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#21

RE: Nichts gewusst?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.09.2013 09:49
von Grenzgänger (gelöscht)
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Danke, Geschichtsforscher.. du hast mir aus der Seele geschrieben..
(klingt pathetisch- ist aber so..)

Siggi


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#22

RE: Nichts gewusst?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.09.2013 10:13
von DoreHolm | 9.048 Beiträge | 6989 Punkte
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Für Deinen sehr aufschlussreichen und ausführlichen Beitrag sei Dir gedankt. Es glaubt heute sowieso niemend mehr einem diese NS-Zeit bewußt erlebten Deutschen, wenn er auch noch so sehr beteuert, nichts gewußt zu haben. Unangenehmes verdrängt, ja, das wurde massenhaft. Aber wie Du schon schriebst, Deine Klassenkammeraden, die dann doch langsam hinter der Deckung vorkamen und zugaben, doch ziemlich viel gewußt, gehört oder zumindest geahnt zu haben. Bagatellisiert und sich selbst schöngeredet mit der Situation: Es ist Krieg und da ist es so (allerdings war erst ab 1939 Krieg und KZs, Verhaftungen u.a. gab es viel eher), die Anderen sind auch nicht besser, die bombardieren Zivilisten, wir sind doch die besseren Menschen, der Führer hat das nicht so gewußt und gewollt u.v.m.
Sehr interessant zu dieser Thematik fand ich auch die Memoiren meines Vaters, der sozialdemokratisch erzogen wurde und sich zu Nazis bis Kriegsende und danach weiter einschl. Gefangenschaft (britisch) sehr distanziert verhalten hatte. Sein Glück war, daß auch sein KC auf die NSDAP und ihre eifrigen Anhänger nicht sonderlich gut zu sprechen war und somit auch in seiner Einheit solche Leute "an die Ostfront weggelobt" wurden.



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#23

RE: Nichts gewusst?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 11.09.2013 15:23
von Geschichtsforscher | 12 Beiträge
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Zitat von schulzi im Beitrag #15
Hallo Geschichtsforscher bin sehr beeindruckt von deinen Berichten.Da mein Vater 30 Jahre bei der VP war kann ich Dir vieleicht auch etwas weiterhelfen.Bin dazu gern bereit Schulzi


Hallo schulzi, chantre, exgaki und die vielen anderen, die sich zu meinem Beitrag "Nichts gewusst?" geäußert haben. Die Antworten zeigen mir, dass man im Forum bereit ist, sich auch mit solchen schweirigen Frage ernsthaft auseinderzusetzen. Vielen Dank.
Ich komme daher - durchaus zuversichtlich - noch einmal auf das Anliegen zurück, das mich in dieses Forum geführt hat: Wir möchten eine Studie herausbringen, die sich rückschauend mit den Erfahrungen und Meinungen von Polizisten und Grenzern zur Wendezeit befasst und suchen dafür Autoren diesseits und jenseits der ehem. Grenze (Kurzgeschichten von jeweils ein paar Seiten). Ich liste hier mal beispielhaft ein paar Fragen dazu auf, wobei es jedem natürlich freisteht, die Schwerpunkte selbst zu setzen:
Welches Bild hatte man von der jeweils anderen Seite. Hat sich dieses Bild bzw. Klischee bestätigt oder nicht. Durch wen und wie ist man zu dieem Bild gekommen. Was wusste man voneinander. Wie hat sich die jeweils andere Seite verhalten. Welchen Eindruck hat man heute von der Wende, wie bewertet man sie. Vereinigung - Fluch oder Segen. Es war doch nicht alles schlecht. Früher war alles besser. Was haben wir falsch gemacht. Würde ich das Rad der Geschichte zurückdrehen, wenn ich es könnte.Wieso halten sich eigentlich die ehemaligen Kader so sehr zurück.
Es kommt also auf Stimmungsbilder und Wertungen an - positiv wie negativ - und auf farbige, lebensnahe Schilderungen. Polizeibrichte mit nüchternen Fakten gibt es genug. Aber dass es dabei um Menschen ging, mit Gefühlen, Erwartungen, Hoffnungen und Enttäuschungen, bleibt oft auf der Strecke. Kurzum: Polizei und Grenzorgane waren bei diesen Eriegnissen nur Zaungäste. Sie hatten keine aktive Rolle, aber sie mussten - zunächst ohne jede Kommunikation - für Ruhe sorgen und selbst Ruhe bewahren. So ist unter den Augen der Welt eine friedliche Revolution über die Bühne gegangen, in der kein Schuss fiel. Und dies, obwohl wir im Vorfeld der Ereignisse beiderseits der Grenze das Ganze nicht einmal haben üben können. Denn ein Planspiel "Wiedervereinigung" hat es nicht gegeben - weder in Ost noch in West.
Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Bitte Erfolg hätte. Und das Forum könnte solch eine Debatte sicher auch beleben. Meinen eigenen Beitrag, der gewiss nicht ohne kritsche Auseiandersetzung bleiben wird, stelle ich als eine Art Beispiel gern hier ein.
Gruß, Geschichtsforscher


