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23
Januar
2011

Sie werden nicht platziert

Das Interesse von Touristen und Berlinern ist riesengroß – doch das Land tut bisher nichts für ein DDR-Museum

Vor dem Eingang steht ein Blaulichtwagen der Volkspolizei Marke Shiguli. Man kann ihn mieten, den Genossen Kommissar mimen und Polizeiruf 110 spielen. In dem Flachbau Gertrud-Kolmar-Straße 14, in der Mitte der Touristenmeile zwischen Holocaustmahnmal und Führerbunkergelände, finden sich die nächsten Absonderlichkeiten. Abgegriffene alte Zeitschriften, Gasmasken, tristes Mobilar, eine Tischdecke aus rotem Samt mit Lenins Halbglatze im Mittelpunkt, trauriges Konsum-Interieur, Pflaumenmus, Karo-Zigaretten, Bierhumpen vom BFC Dynamo, VP-Orden, seltsame Stationen bei dieser „Zeitreise durch die DDR“, einer arg zusammengestümperten Ausstellung, in der der verwunderte Betrachter „einen untergegangenen Staat“ kennenlernen soll.

Tagesspiegel vom 01. Januar 2011: http://www.tagesspiegel.de/berlin/sie-we...ommentLoginArea

1 Kommentar Kategorie: DDR Wissen Autor: Gelöschtes Mitglied 23.01.2011 12:34
29
August
2010

Widerstand in der DDR – von Mitläufern und Mutigen

Als der Journalist Roman Grafe im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls im sächsischen Hoyerswerda aus seinem Buch „Die Grenze durch Deutschland“ liest, schockieren ihn die Schüler des Lessing(sic!)-Gymnasiums mit der Aussage, die Grenzer hätten damals womöglich nur aus Angst vor Strafe geschossen.

„Mein Gott, denke ich, aus den Mündern der Kinder die Schwindeleien der Elterngeneration, aus denen die großen Lügen gemacht werden: nichts gewusst, keine Wahl, wie befohlen, nichts zu ändern. Ich erzähle ihnen, dass niemand gezwungen wurde, zu den Grenztruppen zu gehen. Dass der Soldat straflos hätte danebenschießen können. Dass der Schießbefehl menschenrechtswidrig war.“ Ob diese Klarstellung angekommen ist? Aus guten Gründen daran zweifelnd, hat Roman Grafe den Sammelband „Die Schuld der Mitläufer“ herausgeben. „Wer will schon mit trostlosen Opfergeschichten konfrontiert werden“, fragt Grafe und geht auch mit dem Film „Das Leben der anderen“ hart ins Gericht.

Mentalität des kultivierten Wegschauens

Obwohl er in seiner Polemik ein wenig die emanzipatorische Explosivkraft unterschätzt, die in der freiwilligen Wandlung des singulären Stasi-Offiziers Wiesler liegt, ist sein Einwand nicht von der Hand zu weisen:

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http://www.welt.de/kultur/article9236929...nd-Mutigen.html

1 Kommentar Kategorie: DDR Wissen Autor: Angelo 29.08.2010 08:32
25
August
2010

Geerbtes Unrecht

Die Kommunisten haben Albert Graf von Schlieffen das Land genommen, die Bundesrepublik gibt es ihm nicht zurück. Auch 20 Jahre nach der Einheit finden die Opfer der Bodenreform keinen Frieden mit dem Rechtsstaat.Wer das alte Gutshaus in Drölitz betritt, spürt den Hauch der Geschichte. Das ist wörtlich zu verstehen: Es zieht in dem um 1845 erbauten Gemäuer. Aus der Ferne sieht der zweistöckige Backsteinbau mit der verputzten Fassade, dem Mittelrisaliten und dem Uhrentürmchen über rotem Walmdach noch immer imposant aus. Drinnen aber pfeift der Wind durch die Gemächer, der Zahn der Zeit nagt an den Mauern.Der Verfall einstmals prächtiger Architektur in Mecklenburg-Vorpommern ist nur ein Kapitel deutscher Geschichte, das sich in Drölitz anschaulich besichtigen lässt. Ein weiteres handelt von den Eigentümern des Gutes, der Familie von Schlieffen. Beim Rundgang über das knarzende Parkett durch Kamin- und Speisesaal, durch Salon und Billardzimmer schauen den Besucher die Ahnen des Adelsgeschlechts an. Auf Kommoden stehen verblichene Fotos, an den Wänden hängen Stiche und Gemälde, eines zeigt den berühmtesten Vertreter der Sippe: Alfred Graf von Schlieffen, im Deutschen Reich Chef des Generalstabs und des Kaisers Generalfeldmarschall, vor allem aber der Erfinder des Schlieffenplans.

