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#21

RE: Vorstellung GTKarl

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.10.2014 09:31
von Barbara (gelöscht)
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Schöne Geschichte :-)


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#22

RE: Vorstellung GTKarl

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 30.10.2014 10:06
von GKUS64 | 2.781 Beiträge | 6791 Punkte
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Hallo @GTKarl,

auch ich möchte dich ganz herzlich hier im Forum begrüßen. Sehr interessant und wohltuend hast du bisher berichtet. Man merkt sofort, dass du die "Ostprobleme" vorbehaltlos, neugierig und aufgeschlossen betrachtest. Endlich wieder mal ein Ossi-Versteher.

Auch ich bin auf deine Beiträge neugierig!

MfG

GKUS64



zuletzt bearbeitet 30.10.2014 10:07 | nach oben springen

#23

RE: Vorstellung GTKarl

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 10.07.2015 01:27
von GTKarl | 19 Beiträge | 3 Punkte
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So, nach einiger Zeit Stillschweigen sollte ich mal wieder etwas über meine Eindrücke in der DDR schreiben! Ich hatte ja schon berichtet, dass ich in Ungarn und Rumänien Kontakt mit dem Leben hinter dem "eisernen Vorhang" gehabt hatte, bevor ich das erste Mal ins andere Deutschland gereist bin. Mit meinem Freund Steffen, der aus Leipzig, bin ich 1987 zusammen nach Ungarn gefahren, mit dem Motorrad! Das musste so sein, zu der Zeit kam für mich keine andere Reisemöglichkeit in Frage. Er mit einer kleinen 250er Kawasaki und ich mit meiner 750er Zweitakt Suzuki. Zuerst bis Passau, dann weiter zum Balaton. Wir haben eine alte Dame aufgesucht, der Steffen Geld und Grüße von ihrem Sohn überbringen sollte (war ein Arbeitskollege von Steffen). Fanden eine Unterkunft in einem süßen kleinen Ferienhaus und sind von da aus kreuz und quer durch Ungarn gefahren. Am See hatten wir schnell Kontakt zu anderen Urlaubern in unserem Alter, die Motorräder führten immer wieder zu Gesprächen mit anderen Zweiradbegeisterten. Dass meine Suzuki einen Dreizylinder Zweitaktmotor hatte sorgte immer wieder für großes Erstaunen," genau wie der Wartburg ", war der Kommentar meistens, wenn es ostdeutsche Motorradfans waren. Irgendwann sind wir bei einer Fahrt um den See an einem Campingplatz gelandet und haben uns an der Verkaufsbude mit ein paar sehr netten Mädels unterhalten. Wir sind dann einfach auf dem Campingplatz geblieben, dabei sind Freundschaften zu damaligen DDR Bürgern entstanden, die teilweise bis zum heutigen Tag bestehen und in der Folge der Grund für einige Besuche in der DDR wurden.
Der große Unterschied in der Behandlung zwischen west-und ostdeutschen Urlaubern durch die Ungarn ist uns dann sehr schnell bewußt geworden. Ich fand das ziemlich beschämend, in Badehose und Bikini erkannte man den Unterschied zwischen uns Westdeutschen und unseren ostdeutschen Freunden natürlich nicht und da die Ungarn die verschiedenen Sprachfärbungen nicht unterscheiden konnten, hielten sie uns auch für DDR Bürger, da auf dem Platz sonst kein Westdeutscher zu finden war.
Die Mädels hatten ihren (lächerichen) Umtauschsatz schon ausgeschöpft, aber natürlich noch nicht all das besorgt, was sie aus Ungarn gerne mit nach Hause nehmen wollten. Der erfolgte Umtausch von DDR-Mark in Forint wurde wohl im Pass vermerkt (glaube ich mich zu erinnern), damit man nicht zweimal tauschen konnte. Ich habe dann auf die menschliche Schwäche gesetzt und einen Fünf-Westmark-Schein in den DDR Personalausweis meiner Freundin Carola gelegt und siehe da....sie konnte plötzlich weitere 200 Mark der DDR bei der Bank umtauschen, ohne Stempel versteht sich! Die Welt funktioniert überall gleich.....!

