Hallo aus Kopenhagen

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21.09.2009 12:49
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#1
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Hallo!

Ich habe mich aus einem etwas speziellen Grund angemeldet: Ich studiere Theaterwissenschaft in Dänemark und arbeite gerade an einem Stück über die DDR. Ich habe mir euer Forum schon recht gründlich angesehen, und mir gefällt vor allem eure Sprache und eure Art, miteinander umzugehen. Ich bin auf der Suche nach persönlichen Geschichten und Anekdoten, weil wir versuchen, eine Art Collage zu machen, die auch zum Ausdruck bringt, daß die DDR nicht bloß ein Stück Geschichte ist, sondern vor allem durch persönliches Erleben besonders wird.
Mein eigenes Verhältnis zur DDR ist distanziert, ich bin 25 Jahre alt und habe wenig bis gar keine eigenen Erfahrung mit diesem Thema. Bis zu meinem 8. Lebensjahr habe ich in Hessen gewohnt und bin anschließend nach Schleswig-Holstein gezogen. Tatsächlich habe ich meine ganze Kindheit hindurch geglaubt, die DDR gäbe es nur noch in meinem Geschichtsbuch. Deutschland war mal geteilt, jetzt ist es wieder vereint, dann ist doch alles wunderbar. Mit 21 bin ich nach Coburg gezogen und war auf einmal 3km von der ehemaligen Grenze entfernt. Erst da habe ich wirklich gemerkt, wie wirklich all das noch ist.
Ich will die lange Geschichte etwas abkürzen, ich habe mich seither informiert und vor allem in zusammenhang mit diesem Projekt viel recherchiert und gelernt. Ich bitte darum, das Wort Recherche nicht falsch zu verstehen. Natürlich habe ich mir auch Geschichtliche Fakten angeeignet, aber vor Allem habe ich persönliche Erfahrungsberichter verschiedener Art gesammelt.
Ich würde gerne einen eigenen Thread aufmachen, damit nicht alles durcheinander gerät. Und in diesem würde ich mich sehr über persönliche Geschichten freuen, und auch über links zu diesen, ihr habt ja schon eine Menge geschrieben - ich habe, finde ich, schon vieles gelesen, habe aber trotzdem den Eindruck, erst einen Bruchteil vor Augen gehabt zu haben - ich brauche einfach eure Hilfe; ihr wißt ja viel besser, was ihr schon geschrieben habt.
Also, ich freue mich hier dabei zu sein!

LG Julie


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21.09.2009 13:01
#2
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Willkommen im Forum hier JulieDu wirst hier sicher reichlich Lesestoff finden was Dir weiter helfen wird.


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21.09.2009 13:02
#3
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Hallo Julie,

herzlich willkommen im Forum. Es freut mich, dass Du nach Geschichten suchst, sicher auch, weil ich gern Geschichten erzähle. Und hier bin ich da nicht unbedingt allein. Das mit dem eigenen Thread ist eine gute Idee. Vielleicht könntest Du da auch die Richtung Eurer Collage etwas genauer angeben. Nicht, dass uns dann das Thema wieder entgleitet.

Viel Spaß noch hier und viel Erfolg bei Deinem Studium und zunächst natürlich bei dem Projekt!

ciao Rainman


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21.09.2009 13:59
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#4
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Hallo Julie,

ich finde es gut, dass sich junge Menschen für dieses Thema interessieren und hoffe, dass dir hier sehr ausführlich geholfen werden kann.

Viele Grüße
Micha


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21.09.2009 14:03
avatar  Angelo
#5
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Der Thread ist jetzt geteilt.

Herzlich Willkommen


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21.09.2009 14:13
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#6
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Hallo und herzlich Willkommen!!!



Es ist immerwieder schön zu sehen das ich nicht allein da stehe mit meinem Problemchen ;-)


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21.09.2009 15:02
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#7
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Det Julie,

velkommen her i dette forum.

Jeg haber, du finder her de oplysninger, du söger.

