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#1

Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 08.12.2017 13:43
von thomas 48 | 4.586 Beiträge | 4230 Punkte
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Manche ehemalige Genossen, wie unser Freund vom Ort Tr. bei Eisenach, erhielten eine Parteistrafe
Warum habt ihr die erhalten?
Gab es eine Verteidigung, haben dies die anderen Genossen der Abteilung gewusst?
Wie hoch war die Strafe, wurde die auch mal gelöscht.
Ich selber erhielt einen Verweis von der Zentralparteischule der CDU wegen Schlafen in einem fremden Haus.
Dieser hing dann schriftlich am schwarzen Brett neben dem Eingang.


berndk5, Blitz_Blank_Kalle und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 08.12.2017 16:02
von berndk5 | 704 Beiträge | 4399 Punkte
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Hallo Thomas, Du machst ja Sachen....... ?
Also das mit dem öffentlichen Aufhängen (der Parteistrafe am schwarzenBrett) hat man bei uns nicht gemacht.
Es hat zwar sowieso nicht viele interessiert, was da dran stand. Meist hat der Spieß da einen Zettel mit der Revier-verteilung für Zusatzreviere ´dran gehängt.
Es gab auch sehr viele Nicht-Parteimitglieder auf der Kompanie. Aber blöde war es auch. Habe mich besonders geärgert, weil ich vorher so naiv war und dachte, in der SED würde es gerecht zugehen. Schwerer IRRTUM, und ich habe sehr bitter dafür bezahlt.
Leider hab ich nicht in einem fremden Haus übernachtet, sicherlich wäre man da zu meiner Zeit auch schon etwas toleranter gewesen. Wenn ich ledig gewesen wäre, hätte es sogar kaum jemanden außer der V2000 interessiert.
Ja, was hab ich angestellt ?
Wer das Objekt Schnellmannshausen kennt, weiß das es `ne Doppelkaserne für Bataillonsstab für das II.GB und die 5.GK war. Da hattest Du schon im Normanfall als KC die A-Karte.

Nicht genug damit, dass alle Kompanie-Leute für den Bataillionsstab wie Sklaven waren (Müll abfahren, Hof fegen, Kartoffeln schälen, Waschrampe sauber machen - Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit), es hat sich auch fast jeder Arsch angemaßt, meinen Leuten irgendwelche Befehle zu erteilen.

Auch die Truppenküche unterstand der GK, also mir. Permanent wurde dem UvD befohlen 1, 2, 3 oder x Kännchen Kaffee aus der Küche zu holen.

Wenn Du als KC den UvD oder Bereitschaftsposten gesucht hast, war der einfach weg, halt auf Dienstleistungstour würde man heute sagen.
Klar, dass den Damen in der Küche mal der Hut geplatzt ist. Haben sich beim Regimentspolit Luft gemacht, weil sie wussten, dass ich keinen Einfluss trotz Befehsgewalt hatte.

Der Prügelknabe war ich, damals junger Oberleutnant mit einem Kopf voller Ideale. Die Kompanie selbst war vorher mehr als 6 Monate ohne KC (den hatte man ganz fix abversetzen müssen, weil seine EX-Frau Alimente in D-Mark per Post aus dem Westen geschickt hatte). Zeitweilig hat ein operativ-Offizier aus dem Stab da mal ein bischen geführt. Alle waren froh, dass sie mir den Posten andrehen konnten- Hilfszusagen ohne Ende, man kennt das ja.

Die Praxis war anders.

Mein dienstältester GAK war Lieblingskind beim K-II.GB, war ja nur ein paar Türen weiter, wo er aus und ein ging. In Vertretung des Offizier GAKL des GB (Urlaub/Krankheit etc.) hat Fränki den Laden im GB geschmissen, war einfach fort und nicht mehr gesehen.

Das gleich Ding nur ne Nummer krasser lief mit dem Kfz.-Techniker. Einer der Dienstältesten Fähnriche im Regiment, zugleich Militärschöffe und seit dem Urschleim Parteisekretär, war er Liebling beim Regimentspolit. Logisch, dass er wann immer es möglich war, den TA des Bataillons vertrat und sich dann auch so aufspielte. Keine Dienste mehr in der Kompanie, lt. Dienstvorschrift befohlene und von mir geplante Kontrollstreifen mit tausenden von Ausreden torpediert.
Habe ich mal da etwas durchgesetzt, kamen so viele Delikte als Meldung dass man verzweifeln konnte. Noch schlimmer der Einsatz als Militärstreife. Die Zugführer haben in meinem Dienstzimmer nach einer Dienstbesprechung Wetten abgeschlossen, ob er "heute die geplante Streife macht oder nicht"... .

Hab das unterbunden. Als ich den Streifenposten zu Einweisung rufen ließ war Schrotti schon daheim. Habe den zur Wohnung geschickt, mit dem Befehl, dass Schrotti sich unverzüglich bei mir zur Streifeneinweisung zu melden habe. Schickt der doch den Posten zurück, er soll mir ausrichten
..er fühle sich nicht so gut..... ; Wieder zurück mit Hinweis: entweder sofort zum Dienst, oder mit SANKRA sofort in RMP nach Mühlhausen zu Heilung.

Schrotti kam, zornrot und voller Wut meldete er sich zu Einweisung. Bestand auf einem Streifenauftrag mit dem kleinen Dienstsiegel des Stabschefs, wurde meist bei uns vergessen und dann mit dem großen Stempel des KC gestempelt. Ich hatte aber ordnungsgemäßen Streifenauftrag, und er zog los.
Auf meine Ehre! Nach 30 min. waren alle Ausgänger zurück. Ich, nächsten Morgen Anruf vom Batailloner, komm se mal sofort rüber zu mir.
Anschiß erster Güte abgeholt, für die unmögliche Disziplin und das Verhalten der Ausgänger im Ausgang. Jacke offen oder Knöpfe. Kein Aufstehen beim Herantreten der Militärstreife an den Tisch und so weiter... . Leider war der Anschiß nur die Nr. 1 an diesem Tag. Weiß es noch wie heute, um 09:30 Uhr war außerordentliche Parteileitungssitzung zum einzigen Tagesordnungspunkt:
Berichterstattung des KC zum mangelnden Zustand der Disziplin und Ordnung der GK .
Die Hexenjagd war eingeläutet.

Da der Ärger mit dem Kaffee bringen nicht nachließ, befahl der K-GB dem KC, KAFFEE-Zeiten festzulegen.
Außerhalb dieser Zeit dürfe ab da nur er selbst oder sein Stabschef Kaffe bestellen.

Blanke Idiotie, es hielt sich keine Sau ´dran.
Dann Anruf von der Küche bei mir mit betreffender Beschwerde- ich `raus aus der Bude ab zur Kombüse. Aha, der op.Offizier Gefechtsausbildung, Hauptmann S. und der op.Offizier Planung, Hauptmann F. wollten mal `nen Käffchen außer der Reihe.
Dumm für mich, dass ich mental mit dem Rücken zur Küchenwand stand- bildlich.
Erich der Held(eher der dumme Hund) setzt sich durch, keinen Kaffe für die Herren Genossen, erst in einer Stunde ist Kaffeezeit.

Als ich die ca. 40 m von der Küche in mein Dienstzimmer gegangen war, hatte ich meinen Schreibtisch noch nicht erreicht als der "Büffel" brüllte.
Ich bin auf den Flur zum UvD gebraust, was denn los sei- bekam aber sofort vom grinsenden Hauptmann F. den Spruch: ...los los, Gefechtsalarm, die Stoppuhr läuft.... besonders ist mir der Nachsatz im Gedächtnis geblieben: ..Genosse Oberleutnant, beeilen se sich, wir haben nur `ne Stunde Zeit....

Habe gedacht, ich wäre im falschen Film. Mit solchen "Genossen" brauchte man eigentlich keine Feinde.
Ergebnis war dann auch klar, die 5.GK ist nicht gefechtsbereit.
Das heißt Meldepflicht bis mindestens K-GKS . Habe später erfahren, das der Batailloner die Meldung gestoppt hat und mit dem Regimenter Nachübungen vereinbart hat, bis der Mangel beseitigt ist , die peinlichen Fragen von OBEN wollte man sich einfach ersparen.
Jetzt ratet doch mal, wer der Prügelknabe der Nation wurde.

