Pionier der DDR-Aktfotografie: Günter Rössler wird 85
07.01.2011 17:56

Mehr als 2500 Frauen haben in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten vor ihm die Hüllen fallen lassen: Günter Rössler, Pionier der DDR-Aktfotografie. Am Donnerstag (6. Januar) feiert er seinen 85. Geburtstag.Markkleeberg (dpa) - Mehr als 2500 Frauen haben in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten vor ihm die Hüllen fallen lassen: Günter Rössler, Pionier der DDR-Aktfotografie. Am Donnerstag (6. Januar) feiert er seinen 85. Geburtstag.

Mehr als 2500 Frauen haben in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten vor ihm die Hüllen fallen lassen: Günter Rössler, Pionier der DDR-Aktfotografie. Am Donnerstag (6. Januar) feiert er seinen 85. Geburtstag.Markkleeberg (dpa) - Mehr als 2500 Frauen haben in den zurückliegenden sechs Jahrzehnten vor ihm die Hüllen fallen lassen: Günter Rössler, Pionier der DDR-Aktfotografie. Am Donnerstag (6. Januar) feiert er seinen 85. Geburtstag.

Und er schätzt die Arbeit hinter der Kamera immer noch. «Es macht mir nach wie vor Spaß, warum soll ich aufhören», sagt er und legt wie zum Beweis sein jüngstes Buch und einen Großformatkalender vor. Rössler stellt seine Modelle nicht zur Schau, sondern offenbart deren weibliche Natürlichkeit - in Schwarz-Weiß und ohne Schnickschnack.Das Telefon ist neben seiner Mittelformatkamera Rösslers wichtigstes Arbeitswerkzeug. Bestellungen gehen ein, Modelle von einst melden sich aus weiter Ferne, junge Frauen wollen sich nackt ablichten lassen. Rösslers Ehefrau Kirsten Schlegel hat sich daran längst gewöhnt. Sie hatte einst selbst für Rössler posiert. Heute fotografiert sie und ordnet das Lebenswerk ihres Mannes.

Er rückte in Zeiten der deutsch-deutschen Teilung die Freizügigkeit als Sinnbild der kollektiven FKK-Welle ins rechte Licht, war aber auch einer der wichtigsten Modefotografen der DDR. Rösslers anhaltende Popularität resultiert vor allem aus den Aktaufnahmen im «Magazin» und den regelmäßigen Veröffentlichungen in der Modezeitschrift «Sibylle». Heute lagern abertausende Negative und Papierabzüge in Rösslers Archiv.

Als der «Playboy» 1984 unter dem Titel «Mädchen der DDR» eine zehnseitige Fotostrecke von Rössler druckte, avancierte er zum «Helmut Newton des Ostens». Versöhnt ist er mit diesem Vergleich bis heute nicht. «Bei Newton dominiert die Pose, bei mir geht es um höchstmögliche Authentizität der Mädchen», sagt er. Nackte Frauen im Rachen eines Reptils? Den eigenen beschuhten Fuß auf eine unbekleidete Damen stellen? So etwas käme Rössler nie in den Sinn. Und auch wenn der Mann mit dem schlohweißen Haar und dem Lausbubenlächeln ein wenig an Fotograf und Jetset-Ikone Gunter Sachs erinnert, sieht er sich nicht als Dandy.

Er ist vielmehr ein Charmeur und Kavalier alter Schule. Das erleichtert ihm auch bis heute den Zugang zu seinen Modellen, die er allesamt «meine Mädchen» nennt, auch wenn er häufig deren Groß- oder Urgroßvater sein könnte. Rössler interessiert der Mensch hinter dem Modell, und das wird auch bei seinen Aufnahmen deutlich. «Selbstbescheidenheit, Professionalität und Minimalismus. Natürlichkeit als Stil», urteilt der emeritierte Fotografieprofessor Helfried Strauß von der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Auch wenn Rössler die Arbeit in der Dunkelkammer mittlerweile schwerfällt, er bleibt der Analogfotografie treu. Ebenso seinem seit Jahrzehnten unveränderten Stil: «So wie ich glaube, fotografieren zu müssen, habe ich es bis heute durchgehalten.» Und wenn heute der «Playboy» noch einmal anriefe wie in den 1980er Jahren? «Wenn die Redaktion mit der gleichen Euphorie und Begeisterung wie damals dabei wäre, würde ich es machen.»

Quelle www.news.de

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  • Erstellt von: Angelo
    Kategorie: DDR Leben
    07.01.2011 17:56:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 08.01.2011 10:45
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