Magne hilsner ved LEGO fra Ratzeburg.


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21.09.2009 18:29
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#8
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Hallo Julie, in der zauberhaften Filmkomödie von 1961 mit dem Titel " Julia, du bist zauberhaft" hatte Lilli Palmer, die Hauptdarstellerin einmal am Ende des Films resümiert: Was ist schon die Liebe gegen Beefsteak mit Bratkartoffeln?
Ich sage: Was wäre dieses Forum ohne seine Vielfalt.
Lies mal in aller Ruhe, forste die einzelnen Themen durch, lass den ganz speziellen alten Armeekram weg ( "ich höre schon die Aufschreie der alten Grenzer"),den der ist eh nur Männerkram und frage, frage, Mädel, die älteren Männer und auch die älteren Mädchen.

Gruß Rainer- Maria


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21.09.2009 19:33 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2009 19:39)
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#9
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Na, das ist ja ein herzliches Willkommen!
Og også tak for den danske hilsen ;-)
UND danke für den Thread - ich hatte schon versucht, selbst einen zu erstellen, aber das ist mir nicht gelungen.

Na dann mal los:
Das Projekt hängt natürlich mit dem vielgerühmten Jubiläum zusammen, zu dem auch hier in Dänemark ordentlich gewirbelt wird. Ich mache ein Praktikum bei einem jungen Regisseuren, und das ist äußerst passend, er selbst spricht nämlich nur begrenztes Deutsch. Ich übersetze also eine ganze Menge (Auch schon einiges hier aus dem Forum, Rainman, deine und Majas Pilzgeschichten z.B.).
Premiere ist am 14.11.
Da es zu diesem Zeitpunkt (und jetzt ja auch schon) eine Fülle an Dokus gibt, wollten wir uns nicht zu diesen Reihen schließen. Es ist ein ziemlich freier Prozeß, ohne vorheriges Skript, deshalb ist es etwas schwierig zu beschreiben. Es sind vier Schauspieler auf der Bühne. Wir sammeln eine ganze Menge an persönlichen Geschichten, lassen diese ineinander fließen (gerne im O-ton), verbinden sie auch teilweise mit dem politischen Geschehen, aber das Hauptaugenmerk liegt wie gesagt im Persönlichen. Abstraktes Theater trifft wohl in gewissem Sinne zu. Wir können nicht "Die Wahrheit" erzählen, weil es keine "Wahrheit" gibt. Stattdessen versuchen wir, verschiedene Wahrheiten aufeinander treffen zu lassen. Es ist auch ein wichtiges Element des Stückes, daß es von Dänen gemacht wird - die feststellen, daß sie mit diesem Thema gar keinen Berührungspunkt haben. Das ist auch für mich schwierig zu verstehen, weil ich natürlich viel mehr mit dieser Geschichte aufgewachsen bin. Aber wir müssen eben darauf Rücksicht nehmen, daß vielen im Publikum die in Deutschland allgemein bekannten Daten unbekannt sein werden.
Soviel dazu, es ist leider etwas schwierig zu beschreiben.

Deshalb umso klarer weiter:

Ich habe mich wie gesagt schon umgeguckt, und es ist ja wirklich viel Tolles da. Tatsächlich ist es aber so viel, daß ich nicht durchkomme - ich hab angefangen, die Beiträge des Bunkerkommandanten zu lesen, aber selbst da bin ich irgendwann steckengeblieben. Deshalb meine Bitte: Wenn ihr wißt, hier und da hab ich eine schöne Geschichte aufgeschrieben, dann schickt mir doch einfach einen Link, das wäre wundertoll!

Hier die Themen, die gerade oben auf unserer Liste stehen:

Wie hat es sich angefühlt, überwacht zu werden (falls man es gewußt hat, natürlich)
Reaktionen auf Handlungen der SED
Persönliches erleben des Mauerfalls
Direkt und später nach der Vereinigung - gute Erlebnisse
Demonstrationserlebnisse

Und natürlich sehr gerne andere Geschichten! Sowas wie die Pilze kann ich mir ja nicht ausdenken, ohne davon zu wissen! (Mein Regisseur war sehr gerührt über die Geschichte eines kleinen Mädchens, das auf ihr Bonbon starrte und feststellte, daß es im Westen farbig eingewickelt war.)

