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#81

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 11:03
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Die schöne Geschichte passt hier rein. Weil, sie beschreibt die tollen Zeiten mit meinem alten Chef(damals jungen) so wunderbar, so paar Jahre bevor die DDR ihren Geist aufgab.Gut, am Ende waren wir nur noch Hund und Katze, das machte aber nix, war halt gelebtes Leben im DDR-Arbeitsalltag.

Ich nenne sie" Kumpanei ist Lumperrei "von Rainer-Maria Rohloff

Rudi kam zu uns, da war ich schon eine Weile in diesem Privatbetrieb beschäftigt, über den ich hier schon einmal oder mehrmals geschrieben habe. Er war ein „ Ungelernter“, das hieß einer, der sich aus irgendwelchen Gründen in den Bereich der Privatwirtschaft zurück gezogen hatte. Derer Gründe gab es in den 70 / 80er Jahren in der DDR viele, eventuell aktuelle Ausreiseanträge, Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehova, ehemalige Konfirmanden, Politikverweigerer ohne oder mit Hang zu Oppositionsgedanken, Einzelkämpfer so wie mich, Leute vom anderen Ufer und Krankheiten wie leichte und schwere Alkoholsucht, wohl bemerkt, damals war das noch keine anerkannte Krankheit, eher ein Laster und noch X andere Gründe mehr. Es war eine Nische im Arbeiter und Bauernstaat, in der sich gut leben ließ, gehe ich einmal von mir aus.

Rudi gehörte zu den leichten Laster- Fällen und was er früher einmal gearbeitet hatte weiß ich heute nicht mehr, nur Eines weis ich noch, sein ehemaliger Chef war ein „ Kleiner alter Krauter“. So nannte man die, die schon immer private Betriebe in Erbfolge betrieben, so ab 18. Jahrhundert bis mitten in die DDR hinein. Die, die nach 1945 blieben, ich nenne Sie die Bodenständigen. Man ließ sie Werkeln oder Schaffen, die Republik war auf sie angewiesen. Ob gut oder schlecht lag wohl an jedem selbst, an seinem diplomatischen Draht zu den „ Obersten Zehntausend“ und den Kombinaten. Die Großen mit bis zu 100 Beschäftigten verstaatlichte man ab Anfang der 70er Jahre oder besser ausgedrückt auf den Stuhl des Direktor kam ein geschulter Leiter mit Bonbon am Revers, für die Schüler als Erklärung, das war das Parteiabzeichen der SED. Der Alteigentümer konnte bleiben aber ohne Funktion weiter mitschaffen.. So im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, diese ganze Verstaatlichungsaktion, meine ich. Aber Fehler sind menschlich.

Unsere Auftragslage im Kleinstbetrieb war gut, mehr wie gut und so wurde für die Helfertätigkeiten jede Hand gebraucht. Am Anfang merkte ich nichts, ach so, ich vergaß noch zu schreiben, mir oblag die Funktion des Brigadier. So hieß das eigentlich im Volkseigenen Betrieb, beim Privatmann eher Vorarbeiter, der Westen sagt Polier dazu. Ist auch egal, es ist der, der sich mit dem Kunden, seinem Chef und mit seinen eigenen Kollegen herumärgert, es gehört jedenfalls eine gewisse Diplomatie dazu und ich dachte, die hätte ich. Wie gesagt, ich dachte….

Es passierte schon mal, das Rudi früh zu spät auf die Baustellen kam. Seine Ausreden waren immer sehr akkurat, und mein Chef Harald, der kam sowieso etwas später. Bei seiner jungen Frau war das menschlich, sie war eine studierte Ingenieurin, er übrigens auch und zwar für Automatisierung, und hatte den VEB satt, wollte mal etwas Anderes machen, aber was, das wusste sie auch nicht so richtig. Sie probierte noch und Harald brachte die Kohle, das Geld nach Hause. Wir waren immerhin stellenweise so bis zu acht Mann. Wenn man es so will, waren sie Beide „Ungelernte“, stürzten sich da auf ein völlig neues Feld aber sie hatten ja mich und meine Kollegen, wir waren die Fachleute, in der DDR sagte man Facharbeiter dazu.
Was wollten sie mehr, Harald hatte zwei linke Hände aber war ein guter Kaufmann, Bruni führte die Bücher, sie führte sie gut. Mein Lohn stimmte, und der, der Anderen auch..

