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#141

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 15:30
von Gelöschtes Mitglied
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Gestern war ja der 25. Jahrestag des wohl berühmtesten Halbsatzes der Geschichte, den Genscher auf dem Balkon der Botschaft in Prag gesprochen hat.

Dass darüber berichtet wurde, fand ich OK
Dass Genscher (von dem ich viel hielt und immer noch halte) zu seinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen befragt wurde, fand ich OK.

Ausgesprochen auf den Senkel gegangen ist mir aber das Gesülze um die "Freiheit". Sinngemäß zitiert: "Sie gaben Haus und Hof auf, um in die Freiheit zu kommen" - "Sie ließen Freunde und Verwandte zu Hause zurück, um in Freiheit leben zu können." - "Sie riskierten viel, um ihre Zukunft in Freiheit gestalten zu können": Ich glaube ich kann aufhören, ihr wisst, was ich meine.

Ja, es gab zweifelsfrei eine erkleckliche Anzahl unter den Flüchtenden, die aus welchen persönlichen Motiven auch immer das Leben in der DDR vielleicht nicht als unerträglich, aber als wenig wünschenswert erachtet haben. Und die bereit waren, nahe Null nochmals von vorne zu beginnen. Aber ich bin mir auch sicher, dass viele den Verlockungen des westdeutschen Warenangebots erlegen sind und an die vollen Körbe der Kaufhäuser wollten - Bei "Marlboro" angefangen und über den Video-Recorder bis hin zum Golf GTI: Mir klingt der Spruch: "Wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM" noch gut in den Ohren.

Ich habe mir oft die hypothetische Frage gestellt, wie viele denn ab 61 geflüchtet wären, wenn die Lebensverhältnisse im Alltag in der BRD denen in der DDR vergleichbar gewesen wären, wenn es auch keine Bananen und keine Jacobs Krönung gegeben hätte, dafür aber Reisefreiheit etc. Ist nur ein Gedankenspiel, ich weiß, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahl bedeutend niedriger gewesen wäre.

Kurz zusammengefasst und etwas bösartig formuliert könnte man diese Menschen, die aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen die DDR verlassen haben, auch als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnen. Vergleichbar zu denen, die heute aus dem Balkan oder Nordafrika zu uns kommen (wollen).

Mit der durch die Medien plattgewalzten "Freiheit" hat das aber nichts zu tun - es sei denn, man meint die Freiheit, sich zwischen Lidl und Aldi oder Edeka und Kaiser's entscheiden zu können. Aber Schwarzweißmalerei ist ja so schön: Dort die Unterdrückten, hier die Freien. Und eine andere Motivation als "Freiheit" würde nicht in dieses Bild passen.


Damals87, Kalubke, GKUS64, thomas 48 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#142

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 15:50
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Zitat von Dandelion im Beitrag #141

(...)
Mir klingt der Spruch: "Wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM" noch gut in den Ohren.
(...)



Genau genommen war es ja kein Spruch, sondern ein Reim:

Kommt die DM, bleiben wir
kommt sie nicht, gehn wir zu ihr

Schon komisch, dass sich sowas 25 Jahre im Hinterkopf festsetzen kann.

Gruss

icke



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#143

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 16:54
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Hallo @Dandelion,

ich bin heute sehr froh, dass ich nicht zur DM gegangen bin, ich hab sie kommen lassen! Ich denke es waren weniger die verlockenden Angebote,
es war die Käfighaltung unter Aufsicht einer Altherrenriege! Daraus entstand der "Freiheitsdrang". Auch bei mir stand Reisefreiheit ganz oben auf der Wunschliste. Auf Bananen konnte ich verzichten.

MfG

GKUS64



Hapedi, Gert und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#144

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 16:57
von damals wars | 14.324 Beiträge | 6004 Punkte
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Jaja, die DM. Dann kam die Altherrenriege und weg war sie


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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#145

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:08
von linamax | 2.345 Beiträge | 1317 Punkte
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Zitat von Dandelion im Beitrag #141
Gestern war ja der 25. Jahrestag des wohl berühmtesten Halbsatzes der Geschichte, den Genscher auf dem Balkon der Botschaft in Prag gesprochen hat.

Dass darüber berichtet wurde, fand ich OK
Dass Genscher (von dem ich viel hielt und immer noch halte) zu seinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen befragt wurde, fand ich OK.

Ausgesprochen auf den Senkel gegangen ist mir aber das Gesülze um die "Freiheit". Sinngemäß zitiert: "Sie gaben Haus und Hof auf, um in die Freiheit zu kommen" - "Sie ließen Freunde und Verwandte zu Hause zurück, um in Freiheit leben zu können." - "Sie riskierten viel, um ihre Zukunft in Freiheit gestalten zu können": Ich glaube ich kann aufhören, ihr wisst, was ich meine.

Ja, es gab zweifelsfrei eine erkleckliche Anzahl unter den Flüchtenden, die aus welchen persönlichen Motiven auch immer das Leben in der DDR vielleicht nicht als unerträglich, aber als wenig wünschenswert erachtet haben. Und die bereit waren, nahe Null nochmals von vorne zu beginnen. Aber ich bin mir auch sicher, dass viele den Verlockungen des westdeutschen Warenangebots erlegen sind und an die vollen Körbe der Kaufhäuser wollten - Bei "Marlboro" angefangen und über den Video-Recorder bis hin zum Golf GTI: Mir klingt der Spruch: "Wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM" noch gut in den Ohren.

Ich habe mir oft die hypothetische Frage gestellt, wie viele denn ab 61 geflüchtet wären, wenn die Lebensverhältnisse im Alltag in der BRD denen in der DDR vergleichbar gewesen wären, wenn es auch keine Bananen und keine Jacobs Krönung gegeben hätte, dafür aber Reisefreiheit etc. Ist nur ein Gedankenspiel, ich weiß, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahl bedeutend niedriger gewesen wäre.

Kurz zusammengefasst und etwas bösartig formuliert könnte man diese Menschen, die aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen die DDR verlassen haben, auch als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnen. Vergleichbar zu denen, die heute aus dem Balkan oder Nordafrika zu uns kommen (wollen).

Mit der durch die Medien plattgewalzten "Freiheit" hat das aber nichts zu tun - es sei denn, man meint die Freiheit, sich zwischen Lidl und Aldi oder Edeka und Kaiser's entscheiden zu können. Aber Schwarzweißmalerei ist ja so schön: Dort die Unterdrückten, hier die Freien. Und eine andere Motivation als "Freiheit" würde nicht in dieses Bild passen.

Hallo Dandelion
Ich bin immer wieder begeistert wenn jemand der im Westen auf gewachsen ist uns erklärt, warum die Menschen damals 1989 in den Westen sind . Ich würde an deiner Stelle mal überlegen warum ist die Jugend damals weg . Und laß die komischen Kommentare von wegen Bananen .
Wegen Bananen ist keiner rüber .
Gruß linamax



Gert, Pit 59, Hapedi, andyman und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#146

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:15
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2011 hat eine Untersuchungskomission des Bundestages erklärt, das 95 % der geflüchteten DDR-Bürger aus wirtschaftlichen Gründen das Land verlassen haben. Die "BANANE" ist halt das Symbol für Wirtschaftsflüchtlinge.


passport



Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#147

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:18
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Bei meinen ersten Reisen nach Niedersachsen mit Ausschauhalten nach einer beruflichen Zukunft habe ich nicht über Reisefreiheit nachgedacht. Als stellvertretender Vorsitzender einer LPG, nicht aus dem Ort stammend und ohne landwirtschaftlichen Familienhintergrund, sah ich für mich keine Chance, für ein weiteres Fortkommen in meinem Beruf. Auch wenn ich gewollt hätte, den Betrieb weiterzuführen, die alteingesessenen Bauern hätten mir das Leben zur Hölle machen können. Also war ein Schnitt notwendig, der meiner Familie eine Sicherheit brachte.
Und da mir schon im März 1990 eine Stellenausschreibung für einen Job, der bis 1986 mein Spezialgebiet war, in die Hand gedrückt wurde und man zusätzlich nach Zuschlag noch ein Einfamilienhaus als Dienstwohnung beziehen musste, gab es wohl nicht mehr viel zu überlegen. Jetzt mussten alle Register gezogen werden, um den Zuschlag zu bekommen. Am 1.8.90 war mein erster Arbeitstag in Niedersachsen und einige Tage später bin ich mit meiner Familie in ein völlig renoviertes Einfamilienhaus gezogen.
1996 haben wir uns dann auch mal erlaubt, in einen Flieger zu steigen und die neue Reisefreiheit zu genießen, die wir bis dahin nicht vermisst haben.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#148

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:19
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Ausgesprochen auf den Senkel gegangen ist mir aber das Gesülze um die "Freiheit". Sinngemäß zitiert: "Sie gaben Haus und Hof auf, um in die Freiheit zu kommen" - "Sie ließen Freunde und Verwandte zu Hause zurück, um in Freiheit leben zu können." - "Sie riskierten viel, um ihre Zukunft in Freiheit gestalten zu können": Ich glaube ich kann aufhören, ihr wisst, was ich meine.....dandelion


Für Dich vieleicht Gesülze,für viele andere nicht. ich habe gestern die Dokumentation "Zug in die Freiheit" auch gesehen. Dramatische Szenen haben sich da abgespielt,und ich ziehe vor all denen die den Arsch in der Hose hatten gewaltig den Hut.