Bei all den oben genannten Themen sind Situationen immer besser zu verarbeiten als "ich finde"-texte. Z.B. Ist eine Situation, in der man anders gehandelt hat, weil man wußte, daß man überwacht wurde, wirklich super zu verarbeiten :-)

Also, nochmal vielen, vielen Dank im Vorraus!

Liebe Grüße

Julie


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21.09.2009 19:47
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#10
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Zitat von Julie


Hier die Themen, die gerade oben auf unserer Liste stehen:

Wie hat es sich angefühlt, überwacht zu werden (falls man es gewußt hat, natürlich)
Reaktionen auf Handlungen der SED
Persönliches erleben des Mauerfalls
Direkt und später nach der Vereinigung - gute Erlebnisse
Demonstrationserlebnisse



@julie, vorab meinen respekt vor eurem projekt.
nur wenn ich die o.g. wünsche lese und daraus soll etwas "handfestes" entstehen, so wäre es das gleiche, wenn hier "die olsenbande" im theater aufgeführt werden würde und ich meinte das (!!!) wäre die dänische gesellschaft gewesen...


euch trotzdem viel erfolg...


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21.09.2009 19:54 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2009 19:55)
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@GilbertWolzow

Das ist bloß das, was wir gerade jetzt suchen. Quasi das, was uns noch fehlt (obwohl sicher immer wieder neue Fragen auftauchen). Wir haben schon ganz ordentlich gearbeitet :-)
Und ich kann dir sagen, was ich bis jetzt von der Arbeit dieses Mannes gesehen habe, ist wirklich ziemlich beeindruckend. Ich selbst stünde da wohl anders davor, aber hier ist ein mutiges, kompetentes Team beisammen :-)


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21.09.2009 20:37
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#12
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Hallo Julie Mädel, das sind wieder Themen? Kein Wunder, das der geborene DDR- Bürger mit dem Kopf schüttelt, ich spreche jetzt mal alleine für mich.
Das was du da brauchst passt so schön in das Schema vom geknechteten Ossi, der aber auch permanent Überwacht wurde, wenn er es denn mal gemerkt hat, der Staat ihm...und jetzt...und drauf...und dann freudig um den Ring in Leipzig....und anschließend wieder nur das Glitzerfassadenschaufenster West gesehen hatte, "die Schönen Erlebnisse".Oh, Julie, was hat man euch nur beigebracht über " Das Reich des Bösen"!
Aber ich will nicht gleich abblocken, schau mal in das Oberthema" Das Leben an und mit der innerdeutschen Grenze"- Unterthema " Weihnachtspakete für die Bürger der DDR so meine Texte vom 28.11.2008 und 4.12.2008
Ich nannte es der "Weihnachtstraum", man könnte es eventuell erweitern auf " Der Weihnachtstraum des Zöllners....und nenn es das Thema" Der Mensch, die Begierde und das Fließband".
Fiel mir nur so ein.

Gruß Rainer- Maria


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21.09.2009 21:27
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#13
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Julie Mädel, da schieb ich doch gleich noch eine schöne Geschichte hinterher, du findest sie unter Oberthema" Die DDR Grenztruppen: Organisation und Ablauf, Unterthema: Point Alpha II- das DDR Grenzregiment am 18.09.2009, Seite7
Und lass sie deinen begnadeten jungen Regieseur unter das Thema" Direkt und später nach der V- gute Erlebnisse einordnen".
Die war so schön, nennt sie " Der verdammte Gruppenzwang"!
Susanne würde sagen, da standen sie da, die beiden älteren Damen mit ihrem Lametta behangen, und an ihre Finger passte kein Goldring mehr, der Kitzel, die Wollust der ungewohnten Umgebung hatte sie richtig wuschisch gemacht und dann kam da Einer, der passte einfach nicht in ihr Schema F wie Freiheit.
Der meinte doch, nein, besser, er stellte sie in Frage, " diese verdammte Freiheit"!
Na, Mädel, jetzt hast du erst mal was zu tun, schlaf schön und träum was....

