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#401

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.11.2017 06:31
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Zitat von damals wars im Beitrag #400
Zitat von Alfred im Beitrag #389
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #386
Zitat von Alfred im Beitrag #385

als was sollte man denn die Angehörigen der Botschaft der USA betrachten ?
War es doch bekannt, dass diese Botschaft auch von den Geheimdiensten genutzt wurde.

Glaubst Du etwa, dass es bei den Vertretungen (Missionen, Konsulaten, Botschaften) anderer Staaten und denen der sozialistischen Länder nicht der Fall war ?


Es gab wohl schon einen Unterschied zwischen der Botschaft der VR Polen, der CSSR und der Botschaft der USA.

Das muss man wohl hier nicht ausführen.
Zitat von Alfred im Beitrag #389
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #386
Zitat von Alfred im Beitrag #385

als was sollte man denn die Angehörigen der Botschaft der USA betrachten ?
War es doch bekannt, dass diese Botschaft auch von den Geheimdiensten genutzt wurde.

Glaubst Du etwa, dass es bei den Vertretungen (Missionen, Konsulaten, Botschaften) anderer Staaten und denen der sozialistischen Länder nicht der Fall war ?


Es gab wohl schon einen Unterschied zwischen der Botschaft der VR Polen, der CSSR und der Botschaft der USA.

Das muss man wohl hier nicht ausführen.


Das ist heute noch so.


Ich Kopiere jetzt auch,macht Spass.



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#402

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.11.2017 17:30
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@ABV
Kann das wohl sein, dass ich Dich grad im Fernseh gesehen habe?



Ja


Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 22.11.2017 17:32 | nach oben springen

#403

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.11.2017 19:25
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Zitat von ABV im Beitrag #402
@ABV
Kann das wohl sein, dass ich Dich grad im Fernseh gesehen habe?
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Ja
Gruß Uwe


Hallo Uwe,
insgesamt ein flüssiger, stimmiger Beitrag. Und der Herr ABV kam auch gut und sachlich über die Rampe.

Sorry für OT, ich will das eigentliche Thema nicht stören.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#404

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 26.11.2017 19:04
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Der "Idiot" auf der Tribüne

Der Besuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik Deutschland hatte für einen vorübergehenden Hype in manchen Köpfen gesorgt. Es gab nicht wenige, die den Besuch als " inoffizielle Anerkennung der DDR" interpretierten. Auf die dunklen Wolken die sich derweilen immer stärker am innenpolitischen Horizont zusammen zogen, achtete im Frühherbst 1987 dagegen kaum jemand.
Ende September stand erneut ein Einsatz auf dem Plan. Diesmal sollte die 4. Wachabteilung das UEFA-Pokal-Spiel der Landesmeister zwischen dem BFC Dynamo und dem französischen Fußballclub Girondins Bordeaux absichern. Natürlich nicht allein. Sondern zusammen mit vielen anderen Einsatzkräften aus den Reihen des MdI und MfS.

Das Spiel sollte im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark stattfinden. Obwohl mich Fußball nicht besonders interessierte, freute ich mich dennoch auf den kommenden Einsatz. Mittlerweile erschien mir alles besser als dieses öde " Beine in den Bauch stehen" vor irgendwelchen diplomatischen Objekten.
Bevor es ins Stadion ging, wartete erst einmal wieder tägliche und nächtliche " WKM-Wahnsinn" auf mich. Eines Abends sollte ich vor dem Wohnhaus eines US-amerikanischen Diplomaten Posten beziehen. Gewöhnlich alles andere als ein aufregender Job. Gelangweilt lief ich, das Funkgerät über die Schulter, die Kein-MPI " PM 63" an der Hüfte, die wenigen mir "vergönnten" Meter auf und ab. Plötzlich näherte sich mir ein betrunkener Mann. Ohne mich zu bemerken, offenbar in der Kenntnis das in dem Haus eine amerikanische Diplomatenfamilie wohnte, begann sich der Betrunkene lautstark " Luft zu verschaffen": " Ich bin 35 Jahre alt, muss also noch dreißig Jahre arbeiten. Und, was ich noch viel mehr zum Kotzen finde, dreißig Jahre darauf warten endlich die Welt zu sehen. Aber Honecker das Schwein, dass darf in den Westen fahren. Dem wird dort sogar ein roter Teppich ausgerollt. Ich will auch mal raus! Ich will auch in den Westen fahren! Aber die Kommunistenschweine lassen mich ja nicht."

Tja, damit hatte ich es wohl mit einem klassischen " Demonstrativtäter" zu tun. Meine Pflicht bestand darin, den Mann vorläufig festzunehmen. Was anschließend mit ihm passierte, entzog sich meiner direkten Kenntnis. Zwar hatte sich die DDR im Herbst 1987 im Vergleich zu den sechziger und siebziger Jahren inzwischen liberalisiert, dennoch dürfte dem Betrunkenen erhebliche Probleme bevorstehen.
Festen Schrittes näherte ich mich den noch immer wie ein Rohrspatz sein Schicksal beklagenden Mann an. " Deutsche Volkspolizei, hören Sie sofort damit auf!", herrschte ich ihn an. Etwas anderes fiel mir in der Eile nicht ein. Sichtlich erschrocken zuckte der Mann daraufhin zusammen. Er schien mich, den uniformierten Vertreter der Staatsmacht, tatsächlich nicht bemerkt zu haben.

" Geben Sie mir ihren Personalausweis!", forderte ich gewollt forsch, um meine eigene Aufregung zu überspielen. Diese Aufforderung war das Signal für ihn. Flink wie Ben Johnson in seinen besten Zeiten, legte er einen Sprint hin, den man einen derart " unter Strom stehenden" nicht zugetraut hätte. Angst verleiht Flügel.
Ich spurtete sofort hinterher. Damals war ich dreißig Jahre und mindestens ebenso viele Kilos jünger, so dass mir der Wettlauf nicht unbedingt schwerfiel. Nach ungefähr zweihundert Metern konnte ich das Rennen endgültig für mich entscheiden. Ich befand mich damit allerdings weit außerhalb meines Postenbereiches. Ungeachtet der Tatsache das sich der Ami nebst Familie zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus aufhielt-Ich hatte mich mal wieder eines " Postenvergehens" schuldig gemacht.

