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#1

Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 08:09
von Angelo | 12.516 Beiträge | 573 Punkte
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DresdnerEK89 schreibt auf seiner Webseite

Mit 18.Jahren wurde ich am 04.November 1986 zu den Grenztruppen der DDR eingezogen. Nicht aus Überzeugung, aber in der Hoffnung, dann später einen Wohnberechtigungsschein zu erhalten.

Was meint er damit ?



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#2

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 11:26
von Greso | 2.415 Beiträge | 554 Punkte
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Du konntest in der DDR nicht einfach von Stadt zu Stadt ziehen(Wohnraummäßig),man benötigte einen Zuzugsgenehmigung,die bestätigte dein Betriebsdirektor,oder die Partei oder oder.Hatte man diese,beantragte man einen Wohnberechtigungsschein.Da hatte man aber noch keine Wohnung.
Gruß Greso



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#3

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 11:49
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Noch mal so nebenbei,ich ging 1963 zum FDJ Aufgebot nach Halle West,um dort ,,Halle Neustadt zu erbauen.Da wohnte ich in Buna und
als der erste Wohnungsneubau stand,in Passendorf.Das wurde auch meine neue Anschrift.Als ich meine Frau kennen lernte und sie nicht nach Halle wollte, mußte ich ,um in mein Kinderzimmer ( Elternhaus,in Dessau )zu wohnen,einen Zuweisungsantrag stellen.
Greso



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#4

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 12:07
von Angelo | 12.516 Beiträge | 573 Punkte
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Das hat also bedeutet wenn ich in Erfurt gewohnt habe konnte ich nicht einfach sagen ich möchte jetzt in Dresden wohnen ???



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#5

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 12:14
von Greso | 2.415 Beiträge | 554 Punkte
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So war das in der DDR.
Greso



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#6

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 12:23
von Zermatt | 5.297 Beiträge | 22 Punkte
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Wir konnten in der alten BRD zwar dahin ziehen,wo wir wollten,aber damit war eine Menge Papierkram und Bürokratie verbunden.Da hat sich man einer gesagt-Das tue ich mir nicht an.



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#7

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 12:33
von Angelo | 12.516 Beiträge | 573 Punkte
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Zitat von Zermatt
Wir konnten in der alten BRD zwar dahin ziehen,wo wir wollten,aber damit war eine Menge Papierkram und Bürokratie verbunden.Da hat sich man einer gesagt-Das tue ich mir nicht an.



Wieso Bürokratie ?

Personalausweis ändern.....fertig



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#8

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 13:32
von dremi (gelöscht)
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Hallo " Angelo"
Ich denke mal so einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Der Umzug von einer Stadt in die andere wahr nicht das Problem.
Das Problem steckte in mangelnden Wohnraum. Damals gab es" Wohnungskommissionen", welche versucht haben Wohnraum nach
Bedürftigkeit zu verteilen.( Ich weiß auch das " Bedürftigkeit" unterschiedlich ausgelegt werden kann, früher wie heute)
Ich möchte versuchen das an meinem Beispiel zu erläutern.
Ich wurde 1979 Vater von Zwillingen und lebte mit der Fam. in einem 8qm Zimmer. Wir konnten unsere Kinder zeitweilig bei meinen Schwiegereltern unterbringen. Ich stellte also einen Wohnungsantrag. Ich muß sagen er wurde zügig bearbeitet. ( Vielleicht lag es auch
daran, das ich Offiziersschüler war). Ich bekam jedenfalls einen Wohnberechtigungs- bzw Bezugsschein. Als ich mich bei der genannten
Adresse meldete, war diese Wohnung schon bewohnt. Also zurück zur Wohnungkommission. Mir wurde mit Unverständnis erklärt das diese Wohnung nach den vorhandenen Unterlagen frei sein müßte. Was solls: neuer Bezugschein, diesmal Altbau, 3. Etage.
Eine wunderschöne Wohnung, ohne fließend Wasser, ohne Klobecken, Boiler ging schon gar nicht, in der Küche fiel der Lehmputz
von der Wand. Was tun? Wo kriege ich die Ersatzteile her, wer kann mir bei Wasser und Putz helfen?
Ich hatte mir ein Herz gefasst und habe an den " Vorsitzenden des Staasrates" geschrieben.
Es dauerte keine 3 Wochen, da gaben sich die Handwerker die Klinke in die Hand und ich durfte aber alle Institutionen, vom
Wirtschaftssekretär der Kreisleitung der SED bis zum Chef der OHS abschreiten und mir erklären lassen,das man doch nicht so hoch
greifen sollte.
Es waren aber für mich und meine Familie für zwei Jahre die schönste Wohnung in Plauen. Unsere Nachmieter haben sich sicher
über den Zustand gefreut.
Ja, so war das damals.

