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#101

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 09:29
von Rainer-Maria Rohloff | 4.115 Beiträge | 12190 Punkte
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Major Tom in #96 mit diesem:

"Was mich wundert, dass Strauss damals persönlich mit Schalk verhandelt hat. Den westdeutschen Behörden war doch klar, wer der Arbeitgeber von Schalk war.2
textauszug ende

Ja wo keine Kunde ist(Drogensüchtiger) ist auch kein Dealer(Verkäufer von dem Dreckszeug). Übertragt es somit auf damals wars so. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kunstsammler im Westen sich sinngemäß auf ner Liste eingetragen hatten...so" Bitte mich möglichst zuerst informieren".

Rainer-Maria

Und einen guten Tag allen ins Forum



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#102

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 09:58
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Zitat von Alfred im Beitrag #88
Hier wir dargelegt, dass der U- Häftling in der Keibelstraße verstorben ist. Was hat dies denn mit dem MfS zu schaffen ? Die "Keibelstraße " gehörte zum MdI und nicht zum MfS und auch heute ist es nicht selten, dass es leider Todesfälle in Haftanstalten / U - Haftanstalten gibt.

Nur mal der Vollständigkeit halber, ohne dass ich damit irgendetwas anderes bzgl. o.g. Falles suggerieren will:
In der Keibelstraße saß sehr wohl auch MfS-Personal (WIMRE HA IX?). Keine Ahnung, ob das auch schon '78 so war, aber ein paar Jahre später auf jeden Fall.


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#103

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 10:04
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Zitat von sentry im Beitrag #102
Zitat von Alfred im Beitrag #88
Hier wir dargelegt, dass der U- Häftling in der Keibelstraße verstorben ist. Was hat dies denn mit dem MfS zu schaffen ? Die "Keibelstraße " gehörte zum MdI und nicht zum MfS und auch heute ist es nicht selten, dass es leider Todesfälle in Haftanstalten / U - Haftanstalten gibt.

Nur mal der Vollständigkeit halber, ohne dass ich damit irgendetwas anderes bzgl. o.g. Falles suggerieren will:
In der Keibelstraße saß sehr wohl auch MfS-Personal (WIMRE HA IX?). Keine Ahnung, ob das auch schon '78 so war, aber ein paar Jahre später auf jeden Fall.


Die U - Haft in der Keibelstraße unterstand aber nicht dem MfS.



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#104

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 10:13
von sentry | 1.498 Beiträge | 1530 Punkte
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Das ist ok, aber Dein Satz "Die "Keibelstraße " gehörte zum MdI und nicht zum MfS..." war eben so nicht ganz korrekt, da er in diesem Zusammenhang die Abwesenheit von MfS suggerieren könnte. Soll ja auch ein bisschen bilden so ein Forum


zuletzt bearbeitet 13.02.2018 10:14 | nach oben springen

#105

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 12:06
von thomas 48 | 4.825 Beiträge | 5612 Punkte
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Meine schöne alte Zeitungssammlung wurde 1967 ohne Bezahlung genommen.
1970 fing ich wieder an zu sammeln
tho


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#106

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 12:24
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Wie ist das damals publik geworden, dass Du so was gesammelt hast? Wimre war damals in der DDR auch das Sammeln von Nachrichten verboten. Vlt. bist Du sie auch deswegen los geworden.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 13.02.2018 18:10 | nach oben springen

#107

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 16:46
von Hanum83 | 8.615 Beiträge | 15224 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #98
Zitat von Hanum83 im Beitrag #89
Erstaunlicherweise hat Kalubke gefühlt 100 mal mehr Wissen über das MfS als Alfred, sonderbar.
Also falls unser Alfred wenigstens bei seiner Truppe geflochten getragen haben sollte, was ja keiner weiß, dann kann er maximal für die Papierbeschaffung zuständig gewesen sein, unbedruckt.


Frei nach Loriot: Mit Deinen Gefühlen stimmt was nicht! (Das Ei ist hart!)


Mit deinen immer?