Zu Überlegungen wie diese fehlte mir jedoch die Zeit. Völlig verängstigt, am ganzen Körper zitternd, blieb der mir völlig Unbekannte unversehends stehen. Im Umdrehen warf er mir einen flehentlichen Blick zu. Dieser Blick verfehlte seine Wrkung nicht. Man mag mich heute für einen Spinner halten, aber in jenem Moment hörte ich tatsächlich so etwas wie eine " innere Stimme". Diese Stimme flüsterte " Lass ihn laufen und gehe zurück auf deinen Posten". Wie im Trance brach ich darauf die Verfolgung ab. Eiligen Schrittes ging ich zurück zum Wohnhaus des Diplomaten während der mit einiger Wahrscheinlichkeit " Ernüchterte" Unbekannte in einer Seitenstraße verschwand.
Richtig verstehen konnte ich mein Verhalten selbst nicht. Aberwitzigerweise fühlte ich mich sogar erleichtert über die gelungene Flucht. Es war der Ausdruck in seinen Augen, der mich davon abhielt meine "Pflicht" zu tun. Außerdem hatte er ja nur ausgesprochen, was so viele andere dachten. Liebäugelten nicht selbst Volkspolizisten damit, einmal hinter den Vorhang schauen zu dürfen? Hatte ich nicht selbst immer wieder meinen Fuß unter dem Zaun der USA-Residenz geschoben? Nur um einmal im Leben das Gefühl zu haben, " den Boden der USA " zu betreten. Mir fielen auch die widersprüchlichen Gefühle ein, die das deutlich hörbare Flattern der Fahnen auf dem Dach des Reichstagsgebäudes im März 1986 bei mir und meinen Begleiter auslösten. Signale aus einer anderen, nahen und doch so fernen Welt. Und nicht zuletzt-gehörte es nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen einiger WKM-Polizisten über den Kanal 1 des Handfunkgerätes heimlich die Gespräche des Westberliner Autotelefonnetzes mitzuhören?

Jetzt konnte ich nur darauf hoffen, dass der Vorfall unbemerkt geblieben war. Niederschönhausen ist nicht Berlin-Mitte. Aber auch nicht das Oderbruch. Irgend jemand konnte immer etwas gehört oder gesehen haben. In den kommenden Tagen rechnete ich stets damit, zum Wachabteilungsleiter gerufen zu werden. Sollte es soweit kommen, nahm ich mir mich auf die Dienstvorschriften des WKM zu berufen. Ich hatte mein Schutzobjekt verlassen und musste so schnell wie möglich wieder zurück. Basta!
Soweit kam es aber nicht. Wir hatten beide Glück. Der unbekannte "Krakeeler" und der "pflichtvergessene" Volkspolizist. Gott, oder wem auch immer, sei Dank!

Am Mittwoch den 30.09. 1987 war es dann endlich soweit. Auf Lastkraftwagen ging es vom Hof der WKM-Dienststelle in Blankenfelde gegen 15:00 Uhr zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Der, im Gegensatz zu dem eher beschaulichen Niederschönhausen, zu den (Ost)Berliner Problemzonen gehörte.
Wer im " Prenzelberg" lebte, dem haftete schon von Hause aus ein Hauch von Dekadenz an. Die grauen Altbauten mit ihren Hinterhöfen hatten bereits Anfang des Jahrhunderts den bekannten " Milieu-Maler" Heinrich Zille zu immer neuen Kunstwerken inspiriert. Jemand wie ich, der lichte menschenleere Weiten liebt, konnte Zilles Mileu allerdings nichts abgewinnen.
Mühsam quälten sich die " W 50" durch den Stadtverkehr. Fünfundvierzig Minuten benötigte die kleine Kolonne für eine Strecke von wenigen Kilometern. " Bloß gut, dass die DDR-Bürger achtzehn Jahre auf ein Auto warten müssen. Ansonsten würden wir überhaupt nicht vom Fleck kommen", witzelte VP-Hauptwachtmeister Gerd Sch., als der W 50 wieder einmal erst im dritten Anlauf eine Ampelkreuzung überqueren konnte. " Die Partei hat eben alles klug bedacht", konterte VP-Obermeister Jochen Fr., dem die Spitzen des Hauptwachtmeisters auf die Nerven gingen.

Gegen 15:45 Uhr trafen wir vor dem Stadion ein. Während unser "WAL" Kontakt zur Einsatzleitung aufnahm, sogen wir die besondere Atmosphäre geradezu gierig ein. Bereits jetzt, eine gute Stunde vor dem Anpfiff, glich das Umfeld des Sportparks einem Hexenkessel. Massenhaft strömten Fußballfans jeden Alters dem Eingang entgegen. Trommelwirbel, Trompetenklänge und laute Gesänge brachten die Luft zum Vibrieren. Und unsere Nerven zum Zittern. Als Junge hatte ich meinen Vater und meinen Onkel einmal in das "Vorwärts-Stadion" in Frankfurt (Oder) begleitet. Für einen damals elfjährigen ein bleibendes Erlebnis. An das mich die eindrucksvolle Atmosphäre sofort erinnerte.
Während des Spiels in Frankfurt (Oder) ereignete sich jedoch, neben all dem positiven, ein Vorfall den ich ebenfalls nicht vergessen konnte: Auf der Tribüne hatten die gegnerischen Fans Feuerwerkskörper gezündet. Eine Gruppe von Polizisten schritt dagegen ein, wobei sich eine heftige Prügelei entwickelte. Einer der jungen Polizisten, möglicherweise ein wehrpflichtiger Bereitschaftspolizist, ging dabei zu Boden. Dabei verlor er seine Dienstmütze, die sich dann die Randalierer johlend, wie eine Trophäe, zuwarfen. Fußballrowdies gab es schon in den Siebziger Jahren auch schon in der DDR. Auch wenn man sie dort noch nicht " Hooligans" nannte. Meine Freundin, im "fernen" Libbenichen fürchtete jedenfalls um meine Gesundheit. Ganz gegen ihre Gewohnheit, wollte sie das Spiel, in der aberwitzigen Hoffnung mich zu sehen, sogar selbst am Fernseher verfolgen.

Nach zehn Minuten kehrte unser Hauptmann vom Befehlsempfang zurück. Dem Offizier waren derartige Einsätze nicht neu. Ruhig und souverän wie immer, ließ er die Abteilung zunächst antreten. Dann teilte er den Gruppen die jeweiligen Aufgaben zu. Ich gehörte zu einem Trupp, der am Stadioneingang zunächst die so genannten "Taschenklopfer" bei der Einlasskontrolle unterstützen sollte. Anschließend hieß es auf den Rängen die Fanblöcke zu trennen. Aufgaben wie diese rochen geradezu nach Aktion und Abenteuer. Genau das richtige für einen 23-jährigen Polizisten!

