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#1

Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 10.03.2018 22:12
von berndk5 | 1.405 Beiträge | 10917 Punkte
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Liebe Mitglieder und Leser im Forum,
was "Grenzdienst" ist/war oder Schutz der Staatsgrenze der DDR ist, bzw. war wissen sehr viele von Euch. Noch viel mehr Leute glauben es zu wissen und reduzieren es auf "schießwütige Grenzer" die nur darauf warten "Feinde des Sozialismus" "vernichten zu können" .
Mit diesem Thema möchte ich einen Blick hinter die Kulissen des Grenzdienstes ermöglichen- also auf einen von vielen Punkten, die vor dem Befehl zum GD an die Grenzposten, in alltäglicher Arbeit in Verantwortlichkeit mdes KC zu realisieren waren.
Es ist bzw. war schnöde Schreibtischarbeit, manchmal erfolgten auch gemeinsame Präzisierungen im Gelände.
Es soll alles so dargestellt werden, wie ich es erlebt und selbst praktiziert habe. Ich bemühe mich, entsprechende Bezüge zu Befehlen und Dienstvorschriften aufzuzeigen, um ein weites Verständnis der Zusammenhänge zu ermöglichen.
Ich bitte die im Forum vorhandenen Sachverständigen um tatkräftige Unterstützung, insbesondere, wenn relativ genaue Formulierungen aus Befehlen, Weisungen und Vorschriften bekannt sind, oder sogar ggf. Links dazu beigesteuert werden können. Ich denke hier insbesondere an @Ratze mit seinen Besuchen bei Original-Dokumenten und @Thunderhorse mir seinem schier unerschöplichen Faktenspeicher. Aber auch alle anderen, die etwas beisteuern können bitte ich, das Thema mit Leben zu erfüllen. Weitere Themen können später den Komplex ergänzen, wenn ihr das wollt.
Soweit zu Ankündigung, der erste bzw. Eröffnungsbeitrag soll morgen Nachmittag hier zu finden sein.
berndk5


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#2

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 12:06
von der 39. | 1.130 Beiträge | 5038 Punkte
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Ich bin schon gespannt auf detaillierte Ausführungen zu dieser Thematik. Sie hat im Forum eigentlich noch keine größere Beachtung gefunden. Das Zusammenwirken innerhalb der Dienstelle und zu den übergeordneten Organen sowie zu anderen Kräften (z.B. sowjetische Einheiten im grenznahen Bereich) taucht zwar in vielen Beiträgen auf, ist bislang aber nicht systematisiert worden. Es gab auch Streitpunkte, wie das Zusammenwirken mit zivilen Kräften, Helfern oder die Thematik: Vergatterung.
Also dann mal los berndk5.



hslauch und berndk5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.03.2018 12:06 | nach oben springen
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#3

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 20:03
von Ratze | 1.067 Beiträge | 3973 Punkte
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Ich bin auch gespannt was da kommt! Gerade habe ich Berichte der VP gelesen, in der die Zusammenarbeit und das Zusammenwirken gelobt oder auch getadelt wird.
Also hau rein @berndk5



der 39. und hslauch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 20:10
von damals wars (gelöscht)
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Die Zusammenarbeit mit den Grenzübergangsstellen wäre für mich von Interesse, gab es doch hier viele Überschneidungen.


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 20:35
von 94 | 12.267 Beiträge | 6275 Punkte
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Für die graue Theorie, die 718/0/005 gibts bei der BStU ... bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Dokumente/Mfs...2_Bl_1-242.html

Bin gespannt wie die Punkte II/28 (OZW) und besonders wie II/29 (OZA) in Treffurt gehandhabt wurden? Praktisch fällt nur nur noch das 'Anklingeln' des OpD und der Nachbarn nach Übernahme der FüSt ein und OZA, hmm da war doch auch was ... Feldarbeiterlisten?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 20:44
von berndk5 | 1.405 Beiträge | 10917 Punkte
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Hallo liebe Mitglieder und Leser im Forum, leider war der Wille stärker als das Leistungsvermögen. Durch Einsatz während WE-Bereitschaft und den heutigen Arbeitstag bin ich hier im Forum mit meinen eigenen Plänen in Verzug. Dafür bitte ich um Nachsicht- leider muss ich noch 3 Jahre und 8 Monate
arbeiten, ehe ich etwas mehr Zeit für das Forum habe.

Vorab noch einen Hinweis zum besseren fachlichen Verständnis für alle Kameraden, die uns gegenüber Dienst getan haben und für die Kameraden der NVA, die mit den sogenannten Kommandeursaufgaben nicht so stark beschäftigt waren:

Diese Thema soll genau den bezeichneten Teil als Bestandteil der Entschlußfassung des KC mit seinen daraus resultierenden Elementen im Befehl des KC sowohl für den Grenzdienst, als auch im Gefecht beschreiben.