Humoristen denken wahrscheinlich, das können DIE doch gar nicht so einfach machen. Dachte ich auch.
Für meine Mündliche Beschwerde mit dem Kaffeehinweis hätten sie mich bald gelyncht.

Uneinsichtig, sucht die Schuld bei Anderen, Verleumdung, böswillige Unterstellung waren noch die normalen Anschuldigungen, es wäre alles langfristig geplant gewesen.
Am selben Abend hatte ich mit der GK Nachtschicht und musste aus der KC-Führungsstelle neben dem OPD des Bataillons die GSi führen.
Als totale Ruhe im Bau war, ging ich mal kurz rüber zum OPD und schaute auf den Kalenderplan des GB (VVS-Dok.)- und siehe da, es war tatsächlich eingetragen mit Uhrzeit: Überprüfung GfB 5.GK , ganz frisch, wie mir der junge, neu als OPD eingesetzte Hauptmann sagte. Er sagte, dass sie das zwar erst kurz vor dem Alarm gemacht hätten, aber er niemals etwas dazu laut sagen würde.

Das war das Vorspiel, ca. 2 Wochen später hat es dann endlich geklappt, und sie konnten sich wirklich rächen.
Mehr später.... (geht erst morgen, frühestens)



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#3

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 08.12.2017 19:54
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Ein Verweis und ein strenger Verweis standen auf meinem Konto. Beide male wegen unmoralischem Verhalten. Hatte mich längst von meiner ersten Frau getrennt, als ich eine andere Beziehung einging. " Mach so etwas nicht noch mal, lasse Dich erst scheiden". Als ich mich scheiden ließ, gabs einen strengen Verweis: Das ist mit der Moral eines Genossen und Offiziers unvereinbar.
Ja was soll man da machen? Mir hats nichts gemacht. außer dass ich letztlich entlassen wurde, weil...
Sichtbare Konsequenzen einer Parteistrafe im täglichen Leben gab es nicht und die Kumpels haben mir tröstend auf die Schultern geklopft: "Wird ja wieder gelöscht"



Ehli, Harzwanderer und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 08.12.2017 20:06
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Spießige bürgerliche Moral, welche angeblich abgelehnt wurde.

Solche Dinge waren ein Grund, der Partei fern zu bleiben.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


Harzwanderer und berndk5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.12.2017 20:06 | nach oben springen

#5

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 08.12.2017 22:49
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Bei der Fahne ging ich mal zusammen mit einem anderen Gefreiten an einer Parteistrafe vorbei wegen unserer provokanten Fragen und Antworten (z.B. angezweifelt, daß die Partei immer recht hat). Es hatte weder in der Armee, zumindest bei GWD, eine spürbare Auswirkung, erst gar nicht bei den Kameraden und schon gar nicht in den Betrieben (zumindest bei uns nicht). Ein Kollege (Genosse, Kraftfahrer, ein gutes halbes Dutzend Kinder) ging fremd. Er wurde vor die Parteitung geladen und ihm gesagt, daß sowas nicht akzeptiert werden kann. Ob es eine Parteistrafe gab, weiß ich heute nicht mehr genau, aber passiert ist ihm ansonsten nichts. Wahrscheinlich ist er weiterhin fremd gegangen, nur eben etwas vorsichtiger. Die Linie war, ein Genosse kann im Jahr mehrere Frauen haben, aber immer nur gleichzeitig eine. Einer Scheidung wurden keine Steine in den Weg gelegt. Ich kenne das aus persönlichem Erleben, daß die Parteileitung sich aus Scheidungssachen raushielt und sich verbat, daß der/die verlassene Partner über die Parteistrecke versuchte, eine Trennung zu verhindern.
Bei meinem Chef hatte es Konsequenzen. Der war hauptamtl. Mitarbeiter des MfS. Wegen Fremdgeherei trotz Ehefrau mußte er dort seinen Hut nehmen und wurde bei uns als Direktor untergebracht, da diese Planstelle gerade vakant war. Ich vermute, daß er bei der Firma kein kleines Licht gewesen war, sonst wäre er allenfalls als Sicherheitsinspektor oder Kaderleiter in einem mittelständischen Betrieb gelandet.
Übrigens, als Parteistrafe gab es, wimre, eine Rüge, eine strenge Rüge und den Rausschmiss.



Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.12.2017 22:52 | nach oben springen

#6

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 08:18
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DoreHolm, Du hast recht, das hieß nicht Verweis, sondern Rüge.



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#7

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 08:18
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DoreHolm, Du hast recht, das hieß nicht Verweis, sondern Rüge.



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#8

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 10:25
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So liebe Leute, jetzt will ich mal etwas schneller weiter machen zu #2 , hier der Anschluß-Teil .

Nachdem ich mich nun so richtig rund um mein dienstliches Umfeld "beliebt" gemacht hatte, kam irgendwann eine höhere Kontrolle vom Grenzkommando Süd, kann sein dass auch jemand aus Berlin dabei war.
Die hatten wohl die Aufgabe zu schauen, wie gut die jungen Offiziere entwickelt werden.

Als Oberleutnant und KC einer GK, das hätte ja gut gepasst.
Habe die Chance leider versaut. Habe gesagt, dass ich es nicht so toll finde wenn von den 16 Armeewohnungen keine für mich da ist und trotz monatelangen Bitten sich keine Sau dafür interessiert. Als KC ständig in der Kaserne der 5.GK zu leben, wenn Frau und 2 kleine Kinder am Standort der 11.GK wohnen.

Wimre 3 Wohnungen in Schnelli waren noch besetzt von Offizieren, die schon lange nach Eisenach ins GAR-11 versetzt waren.

Es hat dann auf höherer Ebene sofort auch noch neue, "persönliche Freunde" gegeben.
Dazu gehörte auch der Regimentskommandeur Oberst Hartung. Diesen Namen darf ich hier im Klartext verwenden.

Ich bekam dann relativ schnell eine Wohnung. Der schriftliche Antrag beim K-GR-1 zur Umzugsfahrt mit einem LKW W-50 vom II.GB wurde 2 Tage nach dem Umzug vom Regimentskommandeur abgelehnt. Der Bataillonskommandeur bat mich dann eindringlich darum, die Klappe zu halten und niemals ein Wort darüber zu verlieren.

Irgendwann kurz danach wurde ein junger Unterfeldwebel als GAK zuversetzt. Es war ein kleiner "Filou", es gab relativ schnell Ärger wegen kleineren Vorkommnissen. Öfter zu spät zum Dienst erschienen, sich nicht an- bzw. abgemeldet. Oberflächliche Dienstdurchführung im Dienst als GAK .

Da diese Jungs außerhalb der Sperranlagen ja allein unterwegs waren, waren sie auch schwer zu kontrollieren. Außerdem hatte ich auch so schon genug zu tun.
Es gab regelmäßig Anpfiffe wegen meinem Politstellvertreter, Hauptmann Diethelm "Düse" W. , mal war die Politwandzeitung nicht geführt, mal die Kontrollen im Verpflegungslager nicht gemacht, Clubtagebuch seit Monaten nicht geführt- es war immer irgend etwas.

Die meiste Prügel wiederkehrend hab ich dafür bezogen, dass er seinen persönlichen Arbeitsplan (das war so ein vorgedrucktes Buch) nicht geführt hatte. Er war zwar Hauptmann, aber als Oberleutnant war ich KC und damit für jeden Mist verantwortlich. Mein freundeskreis wuchs also schneller als man ahnen konnte.
Nach der Berichterstattung des KC zur Personalanalyse (1 x monatlich) beim K-II.GB wurde ich vom Batallioner wieder mal mit "der labilen Diensthaltung" und den daraus resultierenden "Vorkommnissen" im GD des UFw. konfrontiert.

Mein "Ober"- GAK "FRÄNKI" war nämlich mal wieder Vertreter des OGAKL vom GB (weil der zum Lehrgang war) und brauchte seine (selbst geplanten) Kontrollen nur beim K-GB auswerten. Ich erhielt den Befehl, dass der GAK Ufw. ab sofort nur noch zu zweit zum Dienst eingesetzt werden dürfe, und ich jeweils einen Soldaten dazu zu planen hätte.