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


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#108

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 18:20
von DoreHolm | 8.930 Beiträge | 6240 Punkte
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Wieder zum Schalck. Wer mehr über diesen mann wissen möchte, dem empfehle ich das Buch "Schalck-Golodkowski - Der Mann, der die DDR retten wollte". Einband, Kurzvorstellung des Buches und der Autoren sowie Inhaltsverzeichnis habe ich mal hier als Foto eingestellt.
Fakt ist, daß so, wie ich die Auslassungen über diesen Mann in den Medien und auch hier im Forum so verfolge, alles zu kurz gegriffen ist und S.G. lediglich auf Milliardenkredite, KoKo, Stasi und Geschäfte am Rande der Illegalität reduziert wird. An Hand des Inhaltsverzeichnisses wird hier seine Biographie und die vielfältigen Aktivitäten in Politik und Wirtschaft beleuchtet. Die nicht sehr anständige Rolle, die die SU-Führung wenige Jahre im Vorfeld bis zur Wende spielte ist ebenfalls Thema wie die Verhandlungen um Erdöllieferungen. Zeitweise wurde S.G. sogar als künftiger Ministerpräsident gehandelt (Krenz: "Er kennt sich in der Ökonomie aus und im Umgang mit der BRD. Beides brauchen wir "). Das wurde Kotschemassow wissen lassen. Im Kremls stieß das nicht auf ungeteilte Zustimmung. Seine (S.G.) kaufmännischen und politischen Erfolge passten einigen dort nicht. Interessant, daß bezüglich einer Konföderation zwischen BRD und DDR wird vermerkt, daß dieser Begriff, dieser Gedanke, zum esten Mal bei Falin auftauchte - nach Ulbricht ! Das ist für mich ebenfalls neu, daß Ulbricht damals ebenfall diesen Gedanken hatte. Auch deshalb mußte er weg, es hätte womöglich längerfristig ein Abdriften vom vorgegebenen Kurs der KPdSU bedeutet (Marktwirtschaft hätten wir eventuell schon Jahrzent(e) früher. Ist aber nur Spekulation von mir.
Der Vater von S.G. war Rittmeister beim Zaren (daher der name Golodkowski), floh vor der Bolschewiki und bekam zu Beginn des Überfalls der Wehrmacht auf die SU die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Hptm. der Wehrmacht leitete er eine Schule für Militärdolmetscher, geriet 1945 in sowj. Gefangenschaft und gilt seitdem als verschollen. Politisch hat S.G. mit seinem Erzeuger wenig am Hut, teilt aber dessen Neigung odentlich zu feiern. Da wirkt er wie F.J.Strauß, mit dem er regelrecht befreundet war und dessen Haus für S.G. jederzeit offen stand. So fanden es die erstaunten Geheimdienste beider Seiten heraus. Die letzten Zeilen entsprechen fast den Ausführungen in der Einleitung dieses Buches. Für Interessenten hier die ISBN: 978-336001841-0. Preis: 12,95 €.



Pitti53 und Ebro haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.02.2018 18:21 | nach oben springen

#109

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 19:33
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Hoffentlich haste jetzt nicht einige User erschreckt.
Nicht dass sie jetzt etwas Neues gehört haben und sie etwas umdenken müssen....!



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#110

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 21:45
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RE: Alexander Schalck • Absender: Ebro, Heute 19:33
quote Diesen Beitrag zitieren


Hoffentlich haste jetzt nicht einige User erschreckt.
Nicht dass sie jetzt etwas Neues gehört haben und sie etwas umdenken müssen....!


Das hoffe ich doch ganz stark. Naja, die haben die Nacht über genug Zeit, meinen Beitrag kurz und klein zu verreißen. Da könnte ich wieder Morgenstern zitieren ( ....das nicht kann sein, was nicht sein darf !).



berndk5, 94, Pitti53, Ehli, Ebro, furry und 02_24 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.02.2018 21:47 | nach oben springen

#111

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 13.02.2018 22:16
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Da sollte man erst mal das Buch lesen. Habe mir es bestellt.


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#112

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 14.02.2018 07:31
von damals wars | 15.962 Beiträge | 13562 Punkte
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Wenn man Tatort Politbüro gelesen hat, ist das alles nichts neues!
Nur das Schalk ein bisschen mehr vertrug als sein geschwätziges Gegenüber, muss noch erwähnt werden, was ja von Nachteil nicht war!


