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#81

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.09.2017 23:56
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #71

Zitat
heiraten sie ". WARUM ??? Ja Alfred, das frage ich mir noch Heute.


Die einzige Erklärung die ich dazu hätte, zumal es ja mutmasslich um eine bestimmte Person ging, Heirat mit einer Zielperson, oder um über diese in einen Zielkreis hinein zu gelangen.
Da würde sich der Kreis auch schliessen, Romeo-Schwanzvermessung und Spermaprobe.

Nun, zu den 60ziger Jahren kann ich nichts sagen, da war ich ja selber noch flüssig und das waren auch noch andere Zeiten wie die 80ziger, wo ich "dran" war in hauptamtliche Dienste des MfS zu treten, daher kann da einiges anders gewesen sein.
Allerdings war ich auch erstmal kein Hauptamtlicher, sondern IM mit der Massgabe Laufbahn MfS, zu der es dann aber nicht gekommen ist, weil mir das Interesse abhanden gekommen war.
Da war auch nie die Rede von Offizier werden, nur erstmal Mitarbeiter, die genaue Laufbahn war offen.
Da ich ja aus dem KfZ Gewerbe kam, interesse am Fahrzeug Führen hatte und alle Führerscheine besaß, war eine Laufbahn in der Fahrbereitschaft im Gespräch.
An tiefgreifende Untersuchungen kann ich mich garnicht erinnern, allerdings überschnitt sich meine Musterungszeit, bzw. schon die vormilitärischen Untersuchungen, mit der Anwerbung durch das MfS, daher ist das vielleicht flach gefallen oder ich habe es garnicht mitbekommen und als MfS Untersuchung registriert.
Und selbst wenn es sowas gab, durch meinen Sport, war ich regelmässig beim Sportarzt, daher waren solche sehr ausgeprägten Gesundheitschecks für mich auch nicht auffällig oder ungewöhnlich.

Was die Truppe betrifft, ich hatte es hier im Forum glaube schonmal geschrieben, hatte ich keine speziellen Aufgaben.
Es gab nur die Massgabe, die allerdings für alle Soldaten galt, aufs Umfeld zu achten, ob wer Probleme hat, Sorgen und Nöte, natürlich vorallem bezüglich Fluchtgedanken.
Deswegen fragte ich hier auch nach, welche speziellen Aufgaben das waren, denn mir fallen da so auf die Schnelle keine ein, ausser Aufklärung, was eh die Grenzaufklärer machten.
Aber wie gesagt, Obacht zu geben, war von jedem gefordert und kein spezielles Ding von durch das MfS Beauftragte.
Das einzige was den IM dann vom sonstigen Soldaten unterschied, man musste in gewissen Intervallen zum Rapport antreten.
Wenn ich mich recht erinnere, zumindest bezüglich der Bataillionsstäbe wo ich war, lief das nicht im Zimmer des 2000er ab, sondern beim Kompaniechef im Dienstzimmer, der dann das Zimmer verließ.
Ob das Gespräch durch den 2000er geführt wurde, oder ein anderer Mitarbeiter kam, dass weiß ich leider nicht mehr.

Für mich ist das, was Du hier beschreibst, alles bischen unrund Fred.
Ich will aber nun nicht sagen, dass dies alles SO nicht war, es war eine andere Zeit, wir wissen, die 60er unterscheiden sich von den 80ern teilweise erheblich.
Hinzu kommen die vielen Jahre und Erlebnisse dazwischen, da kann man durchaus mal etwas vermischen.
Man vergiss einiges, oder man glaubt einiges zu glauben das es so war.
Ich war z.B. bis Anfang dieser Woche felsenfest der Meinung, dass meine Zielperson in meiner Hauptaufgabe, mit Vornamen Thomas hiess.
Dann diese Woche bischen recherchiert, gelernt ist gelernt, auch etwas gefunden und da schau an, er hiess nicht Thomas.

Was die angesprochene Fahrtauglichkeit betrifft, im zivilen Bereich, oder bei der normalen Truppe, war die wahrscheinlich völlig ausreichend, daher auch der Bootsschein möglich.
Da ich aber oben von der Fahrbereitschaft sprach, da galten sicherlich andere Massstäbe für die Fahrtauglichkeit, vielleicht hat man diese Option bei der Untersuchung mit einbezogen, wäre zumindest vorstellbar.

Bezüglich IM in der Truppe, auch wenn ich keine Zahlen habe, so gehe ich davon aus, dass in jeder Kompanie mehrere waren, womöglich mindestens einer in jedem Zug.

