholt. Auf dem Heimweg hat mich dann ein russischer Offizier mit Wodka gut abgefüllt und ich habe um ein Haar meine wertvolle Fracht im Zug vergessen.
Ja die DDR-Industrie war schon merkwürdig. Welcher Westler kann von sich behaupten, mit 4m langen Schürhaken im Aschekeller eines Heizkraftwerkes die noch glühende Asche gezogen zu haben oder wer hat mit der Spitzhake die Restbraunkohle aus den Kohlewaggons (bei minus 10°C) gepickert? Das musste man als junger Dipl.-Ing. ohne zu Murren.





Gemi das hört sich abenteuerlich an. Meine Chemikerkollegen erzählten mir, das zur Gewinnung eines für die Plasteproduktion wichtigen Grundstoffs , nämlich Äthylen,in Leuna noch bis zum Schluss das veraltete Kohle-Karbidverfahren angewendet wurde.
Nun die Bombenschäden waren auch bei den in den Westzonen gelegenen I.G. Werken ziemlich groß, Leuna hat aber, so glaube ich , das meiste abbekommen, weil dort die Benzinsynthese Anlagen standen, Und Benzin war nun mal ein wichtiger Rohstoff für die Kriegführung.


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16.06.2012 21:43
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#143
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Zitat von Pit 59
Zitat von glasiGab es nie das Thema Umweltschutz in der DDR. Hat das keinen in denn Kreisen, Bezirken oder in Ost Berlin intresiert?Wie war das in euren Betrieben?@Glasi

In unseren Betrieb wurde nur mit Braunkohle geheizt ,das war ein grosses Lager,etwas tiefer liegend,und die Kohle wurde mit einem Uralten
Greifer nach oben geholt.Im Betrieb waren ca.40 Werkzeugmaschinen für die Zerspanung.Das anfallende vergammelte Kühlwasser,mit reichlich Emulsion (Oel) wurde immer auf diesen Kohleberg gekippt.Minimum 1000 Liter pro Woche.Die Verantwortlichen waren sogar der Meinung "Da brennt die Kohle besser).Auch sämtliches Altöl wurde so entsorgt.Bis zur Schliessung der Bude 1990 war das so.Wir hatten einen 40m Schornstein,selbstverständlich ohne Filteranlage.
Weil Du nach Verantwortlichen fragst Glasi,die wollten doch als erstes "Ihre" getürkte Planerfüllung nach oben melden.Mit den zur Verfügung stehenden Dieselmarken hätte der Betrieb nach einer Woche gestanden.Petroleum war der Retter,auf 100 liter Diesel kamen 50 Liter Petroleum.Ich selbst so getankt,alle Dieselstapler,Multicar,W50.


Ich denke mal , auch nicht ganz ungefährlich für die MitarbeiterUnd das im Arbeiterparadies.


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16.06.2012 22:28
#144
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Was hat man nicht alles gemacht, damit es weiterging. Wir hatten für den innerbetrieblichen Transport noch die E-Karren mit einer riesigen Bleibatterie. Wenn eine neue Batterie notwendig wurde, mußte Akkusäure her. War aber keine da. Also meine alten Kontakte zu meinem ehem. Kommilitonen von der Fachschule, der, eine leitende Stellung in Laborchemie Apolda hatte. Einen 25,-Liter-Glasballon konzentrierte Schwefelsäure konnte er mir für einen Obulus geben. Der Glasballon war wie so üblich in einem Blechstreifenkorb mit Holzwollepolsterung. Also mit meinem privaten Trabi von Erfurt nach Apolda, den Ballon eingeladen und wieder nach Erfurt in unsere Kleberbude. Ich bin gefahren, als hätte ich Nitroglyzerin geladen. In der Firma dann mit dest. Wasser, welches wir im Labor selbst herstellten, dann schrittweise bis zur richtigen Akkusäurekonzentration runterverdünnt. Natürlich so, wie das gemacht wird, nämlich Säure in kleinen Portionen in das Wasser unter ständigem Umrühren und zwischendurch längerem Abkühlen, da sich beim Verdünnen von insbes. konz. Schwefelsäure die Mischung sehr stark aufheizt (bis zum Kochen). Der Transport von Rohstoffen und Fertigware war also gesichert. Ein andermal, als ich wegen der FS-Prüfung im Labor ein Präparat herstellen mußte, benötigte ich dazu 100,-g Natriumcyanid. Das ist in etwa das Gleiche wie Zyankali, nur eben Na statt K, aber genauso wirksam. Das habe ich auch ganz normal in der Aktentasche im Zug transportiert. Aber das war relativ harmlos, auch wenn es verboten war. So lange da niemand eine stärkere Säure draufkippt (eine Seltersflasche genügt da schon), passiert nichts. Aber wenn, dann wären im Zugabteil in Sekunden wahrscheinlich alle hops gegangen bei der Blausäuremenge, die dann freigesetzt werden würde. Ich nehme an, das berüchtigte "Cyclon B" funktionierte ähnlich.


