X

GKSt Lübeck-Moisling

Bildergalerie » Grenzkontrollstelle (Lübeck-) Moising » GKSt Lübeck-Moisling  • von krelle
Bildbeschreibung für GKSt Lübeck-Moisling

Der folgende Zeitungsbericht - abgedruckt in den Lübecker Nachrichten Nr. 86 (13.04.1975) - ist hoffentlich für Euch von Interesse.

Bei der Grenzkontrollstelle (GKSt) Moisling wurde auch ich zeitweise eingesetzt. Ein altes Backsteingebäude an der „Buntekuhbrücke“ in Lübeck beherbergte diese kleine und gemütliche Dienststelle. Es gab die Schichten „B1, B2 und A“. Wer B1-Dienst hatte, musste um 06.30 Uhr tätig werden. Ein Bundesbahn-Beamter, der in einem Büro nebenan saß, brachte sogleich die Papiere für den nächsten grenzüberschreitenden Zug. Früh morgens konnte es nur ein Güterzug sein, der entweder Lübeck in Richtung Herrnburg verlassen wollte oder der erste Güterzug, der an diesem Tag aus der DDR bzw. von Herrnburg kam. Um 07.30 Uhr kam der Kollege, der B2-Dienst hatte. Gemeinsam trat man dann später den Weg zum Lübecker Hauptbahnhof an, um den aus Stralsund kommenden Personenzug D 438 abzufertigen. Ein Kollege stand an der Absperrung und kontrollierte, der andere (der den B2-Dienst hatte) bestieg den Zug, um mit nach Hamburg Hauptbahnhof zu fahren. Er hatte nicht nur nach steuerpflichtigen Waren Ausschau zu halten, sondern war auch dazu da, um den Bundesbürgern, die aufgrund ihres Alters berechtigt waren, ihre gezahlten Visagebühren erstattet zu bekommen, entsprechendes Formular auszuhändigen. Man konnte froh sein, wenn man das in der Zeit (ca. 45 Minuten) schaffte, denn mitunter war der D 438 sehr voll.
Wer A-Dienst hatte, musste 14.30 Uhr bei der Dienststelle sein. Er war bis zum Dienstende (gegen 21.30 Uhr, hing vom letzten grenzüberschreitenden Zug ab) allein und musste in Eigenregie entscheiden, was zu tun war. Ich war damals noch sehr jung und „lediglich“ Zollassistent. Und ich habe es mir erlaubt, ganze Waggons abkoppeln zu lassen. Gelegentlich lag ich falsch und manchmal „goldrichtig“. Ja, es wurde doch versucht, so manches Gut ohne die nötigen Papiere/Genehmigungen über die Grenze zu bringen. Am Nachmittag hatte der Kollege der A-Schicht zum Hauptbahnhof zu gehen, um den ausgehenden Personenzug (D 439) abzufertigen. Wenn der aus Richtung Köln über Hamburg in den Lübecker Hbf einlief, blieben nur wenige Minuten Zeit, um vor allem den Gepäckwagen zu „inspizieren“. Die Zollpapiere waren gelegentlich lückenhaft oder irgendwie „fragwürdig“. So manche Kiste musste auf meine Anordnung wieder ausgeladen werden, um (von anderen Kollegen) später überprüft zu werden. Es gab durchaus Fälle, wo moderne Technik/ Teile für Computeranlagen in Richtung Osten gehen sollte(n), wo eine Ausfuhr nicht gestattet war. Anschließend eilte der Kollege wieder in Richtung GKSt Moisling. Es gab Tage, da fuhren nur wenige Züge; da ging es dann relativ „ruhig“ zu. An anderen Tagen sah das anders aus und man hatte gut zu tun, die Papiere für den kommenden/abfahrbereiten Zug „fertig“ zu bearbeiten, bevor der nächste Güterzug vom Bundesbahner angekündigt wurde. Wenn irgendetwas „unrund“ lief oder „verdächtig“ erschien, wurde dem Beamten der Bundesbahn gesagt: „Den Waggon XY will ich sehen, der muss aufgemacht werden“. Dann liefen wir beide gemeinsam zum Güterzug (der nicht immer vor der „Haustür“ stand). Bei Regenwetter nicht angenehm, aber danach ging es ja auch nicht. Und wenn ich dann Beschau machte, musste das natürlich protokolliert werden. War ich mir ob des Ergebnisses nicht sicher bzw. wenn ich vermutete, dass etwas „faul“ sein könnte, bekam der Bundesbahn-Kollege von mir Anweisung, dafür Sorge zu tragen, dass entsprechender Waggon abgekoppelt wurde. Dann dauerte es in der Regel nicht lange, bis jemand von einer Firma anrief und sich beschwerte, dass die Ware beim Zoll „festhing“. Glücklicherweise erhielt ich von meinen Vorgesetzten bei der GKSt Moisling stets „Rückendeckung“, auch wenn die von mir getroffenen Maßnahmen gelegentlich „zu viel des Guten“ waren. Aber so „übel“ konnte ich nicht gewesen sein: ich wurde von dieser Dienststelle immer wieder angefordert, um tageweise dort auszuhelfen. Für meinen Diensthund war das natürlich ganz schlecht, denn er musste dann lange (zu lange!) auf mich warten. Statt nach Dienstende in den verdienten „Feierabend“ zu gehen, trat ich eiligst den Weg nach Lübeck-Eichholz zum Hundezwinger an, um ihm Auslauf zu gewähren. Später, als ich den Hund dann mit nach Hause nehmen konnte (Bau eines Zwingers auf dem Hof des Hauses) war es dann wesentlich besser. So konnte sich dann meine Frau um den Hund kümmern, wenn ich „Zug-Dienst“) hatte.

Melden Sie sich an, um die Kommentarfunktion zu nutzen



Besucher
13 Mitglieder und 127 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Greifswalder
Besucherzähler
Heute waren 5470 Gäste und 117 Mitglieder, gestern 7694 Gäste und 145 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14856 Themen und 609694 Beiträge.

Heute waren 117 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen