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#1

Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 15:17
von Krelle (gelöscht)
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Wer von Euch Grenzsoldaten hat in Herrnburg gedient und kann nähere Details nennen betreffend der Signaldrähte, die spät abends quer über das Gleis gespannt und am frühen Morgen wieder entfernt wurden?

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 15.03.2011 15:41 | nach oben springen

#2

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 16:23
von eisenringtheo | 9.947 Beiträge | 2669 Punkte
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Erstaunlich wie nahe die Bahnsteige an der Staatsgrenze liegen. Die von mir benutzten Grenzübergängen waren ziemlich weit weg von der Grenze und abgesichert wie die Staatsgrenze selber:

Quelle: http://www.passkontrolle-ddr.de/
Einem GV, der mit viel Glück die Grenzbefestigungen überwunden hätte, wäre in der Güst gelandet...
Theo


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#3

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 16:58
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Zitat von Krelle
Wer von Euch Grenzsoldaten hat in Herrnburg gedient und kann nähere Details nennen betreffend der Signaldrähte, die spät abends quer über das Gleis gespannt und am frühen Morgen wieder entfernt wurden?




Könnten Schnüre von Signalgeräten sein, allerdings.... im Vorgelagerten

Oder eine ortsfeste elektronische Signaleinrichtung.
( zum Wecken des GP bei Auslösung damit er dem GV noch hinterherwinken kann )


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 17:04 | nach oben springen

#4

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 18:11
von PF75 | 3.475 Beiträge | 576 Punkte
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zu herrenburg kann ich nichts sagen nur für den übergang Schwanheide- Büchen.
wir hatten als zusätzliche sicherung ein SP 1 neben dem Gleis installiert und die signalschnur unter die Schienen durchgeführt,mitte der schwelle wurde ein kleines Stöckchen unter die schnur gestellt so das man schön mit dem Fuß darunter kam und so das Signal gerät ausgelöst hat,beim erstenmal diese Strecke ablaufen hat man das gerät ausgelöst und der postenführer hat sich halbtot gelacht wenn man wie eine 1 dann stand.



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#5

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 18:51
von S51 | 3.781 Beiträge | 234 Punkte
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Im Harz wurden Signalleinen über die Gleise der Brockenbahn gespannt. Die ersten am Ausgang des Eckerloches, dann in der Mitte, am Goethebahnhof. Bei Annäherung der Bahn mussten diese Leinen immer wieder abgebaut werden. Das war dort kein besonderes Problem, so lange der Posten in der Nähe war. Denn man hat die Bahn weit gehört. Im Gegensatz dazu hat man den Knall zumindest am Tage kaum gehört. Die Bahn war um einiges lauter.
Es gab ebensolche Signalleinen am Bahntor des Brockenplateaus oberhalb des eisernen Tisches. Dort war es schon etwas heikler, da die Bahn dort der Steigung bzw. des Gefälles wegen nicht halten konnte und es den Lockführern einen Heidenspaß gemacht hat (nein, sorry, natürlich nicht, das war betriebsbedingt...), die gemütlichereren Posten auszutricksen und die Signalgeräte "kommen" zu lassen.
Angeschlossen waren immer die alten SP-1 (alte Gewehrschlösser vom Mosin) mit Platzpatronen. Die waren am stabilsten und unempfindlichsten.
Für die Zigarettenpausen gab es Reservepatronen und manchmal hat man eine betriebsbedingte Auslösung gemeldet, um für den Fall der Fälle eine Platzpatrone übrig zu behalten.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 15.03.2011 18:53 | nach oben springen

#6

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2011 19:23
von marc | 895 Beiträge | 732 Punkte
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Das muss allerdings auf den Bildern dann doch noch ziemlich am Anfang des Gleisstreckenabschnittes sein, sonst wäre es unsinnig gewesen.