Mein Chef, damals noch mein Freund sagte einmal zu mir: „ Eigentlich sind wir schön blöd, das wir so mühevoll produktiv Schaffen, Handel bringt doch viel mehr ein“. Am Wochenende, wenn ich zum Pfuschen fuhr, holte er vom Großhandel drei Fässer rote Limonade, stellte sich bei Veranstaltungen vor das Zentralstation in Leipzig und verkaufte das Brausewasser mit sehr gutem Gewinn, er hatte wohl damals schon leichte Aldi-Gene im Blut. Keine Behörde wollte eine Standgebühr von ihm haben ,und wenn, waren es nur Pfennige.

„Schlechte Zahlungsmoral“, diese zwei Worte gehörten in meinem Land zu den Fremdwörtern, aber das hatte ich meinem Handwerksfreund Transitfahrer schon einmal geschrieben. Natürlich, Peter, in deinem Westdeutschland auch, zumindest vor1989 , erst danach fing der Ärger mit den säumigen Zahlern an. Jedenfalls war ich froh, das Rudi kam, wenn auch verspätet kam, manchmal schon mit leichter Alkoholfahne aber egal, auf Arbeit trank er selten, eher viel Kaffee..

Jetzt werden manche sagen, ja, ja der Alkohol und die DDR. Dazu ein kleines Gegenbeispiel. Nach der Wende, nach 1990 war ich im Zuge meines Berufes mehrere Jahre in Brauereien der alten Bundesländer unterwegs, dort standen die Bierkästen im Frühstücks und Mittagsraum gestapelt zum Zugreifen herum und……Lange Rede, kurzer Sinn. Gesoffen wurde hüben und drüben während der Arbeit und das nicht zu knapp. Das war doch das mit dem „ an die eigene Nase fassen“, Peter, mein Freund, aber ich schweife ab.

Es kam der Tag, da kam Rudi früh nicht, nicht später, nicht Mittag, überhaupt nicht. Mein Chef Harald gab mir die Adresse, es lag auf meinem Weg und so fuhr ich nach der Arbeit vorbei. Wieder eine Episode aus meinem vorherigen VEB- Betrieb. Langschläfer, die früh nicht aus dem Bett kamen wurden in der DDR geholt, auf Arbeit geholt! Müller, Meier, Schulze bekamen den Auftrag und sofern Derjenige nicht sehr weit weg wohnte standen sie bei ihm auf der Matte und er musste mit! So einfach war das, dieser Paragraph für die „ Arbeitsscheuen“ war für die Harten Fälle. Man nannte das auch „ Hilfe zur Selbsthilfe“. Und meistens half es. Ich nenne es eine gute erzieherische Maßnahme so leicht an der individuellen Freiheit vorbei. Was bringt mir die individuelle Freiheit, wenn ich durch mein eigenes Versagen arbeitslos werde, rausgeworfen werde, also wurde sie mal kurz ignoriert, die persönliche Freiheit, dieser Kaugummi mit Fruchtgeschmack. Natürlich wurde man in der DDR nicht vor das Werkstor gesetzt wie im Westen, es wurden Aussprachen geführt mit der Gewerkschaftsleitung, dem Meister, der Parteileitung……Bis die Sache fruchtete oder kleine Erfolgesblüten zeigte oder eine Alternative gefunden wurde. Bei Totalverweigerung gab es ja noch den Paragraphen, das Arbeitshaus und einige Sachen mehr.
Zu Rudi zurück, in dem Neubaugebiet im Leipziger Westen öffnete eine nicht mehr ganz so junge Frau , Rudi war damals so Mitte 40, sie war wohl etwas älter.

Rudi, nein, der war schon drei Wochen nicht mehr hier, von einer anderen Frau war die Rede. Meine Frage nach der Adresse, sie nannte mir die Kneipe, wo er zu finden war.
Da klingelte es noch nicht bei mir, das Rudi ein Freund der Frauen war. Sie liebten ihn, er liebte sie, konnte reden wie ein Buch, war ein Charmeur und er hatte die gewisse Lebenserfahrung und keine feste Adresse.