An dieser Stelle sei mir eine kurze Erklärung bezüglich der "Taschenklopfer" erlaubt: Der BFC Dynamo war bekanntlich die "Hausmannschaft" de Ministeriums für Staatssicherheit und ihres Ministers Erich Mielke. Dementsprechend sorgte das MfS bei den Spielen des BFC selbst für Ordnung und Sicherheit im und vor dem Stadion. Zum Beispiel im Eingangsbereich. Dort "klopften" in weinroten Dynamo-Trainingsanzügen gewandete Angehörige des Wachregimentes " Felix Dscherzinsky" die Eintretenden stichprobenartig nach verbotenen Gegenständen ab. Während eines gemeinsamen Postendienstes erzählte mir einmal ein Unteroffzier von "Felix", dass er während solcher Aktionen des Öfteren von Fußballfans gefragt wurde, " ob die Durchsuchungskräfte von der VP oder von der Stasi wären." Selbstverständlich "verleugneten" die "Taschenklopfer" ihre wahre Herkunft. " Wir kommen vom zuständigen VP-Revier. Was glaubt ihr denn?" " Wat, nich von der Stasi?", lautete regelmäßig die im hörbar enttäuschen Ton vorgetragene Nachfrage. Offenbar legten einige großen Wert darauf, " von der Stasi durchsucht worden zu sein." Manche "Heldengeschichte" dürfte hier ihren Anfang genommen haben.

Besondere Vorkommnisse gab es am Stadioneingang nicht. Pünktlich um 17:00 Uhr pfiff der britische Schiedsrichter Bob Valentine das Spiel an. Die mitreißende Atmosphäre vor dem Stadion erwies sich lediglich als " behutsame" Einstimmung auf das nun kommende. Rhytmisches Klatschen, Gesänge und immer wieder anfeuernde Rufe. Neben deutschen Klängen drangen immer wieder französische Laute an mein Ohr. Soviel " Weltoffenheit" erlebte der " Jahn-Sportpark" gewiss nicht alle Tage.
" Ob der Schiedsrichter auch solange spielen lässt, bis der BFC ein Tor geschossen hat? Oder endet das Spiel diesmal nach der regulären Zeit?", frozzelte Hauptwachtmeister Gerd S. erneut. " Halt bloß die Klappe, Mensch!", herrschte ihn Obermeister F. kopfschüttelnd an.
Die erste Halbzeit endete Torlos. Nach dem Wechsel, in der 58. Minute, ging Bordeaux in Führung. Die aus tausenden Kehlen lautstark bejubelt wurde. Freuten sich wirklich nur die Anhänger von Girondins Bordeaux über das 1:0? Nein. DDR-Bürger, an ihrer Kleidung und den Gesängen als solche unschwer erkennbar, lagen sich nach dem Treffer von Vujovic überglücklich in den Armen. Einige BFC-Spieler, vor allem Torwart Bodo Rudwaleit und Reiner Ernst, " durften" sich die gesamte Partie über an eigens auf ihre Personen gemünzte Spottrufe "erfreuen". " Bodo Eierkopp" gehörte dabei noch zu den "freundlicheren Beiträgen".
Girondins Bordeaux, der Gast aus Frankreich, führte die sieggewohnten Berliner regelrecht vor.
Auf der Tribüne, ein paar Meter von unserem Standort entfernt, wütete ein BFC-Fan ganz besonders. Mit lauter, sich überschlagender Stimme, forderte er den " lahmen Säcken endlich Beine zu machen." In dieser Art und Tonlage ging es unentwegt weiter. Mich wunderte dabei, mit welchem Interesse sowohl die auf den Rängen platzierten Polizisten als auch die MfS-Mitarbeiter den Tiraden des offenbar fanatischen Fußballfans folgten. Einige bissen sich vor Lachen auf die Lippen. Schließlich, im Anschluss an einen erneuten "Donnerschlag" aus dem Mund des unsichtbar Tobenden, entschlüpfte mir die eigentlich naheliegende Frage: " Mensch, was ist denn das für ein Idiot?" Einer der "Felixe" grinste mich daraufhin breit an und bedeutete mir im schönsten Berlinerisch: " Det sollteste aber nich so laut sagen. Der Idiot is nämlich unsa Minister Erich Mielke."

Ach du Scheiße. Fettnäpfe wie diese schienen wohl für mich reserviert zu sein. Drei Minuten vor Schluß markierte Ferreri das 0:2. Unweit der Berliner Trainer-Bank ging ein Blitzknaller krachend nieder. " Das war Trainer Bogs. Der hat sich erschossen", kommentierte einer der Polizisten unter dem verhaltenen Gelächter der anderen. In der Haut von Jürgen Bogs hätte in diesem Moment wohl niemand stecken wollen. Zumal der "Idiot" auf der Tribüne nun endgültig wie ein Berserker wütete. Mit hängenden Köpfen verließ die geschlagene Berliner Elf den Platz. Der Traum vom Gewinn des Europokals der Landesmeister dürfte wohl ausgeträumt sein.

Für uns hieß es nun den Abgang der Fans zu sichern. Aber nicht nur den der eigentlichen Fans, sondern auch den der " VIP". Meine Gruppe erhielt den Befehl uns zu einem nahen Parkplatz zu begeben. Dort sollten wir gewährleisten, dass die dort parkenden " leitenden Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit" ungehindert mit ihren PKW abfahren können.
Auf dem ersten Blick eine leichte Aufgabe. Bei unserem Eintreffen stießen wir jedoch auf eine größere Menschenmenge. Als die " leitenden Mitarbeiter", keine Ahnung um wem es sich dabei konkret gehandelt hatte, in ihre Autos stiegen und vom Parkplatz fahren wollten, reagierten die versammelten Menschenmassen mit einem grellen Pfeifkonzert und unüberhörbaren Buhrufen. Die hohen Stasi-Mitarbeiter fuhren nämlich ohne Ausnahme Fahrzeuge der Marke Citroen. Mittelklassewagen, die heute keinen Neid mehr erregen würden.
1987 sah die Welt jedoch noch völlig anders aus. " Die Kommunisten fahren West-Autos und der normale DDR-Bürger muss zwanzig Jahre auf einen Trabbi warten", empörte sich jemand aus dem sicheren Schutz der Massen heraus. " Und die Bullen schützen die Schweine auch noch. Schande auf euch", kreischte eine Frauenstimme.
Während wir Polizisten den Frust der Bevölkerung zu spüren bekamen, rollten die Obristen, Generäle, wer oder was auch immer, gut abgeschirmt, ohne das Geschehen zu bemerken, davon.
In der folgenden Nacht konnte ich lange nicht schlafen. Die Ablehnung und der Hass von Teilen der eigenen Bevölkerung beschäftigten mich sehr. Ich ahnte nicht, an diesem Tag Zeuge eines Wetterleuchtens geworden zu sein. Vorbote eines Sturmes, der zwei Jahre später die gesamte DDR aus den sicher geglaubten Fugen reißen sollte.