Ein paar Monate später bin ich dann zum ersten Mal in die DDR eingereist, auf Einladung meines Freundes Jörg aus Gardelegen in der Altmark, auch den hatte ich in Ungarn kennengelernt. Diesmal war ich alleine unterwegs, Steffen als ehemaliger DDR Bürger durfte, obwohl völlig legal wegen Familienzusammenführung ausgereist, auch nicht als Besucher in die DDR zurück! Also kam ich wegen der langen Anreise aus dem tiefen Westen sehr spät an die Autobahnübergangsstelle Helmstedt-Marienborn. Meine erste direkte Berührung mit den Grenzorganen der DDR hatte ich bei der Abgabe meiner Zollerklärung, dies geschah, soweit ich mich erinnere, in einem Gebäude oder Barracke mit einem Parkplatz davor, vor der eigentlichen Passkontrolle. Natürlich hatte ich alle Pakete Jakobs Krönung und jede Banane ordentlich in die Zeilen und Spalten eingetragen. Die beleuchteten und mit Regendach versehenen Förderbänder für die Pässe sah ich dann zum ersten Mal, als ich mich mit dem Auto (mit dem Motorrad ging ja nur Transit) zur Passkontrolle in eine Spur einordnete (Mein englischer Freund Ray hielt diese Förderbänder bei einem Besuch der Gedenkstätte/Museum GüSt Marienborn, nachdem ich ihm den Zweck erklärt hatte, für typisch deutsche gründliche Ingenieursarbeit, die Engländer hätten das Dach vergessen, meinte er. Eine solche Konzentration von Neonröhren wie in Marienborn habe ich übrigens in der ganzen DDR sonst nicht mehr gesehen.
Dann geschah etwas, was ich mir bis heute nicht so ganz erklären kann. Ich fuhr vor bis an das erste Kontrollhäuschen, der Beamte saß rechts hinter seiner Scheibe, ich links hinterm Lenkrad, wie ungünstig wenn man alleine unterwegs ist! Man bedeutete mir zu warten.....! Kurze Zeit später kam ein anderer, recht junger, Beamter, extrem korrekt in Unform mit gerade sitzender Schirmmütze gekleidet, aus der Türe. Er ging vor meinem Auto vorbei und blieb vorn an der Ecke des fahrerseitigen Kotflügels stehen. Er schaute abwechselnd in etwas was wohl mein Reisepass war und auf mich. Das ging so eine ziemlich lange Zeit, mindestens mehrere Minuten lang. Ich fühlte mich nicht unwohl, konnte mir aber keinen Reim darauf machen, es war ziemlich leer in der riesigen, überdachten, hell erleuchteten Grenzstation, man hatte wohl Zeit. Irgendwann trat er dann an meine Fahrertür und meinte:" Sie haben sich aber eine Menge vorgenommen in den paar Tagen." Er spielte wohl auf meinen Reiseplan an, man musste ja seine Reiseroute bzw. Ubernachtungsorte beim Visumantrag bekanntgeben. Dann kam so eine Art Unterhaltung, eigentlich war es mehr eine Befragung, zustande. Ich erinnere mich noch, dass er mich nach der Wohnsituation der westdeutschen Studenten fragte, ich war zu dieser Zeit ja Student. "In der DDR ist das alles bestens gereget," meinte er. Ich hab ihm meine Einschätzung als Betroffener mitgeteilt und kurz darauf, nach ein paar Fragen über mein Studienfach und dem woher und wohin gab er mir meinen Pass zurück, grüßte kurz und schickte mich weiter zu Zollkontrolle. Bis heute ist dieser Grenzer, der mich minutenlag musterte, mir als fast unwirkliche Erscheinung in Erinnerung geblieben.
Der Beamte an der fogenden Zollkontrolle interessierte sich vor allem für die mitgebrachten Autoteile. Das Lederlenkrad für den Polski-Fiat von Jörg (mitsamt einzelgefertigter Nabe) hatte es ihm angetan.
Dann ging die Fahrt weiter auf der Transitautobahn bis zur Ausfahrt bei Magdeburg, wo ich mich promt verfahren habe und in eine riesige vorstädische Plattenbausiedlung geraten bin in der kein Wegweiser zu finden war, aber wie es weiterging erzähl ich ein anderes Mal......!

Gruß und gute Nacht

Karl



Udo und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.07.2015 03:11 | nach oben springen



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