Post von der Behörde so wie bei Monika in der schönen Westgeschichte, die kam wohl nie bei ihm an, die Wahlen und noch vieles Andere mehr konnte ihm gestohlen bleiben. Rudi war ein freier Mann, verpflichtet nur sich selbst, einem kleinen Unterhaltsanspruch, den die Chefin für ihn regelte und der da oben konnte ihn auch. Er blieb immer so lange als Logiergast bei seinen Frauen, bis der mit dem Hausbuch auftauchte zwecks eintragen. Da war Rudi weg. Meistens fuhr ich seine Umzüge, sein Habe, acht Beutel und ein alter Koffer passten in den Trabbikofferraum. Einige Wohnungen sah ich, darauf konnte der entwickelte sozialistische Staat wahrlich nicht besonders stolz sein. Aber schlampige Menschen mit dem Hang zur Unordnung hatten Ost und West und haben sie auch heute noch. Jedes Mal litt ich mehr wie er, wenn ich die verweinten Augen von Erika, Petra, Helga, Doris und Angelika sah. Ich war der Seelentröster an der Wohnungstür, da war Rudi schon mit dem packen des Kofferraum beschäftigt
Seine Gastspiele auf Arbeit wurden selten und seltener aber Harald brauchte jeden Mann und biß in den sauren Apfel, Arbeitskräfte in der Privatwirtschaft wurden mit Gold aufgewogen, auch die, die wenig anwesend waren und so behielt er ihn.

Nur Rudi hatte permanenten Geldbedarf durch die Frauen, die wenigen Gastspiele und das viele Bier, die Zigaretten und den Schnaps, mein Chef kannte das Wort „ Vorschuss“ nicht und so kam er zu mir. Der mit dem großen Herzen gab ihm und ich hatte Glück, dauerte es auch öfters Monate so stand Rudi irgendwann Abends auf der Matte und brachte das geborgte Geld zurück.
Von wem er sich neu borgte, das war mir völlig egal.

Ich vergaß, er war Kettenraucher und konnte von fünf Mark der DDR und weniger am Tag incl. Glimmstengel und Essen leben aber damals haben die Brötchen noch fünf Pfennige gekostet und das Bier so um die vierzig Pfennige.

Immer war Rudi auf der Suche, von einer Schönen zur nächsten Gaststättenschönheit, lag dem Staat nicht auf der Tasche so wie die Sozialhilfefälle des goldenen Westen sondern eher mir und seinen einsamen Mädels, kam zurecht oder auch nicht und einmal, als ich ihn in einer seiner vielen Gaststätten besuchte, sagte er schon nicht mehr ganz nüchtern zu mir: Merke Dir eines, mein Junge, den ich war so um die fünfzehn Jahre jünger wie er „ Kumpanei ist Lumperrei“ Erst dachte ich, Erich. Honecker und seine Milliarden- Kreditfreunde im Westen waren gemeint,. weit gefehlt, er meinte seinen alten Krauter vom Anfang damit. und es war wohl auf mich und meinen Chef gemünzt weil wir am Anfang sehr dicke Freunde waren. Mein Freund Rudi behielt Recht, die Freundschaft mit Harald hielt nur bis 1990, dann trennten wir uns. .Ich zog von Leipzig weg und wie gesagt, Rudi sah ich nie wieder, den alten Casanova und Lebenskünstler. Meinen ehemaligen Chef übrigens in den ganzen Jahren nur einmal, da waren wir wieder für den Zeitraum eines Kaffee dicke Freunde.

Namen wurden mit Rücksicht auf die handelnden Personen geändert.
.
Rainer-Maria



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#82

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 11:08
von eisenringtheo | 10.414 Beiträge | 4730 Punkte
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Zitat von Stefan 14 im Beitrag #80
(...)
Für die üblichen Dinge gab es die "Bezirkspreisregelung , korrekt : Gesetzblatt der DDR ......Nr.... weiss ich nicht mehr , aber eine Menge Preise habe ich noch im Kopf.
(...)

Cottbus Preisliste 1964

Lebensmittelpreise in der DDR by ostzeuchs on Scribd


Stefan 14 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 13:44
von thomas 48 | 4.825 Beiträge | 5612 Punkte
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Ich habe in einer privaten Druckerei gelernt.
Mein Chef hatte
eine Setzerei mit einem Setzermeister, 3 Maschinensetzer und 5 Handsetzer
ein Buchbinderei mit einem Meister und 4 Buchbinderinnen
ein Druckersaal mit einem Meister und 5 Drucker und Anlegerinnen.


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#84

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 14:16
von bürger der ddr | 7.599 Beiträge | 27260 Punkte
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Wie viele von uns hatten nach Feierabend noch ihre eigene Beschäftigung?
Ich lackierte und reperierte nach Feierabend zusammen mit einem Kumpel Autos. Aus heutiger Sicht war das eine höchst gesundheitsgefährdente Tätigkeit...
Die Qualität hat natürlich gelitten und die Gesundhait, da ohne vernünftige Absaugung und Maske es einfach eine "Viecherei" war. Die Leute haben aber so so manch kleinen "Einschluß" im Lack hinweg gesehen und es gab gute Beziehungen und auch ab und an mal eine "Arbeitsermunterung" in D-Mark.

Ich habe es auch selber erlebt, das ich im VEB Betrieb während der Arbeitszeit den Privat PKW von meinem Meister machen "durfte". Die fehlenden Handwerker wurden durch "Privatinitiative" ausgeglichen. Das Ganze ohne finanzielle Risiken....


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


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#85

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 16:05
von Freienhagener | 7.539 Beiträge | 16590 Punkte
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Sowas hieß "Pfuschen", aber nicht im Sinne von schlecht machen.....sondern im Sinne von Schwarzarbeit.

Für geregelte Feierabendarbeit gab es ein Gesetz.
Diese Aufträge erhielt man von der Firma, wenn die Arbeitszeit zur Bewältigung nicht ausreichte.
Dabei schloß man Verträge mit dem Auftragnehmer selbständig ab.
Feierabendprojektierung war ein einträgliches Geschäft.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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#86

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 16:11
von Gert | 14.074 Beiträge | 6911 Punkte
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #84
Wie viele von uns hatten nach Feierabend noch ihre eigene Beschäftigung?
Ich lackierte und reperierte nach Feierabend zusammen mit einem Kumpel Autos. Aus heutiger Sicht war das eine höchst gesundheitsgefährdente Tätigkeit...
Die Qualität hat natürlich gelitten und die Gesundhait, da ohne vernünftige Absaugung und Maske es einfach eine "Viecherei" war. Die Leute haben aber so so manch kleinen "Einschluß" im Lack hinweg gesehen und es gab gute Beziehungen und auch ab und an mal eine "Arbeitsermunterung" in D-Mark.

Ich habe es auch selber erlebt, das ich im VEB Betrieb während der Arbeitszeit den Privat PKW von meinem Meister machen "durfte". Die fehlenden Handwerker wurden durch "Privatinitiative" ausgeglichen. Das Ganze ohne finanzielle Risiken....

was würdest du sagen, wenn du heute darauf angewiesen wärest, nach Feierabend eine 2.Schicht einzulegen um finanziell über die Runden zu kommen oder etwas extra für die Annehmlichkeiten des Lebens zu verdienen ? Wäre natürlich die "FDJSekretärin" schuld, oder ?


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#87

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 16:17
von Pit 59 | 12.450 Beiträge | 11874 Punkte
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Das Geld zum Leben muss in der Normalen Arbeitszeit verdient werden,hat man etwas höhere Ansprüche ist es nicht verkehrt ab und zu nebenbei was zu machen.



bürger der ddr und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#88

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 16:20
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Zu DDR Zeiten war es vieleicht etwas anderes,Fernseher 6000.- Alus u.s.w.



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#89

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 17:43
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #81
Die schöne Geschichte passt hier rein. Weil, sie beschreibt die tollen Zeiten mit meinem alten Chef(damals jungen) so wunderbar, so paar Jahre bevor die DDR ihren Geist aufgab.Gut, am Ende waren wir nur noch Hund und Katze, das machte aber nix, war halt gelebtes Leben im DDR-Arbeitsalltag.

Ich nenne sie" Kumpanei ist Lumperei "von Rainer-Maria Rohloff
I



Also Rainer, deine Fabulierkunst in allen Ehren, ich will dich auch gar nicht bekehren, hast mich aber wieder angeregt, dass es auch kürzer geht!
Und hier die schöne Spielerei (gerade ruft meine Frau zum Abendbrot und was ich so treibe: "Ganz wichtige Dinge, ich komme gleich!")