Wird fortgesetzt



Gruß an alle
Uwe




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zuletzt bearbeitet 26.11.2017 19:05 | nach oben springen

#405

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 11:30
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Die unterschlagene Pralinenschachtel

Langsam aber sicher neigte sich das Jahr 1987 seinem Ende entgegen. Noch sieben Monate, dann werde ich hier im WKM endgültig die Segel streichen. Ich konnte es kaum noch erwarten. Mittlerweile hatte ich so viel Routine, um mir die öde Wachdienstzeit mit dem Lesen von Krimis und Radiohören zu "versüßen". Man durfte sich dabei jedoch keineswegs erwischen lassen. Gefahr drohte regelmäßig von Kontrollstreife laufenden Gruppen oder Zugführern. Zumindest theoretisch. Praktisch funktionierte das auf rhythmische Klopfzeichen im Funk basierende " interne Warndienst" relativ zuverlässig. Ich kann mich jedenfalls an keinen einzigen Fall erinnern, bei denen einer der Posten bei einer verbotenen Ablenkung erwischt wurde. Was im Einzelfall allerdings " kaderpolitische Konsequenzen" nach sich gezogen hätte.
Besonders beim Radiohören. Denn bei den Wachtmeistern der 4. Wachabteilung Pankow (B) erfreute sich vor allem der Sender " 100,6" einer großen Beliebtheit.

Dieser sendete jedoch von der anderen Seite des " Antifaschistischen Schutzwalls", sprich aus Westberlin. Also, aus dem "Feindesland". Zu jener Zeit galt der Empfang von "Westsendern", selbst in der Freizeit noch als Verstoß gegen die Geheimhaltungsordnung. Als ob man dem Radiomann irgendwelche Geheimnisse hätte verraten können. Hätte ein Verstoß in der Freizeit noch ein " freundschaftliches Du, Du" nach sich gezogen, wären die Folgen im Dienst wohl schwerwiegender gewesen. Übrigens hörten nicht nur die im Bereich der diplomatischen Objekte eingesetzten Volkspolizisten verbotenerweise im Dienst den "Feind ab". Auch bei den überwiegend sehr jungen MfS-Mitarbeitern gehörten Radios quasi zur persönlichen Ausrüstung. Anders als die VP, zog die Staatssicherheit jedoch RIAS 2 vor. Der auch als " Alter Ami" bekannte Moderator Rik De Lisle verfügte bei einigen Mitarbeitern über einen regelrechten Kultstatus.

Mir ist bewusst, dass solche Schilderungen bei einigen Lesern Zweifel hervorrufen. Allein schon weil sie den üblichen Klischees widersprechen. Man sollte sich aber vor Augen halten, dass wir damals nicht nur " stramme Vopos" oder " Stasis", sondern irgendwie auch völlig normale junge Leute waren. Ich selbst zählte damals 23 Lenze. Das Durchschnittsalter der vor den diplomatischen Objekten tätigen MfS-Mitarbeitern lag bei etwas über zwanzig Jahren. Zumal der überwiegende Teil von ihnen dort lediglich einen dreijährigen Wehrdienst leistete. Wenn auch in besonderer, geheimer Mission.

Neben den erwähnten "Frechheiten" leistete ich mir während eines Spätdienstes vor der Residenz des iranischen Botschafters, eines grauen Abends einen weiteren Regelverstoß. Auf Grund der angespannten politischen Lage im Iran und der sich dadurch ergebenen latenten Bedrohungslage, musste dieser Posten seit einiger Zeit doppelt besetzt werden. An jenem Abend, draußen regnete es wie aus Eimern, hockte ich mit Hauptwachtmeister Siegfried G. im Postenhaus. Siegfried gehörte zu den gutmütigsten aber auch ängstlichsten Menschen die mir je begegnet sind. Radiohören oder Lesen kam für ihn nicht in Frage. Auch sonst hielt er sich stets buchstabengetreu an die Dienstvorschriften. Hauptwachtmeister G. trank auch keinen Alkohol, obwohl er bereits mehrere Jahre im VP-Wohnheim Biesdorf lebte. Ein Umstand, der im WKM bereits alleine ausreichte jemanden zum Exoten abzustempeln.
Als wir beide nebeneinander hockend nach draußen starrten, ging plötzlich die Tür des Postenhauses auf. Erschrocken versuchte ich das Radio zu verstecken. Der Schrecken erwies sich jedoch als völlig unnötig-Vor uns stand keine Kontrollstreife, sondern die Gattin des iranischen Botschafters. In der rechten Hand hielt sie eine riesige Pralinenschachtel. Wie die Aufschrift verriet, stammte das edle Naschwerk nicht etwa aus einem DDR-Süßwarenkombinat, sondern aus der für uns so fernen, unerreichbaren Schweiz. " Im Namen der Republik Iran möchte sich unsere Botschaft bei ihnen mit diesem kleinen Geschenk für die von ihnen geleistete Arbeit bedanken", intonierte die persische Schönheit im besten Deutsch.
Entsprechend der Vorschrift bedankten wir uns artig. Im Gegensatz zu den bei der Polizei üblichen Gepflogenheiten waren die Posten des WKM sogar verpflichtet Präsente aus der Hand von Diplomaten anzunehmen. Nicht auszudenken, wenn wir der Dame aus dem Morgenland die Annahme verweigert hätten. Diplomatische Verwicklungen zwischen (Ost)Berlin und Teheran wären eine durchaus denkbare Option gewesen. Allerdings durften die derart großzügig beschenkten Volkspolizisten die ihnen übergebenden Aufmerksamkeiten keinesfalls behalten. Die Vorschrift besagte, dass Diensthabende unverzüglich telefonisch über das " freudige Ereignis" in Kenntnis zu setzen ist. Spätestens nach der Rückkehr in die Dienststelle musste das Geschenk einem Offizier übergeben werden. Offiziell galt diese Vorgehensweise gar als fürsorgliche Maßnahme seitens des Dienstherren. Schließlich könnte ja irgend ein böser Geheimdienst die verschenkten Genussmittel vergiftet haben. Aus diesem Grund musste der Krempel, zumeist teure Schokolade oder Spirituosen, in einem DDR-Labor untersucht werden. Kein Witz-dieser Blödsinn wurde uns allen Ernstes aufgetischt! Da ich jedoch durch meine Tätigkeit als stellvertretender FDJ-Sekretär der Wachabteilung an so manch durchaus opulenter Feier im Kommando in Kaulsdorf teilnehmen durfte, wusste ich ganz genau wohin das Zeug wanderte-In die Mägen der höheren Offiziere. Und zwar Originalverpackt, ohne vorherige Kontrolle in irgend einem Labor.
Gerade als Siegfried zum Telefonhörer greifen und den Diensthabenden verständigen wollte, ließ ich das Paket in meiner Aktentasche verschwinden. " Du willst die Pralinen doch nicht etwa behalten?", rief er ungläubig aus. " Ja, ich will", antwortete ich wie auf dem Standesamt. " Und die hältst bitte die Klappe. Die Pralinen schmecken mir und meiner Freundin sicherlich auch." " Also, wenn das rauskommt...... Also, ich weiß von nichts", greinte der Hauptwachtmeister voller Sorge um die mögliche Folgen. " Mensch Siggi, bleib doch mal locker", versuchte ich ihn zu beruhigen.
Nach der Ablösung gelang es mir die edlen Pralinen aus der Dienststelle ins Wohnheim und dann einige Tage später zu meiner damaligen Freundin und künftigen Ex-Frau in Personalunion, zu schmuggeln. Was soll ich sagen? Die Pralinen haben super geschmeckt, wir leben beide heute noch und ich hatte keine einzige Sekunde auch nur den leisesten Anflug eines schlechten Gewissens.