Es war schon nach 16 Uhr, der Unterfeld hatte Frühdienst und war schn mit seinem privaten Motorrad nach Hause (wimre Leinefelde) gefahren.
Sein Dienstbeginn am nächsten Morgen war für 6 Uhr geplant. Die GAK erhielten ihre Dienstvorplanung immer eine Woche im Voraus, wenn sie im Hinterland eingesetzt waren. Sie sollten sich bei Dienstbeginn beim K-GSi anmelden und die aktuelle Lage erfragen. Manchmal hat man das aber nicht gemacht. Wenn keiner etwas gesagt hat, ist das auch nie aufgefallen.

Jedenfalls hatte mein Ufw. verpennt und kam unbemerkt ca. 30 min später zum Dienst, schlich sich zum Grenzdienst, damit keiner etwas merken sollte.
Klar hat die Wache ihm das Tor der Kaserne aufgemacht, klar hat er sein Fahrtenbuch geholt- aber ich hab es nicht mit bekommen. Erst als ich den wartenden Posten beim UvD gesehen hab. Ich wollte da aber keinen Stress machen- weil der Einsatz als GAK mit Posten in der Tiefe, ohne Grenzlage- ein größeres Mißtrauen konnte man nicht zeigen. Da wollte ich einfach den Ball flach halten.

Falsch gedacht, "Fränki" lag schon auf der Lauer ! Nachdem mein Ufw. nicht dann dort auftauchte wo er sollte, sauste Fränki zum Stab und erstattete Meldung beim OPD. Damit liefen die Turbinen an.

Ich wußte, dass der Ufw. ein Filuo war - hatte erst 2 Tage vorher ein sehr langes, "erzieherisches" Gespräch wegen der Fehler mit ihm. Dabei erzählte er sehr viel über Frau und Familie- kurz, ich war absolut sicher, dass er nicht abhaut.

Deshalb wollte ich den Ball flach halten, und ihn rund machen, wenn der Dienst beendet war. Meine Anstrengungen waren also absichtlich begrenzt.

Aber der Druck wurde immer größer, es war Samstag Vormittag und der Batailloner fand es gar nicht toll als Fränki ihn anrief und petzte .Sorry, meldete.

Es gab dann auch gleich einen Riesenanschiß für den OPD, weil der nix gemeldet hatte und für die 4.GK Trefurt, 6.GK in Großburschla und 7.GK in IFTA Grenzalarm wegen Fahnenfluchtgefahr. Da war der Mops munter.

Wie man so sagt, es war auch viel "BUNT" am Himmel, das Signal "Posten ans GMN" ist oft geschossen worden. Ich durfte mich zu Führungsstelle (an der Zufahrt Großburschla, neuer BT-6) begeben und die Führung aus dem Gelände übernehmen.

Nachdem alle Kompanien Postenweise fast auf Zuruf-Nähe in dem kleinen Abschnitt verteilt waren und die ersten Suchtrupps loslegen sollten, meldete sich mein Ufw. am GMN und fragte mich ob es was zur Lage gäbe, es sind so viele Autos unterwegs.

Hab ihm dann nur ganz ruhig gesagt, dass er zur Führungsstelle kommen soll und ich ihn hier einweise.
Setze gleich fort, kurze Pause.



TOMMI, Lutze, Ehli, der Anderdenkende, Rothaut und Ernst49 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 12:13
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Wenn ihr neugierig seid, sucht mal Bilder von Burgscheidungen
Das war unsere Schule
Ich war in der Grundstufe (14 Tage) und in der Mittelstufe (3 Monate)
Nach der Grundstufe wurde ich Kassierer einer Parteigruppe, nach der Mittelstufe war ich bis ca 2004 Mitglied der Saalordner vom Bezirk Erfurt
tho


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#10

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 17:32
von berndk5 | 704 Beiträge | 4399 Punkte
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nun noch schnell den Anschluß zu #8:
Nach der Meldung des Eintreffens des Ufw. am Turm durfe ich mit ihm zum Batailloner.