Kumpanei ist Lumperei

Staunend denk ich an die vergangene Lumperei
Bei einem Krauter war auch ich dabei.
Ich war dort der Brigadier
Und mein Spannemann Rudi meist besoffen vom Bier

Plötzlich blieb der Rudi fern,
er hatte nämlich die Frauen gern
Er war ein ganz großer Charmeur,
Der Erika, Petra, Helga und auch der Doris gefiel das sehr.

Lang hielt´s der Rudi nicht bei einer aus,
beschwingt verließ er dann das Haus
Beim Umzug hab ich ihm dann oft geholfen
Doch selbst war ihm nicht mehr zu helfen

Mit Ehrfurcht muss ich nun bemerken, ei,ei,ei
Selbst im Suff hatte er ne Weisheit dabei
„Kumpanei ist Lumperei“ gab er mir noch mit,
dann ging er unter vom vielen Sprit.

MfG

GKUS64



zuletzt bearbeitet 21.01.2017 17:47 | nach oben springen

#90

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 17:53
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Mal zu den letzten Texten. Der Rainer weiß irgendwie nicht so Recht, wo heute der Wille, der Elan, das Feuer, der Biß der jungen Leute hin ist, wenn es darum geht...sinngemäß noch ne Schicht dranzuhängen.Und das für Geld bar auf die Hand. Mittlerweile könnte ich ne schöne reale Geschichte schreiben, was für tolle Ausreden mir bis jetzt zu Ohren kamen, im Gespräch halt (denn ich frage auch mal sehr direkt), warum da Einer nicht kann, will, nicht möchte und so weiter und so fort?

Bei Einem gehe ich mit. Handwerker im Handwerk wird heute so belastet( reineweg in der Arbeitszeit), da verliert Mancher schon den Willen dann noch extra was zu machen. Nur, ich weiß nicht so richtig denn zu früherer DDR-Zeit wurde auch nicht gerade gefaulenzt, im Gegenteil ordentlich was geschaffen in 8,75 Std nur anschließend war einfach noch genügend Energie da um sich Geld nebenbei zu verdienen.

Und da ging man sogar mit Freude hin ...zum Kunden.Weil, wir hatten sogar noch Spass an der Pfuscherei, jeder Kunde seine ganz spezielle Macke hatte und gerade das gab manchmal die Würze, um irgendwann später in Gesellschaft mit Freunden darüber köstliche Geschichten erzählen zu können.

Ist das mittlerweile ne Art "Belastungsproblem" oder was soll das heute sein. Mit was denn außer das die normale Arbeit auch mal schlauchen könnte?
Oder hängen die alle lieber Abends Zuhause rum, Er auf der Couch mit dem Bier, Sie im Badezimmer vorm Spiegel und die Kinder im Kinderzimmer vorm eigenen Fernseher?

Rainer-Maria



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#91

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 19:27
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Zitat von Gert im Beitrag #86
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #84
Wie viele von uns hatten nach Feierabend noch ihre eigene Beschäftigung?
Ich lackierte und reperierte nach Feierabend zusammen mit einem Kumpel Autos. Aus heutiger Sicht war das eine höchst gesundheitsgefährdente Tätigkeit...
Die Qualität hat natürlich gelitten und die Gesundhait, da ohne vernünftige Absaugung und Maske es einfach eine "Viecherei" war. Die Leute haben aber so so manch kleinen "Einschluß" im Lack hinweg gesehen und es gab gute Beziehungen und auch ab und an mal eine "Arbeitsermunterung" in D-Mark.

Ich habe es auch selber erlebt, das ich im VEB Betrieb während der Arbeitszeit den Privat PKW von meinem Meister machen "durfte". Die fehlenden Handwerker wurden durch "Privatinitiative" ausgeglichen. Das Ganze ohne finanzielle Risiken....

was würdest du sagen, wenn du heute darauf angewiesen wärest, nach Feierabend eine 2.Schicht einzulegen um finanziell über die Runden zu kommen oder etwas extra für die Annehmlichkeiten des Lebens zu verdienen ? Wäre natürlich die "FDJSekretärin" schuld, oder ?


