Was passierte Karsten Deppe?

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02.04.2018 10:05
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Das glaube ich nicht Kalubke weil, diese Übersicht auf zwei Zeitungsseiten ist so man es liest nicht auf die Toten der normalen NVA bezogen. Diese Anzeige erscheint jährlich in "DIE WELT zum 13. August" Ich lese jetzt der Reihe nach:

Todesopfer in Berlin(vor 13. August 1961)
Todesopfer an der Berliner Mauer(ab 13.August 1961)
Todesopfer an der Innerdeutschen Grenze(vor13.August 1961)
Desggleichen.........(ab 13.August 1961)
Todesopfe bei Fluchtversuchen über die Ostsee
Todesopfer an Aussendeutschen Grenzen:Westgrenze Bulgarien/CSSR/Polen/Ungarn
Todesfälle auf sonstigen Fluchtwegen
Getötete DDR-Soldaten(vor 13.August 1961)
Desggleichen ....."ab 13. August 1961)
Todesfälle infolge Flugzeugabschusses bzw.-Behinderung
Getötete sowjetische Fahnenflüchtige
Ihre Flucht war erfolgreich, doch der lange Arm von Stasi und KGB ......etc.
Nach erfolgreicher Flucht im Westen liquidiert

Und so setzt sich das fort, von speziell Todefälle in der damaligen NVA kein Wort.

Rainer-Maria

Und einen guten Ostermontag allen ins Forum


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29.02.2020 19:54
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Ich habe zu dem Zeitpunk in Goldberg/Jellen gedient. War auch bei der RA-8 im Führungszug. Wir waren zusammen mit dem Technischen Zug im Erdgeschoss untergebracht. Karsten Deppe war im ersten Diensthalbjahr und im ersten Stock bei den Leuten für die Abschussrampen. Natürlich wurde man im ersten Diensthalbjahr nicht immer mit Samthandschuhen angefasst, aber damit musste man sich halt arrangieren. Diese Hierarchien zwischen erstem, zweiten und dritten Diensthalbjahren gab es in der NVA überall.
Auf jeden Fall hat Karsten Deppe sich bei seiner Wache im Postenbereich erschossen. Ich hatte die Tage danach Wache und der Schnee war rot vom Blut, was immer wieder durchsickerte.
Im Übrigen war der Regimentskommandeur zu dieser Zeit Oberstleutnant Stein, genannt Klamotte oder der Blasse! Im direkten Zuständigkeitsbereich von Karsten Deppe gab es nur Hauptmänner und Majore. Der Stabschef, Major Struwe, war damals nicht anwesend. Es fand am Tag nach dem Suizid eine Zusammenkunft im Mehrzweckraum statt. Das Wort hatte Major Rosada. (oder war der damals noch Hauptmann?, ist einfach schon zu lange her)

Eingezogen wurde immer Anfang Mai und Anfang Oktober. Also war Karsten Deppe schon mindestens 6 Wochen dabei. Ich kannte seinen Vornamen bis jetzt gar nicht, da man immer nur von Soldat Deppe sprach, aber die Sache ist mir für immer im Gedächtnis geblieben, obwohl schon fast 34 Jahre her.

Was im Vorfeld genau passiert ist, weiß ich nicht! Da müsste man jemanden finden, der auf seiner Stube war!


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22.12.2020 13:53
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#33
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Ijj

Nach der Uffz.-Ausbildung in Hagenow, bin ich im Frühjahr 1987 nach Jellen - Goldberg versetzt worden, als Chemischer Aufklärer in der Stabskompanie.
Im "Sprachgebrauch" auch als Stadt der 3 Lügen bekannt:
-kein Gold
-kein Berg-
-keine Stadt.

das Regiment in Jellen war ´das PR-8.
Innerhalb des Regimentes waren einige selbständige Einheiten stationiert,
zugehörig dem Militärbezirk 5;
bzw. der 8. MSD.
(AB8- Aufklärungsbatallion;
BCA 8-Batallion Chemische Abwehr,
BFEK-Batallion Funkelektronischer Kampf;
und natürlich RA8-...zuvor benannte Raketenabteilung
)...habe ich etwas vergessen...?