Der Ufw. hat kurz geschildert das für ihn alles normal war, er von Nichts etwas wusste. Er bekam den drohenden Zeigefinger und durfte wegtreten.
Der Stabschef mußte dazu kommen, damit wir wieder zu dritt waren und dann hab ich erst mal nen ordentlichen Anschiß bekommen.
Mit einem abschließenden Achtung! und dem üblichen Spruch wurde ich dann mit einem strengen Verweis bestraft.

Damit war meine bevorstehende Beförderung zum Hauptmann erst mal futsch.

Na ja, ehrlicherseits muss ich zugeben, dass ich für meine Blödheit halt bezahlen musste- dass es sehr hart war, hatte ich mir selbst zuzuschreiben.
Ich würde es schon wieder schaffen, dachte ich. Weiiiiit gefehlt, sehr großer Irrtum.
Die nächste Runde wurde schon eingeleitet.

Es war Samstag, am Montag wurde ich zu meinem faulen Polit und dem "lieben" Schrotti (Parteisekretär) zur Parteileitungssitzung gerufen und musste dort brav zu meinem Vorkommnis "dem politisch sorglosen Verhalten" Stellung nehmen.

Wimre am nächsten Tag teilte man mir mit, dass die SED-Grundorganisation (der Kompanie) gegen mich ein Parteiverfahren durchführen würde und ich mich auf eine umfassende Stellungnahme vorbereiten solle.

Am selben Tag war nebenan im Stab noch eine planmäßige Dienstbesprechung mit allen KC zur monatlichen Aufgabenstellung. Danach kam der KC der 8.GK Neuenhof Major Schw..... mit mir in mein Dienstzimmer und sagte mir, dass man das Parteiverfahren ernst nehmen müsse und man seine eigenen Vorkehrungen treffen müsse.

Er hatte das auch getan, als man ihm nach wimre 3 Grenzdurchbrüchen in sehr kurzer Zeit, ein Parteiverfahren verpasst hatte. "Nimm Dir Deine guten Leute zur Seite und impfe die, damit die für Dich sprechen" war sein Rat. Bei ihm waren dann nur 2 Stimmen für die Parteistrafe, der Polit und der Parteisekretär- der Rest stimmte dagegen. Der Regimentspolit soll getobt haben wie Rumpelstielzchen.

Dumm wie ich war, hab ich nicht auf ihn gehört.

In der Utopie und im Traum von Gerechtigkeit glaubte ich, es würden auch ohne Manipulation genug Leute für mich aufstehen.
Wieder mal großer Irrtum ! Das ging aus, wie DDR-Wahlen, fast einstimmig. Meine Stimme war die einzigste Gegenstimme und ich erhielt eine Rüge.
Schon meine Gegenstimme wurde als frech und uneinsichtig im Protokoll vermerkt.

Damit war meine Zeit in Schnellmannshausen beendet- ich hatte auch absolut keine Lust mehr, mit solchen Leuten zusammen zu arbeiten.



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#11

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 17:47
von Mike59 | 9.093 Beiträge | 4314 Punkte
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Wenn ich das lese kommen die Erinnerungen wieder hoch.

Bei mir Trottel kam auch noch hinzu das ich einfach nicht die Schnauze halten konnte. Naja, vorbei - heute ist es halt anderer Klüngel der einem auf die Nerven geht.



zuletzt bearbeitet 09.12.2017 17:48 | nach oben springen

#12

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 17:51
von Hanum83 | 8.356 Beiträge | 14097 Punkte
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Die Strafe für die Partei, also eine Parteistrafe, war jedenfalls als die "Genossen" 89 ihre Parteibücher in den Müll warfen oder sogar noch ordentlich bei ihrer Grundorganisation abgaben.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.12.2017 17:53 | nach oben springen

#13

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 17:55
von Pit 59 | 12.329 Beiträge | 11312 Punkte
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Ich habe es gesehen als sie Ihre Bücher und Bonbons bei den Montags Demos vor den Eingang der SED Kreisleitung geworfen haben,ein Kunststück war das nicht,und Mutig gleich gar nicht.



berndk5, DoreHolm und Kontrollstreife haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 18:06
von schulzi | 2.129 Beiträge | 1835 Punkte
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #12
Die Strafe für die Partei, also eine Parteistrafe, war jedenfalls als die "Genossen" 89 ihre Parteibücher in den Müll warfen oder sogar noch ordentlich bei ihrer Grundorganisation abgaben.