Eigentlich hätte ich den Verstoß gegen die geltenden Vorschriften überhaupt nicht nötig gehabt. Da ich über ein für DDR-Verhältnisse geradezu üppiges Gehalt verfügte, noch dazu kostenlos im Wohnheim lebte, konnte ich mir regelmäßig den Einkauf in einem " DELIKAT-Laden" leisten. Für alle die mit diesem Begriff nichts, oder nichts mehr anfangen können: In Läden dieser Art gab es alles, was es heute in jeder Kaufhalle gibt. Nur eben für überhöhte Preise. Während normale DDR-Läden von dem dortigen Angeboten nur träumen konnten. Wie eben auch viele Arbeiter und Bauern.
Die Gewissheit über viel Geld zu verfügen, schadet durchaus dem Charakter. Auch bei mir machten sich leichte Anzeichen einer gewissen "Großkotzigkeit" bemerkbar. Und zwar immer dann, wenn ich vor einer Heimfahrt, in den " DELI" am Berliner Ostbahnhof einkehrte, um diesen dann nach einiger Zeit mit ein paar prall gefüllten Plastiktüten nach einiger Zeit wieder zu verlassen. Als ein kleines Mädchen bei meinem Anblick im Eisenbahnabteil voller Entzücken " Gucke mal Mama-Der Onkel ist bestimmt aus dem Westen" ausrief, fühlte ich mich sogar ein wenig geschmeichelt. Heute weiß ich selbst, dass ich mich wohl besser geschämt hätte.

Weihnachten 1987 stand Tagschicht auf dem Dienstplan. Ich würde also die Festtage nicht Zuhause bzw. bei meiner Freundin, sondern im Dienst und dann Abends im Wohnheim verleben. Dieses Gefühl war mir durchaus nicht unbekannt. Während meines Grundwehrdienstes hatte ich drei Jahre zuvor schon einmal ein Weihnachtsfest "fern der Heimat" verbracht. Der Gedanke an ein paar dienstfreie Tage zum Jahreswechsel tröstete mich ein wenig über die Misere.
Dennoch erlebte ich den 24. Dezember in einem beklemmenden Dämmerzustand. Zunächst als Einzelposten vor der Botschaft von Sambia. Dann im Wohnheim. Mein Zimmergenosse befand sich im Urlaub. Niemals hätte ich für mich gehalten, dass ich den dauerquasselnden Sachsen irgendwann mal vermissen würde. An einem Abend wie diesem fehlte mir der Kerl tatsächlich. VP-Meister Rainer P., der in der Nachbarwohnung lebte, "feierte" ebenfalls alleine Weihnachten. Wobei feiern bei ihm einen völlig anderen Stellenwert besaß. VP-Meister P. feierte gewöhnlich bei jeder Gelegenheit. Im Klartext: Er zählte zum Heer der Alkoholkranken, die anderswo als im Wachkommando Missionsschutz längst hochkant aus dem Polizeidienst geflogen wären. Dennoch spielte ich mit dem Gedanken, Rainer einen Besuch abzustatten. Seine Tür stand einen spaltweit offen. Ich sah ihn lallend durch die Bude torkeln. Angewidert schloss ich die Tür. Nein, auf solch eine Gesellschaft konnte ich gerne verzichten. Was wohl nach der Wiedervereinigung aus ihm geworden sein mag?

Wird fortgesetzt


Gruß an alle

Uwe


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thomas 48, Lutze, Ehli, Rothaut, diefenbaker, jollentreiber, EK87II und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#406

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 11:44
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Hallo,

ab und zu gehen wirklich die Pferde durch.

Was hattest Du denn mit Anfang 20 für ein üppiges Gehalt ? So hoch dürfte dies auch nicht gewesen sein. Und mir ist auch nicht bekannt, dass entsprechende Geschenke / Lebensmittel durch was auch immer kontrolliert wurden.



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#407

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 11:53
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@Alfred
1. 1400 Mark der DDR können durchaus als vergleichsweise üppiges Gehalt gelten. Als Vergleich: In meinem erlernten Beruf als Fischer in einem Karpfenzuchtbetrieb fanden sich am Monatsende knappe 480 Mark in der Lohntüte.

2. Schön, dass du auch mal von etwas noch nie gehört hast. Studiere bitte schön weiter meine Beiträge. Denn lesen bildet gewöhnlich

Gruß Uwe


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#408

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

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Uwe,

ich kenne Deine Beiträge schon.

Für mich sind da aber einige - ich formiliere dies mal vorsichtig - Schriftstellerische Freiheiten enthalten. Aber mach mal , es liest sich immer ganz nett.

1400,00 Mark konnte man in der DDR mit entsprechenden Zuschlägen auch in der Wirtschaft erhalten.

Was ein Fischer Ende der 80 iger bekommen hat, wenn er Facharbeiter war, kann ich nicht einschätzen. Die üblichen Facharbeiterlöhne lagen aber Ende der 80 iger Jahre wesentlich höher als 480,00 Mark.

Auch die Ausführungen zu Mielke bei dem genannten Fussballspiel teile ich absolut nicht. Ich habe Mielke bei zig Fussballspielen auf der Ehrentribüne aus nächsten Nähe erlebt. Nicht ein mal habe ich Mielke so erlebt, wie Du dies hier beschreibst. Auch nicht beim Spiel gegen Bordeaux. Er hatte sich da stets unter Kontrolle, saßen ja gerade bei internationalen Spielen auch internationale Gäste auf der Ehrentribüne.



zuletzt bearbeitet 01.01.2018 12:20 | nach oben springen

#409

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 13:25
von Merkur | 1.232 Beiträge | 886 Punkte
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@ABV schreibt:
"Zumal der überwiegende Teil von ihnen dort lediglich einen dreijährigen Wehrdienst leistete. Wenn auch in besonderer, geheimer Mission."

Wie meinst Du das bzw. was sollen das für Wehrdienstleistende gewesen sein?



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#410

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:12
von Andre311 | 56 Beiträge | 101 Punkte
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Na vielleicht die Genossen vom Wachregiment FD, das waren doch ein paar Tausend Mann,die brauchten ja auch Beschæftigung.