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17.06.2012 10:47 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2012 11:07)
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#145
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der, eine leitende Stellung in Laborchemie Apolda hatte. Einen 25,-Liter-Glasballon konzentrierte Schwefelsäure konnte er mir für einen Obulus geben. @Dore Holm

Diese Bude in Apolda konnte ja zu nichts kommen.Da warste nicht der einzigste der leitende Angestellte dort kannte.
Dort war man Stammgast wenn man z.B. Primasprit (Alkohol98% )Klo-Deo, Zitronensäure, für die Frauen zum Haare Färben,ich glaube Wasserstoffperoxyd u.v.m.brauchte,oder auch nicht brauchte,aber man hatte was zum tauschen. Weil das Auto da noch nicht voll war schnell noch mal in die Glockengiesserei und Holzkohle geladen.Es war ja noch viel mehr Raus zu holen.
Jetzt ist mir auch klar warum ich immer warten musste,Du warst vor mir.


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17.06.2012 13:35
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#146
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Zitat von icke-ek71
und noch was gzb1 in westberlin gab es smogalarm..aber bei uns nicht....das muß wohl an der mauer gelegen haben!!im osten ging alles seinen geregelten gang..da war alles in ordnung!!!wir hatten keine umweltschädigen stoffe in der luft.!!nur die da in der selbstständigen einheit westberlin!!!da gehört eine beschallung vom feinsten zu um sowas zu glauben!!berliner sind eigendlich pfiffig...das sagt man uns eigendlich nach!!!



Hallo, dass es im Osten keinen Smogalarm gab lag nicht am Bestand der Mauer! Obwohl es Smog gab, war wurde das anders
deffiniert, Bei uns in Leipzig wie auch bei euch in Ostberlin gab es an manchen Tagen den
[rot]S[schwarz]ozialistischen [rot]M[schwarz]orgennebel [rot]O[schwarz]hne [rot]G[schwarz]gessundheitsgefärdung!


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17.06.2012 13:44
#147
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Einmal erzählte mir mein bekannter von Laborch.AP, daß mal ein Kesselwagen Ethanol, analysenrein, abgefüllt werden mußte. Um nicht so viel Standgeld für den Kesselwagen an die Reichsbahn zu bezahlen, mußte das im Hau Ruck gehen. Da ist so mancher Ballon privat abgezweigt worden. Wenn´s nicht übertrieben wurde, fiel das auch gar nicht weiter auf, denn bei Kesselwagenabfüllung von leicht siedenden Flüssigkeiten waren immer sog. "Auslaufverluste" eingerechnet. Ich kannte das von unserer Firma, wenn Lösungsmittel für unsere Klebstoffe ankamen (Benzine, Ethylacetat, Toluen, Methylenchlorid u.a., leider kein Primasprit), daß da offiziell die Differenz von Liefermenge lt. Papieren und gemessener Füllstandshöhe im Tank als Verlust abgerechnet wurde. das waren so nach meiner Erinnerung bei 50 - 70 Liter bei einem 50 m³ Kesselwagen. Eigentlich verschwindend gering im Verhältnis. Übrigens, mit Benzin/Toluen-Gemisch und etwas Öl konnte man auch sein Moped oder den Trabi betreiben. Meinen späteren Produktionsdirektor hatte ich mal dabei überrascht, wie er sich einen 20,-Liter-Kanister vollmachte. Unter dem Strich kann ich aber sagen, daß bezüglich Materialumgang mehr acht gegeben wurde. Was ich später nach der Wende erlebt habe (in Firmen Deutschland-West), wie da tonnenweise die Produkte und Rohstoffe vernichtet wurden, verwundert mich manchmal das Überleben der BRD. Wenn ich es rechtzeitig wußte, habe ich die zum Vernichten freigegebenen Produkte an einen Kunden für einen super Preis verkauft, von dem ich wußte, daß das trotz eines Qualitätsmangels dort funktioniert. Natürlich ohne Qualitätsgarantie. Wir haben uns zumindest die deftigen Entsorgungskosten für den Sondermüll eingespart. Über den offiziellen Dienstweg ging das nicht wehen ISO Qualitätszertifikat, aber meine Chefin hat da mitgespielt.
Manchmal existierte die Ware auf den Papieren schon nicht mehr und ich habe dann dem Kunden das Produkt auf eigene Rechnung verkauft. Gewinn ist uns dabei nicht verlorengegangen, denn dieser Kunde hat ansonsten wegen unserer Mindestabnahmemengen beim WB gekauft. Der war natürlich stinkig darüber, wie mir der Kunde erzählte, aber wenn der Kunde einige hundert Kilogramm für 1,50 €/kg anstatt für über 4,-€ bekommen kann, zählt das natürlich. Aber nun war ich vom eigentlichen Thema abgewichen. Bitte um Entschuldigung.