Wen sie überhaupt den Ar.... dazu hatten,viele hatten ihre Bücher nur auf meine Werkbank gelegt und ich durfte sie bei uns in den "Kreml" tragen es waren so ungefähr 25-30 Stück.Die guten Genossen waren die ersten.


berndk5, Ehli, der Anderdenkende und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 18:06
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zu #13 :
Ja, und ich war so blöd und wollte in Treffurt noch Ehrlichkeit beweisen, als längst keiner mehr Interesse daran hatte.

Hab es ja in einem anderen Thema schon mal geschrieben. Über runden Tisch und Bürgerkommitee als PdS Mann ins Stadtparlament gewählt und mit 13 Stimmen aus der CDU-Fraktion noch in den Magistrat gewählt worden. Habe nach 2 Jahren dann wegen beruflichen Interessenskonflikten Mandat zurückgegeben und bin kurze Zeit später aus der PdS ausgetreten, weil man meine Haltung nicht akzeptieren wollte.

Seit dem bin ich parteilos und habe einige Probleme weniger.



schulzi und der Anderdenkende haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 18:15
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zu #14 : Hallo @schulzi , ist doch irgendwie komisch, dass das offensichtlich mehrfach vorgekommen ist. Mein ehemaliger Polit war auch einer der ersten. Er war mir sehr böse als ich ihn in der Wendezeit an die neue GÜSt Treffurtzur Passkontrolle befohlen habe. Als wenige Tage später auf Befehl vom Minister alle Politoffiziere entlassen werden sollten, hat sein Frust nachgelassen. In seiner Schichtfreien Zeit ist er in den Westen nach Heldra gegangen um für Westmark in einer Gärtnerei zu arbeiten. Danach und davor hatte er dann wieder seine GT-Uniform an. Hat keinen mehr interessiert. Er ist dann zum BGS gegangen und auch heute noch wimre in Bad Düben.



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#17

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 19:25
von Freienhagener | 6.777 Beiträge | 12791 Punkte
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #13
Ich habe es gesehen als sie Ihre Bücher und Bonbons bei den Montags Demos vor den Eingang der SED Kreisleitung geworfen haben,ein Kunststück war das nicht,und Mutig gleich gar nicht.

Darum ging es ganz sicher nicht: Die haben erkannt, daß ihre Mitgliedschaft ein Fehler war.
Hätten die etwa entgegen dieser Erkenntnis stramm weitermachen sollen?

Das war einfach eine Demonstration ihrer Enttäuschung. Vielleicht nachdem Krenz an die Spitze kam, quasi eine Absage an eine Erneuerung.

Apropos: In Sachsen hätten heute CDUler Grund, ihr Parteibuch hinzuwerfen, angesichts der Wahl des Gestrigen Kretschmer..............


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


bürger der ddr und LO-Fahrer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.12.2017 20:45 | nach oben springen

#18

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 21:23
von DoreHolm | 8.503 Beiträge | 3636 Punkte
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Hatte es schon mal geschrieben. Gründe zum Austreten hatte ich mindestens zwei handfeste gehabt. In meiner Naivität hatte ich das nie der Partei als solche angelastet, was mir widerfahren war, sondern stets konkreten Personen mit ihren sehr subjektiven Entscheidungen. Bis so ziemlich zum Schluss war ich der Annahme, ich könnte als kleines Rädchen etwas bewirken. Das Buch hatte ich als einer der Letzten in unserer Firma abgegeben. Unsere neue Parteisekretärin war eine der Ersten, aus Angst um ihren Job wegen des um 180° gewendeten BD.
Manchmal hätte ich dennoch Lust verspürt, wieder in der Politik mitzumischen. In der damaligen Zeit, als die Karten personell völlig neu gemischt wurden, in allen Parteien, wäre ich möglicherweise etwas nach oben gespült worden. Mein Job hat mich gehindert, da Zeit zu investieren und die Erkenntnis, daß ich in jeder Partei nur ein Störenfried gewesen wäre.