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
Heinrich Heine: Fatal ist mir das Lumpenpack, das, um die Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit allen seinen Geschwüren.
https://www.youtube.com/watch?v=_fh8j2mULzc
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#113

RE: Alexander Schalck

in Leben in der DDR 14.02.2018 09:25
von Kalubke | 3.042 Beiträge | 2776 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #108
Wieder zum Schalck. Wer mehr über diesen mann wissen möchte, dem empfehle ich das Buch "Schalck-Golodkowski - Der Mann, der die DDR retten wollte". Einband, Kurzvorstellung des Buches und der Autoren sowie Inhaltsverzeichnis habe ich mal hier als Foto eingestellt.
Fakt ist, daß so, wie ich die Auslassungen über diesen Mann in den Medien und auch hier im Forum so verfolge, alles zu kurz gegriffen ist und S.G. lediglich auf Milliardenkredite, KoKo, Stasi und Geschäfte am Rande der Illegalität reduziert wird. An Hand des Inhaltsverzeichnisses wird hier seine Biographie und die vielfältigen Aktivitäten in Politik und Wirtschaft beleuchtet. Die nicht sehr anständige Rolle, die die SU-Führung wenige Jahre im Vorfeld bis zur Wende spielte ist ebenfalls Thema wie die Verhandlungen um Erdöllieferungen. Zeitweise wurde S.G. sogar als künftiger Ministerpräsident gehandelt (Krenz: "Er kennt sich in der Ökonomie aus und im Umgang mit der BRD. Beides brauchen wir "). Das wurde Kotschemassow wissen lassen. Im Kremls stieß das nicht auf ungeteilte Zustimmung. Seine (S.G.) kaufmännischen und politischen Erfolge passten einigen dort nicht. Interessant, daß bezüglich einer Konföderation zwischen BRD und DDR wird vermerkt, daß dieser Begriff, dieser Gedanke, zum esten Mal bei Falin auftauchte - nach Ulbricht ! Das ist für mich ebenfalls neu, daß Ulbricht damals ebenfall diesen Gedanken hatte. Auch deshalb mußte er weg, es hätte womöglich längerfristig ein Abdriften vom vorgegebenen Kurs der KPdSU bedeutet (Marktwirtschaft hätten wir eventuell schon Jahrzent(e) früher. Ist aber nur Spekulation von mir.
Der Vater von S.G. war Rittmeister beim Zaren (daher der name Golodkowski), floh vor der Bolschewiki und bekam zu Beginn des Überfalls der Wehrmacht auf die SU die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Hptm. der Wehrmacht leitete er eine Schule für Militärdolmetscher, geriet 1945 in sowj. Gefangenschaft und gilt seitdem als verschollen. Politisch hat S.G. mit seinem Erzeuger wenig am Hut, teilt aber dessen Neigung odentlich zu feiern. Da wirkt er wie F.J.Strauß, mit dem er regelrecht befreundet war und dessen Haus für S.G. jederzeit offen stand. So fanden es die erstaunten Geheimdienste beider Seiten heraus. Die letzten Zeilen entsprechen fast den Ausführungen in der Einleitung dieses Buches. Für Interessenten hier die ISBN: 978-336001841-0. Preis: 12,95 €.


Es ist ja unbestritten, dass ASG als Staatssekretär für Außenhandel nicht nur mit der Devisenbeschaffung zu tun hatte, sondern z.B. auch Verhandlungen mit der SU führte, was deren Rohstofflieferungen an die DDR betraf. Ich denke die Motivation von Strauß der DDR den Milliardenkredit zu verschaffen lag in der einzigartigen Möglichkeit, von diesem Geld, das bundesdeutsches Steuergeld war, von der DDR Provisionen in zweistellier Mllionenhöhe zu bekommen. Angesichts dieser verlockenden Aussichten wurde wahrscheinlich jeder Antikommunist weich. Insofern hat Dore recht, wenn die Kohle stimmt, dann machen auch "lupenreine" Antikommunisten, Demokraten und Vorkämpfer für die westliche Freiheit Geschäfte mit dem "roten" Teufel. Und da bot sich nun mal die Linie "Strauß-März-Schalck-Golodkowski" an. Und wie gesagt Kreditmodelle gabs schon vorher (Züricher Modell), doch die lagen völlig außerhalb des Einflussbereiches von Strauß, weil die von der HV A eingefädelt, über die Schweiz liaufen sollten.