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17.06.2012 14:39
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#148
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Hallo GeMi passt zwar nicht zum Duftthema, aber ich kann in 2 Sachen zustimmen ud Dich bestätigen.
1. Filteranlagen gab es in Heizwerken der DDR wurden in der Regel unabhängig von der Planerfüllung nachts abgeschaltet, folge
Die angesammelten Rückstände des Tages wurden durch den Zug in der Nacht über den Schornstein entsorgt!
Ich kenne 3 Heizwerke in Leipzig und Umgebung, wo das üblich war.
2. Zum Maschinenpark, bei Kirow in Leipzig wurde ein sehr "kompetenter" ehemaliger Bügermeister von Hamburg Aufsichtsrat.
Bei der Abwicklung der Firma bzw Umstrucktuierung,denn Kirow gibt es noch in einer Holding hat de r den gesamten
Maschinenbestand, egal ob konventionell oder bis CNC- Bearbeitungszentrum nach Gewicht an Holländer als Schrott verscherbelt!
Namen möchte ich nicht nennen, aber nur soviel wenn ich heute den Namen Dohna**y höhre bekomme ich noch immer
Herpes, Akne oder Schlimmeres! Entschuldigung vor das Dohna**y gehöhrt noch ein " von ".
Gruß aus Leipzig, Micha






Zitat von GeMi
Hallo,

passend zu diesem Thema auch folgendes:

1986 (!!!!) wurden in Leuna einige Meter des Mehrteilers "Väter und Söhne" gedreht.
Das Filmteam hat sich sehr über die originalen Kulissen dieser Zeit gefreut. Alles war noch da, wie am ersten Tage.
Siehe auch hier - http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513751.html.
In der Nähe unserer Werkstatt wurde auch gedreht, als unsere Schlosser mit einer sogenannten "Buchenwald-Karre" unterwegs waren. Das waren große Holzkarren mit eisenbeschlagenen Holzrädern( Durchmesser ca. 1,2m). Sie wurden von einem Mann geschoben und es war eine Knochenarbeit. Deshalb auch der Name.
Dieser Wagen erregte sofort Aufsehen und bekam sogleich eine Nebenrolle.
Die alten Kolbenverdichter mit den riesigen Schwungrädern waren auch noch im Einsatz und wurden eifrig bestaunt.
Viele alte Technik, speziell die Langdrehmaschinen für Schiffswellen, wurden nach der Wende für einen Appel und ein Ei verramscht.
So gute Maschinenbette konnte man nur für viel Geld kaufen. Sie laufen bestimmt heute noch.
Die alten Braunkohle-Kraftwerke in Leuna wurden schnell entsorgt - Gott sei dank.
Im übrigen hatte sich der Umweltschutz der Planwirtschaft zu beugen.
War der Plan in Gefahr, wurden die Filter ausgeschaltet, vor allem nur nachts. Morgens ist man dann mit kratzigem Hals aufgewacht und hatte eine pelzige Zunge.
Schön anzusehen waren auch die Stickoxidfahnen über manchen Produktionsgebäuden.. Wenn die zu sehen waren, dann nichts wie weg.




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17.06.2012 18:02
#149
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Hieß der Smog in der DDR nicht "Industrienebel"?
Mir ist so......

Ja in Berlin war das schon fein!
Im Westteil Fahrverbot wegen Smog und im Ostteil knatterten Trabanten und Wartburgs lustig weiter durch die klare Luft.......

Das mit dem Abschalten der Filteranlagen im Dunkel der Nacht ist mir ebenfalls bekannt und ist damit auch von mir bestätigt.
Jedenfalls was Leipzig betrifft, denn von da ist es mir bekannt.

Gruß
Nostalgiker


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