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#1

Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 26.12.2009 16:02
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von manudave
Vielleicht hat ja einer viele Details über die Zwangsenteignungen parat und würde hierzu mal einen Thread eröffnen.


Berliner






Quelle: Das war die DDR, Kapitel 3: Vom Plan zur Pleite


zuletzt bearbeitet 26.12.2009 16:03 | nach oben springen

#2

Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 26.12.2009 16:19
von Berliner (gelöscht)
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"...entsprechend der These von Lenin, dass die kleine Warenproduktion immer wieder neu Kapitalismus hervorbringt..."

Enspricht dieses Zitat von Schuerer woertlich der These von Lenin?
Hat Lenin das auch gemeint, wie das in der DDR umgesetzt wurde?

Berliner


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#3

Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 26.12.2009 18:10
von Berliner (gelöscht)
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ich liess den Beitrag von CaptnDelta im urspruenglichen Thread, habe eine Kopie aber hier reingestellt weil es zu dem Thema passte. Berliner

Zitat von CaptnDelta

Zitat von Claus562
Hallo,ich bin der Neue,komm jetzt öfters,g
Hat Honni nicht als erstes die ganzen halbstaatlichen Betriebe enteignen lassen. Damit war doch jede Privatinitative gestorben. Als Konsequenz mussten später die Kombinate Konsumgüter herstellen was garnicht ihre Aufgabe war



Die Enteignungen von Privatbetrieben ging -in Wellen- von Kriegsende bis 1972 (als schon vor Honecker). Zum Schluss wurden auch Kleinunternehmen mit mehr als 12 Beschaeftigten verstaatlicht. Vorausgegangen waren immer schwierigere Wirtschaftsbedingungen fuer Privatunternehmen (z.B. Materialzuteilungen, Maschinen- oder Werkzeugbeschaffung,etc.).

Der Beschluss ueber die '1000 Dinge des taeglichen Bedarfs' (Konsumgueter) wurde Anfang der 1960er Jahre unter Ulbricht gefasst, nachdem man die DDR Wirtschaft nach sowjetischem Vorbild auf die Schwerindustrie ausgerichtet hatte, und damit die Konsumgueterproduktion vernachlaessigt hatte. Jedes Kombinat musste nun einen gewissen Anteil (IIRC 10%) Konsumgueter produzieren, welche der Bevoelkerung direkt zukamen. Ein Beispiel der Rasierapparat 'Bebo Sher' vom Berliner Turbinen- und Kraftwerksanlagenhersteller Bergmann-Borsig.









Bebo Sher - MyVideo

-Th



zuletzt bearbeitet 26.12.2009 18:27 | nach oben springen

#4

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 26.12.2009 19:16
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1605 Punkte
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Hallo Berliner,

zu diesem Thema könnte ich ein kleines Buch schreiben (werde ich auch), da diese Aktion, ich sag immer Honneckers erster Streich nach seiner Machtergreifung und der langsame Anfang vom Ende der DDR, unsere Familie ganz besonders hart getroffen hat. Ich hatte in anderen, älteren Therad`s schon mal was dazu geschrieben, werde mich aber nochmal konkret äußern.

josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#5

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 07:23
von manudave (gelöscht)
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Im Buch "Die Grenze durch Deutschland" von Roman Grafe, wird ausführlich ein Fall unter die Lupe genommen, der wirklich unter die Haut geht.
Hier wurde ein Kraftwerksbesitzer Anfang der 50er zwangsenteignet unter abenteuerlichsten Anschuldigungen...

Wirklich lesenswert...


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#6

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 14:04
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Manudave, ich glaube, der Roman Grafe ist auch so ein ausgeprägter DDR-Hasser wie der Hubertus.Die lieben uns nicht, beruht wohl auf Gegenseitigkeit.
War nur mal so meine Meinung.
Und Anfang der 50er Jahre in der DDR, das war halt noch Neuland unterm Pflug wie in Russland nach 1918.
Es wird immer Menschen gegeben haben, die weniger Glück mit den alten selbsternannten Kommunisten hatten.
Sie saßen wohl am längeren Hebel und auch ein Grund, warum Viele die Seite von Ost nach West gewechselt haben.

R-M-R


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#7

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 17:43
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Manudave, ich glaube, der Roman Grafe ist auch so ein ausgeprägter DDR-Hasser wie der Hubertus.Die lieben uns nicht, beruht wohl auf Gegenseitigkeit.
War nur mal so meine Meinung.
Und Anfang der 50er Jahre in der DDR, das war halt noch Neuland unterm Pflug wie in Russland nach 1918.
Es wird immer Menschen gegeben haben, die weniger Glück mit den alten selbsternannten Kommunisten hatten.
Sie saßen wohl am längeren Hebel und auch ein Grund, warum Viele die Seite von Ost nach West gewechselt haben.