Fred, hast Du mal Deine Akte angefordert? Wenn nicht, da sidn sicher einige Antworten drin.
Ich habe meine bisher nicht angefordert, ich mag die Bürokratie nicht, ich mag auch nicht für MEINE Akte betteln.
Aber ich glaube das ich sie doch noch irgendwann anfordern werde, interessiert mich schon mal die ganzen Umstände aus anderer Sicht zu sehen, mal zu schauen um was es ging, mal zu wissen was die Führung so dachte und vor hatte und wer um mich herum, ausser meinem FO, für mich zuständig war.




das kfz gewerbe, LO-Wahnsinn,
war bei dir ein kraftverkehr und ne ausbildung zum bkf?
was für eine sportart war es denn, wie lange warst du auf einer sportschule?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 26.09.2017 00:14 | nach oben springen

#82

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 12:28
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Diese "Filterblase" umgab uns doch alle.
Die war kein genereller Grund da mitzumachen.

Noch vor politischer Opposition stand eben der Instinkt, sich nicht freiwillig in weitere autoritäre Strukturen zu begeben als nötig.
Sowas wirkte sich auf das Privatleben aus, wie man sieht.

Freiheit ist wie alles relativ. Beim Wehrdienst ist man selbstverständlich unfreier als im Zivilleben, selbst wenn das Zivilleben weniger frei war als in der BRD.
In diesem Zivilleben brauchte ich außer dem Vorgesetzten bei der Arbeit nicht noch welche von SED und Stasi.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


Moskwitschka, IM Kressin und Tobeck haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 12:42 | nach oben springen

#83

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 13:41
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Es ist aus der Sicht von heute immer einfach zu sagen, ich hätte da nicht mitgemacht.

Ich habe in meiner ganzen aktiven Zeit nicht eine Person erlebt, die die Zusammenarbeit mit dem MfS abgelehnt hat.



damals wars, LO-Wahnsinn und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#84

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 13:46
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@Alfred , wieviele "Aussteiger" aus dem MfS gab es?
Da gab es doch bestimmt auch Mitarbeiter die einfach die "Schnauze" voll hatten?


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


Sperrbrecher und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 13:57
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #79
Wenn man in einer solchen Filterblase aufgewachsen ist, hier sind die Guten,
dort die Bösen, dann empfindet man solche Mitarbeit auch nicht als böse oder moralisch anstössig, sondern eher
als Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und den Menschen die darin leben. Ich finde es auch heute nicht als
grundlegend schlimm, wenn der Verfassungsschutz seine Leute installiert, was im Grunde nichts anderes ist wie die IM damals.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
- J.W. von Goethe, Faust -


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


LO-Wahnsinn und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 13:58 | nach oben springen

#86

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 13:57
von damals wars | 15.647 Beiträge | 12091 Punkte
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Das Wort autoritär kannte ich nur von Filmaufnahmen aus den Westfernsehen, Stichwort antiautoritäre Erziehung. für Ossis nicht wirklich erstrebenswert!


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
Heinrich Heine: Fatal ist mir das Lumpenpack, das, um die Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit allen seinen Geschwüren.
https://www.youtube.com/watch?v=_fh8j2mULzc
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#87

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 14:00
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Du bist aber nicht repräsentativ, du bist nur du.
Das für dich Antiautorität nicht erstrebenswert war/ist glaub ich dir aber ungesehen


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
damals wars, bürger der ddr und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 14:06 | nach oben springen

#88

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 15:03
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Zitat
das kfz gewerbe, LO-Wahnsinn,
war bei dir ein kraftverkehr und ne ausbildung zum bkf?
was für eine sportart war es denn, wie lange warst du auf einer sportschule?



Ja, Kraftverkehr, Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser, BKF später "verliehen".
Wenn man einen bestimmten Zeitraum in einem Kraftverkehrsbetrieb arbeitete und auch Fahrer war, ungelernter Fahrer mit entsprechender Besoldung, bekam man nach einer Zeit, glaube 2 oder 3 Jahre Fahrertätigkeit, den BKF verliehen und erhielt pro Stunde 50 Pfennig mehr.

Ich habe Judo gemacht und wurde mit Untergewicht (unterhalb des geforderten Mindestgewichts für meine Altersklasse) an die DHfK nach Leipzig deligiert.
Nach 2 Monaten, als keine Erhöhung des Gewichts festzustellen war und auch nicht zu erwarten war, durfte ich wieder nach Hause gehen.


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
IM Kressin und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 15:17
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Zitat
Diese "Filterblase" umgab uns doch alle.



Es gibt immer mehrere die sich innerhalb einer grossen befinden.
Das Grosse und Ganze ist die Gesellschaft in der alle leben, doch in dieser Gesellschaft, gibt es nochmal eigene Filterblasen.
Es gibt arme Leute, reiche Leute, Mittelschicht, Raucher, Nichtraucher, Trinker, Nichttrinker, Dünne, Dicke, Leute die sich politisch betätigen, Leute die religiös sind, Pazifisten, Kulturschaffende usw., usw.

