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#41

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 10:19
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zu #40 an alle interessierten Leser,
da hat der @Kontrollstreife absolut recht. Der swb wurde durch die BS geführt.

Siehe meinen zurückliegenden Beitrag in #33 zu meiner ganz persönlichen Sicht dazu, wie das organisiert war. Es war ein "Haupt-Brot" der Polit-Schiene, was der Kommandeursschiene "auf`s Auge gedrückt" wurde.

Als KC musste man monatlich Aufgabenstellung und Auswertung vornehmen, incl. Würdigung. Der ZF 14 Tägig analog, der GF sollte das wöchentlich reißen. Es war schlichtweg organisierter Selbstbetrug. Wer soillte in einer Linienkompanie diesen ganzen Schreibkram schon alleine nur bewältigen.

Absolut ohne Lüge und ohne (noch heute) ohne jede Reue, habe ich in der Endphase des AHJ (Ausbildungshalbjahres) meinen damaligen STKC Hauptmann B.B. , später als KC der 3.GK Hildebrandshausen fahnenflüchtig zusammen mal mit Zugführern, Gruppoenführern etc. vom Grenzdienst ausgeplant, nur um die Nachweisbücher auf den aktuell erforderlichen Stand zu bringen.
Klar war es de facto Betrug, aber es machte auch nur Sinn, wenn im GD bis dahin kein Durchbruch erfolgt war, keine schweren Vorkommnisse und beim Schießen die Note 1 vorzuweisen war.
Dann ging das große Rechnen los. Die festgelegten Normen, MKE, Schutz etc. die Notendurchschnitte- alles musste passend gemacht werden.
Sämtliche Aufgabenstellungen/Auswertungen etc. mussten nachgetragen werden. Selbst die Belobigungen durh den Gruppenführer (mit dem Blick zur Sonne- wie es im Jargon hieß) mussten ja mit der Disziplinarstatistik beim Spieß in Übereinstimmung sein.

Gab es ein größeres Vorkommnis, mehrere fahrlässige SW-Gebräuche reichten auch, oder gar einen GDBr. dann konnte man sich den ganzen Mist sowieso sparen.

Hättest Du als KC das nicht so gemacht und die GK wäre bei der Überprüfung der Unterlagen durch die "Wettbewerbskommission" durchgefallen, hättest Du Dich warm anziehen können. Bis zum Parteiverfahren oder Bestrafung wegen ungenügender militärischer Führungstätigkeit war da Alles drin.
Also statt Erfolg mit Geldprämie und/oder mal wieder `n kleines Abzeichen mit Geld hätte es Ärger "Prügel" und Verdammnis gegeben.
Man hatte ja die Wahl. Ich auch. Und Parteiverfahren hatte ich in Schnellmannshausen kennen gelernt. Musste ich nicht nochmal haben.

Es mag für GWD`ler wie ein Widerspruch in sich klingen- war es aber nicht ! Es und genau das , war das reale Leben.
Es ging immer nur darum, für sich selbst- für die selbst gewählte Aufgabe- den scheinbar optimalsten Weg durch die permanent vorhandenen Minenfelder zu gehen. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und Dinge, die man anders eingeordnet hat so zu behandeln, dass man nicht angeeckt ist.

Aus heutiger Sicht bin ich felsenfest davon überzeugt, dass dies kein Phänomen bei mir oder den GT war, sondern ein generelles Problem in der DDR- Entwicklung.

Es gab nur 3 Wege, egal ob mit bewußter Erkenntnis, oder weil es sich so ergab.
1.) Stur geradeaus , getreu der Linie : -das Versagen war vorprogrammiert(Zeitfaktor der eigenen Kraft war begrenzt; kaum Mitwirkung anderer)
2.) das Durchschlängeln wie ein Aal
3.) offen die Mißverhältnisse anprangern
Ein "Nicht-Vorgesetzter" hatte noch Variante 4.) sich aus allem `raushalten, getreu dem Mott: L.M.a.A.

So ist auch diese "selbst gezüchtete" Mentalität ebenso maßgeblich für den Untergang der DDR wie die wirtschaftlichen Faktoren. Letztendlich steht es ja doch in Wechselwirkung.