Gruß dremi


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#9

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 13:39
von Gert | 13.647 Beiträge | 4751 Punkte
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Zitat von Zermatt
Wir konnten in der alten BRD zwar dahin ziehen,wo wir wollten,aber damit war eine Menge Papierkram und Bürokratie verbunden.Da hat sich man einer gesagt-Das tue ich mir nicht an.




@Zermatt, das verstehe ich nicht. Was meinst du denn mit Papierkram?

Gruß Gert


.🇩🇪
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi


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#10

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 14:11
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Das Problem steckte in mangelnden Wohnraum @dremi

Aber nicht mehr 1986,da waren die Städte schon mit Plattenbauten voll.



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#11

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 14:15
von Musiker12 | 822 Beiträge
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Den Wohnungsberechtigungsschein (WBS) gibt es heute noch. Diesen brauchst Du für staatlich geförderte Wohnungen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man eine solche Wohung auch bekommt. Auch hier ist der Hintergrund des WBS, dass nicht genügend Sozialbauwohnungen zur Verfügung stehen.



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#12

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 14:30
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Hallo " Pit 59"
Das Problem hatte ich ja beschrieben, eswar ja auch Ende der 70 er. Das Wohnungsbauprogramm war in dieser Zeit gerade angelaufen.
Ich spreche der DDR-Regierung nicht ab das sie alles versucht hat das Wohnungsproblem zu lösen.
Das Motto war " Nicht jedem seine Wohnung,sondern jedem eine Wohnung". Für mich eine der größten Herausforderungen auf
ökonomischem Gebiet. Die ja auch, wie wir wissen" durch die Ereignisse in "Tschernobil" nicht leichter wurden.
Ich denke auch mal das dieses Ziel mit zum ökonomischen Kollaps der DDR führte, aber die Partei hatte versprochen das
Wohnungsproblem zu lösen.
Heute wird das Wohnugsproblem gelöst , indem wegen "Nichtbedarf" alles abgerissen wird.
Gruß dremi


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#13

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 14:47
von eisenringtheo | 9.947 Beiträge | 2669 Punkte
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Meine Bekannten haben alle früh geheiratet, einige sogar ohne Überzeugung ("Liebe auf den zweiten Blick"), um zu einer eigenen Wohnung zu kommen. Mit einer Hochzeit und Nachwuchs konnte man wohl schneller zu Wohnraum kommen.
Theo


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#14

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 15:05
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Wegen einer Wohnung wurde auch im Westen zum Teil ohne "Überzeugung" geheiratet. Verheiratete haben immer bessere Chancen eine Wohung im sozialen Wohnungsbau zu bekommen weil da sicher sofern es die Bestimmungen bezügl. der finanziellen Mittel zulassen ein höherer Bedarf besteht.
Bis 1969 was es unmöglich unverheiratet offiziell eine Wohnung zu bekommen der § 180 StGB hat dies verhindert. Soweit ich weiß war die "Kuppelei" in der DDR bis 1968 strafbar.



zuletzt bearbeitet 16.01.2011 15:08 | nach oben springen

#15

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 15:16
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Zitat von Musiker12
Wegen einer Wohnung wurde auch im Westen zum Teil ohne "Überzeugung" geheiratet. Verheiratete haben immer bessere Chancen eine Wohung im sozialen Wohnungsbau zu bekommen weil da sicher sofern es die Bestimmungen bezügl. der finanziellen Mittel zulassen ein höherer Bedarf besteht.
Bis 1969 was es unmöglich unverheiratet offiziell eine Wohnung zu bekommen der § 180 StGB hat dies verhindert. Soweit ich weiß war die "Kuppelei" in der DDR bis 1968 strafbar.