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#411

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:26
von Lutze | 9.285 Beiträge | 6451 Punkte
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Ich ahne schlimmes,Alfred hatte bestimmt weniger "verdient"
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#412

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:33
von ABV | 4.330 Beiträge | 1021 Punkte
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Abschied vom WKM

1988. Endlich! In wenigen Monaten würde ich endlich ein " richtiger Polizist" im heimischen Seelow sein. Ich begann bereits die Wochen und Tage bis zu meinem Abschied zu zählen.
Während ich mich innerlich auf mein neues Leben nach dem WKM vorbereitete, verschärften sich die inneren Widersprüche immer deutlicher. Längst gehörte der Spruch " Der Druck auf die Staatsgrenze verschärft sich immer mehr", zum Standartrepertoire des Wachabteilungsleiters bei den Einweisungen. Pankow, Blankenfelde, der gesamte Bereich unserer Wache befand sich in unmittelbarer Nähe zur " Berliner Mauer", damals im offiziellen Sprachgebrauch "Staatsgrenze" genannt.
Die Posten waren angehalten, besonders in den Nächten auf verdächtige Personen, sprich potentielle " Grenzverletzer" zu achten.
Darüber hinaus musste sich das WKM Ende 1987 gewissermaßen in eigener Sache um den Fall eines vorbereiteten Grenzdurchbruchs beschäftigen. Noch dazu mit einem Fall, der durchaus unter die Kategorie " Terroristisch" fiel.

Was war geschehen? VP-Hauptwachtmeister Ingolf M. , bis dato bei den " Zentralen Einsatzkräften" im Kommando Kaulsdorf tätig, war unter einem Vorwand in das Dienstzimmer von Oberst Benno Tuczek, dem Leiter des WKM, bestellt und dort vom MfS verhaftet worden. Dem Hauptwachtmeister wurde vorgeworfen, " Kopf einer kriminellen Bande" zu sein. Als solcher hatte er angeblich geplant, zusammen mit anderen, unter Ausnutzung seiner internen Kenntnisse, zunächst einzelne WKM-Posten in unserem Wachenbereich zu überfallen, um an die Waffen der Polizisten zu kommen. Anschließend sollte die WKM-Wache selbst überfallen werden. Aus der dortigen Waffenkammer wollten die Banditen, ich muss hier wieder das Wörtchen angeblich einfügen, außer dem Statement unserer Vorgesetzten ist mir keine weitere offizielle Aussage dazu bekannt, Maschinenpistolen entwenden. Schlussendlich wollte die Gang derart schwer bewaffnet, zu der nur wenige hundert Meter entfernten "Staatsgrenze" vorrücken und sich den Weg nach Westen gegebenenfalls frei schießen. Das der Plan nicht zur Ausführung kam, verdankten wir einem weiblichen Mitglied der Bande. Diese hatte sich, offenbar von Skrupeln geplagt, " vertrauensvoll an die Sicherheitsorgane" gewandt.
Mag sein. Oder auch nicht. Ich habe bis heute nie wieder etwas über die Angelegenheit gehört. Es gab jedoch nicht wenige, die Hauptwachtmeister Ingolf M. eine solche Tat durchaus zutrauten. Die Worte " Undurchsichtig" und " Schmierig" genügen voll und ganz zur Beschreibung seines Charakters. Es gehörte zu den offenen Geheimnissen im WKM, dass M. Kontakte zu Kriminellen im " Prenzlauer Berg" unterhalten soll. Wie gesagt: Soll! Beweisen konnte man ihm diese Verbindungen bislang nicht. Ich selbst hatte mit ihm unzählige Nächte vor der Residenz des USA-Botschafters verbracht. Und dabei viele intensive Gespräche geführt. Mich hatte seine laxe Einstellung zum Polizeiberuf schon damals sehr gewundert. Dazu gehörte auch sein ungepflegtes Äußeres.
Er wollte mich auch immer wieder zu einem Schläfchen im Postenhaus verführen. " Ich passe schon auf, dass keiner kommt", hatte er mir immer wieder zugesichert. An diese Worte dachte ich nun mit leichtem Schauer. Ungeachtet der Brisanz des Falles, immerhin ging es hier um geplante Überfälle auf Volkspolizisten, einen Grenzdurchbruch und möglicherweise auch um Schusswaffengebrauch. Und das alles unter Führung eines Volkspolizisten. Dennoch schweigen sich die offiziellen Quellen bis heute über Ingolf M. aus. Vielleicht bringt ja ein Ende Januar 2018, unter anderem von Benno Tusczek verfasstes Buch über die Arbeit des WKM endlich Licht ins Dunkle? Ich habe das Buch bereits bestellt und werde ich entsprechend darüber berichten.

Die "Staatsgrenze" zu Westberlin und der BRD stellte jedoch nur ein von vielen Problemen dar, die in der DDR in jenen Tagen wie ein Eitergeschwür aufbrachen. Wie üblich war auch unsere Wachabteilung wieder mitten drin:
Am 10. Januar erreichte unserem Wachabteilungsleiter die Mitteilung, dass die Abteilung am kommenden Sonntag zur Absicherung der traditionellen " Luxemburg / Liebknecht-Demo" in Berlin-Friedrichsfelde eingesetzt wird. Damit konnten wir das eigentlich freie Wochenende " knicken". Für mich quasi der Super-GAU schlechthin. Meine Freundin würde auf die obligatorische Lieferung aus dem " DELI" verzichten müssen. Und ich auf andere, inzwischen sehr liebgewonnene " delikate Sachen"

Außerdem-Luxemburg / Liebknecht das roch ja geradezu nach Routine und Langeweile. Nur eben ohne Krimis und " 100,6". Dafür jedoch im Blickfeld der "Großkopfeten". Was in aller Welt soll denn bei solch einer Demonstration passieren?
Zwei Tage später erging die Weisung, dass sich die Abteilung an diesem Tag Zuhause in Alarmbereitschaft aufhalten soll. Für uns "Heimkinder" hieß das "Stubenarrest". Wider Erwarten wurde der Befehl jedoch kurz vor dem Wochenende wieder aufgehoben. Die Anzahl der benötigten Kräfte wurde reduziert. Am Einsatz sollten nur jene teilnehmen, die in Berlin wohnten. Alle anderen durften nach Hause fahren.
Zur großen Überraschung aller entpuppte sich der vermeintliche Routineeinsatz jedoch als ein Ereignis von historischer Tragweite. Zum ersten Mal hatten sich in den Demonstrationszug auch Bürgerrechtler ( offiziell Staatsfeinde genannt", eingereiht. Ein von ihnen mitgeführtes Plakat trug das Luxemburg-Zitat " Freiheit, ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden". Obwohl der Ausspruch von einer Ikone des Sozialismus stammte, fühlte sich die DDR-Staatsführung über alle Maßen provoziert.
Es kam zu mehreren Festnahmen. Alles weitere setze ich als bekannt voraus.