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http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/...es-Unrecht.html

1 Kommentar Kategorie: DDR Wissen Autor: Angelo 25.08.2010 10:14
25
August
2010

Lothar Loewe, Chronist des Kalten Krieges

Sogar die SED-Größen fürchteten sich vor ihm: Lothar Loewe. Der ARD-Korrespondent und Intendant des Senders Freies Berlin ist mit 81 Jahren gestorben. Heute wollte er nach Polen fahren. Zusammen mit einem Freund. Nach Landsberg an der Warthe. In der damals noch deutschen Stadt hatte die Familie Loewe vor dem Krieg gelebt, als der Vater als Postbeamter aus Berlin dorthin versetzt wurde. Ihr Wohnhaus hat den Krieg überlebt, nun stand in ihm sogar eine Wohnung zum Verkauf. „Lass uns mal rüber fahren. Vielleicht kaufe ich sie…“ Auch daraus wird nichts mehr. Gestern ist Lothar Loewe im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben. Er war ein Vollblutjournalist. Wenn nicht auf ihn, auf wen sonst trifft dieses – zugegeben etwas abgegriffene – Etikett zu? Neugierig, fundiertes Wissen, respektlos, bestens informiert, immer zur Stelle, witzig und charmant, dazu eine markige Stimme mit unüberhörbarem Berliner Akzent. Und er konnte so wunderbar erzählen. Zum Beispiel vom Ende des Krieges und den Anfängen seiner journalischen Karriere beim Berliner Blatt „Der Abend“. Die Schlacht um Berlin erlebte er als 16 Jahre alter Hitlerjunge mit der Panzerfaust in der Hand. „Bis ich sie endlich wegschmissen habe und mit der letzten Straßenbahn nach Hause gefahren bin…“.

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http://www.welt.de/kultur/article9169169...en-Krieges.html

Jetzt kommentieren Kategorie: DDR Wissen Autor: Angelo 25.08.2010 06:20
24
August
2010

Ausnahmen für DDR-Mopeds

Das Amtsgericht Dachau muss einem 19-Jährigen erlauben, sein Oldtimer-Kraftrad zu fahren - obwohl er keine Motorrad-Lizenz hat. Grund dafür ist eine Ausnahmeregelung im Vertrag zur deutschen Einheit.
Es passiert selten, dass eine Verhandlung unterbrochen wird, weil sich das Gericht noch schnell über eine Sache informieren muss. Doch diesmal eilt Richterin Petra Nolte mit dem Staatsanwalt hinaus, um etwas nachzulesen - und zwar eine Regelung im Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Es geht um die Allgemeinen Betriebserlaubnisse für DDR-Kleinkrafträder. Nolte reagiert prompt, als sie wieder zurückkehrt: Sie stellt das Verfahren ein. Angeklagt ist ein 19-jähriger Schüler, der mit dem Kleinkraftrad seines Vaters von der Polizei aufgehalten worden war. Der junge Mann wurde im vergangenen Mai auf der Dachauer Straße mit 61 Stundenkilometern geblitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Fahren ohne Fahrerlaubnis vor. Zwar habe der 19-Jährige zum Zeitpunkt der Kontrolle einen Autoführerschein gehabt. Dies jedoch habe ihn nicht berechtigt, ein Kraftrad zu führen, das mehr als 45 Stundenkilometer fährt

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http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dach...mopeds-1.991376

Jetzt kommentieren Kategorie: DDR Wissen Autor: Angelo 24.08.2010 16:30

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