Der politische Visionär war ASG nicht. Er selbst hat mal in einem Interwiew eingeräumt als sowjetische und bundesdeutsche Poitiker in der Gorbatschow-Ära bereits ernsthaft über die deutsche Wiedervereinigung nachdachten, lag das für ihn noch völlig außerhalb seiner Vorstellungen.

Aber das Hauptbetätigungsfeld und auch Karrieresprungbrett von ASG war nun mal der Bereich Kommerzielle Koordinierung im DDR Außenhandel. Der Aufbau bzw. Ausbau von KoKo wurde wissenschftlich geplant, siehe Dissertation Schalck-Golodkowski/Volpert von 1970:

"Zur Vermeidung ökonomischer Verluste und zur Erwirtschaftung zusätzlicher Devisen im Bereich Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenwirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik"

Folgende Kapitel deuten an, in welche wesentlichen Richtungen die KoKo-Aktivitäten später ausgerichtet wurden:


[...]

2. Die Erschließung materieller Reserven für die Volkswirtschaft der DDR durch die Nutzung der ökonomischen Vorteile aus den Handelsbeziehungen mit Westdeutschland und Westberlin sowie durch die Aufdeckung und Beseitigung begünstigender Bedingungen der Störtätigkeit im Bereich der Außenwirtschaftsbeziehungen

[...]

2.2. Zu einigen Entwicklungstendenzen der Wirtschaftsbeziehungen der DDR zu Westdeutschland und Westberlin und die sich daraus ergebenden Vorteile für die DDR
Die Ausnutzung der EWG-Marktordnungen bringen der DDR bei der Lieferung von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie und bei Agrarprodukten ökonomische
Vorteile (z.B.Umgehung von Zöllen durch Umdeklarierung von Waren).

3. Zu einigen Möglichkeiten der Erwirtschaftung zusätzlicher Devisen durch die Nutzung des feindlichen Wirtschaftspotentials und den Aus- und Aufbau eigener bgedeckter Firmen im NSW

[...]

3.2. Die Realisierung von finanziellen Forderungen der DDR gegenüber Westdeutschland und Westberlin und die dabei gesammelten Erfahrungen

3.3 Die Nutzung des feindlichen Wirtschaftspotentials - besonders in Westberlin und Westdeutschland - zur Erhöhung des industriellen Wachstumstempos in der DDR (nur vom Grundsatz her behandelt, in diesen Bereich fallen aber die späteren die KoKo-Aktivitäten beim illegalen Handel mit unverzollten Zigaretten und Alkohol)


3.4 Rolle und Stellungen der internationalen Handelsfirmen Intrac und Zentral-Kommerz in der Volkswirtschaft der DDR - ihre Aufgaben und weitgehenden Möglichkeiten zur Erschließung und Erwirtschaftung Freier Devisen (Intrac hatte große Bedeutung im Embargohandel und bei der Beschaffung für die DDR-Sicherheitsorgane)

3.5 Zur Gründung eigener abgedeckter Firmen bzw. Beteiligungen an bereits bestehenden Firmen im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (sehr ausführlich abgehandelt, wie z.B. Firmengrößen, Netz von Bankverbindungen etc.)


Wenn man seine sonstigen Aktivitäten als DDR-Wirtschaftsfunktionär betrachtet, sollte man sein Hauptbetätigungsfeld nicht aus den Augen verlieren.

Ich fand das Gesprächsverhalten von ASG in "Talk im Turm" doch etwas seltsam, als von Bülow die BKK-Grauzonengeschäfte ansprach und ASG, obwohl er ganz genau wusste, worum es geht, scheinbar aufgebracht rief, dass er von Bülow verklagen werde, wenn er weiterhin solche Ungeheuerlichkeiten von sich gibt. Da war er m.E. doch mehr der Schauspieler als der nüchterne Wirtschaftspolitiker.

Gruß Kalubke



DoreHolm und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.02.2018 10:54 | nach oben springen



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