Bei den Teilnehmern des Einsatzes herrschte anschließend innerhalb unserer Abteilung tiefe Verwirrung. Einige waren von uns waren zur Bewachung der "Zugeführten" Bürgerrechtler zum Einsatz gekommen. Hinter vorgehaltener Hand, aber eben wie immer nicht offen, zollten die Volkspolizisten den Bürgerrechtlern tiefen Respekt. Der Umstand das ihnen ausgerechnet ein Sinnspruch von Rosa Luxemburg zum Verhängnis geriet, sorgte auch im WKM für Verwirrung und Betroffenheit.
Major F., der Politoffizier unserer Dienststelle, wand sich bei verschiedenen Erklärungsversuchen buchstäblich wie ein Aal auf dem Trockenen. " Genossen, das eines mal klar ist", blaffte er bei der anschließenden Parteiversammlung, " diese so genannten Bürgerrechtler haben das Zitat von Rosa aus dem Zusammenhang gerissen. Und dadurch sinnentstellt." Der Politoffizier verriet uns aber nicht, aus welchem konkreten Zusammenhang das Zitat nun wirklich stammte.
Ähnlich fatal geriet der Versuch einer Auseinandersetzung mit dem Begriff Freiheit: " Was für eine Art Freiheit meinen diese Verbrecher eigentlich? Die Freiheit unter der Brücke zu schlafen? Die Freiheit nicht mehr arbeiten zu müssen, weil einem der Arbeitsplatz schlicht gekündigt wurde? Oder die Freiheit an einer Überdosis Drogen elend zu verrecken?"
Mit anderen Worten: Major F. hatte überhaupt nichts begriffen! Derweilen gingen die Diskussionen in kleinen Gruppen weiter. Wir wollten eine Antwort, aus welchen Gründen plötzlich selbst eine Rosa Luxemburg nicht mehr zitiert werden darf. Diese Antwort blieb man uns jedoch schuldig. Konnte es einen sichtbareren Ausdruck für die Gültigkeit des "anstößigen" Luxemburg-Zitates geben? Ich muss aber betonen, dass ich das damals selbst noch nicht so gesehen habe!

Im täglichen Dienst kam es immer wieder auch zu Neckereien und Streichen. Einer dieser Streiche, der wiederum durchaus auch hätte anders ausgehen können, traf an einem späten Samstagabend den baumlangen VP-Meister Horst Z. Genannt Vaclav. VP-Meister Z. war ein leidenschaftlicher Modelleisenbahnfreak. Während des Dienstes, aber auch in den Pausen in der Wache, quälte er jeden mit detaillierten Schilderungen seines "Spielzeugs". Horst galt obendrein als, gelinde ausgedrückt, ein wenig begriffsstutzig. Er benötigte gewöhnlich mehr Zeit als andere, um einen Sachverhalt zu erfassen und die notwendigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.
An dem besagten Samstagabend trank Horst zunächst während der Pause einen Kaffee in der Kantine. Beiläufig erwähnte er im Gespräch mit dem Fourier, einem stets zu Streichen aufgelegten Vogtländer, anschließend den Fernsehraum aufsuchen zu wollen. Gewöhnlich kein großes Ding. Der Koch, Spitzname "Hunki", schlich jedoch auf Zehenspitzen in den zu diesem Zeitpunkt leeren Fernsehraum. In dem dort aufgestellten Schwarz-Weiß-Gerät lief gerade im DDR-Fernsehen die beliebte Sendung " Klock acht, Achtern Strom." Kurz bevor "Vaclav" den Fernsehraum betrat, fummelte Hunki mit ein paar Griffen am Gerät herum. Von einer Sekunde auf die andere tummelten sich nicht mehr Rica Deus, Horst Köbbert und Peter Borgelt unter Shanty-Gesang auf der Bildfläche, sondern James Bond. Alias Sean Connery.
VP-Meister Z. nahm jetzt auf einem der Stühle Platz. Grinsend begab sich Hunki zurück in die Küche, wo er die anderen "Freiposten" einweihte. Ganz wohl war uns dabei freilich nicht. Dennoch ließen wir uns das Schauspiel nicht entgehen. Unser Vaclav schaute noch immer auf die Glotze. Wortlos verfolgte er die Handlung. Selbst das unübersehbare Sendezeichen der ARD fiel ihm nicht auf. Stutzig wurde er erst, als sich Agent 007 in einer Szene seinem Gegenüber als James Bond, Geheimagent ihrer Majestät, vorstellte. " Watten, zeigen die bei uns jetzt schon James-Bond-Filme im DDR-Fernsehen?", wunderte er sich lautstark. " Warum nich", fiel Hunki im schönsten Sächsisch ein, " seitdem der Jenosse Honecker zu Besuch in der Bundesrepublik war, wird auf Annäherung der Systeme gesetzt. Hast wohl noch nie was von Glasnost und Perestroika gehört, mein Horstilein?" " Doch. Na klar, habe ich davon jehört. Aber James Bond? Man kann es auch übertreiben. Die Jenossen lassen sich aber auch wirklich jeden Scheiß aufdrücken."
Nach diesen Worten schafften wir es nur mit Mühe und Not den Raum zu verlassen, ohne lauthals los zu lassen. Vaclav hatte wieder einmal nichts bemerkt. Hunki konnte den Streich, der nur wegen einer momentanen Abwesenheit des Wachabteilungsleiters und der Gruppenführer möglich war, als Erfolg verbuchen.