Es sind also überwiegend Beschreibungen, die sich in den folgenden Befehlen meist viel kleiner ausnehmen. soviel vorab. Es geht sofort weiter.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
hslauch und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 21:50
von berndk5 | 1.405 Beiträge | 10917 Punkte
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Die ehemals zutreffende Dienstvorschrift DV 018 / 0 / 008 -GRENZKOMPANIE- (VVS-Dokument) nennt die Hauptprinzipien der Grenzsicherung:
a) ununterbrochene, aktive und standhafte Handlungen in allen Arten der GSi,
b) Konzentrierung der Kräfte und Mittel in den wichtigsten Richtungen und zur entscheidenden Zeit,
c) Staffelung der Kräfte und Mittel
d) Aufklärung der Absichten und Handlungen des Gegners im einsehbaren Grenzgebiet des Gegners und im eigenen Grenzgebiet
e) Tarnung und Geheimhaltung der eigenen Absichten und Handlungen
f) ununterbrochenen Zusammenwirken
g) ständige Zusammenarbeit
Zitat Ende

Wir unterscheiden also klar zwischen Zusammenarbeit mit unbewaffneten Personen, Einrichtungen, Dienststellen etc. und dem Zusammenwirken mit bewaffneten Kräften. Es geht also im Thema um das ZW . Welche bewaffneten Kräfte sind denn da gemeint ?

1.) immer zuerst die eigenen Kräfte. Dazu zuerst die im Dienstaufzug in den PoB eingesetzten GP . Zusätzlich sind selbständig handelnde Grenzaufklärer, separat handelnde Spezialisten, wie der GSZE-Trupp der GK der zur Wartung im GAs(Grenzabschgnitt) eingesetzt ist, oder Na-Uffz. /Wartung GMN-Sprechstellen, oder Wa.Uffz. bei der Wartung von Signalgerätenzu nennen. Einzig die GAK konnten einzeln eigesetzt sein, die anderen Kräfte handelten grundsätzlich im Bestand von 2 - 3 AGT als GP . Teilweise konnte der KC das ZW dazu befehlen, meist musste das aber über den K-GSi organisiert werden.
Im GAs handelnde Alarmkräfte (A-Gruppe, A-Zug) gehörten natürlich dann auch dazu .
Ein Beispiel für die Organisation des KC in seinem Befehl zum GD (für 24 Std.) wäre, dass "während der Zeit der Wartungsarbeiten des Wa.Uffz. an den S-Geräten von 08-12:00 Uhr im Abschnitt Strasse Treffurt bis Werra , der SiP aus diesem Bereich nach links (der Werra) befohlen wird, um den Einlass, die Kontrolle und Sicherung von Feldarbeiten zu gewährleisten.
Zu diesem speziellen Sachverhalt waren dem WaUffz. konkrete Einweisungen und Befehle durch den K-GSi zu geben, die Nachbar-GP waren ebenso einzuweisen.
Praxis und Makel zugleich waren, das dies oft nicht , oder ungenügend gemacht wurde. Die GP waren zwar umorganisiert, der Wa.Uffz. hat sein Ding gemacht, was rechts und links geschah oblag dem Zufall . Meist, oder fast immer ist ja auch nix passiert.

2.) Nachbarn
Im Befehl zum GD des Vorgesetzten: - K-GB (2 x innerhalb eines Ausbildungshalbjahres, also je Quartal) für die Kompanie-Trennungslinien innerhalb des GB
- K-GR-1 (innerhalb des Ausbildungshalbjahres) für die TL`n zwischen den GB`n und zu den Nachbar-GR-ern
waren die entsprechden Maßnahmen zur Sicherung der Trennungslinien der Grenzabschnitte befohlen. Entsprechende GP waren direkt befohlen- aber nur allgemein benannt.
Hier hatte der KC mit den Nachbar-KC das ZW zu organisieren (im mEinzelfall konnte es auch schon detailliert befohlen sein) , nach dem Motto:
Wo sind Deine Leute, wo setze ich meine Leute ein. Wie helfe ich Dir sofort, wenn es bei Dir "brennt", bis wann kann meine nächste A-Gruppe bei Dir sein.
Das gleiche Spiel an dieser TL für meinen GAs.
Und natürlich nicht nur mit dem rechten Nachbarn für die r TL, sondern noch einmal analog an der linken TL .

3.) Verstärkungskräfte
Insbesondere hatten wir hier zeitweilige, planmäßige "Grenzeinsätze" des GAR-11 aus Eisenach mit zugweisen Einsätzen freundwärts des GSZ für Zeiträume bis zu 8 Stunden. Hier musste mit besonderer Sorgfalt das ZW organisiert werden, da sowohl die Vorgesetzten als auch besonders die jungen Grenzsoldaten nicht mit dem tägl. GD und erst Recht nicht mit dem konkreten Grenzabschnitt vertraut waren.
Hier wurde das ZW (in der Regel) persönlich durch den KC organisiert und auch direkt an den Kdr. der Verstärkungskräfte und den eigenen K-GSi befohlen.
Auch die Einweisung der Verstärkungskräfte im Gelände erfolgte meist durch den KC oder einen seiner direkten Stellvertreter.