Alle in dem Beitrag geschilderten Inhalte entsprechen ausschließlich meiner persönlichen Meinung und Erfahrung.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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zuletzt bearbeitet 17.02.2018 10:22 | nach oben springen

#42

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 10:56
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anbei eine kleine episode, es wurde ja auch die ordnung in den unterkünften bewertet, auch die der uaz und mir gefiel dieser standard einfach nicht.
ich " wohnte" ja dort etwas länger und gestaltete es ein wenig wohnlicher um. also, von daheim gardinen sowie ein blümchen ( russischer wein/ königswein) mitgebracht und schon war es um einiges gemütlicher. erstmal nahm auch niemand wirklich anstoß daran, bis mein zf sich mal wieder darstellen wollte und verlangte den originalzustand herzustellen. was mir natürlich bitter aufstieß und er sich dabei auf die innendienst-dv berief, in welcher klar definiert war was im bestand einer unterkunft seien darf.
jedoch stand nichts über gardinen oder blümchen drinnen und ich verkaufte meinem polit, den ich daraufhin um rat bat, eine steigerung der wohnkultur um 100% und demnach zufriedenere insassen.
der zf blitzte ab und wir hatten unsere ruhe. lediglich über meine eigenmächtigkeit wurde etwas gemosert, was mir relativ egal war.
das gruppenzimmer wollten wir auch derartig umgestalten, doch nun gab es nur noch den offiziellen weg und man ließ mich abblitzen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 17.02.2018 10:58 | nach oben springen

#43

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 11:20
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Als ehemaliger KC einer Initiatorkompanie der GT kann ich deiner Ausführung zustimmen.
Allerdings muss ich sagen, das etwas Idealismus nie verkehrt ist. Im AJ 1987/88 haben meine 120 Soldaten ,Unteroffiziere und Offiziere eine tolle Leistung erbracht, die ich nie für möglich gehalten hätte. Den grössten Anteil am Erfolg hatten meine EK`s. War eine tolle Truppe.


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#44

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 11:43
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Was ist eine Initiatorkompanie?


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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#45

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 11:52
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@berndk5

Zitat von berndk5 im Beitrag #41
Dann ging das große Rechnen los. Die festgelegten Normen, MKE, Schutz etc. die Notendurchschnitte- alles musste passend gemacht werden.
Sämtliche Aufgabenstellungen/Auswertungen etc. mussten nachgetragen werden. Selbst die Belobigungen durh den Gruppenführer (mit dem Blick zur Sonne- wie es im Jargon hieß) mussten ja mit der Disziplinarstatistik beim Spieß in Übereinstimmung sein.

Da du ja meinen ehemaligen Polit Hetty persönlich kennst, kannst Du ja meine Einschätzung bestätigen oder auch nicht.

MKE oder Schutz nach Normen gab es auf der GK nicht. Ein oder zweimal im Halbjahr einen Dauerlauf bis max. 5 km. Hetty hat uns davor beschützt gestrietzt zu werden. Es sagte immer der Grenzdienst ist schon schwer genug und da sollen die GWD wnigstens ihre Freizeit selber gestalten können.

KS


zuletzt bearbeitet 17.02.2018 12:19 | nach oben springen

#46

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 11:53
von berndk5 | 1.489 Beiträge | 11662 Punkte
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zu #43 , @KC 1 , Mann oh Mann ! Hut ab !!!
Deinen Worten ist absolut nichts entgegen zu setzen.
Ich hab es mal nur ganz nüchtern und emotionslos geschrieben, klar war auch bei uns Enthusisasmus dabei. Man war doch mit Leib und Seele Grenzoffizier, nicht um Geld zu verdienen, oder weil man zu faul zum Arbeiten war - wie es auch manchmal unterstellt wird.

Eine andere Sache ist aber auch, dass man sich oftmals auch fast das ganze AHJ den Arsch aufgerissen hat und dann wegen irgend einer Lapalie um den Erfolg betrogen wurde.
Es ging doch nicht um den Titel Beste GK oder so, es war doch vielmehr die selbst erwartete Würdigung Deiner Anstrengungen- war der Titel weg, da gab`s oftmals gar nix.
Ist mir manchmal so gegangen.

Eine Initiatoren-Kompanie ist die Bezeichnung für die Einheit die (dazu ausgekuckt und befohlen wurde) die anderen Einheiten und Truppenteile mit dem eigenen Wettbewerbsprogramm zum soz. Wettbewerb aufzurufen. Diese Aufrufen waren dann Titelbaltt in der Zeitung "Volksarmee" und mussten für alle Einheite als Grundlage für die eigenen Wettbewerbsprogramme genommen werden.

