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#81

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.09.2016 02:02
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Zitat von Mart im Beitrag #80
Zitat von sentry im Beitrag #77
Sorry, habe einfach nur ein paar Gedanken und meines Erachtens interessante Ergänzungen zu den vorherigen Beiträgen aufgeschrieben.

Und ich danke Dir ausdrücklich dafür!
Die Lokalitäten (der sowjetischen Truppe) sind mir bekannt. Nicht bekannt war mir das genaue Prozedere der Alliierten-Kontrolle (Schiene) - ganz herzlichen Dank!

Zur Ergänzung: Für den Personentransport der Alliierten hielten selbige Schnellzugwaggons vor, die in ihrem eigenen Bestand (also nicht Bundesbahn) waren. Teilweise waren das Salonwagen der vormaligen Reichsregierung: Neu lackiert und neu eingerichtet. Die Wagen wurden an den GüSt verschlossen und verplombt.

Zur weiteren Ergänzung: Die Kontrollen wurden durch eine KGB-Einheit in sowjetischer Uniform vorgenommen. Jeder Vergleich hinkt: Man darf sich Soldaten ähnlich des MfS-Wachregiments vorstellen.

Zitat von sentry im Beitrag #77
Übrigens wurden in Marienborn auch andere Fahrzeuge regelmäßig überwacht und die Zeiten ihrer Ein- und Ausreise genau protokolliert. Das galt beispielsweise für ...
... Ethylentransporter

Sicher Ethylen? Oder Azetylen?
Wobei sich beides nicht so recht erschließt: Nun ausgerechnet per LKW ...

Zitat von sentry im Beitrag #77
... planmäßig durch uns Grenzer überwacht wurden.

Ein weiteres Mysterium:
PKE hat ja jeden Quatsch überwacht und gemeldet. Aber das nicht - das habt ihr gemeldet. Verstehe das - wer will.

Vermutlich müssen wir noch froh sein, dass grad kein Zöllner da ist: Nicht ausgeschlossen, das die auch noch was im Sinne der Zeitüberschreitung überwachten und meldeten.



Wem unterstanden die regulären sowjetischen Grenztruppen bzw. Passkontrollkräfte? Innenministerium, KGB oder Verteidigungsministerium (Rote Armee)?


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#82

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.09.2016 04:16
von Mart | 758 Beiträge | 66 Punkte
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #81
Wem unterstanden die regulären sowjetischen Grenztruppen bzw. Passkontrollkräfte? Innenministerium, KGB oder Verteidigungsministerium (Rote Armee)?

Die Frage scheint mir falsch beziehungsweise unklar gestellt.

Die sowjetischen Einheiten, die die westlichen Alliierten in Marienborn und in Drewitz und "Checkpoint Charlie" (Berlin Friedrichstraße) - "kontrollierten" ist das falsche Wort: Auch "Zugang gewähren" wäre falsch. Formal hatten sich die Alliierten gegenseitig Freizügigkeit in Deutschland zugesichert.

Und so wurde das tatsächlich gehalten: Die vier Alliierten begegneten sich freundlich. Es wurden Formalien abgearbeitet, aber man behinderte sich gegenseitiig nicht. Die beiden deutschen Seiten existierten nicht, sie waren Luft.

Du stellst Dir das (Deine Worte: Passkontrollkräfte) völlig falsch vor. Da wurden keine Personen kontrolliert. Wenn es hoch kam, wurde die Mannschaftsstärke gezählt oder die Waffen.

Zu Deiner Frage:
Ja, KGB.

BTW:
Selbstverständlich nutze auch die sowjetische Seite diese Vorrechte in Deutschland. Und das nicht nur in Westdeutschland mit ihren drei Verbindungsmissionen. Sondern auch in Westberlin.


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#83

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.09.2016 07:22
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Zitat von Mart im Beitrag #80

Sicher Ethylen? Oder Azetylen?
Wobei sich beides nicht so recht erschließt: Nun ausgerechnet per LKW ...



Wenn Du so fragst, kann ich natürlich nur sagen, was die uns erzählt haben. Uns wurde gesagt, das wären Ethylentransporter.
Ich habe mich natürlich damals schon gefragt, was diese Aufklärerei und Melderei soll. Wenn man nur wissen wollte, welcher Transporter wie lange in der DDR ist, hätte man das ja auch im Kontrollterritorium protokollieren können. Dort hätte sogar ein Blinder die Kfz-Kennzeichen ertasten können, während bei uns mehrere Soldaten bei allen Wetterlagen mit dem DF 'rumschrauben mussten.
Vielleicht gings wirklich nur darum, uns wachzuhalten...