4.) weitere Verstärkungskräfte/Organe des ZW

damit setze ich gleich im nächsten Beitrag fort, kurze Pause......


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
Kontrollstreife, der 39., hslauch, Rothaut, MHL-er und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.03.2018 22:57 | nach oben springen
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#8

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 12.03.2018 22:54
von berndk5 | 1.405 Beiträge | 10917 Punkte
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Noch einmal der eigentlich unnötige Hinweis- wenn irgendwelche Abkürzungen unklar sind, bitte unbedingt fragen. Es hilft dem besseren Verständnis.

zu4.) weitere Verstärkungskräfte/Organe des ZW
Hier wären (nur) im Verteidigungsfall zum Beispiel Betriebskampfgruppen zu nennen, die beispielsweise in der Tiefe des Grenzabschnittes eingesetzt sind um besondere Objekte (z.B. Brunnenanlage der Trinkwasser-Quelle Normannsteinquelle; die Werrabrücke Treffurt; E-Werk in Falken, oder besondere Betriebsobjekte zu sichern hätten.
Zu den Organen des ZW sind die Deutsche Volkspolizei (DVP) und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zu nennen.

Auf unterschiedlichem Qualitätsniveau gab es das schon immer in der Geschichte und Entwicklung der GT, auch wenn es vielleicht nicht immer so formuliert war. Wie alle anderen Prozesse auch ist dieser im Laufe der Jahre immer mehr reglementiert worden mit dem Ziel, eine größtmögliche Perfektion zu erreichen. Warum ?
Jeder GDBr (Grenzdurchbruch) war eine Niederlage. Dafür musste es Ursachen und begünstigende Umstände geben. Gelang es dem/den GV (Grenzverletzer) durch Lücken in der "Sicherungskette" zu schlüpfen, mussten diese erkannt und geschlossen werden.

Hier biss sich, salopp gesagt, der Hund in den Schwanz. Die Kräfte der GT waren begrenzt, alle Reserven waren bis zum letzten Tropfen ausgepresst. Als Beispiele nenne ich die Einberufung von Resis auf die Linienkompanien zum aktiven GD, den Einsatz von Kräften der GAR freundwärts des GSZ .
Personall war also bei GT das Ende "der Fahnenstange" erreicht.

Aber halt ! da war doch noch was. Richtig, die POLIZEI !!!
Jedes VPKA (Volkspolizeikreisamt) in einem Grenzkreis, hatte Aufgaben zur Sicherung der Sperrzone im Grenzgebiet der DDR zu erfüllen, wozu es die so genannten VP-Gruppenposten-Grenze- gab. In meinem Bereich hatte das VPKA Mühlhausen nur einen, den VP-Gruppenposten-Grenze-Mühlhausen, das VPKA Eisenach hatte mehrere, unter anderem den in Creuzburg (uA. für Treffurt zuständig) und Berka/Werra,-möglich, das es weitere gab.
In Verantwortlichkeit der Leiter dieser Gruppenposten waren die Zufahrten/Zugänge zur Sperrzone ununterbrochen (B7 "Roter Kopf") oder zeitweilig (Katharinenberg, Wendehausen, Falken) zu besetzen und die Einreise und Ausreise zu kontrollieren. Weiterhin wurden Doppelposten der Polizei oder einzeln handelnde Polizisten(meist ABV mit Hund) auf festgelegten Streifen-Varianten in der Sperrzone eingesetzt.

Das Ministerium für Staatssicherheit wirkte strukturell unterschiedlich. (einige Dinge wurden mir auch erst nach der Wende bekannt)
Hier hatten wir die Verwaltung 2000 . Eine im Grenzregiment-1 angesiedelte Dienststelle des MfS, deren Mitarbeiter im Regelfall in GT-Uniform tätig waren. Deren Beitrag des ZW bestand meist im Informationsaustausch mit dem KC. Dies waren vom MfS Hinweise zu Details und Hintergründen erfolgter GDBr. im eigenen Bereich oder in anderen Bereichen, oder zu erfolgten Festnahmen in der Tiefe der DDR, die in der GK nicht bekannt waren. Welche Pläne hatten die Personen, wo und wie wollten sie angreifen etc.
Ebenso erfolgten Hinweise zu Kontrollergebnissen des MfS, in welchen Betrieben gibt es Sicherheitsprobleme (in LKW stecken gelassene Zündschlüssel, frei zugängliche Leitern oÄ.). Auch Hinweise zu Haftentlassungen ehemaliger Grenzverletzer in der Tiefe des Grenzgebietes (Eisenach/Mühlhausen) .
Im Jahr 1986 wurde der Einfluß des MfS auf die GT noch einmal maßgeblich verstärkt, um die Organisation der GSi als Komplex aller handelnden Kräfte dem merklich angestiegenen Druck der Grenzverletzerbewegung so anzupassen, das eine solche Wirksamkeit erreicht werden konnte , die dieser Tendenz Rechnung trug. Mit dem 1.April 1986 wurde die Funktion des "Grenzbeauftragten des MfS" geschaffen. Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen für deren Zuordnung. Eine besagt, sie wären den Grenzregimentern zugeordnet (also V2000 ???), eine andere Erkennmtnius besagt, das sie den KD MfS, also den Kreisdienststellen des MfS zugeordnet waren ? Genau weiß ich es nicht, ich war aber immer von der 2.Variante(für meinen Bereich) überzeugt.