Wurde dann automatisch im jeweiligen Monat auch Zwangsthema im "persönlichen Studienplan der Offiziere der persönlichen Weiterbildung" . Die Benennung ist jetzt wörtlich nicht mehr ganz exakt- hab davon noch was.
War dann Zwangsthema in FDJ-Versammlungen, der Parteiversammlung, der Politschulung, TAPI- blah, blah, blah .
Kurz gesagt, man hat wie immer nix ausgelassen, das Thema auch dem Letzten Mann zu versauern.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
vs1400, Freienhagener, Kontrollstreife, hundemuchtel 88 0,5, Fred.S. und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#47

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 12:06
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Befohlene Initiative ist ein Widerspruch in sich und offenbart den Charakter des Ganzen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


Kontrollstreife hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 12:08
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Ist ja nichts neues, die AK war doch auch immer voll mit dem Schmu.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


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#49

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 12:10
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Welche Mannschaft macht sowas begeistert mit?

Zweifellos haben auch die ihre Tage gezählt.

Um so höher die Dienststellung, um so größer die Illusion?
(abgesehen von reinem Formalismus)


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


zuletzt bearbeitet 17.02.2018 12:26 | nach oben springen

#50

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 13:06
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zu#45 , klar Hetty war immer `ne Seele von Mensch dazu mit ner klaren Überzeugung im Bauch. Aber auch er konnte an den Realitäten nicht vorbei!

Da konntest Du MKE -Normen am Schreibtisch abnehmen um die Truppe zu schonen, aber die Teilnahme-Prozente und Noten in der Politschulung mussten auch stimmen- Ausreden wegen Grenzalarm konntest Du gleich vergessen- da wollte man dann sofort den "Nachschulungstermin" sehen.
Aus meiner Sicht war es in fast allen GK`n gleich.
In der einen GK etwas besser (mit mehr Leistung und weniger mogeln) in der anderen etwas schlechter (mit NUll-Bock und noch mehr mogeln).

Die wirklich realistischen Vorgesetzten (auch Bataillonskommandeure) wußten das auch- selbst wenn das niemals öffentlich zugegeben wurde.
Man hat sich halt arrangiert. Der vom Tag der Verpflichtung zum BS vorhandene Grad des Idealismus war einer permanenten Belastung ausgesetzt- bei vielen wurde der Bogen so weit überspannt, dass er brach.
@Freienhagener hat völlig Recht, was ist eine befohlene Initiative ???? Es gibt nur eine Antwort! Eine Farce !!! Na klar haben sich diese Truppen
um @KC 1 dann trotzdem den Arsch aufgerissen - man stand ja schließlich im Wort.
Aber vieles wurde im Vorfeld schon zerstört- ja nichts dem Zufall überlassen.
Siehe auch #48 und #49 . Der Beitrag von @Hanum83 sagt Alles. Aber es war ja egal ob AK (Aktuelle Kamera) oder jede x-beliebige Zeitung in der DDR.
Überall Höchstleistungen, einer besser als der andere.
Ich kannte eigentlich kaum jemanden der das wirklich geglaubt hat. Den Mut das öffentlich als Lüge anzusprechen hatten wirklich nur ganz ganz wenige.
Die Masse sagte sich enfach nur, "Na ja, es ist halt so." Tut ja nicht weh!"
Es war aber in der Nachschau auch ein ganz wichtiges Element des von oben aufgezwungenen Selbstbetrugs. Man wollte die Realitäten gar nicht mehr wahr haben.
Diesen Schuh muss ich mir auch ganz fest anziehen.
Meine Deviese war, Grenzdienst ist Deine Hauptaufgabe. Der Abschnitt muss sauber bleiben, die Truppe muss funktionieren- also keinen Sand ins Getriebe.
Wenn man also 40 Abzeichen für Gutes Wissen haben wollte, dann wurden die auch so zusammen geschrieben- Note 2,1 im MKE - kein Problem.
Schutznorm ? Alles machbar Herr Nachbar......... . Wenn klar war, was gebraucht wurde- wurde es so hingebogen.
Ich hatte da kein schlechtes Gewissen. Hauptaufgabe war die Grenzsicherung, damit meine Leute so ausgeruht waren, um das leisten zu können mit dem notwendigen Stück GLÜCK dazu, dann habe ich den Rest im Rahmen des Spielraums locker gesehen.


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#51

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 14:39
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@berndk5 , das war doch im VEB nicht anders.
Man wollte keinen Ärger, hat darüber gewitzelt und die damit verbundenen Prämien mitgenommen.
In vielen Branchen, so auch meiner, hat man gute Arbeit geleistet und mußte deswegen kein schlechtes Gewissen haben bei der Aufbesserung der nicht gerade berauschenden Gehälter.