Ich habe das für einen gewissen Luxus getan, nicht um über die Runden zu kommen und ich war wohl etwas über dem Durchschnitt am Lebensstandart durch diese Initiativen....

- PKW Wartburg "de luxe"
- Stereoanlage von "JVC"
- Farbfernseher mit Schlitzmaskenbildröhre, Bildröhre "made in japan"
- eigenes Gehöft mit 1900 qm
- Mischabtterien im Bad "made in finnland"

Also nichts für Lebenunterhalt......

Und diese zweite Schicht habe ich für mich gemacht! Und dabei kam auch für mich etwas rum, heute sieht die Situation etwas anders aus.....
Und Deiner FDJ Sekretärin, der werfe ich etwas ganz anders vor!


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 21.01.2017 23:41
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #91


Ich habe das für einen gewissen Luxus getan, nicht um über die Runden zu kommen und ich war wohl etwas über dem Durchschnitt am Lebensstandart durch diese Initiativen....

- PKW Wartburg "de luxe"
- Stereoanlage von "JVC"
- Farbfernseher mit Schlitzmaskenbildröhre, Bildröhre "made in japan"
- eigenes Gehöft mit 1900 qm
- Mischabtterien im Bad "made in finnland"

Also nichts für Lebenunterhalt......

Und diese zweite Schicht habe ich für mich gemacht! Und dabei kam auch für mich etwas rum, heute sieht die Situation etwas anders aus.....
Und Deiner FDJ Sekretärin, der werfe ich etwas ganz anders vor!


das was du als Luxus bezeichnest, war bei uns stino ( stinknormaler ) Lebensstandard. Das habe ich in einer 8-Stundenschicht beim bitterbösen Kapitalisten erwirtschaftet. Da kann ich nur müde lächeln über eine solche Erklärung. Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


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#93

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 00:04
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #82
Zitat von Stefan 14 im Beitrag #80
(...)
Für die üblichen Dinge gab es die "Bezirkspreisregelung , korrekt : Gesetzblatt der DDR ......Nr.... weiss ich nicht mehr , aber eine Menge Preise habe ich noch im Kopf.
(...)

Cottbus Preisliste 1964

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Grundsätzlich ja ! Aber Anfang der 80 er sahen diese anders aus. Mit Staatswappen vorn drauf und da stand Gesetzblatt Nr. sowieso. Für jeden Zweig extra.Was meine Branche betraf habe ich bis Heute noch etliche Preise im Kopf.


Hallo , Grüß Gott , Glück Auf ! Möge von deutschem Boden nie mehr ein Krieg ausgehen ! http://webfinder.npage.de
Multikulti finde ich sehr gut ! ( Viel ; vielfältige Kultur ). Ich habe ebenfalls unter sehr vielen Nationalitäten und Kulturen gelebt und gearbeitet. Mich sofort angepasst und war voll integriert.
Was jedoch Heute und hier unter dem Begriff verkauft und umgesetzt wird ist nicht Multikulti. Es ist die völlige Zerstörung von Kultur und jeglicher humanistischer Werte !
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#94

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 09:14
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Zitat von Gert im Beitrag #92
[

das was du als Luxus bezeichnest, war bei uns stino ( stinknormaler ) Lebensstandard. Das habe ich in einer 8-Stundenschicht beim bitterbösen Kapitalisten erwirtschaftet. Da kann ich nur müde lächeln über eine solche Erklärung. Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


Also, ein hochwertiges TV-Gerät und eine tatsächlich hochwertige Stereoanlage waren auch im Westen Luxus. Genau wie heute auch. Natürlich gibts alles auch für 2-300 Euro. Das ist aber auch nicht hochwertig.
Einziger Unterschied: DDR-Ware im Westen wurde ja oft veramscht. Aber selbst das war zwar gut, aber eben nur maximal obere Mittelklasse.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 09:22
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Zitat
Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.