Ich erinnere mich daran, dass ältere Kameraden mir erzählten, dass sich während des Wachdienstes "im letzten Jahr", jemand erschossen hätte.
In Jellen war Wachdienst üblich als: Objektwache, Munitionslagerwache (außerhalb des Objektes), Bewachung Alarmtor; Fahrzeugpark und eine Außenstelle, deren Bezeichnung mir im Moment nicht einfällt. Es handelt sich dabei um eine Art Bunkeranlage, was als Kommandostand ausgebaut war)
Bei allen Wachdiensten, wurde selbstverständlich scharfe Munition ausgeteilt.
(2 Magazine a`30 Schuss)
(Übliche Belehrung, Wachexerzieren und Vergatterung ging dem voraus).

Standartbewaffnung war zu dieser Zeit im Regiment bereits die AK 74.
Ob andere selbstständige Einheiten noch die AKS oder AK 47 hatten, weiß ich nicht mehr genau.

Ich erinnere mich, das Die RA8 in Goldberg, im Diensthabenden System stand. Ich kann nur vermuten, dass an dieser Stelle dann wohl sicher auch scharfe Munition ausgegeben worden ist.

Die Schilderung zum Suizid beim Wachdienst, halte ich für realistisch, deckt sich auch mit dem was ich zu dieser Zeit darüber gehört hatte.
Überliefert wurde damals auch der Umstand, dass es Nachts geschehen war und man "ihn" auch des Wetters wegen, deshalb nicht gleich gefunden hatte.
Der Winter 86-87, war ein sehr sehr kalter und strenger Winter. Es gab viel Schnee.

Allerdings erinnere ich mich, das auf Grund der interessanten selbständigen Einheiten innerhalb des Objektes, die MVM, (Militärische Verbindungsmission), ein sehr regelmäßiger Gast, in und um das Objekt war.
Zu bestimmten Übungen oder aufwändigeren Ausbildungsmaßnahmen, waren auch sie ständig u. a. auch im höchsten Maße provozierend, mindestens aber begleitend oder beobachtend, "dabei".
Meist waren es Amerikaner.
Ich weiß, dass es vereinzelt selbst auch im Wachdienst zu Provokationen oder Begebenheiten gekommen ist.

Der Name taucht als "Opfer" auf?
Finde ich interessant.


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22.12.2020 14:04
avatar  R-363
#34
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Zitat von Ijj im Beitrag #33
das Regiment in Jellen war ´das PR-8.
Innerhalb des Regimentes waren einige selbständige Einheiten stationiert,
zugehörig dem Militärbezirk 5;
bzw. der 8. MSD.
(AB8- Aufklärungsbatallion;


Großer Widerspruch! Das AB-8 war NIEMALS in Goldberg stationiert sondern erst in Schwerin Stern-Buchholz (das war aber vor meiner Zeit), dann in Schwerin, Stellingstraße (für Ortskundige: da, wo jetzt das Finanzamt drin ist) und im Oktober 1981 wurden wir nach Hagenow verlegt. Vielleicht verwechselst du das damit?

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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23.12.2020 19:34
avatar  Ijj
#35
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Ijj

...hm...
Kann sein dass du recht hast.


War die AB 8 auch noch 1987 in Hagenow?

Ich erinnere mich auch an SAK 5...
(Spezialaufkl.Kompanie für Militärbezirk 5)
Kannst du damit etwas anfangen?
Ich hätte gedacht, das diese Einheit in Hagenow war.
Und die AB 8 in Goldberg/Jellen.


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23.12.2020 20:03 (zuletzt bearbeitet: 23.12.2020 20:04)
avatar  R-363
#36
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Zitat von Ijj im Beitrag #35
War die AB 8 auch noch 1987 in Hagenow?


Ja, war es bis zur Auflösung Ende März 1991. Und die SAK-5 lag zu der Zeit bei uns im Block in der obersten Etage, bis sie zum FuFuTAB-5 nach Glöwen verlegt wurde (1989 ?). Das war der letzte Unterkunftsblock vor dem Park des MSR-29, neben dem Lehrklassengebäude.

EDIT: Du kannst mir das schon glauben, ich war im AB-8 von Ende Oktober 1972 bis zu seiner Auflösung.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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