Befehlsmäßig wurde das natürlich auch alles geregelt, wimre hieß dieser: Befehl 36/86 STMCGT

Zum letzten Abschnitt werde ich noch ausführlicher schreiben, jetzt erst mal schnell noch ein paar Korrekturen selbst bemerkter Fehler.......

Wenn es langatmig wird, bitte meckern !!! Zwischfragen sind erwünscht ......


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
Pitti53, Kontrollstreife, hslauch, Rothaut und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 00:06
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zu #4, hallo @damals wars, von der GK Treffurt waren in der Vor-Wende-Zeit die nächsten GÜStèn rechts in Teistungen und links die GÜSt WARTHA als Autobahn -GÜSt nan der Heutigen BAB A4 . Also hatte Treffurt in meinem Berichtszeitraum k e i n direktes Zusammenwirken mit einer GÜSt, bzw. deren Si-Kräften.
Hoffe, es bleibt trotzdem interessant.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#10

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 00:16
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zu #5, , lieber @94 , sehr aufmerksam !

Genau einiges davon gehört dazu. Das Anklingeln des OPD war nur meist die Meldung, wer jetzt als K-GSi den Hut auf hatte.

Das Anklingeln der Nachbarn trifft es schon eher. Einerseits war dann klar, dass die "Strippe" funktioniert, andererseits hat man sich über die aktuelle Lage an der TL (und natürlich in der GK beim Nachbarn und den neuesten Tratsch) ausgetauscht.

Feldarbeiterlisten ist ein anderes Thema, komme ich gerne später `drauf zurück.
Ich freue mich auch weiterhin auf Deine Fragen.
PS: Ich muss mich leider auf die GD-Vorschriften der 018-er Reihe beziehen, weil ich noch zu jung bin. Die 718èr hab ich schon nicht mehr kennen gelernt. GT 04.06.1974 - BuWe 31.03.1992


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#11

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 00:34
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zu #2, hallo @der 39. ,
es ist meine Absicht, die Dinge aus meiner aktiven Zeit (4.6.74 - 31.3.1992) auf der GL der in dieser Zeit bekannten und gültigen Befehle und Vorschriften zu schildern.
In dieser Zeit gab es (wimre) keinerlei offizielle Fragen des ZW mit den sowj. Streitkräften. Dies war auf meiner Führungsebene (KC-GK) absolut ausgeschlossen. Kontakte beschränkten sich ausschließlich auf organisierte Waffenbrüderschaftsmaßnahmen.
Sicherlich gibt es einiges, was ich dazu nicht weiß ........ !
Selbst zu plötzlich im Schutzstreifen (außerhalb des GSZ) festgestellten sowj. Truppen(Funk- oder Radar-Aufklärung) erhielt man bei Meldung nur die Kenntnisnahme bestätigt, meist ohne jedweden Kommentar oder irgendwelche Erklärungen.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#12

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 07:02
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Informationen zum Zusammenwirken der Kräfte bekamen wir nur mitgeteilt, wenn die Ausbildungskompanien und die Freiwilligen Helfer im Einsatz waren.
Da sie in der Hauptwanderung der Grenzverletzer eingesetzt wurden, waren sie auch erfolgreich.
Von dem GV, zur Tarnung in Unterwäsche, hatte ich schon berichtet.


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#13

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 20:08
von hslauch | 184 Beiträge | 970 Punkte
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#berndk5

Hallo und guten Abend Euch allen

Eine "kleine Besonderheit" möchte ich in dem Zusammenhang des Zusammenwirkens gerade zwischen den Grenzkompanien
bei der Grenzsicherung (hier in dem Fall das Zusammenwirken der GK Ifta, der GK Großburschla und der GK Treffurt) doch noch mal erwähnen
und damit verbunden dann später auch noch eine Frage direkt an dich stellen.

Mit der "kleinen Besonderheit" meine ich, die doch des öfteren "recht schwierige Führung der Kräfte im Grenzabschnitt (als KGSi)"
der GK Ifta besonders im Bereich ihrer rechten Trennungslinie (TL).... also im Abschnitt oberhalb Ziegenthal über Gasse-Jagdhaus bis zum Dreiherrenstein bzw. weiterführend bis zum Heldrastein.(TL zur GK Großburschla)

Besonders die Erreichbarkeit der Grenzposten (GP) über Funk (UFT-Funkgeräte)
war doch seeehr unterschiedlich, wetterabhängig und oftmals problematisch.

Hierzu hatte ich ja auch schon einen kleinen Beitrag bezüglich Unerreichbarkeit unter dem Thema Schleusen des MfS geschrieben....

Die GK Ifta lag ja eher in einem "kleinen Tal" am Ortsende (für alle ortsunkundigen...) aber trotz allem deutlich höher als der Ortskern von Ifta selbst.
Sozusagen mussten wir in Richtung rechter Trennungslinie "immer bergauf funken", klingt blöde, war aber so....
Während man als KGSi oder als Posten am K2 bis nach Wolfmannsgehau (Tor 75) sich die ca. 3,5 km "problemlos über Funk unterhalten konnte,
war hingegen am K6 (immer bergauf laufend) manchmal schon nach bereits gut 1,5 km Luftlinie von der GK Ifta entfernt
"Schluss mit der Kommunikation über Funk"

Ab hier mussten unser GP der GK Ifta von Kanal 7 auf Kanal 5 der GK Großburschla umschalten, wohlbemerkt die GK Großburschla lag von hier aus aber "gefühlte 10 km entfernt und lag so was von in einem Tal", ....... war halt so
und nicht wenige Posten (ich einmal inbegriffen) hatten schon mal das Umschalten am UFT "vergessen".... keine Chance sie zu erreichen....
da warst du als KGSi schon manchmal heilfroh, dass sich die GP am GMN gemeldet hatten...

Und ab Dreiherrenstein - Richtung Heldrastein (sozusagen die "höchstgelegenen Punkte im Grenzabschnitt der GK Ifta)
waren die GP sowohl am K6 als auch am K2 über Funk nur noch über die GK Treffurt auf Kanal 4 zu erreichen, da wars für den UKW-Funk
von Großburschla zu sehr bergauf....., aber teilweise war je nach Standort besonders am K2 auch der Funkkontakt zur GK Treffurt "gestört"

Ob es sich hierbei auch um "störende Einflüsse" der Abhörstation Kondor des MfS auf dem Heldrastein handelte ???
Naja, eher Mutmaßungen oder Einbildung ??, keine Ahnung....

Während meiner Dienstzeit in Ifta (April 1988 - Mai 1990) gab es hierdurch letztendlich "keine ernsthaften Probleme"
bezüglich eines Grenzdurchbruchs in diesem Bereich.

Aber #berndk5

gab es denn eventuell zu deiner Dienstzeit in der GK Treffurt bzw. GK Ifta eine "brenzlige sprich ernsthafte Situation" hinsichtlich einer
Grenzverletzung oder gar eines Grenzdurchbruchs im Bereich des vorher beschriebenen Grenzabschnitts der GK Ifta ??

Den die Alarmgruppe der GK Ifta ( Standort BT Willershäuser Weg - - also weit wech...) und die Reserve-A-Gruppe in der Kompanie (Ifta)
hatten einen nicht gerade kurzen Anfahrtsweg bis zu diesem Abschnitt. Von den GP bzw. A-Gruppen der GK Großburschla, GK Treffurt
ganz zu schweigen und die "Jungs" aus Schnellmannshausen hätten auch ne Weile gebraucht.

Deshalb warst du auf der Hütte immer froh, wenn du deine Jungs gerade in diesem Grenzabschnitt bei einer Lage über die Nachbar-GK´s (über Funk)
erreichen konntest.

Wenn ich auf der "Hütte" saß mussten sie sich alle bereits frühzeitig am GMN melden und sich meinen eindringlichen Hinweis hinsichtlich des
Umschaltens des UFT-Kanals anhören, ob ich sie damit nun genervt hab oder nicht.



94, berndk5, Rothaut und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 21:05
von Jürgen 75/2 | 698 Beiträge | 5766 Punkte
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Was mich auch mal interessieren würde .
Was gab es für Konzepte für die Bejagung
von Wild im Grenzabschnitt .
Ich habe das 1975 zwei mal erlebt .



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#15

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 21:11
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ZW an den Flanken der Güst Sonnenallee und Britzer Zweigkanal in Berlin wurde je Schicht auf zwei Ebenen abgestimmt:

1. telefonisch zwischen KSiA und DHO der Güst bezüglich besetzter Postenpunkte an den Flanken und evtl. Hinterlandssicherung, VP-Streife im Hinterland der Güst, sonstige Besonderheiten im GD

2. per WSA zwischen den Flankenposten im Abschnitt und dem SiP 1 der Güst, besetzte Flankenposten, HiSi und Nichtanwendung SW Richtung Güst, (die Nackttänzerin in einer Wohnung am Michael-Bohnen-Ring, WB)
SiP 1 ging bei VGDB an der Flanke bis zum 1. Zwischenpostenpunkt im Abschnitt entlang Fuss der Grenzmauer, der Flankenposten der GK kam auf Kolonne zum Zwischenpostenpunkt entgegen.