Gruß Rainer- Maria


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21.09.2009 21:41
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#14
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Zitat von Julie
Na, das ist ja ein herzliches Willkommen!
Og også tak for den danske hilsen ;-)
UND danke für den Thread - ich hatte schon versucht, selbst einen zu erstellen, aber das ist mir nicht gelungen.

Na dann mal los:
Das Projekt hängt natürlich mit dem vielgerühmten Jubiläum zusammen, zu dem auch hier in Dänemark ordentlich gewirbelt wird. Ich mache ein Praktikum bei einem jungen Regisseuren, und das ist äußerst passend, er selbst spricht nämlich nur begrenztes Deutsch. Ich übersetze also eine ganze Menge (Auch schon einiges hier aus dem Forum, Rainman, deine und Majas Pilzgeschichten z.B.).
Premiere ist am 14.11.
Da es zu diesem Zeitpunkt (und jetzt ja auch schon) eine Fülle an Dokus gibt, wollten wir uns nicht zu diesen Reihen schließen. Es ist ein ziemlich freier Prozeß, ohne vorheriges Skript, deshalb ist es etwas schwierig zu beschreiben. Es sind vier Schauspieler auf der Bühne. Wir sammeln eine ganze Menge an persönlichen Geschichten, lassen diese ineinander fließen (gerne im O-ton), verbinden sie auch teilweise mit dem politischen Geschehen, aber das Hauptaugenmerk liegt wie gesagt im Persönlichen. Abstraktes Theater trifft wohl in gewissem Sinne zu. Wir können nicht "Die Wahrheit" erzählen, weil es keine "Wahrheit" gibt. Stattdessen versuchen wir, verschiedene Wahrheiten aufeinander treffen zu lassen. Es ist auch ein wichtiges Element des Stückes, daß es von Dänen gemacht wird - die feststellen, daß sie mit diesem Thema gar keinen Berührungspunkt haben. Das ist auch für mich schwierig zu verstehen, weil ich natürlich viel mehr mit dieser Geschichte aufgewachsen bin. Aber wir müssen eben darauf Rücksicht nehmen, daß vielen im Publikum die in Deutschland allgemein bekannten Daten unbekannt sein werden.
Soviel dazu, es ist leider etwas schwierig zu beschreiben.

Deshalb umso klarer weiter:

Ich habe mich wie gesagt schon umgeguckt, und es ist ja wirklich viel Tolles da. Tatsächlich ist es aber so viel, daß ich nicht durchkomme - ich hab angefangen, die Beiträge des Bunkerkommandanten zu lesen, aber selbst da bin ich irgendwann steckengeblieben. Deshalb meine Bitte: Wenn ihr wißt, hier und da hab ich eine schöne Geschichte aufgeschrieben, dann schickt mir doch einfach einen Link, das wäre wundertoll!

Hier die Themen, die gerade oben auf unserer Liste stehen:

Wie hat es sich angefühlt, überwacht zu werden (falls man es gewußt hat, natürlich)
Reaktionen auf Handlungen der SED
Persönliches erleben des Mauerfalls
Direkt und später nach der Vereinigung - gute Erlebnisse
Demonstrationserlebnisse

Und natürlich sehr gerne andere Geschichten! Sowas wie die Pilze kann ich mir ja nicht ausdenken, ohne davon zu wissen! (Mein Regisseur war sehr gerührt über die Geschichte eines kleinen Mädchens, das auf ihr Bonbon starrte und feststellte, daß es im Westen farbig eingewickelt war.)