R-M-R



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Rainer, Deine "selbsternannten" Kommunisten der 50er Jahre die saßen bis zum Ende an den Schalthebeln. Und sollen die Leute, die für nichts und Wiedernichts im Knast gesessen haben, die DDr als Dankeschön auch noch lieb haben?
Rainer, Du verlangst wirklich zuviel. Ist nur meine Meinung, schlaf schön weiter und einen Guten Rutsch!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#8

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 19:01
von Affi976 (gelöscht)
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@R-M-R,
kann ja sein dass Roman Grafe nicht Dein Freund ist. Ich habe mehrere Bücher von ihm und muß sagen, alles sorgfältig recherchiert, und einer der sich z.B. für die Erhaltung der ehemaligen GÜST Probstzella maßgeblich eingesetzt hatte und vieles mehr.
Und wenn Du jemanden kennen würdest oder sogar wie mein Vater von den Enteignungen betroffen warst, also unser ganzes Geld von jetzt auf sofort weg, dann würdest Du da glaube ich anders sprechen. 1972 war die Einläutung des wirtschaftlichen Endes der DDR, da haben die Oberen einen ihrer größten wirtschaftlichen Fehler gemacht. Hier in unserem Fall ging es um eine Möbelfirma, die Maßanfertigung in Topqualität gemacht hat. Dann im VEB ( Vater`s ehemaliger Betrieb )wurden Schrankwände in Serie gebaut, besser gesagt zusammengeschustert. Reklamation exorbitant hoch, keine hartbestückten Sägeblätter für Spanplatten, keine Ersatzteile für den Fuhrpark, der natürlich auch gleich enteignet wurde, und, und ,und,....
Reklamationsfahrten von Berlin nach Erfurt oder gar Rostock. Ich könnte Dir da noch einiges erzählen. Also es mag ja schön sein "altem" nachzutrauern, aber ich glaube spätestens hier bist Du erheblich auf dem Holzwege.
VG Affi


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#9

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 19:14
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Manudave, ich glaube, der Roman Grafe ist auch so ein ausgeprägter DDR-Hasser wie der Hubertus.Die lieben uns nicht, beruht wohl auf Gegenseitigkeit.
War nur mal so meine Meinung.
R-M-R



Dem will ich gar nicht widersprechen. Natürlich ist er - wie einige im Forum auch - ein DDR-Hasser.
Allerdings richtet sich dieser weder gegen die Bevölkerung noch gegen das Leben, welches diese dort geführt hat.
Der Hass richtet sich gegen das SYSTEM DDR , welches unendliches Leid und Opfer gefordert hat.

Und gerade solche Menschen bohren wohl auch mal etwas tiefer, als es eine staatliche Behörde z.B. tun würde - ich bin sogar der Meinung, es sind die wichtigsten Menschen in Sachen Aufarbeitung.

Und wie Alfi bereits geschrieben hat, Roman hat für sein Grenzbuch knapp 8 Jahre ausführlichst recherchiert. Ich weiß es auch, weil ich ihn persönlich kenne und absolut schätze.
Übrigens sind wir nicht in allen Sachen einer Meinung... - ich rede ihm also nicht nach der Zunge.


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#10

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 20:03
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Ich möchte mich nicht rechtfertigen für meine Zeilen, meinte bloß, das die 50er Jahre eine andere Zeit in der DDR gewesen sein müssen.
Wie gesagt, ich sprach von den 50er, nichts Anderem.
Ja, und natürlich Roman G. Es ist die Biographie, die uns so verschieden macht, ist auch gut so.

R-M-R


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#11

RE: Grosse Probleme bei den 1000 kleinen Dingen, Zwangsenteignung 1972

in Leben in der DDR 27.12.2009 20:37
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Muss ich gleich noch einmal, Affi, hatte es vorhin fast in deinem Text überlesen.
Wer denkt, ich trauere den alten Zeiten hinterher, der hat meine Texte nicht richtig verstanden.Warum sollte ich, es ging mir damals gut, ich kann heute nicht klagen.
Ich vergleiche nur gern, Gestern mit Heute.Und da kommt das Heute nicht gut weg, lassen wir einmal den ganzen oberflächigen Krempel, den Glitzer und die Luftballons weg, was der gemeine Mensch nicht unbedingt zum Leben benötigt.
Warum sollte ich( gleich nochmal) dieses System für das Bessere halten, wenn es dieses nicht ist.
Wohlbemerkt, ich spreche vom Menschen, nicht dem ganzen überflüssigen Mist.

R-M-R


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