berndk5, Freienhagener und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.12.2017 21:27 | nach oben springen

#19

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 22:31
von Pitti53 | 9.639 Beiträge | 4415 Punkte
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Zitat von berndk5 im Beitrag #16
zu #14 : Hallo @schulzi , ist doch irgendwie komisch, dass das offensichtlich mehrfach vorgekommen ist. Mein ehemaliger Polit war auch einer der ersten. Er war mir sehr böse als ich ihn in der Wendezeit an die neue GÜSt Treffurtzur Passkontrolle befohlen habe. Als wenige Tage später auf Befehl vom Minister alle Politoffiziere entlassen werden sollten, hat sein Frust nachgelassen. In seiner Schichtfreien Zeit ist er in den Westen nach Heldra gegangen um für Westmark in einer Gärtnerei zu arbeiten. Danach und davor hatte er dann wieder seine GT-Uniform an. Hat keinen mehr interessiert. Er ist dann zum BGS gegangen und auch heute noch wimre in Bad Düben.


Wann soll das gewesen sein? Ging dann bei uns vorbei. Ich habe bis 1.10.90 "überlebt".
Aber in anderen Funktionen ab 11.1989.

Übrigens eine Parteistrafe bekam ich gemeinsam mit meinem KC auch mal. Schrieb schon mal drüber. Stichwort verunglückte Feuerwehr.

Ein Jahr von Auszeichnungen und Prämien befreit.

War grade 7 Tage vorher zum Hauptmann befördert worden!

Der 4. Stern hat sehr gewackelt. Nur Dank einer vorschnellen militärischen Bestrafung durch Oberst M. wurde das verhindert......

Es gibt sie wirklich, die guten Vorgesetzten, die auf ihre Unterstellten nichts kommen lassen.


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.12.2017 23:32
von berndk5 | 704 Beiträge | 4399 Punkte
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zu #19 , Hallo @Pitti53 ,
wie wahr, wie wahr. Ich musste deshalb das ganze Jahr länger auf den 4.Stern warten, war echt bitter , es hing ja jeden Monat auch Geld dran.

Danach ist aber nix mehr angebrannt. Natürlich war mit meinem tollen Abgang aus Schnellmannshausen auch die Tür zur MAFE mit lautem Knall zugeflogen.

Aber eine neue Tür "TREFFURT" ging auf.
Da wäre ich bis ans Ende der Tage geblieben- bin ich ja auch, aber anders als ich dachte.

Gibt noch viele tolle Episoden, aber wir haben ja Zeit.
Jetzt hätte ich beinahe Deine Frage überlesen.

Da muss ich nochmal nachschauen, schriftlich kam da nichts. Ich hatte aber ein grünes A4 Tagebuch als "Täglicher Arbeitsplan KC" , NfD-Dokument. Da sind noch ca. 30 Stück da, da hab ich Morgens immer die TBdL (tägliche Beurteilung der Lage) und laufende Ereignisse, Befehle etc. eingetragen. Es kann auch sein, dass man damit nur die Bereitschaft "fördern" wollte, GÜSt-Personal zu rekrutieren, also Mund zu Mund -Befehl vom Kommandeur GKK-304, eventuell ohne legitimen Hintergrund.

Ist schon deshalb möglich, weil ich später unseren ehemaligen STKLPA Osl. Plötz (verstorben) noch am 6.Oktober 1990 in Uniform im Gebäude des GKK-304 getroffen hatte. Hab mich damals schon gewundert.

Ich habe aber auch noch (fast ???) sämtliche Zeitung der "Militärreform", oder wie das Ding hieß. Da waren auch solche Befehle von Eppelmann und Co. drin.
Muss das mal kontrollieren- ist nur wahnsinnig viel Zeug und kein bischen sortiert.
Wollte das mal als Rentner machen. Glaube aber nicht, dass das Forum 5 Jahre warten will, Du sicher auch nicht.

Mal schauen, was zwischen den Jahren läuft.......



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