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#84

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.09.2016 09:37
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@sentry

kann mich jetzt mit meiner Aussage auch täuschen, aber ich denke, es ging hauptsächlich darum die Kisten bei der Einreise zu melden, damit auf der GÜSt ein reibungsloser Ablauf vorbereitet werden konnte. Dass die Dinger auch bei Ausreise gemeldet wurden ist sicherlich dann ein Selbstläufer geworden. So nach dem Motto "Ich hab Ethy xy aufgeklärt..."
Kann aber auch sonstwas für einen Grund gehabt haben, wer weiß das schon. Auf jeden Fall war es immer eine willkommene Abwechslung. Ist für die Etys nicht auch das Widerlager für die Sperrschlagbäume eingefahren worden?

Ralf


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#85

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.09.2016 09:50
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Zitat von a1 otti im Beitrag #84
Ist für die Etys nicht auch das Widerlager für die Sperrschlagbäume eingefahren worden?


Hey Otti,
erstmal noch vielen Dank für die authentische Ergänzung: Im praktischen Leben waren das tatsächlich nur "Ethys". Die Meldung über GMN ging dann z.B. vom B-Turm A4 an die Führungsstelle in kürzester Form so (Posten): "11, 18 mit Ethy 6 in der Ausreise; kommen." - (FÜSt): "Bestätigt." (Bei uns wurde die Nachrichten an die Führungsstelle in der Regel gleich mit der Ansprache übermittelt und nicht erst mit "11 für 18 kommen!" oä. auf eine Reaktion gewartet.)

Deine Erklärung für den Grund der Ausreise-Meldung klingt für mich absolut plausibel. So könnte sich das entwickelt haben.

Die Widerlager für die Sperrschlagbäume wurden mMn nicht eingefahren, denn die Ethys waren ganz normale Tanklastzüge, die auf eine normale Fahrspur passten. Die Widerlager wurden nach meiner Erinnerung nur für überbreite Schwertransporte versenkt, damit die in Fahrbahnmitte fahren konnten.
Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass für Ethys bis auf die Meldekette noch mehr Zinnober betrieben wurde - zumal ja oft auch mehrere Ethys in einer Schicht kamen.


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zuletzt bearbeitet 06.09.2016 09:51 | nach oben springen

#86

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 00:12
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Zitat von Mart im Beitrag #82
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #81
Wem unterstanden die regulären sowjetischen Grenztruppen bzw. Passkontrollkräfte? Innenministerium, KGB oder Verteidigungsministerium (Rote Armee)?

Die Frage scheint mir falsch beziehungsweise unklar gestellt.

Die sowjetischen Einheiten, die die westlichen Alliierten in Marienborn und in Drewitz und "Checkpoint Charlie" (Berlin Friedrichstraße) - "kontrollierten" ist das falsche Wort: Auch "Zugang gewähren" wäre falsch. Formal hatten sich die Alliierten gegenseitig Freizügigkeit in Deutschland zugesichert.

Und so wurde das tatsächlich gehalten. Die vier Alliierten begegneten sich freundlich. Es wurden Formalien abgearbeitet, aber man behinderte sich gegenseitiig nicht. Die beiden deutschen Seiten existierten nicht, sie waren Luft.

Du stellst Dir das (Deine Worte: Passkontrollkräfte) völlig falsch vor. Da wurden keine Personen kontrolliert. Wenn es hoch kam, wurde die Mannschaftsstärke gezählt oder die Waffen.

Zu Deiner Frage:
Ja, KGB.

BTW:
Selbstverständlich nutze auch die sowjetische Seite diese Vorrechte in Deutschland. Und das nicht nur in Westdeutschland mit ihren drei Verbindungsmissionen. Sondern auch in Westberlin.




Soso, sowjetische Einheiten kontrollierten am CC die Westalliierten !!!! Das ist mir aber neu. Eigentlich standen dort nur MA der PKE Güst Friedrichstrasse. Diese MA kontrollierten zwar nicht offiziell die Alliierten. Aber um illigale Grenzübertritte zu verhindern gab es an der dortigen PKE ein internes Kontrollsystem. Der Spruch "my uniform is my ID card" war die Eintrittskarte der Westalliierten in die Hauptstadt.