Irgendwann wurde als "ökonomischer Hebel" ein leistungsabhängiger Gehaltsanteil eingeführt - der dann aber ohne Weiteres ganz selbstverständlich gezahlt wurde.


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berndk5, Kontrollstreife und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.02.2018 14:40 | nach oben springen

#52

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 14:59
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Schlimm war ja nur, dass es Alle gewußt haben. Damit meine ich nicht die Leute unten, die eh nur schuften mussten. Egal ob an der "Erntefront... oder wo auch immer.
Nein, die Leute die dann schon Beratungen langfristih nabhalten mussten, wer im nächsten Wettbewerbsaufruf der Aufhänger sein soll........... - statt den bis dahin zusammengemogelten Mist endlich mal aufzuräumen.

So wurde über die Jahre der Lügenberg des Selbstbetrugs mit den übererfüllten Erzeugnissen immer größer, das dafür erhalten Alu-Chip-Geld konnte man dafür aber nicht so ausgeben wie man wollte. Reisen ging auch nur begrenzt.......

Irgendwann platzte der Lügenballon- peng!...und wir schrieben das Jahr 1989 im Herbst.

Die Leute hatten dermaßen die Schnauze voll- da ging gar nichts anderes mehr. Es ist nur gut, dass diese Sichtweite zum Glück auch heute noch nicht so verbreitet ist.
Es wird ja meist nur auf Einschränkung der Reisefreiheit und Konsum begrenzt.
Welchen mMn. enorm hohen Anteil das organisierte Selbstbelügen am unausweichlichen Zusammenbruch der DDR hat wollen mMn. selbst heute noch einige Leute gar nicht begreifen. Möglicherweise waren sie auch schon zu lange von der Basis entfernt. Möglicherweise habe sie auch auch nur das gesagt und gezeigt bekommen, was sie sehen und glauben sollten.

Da sieht man wohin es führt, wenn Menschen bis ins Greisenalter auf Machtpositionen belassen werden- ohne dass man jetzt nachträglich dafür Verantwortung anprangern will. Der Realitätsverlust kann nicht geleugnet werden.


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zuletzt bearbeitet 18.02.2018 00:18 | nach oben springen

#53

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 16:53
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@berndk5

Zitat von berndk5 im Beitrag #52
Schlimm war ja nur, dass es Alle gewußt haben. Damit meine ich nicht die Leute unten, die eh nur schuften mussten. Egal ob an der "Erntefront... oder wo auch immer.
Nein, die Leute die dann schon Beratungen langfristih nabhalten mussten, wer im nächsten Wettbewerbsaufruf der Aufhänger sein soll........... - statt den bis dahin zusammengemogelten Mist endlich mal aufzuräumen.

So wurde über die Jahre der Lügenberg des Selbstbetrugs mit den übererfüllten Erzeugnissen immer größer, das dafür erhalten Alu-Chip-Geld konnte man dafür aber nicht so ausgeben wie man wollte. Reisen ging auch nur begrenzt.......

Irgendwann platzte der Lügenballon- peng!...und wir schrieben das Jahr 1989 im Herbst.

Die Leute hatten dermaßen die Schnauze voll- da ging gar nichts anderes mehr. Es ist nur gut, dass diese Sichtweite zum Glück auch heute noch nicht so verbreitet ist.
Es wird ja meist nur auf Einschränkung der Reisefreiheit und Konsum begrenzt.
Welchen mMn. enorm hohen Anteil das organisierte Selbstbelügen am unausweichlichen Zusammenbruch der DDR hat wollen mMn. selbst heute noch einige Alfredis und andere gar nicht begreifen. Möglicherweise waren sie auch schon zu lange von der Basis entfernt. Möglicherweise habe sie auch auch nur das gesagt und gezeigt bekommen, was sie sehen und glauben sollten.

Da sieht man wohin es führt, wenn Menschen bis ins Greisenalter auf Machtpositionen belassen werden- ohne dass man jetz dafür Verantwortung anprangern will. Der Realitätsverlust kann nicht geleugnet werden.
Wenn ich den Beitrag geschrieben hätte, würde ich bestimmt eine Woche Erholgsurlaub vom Forum als Auszeichnung bekommen.

Mal sehen wie lange es bei Dir noch dauert??? Oder wirkt da noch die Hackhemmung der Krähen?

http://www.cheesebuerger.de/images/more/bigs/c024.gif


Ich denke da immer noch daran wo ich einen User (der den Grenzdienst sehr vermißte) als Gefängniswärter angesprochen habe.