Bei all den oben genannten Themen sind Situationen immer besser zu verarbeiten als "ich finde"-texte. Z.B. Ist eine Situation, in der man anders gehandelt hat, weil man wußte, daß man überwacht wurde, wirklich super zu verarbeiten :-)

Also, nochmal vielen, vielen Dank im Vorraus!

Liebe Grüße

Julie



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Hallo Julie, ich habe mir Deine Fragen mal angesehen und bin sicher, Du wirst in diesem Forum auch Antworten auf Deine Fragen finden. unter Antworten verstehe ich "Antworten zur Sache" Bis jetzt hast Du nur etwas von Verteidigern des Regimes gehört, bzw. gelesen. Bleibe mal ruhig etwas länger hier, dann wirst Du bald selber merken, wer Dir aus der Sicht eines Betroffenen ehrliche Antworten geben wird und keine "Polemischen"
Schönen Gruß aus Kassel


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21.09.2009 21:41
#15
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Hallo Julie,

um irgendwo einen Anfang zu finden, nehme ich mal "Theater" als Stichwort, um zu erklären, wie vernetzt der sozialistische Alltag in der DDR war und das damals streckenweise viel mehr ging als heute.
Mein Heimatort feierte 1982 seinen 1050. Geburtstag, da war sogar Heinz Quermann (der Dieter Bohlen der DDR, ein Talentesucher im DDR- Showgeschäft und Entertainer)zu Gast und es gab einen für unsere Verhältnisse gigantischen Festumzug in dem mit erstklassiger Unterstützung des Kreistheaters und aller regionalen Betriebe die verschiedenen Zeitepochen dargestellt wurden und von knapp 6000 Einwohnern waren über 1500 einbezogen und hatten die verschiedensten Kostüme und Uniformen an, waren auf Pferden, Mannschaftswagen (GST, Feuerwehr, Polizei) und Kutschen unterwegs.
Man hat weder die Nazizeit ausgelassen (anstatt des Hakenkreuzes war aber nur ein schwarzes Kreuz auf der Armbinde) noch die "Urzeit" der ersten Ackerbauer und Fischer ausgelassen.
Es gab im Vorfeld Stellproben und Castings in den Schulen, z.B. wen konnte man auf ein Pferd setzen und wem sollte man besser keine Lanze in die Hand drücken usw., es war einfach phänomenal und für mich persönlich ganz nebenbei mein letztes Schuljahr, das so unvergessen blieb.
Auch sonst gab es allerhand Feste, ob im Wohngebiet oder zu den Ehrentagen der jeweiligen Berufe.
So war der 12.6. immer "Tag des Eisenbahners", der 1.7. "Tag des Bergmanns" usw., wobei an diesen Tagen immer auch besonders verdienstvolle Werktätige ausgezeichnet wurden.
Ach so die Stasi.
Nun ja, was soll ich sagen, die Existenz eines Staatsschutzes war schon technisch bedingt immer notwendig.
So gab es in unserer Mutterdienststelle der Reichsbahn auch Dienstpläne im Interzonenverkehr und jeder, der mit solchen Zügen nach Gutenfürst, Helmstedt oder Probstzella fuhr, war auch bei der Stasi registriert und wenn ich Chef einer solchen Dienststelle gewesen wäre, hätte ich schon aus betrieblichen Gründen niemanden auf so einem "Zitteraal" gesetzt, bei dem ich darum zittern muß, ob mein Zug auch wieder zurück kommt.
An den Strafen für derartige Ausfälle hätte sich die DR dumm und dämlich geblecht.
Man hat die Lokführer aus diesen Plänen nach Bekanntwerden der Stasimitarbeit sofort rausgeschmissen ohne Rücksicht auf tatsächlich begangene Bespitzelungen und Einzelfallprüfungen.
Diese Willkür war keine Eigenheit der DDR, hier waren sowohl Gewerkschaften der Nachwendezeit als auch Einzelpersonen, die damals voller Neid auf die "Grenzfahrer" blickten, die treibende Kraft.


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