Hallo Musiker
Von der Wiege bis an die Bare..Formulare..Formulare
Die Bescheinigung hatte doch einen ähnlichen Namen...."Bescheinigung für die Wohnberechtigung"
Weiss ich von der Westverwandtschaft..
Gruss BO


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#16

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 15:35
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@BO
Das ist nun mal Deutschland, ob Ost oder West, ohne Formulare und Bürokratie geht nun mal garnichts. Im Sprachgebrauch heißt das auch hier Wohnungsberechtigungsschein. Ob die offizielle Bezeichnung anders lautet entzieht sich meiner Kenntnis. Unterm Strich ist es aber sicher das gleiche.



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#17

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 15:37
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Ob ich jemals einen Wohnberechtigungsschein brauchte? Kann mich nicht erinnern.
Unsere erste Wohnung haben wir von "Privat" gemietet, das war 1974.
Bis dahin hatte ich ja die tolle Unterkunft in der Kaserne. Als nach der Hochzeit
unsere "Große" geboren wurde und unsere 1. Wohnung nicht für das Leben mit
Kind geschaffen war, stellte ich in der Dienststelle "Wohnungswesen" o.s.ä. einen
Antrag. Wir bekamen, weil Wohnungen genug da waren 1976 eine 4- Raum- Wohnung
in Stavenhagen. Die hatten genug, weil die Wohnungen fertig waren, aber die damit
zu versorgende Dienststelle (Hubis Basepohl) noch nicht.
Später bekamen wir dann
über die Dienststelle wieder eine 3 Raum Ofenheizungswohnung in Neubrandenburg.
Versetzung nach Sachsen, wieder über die Dienststelle organisiert, ich meine damit
Wohnraumantrag.
Auch nach der Wende bei der Bw über Wohnungstelle der neuen Dienststelle
angemeldet, 3 Angebote bekommen, Wohnungsbesichtigung, fertig.


zuletzt bearbeitet 16.01.2011 15:40 | nach oben springen

#18

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 15:41
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@Gohrbi
Wenn Du privat was mietest entfällt der WBS da das keine staatlich geförderten Wohnungen sind. Und ich denke mal solange Du für den Staat tätig bist ersetzt der Marschbefehl ja schon den WBS.



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#19

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 16:11
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Zitat von Musiker12
@Gohrbi
Wenn Du privat was mietest entfällt der WBS da das keine staatlich geförderten Wohnungen sind. Und ich denke mal solange Du für den Staat tätig bist ersetzt der Marschbefehl ja schon den WBS.



Hast Recht, ich vergesse immer, dass die Bevölkerung anders sich "abstrampeln/schmieren mußte.


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#20

RE: Wohnberechtigungsschein

in Grenztruppen der DDR 16.01.2011 16:40
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Wir konnten in der alten BRD zwar dahin ziehen,wo wir wollten,aber damit war eine Menge Papierkram und Bürokratie verbunden.Da hat sich man einer gesagt-Das tue ich mir nicht an.




@Zermatt, das verstehe ich nicht. Was meinst du denn mit Papierkram?

Gruß Gert



Na die ganzen Formulare zum Ab,Um und Anmelden beim Einwohnermeldeamt,Zulassungstelle,Strom,Wasser,Vermieter.....,aber wie gesagt-ich meine früher,als EDV noch ein Fremdwort war



zuletzt bearbeitet 16.01.2011 16:40 | nach oben springen


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