Spass beiseite, ich finde Deine Beiträge gut.

Manches lernt man in der Schule/beim Studium, aber die beste Schule ist das wahre Leben. Dafür braucht man gute Ohren, einen ungetrübten Blick und klaren Verstand.

Herr gib mir die Kraft Dinge zu ändern die man ändern kann, die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die man nicht ändern kann und den Verstand das eine von dem anderen zu unterscheiden.

KS


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.02.2018 06:51 | nach oben springen

#54

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 16:58
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[quote="Kontrollstreife"|p657142
Herr gib mir die Kraft Dinge zu ändern die man ändern kann, die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die man nicht ändern kann und den Verstand das eine von dem anderen zu unterscheiden.

KS[/quote] Das hab ich schon mal hier gelesen und findet es einfach nur genial als Maxime.
In diesem Sinne..........


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#55

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 20:42
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@berndk5

Zitat von berndk5 im Beitrag #50
zu#45 , klar Hetty war immer `ne Seele von Mensch dazu mit ner klaren Überzeugung im Bauch. Aber auch er konnte an den Realitäten nicht vorbei!
Wimre war Hetty Melker oder Rinderzüchter von Beruf. Mit ihm war ich doch schon mehrere Schichten auf großer 100, so hies bei uns die Streife über den Bataillonsabschnitt. Da kam es natürlich auch zu privaten Gesprächen. Er hat von keinem GWD etwas verlangt, was er nicht selber leisten wollte.

Ich hatte immer das Gefühl, dass er den Tag an dem er die Unterschrift für die 25 Jahre geleistet hat doch etwas bereut hatte.

Wir haben auf der GK Situationen mit ihm erlebt, die ich hier nicht beschreiben will. Die Stressituation seiner Funktion hatte schon ganz schön an seinen Nerven gezehrt.

Ich habe in Ihm aber nie einen Hardliner gesehen.

KS


zuletzt bearbeitet 17.02.2018 21:40 | nach oben springen

#56

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 17.02.2018 20:55
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Wie wir an der Grenze rumgelatscht sind, das war schon eine Augenweide.

Der Kolben der Kaschi schliff fast auf den Betonplatten, Uniform und Magazintasche speckig glänzend und das Käppi auf halb fünf. Irgendwann wurden dann alle Waffenriemen auf Einheitslänge gekürzt. Da wir uns alle beschwert haben, dass man nun die Waffe nicht mehr richtig umhängen konnte gab es wieder neue Waffenriemen.

Ich bin in dem Jahr wimre zweimal neu ausgestattet worden. Da ich auch am Parktag meist keine Schwarzkombi angezogen habe sah meine FDU immer etwas mitgenommen aus.

Wenn da wieder mal eine Fahrt mit einem hohen Gast anstand gab es eine neue FDU und Magazintasche. Das hat aber meine Beifahrer eh nicht interessiert.

Der 1. Sekretär der Bezirksleitung Alois Bräutigam hat sich ganz leger mit mir über Beruf und Familie unterhalten. Meinem KC der von der hinteren Sitzbank meine Fahrweise beeinflussen wollte, hat er quasi Redeverbot erteilt.

KS


Freienhagener und Ehli haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 18.02.2018 00:14
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Ja der alte Alois, das waren noch Zeiten.
Beim Gerhard Müller ging es da schon ganz anders zur Sache. Soweit mir bekannt ist, war er wohl einer der wenigen, die man tatsächlich wegen Amtsmißbrauch und Vorteilsnahme am Haken hatte. Kenne da genügend Sachen, leider oder zum Glück ist das Meiste nur "Hören-Sagen", da hält man heute besser den Mund.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
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#58

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 19.02.2018 20:42
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass höhere Offiziere aus dem Regiment meistens umgänglicher waren als der eigene KC.

Die haben sich nicht wegen einem popeligen Gefreiten in Positur bringen müssen und dadurch sind ganz normale belanglose Gespräche in Gang gekommen.

KS


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#59

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 19.02.2018 23:24
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Zitat von berndk5 im Beitrag #50
zu#45 , klar Hetty war immer `ne Seele von Mensch dazu mit ner klaren Überzeugung im Bauch. Aber auch er konnte an den Realitäten nicht vorbei!