Die letzten Monate in Berlin wollten und wollten nicht vergehen. Ende Mai war der seit Jahren ersehnte Tag endlich gekommen. Zuvor musste ich mich noch im Kommando Kaulsdorf abmelden. Ausdrücklich wurde ich noch einmal per Unterschrift darauf hingewiesen, über alle mir während meiner Dienstzeit im WKM bekannt gewordenen Dinge, auch gegenüber den Volkspolizisten in Seelow, strengstens Stillschweigen zu wahren. Ganz besonderen Wert legte die Führung in Kaulsdorf darauf, dass niemanden außerhalb des WKM zu Ohren kommt, dass seitens des Missionsschutzes Aktivitäten von westlichen Diplomaten registriert werden. Womit die DDR täglich, " im Interesse der staatlichen Sicherheit", gegen die " Wiener Konvention" verstieß.
Noch eine kurze Audienz beim Wachenleiter, dann stand ich vollbepackt wie ein Esel zum letzten Appell bereit. Feierlich verabschiedete mich der Wachabteilungsleiter. Ein letztes Mal trank ich in der Küche noch einen Kaffee, schüttelte Hände, blickte in vertraute Gesichter. Draußen vor dem Objekt wartete ich dann auf den Bus der mich zum S-Bahnhof nach Pankow bringen sollte. Bis zur Abfahrt blieben mir noch ein paar Minuten Zeit. Versonnen schaute ich auf die Ansammlung von Baracken zurück, die sich WKM-Wache Pankow (B) nannte. Ich sah noch einmal den großen Funkmasten vor dem Hauptgebäude. Der Barkas mit den "Ablösern" verließ das Tor. Zu meinem Abschied zelebrierte der Fahrer ein lautes Hupkonzert. " Wenn du in der Gegend bist, dann lass dich mal wieder hier blicken", rief er mir aus dem geöffneten Fenster zu, während mir die Mitfahrer zuwinkten. Verdammt! Jahrelang hatte ich mich auf diesen Moment gefreut. Und nun habe ich einen doch einen dicken Kloß im Hals.
Brummend näherte sich aus Richtung Schildow "mein" Bus in dem sich nur wenige Fahrgäste befanden. Ein Fensterplatz bot mir die Gelegenheit noch einmal auf meine nun mehr frühere Wirkungsstätte zu schauen. Ruckelnd setzte sich der Ikarus-Bus in Bewegung. Das Gelände der Dienststelle entzog sich rasch meinen Blicken. In diesem Moment ahnte ich nicht, dass es diese Dienststelle, ja das gesamte WKM und auch die DDR bald schon nicht mehr geben würde.
Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Ende


Gruß an alle
Uwe


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Lutze, Hanum83, coff, Ehli, Rothaut, diefenbaker, jollentreiber, EK87II und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2018 06:30 | nach oben springen

#413

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:38
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1400 Mark nur für's
rumstehen, ist nicht schlecht. Da musste ein DDR-Arbeiter mind. zwei Monate für schuften...


zuletzt bearbeitet 01.01.2018 14:39 | nach oben springen

#414

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:43
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Hallo,

es soll Facharbeiter gegeben haben, die verdienten mehr als 700 Mark im Monat, oder ? Jedenfalls Ende der 80 iger Jahre.

Und was meinst Du, was heute die Herren in Uniform bekommen, die die verschiedensten Botschaften in Berlin absichern ?



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#415

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 14:49
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@Alfred

Die Wachpolizisten die heute in Berlin Botschaften absichern, werden vergleichsweise mies bezahlt. Sie sind in aller Regel Angestellte, keine Beamten und schon allein deshalb gegenüber den "richtigen" Polizisten benachteiligt.
Nach 1990 wurden viele ehemalige WKM-Angehörige in die Wach-Polizei übernommen. Allerdings lediglich Wachtmeister. Die Offiziere wurden in der Regel entlassen, da es in der Wachpolizei bereits genügend Führungskräfte gab.

Gruß an alle
Uwe


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IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#416

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 15:03
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Zitat von Alfred im Beitrag #414
Hallo,

es soll Facharbeiter gegeben haben, die verdienten mehr als 700 Mark im Monat, oder ? Jedenfalls Ende der 80 iger Jahre.

Und was meinst Du, was heute die Herren in Uniform bekommen, die die verschiedensten Botschaften in Berlin absichern ?

Ist ja auch nicht persönlich gegen ABV gemeint. Ich habe selber aufem Bau gearbeitet und mir tat das Kreuz abends als junger Bengel schon weh. Da war aber nichts mit nem vierstelligen Gehalt. Wie gesagt, geht nur um`s Prinzip nicht um jemand persönlich!


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#417

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 15:05
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Zitat
....Ganz besonderen Wert legte die Führung in Kaulsdorf darauf, dass niemanden außerhalb des WKM zu Ohren kommt, dass seitens des Missionsschutzes Aktivitäten von westlichen Diplomaten registriert werden. Womit die DDR täglich, " im Interesse der staatlichen Sicherheit", gegen die " Wiener Konvention" verstieß.....


Gegen welchen Artikel der Wiener Konvention verstösst die Registrierung?

Gleicht die Registrierung einer Behinderung???



zuletzt bearbeitet 01.01.2018 15:09 | nach oben springen

#418

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 15:17
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Zitat von marc im Beitrag #417

Zitat
....Ganz besonderen Wert legte die Führung in Kaulsdorf darauf, dass niemanden außerhalb des WKM zu Ohren kommt, dass seitens des Missionsschutzes Aktivitäten von westlichen Diplomaten registriert werden. Womit die DDR täglich, " im Interesse der staatlichen Sicherheit", gegen die " Wiener Konvention" verstieß.....

Gegen welchen Artikel der Wiener Konvention verstösst die Registrierung?

Gleicht die Registrierung einer Behinderung???



Würde mich auch interessieren, genau wie eine Antwort auf die Frage von @Merkur.



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#419

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 15:47
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@Andre311 schrieb:
"Na vielleicht die Genossen vom Wachregiment FD, das waren doch ein paar Tausend Mann,die brauchten ja auch Beschæftigung."

Dem WR F. Dzierzynski oblag nicht die Sicherung ausländischer diplomatischer Vertretungen.



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#420

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 01.01.2018 16:05
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Zu euren Fragen: @Blitz_Blank_Kalle : Keine Bange-Ich habe dich schon richtig verstanden. Du hast ja auch Recht! Der Job war beim WKM wurde tatsächlich überbezahlt. Das sehe ich heute genauso. Sehr wahrscheinlich hätte man für diese unattraktive Tätigkeit bei einer schlechteren Bezahlung überhaupt keine Leute bekommen. Wenn ich das anders sehen würde, hätte ich die Bezahlung erst gar nicht erwähnt. Alles Gut Junge

@Merkur : Die vor den Botschaften, zumindest in Pankow, eingesetzten MfS-Kräfte hatten ihren Standort in Blumberg. Nach eigenem Bekunden, handelte es sich um eine spezielle Einheit des Wachregimentes. Für die meisten war nach drei Jahren Schluss. Natürlich gab es unter ihnen auch länger dienende Berufssoldaten.
Während ihres Dienstes vor den diplomatischen Objekten handelte diese Einheit generell in Zivil.

Zur Wiener Konvention: Diplomaten dürfen sich in ihren Gastländern normalerweise frei bewegen. Offiziell durften sie das auch in der DDR. Dagegen spricht, dass die Posten bei einigen westlichen Staaten akribisch die An und Abfahrtszeiten der Botschafter und anderer Diplomaten dokumentierten. Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen entstanden Bewegungsprofile dieser Diplomaten. Ein weiterer Verstoß gegen die "Wiener Konvention" bestand im Auftrag der WKM-Posten, Informationen über die Diplomaten und deren Personal zu beschaffen. Wozu insbesondere das "Abschöpfen" bei Gesprächen gehörte. Ich bezweifele jedoch, dass bei der ganzen Abschöpferei sonderlich viele Ergebnisse erzielt wurden.

Gruß Uwe


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