(PS: 80er Jahre)


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zuletzt bearbeitet 14.03.2018 07:21 | nach oben springen
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#16

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 22:03
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Liebe User, macht es den anderen Teilnehmern nicht so schwer, wenn etwas beschrieben wird, bitte immer das Jahr oder den Zeitraum angeben, man kann ( ich kann) den Darlegungen sonst nur schwer folgen.



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#17

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 22:31
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zu #14 , Hallo @Jürgen 75/2 , alle anderen Fragen beantworte ich auch noch, aber Deine zuerst. Gehört nicht direkt zum Thema, aber eigentlich waren das ja auch Leute mit Waffe im Grenzabschnitt.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung "wahnsinniger Rumballerei", wo alle anderen GP nur noch auf Tauchstation und in volle Deckung konnten, habe ich das anders erlebt und auch selbst praktiziert.

Ich schreibe das Nachfolgende ausdrücklich wie es war und nicht als Verherrlichung "Alter Zeiten" .

Keineswegs will ich bestreiten, dass es auch oft genug zu solchen Auswüchsen gekommen ist, wie das schon geschildert wurde.

Also, getreu dem DDR-Motto: "Die Jagd gehört dem Volke" , konnte jeder Jäger werden (wenn Partei-Apparat und MfS nix dagegen hatten).
Ähnlich wie in Parteien sollte das Leben und wirken im Jagdkollektiv demokratisch sein, also ohne Ansehen der Person(oder des Dienstgrades) den Regeln unterworfen.
Dazu wurden Jagdgesellschaften gebildet, um entsprechende Reviere zu bewirtschaften. Außerhalb des Schutzstreifens und anderen militärischen Sperrbezirken waren die StFB (Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe zuständig) . Für den Schutzstreifen und andere mil. Sperrgebiete war der Militärforst zuständig. Jagdgesellschaften gab es auf Ebene der Grenzregimenter, diese hatten dann noch Jagdgruppen. Ich habe einen Antrag zur Aufnahme in die Jagdgesellschaft Mühlhausen gestellt, wurde bei einer Vollversammlung aufgenommen und entsprechend meinem Dienstort der Jagdgruppe Schnellmannshausen zugeteilt.

Hier wurde man bis zu 2 Jahren als Jagdhelfer zum Jäger ausgebildet und auf die Jagdeignungsprüfung vorbereitet. Das war genau so streng, wie im zivilen Sektor- auch der Fragenkatalog, Prüfungsablauf etc. waren nahezu gleich.

Nach bestandener Prüfung durfte man (wenn kein anderer Jäger sich vorher angemeldet hatte) eine Kollektiv-Waffe beim Jagdleiter stundenweise befristet ausleihen und anschließend samt Munition zurückrechnen. Ich habe grundsätzlich nur 2 unterschiedliche Schrotflinten ausleihen können.Jagdleiter in Schnelli war Stabsfä. Z., Theo. Als Jagdhelfer und später als Jungjäger war ich der einzige Offizier(OLtn.) in der Jagdgruppe. Die anderen Jäger waren alle GAK aus den Kompanieen des II.GB ( Fw., Stfw., und Fähnriche) .

Die Jagd zwischen den Sperrelementen durfte grundsätzlich nur zu zweit erfolgen , entweder 2 Jäger, oder der Jäger musste noch einen Grenzer mitnehmen, oder freundwärts GSZ bleiben. Die Jagd musste grundsätzlich 24 Stunden mindestens vorher beim OPD des GR-1 angemeldet werden, wurde dort in ein Anmeldebuch eingetragen und nach der morgendlichen Lagebesprechung vom K-GR-1 mit Unterschrift genehmigt oder abgelehnt.
Vor der beabsichtigten Jagd musste man sich beim OPD des GB persönlich melden, Angaben zur Lage erfragen, Parolen einholen und anschließend das Zusammenwirken mit dem K-GSi des beabsichtigten Abschnittes telefonisch beim OPD/GB absprechen.
Wurde durch den Jäger geschossen, hat er dies mit Anzahl dem K-GSi bei der Abmeldung der Jagd über GMN mitgeteilt.Bei einer plötzlich auftretenden Lageveränderung im GAs, wurde im Sichtbereich des Jägers das abgesprochene Signal per Handleuchtzeichen (Leuchtrakete) geschossen.
Der Jäger(mit seinem 2.Mann) unterrstand ab sofort dem Befehl des K-GSi und konnte sogar in die Abriegelung oder zur Kontrolle befohlen werden.
Im Regelfall wurde jedoch die Jagd beendet und man hat den Abschnitt verlassen.
Ich habe hier ausschließlich den Normalzustand geschildert !
Es ging auch um die gezielte Frage des ZW . In einem anderen Thema kann man gerne auch auf gewisse Entgleisungen eingehen.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
Kontrollstreife, prignitzer, Rothaut, hslauch und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 22:55
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zu #13, hallo @hslauch , lies Dir bitte den Hinweis vom Beitrag #16 von @der 39. mal durch . Wenn er es nicht geschrieben hätte, so hätte ich es auch noch mal gesagt !