Da konntest Du MKE -Normen am Schreibtisch abnehmen um die Truppe zu schonen, aber die Teilnahme-Prozente und Noten in der Politschulung mussten auch stimmen- Ausreden wegen Grenzalarm konntest Du gleich vergessen- da wollte man dann sofort den "Nachschulungstermin" sehen.
Aus meiner Sicht war es in fast allen GK`n gleich.
In der einen GK etwas besser (mit mehr Leistung und weniger mogeln) in der anderen etwas schlechter (mit NUll-Bock und noch mehr mogeln).

Die wirklich realistischen Vorgesetzten (auch Bataillonskommandeure) wußten das auch- selbst wenn das niemals öffentlich zugegeben wurde.
Man hat sich halt arrangiert. Der vom Tag der Verpflichtung zum BS vorhandene Grad des Idealismus war einer permanenten Belastung ausgesetzt- bei vielen wurde der Bogen so weit überspannt, dass er brach.
@Freienhagener hat völlig Recht, was ist eine befohlene Initiative ???? Es gibt nur eine Antwort! Eine Farce !!! Na klar haben sich diese Truppen
um @KC 1 dann trotzdem den Arsch aufgerissen - man stand ja schließlich im Wort.
Aber vieles wurde im Vorfeld schon zerstört- ja nichts dem Zufall überlassen.
Siehe auch #48 und #49 . Der Beitrag von @Hanum83 sagt Alles. Aber es war ja egal ob AK (Aktuelle Kamera) oder jede x-beliebige Zeitung in der DDR.
Überall Höchstleistungen, einer besser als der andere.
Ich kannte eigentlich kaum jemanden der das wirklich geglaubt hat. Den Mut das öffentlich als Lüge anzusprechen hatten wirklich nur ganz ganz wenige.
Die Masse sagte sich enfach nur, "Na ja, es ist halt so." Tut ja nicht weh!"
Es war aber in der Nachschau auch ein ganz wichtiges Element des von oben aufgezwungenen Selbstbetrugs. Man wollte die Realitäten gar nicht mehr wahr haben.
Diesen Schuh muss ich mir auch ganz fest anziehen.
Meine Deviese war, Grenzdienst ist Deine Hauptaufgabe. Der Abschnitt muss sauber bleiben, die Truppe muss funktionieren- also keinen Sand ins Getriebe.
Wenn man also 40 Abzeichen für Gutes Wissen haben wollte, dann wurden die auch so zusammen geschrieben- Note 2,1 im MKE - kein Problem.
Schutznorm ? Alles machbar Herr Nachbar......... . Wenn klar war, was gebraucht wurde- wurde es so hingebogen.
Ich hatte da kein schlechtes Gewissen. Hauptaufgabe war die Grenzsicherung, damit meine Leute so ausgeruht waren, um das leisten zu können mit dem notwendigen Stück GLÜCK dazu, dann habe ich den Rest im Rahmen des Spielraums locker gesehen.


hm, eine recht pauschale antwort, @berndk5 und soweit du den politischen auftrag meinst, kann ich dir bei stimmen.
doch jede gk unterschied sich nicht nur durch örtlichkeiten und dergleichen. entscheidend waren die, die sie führten und führen ließen.
war es denn so schwer zu begreifen, dass man auch mal mehr als gefühlte 11h freizeit benötigte? es gab diese weisung, kein befehl und man versuchte sie um zu setzten, doch es müsste doch jedem klar gewesen sein, dass ein mensch so nicht auf dauer belastet werden sollte.
ab 1988 gab es massive erleichterungen, auch wenn sie eingefordert werden mussten und sehr selten, so hab ich es erlebt, wurde man enttäuscht ( im vergleich zu 1987).

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.02.2018 23:25 | nach oben springen

#60

RE: Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

in Grenztruppen der DDR 19.02.2018 23:36
von vs1400 | 3.859 Beiträge | 7720 Punkte
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Zitat von Kontrollstreife im Beitrag #58
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass höhere Offiziere aus dem Regiment meistens umgänglicher waren als der eigene KC.

Die haben sich nicht wegen einem popeligen Gefreiten in Positur bringen müssen und dadurch sind ganz normale belanglose Gespräche in Gang gekommen.

KS


du berichtest aus der position eines mkf, @Kontrollstreife, hast die jeweiligen von a nach b gebracht.
doch wenn die etappe vorn auftauchte, dann gab es schon im vorfeld massiven sackstand, zusätzlich zum gd. dann fanden sie meistens noch immer irgendeine wenigkeit und die wurde dann ganz wichtig gemacht, natürlich nicht sofort. diese rechnung kam erst nach abzug derer, die pünktlich ihren feierabend hatten und geregelt ihr objekt verließen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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