Gert, Hapedi, linamax, Ostlandritter und EK 70 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#149

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:32
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#150

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:33
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Zitat von Dandelion im Beitrag #141
Gestern war ja der 25. Jahrestag des wohl berühmtesten Halbsatzes der Geschichte, den Genscher auf dem Balkon der Botschaft in Prag gesprochen hat.

Dass darüber berichtet wurde, fand ich OK
Dass Genscher (von dem ich viel hielt und immer noch halte) zu seinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen befragt wurde, fand ich OK.

Ausgesprochen auf den Senkel gegangen ist mir aber das Gesülze um die "Freiheit". Sinngemäß zitiert: "Sie gaben Haus und Hof auf, um in die Freiheit zu kommen" - "Sie ließen Freunde und Verwandte zu Hause zurück, um in Freiheit leben zu können." - "Sie riskierten viel, um ihre Zukunft in Freiheit gestalten zu können": Ich glaube ich kann aufhören, ihr wisst, was ich meine.

Ja, es gab zweifelsfrei eine erkleckliche Anzahl unter den Flüchtenden, die aus welchen persönlichen Motiven auch immer das Leben in der DDR vielleicht nicht als unerträglich, aber als wenig wünschenswert erachtet haben. Und die bereit waren, nahe Null nochmals von vorne zu beginnen. Aber ich bin mir auch sicher, dass viele den Verlockungen des westdeutschen Warenangebots erlegen sind und an die vollen Körbe der Kaufhäuser wollten - Bei "Marlboro" angefangen und über den Video-Recorder bis hin zum Golf GTI: Mir klingt der Spruch: "Wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM" noch gut in den Ohren.

Ich habe mir oft die hypothetische Frage gestellt, wie viele denn ab 61 geflüchtet wären, wenn die Lebensverhältnisse im Alltag in der BRD denen in der DDR vergleichbar gewesen wären, wenn es auch keine Bananen und keine Jacobs Krönung gegeben hätte, dafür aber Reisefreiheit etc. Ist nur ein Gedankenspiel, ich weiß, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahl bedeutend niedriger gewesen wäre.

Kurz zusammengefasst und etwas bösartig formuliert könnte man diese Menschen, die aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen die DDR verlassen haben, auch als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnen. Vergleichbar zu denen, die heute aus dem Balkan oder Nordafrika zu uns kommen (wollen).

Mit der durch die Medien plattgewalzten "Freiheit" hat das aber nichts zu tun - es sei denn, man meint die Freiheit, sich zwischen Lidl und Aldi oder Edeka und Kaiser's entscheiden zu können. Aber Schwarzweißmalerei ist ja so schön: Dort die Unterdrückten, hier die Freien. Und eine andere Motivation als "Freiheit" würde nicht in dieses Bild passen.


Ich finde es schlimm, dass du die Gefühlsäußerungren der Menschen, die unter ungeheuren Bedingungen diesen Staat verlassen, als Gesülze bezeichnest. Da fühle ich mich auch persönlich angegriffen, denn ich gehöre ebenso zu ihnen, wenn auch früher. In diesem Forum sind Hunderte Geschichten über das Befinden der ex DDR Bürger und Flüchtlinge geschrieben worden. Hast du nicht die Fähigkeit, dir anhand dieser Schilderungen die Abwesenheit von Freiheit vorzustellen ? Wenn nicht kann man dich nur als ...... bezeichnen, ach lassen wir das, sonst bekomme ich noch mit den Admins Ärger.

Und wenn hier herumgesülzt wird, dann ist es dein abegriffener Bananenspruch. Den kann man wirklich nicht mehr hören. Wir sind doch kein Forum für die artgerechte Haltung von Primaten.


Hapedi, linamax, Ostlandritter und EK 70 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#151

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:34
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Zitat von passport im Beitrag #149



passport



ist genauso blöd, wie @Dandelions Bananengesülze


furry, Hapedi und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#152

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:38
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@Dandelion für den # 141 wird man dir posthum noch den Karl Marx Orden verleihen, ich glaube da bist du der erste "Wessi" der den erhält


linamax, Ostlandritter und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#153

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:43
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Zitat von Dandelion im Beitrag #141
Gestern war ja der 25. Jahrestag des wohl berühmtesten Halbsatzes der Geschichte, den Genscher auf dem Balkon der Botschaft in Prag gesprochen hat.