zuletzt bearbeitet 15.03.2011 19:23 | nach oben springen

#7

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2011 08:23
von sentry | 1.237 Beiträge | 208 Punkte
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In Marienborn gab es neben der GÜSt einen kleinen Regionalbahnhof, der von Magedeburg aus angefahren wurde. Das Gleis führte nördlich an der Beschauerbrücke vorbei, die die grenzüberschreitenden Gleise überspannte. Es war also an der "Giebelseite" der Brücke schwer einzusehen. Der Bahnsteig lag westlich der GÜSt. Wenn nachts der letzte Zug den Regionalbahnsteig Richtung Magedeburg verlassen hatte, wurde das Gleis mit einem Tor abgesperrt und zusätzlich wurde ein Signalgerät SP1 über die Gleise gespannt. Das war im Grunde ein Karabinerschloss mit einer Platzpatrone, an dessen Abzug eine dünne Schnur befestigt war, die beim Durchlaufen die Platzpatrone auslöste und durch den Knall den Posten alarmierte. Morgens vor dem ersten ankommenden Regionalzug wurde der Urzustand wieder hergestellt.
Damit sollten die Posten unterstützt werden, ein illegales Betreten oder Verlassen der GÜSt über die Gleise aufzuklären und zu verhindern. Es gab solche Signalgeräte an vielen schlecht einsehbaren Stellen oder auch auf potenziellen Annäherungswegen von Grenzverletzern.
Die grenzüberschreitenden Gleise wurden in Marienborn nicht auf diese Art gesichert, weil es rund um die Uhr Zugverkehr gab.
In Marienborn kostete die Auslösung eines Signalgerätes durch Grenzer, egal ob versehentlich oder auch bei der Aufstellung oder Kontrolle der Signalgeräte regelmäßig eine Runde Kaffee an alle Soldaten des Zuges. Das war für einen Soldaten schon eine empfindliche Strafe, denn wir hatten alle riesige Tassen (aka "Kameradenbetrüger") und tranken den Kaffee besonders stark.


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#8

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2011 08:52
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo sentry,bei uns standen die signalgeräte mit dem alten karabinerschloß überall an unübersichlichen stellen rum...bei uns wurdest du allerdings nicht mit einer kaffeelage bestraft..bei uns damals war es pflicht son ding auszulösen!!am tollsten waren die dinger die eine kugel mit fallschirm bei der auslösung hatten..dann sind wir den fallschirm suchen gegangen das war immer eine tolle abwechslung für uns!!der arme waffinger mußte jeden tag die signalgeräte überprüfen und neu füllen...da waren halt immer die wildschweine ,rehe und hasen mit ihren großen ohren dran schuld!!! das die signalgeräte auslösten......wir waren es nicht...gruß icke


zuletzt bearbeitet 16.03.2011 08:53 | nach oben springen

#9

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2011 09:41
von eisenringtheo | 9.947 Beiträge | 2669 Punkte
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Bei der Einreise in Marienborn durfte man, soviel ich weiss, aus dem Zug steigen, mit gültigen Papieren durch die Kontrolle gehen und mit dem Personenzug weiterfahren. In Gerstungen und Griebnitzsee nicht. Diese Bahnhöfe waren im DR Kursbuch bei den internationalen Zügen auch nicht als Halte aufgeführt.
Theo


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#10

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2011 10:46
von sentry | 1.237 Beiträge | 208 Punkte
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Ja das stimmt soweit. Am Bahnsteigende gab's eine Kontrollbude der PKE, wo man die GÜSt fußläufig betreten/verlassen konnte. Der Regionalbahnhof war physisch von der GÜSt getrennt, lag interessanterweise ein ganzes Stück weiter westlich, befand sich aber wohl nicht im Sperrgebiet, so dass man von der GÜSt zu Fuß auf "zivilen" Wegen zum Regionalbahnhof gelangen konnte. Dabei querte man auch noch einmal auf einem Bahnübergang die Interzonengleise westlich der GÜSt.