Dein Beitrag ist im Wesentlichen ja ok., aber frag Dich doch bloß einmal, wie haben wir das nur kurze Zeit vorher gemacht, als es die UFT nicht gab. Da gab`s kurze Meldezeiten: "Wilhelm Richard x 30" ! Schon mal gehört ???
Oder frage doch mal unsere Urgesteine der GSi, als man noch mit Karabiner und Trommel-MPi bewaffnet war. Da gab`s für den Notfall die Leuchtpistole im Kaliber 4 . Die S-Gerätepatrone vom R-67 lässt grüßen.

Andere Frage von Dir. Andere Antwort von mir.
Klar gab es ernste Lagen an dieser außergewöhnlichen TL zwischen 3 GK`n und nahezu senkrechtem Höhenunterschied von gefühlt 60 - 100 m .

Unser Mitglied @80er hat da ein ganz tolles Thema beackert. Schau mal bei "Vom Saulus zum Paulus" oder so ähnlich.
Da geht es um einen Grenzdurchbruch im November 1982 genau in diesem Bereich. Inzwischen weiß ich auch, dass ich selbst als KC mit meiner damaligen GK in der Bataillonssicherung in dieser Nachtschicht im Dienst war.

Zum Glück ist das Alles über das MfS erst Tage später herausgekommen, so dass ich dafür keine "Prügel" bezogen habe.

Ich hoffe, ich habe Dich neugierig gemacht...........
...und natürlich die anderen auch.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#19

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 13.03.2018 23:55
von Jürgen 75/2 | 698 Beiträge | 5766 Punkte
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zu # 17 berndk5
Ich wollte auch nur wissen , ob das
turnusmäßig oder auf Anfrage der GK durchgeführt wurde . Wenn nachts vermehrt
Signalgeräte wie R67 oder SP1 auslösten und die Hunde nervös wurden fanden das die jüngeren Postenführer nicht so lustig . Postenpunkte mit Scheinwerfer spielten dann
Rundumbeleuchtung und andere schossen gerne mal Vorfeld ab . Die Folge war , dass
Verantwortliche auf dem BT 11 ziemlich nervös wurden . Nur daher meine Frage .
Gruß Jürgen



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#20

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 14.03.2018 00:17
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Dann wollen wir mal mit grauer Theorie fortsetzen und etwas Farbe aus der Praxis einflechten.

Das hat übrigens @GZB1 in seinem Beitrag #15 schon ganz gut gemacht.

Durch seinen Beitrag kann man auch erklären, dass die Organisation des Zusammenwirkens (hochtrabend gesagt) eigentlich nur die Absprache untereinander war, wer wo und wie im Einsatz war (und welche Braut wo zu beobachten war .


Meine Schilderungen in diesem Thema beziehen sich auf meine aktive Dienstzeit ab 1974 bis zum Schluß.

Den jetzigen Berichts-Ablauf hatte ich bis zum April 1986 und dem Erlass des Befehls 36/86 STMCGT geführt.
Die bis dahin von mir gemachten Aussagen sollten als "zeitlos" gewertet werden.
Sie waren mit unterschiedlichen, geringen Feinheiten immer gültig und wurden meist sogar unbewußt im normalen GD-Alltag praktiziert.
Das war ganz einfach so, weil man ja schon ein wenig überlegt hat "wo bekomme ich Hilfe her, wenn....." .

Wie in vielen anderen Bereichen, zeigte sich Mitte der 80èr Jahre immer deutlicher, dass mit den bisherigen Methoden dauerhaft, das immer mehr "internationale, politische Problem Grenzdurchbrüche" so nicht in den Griff zu bekommen war.

Bis dahin war es so, dass z.B. die Polizei ihre Leute in der Sperrzone geplant und eingesetz hat, wie sie es für zweckmäßig fanden. Sicherlich gab es sporadisch ( 1 x im Halbjahr ??) auch mal Absprachen auf Ebene K-GR-1 und Leiter der VPKÄ`s , wo um die eine oder andere Besetzung von Streifenwegen oder Schlagbaumkontrollstellen gebeten wurde.

Dann kam auch der Dienstplan (der Streifen) der VP zum OPD des GB- aber das war`s dann meist auch schon.
Ausfälle von Streifenposten oder Änderungen wurden meist nie, oder nur in Ausnahmen mitgeteilt.
Der KC konnte oder sollte diese Informationen dann in seiner Kräfteplanung berücksichtigen (oder nicht, meistens nicht!!!).