Dass darüber berichtet wurde, fand ich OK
Dass Genscher (von dem ich viel hielt und immer noch halte) zu seinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen befragt wurde, fand ich OK.

Ausgesprochen auf den Senkel gegangen ist mir aber das Gesülze um die "Freiheit". Sinngemäß zitiert: "Sie gaben Haus und Hof auf, um in die Freiheit zu kommen" - "Sie ließen Freunde und Verwandte zu Hause zurück, um in Freiheit leben zu können." - "Sie riskierten viel, um ihre Zukunft in Freiheit gestalten zu können": Ich glaube ich kann aufhören, ihr wisst, was ich meine.

Ja, es gab zweifelsfrei eine erkleckliche Anzahl unter den Flüchtenden, die aus welchen persönlichen Motiven auch immer das Leben in der DDR vielleicht nicht als unerträglich, aber als wenig wünschenswert erachtet haben. Und die bereit waren, nahe Null nochmals von vorne zu beginnen. Aber ich bin mir auch sicher, dass viele den Verlockungen des westdeutschen Warenangebots erlegen sind und an die vollen Körbe der Kaufhäuser wollten - Bei "Marlboro" angefangen und über den Video-Recorder bis hin zum Golf GTI: Mir klingt der Spruch: "Wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM" noch gut in den Ohren.

Ich habe mir oft die hypothetische Frage gestellt, wie viele denn ab 61 geflüchtet wären, wenn die Lebensverhältnisse im Alltag in der BRD denen in der DDR vergleichbar gewesen wären, wenn es auch keine Bananen und keine Jacobs Krönung gegeben hätte, dafür aber Reisefreiheit etc. Ist nur ein Gedankenspiel, ich weiß, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Zahl bedeutend niedriger gewesen wäre.

Kurz zusammengefasst und etwas bösartig formuliert könnte man diese Menschen, die aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen die DDR verlassen haben, auch als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnen. Vergleichbar zu denen, die heute aus dem Balkan oder Nordafrika zu uns kommen (wollen).

Mit der durch die Medien plattgewalzten "Freiheit" hat das aber nichts zu tun - es sei denn, man meint die Freiheit, sich zwischen Lidl und Aldi oder Edeka und Kaiser's entscheiden zu können. Aber Schwarzweißmalerei ist ja so schön: Dort die Unterdrückten, hier die Freien. Und eine andere Motivation als "Freiheit" würde nicht in dieses Bild passen.




Dandelion , ich habe dich eigentlich als sachlich eingestuft , aber was du hier abdrückst ist der Gipfel der Frechheit
Diese Leute zu verhönen ist mehr als ungezogen . Ich fühle mich auch betroffen

gruß Hapedi


Mein Profil ist nach besten Wissen und Gewissen erstellt . Ehrlich
Pit 59, Gert, linamax, Ostlandritter, EK 70 und Harra318 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#154

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:47
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Sie nennen alle jetzt Wirtschaftsflüchtlinge , Linamax ,Turtl, alle die vor 25 Jahren die DDR verlassen haben .
Zeigen Bilder von Bananen . Kaut ihr denn immer noch die Kubabananen ,hattet ja genug in euren extra Läden .

Ich könnte euch verstehen , aber ihr seid es doch ,die sich überall in der Welt herumtreiben und die FREIHEIT genießt , die diese Wirtschaftsflüchtlinge für euch mit errungen haben .


Hapedi und dietel57 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#155

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:49
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Es gab ganz sicher ganz viele Gründe die DDR zu verlassen. Vielleicht sogar mehr als es Menschen gab, die diesen Schritt letztendlich wagten. Der Grund die DDR zu verlassen, einzig allein in der Hoffnung auf ein materiell besseres Leben, ist doch nicht ungewöhnlich. Eher menschlich verständlich und nachvollziehbar.
Politische Motive haben ganz sicher nicht in jedem Fall eine Rolle gespielt. Was aber niemand offen zugeben wird.
Nach meiner Erfahrung versteht wohl jeder unter dem Begriff Freiheit etwas anderes. Für den einen bedeutet das Recht die Partei deren Programm ihm besten gefällt wählen zu können, tatsächlich so etwas wie kostbare politische Freiheit. Andere verstehen darunter in jedes Land der Welt reisen zu können. Für andere wiederum den Wegfall der Pflicht, morgens aufstehen und arbeiten zu müssen.
Gerade nach der Wiedervereinigung konnte ich des Öfteren live und in Farbe erleben, dass nicht wenige Bürger unter dem Begriff Freiheit das "Recht" so schnell und so besoffen wie möglich Auto zu fahren, verstanden. Antworten wie: " Was wollt ihr denn von uns? Wir haben doch jetzt die Freiheit und leben nicht mehr im SED-Staat", konnte man sich damals gehäuft anhören.
Ironie der Geschichte: gerade die aus den "Alten Bundesländern" nach Brandenburg gekommenen Richter haben den Delinquenten Nachhilfeunterricht in Sachen Freiheit gegeben. Mit teilweise drastischen Strafen.


Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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zuletzt bearbeitet 01.10.2014 17:50 | nach oben springen

#156

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:49
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@ratata

???????!!



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#157

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 17:51
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Zitat von ratata im Beitrag #154
Sie nennen alle jetzt Wirtschaftsflüchtlinge , Linamax ,Turtl, alle die vor 25 Jahren die DDR verlassen haben .
Zeigen Bilder von Bananen . Kaut ihr denn immer noch die Kubabananen ,hattet ja genug in euren extra Läden .

Ich könnte euch verstehen , aber ihr seid es doch ,die sich überall in der Welt herumtreiben und die FREIHEIT genießt , die diese Wirtschaftsflüchtlinge für euch mit errungen haben .



Das hat Dandelion weder gesagt, noch gemeint. Immer schön sachlich bleiben!

Gruß Uwe


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http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#158

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 18:03
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Zitat von ratata im Beitrag #154
Sie nennen alle jetzt Wirtschaftsflüchtlinge , Linamax ,Turtl, alle die vor 25 Jahren die DDR verlassen haben .
Zeigen Bilder von Bananen . Kaut ihr denn immer noch die Kubabananen ,hattet ja genug in euren extra Läden .

Ich könnte euch verstehen , aber ihr seid es doch ,die sich überall in der Welt herumtreiben und die FREIHEIT genießt , die diese Wirtschaftsflüchtlinge für euch mit errungen haben .


Hallo ratata
Nur der Ordnung halber bei mir werden es dieses Jahr 47 Jahre .



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#159

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 18:05
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Zitat von ABV im Beitrag #157
Zitat von ratata im Beitrag #154
Sie nennen alle jetzt Wirtschaftsflüchtlinge , Linamax ,Turtl, alle die vor 25 Jahren die DDR verlassen haben .
Zeigen Bilder von Bananen . Kaut ihr denn immer noch die Kubabananen ,hattet ja genug in euren extra Läden .

Ich könnte euch verstehen , aber ihr seid es doch ,die sich überall in der Welt herumtreiben und die FREIHEIT genießt , die diese Wirtschaftsflüchtlinge für euch mit errungen haben .



Das hat Dandelion weder gesagt, noch gemeint. Immer schön sachlich bleiben!

Gruß Uwe

Hallo ABV
Das hat er schon so gemeint .
Gruß linamax



Ostlandritter und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#160

RE: Die Geschichte(n) der Wende

in Das Ende der DDR 01.10.2014 18:12
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@Dandelion, ich weiß nicht wo Du Deine Weisheiten und Feststellungen her nimmst ? Bin eigentlich traurig darüber, das Du die Menschen in der ehemaligen DDR, die auf die Straße gegangen sind und sich über andere Wege die Ehemalige verlassen haben, nur an Bananen, DM , Aldi und Co festmachst! Es gab 1000 andere Gründe, weshalb und warum das Volk diesen Staate nicht mehr wollte! Muss da meinen Vorschreibern recht geben, hatte auch Dich realistischer eingeschätzt! Es ist erstaunlich, wie man sich täuschen kann!
Grüsse steffen52


Ostlandritter, Pit 59, EK 70 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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Erstellt im Forum Das Ende der DDR von ABV
110 21.01.2015 12:37goto
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Unteroffiziersschule Perleberg zur Wende
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Mart
44 22.10.2016 21:03goto
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Helmut Kohl und der Friedensnobelpreis ( die unendliche Geschichte )
Erstellt im Forum Leben in der DDR von Wossi EK 83 1
93 25.07.2013 22:23goto
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"Recht an Geschichte"
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Meine „deutsche(n) Frage(n)“
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Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
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von NL 63 • Zugriffe: 6234
Schüler vom Geschwister-Scholl-Gymnasium arbeiten DDR-Geschichte auf
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
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