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#11

RE: Signaldrähte über Gleis

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2011 16:26
von josy95 | 5.064 Beiträge | 1211 Punkte
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Zitat von S51
Im Harz wurden Signalleinen über die Gleise der Brockenbahn gespannt. Die ersten am Ausgang des Eckerloches, dann in der Mitte, am Goethebahnhof. Bei Annäherung der Bahn mussten diese Leinen immer wieder abgebaut werden. Das war dort kein besonderes Problem, so lange der Posten in der Nähe war. Denn man hat die Bahn weit gehört. Im Gegensatz dazu hat man den Knall zumindest am Tage kaum gehört. Die Bahn war um einiges lauter.
Es gab ebensolche Signalleinen am Bahntor des Brockenplateaus oberhalb des eisernen Tisches. Dort war es schon etwas heikler, da die Bahn dort der Steigung bzw. des Gefälles wegen nicht halten konnte und es den Lockführern einen Heidenspaß gemacht hat (nein, sorry, natürlich nicht, das war betriebsbedingt...), die gemütlichereren Posten auszutricksen und die Signalgeräte "kommen" zu lassen.
Angeschlossen waren immer die alten SP-1 (alte Gewehrschlösser vom Mosin) mit Platzpatronen. Die waren am stabilsten und unempfindlichsten.
Für die Zigarettenpausen gab es Reservepatronen und manchmal hat man eine betriebsbedingte Auslösung gemeldet, um für den Fall der Fälle eine Platzpatrone übrig zu behalten.





@S51, nicht nur Signaldrähte-/ Leinen wurde "durchfahren". Von den Kollegen, die den begeehrten Brockenpassierschein hatten, weiß ich, das bei dichtem Nebel auch öfter mal das untere Nordtor der Brockenmauer am Hirtenstieg (Kolonnenweg) "fällig" war.- Das ist eben bei Nebel so, man sieht im Extremfall die Hand vor Augen nicht und noch schlimmer ist es auch aus eigener Erfahrung, wenn man im Nebel auch noch die Orientierung verliert. Sonst vertraute Orientierungspunkte wie Häuser, Bäume, Sträucher, Bahnsteige, Lichtmasten ect. sind auch in nächster Nähe zum Gleis überhaupt nicht mehr auszumachen. Besonders, wenn dann noch Dunkelheit dazukommt und im Extremfall Schnee und Frost, dann weiß oft nicht mehr, wo man ist. Ein ekelhaft, beklemmendes Gefühl! Herz und Sinne rutschen einen in die Hosentasche...oder noch tiefer! Signalllichter werden vollständig von Nebel und Dunkelheit geschluckt.

Ähnlich wird es wohl dem armen Tropp in Hordorf auch ergangen sein. Nur unverständlich, dann mit voller Geschwindigkeit weiterzufahren...!

Aus eigenem erleben: Als junger Lokführer, logisch auch noch mit etwas fehlender Erfahrung einen Frühzug von Hasselfelde nach Nordhausen gefahren. Dunkel und grottendichter Nebel. Orientierung null, futsch. Schrittgeschwindigkeit gefahren...! Am Einfahrsignal Nordhausen Altentor zum Halten gekommen, Signalmast erst im letzten Augenblick erkannt, mit der halben Loklänge dran vorbei..., Fracksausen! *cheiße! Signalüberfahrung..., denn die Stellung des Signalflügels konnte man auch vom Loktender nicht erkennen, so dicht war der Nebel! Runter von der Lok, ran an den Signalfernsprecher und vom Fahrdienstleiter die erlösenden Worte: Das Signal steht auf Fahrt..., gleichzeitig die Nachfrage, wo wir bleiben, ob wir einen Defekt gehabt hätten..., denn schon 500 m weiter war der Nebel plötzlich weg...und das Stellwerk des Fahrdienstleiters lag auch nebelfrei...!

Wer hat`s als Autofahrer noch nicht so erlebt....?


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zwei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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