Mit der Einsetzung und Umsetzung des Befehls 36/86 änderte sich das rigoros .

Man muss hier beachten, dass die GT der DDR an der Grenze zur BRD inzwischen wieder vollständig zu Kompaniesicherung übergegangen waren. Man hat Seitens der höheren Kommandeure große Anstrengungen unternommen die Position der Kompaniechefs ganz massiv zu stärken und war ernsthaft bemüht, erfahrene KC heranzubilden und diese möglichst sehr lange in dieser Funktion zu belassen. Ausdruck dafür ist auch, dass es ab dieser Zeit möglich wurde als Kompaniechef(GK) den Dienstgrad Oberstleutnant zu erreichen. (Ich kenne da zwar persönlich keinen Fall, es soll aber einen im Bereich des GKdo`s Süd gegeben haben, kurz vor Schluß.)

Was änderte sich ?
Es wurden die Grenzbeauftragten des MfS (GBA) geschaffen, deren Aufgabe in der Koordinierung und Kontrolle aller Tätigkeiten zum Schutz der StGr bestehen sollte. In meiner Praxis war es so, dass jeder KC im GR-1 fortan allein die Aufgabe und Befugnis hatte, den gemeinsamen Kräfteeinsatz zu koordinieren. Der GBA sollte lediglich beratende Funktion haben und Kontrollpflichten ausüben. Jedem KC war durch Weisung seiner Kommandeure klar,
das etwaige Veränderungsvorschläge oder Wünsche des GBA nahezu Weisungscharakter haben.
Im Klartext sah es ab dato in Treffurt so aus, das wöchentlich Mittwochs zur Zeit x der Leiter des VP Gruppenpostens Grenze, Mühlhausen und der GBA der KD Mühlhausen des MfS und zur Zeit y der Leiter des VP-Gruppenpostens Creuzburg und der GBA der KD Eisenach im Dienstzimmer des KC in Treffurt eintrafen. Dort wurde dann für die folgende Woche der Kräfteeinsatz abgestimmt. Die Besonderheit war, dass der Hauptmann der VP entsprechend seiner Planung eine Streife vorschlug und der KC das bestätigen konnte oder eine Veränderung befehlen konnte. Klar ist doch wohl, dass es dabei kaum zu Befehlen kam, man hat halt gefragt, ob es nicht aus diesem oder jenem Grund anders ginge- meist hat das funktioniert.
Es war auch äußerst selten, dass der GBA (bei mir) in den Entscheidungen rumfurwerkt hat- man wußte ja selber worauf es ankam.
Es war fast immer ein harmonisches Zusammenarbeiten um das "Zusammenwirken zu organisieren".

Unangenehm war nur, dass die GBA ja auch Kontrollfunktion hatten. Da gab es einige böse Überraschungen.
Durch deren Teilnahme an den wöchentlichen Koordinierungen und andere Informationsmöglichkeiten, waren sie über den festgelegten Kräfteeinsatz(KE) komplett informiert.
Bestandteil des KE waren natürlich auch die Streifen der FH VP und der FHG, auf der Grundlage von Monatsplänen. Jeder FHG sollte z.B. monatlich 8 Std. GD als Streife im Doppelposten ableisten. Also meist 2 x 4 Stunden. Oft stand es nur auf dem Papier, aber jetzt wurde es langsam heiß !
Da bist Du als KC schon etwas ins Schwitzen gekommen, wenn der GBA dann in der nächsten Runde ausgewertet hat, diese oder jene Kontrolle nicht angetroffen zu haben. Ein oder höchstens 2 Mal konntest Du ihn mit Ausreden besänftigen, aber die Jungs waren ja nicht doof. Irgendwann gab es richtig Ärger. Und so hat sich da nach und nach doch einiges in Sachen Wirksamkeit und Effektivität verändert.

Neu war auch, dass man als KC bei den GBA Probleme vortragen konnte, die bisher kaum lösbar waren weil irgendwelche Behörden nicht wollten.
Hatte man den GBA überzeugt, dauerte eine Lösung meist nicht lange.

So. Das war erst einmal das Wesentlichste aus meiner Sicht dazu. Die Palette ist natürlich so groß und vielfältig wie das Leben. Einiges kommt dann noch in der Thematik: "Organisation der Zusammenarbeit" dazu .

Deshalb wäre ich erst einmal mit dem offiziellen Teil am Ende.

Da ich fast alle ZW-Protokoll-Bücher seit 1986 noch vollzählig und im Original habe, kann man ja mal sehen, was man so durch den Draht auf den Bildschirm bekommt. Ich versuche das in den nächsten Tagen.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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zuletzt bearbeitet 14.03.2018 07:06 | nach oben springen
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