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#87

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 03:29
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Zitat von passport im Beitrag #86
Soso, sowjetische Einheiten kontrollierten am CC die Westalliierten !!!! Das ist mir aber neu. Eigentlich standen dort nur MA der PKE Güst Friedrichstrasse. Diese MA kontrollierten zwar nicht offiziell die Alliierten. Aber um illigale Grenzübertritte zu verhindern gab es an der dortigen PKE ein internes Kontrollsystem. Der Spruch "my uniform is my ID card" war die Eintrittskarte der Westalliierten in die Hauptstadt.


Sei gegrüßt, guter Freund.

Ich war da ja überall nicht dabei. Also muss ich mich auf Akten, Veröffentlichungen, Zeitzeugen stützen. Klar ist, dass Uniform bzgw. Mititärfahrzeug als Ausweis an der GüSt Friedrichstraße/Straße reichten.

Ich meine gelesen zu haben, dass es dort einen sowjetischen Standposten für die Spur "Military" gab - um notfalls das schnell zu regeln- Frage mich nicht wo ich das las - ich weiß es nicht.

Du kannst das definitiv verneinen?
Kannst Du bitte bei Kollegen nochmals genau nachfragen?


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#88

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 06:13
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Hallo,

ich hatte 1984 auf dem CC zu schaffen. Ich habe in der Zeit kein sow. Militär gesehen. Aber vielleicht habe ich es auch übersehen.



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#89

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 07:42
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Zitat von Mart im Beitrag #82

Die sowjetischen Einheiten, die die westlichen Alliierten in Marienborn und in Drewitz und "Checkpoint Charlie" (Berlin Friedrichstraße) - "kontrollierten" ist das falsche Wort: Auch "Zugang gewähren" wäre falsch. Formal hatten sich die Alliierten gegenseitig Freizügigkeit in Deutschland zugesichert.
...
Du stellst Dir das (Deine Worte: Passkontrollkräfte) völlig falsch vor. Da wurden keine Personen kontrolliert. Wenn es hoch kam, wurde die Mannschaftsstärke gezählt oder die Waffen.



Ich will jetzt nicht haarspalten oder die Definition für "Kontrollieren" diskutieren.
Fakt ist, dass die Westalliierten bei Einreise in die DDR am sowjetischen Checkpoint Alpha in Marienborn kontrolliert wurden.
Die Verfahrensweise war, das Fahrzeug am sowjetischen Posten zu stoppen, auszusteigen, persönliche und Frachtdokumente auszuhändigen (das erfolgte idR in der kleinen Postenbude), bei Rückgabe die Vollständigkeit zu prüfen, einsteigen und weiterfahren.

So war die Anweisung an die Westalliierten und so habe ich es auch aus Beobachtungen in Erinnerung. Im Grunde ist das mehr, als im Normalfalle zivile Reisende über sich ergehen lassen mussten, denn diese mussten normalerweise nicht aussteigen.

Interessant sind hierzu auch die Seiten aus dem "Helmstedt Berlin Travel Pack" was als Handlungsanweisung und Informationsmaterial an die Westalliierten ausgegeben wurde.
Check
http://www.ipernity.com/tag/594807/keyword/290347


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#90

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 08:35
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Zitat von sentry im Beitrag #77
[...]Das galt beispielsweise für Abschleppfahrzeuge der Fa. Ulrichs aus Helmstedt, die wohl autorisiert waren, westdeutsche Pannenfahrzeuge zurückzuholen [..].


Zu diesem Thema gibt es Neuigkeiten vom Münchner Automobilclub. In einem anderen Fred hatte ich geschrieben das mit den gelieferten Passat Variant um ´86 an den VEB Kraftverkehr Potsdam (?) auch Volvo LKW 7,5 t mit Abschleppaufbau geliefert wurden.

Der gelbe Club hat dazu Bilder gefunden, ich warte auf eine Mail. Man weiß aber zur Zeit nicht wer die Rechte zu diesem Bild hat. Bedeutet, ich weiß nicht ob ich das Bild einstellen darf.

Diese Volvo LKW des VEB Kraftverkehr Potsdam durften havarierte PKW direkt ohne umladen in Westberlin und Westdeutschland abliefern.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...


Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker, ...
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#91

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 10:33
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Zitat von Mart im Beitrag #87
Zitat von passport im Beitrag #86
Soso, sowjetische Einheiten kontrollierten am CC die Westalliierten !!!! Das ist mir aber neu. Eigentlich standen dort nur MA der PKE Güst Friedrichstrasse. Diese MA kontrollierten zwar nicht offiziell die Alliierten. Aber um illigale Grenzübertritte zu verhindern gab es an der dortigen PKE ein internes Kontrollsystem. Der Spruch "my uniform is my ID card" war die Eintrittskarte der Westalliierten in die Hauptstadt.


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Ich war da ja überall nicht dabei. Also muss ich mich auf Akten, Veröffentlichungen, Zeitzeugen stützen. Klar ist, dass Uniform bzgw. Mititärfahrzeug als Ausweis an der GüSt Friedrichstraße/Straße reichten.

Ich meine gelesen zu haben, dass es dort einen sowjetischen Standposten für die Spur "Military" gab - um notfalls das schnell zu regeln- Frage mich nicht wo ich das las - ich weiß es nicht.

Du kannst das definitiv verneinen?
Kannst Du bitte bei Kollegen nochmals genau nachfragen?




Davon ist mir persönlich nichts bekannt das es dort einen sowj. Posten gab. Aber wir haben hier im Forum einen Zeitzeugen.Vielleicht kann User @KID über die Abfertigungsmodalitäten des Grenzüberganges CC und der Güst Friedrichstrasse als Alliierter berichten.



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#92

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 10:45
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Zitat von sentry im Beitrag #89
Zitat von Mart im Beitrag #82

Die sowjetischen Einheiten, die die westlichen Alliierten in Marienborn und in Drewitz und "Checkpoint Charlie" (Berlin Friedrichstraße) - "kontrollierten" ist das falsche Wort: Auch "Zugang gewähren" wäre falsch. Formal hatten sich die Alliierten gegenseitig Freizügigkeit in Deutschland zugesichert.
...
Du stellst Dir das (Deine Worte: Passkontrollkräfte) völlig falsch vor. Da wurden keine Personen kontrolliert. Wenn es hoch kam, wurde die Mannschaftsstärke gezählt oder die Waffen.



Ich will jetzt nicht haarspalten oder die Definition für "Kontrollieren" diskutieren.
Fakt ist, dass die Westalliierten bei Einreise in die DDR am sowjetischen Checkpoint Alpha in Marienborn kontrolliert wurden.
Die Verfahrensweise war, das Fahrzeug am sowjetischen Posten zu stoppen, auszusteigen, persönliche und Frachtdokumente auszuhändigen (das erfolgte idR in der kleinen Postenbude), bei Rückgabe die Vollständigkeit zu prüfen, einsteigen und weiterfahren.

So war die Anweisung an die Westalliierten und so habe ich es auch aus Beobachtungen in Erinnerung. Im Grunde ist das mehr, als im Normalfalle zivile Reisende über sich ergehen lassen mussten, denn diese mussten normalerweise nicht aussteigen.

Interessant sind hierzu auch die Seiten aus dem "Helmstedt Berlin Travel Pack" was als Handlungsanweisung und Informationsmaterial an die Westalliierten ausgegeben wurde.
Check
http://www.ipernity.com/tag/594807/keyword/290347



Kann ich auch bestätigen. Mit dem Fernglas konnte man von der VKE zum sowj. Kontrollposten schauen. Man konnte gut erkennen das die Personen, ob in Zivil oder Uniform, "Männchen" vor dem sowj. Posten machten und danach Papiere übergaben.


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sentry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 10:54
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Zitat von passport im Beitrag #91
Zitat von Mart im Beitrag #87
Zitat von passport im Beitrag #86
Soso, sowjetische Einheiten kontrollierten am CC die Westalliierten !!!! Das ist mir aber neu. Eigentlich standen dort nur MA der PKE Güst Friedrichstrasse. Diese MA kontrollierten zwar nicht offiziell die Alliierten. Aber um illigale Grenzübertritte zu verhindern gab es an der dortigen PKE ein internes Kontrollsystem. Der Spruch "my uniform is my ID card" war die Eintrittskarte der Westalliierten in die Hauptstadt.


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Das lag wohl auch daran, das Berlin von den Alliierten nach den Abkommen(u.a. Konferenz von Jalta, Londoner Konferenz vom 12. September 1944) gemeinsam verwaltet werden sollte (Berlin-Status, Alliierte Kommandantur) und jede Alliiertenseite Zutritt in die jeweils anderen Berliner Sektoren hatte.

http://potsdamer-konferenz.de/dokumente/...r_protokoll.php


zuletzt bearbeitet 07.09.2016 11:42 | nach oben springen

#94

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 11:10
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Zitat von passport im Beitrag #92
(..)