Solange man als beahltes Mitglied dazugehört, keine Frage. Durch die angesprochene Effizienz sind das aber immer weniger. Noch hat man das mit Sozialhilfe und anderen Hebeln im Griff. Wenn der tolle Kapitalismus irgendwann alles zerfressen hat wirds auch hier Untuhen geben. Ich denke, so in 10, 15, 20 Jahren sind wir soweit. Dann wirds ganz ohne IS, Taliban und AfD gewaltig krachen. Was folgen wird ist Bürgerkrieg. Gefolgt von einer erneuten Aufteilung der Lager. Ich denke auch, eine Art DDR 2.0 wird folgen, diesmal hat man gelernt aus Fehlern der Vergagenenheit. Jedenfalls so, wie es derzeit aussieht, kann es nicht lange weitergehen.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
Gert, bürger der ddr und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 10:02
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Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #95

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Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


Solange man als beahltes Mitglied dazugehört, keine Frage. Durch die angesprochene Effizienz sind das aber immer weniger. Noch hat man das mit Sozialhilfe und anderen Hebeln im Griff. Wenn der tolle Kapitalismus irgendwann alles zerfressen hat wirds auch hier Untuhen geben. Ich denke, so in 10, 15, 20 Jahren sind wir soweit. Dann wirds ganz ohne IS, Taliban und AfD gewaltig krachen. Was folgen wird ist Bürgerkrieg. Gefolgt von einer erneuten Aufteilung der Lager. Ich denke auch, eine Art DDR 2.0 wird folgen, diesmal hat man gelernt aus Fehlern der Vergagenenheit. Jedenfalls so, wie es derzeit aussieht, kann es nicht lange weitergehen.


@EMW-Mitarbeiter , meinst du nicht auch, dass dich die Fantasie zu sehr gepackt hat, mit deiner Beschreibung der Zukunft? Fakt ist, dass ich im Kapitalismus mit meiner Frau zusammen einen Lebensstandard in den letzten fast 52 Jahren nach Verlassen des Arbeiter und Bauernparadieses aufgebaut habe, den ich in 3 Leben in der DDR nicht geschafft hätte. Mit Sozialhilfe hatte ich nichts zu tun, weil ich erstens in der Schule aufgepasst habe und zweitens ein Mensch bin, der einen gesunden Leistungswillen in sich hat oder wie der Volksmund sagt, die Ärmel hochkrempelt und anpackt. Das hat sich auch auf meine beiden Kinder übertragen, sie bekamen eine sehr gute Ausbildung auch wenn ich einen davon so machen Morgen aus dem Bett"prügeln" musste. Sie haben sehr qualifizierte Berufe mit einer entsprechenden Entlohnung. Darauf bin ich sehr stolz und sehe mich bestätigt in meine rGrundeinstellung, wie man sich in der kapitalistischen Welt bewegen muss.


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#97

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 10:15
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Zitat von Gert im Beitrag #96
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #95

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Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


Solange man als beahltes Mitglied dazugehört, keine Frage. Durch die angesprochene Effizienz sind das aber immer weniger. Noch hat man das mit Sozialhilfe und anderen Hebeln im Griff. Wenn der tolle Kapitalismus irgendwann alles zerfressen hat wirds auch hier Untuhen geben. Ich denke, so in 10, 15, 20 Jahren sind wir soweit. Dann wirds ganz ohne IS, Taliban und AfD gewaltig krachen. Was folgen wird ist Bürgerkrieg. Gefolgt von einer erneuten Aufteilung der Lager. Ich denke auch, eine Art DDR 2.0 wird folgen, diesmal hat man gelernt aus Fehlern der Vergagenenheit. Jedenfalls so, wie es derzeit aussieht, kann es nicht lange weitergehen.

@EMW-Mitarbeiter , meinst du nicht auch, dass dich die Fantasie zu sehr gepackt hat, mit deiner Beschreibung der Zukunft? Fakt ist, dass ich im Kapitalismus mit meiner Frau zusammen einen Lebensstandard in den letzten fast 52 Jahren nach Verlassen des Arbeiter und Bauernparadieses aufgebaut habe, den ich in 3 Leben in der DDR nicht geschafft hätte. Mit Sozialhilfe hatte ich nichts zu tun, weil ich erstens in der Schule aufgepasst habe und zweitens ein Mensch bin, der einen gesunden Leistungswillen in sich hat oder wie der Volksmund sagt, die Ärmel hochkrempelt und anpackt. Das hat sich auch auf meine beiden Kinder übertragen, sie bekamen eine sehr gute Ausbildung auch wenn ich einen davon so machen Morgen aus dem Bett"prügeln" musste. Sie haben sehr qualifizierte Berufe mit einer entsprechenden Entlohnung. Darauf bin ich sehr stolz und sehe mich bestätigt in meine rGrundeinstellung, wie man sich in der kapitalistischen Welt bewegen muss.