Jeder ist umgeben von seinem Umfeld, viele sehen dabei nur dieses Umfeld, wie ich damals, ich schaute auch nicht über den Teller, so wie viele DDR Gegner nicht über den Teller schauten.
Ich empfand das eben als gut, obgleich ich negative Dinge gesehen habe, die mich später dazu bewogen nicht mehr aktiv mitzuwirken.
Und so empfanden das Andere eben anders, da ihr Werdegang anders war.
Wer in einem dem System gegenüber kritischen Elternhaus aufwuchs, der wird viele Dinge natürlich anders gesehen haben als jemand der in einem Systemtreuen Elternhaus aufwuchs.
Das war natürlich nicht generell immer Gesetz, es kam immer auf die Filterblase an, das Umfeld, den Umgang, was den Menschen formt.

Das Gleiche lässt sich auch auf heute projezieren, der Mensch ist ja nach wie vor da und mit ihm seine Eigenschaften.


Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.
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#90

RE: die Macht hinter mir

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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #84
@Alfred , wieviele "Aussteiger" aus dem MfS gab es?
Da gab es doch bestimmt auch Mitarbeiter die einfach die "Schnauze" voll hatten?


Meinst Du jetzt hauptamtliche Mitarbeiter oder IM ?



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#91

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 16:00
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Zitat von Alfred im Beitrag #83
Es ist aus der Sicht von heute immer einfach zu sagen, ich hätte da nicht mitgemacht.

Ich habe in meiner ganzen aktiven Zeit nicht eine Person erlebt, die die Zusammenarbeit mit dem MfS abgelehnt hat.



@Alfred das glaube ich dir zu 100%. Ihr hattet ja auch immer handfeste Argumente um die Menschen zu überzeugen


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 16:08
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #89

Zitat
Diese "Filterblase" umgab uns doch alle.


Es gibt immer mehrere die sich innerhalb einer grossen befinden.
Das Grosse und Ganze ist die Gesellschaft in der alle leben, doch in dieser Gesellschaft, gibt es nochmal eigene Filterblasen.
Es gibt arme Leute, reiche Leute, Mittelschicht, Raucher, Nichtraucher, Trinker, Nichttrinker, Dünne, Dicke, Leute die sich politisch betätigen, Leute die religiös sind, Pazifisten, Kulturschaffende usw., usw.

Jeder ist umgeben von seinem Umfeld, viele sehen dabei nur dieses Umfeld, wie ich damals, ich schaute auch nicht über den Teller, so wie viele DDR Gegner nicht über den Teller schauten.
Ich empfand das eben als gut, obgleich ich negative Dinge gesehen habe, die mich später dazu bewogen nicht mehr aktiv mitzuwirken.
Und so empfanden das Andere eben anders, da ihr Werdegang anders war.
Wer in einem dem System gegenüber kritischen Elternhaus aufwuchs, der wird viele Dinge natürlich anders gesehen haben als jemand der in einem Systemtreuen Elternhaus aufwuchs.
Das war natürlich nicht generell immer Gesetz, es kam immer auf die Filterblase an, das Umfeld, den Umgang, was den Menschen formt.

Das Gleiche lässt sich auch auf heute projezieren, der Mensch ist ja nach wie vor da und mit ihm seine Eigenschaften.



das ging mir so und so gewann ich die Überzeugungen, die ich hatte und noch habe. Manchmal hatte ich Zweifel, ob ich alles richtig machte. Aber heute mit meiner Lebenserfahrung muss ich sagen, sie, meine Eltern , hatten Recht und ich bin froh dass sie mir ein waches Auge auf die damalige Gesellschaft anerzogen haben.
Vieles was eintrat, haben sie mehr oder weniger konkret vorausgesagt, sie haben mich geprägt,wie man so sagt.
So ist es natürlich auch Kindern von systemnahen Eltern ergangen, natürlich mit umgekehrten Vorzeichen. Ich hörte aber auch davon, dass Kinder von MfS Angehörigen eine genau gegenteilige Entwicklung durchmachten und sich zu Feinden des DDR Staates entwickelten. Ob das stimmt ich weiss es nicht, kenne keinen.


Moskwitschka, LO-Wahnsinn und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 16:27
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Zitat von Gert im Beitrag #91
Zitat von Alfred im Beitrag #83
Es ist aus der Sicht von heute immer einfach zu sagen, ich hätte da nicht mitgemacht.

Ich habe in meiner ganzen aktiven Zeit nicht eine Person erlebt, die die Zusammenarbeit mit dem MfS abgelehnt hat.



@Alfred das glaube ich dir zu 100%. Ihr hattet ja auch immer handfeste Argumente um die Menschen zu überzeugen


Gert,

mal wieder keine Ahnung ...