schulzi und S51 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Nichts gewusst?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 16.09.2013 04:37
von berlin3321 | 3.451 Beiträge | 3807 Punkte
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Guten Morgen,

ich bin sewhr "betroffen" über Deine Vorstellung. Jedoch nocht negativ, sondern positiv betroffen.

Mir fehlen da einfach die richtigen Worte und mir drängen sich da Vergleiche mit dem Regime DDR und der Staatssicherheit auf. Klar das da nicht solche Verbrechen begangen wurden aber so ganz sauber lief da wohl auch nicht alles.

Man könnte, etwas vorsichtig ausgedrückt, aber wohl davon sprechen, dass man ja auch in der DDR etwas vorsichtig sein musste, wem man was sagt. Denn wer offen kritisierte war ja auch schnell weg vom Fenster und saß in Bautzen, zumindest waren, wenn schon keine Haft, doch wohl mit erheblichen Nachteilen im normalen Leben zu rechnen.

Ich freue mich, wenn Du uns lange erhalten bleiben würdest.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...


Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker, ...


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#25

RE: Nichts gewusst?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 16.09.2013 07:57
von ABV | 4.343 Beiträge | 1091 Punkte
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Offene Kritik, womöglich noch mit der Benennung von "Ross und Reiter", war in der DDR so gut wie unmöglich. Dafür gab es aber die heute fast vergessene Kunst der humorvoll verpackten Andeutungen. Hin und wieder werden ja DDR-Fernsehschwänke, zum Beispiel die damals beliebte "Maxe-Baumann-Reihe", im Fernsehen wiederholt. Man sollte auf die Stellen achten, in denen das Publikum besonders laut lachte und dazu noch applaudierte. Dem heutigen Betrachter erschließt sich jedoch sehr oft die Pointe nicht (mehr). Ganz einfach weil er die Anspielung auf gewisse Dinge des DDR-Alltages nicht versteht Oder nicht verständlicherweise nicht verstehen kann.
Um die untere Ebene der DDR-Staatsorgane "auf Trab zu bringen", nutzte der pfiffige DDR-Bürger zuweilen ein probates Mittel: die Drohung sich mit dem Anliegen direkt an Erich Honecker zu wenden. Allein die Drohung genügte bereits, um der Verwaltung einige Zugeständnisse abzuringen.
Keinesfalls und schon gar nicht öffentlich, durfte man die Ursachen von auftretenden Problemen in Entscheidungen oder Anordnungen der oberen Staatsorgane, bis hin zum Politbüro, suchen. Damit machte man sich nicht nur unbeliebt, man setzte sich auch der Gefahr aus, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


hardi24a hat sich für diesen Beitrag bedankt
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