Kann ich auch bestätigen. Mit dem Fernglas konnte man von der VKE zum sowj. Kontrollposten schauen. Man konnte gut erkennen das die Personen, ob in Zivil oder Uniform, "Männchen" vor dem sowj. Posten machten und danach Papiere übergaben.


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Da gab es dreisprachige Formulare, welche die Alliierten benutzen mussten; Grenzpassagen wurden dokumentiert (Felder mit arabischen Zahlen)

http://www.militarytrader.com/military-t...-ivans-autobahn
(eine путевка, mouvement order, Laissez-Passer)
WIMRE auch als Sammellisten.
Theo


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.09.2016 11:33
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Ein paar schöne Bilder und Dokumente von der Eisenbahnabfertigung für Duty Trains der Alliierten in Marienborn gibts übrigens auch hier:
http://www.ipernity.com/tag/594807/keyword/3637975

Hab' ich als Gehilfe des DHO alles mehrfach live erlebt und bei der Erfassung und Weitermeldung der Daten mitgespielt.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.09.2016 11:37 | nach oben springen

#96

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Zitat von KARNAK im Beitrag #8
Vom Prinzip waren Zeitüberschreitungen kein Problem,sie wurden auch nicht geahndet.(...).

Wirklich? An anderer Stelle wurde hier schon beschrieben, dass Transitvisapapiere im Strassenverkehr bei der Einreise ausgegeben und bei der Ausreise aus der DDR wieder eingezogen wurden. Zeitüberschreitungen wurden sicher auch kontrolliert, nicht durch den Passkontrolleur an der Güst, sondern in irgendeinem Büro. Wenn ein Dokument fehlte, wurden sicher Massnahmen ergriffen.


Hallo @eisenringtheo , der Ausreisekontrolleur musste bei seinen Überprüfungsmassnahmen schon feststellen ob ein Dokument, Visa, Visaanlage oder Zählkarte fehlte. Dieses Fahrzeug wurde aus der Abfertigungsspur herausgezogen um eine Klärung herbeizuführen.


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#97

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 14:25
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #12
Die Transitstrecken, sowie die dort befindlichen Park- und Rastanlagen waren empfindliche Schwachstellen im Transitverkehr
der DDR. Deshalb war man bemüht eine umfassende Kontrolle der Nutzer dieser Wege und Einrichtungen sicherzustellen.
Umfangreiche stationäre und mobile Kräfte wurden eingesetzt, um Kontaktaufnahmen zur DDR-Bevölkerung, unkontrollierte
Abgabe- oder Aufnahme von Waren, Druckererzeugnissen u.a. Dinge, sowie eventuelle Fluchthilfen zu unterbinden.

So gab es z.B. getrennte Parkplätze für Transitreisende und DDR-Reisende. Die mit der "Sicherung der Transitwege"
betrauten Stasi-Mitarbeiter nutzten sogar PKWs aus westlicher Produktion mit westlichen Kfz-Kennzeichen, um bei
ihren Kontrollfahrten nicht aufzufallen.



Es gab auf den Transitstrecken spezielle Parkplätze für Busse im vertragsgebundenen Transit. Ansonsten parkten auf den Raststätten ALLE Reisenden gemeinsam und nicht Länderspezifisch !


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#98

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

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Wenn Allierte Fahrzeuge im Transit die Geschwindigkeit überschritten, wurden die dann von der VP angehalten?


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#99

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 20:24
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Eher nicht. Alliierte unterstanden weder deutscher Polizeigewalt noch deutscher Rechtsprechung. Wenn sich irgendetwas Strafbares in Zusammenhang mit einem Angehörigen einer Schutzmacht ereignete, kümmerte sich die für die jeweilige Zone/Sektor zuständige Schutzmacht um die Angelegenheit und zwar mit eigenem Personal. WIMRE galt das für alle vier Weltkriegsalliierten.
Im Westen wurde bei Verfehlungen im Strassenverkehr der Bussgeldbescheid an den Halter geschickt, das heisst an die entsprechende alliierte Militärbehörde. Die Begleichung des Bussgeldes konnte nicht eingetrieben werden.
Theo


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#100

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 20:33
von Harzwanderer | 3.220 Beiträge | 825 Punkte
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Hier kann man sehen, wie die Stasi das alles im Blick hatte:

http://www.hermsdorf-regional.de/autobah...und_Technik.pdf



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