Ich schrieb von "MIR" . Selbstverständlich gab es Personen, die eine Zusammenarbeit mit dem MfS abgelehnt haben.



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 16:28 | nach oben springen

#94

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 18:58
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #84
wieviele "Aussteiger" aus dem MfS gab es?
Da gab es doch bestimmt auch Mitarbeiter die einfach die "Schnauze" voll hatten?

Das relativ hohe Einkommen, wo bereits eine Putzffrau über 800 M pro Monat verdiente, wird wohl viele von
einem Arbeitgeberwechsel abgehalten haben. Einen Geheimdienst verläßt man auch nicht so ohne weiteres.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#95

RE: die Macht hinter mir

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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #94

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #84
wieviele "Aussteiger" aus dem MfS gab es?
Da gab es doch bestimmt auch Mitarbeiter die einfach die "Schnauze" voll hatten?

Das relativ hohe Einkommen, wo bereits eine Putzffrau über 800 M pro Monat verdiente, wird wohl viele von
einem Arbeitgeberwechsel abgehalten haben. Einen Geheimdienst verläßt man auch nicht so ohne weiteres.



Mach doch nicht immer alles am Geld fest.

Es gab verschiedene Gründe das MfS zu verlassen.



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#96

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 19:35
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Weil das Geld gerade zur Sprache kam.
Ich habe für meine Dienste keinerlei Vergütungen bekommen, auch keine Geschenke oder sonstigen Vergünstigungen, zumindest kann ich mich an nichts erinnern, da würde wieder nur die Akte Auskunft geben.

Was man als Angestellter beim MfS genau verdiente, dass wusste ich nicht genau, wohl aber das es ein guter Schnitt war und mit Beförderung mehr möglich, wie halt überall im Staatsapperat.
Beim Anwerben kam das natürlich zur Sprache, für einen jungen Menschen ist ein guter Verdienst durchaus nicht unwichtig, stand bei mir jedoch nicht im Vordergrund.
Als ich später Bus fuhr, verdiente ich durch die Überstunden eh gutes Geld, ich kam mit knapp 21 von der Truppe und hatte ebenfalls mit knapp 21 meinen Busschein und schruppte richtig Stunden.
So 280-320 Stunden je Monat waren es am Anfang, da ging ich mit rund +-1500 Netto nach Hause, Commander kennt seine Lohnzettel sicher auch noch.
Das Geld hätte mich dann weniger gelockt, zumal beim MfS sicher auch einige Überstunden anfielen wenn man nicht gerade im Schichtdienst war.


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#97

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 19:41
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Zitat von Alfred im Beitrag #83
Es ist aus der Sicht von heute immer einfach zu sagen, ich hätte da nicht mitgemacht.

Ich habe in meiner ganzen aktiven Zeit nicht eine Person erlebt, die die Zusammenarbeit mit dem MfS abgelehnt hat.

Da muß schon vorher ein gewisser staatsbürgerlicher Eifer gewesen sein, denn nicht jeder wurde gefragt.
Es lag also an jedem selbst, sich zum Ziel von Anwerbungen zu machen oder nicht.

Übrigens kenne ich Mehrere, die man vergeblich nach der GWD anzuwerben versuchte.
Das war doch auch hier schon Thema.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 19:53
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Es gab zig verschiedene Gründe für eine Zusammenarbeit mit dem MfS. "Staatsbürgerlicher Eifer" war wohl nicht immer der Grund. Es gab auch viele IM, die verfügten nicht über den "Staatsbürgerlichen Eifer". Was man auch immer darunter verstehen mag.



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#99

RE: die Macht hinter mir

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.09.2017 19:56
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Du meinst Gründe des MfS, an die Leute heranzutreten. Jedenfalls ging es darum und die Verweigerung.
Aber was immer die Gründe auch waren: Diejenigen haben sie geliefert, waren irgendwie vertrauenswürdig. Das war natürklich nicht Jeder.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 19:59 | nach oben springen

#100

RE: die Macht hinter mir

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Zitat von Alfred im Beitrag #98
Es gab zig verschiedene Gründe für eine Zusammenarbeit mit dem MfS. "Staatsbürgerlicher Eifer" war wohl nicht immer der Grund. Es gab auch viele IM, die verfügten nicht über den "Staatsbürgerlichen Eifer". Was man auch immer darunter verstehen mag.


Ich kenne welche die wurden faktisch gepresst, also mit unter dem Tisch fallen lassen von strafrechtlichen Konsequenzen.
Letztens war ja von der staatsanwaltlichen Instanz die Rede die über allem gestanden haben sollte, der Krake konnte wohl auch die ausschalten wenn von Nutzen.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
Hapedi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.09.2017 20:03 | nach oben springen



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