Tja, mal wieder meinen Text nicht verstanden.....


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
furry und Ebro haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 10:16
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Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #94
Zitat von Gert im Beitrag #92
[

das was du als Luxus bezeichnest, war bei uns stino ( stinknormaler ) Lebensstandard. Das habe ich in einer 8-Stundenschicht beim bitterbösen Kapitalisten erwirtschaftet. Da kann ich nur müde lächeln über eine solche Erklärung. Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


Also, ein hochwertiges TV-Gerät und eine tatsächlich hochwertige Stereoanlage waren auch im Westen Luxus. Genau wie heute auch. Natürlich gibts alles auch für 2-300 Euro. Das ist aber auch nicht hochwertig.
Einziger Unterschied: DDR-Ware im Westen wurde ja oft veramscht. Aber selbst das war zwar gut, aber eben nur maximal obere Mittelklasse.



zunächst müsste man mal definieren, was du unter hochwertig verstehst. Es gab von 1970 an Farbfernsegeräte, die auf dem technischen Niveau kaum einen Unterschied aufwiesen. Dazwischen gabe es sogenannte Designerware, wie z.B.bang & olufson heute, die waren technisch auch nicht besser aber für das außergewöhnliche Design deutlich teurer. Solche Produkte habe ich aber nicht gekauft.
Ich weiss es nicht mehr genau aber so um 1973 - 1974 (Fussball WM)hatten wir unseren ersten Color TV. Damals kostet ein Farb TV ca. 2000 DM. Den hatte ich damals in etwas mehr als einem Monat verdient, um mal die Kaufkraft zu verdeutlichen ( habe den Wert aus meinem Rentenverlauf herausgezogen, verdiente 1900 brutto monatlich in 73 )


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#99

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 10:21
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Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #97

Tja, mal wieder meinen Text nicht verstanden.....

wie kommst du denn darauf, ich teile einfach deine Einschätzung nicht, weil ich anders denke über die Zukunftsentwicklung. Dafür musst du mich nicht für dumm erklären. Letztlich können wir beide nur fabulieren, genau wird man es wissen, wenn der angesprochene Zeitabschnitt Vergangenheit geworden ist


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#100

RE: Selbstständigkeit in der DDR

in DDR Zeiten 22.01.2017 10:25
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Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #95

Zitat
Der Kapitalismus ist eine böse "Religion" aber verdammt effizient und komfortabel. Habe in meinem Leben nirgendwo so schnell Wohlstand und eine materielle Basis für meine Familie und für mich erarbeitet wie in dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einfach geil, würde die Generation nach mir sagen.


Solange man als beahltes Mitglied dazugehört, keine Frage. Durch die angesprochene Effizienz sind das aber immer weniger. Noch hat man das mit Sozialhilfe und anderen Hebeln im Griff. Wenn der tolle Kapitalismus irgendwann alles zerfressen hat wirds auch hier Untuhen geben. Ich denke, so in 10, 15, 20 Jahren sind wir soweit. Dann wirds ganz ohne IS, Taliban und AfD gewaltig krachen. Was folgen wird ist Bürgerkrieg. Gefolgt von einer erneuten Aufteilung der Lager. Ich denke auch, eine Art DDR 2.0 wird folgen, diesmal hat man gelernt aus Fehlern der Vergagenenheit. Jedenfalls so, wie es derzeit aussieht, kann es nicht lange weitergehen.



Und hier gleich mal die "Gesetzmäßigkeiten" für deine Prognose:

"Als Lenin den historischen Platz des Imperialismus in bezug auf den Kapitalismus überhaupt bestimmte, schrieb er: „Der Imperialismus ist ein besonderes historisches Stadium des Kapitalismus. Diese Besonderheit ist eine dreifache: der Imperialismus ist: 1. monopolistischer Kapitalismus; 2. parasitärer oder faulender Kapitalismus; 3. sterbender Kapitalismus.“ Aus http://www.politische-oekonomie.org.

Hier hat doch sogar Honecker widersprochen mit seiner philosophischen Aussage: "Totgesagte leben länger!"

Auf das Sterben warten ja manche schon sehr lange, die haben bei Honecker nicht richtig zugehört!



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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